Arztbewertung: Halbe Fahrt voraus

25. Oktober 2011
Teilen

Neben der AOK beteiligt sich ab Januar 2012 auch die Techniker Krankenkasse am Portal „Weisse Liste“ der Bertelsmann Stiftung. Das Pilotprojekt „Arztnavigator“, mittels dem Patienten ihre Ärzte online bewerten können, wird die Reichweite vergrößern. Die Liste der Fragen, die dieses Projekt aufwirft, ist allerdings lang.

Klassische Musik im Wartezimmer, bereitstehende Snacks, eine kleine Nackenmassage, um die Wartezeit zu verkürzen – sieht so das künftige Serviceangebot deutscher Arztpraxen aus? Die Antwort hierauf liegt in der Zukunft von Informationsportalen wie der „Weissen Liste“. Über dieses Portal bietet die Bertelsmann Stiftung seit 2008 Patienten den Service, sie bei der Suche nach einem Krankenhaus, Arzt oder Pflegeheim zu unterstützen. Und das mit dem Anspruch verständlicher und unabhängiger Informationen. Im Mai dieses Jahres wurde das Angebot um einen zusätzlichen Service ergänzt: eine erweiterte Arztsuche mit integrierter Arztbewertung. Hier haben Patienten die Möglichkeit, nicht nur einen Facharzt in ihrer Nähe zu finden, sondern sich auch gleich ein Bewertungsprofil desselben anzeigen zu lassen. Dieses setzt sich aus persönlichen Erfahrungen und Bewertungen anderer Patienten zusammen, die weit mehr abdecken als bloßen Behandlungserfolg oder -misserfolg. Wer seine Patienten nur gesund und nicht auch rundum zufrieden macht, kann zukünftig eventuell mit öffentlich einsehbaren Negativkommentaren rechnen.

Die Arztsuche befindet sich zurzeit noch in der Pilotphase. Noch sind nur Barmer- und AOK-Versicherte in Berlin, Hamburg und Thüringen dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen mit verschiedenen Ärzten online mit anderen zu teilen. Mit dem Beitritt der Techniker Krankenkasse wird sich die Zahl der zur Bewertung Aufgerufenen ab Januar 2012 auf 38 Millionen erhöhen. Der diesjährigen Ankündigung des Vorstandes des AOK Bundesverbandes, man wolle das Projekt Zug um Zug für weitere Kassen öffnen, folgen also bereits Taten.

Geschmacksfrage – Welcher Arzt passt zu mir?

Die Fragebögen zur Arztbewertung (neben der digitalen auch als Printversion verfügbar) wurden unter Einbeziehung von Ärzten entwickelt, wie die Verantwortlichen betonen. Die Themenfelder, zu denen die Patienten befragt werden, gliedern sich in Zufriedenheit mit Praxis, Personal, Arztkommunikation und Behandlung. Als Fazit schließen sich Fragen zum Gesamteindruck an und ob der Patient den betreffenden Arzt weiterempfehlen würde. Unter weisse-liste.de hat schon jetzt jeder Patient theoretisch die Möglichkeit, die bisherigen Ergebnisse einzusehen. Hat er über die Fachgebiets-, Standort- oder Namenssuche einen passenden Arzt gefunden, werden auch sofort die Bewertungen angezeigt. Neben der Angabe, wieviel Prozent der Patienten diesen Arzt weiterempfehlen würden, und weiteren prozentualen Angaben bezüglich der Patientenzufriedeneinheit, ist auch die Anzahl der bisherigen Bewertungen ersichtlich. Diese spielt eine wichtige Rolle, da die Ergebnisse erst zu sehen sind, wenn mindestens 10 Bewertungen zusammengekommen sind. Durch diese Mindestgrenze soll vermieden werden, dass einseitige Darstellungen auf Grundlage weniger Beurteilungen zustande kommen. Hat man eine Vorauswahl getroffen, können auch zwei Ärzte in konkreter Gegenüberstellung miteinander verglichen werden – etwa hinsichtlich der Gestaltung ihrer Praxisräume. So kann im Extremfall eine ungeschickt drapierte Rosina Wachtmeister den entscheidenden Ausschlag für oder gegen eine Praxis geben.

Konzeptionsfrage – Wie wird Seriosität gewährleistet?

Um möglichst unverfälschte und aussagekräftige Daten zu erhalten, greifen die Betreiber der Weissen Liste – ebenso wie jene konkurrierender Portale – auf diverse Sicherheitsfunktionen zurück. Schmähkritiken beispielsweise sollen vermieden werden, indem man auf Freitextfelder verzichtet. Die Patienten bewerten die einzelnen Aspekte nach einer vorgegebenen Werteskala, die von „Trifft voll und ganz zu“ bis „Trifft überhaupt nicht zu“ reicht, so dass einheitliche Vergleichsmöglichkeiten gegeben sind. Andere Arztbewertungsportale – wie etwa DocInsider, Imedo, esando oder das im August gestartete Portal des Verbandes der Ersatzkassen (VDEK) – bieten hingegen die zusätzliche Möglichkeit, einen selbst formulierten Text einzugeben. In diesen Fällen müssen die Eingaben vor Veröffentlichung redaktionell geprüft werden, um die von der Bundesärztekammer festgelegten Qualitätsanforderungen für Arztbewertungsportale zu erfüllen.

Um darüber hinaus Mehrfachbewertungen durch Patienten und Selbstbewertungen durch Ärzte zu verhindern, sind bei der Weissen Liste nur Patienten als Bewerter zugelassen, die sich über ihre Zugehörigkeit zu einer der drei bisher beteiligten Krankenkassen identifizieren. Auch bei den anderen erwähnten Portalen wird eine Identifikation über persönliche Daten vorgenommen – mit Ausnahme des VDEK-Portals. Hier gibt es keinerlei Restriktionen, was aus besagten Gründen bereits für harsche Kritik von Seiten der Bundesärztekammer (BÄK) sorgte. „Wenn der VDEK klug gewesen wäre, hätte er sich dem Arztnavigator angeschlossen“, so BÄK-Präsident Dr. med. Frank Ulrich Montgomery bezüglich solch konzeptioneller Fragen. Welches der Portale sich schließlich gegen die Konkurrenten durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Weisse Liste hat über die Möglichkeit einer aktiven Ansprache der bei den beteiligten Kassen Versicherten bestimmt keine schlechten Chancen.

Grundsatzfrage – Wer beurteilt was?

Wie nicht anders zu erwarten, melden sich auch kritische Stimmen aus Reihen der Ärzte selbst. So gibt der Lübbecker Allgemeinmedizinier Dr. Herbert Busch zu bedenken: „Die Patienten, die sich gut behandelt fühlen, gehen zufrieden nach Hause. Nur die, die nicht zufrieden sind, haben die Motivation, einen ganzen Fragebogen auszufüllen.“
Ein Einwand, der vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, mit dem Hinweis auf die aktive Ansprache der Patienten durch die Krankenkassen gekontert wird. „Wir erwarten“, so Graalmann, „dass sich dadurch die Anzahl von Affekt- und Extrembewertungen von besonders zufriedenen oder unzufriedenen Patienten deutlich verringert und so ein realistisches Bild entsteht.“
Tatsächlich bestehen derlei Risiken bei Bewertungsportalen immer. Dennoch haben sie sich in anderen Sparten oftmals bewährt und schaffen über größere Transparenz größeren Wettbewerb und damit meist mehr Qualität. Weitaus schwerer wiegen Einwände, die spezifische Besonderheiten des Arztberufs – oder vielmehr: der Arztleistungen – thematisieren. Ob etwa körperliche Untersuchungen gründlich durchgeführt wurden, eine rechtzeitige Überweisung an einen Facharzt erfolgte oder die medizinische Geräteausstattung einem modernen Standard entspricht – dies alles sind Fragen, die der Patient als Laie nur in den seltensten Fällen objektiv wird beurteilen können. Eine Fehldiagnose von Patientenseite kann hier ernste Auswirkungen auf eine bisher gesunde Arztkarriere haben.

