Diabetes bei Kindern: Krankheitsausbruch ungelöst

8. Mai 2013
Teilen

Im Rahmen einer Studie wurden Umweltfaktoren untersucht, welche eine Erkrankung an Typ-1-Diabetes im Kindesalter bedingen könnten. Die Forscher stellten fest, dass Virusinfektionen vermutlich nicht die Ursache eines sich rapide entwickelnden Typ-1-Diabetes im Kindesalter sind.

Virusinfektionen gelten als ein potentieller Auslöser der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes. Bei der Erkrankung kommt es durch Autoimmunreaktionen zu einer Zerstörung der Insulin-bildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Zu einem Ausbruch der Erkrankung kann es innerhalb weniger Monate kommen, in manchen Fällen entwickelt sich die Krankheit jedoch auch schleichend über Jahre.

Das internationale Wissenschaftlerteam um Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München (HMGU), darunter Dr. Hye-Seung Lee und Dr. Jeffrey Krischer von der University of South Florida, USA, Dr. Thomas Briese von der Columbia University, New York, USA und Dr. Beena Akolkar vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, USA, wertete Daten der TEDDY (The Environmental Determinants of Diabetes in the Young)-Studie mit dem Ziel aus, herauszufinden, ob virale Infektionen bei Babys die Ursache eines besonders schnell eintretenden Typ-1-Diabetes sind.

TEDDY-Studie
Zwischen 2004 und 2010 wurden innerhalb einer Gruppe von insgesamt 420.000 Babys 21.589 Säuglinge mit einer genetischen Prädisposition, d. h. einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes, identifiziert. Deren Familien wurden eingeladen, an der prospektiven TEDDY-Studie teilzunehmen, bei der bis zum Alter von 15 Jahren neben regelmäßigen Blutabnahmen zur Untersuchung von Autoantikörpern und weiteren serologischen Markern auch kontinuierlich detaillierte Daten zu Erkrankungen, Infektionen, Ernährung, psychosozialen Faktoren und Entwicklung gesammelt werden. Ziel ist es hierbei, Umweltfaktoren zu identifizieren, die die Betazellentzündung und den Diabetes triggern. 8.677 Kinder nahmen an der TEDDY Studie teil.

Kein Zusammenhang entdeckt
Über den Beobachtungszeitraum bis Juli 2011 entwickelten 355 Kinder Diabetes-typische Autoantikörper, 86 davon entwickelten einen manifesten Typ-1-Diabetes. In 24 Fällen handelte es sich dabei um eine besonders fulminate Verlaufsform mit einem Krankheitsausbruch innerhalb von 6 Monaten nach Autoantikörperentstehung. Für 14 dieser Kinder standen Blutproben von vor und nach dem erstmaligen Auftreten von Autoantikörpern zur Verfügung, an denen die Wissenschaftler Virusnachweise mittels state of the art Sequenzierungs-Methoden durchführten. Nur ein Kind zeigte eine messbare virale Last in der Blutprobe. Die übrigen Proben zeigten sich unauffällig und es waren keinerlei Unterschiede zu Kontrollproben gesunder Kinder gleichen Alters erkennbar. Auch der Vergleich der gesammelten Daten mit viralen Infektionsereignissen der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes der 24 erkrankten Kinder mit denen von 72 gesunden Kindern zeigte keinen Zusammenhang von viralen Infektionen und dem Ausbruch einer Typ-1-Diabetes Erkrankung.

Keine viralen Auslöser
„Unsere Ergebnisse schließen die Möglichkeit für ein ursächliches Virus, mit dem Kinder sich vor dem 6. Lebensmonat infizieren, nicht aus“, erklärt Ziegler, Letztautorin der Studie. „Allerdings stellen die Resultate Viren als Auslöser momentan in Frage. Die Studie belegt, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der Autoimmunität keine viralen Auslöser vorhanden sind.“ Überraschenderweise zeigten die Kinder mit Diabetes geringere Fieber-Episoden als die Kinder der Kontrollgruppe. „Diese Daten müssen überprüft werden und könnten darauf hindeuten, dass Fieber als ein Kennzeichen einer kompetenteren Immunabwehr und Viruselimination in gesunden Kindern steht“, so Ziegler. Eine weiterführende Analyse hierzu soll demnächst im Rahmen der TEDDY-Studie erfolgen.

