Diabetes: Magen-OP gegen „Zucker“

11. August 2015
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Eine Diät, ein Magenbypass oder ein Magenband kann den Stoffwechsel von Diabetikern normalisieren. Dies kann vor allem dadurch gelingen, wenn durch eine langfristige Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten die Gewichtsreduktion auf Dauer erhalten bleibt.

Eine Diät mit Lebensstilmodifikation könnte einen Typ-2-Diabetes im Prinzip heilen oder zumindest langfristig hinauszögern. „Den allermeisten Menschen gelingt es jedoch nicht, ihr Körpergewicht auf Dauer um mehr als fünf bis zehn Prozent zu senken und die Lebensweise nachhaltig zu verändern“, sagt Prof. Dr. med. Andreas Schäffler, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM): „Dies reicht in der Regel nicht aus, um den Blutzucker zu normalisieren.“

Diät, Magenbypass und Magenband im Fokus

Eine kürzlich veröffentlichte Studie bestätigt diese Erfahrung. Dort gab es drei Gruppen. In einer folgten die Patienten einer strengen Diät. In der zweiten wurde in einer Operation ein Magenbypass angelegt, bei dem der Speisebrei über einen verkleinerten Magen in eine untere Dünndarmschlinge geleitet wird. In der dritten Gruppe wurde der Magen durch ein einstellbares Band verkleinert. Ein Vorteil der Studie war die relativ lange Nachbeobachtungsphase von drei Jahren, ein Nachteil die doch relativ geringe Fallzahl von insgesamt 61 Studienteilnehmern.

Keiner der Teilnehmer, die über ein Jahr einer intensiven Diät folgten, konnte am Ende der Nachbeobachtung auf seine Blutzuckermedikamente verzichten. Erfolgreicher waren die Patienten, die sich einer Operation unterzogen. Die größte Wirkung erzielt ein Magenbypass. „Die Patienten verloren fast 30 Prozent ihres Körpergewichts und zwei Drittel konnten in der Studie auf Diabetesmedikamente verzichten“, berichtet Schäffler. Mit dem Magenband verloren die Patienten laut Schäffler weniger als 20 Prozent an Gewicht. Hier konnte auch noch nach drei Jahren ein Drittel auf Diabetesmedikamente verzichten.

Operation nur durch langfristige Lifestyle-Umstellung sinnvoll

Ein Magenband- und -bypass sind nur sinnvoll, wenn die Gewichtsreduktion auf Dauer erhalten bleibt. Dies erfordert eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und der Lebensweise. „Die Patienten müssen aber zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung achten“, sagt Prof. Dr. med. Matthias M. Weber von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dies gelte insbesondere beim Magenbypass, der die Strecke des Darms verkürzt, wo Nahrungsmittel und Vitamine aufgenommen werden.

Wenn diese Umstellung gelingt, kann die Operation langfristig erfolgreich sein. In der US-Studie waren die Patienten auch nach drei Jahren noch vom Diabetes befreit. „Die Untersuchung gehört zu einer Reihe von Studien, die in den letzten Jahren die metabolische Wirksamkeit der bariatrischen Operationen bestätigt haben“, sagt Weber. Das Besondere an der Studie war, dass auch zahlreiche Patienten erfolgreich mit einer Operation behandelt wurden, deren Fettleibigkeit mit einem BMI von 30 bis 35 noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Weber hält diese Ergebnisse zwar für vielversprechend, bleibt in seiner Empfehlung aber zurückhaltend. „Wir wissen heute nicht, wie der Körper nach zehn oder 20 Jahren auf die bariatrische Operation reagiert, sodass bis zum Vorliegen von mehr Erfahrung die Operation auch weiterhin nur Patienten mit schwerem Übergewicht und begleitenden Risikofaktoren angeboten werden sollte.“

Originalpublikation:

Three-Year Outcomes of Bariatric Surgery vs Lifestyle Intervention for Type 2 Diabetes Mellitus Treatment
Anita P. Courcoulas et al.; JAMA Surgery, doi: 10.1001/jamasurg.2015.1534 ; 2015

7 Wertungen (3.86 ø)

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4 Kommentare:

Gast
Gast

zu#3, empfehle einfach nochmal #2 zu lesen.

Wenn einer über BMI40 hat, dann lässt sich gut von einem Dchlanken der Zeigefinger heben, auch noch dummerweise gegen “die Ärzte”.
Selbst ist der Mann: wer hat denn wie viele Patienten mit BMI >40 zum DEUTLICHEN und DAUERHAFTEN Abnehmen gebracht?????
Ich kenne keinen!!!
Also nicht dumm rum quatschen.

#4 |
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Gast
Gast

Im Endeffekt läuft es aber immer auf eine Ernährungsumstellung hinaus. Mit welchen Methoden und welchem Zeitaufwand das den Patienten beigebracht werden kann sollte vorrangiges Forschungsziel sein und nicht die nächste große OP-Welle mit all ihren Nachteilen. Voraussetzung ist immer das Gefühl der Sinnhaftigkeit und die fehlt oft denjenigen, die in der Gesellschaft das Schlusslicht bilden. Auch Werbung für miserable Lebensmittel sollte unterbleiben. Dafür sollten sich Mediziner stark machen, denn aus ihrem Mund hat das ein anderes Gewicht. Wenige tun das auch bereits, aber bei der zun. Anzahl Diabetiker noch viel zu wenige. Manchmal bin ich erstaunt wie verharmlost über Diabetes und Insulingabe informiert wird.

#3 |
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Gast
Gast

“Ein Magenband- und -bypass sind nur sinnvoll, wenn die Gewichtsreduktion auf Dauer erhalten bleibt. Dies erfordert eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und der Lebensweise.”
Eine sehr irreführende Aussage!

Die Operation ERZWINGT eine dauerhafte Umstellung der Ernährung,
das ist ihr einziger Zweck.
Beim Bypass kommt noch die verminderte Resoption dazu, deshalb ist er erfolgreicher.

#2 |
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franz laudenbach
franz laudenbach

Sorry fehlerhafte Eingabe zuvor. Erneut mein Kommentar;
Stimmt;
Übergewicht ab BMI > 30 führt zu Diabetes Typ 2.
Meinem Verständnis nach wird Glukose (Blutzucker) über die Leber aus dem Blut gefiltert, um in der Leber und in der Muskulatur zwischengelagert (gespeichert) zu werden.
Alle paar Stunden holt Insulin die Stoffe aus Leber und Muskulatur versorgt damit Zellen u. Gehirn. Übrigbleibende Glukose, wird in den Fettzellen abgespeichert.

Übergewicht ab BMI > 25 führt zu Hypertonie!
Hypertonie behandeln Ärzte mit ‘blutdrucksenkenden Medikamenten’!
Blutdrucksenkende Medikamente, egal wie sie sich benennen, senken nicht dem Blutdruck, sie begrenzen die Herzfrequenz oftmals auf 30 zur Grunderkrankung; Schlafapnoe Syndrom
(ab 40 Mann ab 55 Frau nach der Menopause).
Schlafapnoe Syndrom trifft den Diabetiker Typ 2 im Besonderen, wenn er mit Wirkstoffen der Betablocker behandelt wird!
Ursache:
Ersticken im Schlaf führt zu Adrenalinstoß, damit zu Herzfrequenzen ~> 130.
Betablocker (wie es der Name ja verrät) blockieren die Synapsen der
ß-Rezeptoren. Damit bleibt der Sinusknoten ab eingestellter Herzfrequenz inaktiv.
Hochfrequente elektrische Impulse, die z.B. aus der Lungenschlagader ab theoretischer Herzfrequenz > 90 im Herzvorhof anstehen, bleiben unkontrolliert, Ungerichtet. Starke Stromstöße mit hoher Frequenz schlagen durch Herz und Kreislaufsystem.
Der Betroffene merkt es nicht, er schläft. In der Zeit des Schlafes erfährt er:
Herzvorhofflimmern; Herz-Flattern; Thrombosen; Embolien; Schlaganfall.

Wird er mit Wirkstoffen der ACE-Hemmer behandelt, erlebt er Schlaf für Schlaf hohe bis höchste Herzfrequenzen, die abrupt anstehen und abrupt fallen (vor und nach jedem Arousel. (Dem Ersticken folgt Adrenalinstoß, folgt Not-wecken, folgt Nach-Luft schnappen und Einschlafen mit Schlafphase 1).
Ob Erstickungsanfälle in Zahlen von 50 bis oft 100 pro Stunde (AHI 50 bis 100), wirklich gesund sind?

Schlimm ebenfalls erwischt es Patienten die mit Risperidon, Risperdal behandelt werden.
Mit diesen sogenannten Psychopharmaka senkt sich der Blutdruck auf

#1 |
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