Glaubensfrage – Wie sieht die Zukunft (mit) der Weissen Liste aus?

Bei allen gerechtfertigten Einwänden – jetzt kommt es für Ärzte darauf an zu entscheiden, ob sie auf die Zukunft der Bewertungsportale setzen oder nicht. Abseits der Vorbehalte kann im Fall der Weissen Liste die momentane Aufbruchphase schließlich auch für Aufbruchstimmung sorgen, aus der sich positive Effekte generieren lassen. Die Augen-zu-Therapie ist jedenfalls selten von Erfolg gekrönt. Aufgrund der 10-Bewertungen-Regel findet man bisher noch sehr wenige Bewertungen online. Allerdings, zieht man die zunehmende Internetaffinität der Deutschen in Betracht, muss damit gerechnet werden, dass sich ein solches Konzept großflächig durchsetzen kann. Die Patienten nutzen schließlich bereits zahlreiche ähnliche Portale, um Informationen bezüglich der Qualität von Hotels, Arbeitgebern, Versandhäusern und vielem mehr zu erhalten. Aus ihrer Sicht spricht sicherlich nichts dagegen, auch Ärzte auf diese Art einem qualitativen Vergleich zu unterziehen. So hat eine aktuelle Umfrage der DocCheck Market Research ergeben, dass auch die Auswahl einer bestimmten Klinik, sowohl durch Ärzte als auch durch Patienten, mehr und mehr über Informationen aus dem Internet zustande kommt.

Warum sich als Arzt da kein Beispiel an bewährter Praxis nehmen? Der Angst vor Extrembewertungen kann begegnet werden, indem man die Patienten selbst auf das Portal hinweist und um Bewertungen bittet. Ärzte, die in ihrer Praxis auf die Befragung aufmerksam machen möchten, erhalten Infoflyer beispielsweise über die AOK. Wenn jeder Behandlung eine Bewertung folgt, wird sich auf Dauer ein realistisches Gesamtbild ergeben.

70 Wertungen (3.84 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

20 Kommentare:

Naturwissenschaftler

@#24, Rosso:

Ihr Kommentar zeigt, daß Sie sich mit Qualitätssicherung noch nie richtig befasst haben.
Mit “Werkstück” hat das nun überhaupt nichts zu tun, sondern mit Mindestanforderungen.
Aber das muss man nicht verstehen, wenn einem das Thema sowieso nichts sagt.

#20 |
  0

“28.10.11 – 00:55
Thomas Junge
Student/in der Zahnmedizin

Hallo Herr H.,

genau das ist ja das Problem. Jeder kann anonym irgendwelchen Quatsch behaupten, im Internet weltweit und nicht wie Herr Krüger schreibt auf die Nachbarschaft begrenzt.”

Deswegen begeben sich die deutschen Ärzte auch in internationale Märkte und gönnen sich den Zulauf aus den USA, Australien, Indien… Rußland ist übrigens auch nicht schlecht.

Die Klientele hat genug Geld. Das schafft man dann auf die Bahamas…

http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=4185

#19 |
  0
Thomas Junge
Thomas Junge

Hallo Herr H.,

genau das ist ja das Problem. Jeder kann anonym irgendwelchen Quatsch behaupten, im Internet weltweit und nicht wie Herr Krüger schreibt auf die Nachbarschaft begrenzt.
Der Arzt darf sich dann noch nicht einmal rechtfertigen (->Schweigepflicht) und der Patient hat so ein wunderbares Instrument in der Hand seine AUs und Sonderwünsche zu bekommen, wie hier schon berichtet wurde.

Ein realistisches Bewertungsbild wird es nicht geben, da die, die zufrieden waren, nicht bewerten (müssen), sondern lieber was in die Kaffeetasse der Helferinnen werfen.
Da ist man selbst bei Ebay weiter, weil dort auch der Bewertete den Bewertenden bewertet… :)

Eine in einigen Bereichen durchaus wünschenswerte Qualitätssicherung erreichen wir dadurch nicht.