Originalpublikation:

Next-generation sequencing for viruses in children with rapid-onset type 1 diabetes

H.-S. Lee et al.; Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-013-2924-y, 2013

29 Wertungen (4.52 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

6 Kommentare:

Gast
Gast

Interaction of enterovirus infection and cow’s milk-based formula nutrition in type 1 diabetes-associated autoimmunity

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=21922634

#6 |
  0
Heilpraktikerin

Es sollte mal darüber nach gedacht werden, wie Mehrfachimpfungen und deren schädlichen Auswirkungen auf den Organismus eines Säuglings damit im Zusammenhang stehen.
Die Forschung sollte mal dahin schauen, nämlich die stark toxischen Konservierungsstoffe wie Quecksilber ,Formaldehyd kombiniert mit Antibiotikum die in Impfstoffen enthalten sind und noch auf Hühnereiweiss gezüchtet werden.
Auch die Mehrfachverabreichung von verschiedenen Erregern als Impfinjektion in abgeschwächter Form in so kurzer Zeit (wie Pertussis,Tetanus, Hib, Hepatitis B, Polio, Pneumokokken,Diphtherie,)und das in einem Alter von gerade mal 2 Monaten.Wie kann das ein Organismus verarbeiten.Das Immunsystem kann ja nur überreagieren und folglich eine autoimmunologische Reaktion verursachen.Vermehrt wohl bei vorgeschwächtem Organismus, (umwelttoxisch , Schwangerschaftsproblematik, auch Ernährungsabhängig(Still oder Flaschenkinder ),erbliche Vorbelastungen.
Die toxischen Konservierungsstoffe in diesen Impfstoffen ,könnten wohl auch schon ausreichen die Betazellen im Pankreas zu zerstören,meiner Ansicht nach.
Hoffe einen kleinen Anstoß gegeben zu haben ,für evtl. weitere Forschungen diesbezüglich und wünsche mir dass die Ärzte insbesondere in der Pädiatrie mehr aufgeklärt werden auch über die Negativfolgen von Impfstoffen. Laut Aussage von Dr Viera Scheibner :100 Jahre schulmedizinische Forschungen
beweisen,dass Impfungen ansteckende Krankheiten nicht verhindern, sondern einen medizinischen Angriff auf das Immunsystem darstellen und mehr Leid und mehr Tod (z.B plötzlicher Kindstod) als jede andere menschliche Aktivität in der gesamten Geschichte der Medizin verursachen.

zum Nachdenken

Patricia Flores (Krankenschwester und Heilpraktikerin)

#5 |
  0
Heilpraktikerin

Vieleicht sollte man an einen Impfschaden denken. Vorallem
Diphterie/ Tetanus und Influenza-Impfungen stehen
im Verdacht bei Säuglingen Diabetes Typ 1 und Neurodermitis
auszulösen.

#4 |
  0
Dr Franz Wenter
Dr Franz Wenter

Haben Sie den Vit D-Spiegel dieser Kinder geprüft?
Es gibt einige Arbeiten die TypI Diabetes und Vit-D Mangel im Kindesalter in Zusammenhang bringen
Dr. Franz Wenter

#3 |
  0
Ärztin

Cesarean Section and Interferon-Induced Helicase Gene Polymorphisms Combine to Increase Childhood Typ1 Diabetes Risk
Ezio Bonifacio et al.; DIABETES, 60: 3300-3306; 2011
Kaiserschnittkinder haben im vergleich zu spontan geborenen und die nochmal zu Hausgeburten eine deutlich “schlechtere” Darmflora, was nicht verwundert, da “inter faeces et urinam” geboren zu werden, auch seinen Sinn für die Besiedlung des bis dahin sterilen Magen-Darm-Traktes des Kindes hat. Der Zusammenhang insuffizienter Darmflora mit Autoimmunerkrankungen ist evident

#2 |
  0

Schlecht recherchierter bzw. kommentierter Artikel. Beispielsweise ist die Assoziation mit Glutensensitivität eine gut abgesicherte Erkenntnis, z.B. aus dänischen epidemiologischen Studien.

Warum sollen es ausgerechnet Viren sein, und wenn ja welche ? Ging es darum Virustatika frühzeitig zu verabreichen ? Conflict of interest declared ?

Was wissen wir über Stillen bzw. Ernährung in den ersten 6 Monaten bei den Studienteilnehmern ? “Während die Hälfte der Rapid Progressors per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, war dies nur bei jedem sechsten Slow Progressor der Fall.” Na immerhin was, also was sind denn Charakteristika die zum Kaiserschnitt führen ? Worin unterscheiden sich Kaiserschnittkinder von normal geborenen sonst noch ? Die Frage ist noch nicht untersucht ??

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: