Nikotin: Schluss mit lustig

28. August 2015
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Neue Argumente für Apotheker, die Kundinnen beim Weg in Richtung Rauchfreiheit unterstützen: Frauen, die viel qualmen, kommen zeitiger in die Wechseljahre und sterben früher. Vermeiden Schwangere den blauen Dunst, kommt es seltener zu Totgeburten oder zum Tod des Babys.

Viele Argumente sprechen für den Verzicht auf Glimmstängel. Zwei neue Arbeiten liefern Apothekern neue Argumente, falls es speziell darum geht, Frauen zu überzeugen. Kundinnen profitieren gleich in mehrfacher Hinsicht von einer qualmfreien Umgebung und von Nikotinkarenz. Die Details:

Kombinierte Risiken

Schwedische Wissenschaftler haben 25.474 Frauen zwischen 48 bis 83 Jahren in ihre Studie aufgenommen. Sie befragten alle Teilnehmerinnen nach ihrem Nikotinkonsum und nach dem Jahr ihrer Menopause. Während des Follow-ups von 16 Jahren verstarben 5.942 Teilnehmerinnen. Dass sich die Mortalität bei Frauen mit relativ zeitiger Menopause erhöht, ist an und für sich nicht neu. Hier lag der Unterschied im medianen Sterbealter zwischen Probandinnen, die mit 40 beziehungsweise 60 in die Wechseljahre gekommen waren, bei 1,3 Jahren. Zum Vergleich: Bei Raucherinnen waren es sogar 2,6 Jahre – eine neue Erkenntnis aus dem Karolinska-Institut. Frauen mit relativ später Menopause griffen seltener zur Zigarette oder Zigarre, erhielten aber häufiger Hormontherapien.

Rauchverbote retten Leben

Gefahren lauern schon deutlich früher: Durch Nikotinkonsum, aber auch durch Passivrauchen, nehmen ungeborene Kinder Schaden. Welchen Effekt Rauchverbote tatsächlich haben, fanden britische und niederländische Forscher heraus. Zum Hintergrund: Im Vereinigten Königreich gelten seit Mitte 2007 entsprechende Regeln in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz. Seither sind nicht nur Asthmaerkrankungen bei Kindern zurückgegangen. Vielmehr hat sich zeitgleich zur Gesetzesänderung auch die Rate an Totgeburten um 7,8 Prozent verringert. Bei der Säuglingssterblichkeit waren es minus 7,6 Prozent. Darüber hinaus kamen 3,9 Prozent weniger Babys mit einem Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm zur Welt. Erstaunlicherweise fand das Forscherteam keine Änderungen beim plötzlichen Kindstod. Bleibt als Anmerkung, dass Einflüsse des passiven Schadstoffkonsums im häuslichen Umfeld nicht untersucht worden sind. Epidemiologen erwarten hier ebenfalls starke Effekte: ein Argument mehr für den Partner, ebenfalls nicht mehr zu paffen.

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Forschung, Pharmazie

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