Es wird wohl alles darauf hinauslaufen, dass nur das “Drumherum”, der Wohlfühlfaktor und die Gesamtzufriendenheit entscheidend sind.
Die Behandlung als solche wird dann zur Nebensache, weil von Laien kaum beurteilbar. Und damit erfüllen diese Portale nicht die von ihnen selbst gesteckten Ziele.

#18 |
  0
Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Sehr geehrter Herr Junge,
Ihre Idee einer Patientenbewertung durch Ärzte/innen ist als
Ironie gut. Die Schweigepflicht verbietet mir, mich abfällig
zu äußern.Üble Nachrede ob sie nun zutrifft oder nicht könnte
wohl auch unchristlich sein.- Bismarck für den das Parlament
eine “Quatschbude” freute sich über den Streit der Parteien.
Es fehlte dann den Abgeordneten die Zeit die
“Obrigkeit” zu beschimpfen.Zur Zeit gibts auch wieder
Parteien, die mehr mit sich selbst zu tun haben als mit
echter Politik.-
Es geht nichts über den persönlichen Kontakt.

#17 |
  0
Naturwissenschaftler

@ #15, Rosso:

Wie QM-System aussehen könnte ist u.a. in EN ISO 9000 ff. beschrieben, siehe insbesondere EN ISO 9001, wo Mindestanforderungen dfiniert sind.

#16 |
  0
Student der Pharmazie

Außer den medizinischen Fähigkeiten kann man ja noch andere Eigenschaften eines Arztes bewerten und der Öffentlichkeit zuu Kenntnis geben: z.B. Arzt A schreibt bei einem Privatpatienten 4 Medikamente auf ein Rezept und berechnet dafür 3,15 ¿ und Arzt B schreibt dafür 4 Rezepte und berechnet dafür 10,25 ¿ je Rezept. Das ist keine Theorie , sondern ein Fall aus der Praxis.

#15 |
  0

Wer Angst vor einer Bewertung hat, sollte sich mal (oder seinen Therapeuten) fragen, warum das denn so ist. Im übrigen gibt es diese Bewertung ja schon, seitdem es Ärzte gibt. Früher nannte man das Mund-zu-Mund-Propaganda, heute geschieht’s halt via Netz. Wo ist der Unterschied? Früher hat jemand, der aus welchen Gründen auch immer von einem Arzt enttäuscht war, die Nachbarschaft aufgehetzt. Nun hinterläßt er eben im Netz eine negative Bewertung. Solange das nicht anonym geschieht sondern er durch seine Krankenkassenmitgliedschaft belegbar, also als Meinungsäußerer identifizierbar bleibt, ist das nicht zu beanstanden. Zu verwerfen wäre nur die anonyme Denunziation.

#14 |
  0
Gesundheits- und Krankenpflegerin

Die Dinge sollen am liebsten so bleiben wie sie sind! Beständigkeit gibt Sicherheit. Aber am Beständigsten ist der Wandel. Ohne Wandel keine Evolution. Die Anpassungsfähigsten werden überleben.
Im Guten wie im Schlechten.

Mein Liebingssatz in solchem Wandel ist: Man muß sehen was man tun kann! Aus “Die Lausbubengeschichten” von Ludwig Thoma.

Ohne Wandel wäre das Leben bei weitem nicht so schön!

Liebe Grüße und viele tolle Ideen.

#13 |
  0
Dr. Wolfgang Langer
Dr. Wolfgang Langer

Das Verweigern eines AU-Scheines korreliert mit Sicherheit mit der negativen Bewertung des Arztes.

#12 |
  0
Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich schliesse mich der Meinung des Kollegen Dirk Reske an.Gut das die Ärzte gleiches erleben wie die Pflegekräfte, das was hier tagtäglich abgeht ist blinder Aktionismus. Der Patient – Kunde entscheidet letztendlich über die Qualität.

#11 |
  0
Dr. med. Ron Lehnert
Dr. med. Ron Lehnert

Meiner Meinung nach ist sicherzustellen, dass der Patient, der einen Arzt bewertet auch wirklich dort war. Bei http://doxter.de, einem Projekt des Telemedizinzentrums der Charité, kann der Patient online seinen Arzttermin buchen. Nach dem Termin erhält er einen Link und kann den Arzt bewerten. Das ist die Zukuft der Arztbewertung! Bewertet werden kurz und knackig drei Kriterien:
1. Weiterempfehlung
2. Umgang mit Patienten
3. Wartezeit
z.B. http://doxter.de/berlin/zahnarzt/dr-gunnar-frahn

#10 |
  0
Naturwissenschaftler

Für alles gibt es irgendwelche Bewertungen, im Internet oder anderswo.
Warum sollte die ärztliche Dienstleistung nicht einer Bewertung zugänglich sein?
Zumal Qualitätssicherung für eine nicht zu vernachlässigende Anzahl von Ärzten ein Fremdwort zu sein scheint.

#9 |
  0
Dirk Reske
Dirk Reske

Wie schön das es den Medizinern in Zukunft genau so ergehen wird wie den Pflegenden. Hier hat man für imenses Geld eine Maschinerie in Gang gebracht die selbst mit dem Hinweis der Nutzlosigkeit nicht mehr aufzuhalten ist. Wir befinden uns in einem Bewertungswahn, die Anmerkungen der Kommentare sind durchaus berechtigt, denn einmal in Gang gebracht ist dieser zusätzliche Irrsinn nicht mehr zu bremsen. Zu Frau Schuster, bisher ist es den Kassen gelungen einen nationalen Navigator zu vermeiden und mit ein wenig Phantasie kann man sich ausmalen wie diese Bewertungen aus unserer Sicht ausfallen. Und wer da denkt das unsere gewählten Volksvertreter dem Wahnsinn ein Ende bereiten der irrt.

#8 |
  0
Rettungsassistent

Wie erfahre ich denn etwas über den Arzt meiner Wahl, wenn niemand aus meinem Bekanntenkreis Ihn kennt? Wer zu einem Nephrologen überwiesen werden soll, wird kaum jemanden finden können, der schon mal da war.
Wenn ich einen neuen Zahnarzt suche, weil ich mit meinem Unzufrieden bin, frage ich einfach im Bekanntenkreis, zu wem Sie gehen, das geht bei Spezialisten aber meistens nicht.
Und selbst wenn ich meine Freunde zu Ihrer Meinung zu einem Arzt frage, ist das ja auch deren persönliche Meinung. Insbesondere ist er nett, höflich, wirkt er kompetent? Ob er das wirklich ist, muss man selber versuchen rauszufinden.
Jeder Zweifler an Bewertungsportalen fragt doch auch zuerst seine Freunde, ob die den Arzt kennen, wo er hin muss.
Es geht also nicht um den Sinn solcher Bewetungsportale, der ist gegeben, sondern um die Qualitätssicherung.
Und um ein ausgewogenes Bild zu schaffen, müssen halt viele Patienten Ihren Arzt bewerten.
Wenn ich unterrichte, kriegt am Ende des Kurses auch jeder Teilnehmer einen Bewertungsbogen zum ausfüllen. Ausnahmslos jeder! Und damit stimmt auch die Bewertung meiner Leistung und ich brauche keine Angst zu haben, dass die paar schlechten Bewertungen (die jeder mal hat) irgendeine Rolle spielen.

#7 |
  0
Medizinphysiker

zu Bewertungen: Ja alles wird immer ebay-ähnlicher! Wann gibt es Arztbehandlungen im Internet zu ersteigern?

#6 |
  0

“Schmähkritiken beispielsweise sollen vermieden werden, indem man auf Freitextfelder verzichtet. Die Patienten bewerten die einzelnen Aspekte nach einer vorgegebenen Werteskala, die von ¿Trifft voll und ganz zu¿ bis ¿Trifft überhaupt nicht zu¿ reicht, so dass einheitliche Vergleichsmöglichkeiten gegeben sind.”

Das ist lächerlich und dumm, und es ist ein Betrug am Patienten.

Alleine durch die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten erfolgt doch schon eine gezielte Steuerung. Den Beantwortern EIGENE Kommentare zu verweigern (“keine Freitextfelder”) unterdrückt gerade die Angaben, die WIRKLICH wichtig sind.

Es ist nichts als ein gigantisches Täuschungsmanöver (das nicht gratis ist, die Betreiber bekommen auf die eine oder andere Weise Geld dafür), mit dem Kranke ruhiggestellt werden.

Was in der Beschreibung als “Schmähkritik” diffamiert wird, kann Kranken das Leben retten, dann nämlich, wenn sie vor Pfuschern gewarnt werden.

Die jetzigen Nachrichtenkanäle (Zeitungen, Fernsehen, Radio) sind weder gewillt noch mengenmäßig in der Lage, die Vielzahl der Meldungen der Kranken zu verarbeiten. Also bleibt den kranken (bzw deren Hinterbliebenen) keine andere Wahl als selbst ins WWW zu gehen und dort über ihre Erfahrungen zu berichten.

Zum Beispiel hier:

http://www.krebsforum-lazarus.ch/
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/
http://forum.esowatch.com

Aber das war nur der Anfang… Esowatch.com-The-Next-Generation hat schon begonnen.

#5 |
  0
Dr. med. Reinhart Radunski
Dr. med. Reinhart Radunski

Ich glaube nicht ,das die Objektivität gewährleistet ist.Es kann doch jeder Patient,der mit ungerechtfertigten Ansprüchen in meine Praxis kommt,den ich dann abweisen muß,seine Wut auf mich dadurch,das er nicht die Wahrheit sagt sondern andere Gründe vorschiebt,auslassen. Wie kann denn überprüft werden,ob er die Wahrheit sagt? Wir Ärzte wissen durch jahrelange Erfahrung,wie oft wir angelogen werden,wenn manche Patienten ihre Wünsche durchsetzen wolle,oft mit dem Spruch,wenn sie mir nicht verschreiben,weas ich will,werde ich den Arzt wechseln!
Ist mir heute erst wieder passiert.

#4 |
  0
Thomas Junge
Thomas Junge

Wenn es den Initiatoren wirklich um Qualitätsverbesserung und das “Ausschalten” schwarzer Schafe ginge, dann wäre es wohl sinnvoller, Probanden stichprobenartig in Praxen zu schicken, dann das Ergebnis objektiv zu beurteilen und den Kollegen ggf. noch einmal an die Uni zu schicken.

Ansonsten laufen diese Bewertungsportale Gefahr, die Qualität der medizinischen Leistung auf Kuschelfaktoren zu reduzieren, sodass der eigentliche Sinn dieser Portal ad absurdum geführt wird. Das ist schade.

Finde gut, dass der Artikel beide Seiten beleuchtet.

Wie wäre es denn eigentlich mit einem Portal, in dem ein Behandler die Compliance des bewertenden Patienten beurteilen darf? Das wäre doch toll für alle die, die sich ein richtig ausgewogenes Bild machen wollen :)
Vielleicht schreiben Sie zum nächsten ersten April einmal einen Bericht zu so einer Idee und dann gucken wir mal, was dann abgeht.

#3 |
  0

Der Artikel ist prinzipiell gut.
Anders sieht es mit der Realität aus, für die Herr Osten ja nichts kann. Qualitätsmerkmale eines Arztes vermehrten sich schon immer über Mundpropaganda, und das in unmittelbarer Praxisumgebung. Was nützt mir denn eine Arztbewertung in mehreren hundert Kilometern Entfernung? Und von den Ärzten in meiner Umgebung weiß ich genug von meinen Nachbarn und Bekannten.

#2 |
  0
Ärztin

Gibt es auch einen Krankenkassen-Navigator?

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: