Psychedelika: LSD auf dem Therapie-Trip

23. Juli 2015
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Immer mehr Studien zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum psychedelischer Drogen wie LSD und dem Auftreten psychischer Erkrankungen gibt. Im Gegenteil: Diese Substanzen könnten sogar als therapeutische Intervention genutzt werden.

Gleich zwei neue Studien belegen, dass psychedelische Drogen keine negativen Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben: Im März 2015 veröffentlichte die Fachzeitschrift „Journal of Psychopharmacology“ eine Studie norwegischer Forscher, die nach einem Zusammenhang zwischen dem Konsum von LSD, Psilocybin oder Mescalin und dem Auftreten psychischer Probleme suchten. Dazu untersuchten sie die im Rahmen der jährlichen National Survey on Drug Use and Health (NSDUH) erhobenen Daten von 135.000 US-Amerikanern aus den Jahren 2008 bis 2011.

Die Autoren stellten fest, dass keine signifikante Assoziation zwischen dem Lebenszeitkonsum von Psychedelika und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende psychische Belastung, psychotherapeutische Behandlung, Suizidgedanken, Suizidpläne und Suizidversuche sowie Depressionen und Angstgefühle im vergangenen Jahr bestand. Der Konsum psychedelischer Drogen scheint daher kein unabhängiger Risikofaktor für psychische Erkrankungen zu sein. „Die Forschung legt nahe, dass Psychiater keine Vorurteile gegenüber psychedelischen Drogen haben sollten“, erklärt Teri Suzanne Krebs, Hauptautorin der Studie. „Und wenn sie Patienten haben, die diese Substanzen konsumieren, ist dies nicht zwangsläufig schlecht.“

Eine in derselben Zeitschrift publizierte Studie US-amerikanischer Forscher geht sogar noch einen Schritt weiter: Ihre Auswertung der NSDUH-Daten von ca. 190.000 US-Amerikanern (2008–2012) ergab, dass der Lebenszeitkonsum psychedelischer Drogen mit einer signifikant verminderten Wahrscheinlichkeit für psychische Belastung, Suizidgedanken, Suizidpläne und Suizidversuche assoziiert ist. Im Gegensatz dazu ging der Konsum anderer illegaler Drogen überwiegend mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für diese psychologischen Indikatoren einher.

Scheinbar sicher, aber sicher nicht harmlos

Die Sorge, dass psychedelische Drogen der geistigen Gesundheit grundsätzlich mehr schaden als nützen könnten, scheint angesichts dieser und zahlreicher anderer Studien unbegründet zu sein. „Wir behaupten nicht, dass noch nie jemand durch Psychedelika zu Schaden gekommen ist“, meint auch Studienautor Dr. Matthew Johnson von der Johns Hopkins University in Baltimore. „Anekdoten über LSD-Todesfälle können sehr wirkungsvoll sein – aber diese Fälle sind selten.“ Auf Populationsebene legten die Daten dagegen nahe, dass die schädliche Wirkung von Psychedelika bislang übertrieben worden sei.

Mit dieser Meinung stehen die Studienautoren nicht alleine da. Tatsächlich scheinen Substanzen wie LSD deutlich sicherer zu sein als bislang angenommen. Einem 2010 in „The Lancet“ veröffentlichten Ranking zufolge sind LSD und psychoaktive Pilze mit einem Overall Harm Score (OHS; Summe aus Selbst- und Fremdschädigung) von 7 bzw. 6 vergleichsweise unschädlich, auf den vorderen Plätzen rangieren dagegen Alkohol (OHS 72), Heroin (OHS 55) und Crack (OHS 54). Auch Tabak ist mit einem OHS von 26 deutlich schädlicher als psychedelische Drogen. Zudem führt LSD selbst bei mehrmaliger Einnahme nicht zu einer physischen Abhängigkeit, und Organschäden sind bisher nicht beobachtet worden [Paywall].

Kontraindiziert sind Psychedelika jedoch zum Beispiel bei Patienten mit einer Prädisposition zu Schizophrenie, da sich durch den Konsum eine Psychose entwickeln kann. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass LSD in Kombination mit Lithium oder trizyklischen Antidepressiva zu schweren Nebenwirkungen wie Krampfanfällen führen kann. Wie hoch das Risiko für eine fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach dem Halluzinogen-Gebrauch (hallucinogen persisting perception disorder, „Flashback“) ist, bleibt umstritten. Auch zum Auftreten von sogenannten Horror-Trips in einem kontrollierten therapeutischen Setting gibt es bisher nur wenige Daten.

Heilsames High für Süchtige

Bereits in den 50er und 60er Jahren stellten Forscher fest, dass eine hohe Psychedelika-Dosis zu einem mystischen Erlebnis führt, bei dem der Patient ekstatische Freude und eine umfassende Verbundenheit mit der Welt bis zur Auflösung des Selbst erlebt – ähnlich wie bei einem spirituellen oder religiösen Erlebnis. Ein solches Erlebnis dient bei der sogenannten psychedelischen Therapie als Ansatzpunkt für eine Neustrukturierung und Gesundung der Persönlichkeit. Bei der psycholytischen Therapie werden dagegen geringere Dosen an Psychedelika eingesetzt, um den psychotherapeutischen Prozess zu vertiefen und seine Effizienz zu steigern. Zwei 2014 veröffentlichte Studien deuten darauf hin, dass erhöhte Suggestibilität und empathogene Stimmungseffekte eine wesentliche Rolle beim therapeutischen Einsatz von LSD zu spielen scheint.

Die zurzeit wohl am besten untersuchte Indikation für psychedelische Drogen ist die Behandlung von Suchtmittelabhängigkeiten. Zwar gibt es berechtigte Kritik an der Methodologie und Aussagekraft der frühen Studien; eine 2012 veröffentlichte Metaanalyse von sechs randomisierten, kontrollierten Studien kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass im Rahmen von Programmen zur Alkoholismusbehandlung eine einzelne LSD-Dosis mit einer deutlichen Verringerung des Alkoholmissbrauchs assoziiert war. Die Effektivität der einmaligen LDS-Intervention war dabei vergleichbar mit der Effektivität einer täglichen Naltrexon-, Acamprosat– oder Disulfiram-Gabe. Und auch Rauchern scheint mit Psychedelika geholfen werden zu können: In einer 2014 veröffentlichten Pilot-Studie lag die Tabak-Abstinenzrate dank einer Psilocybin-Behandlung im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie bei 80 % – mehr als doppelt so hoch wie bei konventionellen Tabakabhängigkeits-Interventionen.

LSD gegen Todesangst

Die Behandlung von Angstzuständen und Depressionen bei terminal kranken Patienten mittels Psychedelika scheint ebenfalls vielversprechend. Eine 2011 publizierte US-amerikanische Studie konnte zeigen, dass die einmalige Gabe von Psilocybin einen langanhaltenden positiven Effekt auf Stimmung und Angstgefühle bei Patienten mit Krebs in fortgeschrittenem Stadium hatte. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Psilocybin-Behandlung zu einem veränderten Bewusstseinszustand geführt hatte, bei dem die Patienten eine Transzendenz der physischen Existenz erfahren und so die Angst vor dem Tod verloren hatten. Die Patienten berichteten zudem davon, dass die Psilocybin-Erfahrung ein starkes Gefühl von empathischem Rapport induziert und die Beziehung zu engen Verwandten und Freunden verbessert hatte. Von ähnlichen Erfahrungen berichten einer 2014 veröffentlichten Schweizer Studie zufolge auch Patienten mit einer lebensbedrohlichen Krankheit, die sich einer dreimonatigen LSD-unterstützen Psychotherapie unterzogen hatten. Eine 2015 publizierte Nachfolgeuntersuchung ergab, dass die positiven Effekte bis zu 12 Monate lang anhielten.

Psychedelische Substanzen könnten auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen wie Zwangsstörungen und Depressionen die Therapie unterschützen, doch die Datenlage sieht hier bisher sehr dünn aus. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wirkmechanismus von Psychedelika bisher unklar ist: Zwar weiß man, dass die psychedelische Wirkung von LSD und Co. hauptsächlich über 5-HT2A-Rezeptoren vermittelt wird. Wie aus der Aktivierung der Serotoninrezeptoren allerdings ein bewusstseinsverändernder Trip wird, bleibt weiterhin ungeklärt – ebenso wie die Frage, wie hoch der tatsächliche Anteil der pharmakologischen Effekte im Vergleich zu den psychologischen Effekten bei einer erfolgreichen Therapie liegt. Mehr randomisierte, kontrollierte Studien sind nötig, um den potenziellen Nutzen psychedelischer Drogen, aber auch die damit verbundenen Risiken korrekt einschätzen zu können. Jegliche Forschung in dieser Richtung aus ideologischen Gründen abzulehnen, dient dagegen nicht dem Patientenwohl.

153 Wertungen (4.52 ø)
Medizin, Neurologie, Psychiatrie

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31 Kommentare:

Erwin Last, Zeitungsleser
Erwin Last, Zeitungsleser

Hier wird ja wieder dolle Rekame für Drogen betrieben,
Kompliment doccheck!

#31 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

#29 Vielleicht kann Dir die Verfasserin des Artikels, Frau Dr. rer. nat. Annukka Aho-Ritter, dabei helfen, einen vernünftige(n) Arzt / Ärztin zu finden?
Due kannst sie über das Kontaktformular der http://www.medproduction.de/cms/website.php erreichen.

#30 |
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anon
anon

@29 weil dem staat die gesundheit der menschen völlig egal ist

#29 |
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9j5
9j5

Ich leide seit meinem 10. Lebensjahr an einer sehr schweren Depression, mit 12 habe ich den ersten suizidversuch unternommen. Viele Jahre habe ich mich körperlich selbst schwer verletzt, als ich mit 15 angefangen habe Cannabis zu rauchen (was definitiv zu jung war) habe ich es geschafft mit der selbstverletzung auf zu hören. Das Verlangen zur selbstverletzung und der Wunsch mein Leben zu beenden begleiten mich jede Minute, doch das lässt sich durch Cannabis kontrollieren, leider bin ich mit 20 noch nicht mit genügend Medikamenten vollgestopft worden um legal Cannabis als Medikament zu erhalten.
Bisher habe ich keinen Psychologen kennen gelernt der mir das Gefühl gegeben hat mir helfen zu können, leider hört man hier sehr häufig schlichte Lehrbuch Psychologie bei der der Mensch meist erst an zweiter Stelle kommt. Psilocybin haltige Pilze sind eine unfassbare Unterstützung während einer Psychotherapie, da sie ermöglichen selbst sehr tiefliegende traumatische Erlebnisse auf zu arbeiten und vor allem zu verstehen und zu akzeptieren.
Kaum jemand kann sich vorstellen wie es ist von jedem als Drogenabhängiger verurteilt zu werden, bloß weil man versucht sich selbst vom suizid ab zu halten. Niemand ist in der Lage mir die Therapie zu ermöglichen obwohl es das einzige war die mir in 10 Jahren einen gewissen lebenswillen spenden konnte.
Ich frage euch warum?
Warum ist mein Leben unserem System so egal, dass ich aus Unwissenheit und sturheit Alter Politiker auf chemische Medikamente mit Selbstmord und Abhängigkeit im beipackzettel umsteigen muss?

#28 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

@ #27 Summa cum laude

#27 |
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Gast
Gast

Ich finde den Artikel sehr gelungen. Die Autorin hat es geschafft ein äußerst komplexes Thema kurz und verständlich darzustellen. Dabei erwähnt sie die wesentlichsten Punkte und liefert die entsprechenden Quellen.

Diejenigen, welche ihn als dem manipulativ oder gar unethisch bezeichnen, haben vermutlich keinen Blick in die Studien geworfen, aus welchen Frau Aho-Ritter zitiert. Dort wird schließlich explizit auf die angeblichen Zusammenhänge zwischen Psychosen (sowie dem Auftreten psychischer Störungen und Co) und Psychedelikakonsum eingegangen und erklärt, wie und aus welchen Gründen diese Korrelationen zustandekommen. (Das Korrelation nicht mit Kausalität gleichzusetzen ist, ist ja wohl hoffentlich klar ;) )

Noch eine Anmerkung hierzu:
Viele der Gerüchte und Spekulationen über Entheogene basieren auf einer sehr kleinen Anzahl von Einzelfallbeispielen. Bezüglich ihrer Interpretation sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Einige davon wurden von Krebs & Johansen (2013) postuliert und werden im Folgenden kurz zusammengefasst: Negative Effekte sind üblicherweise von kurzer Dauer und legen sich innerhalb der ersten 24 Stunden oder spätestens innerhalb weniger Tage. Der Konsum psychedelisch wirksamer Substanzen, sowie das Auftreten psychischer Störungen, sind beide in der Bevölkerung prävalent und treten meist gegen Ende der Adoleszenz, bzw. im jungen Erwachsenenalter auf. Dieser Umstand kann zu fehlerhaften Rückschlüssen und Kausalattributionen führen. Bei den meisten Fallbeispielen wurden stressvolle Lebensereignisse, vorher bereits existierende psychische Probleme und der Konsum anderer Substanzen nicht mitberücksichtigt. Aufgrund der stark empfundenen subjektiven Effekte von Psychedelika, kann es vorkommen, dass Personen diesen ihre psychiatrischen Symptome zuschreiben, auch wenn sie erst Monate oder Jahre später erstmalig aufgetreten sind. Die Ansicht mancher Personen welche im Gesundheitswesen tätig sind, unterliegt einem Bias, da sie zumeist Menschen mit psychischen Problemen betreuen und zur Mehrheit der Konsumenten psychedelischer Substanzen keinen Kontakt haben. Bei Rückschlüssen von LSD auf andere Psychedelika ist Vorsicht geboten, da es spezielle Eigenschaften aufweist. Die Einzelfallbeispiele mentaler Gesundheitsprobleme, welche in Folge des Konsums von Psychedelika auftreten sind häufig vergleichbar mit jenen, welche zum Beispiel als Folge intensiver Meditationspraxis auftreten können.

#26 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

Auch ohne jemanden zu kennen, der “hängengeblieben” ist, sollte man jegliche Anwendung von Drogen kritisch sehen.
Zum “Horrortrip” wäre noch der Nocebo-Effekt im Zusammenhang mit verteufelnden Berichten zu prüfen.
Abgesehen davon: wie wäre es denn, mal von dieser Medizinalisierungsdenke runterzukommen? Und Drogen auch mal als Gebuss – und Erfahrungsmittel zu sehen?
Geht doch bei Alkohol auch!
@ #24/25 Was interpretieren Sie denn in die #13? Deren Bezug #12 ist doch gelöscht! Und zu Ihrer Aussage “Auch Haschisch führt zur Verblödung” – wieso auch? Hat hier irgendjemand geschrieben, dass LSD verblödet? Und ansonsten – belegen Sie Ihre These mal – für ausgereifte Gehirne gilt das mit der Verblödung allenfalls bei Komakonsum und Mischkonsum (Freund Alkohol lässt grüßen). Für Heranwachsende, deren präfrontaler Cortex noch nicht ausentwickelt ist, trifft die Verblödungsgefahr aber zu.

#25 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Auch Haschisch führt zur Verblödung.

#24 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

zu#13@Dr. med. Martin Lorenz der “Tellerrand”, der Sie offensichtlich behindert, sind die bekannten Probleme mit den bereits vorhandenen legalen Drogen.
zu #14 so spricht der Verführer.

#23 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

@ #1 “Psychodelische Substanzen öffnen die Schwelle zum Unbewussten” – ja, aber vielleicht auch ohne Einnahme (“LSD erzeugt psychotisches Verhalten bei denen, die es nie genommen haben” – Terence McKenna in Christian Rätsch “50 Jahre LSD-Erfahrung” ;-))

@ #3, @ #4, darauf wurde im Artikel ausdrücklich hingewiesen > “da sich durch den Konsum eine Psychose entwickeln kann”

#7 ” sehr lange Erwiederung” die sollten Sie wohl doch schreiben, sonst gilt: si tacuisses, nonmerkel mansisses

@ #10 solche Trips habe ich selber erlebt – aber erst nachdem von Anderen in die Welt gesetzt wurde, dass es solche gibt. Außerdem sind diese bei mir erstmals aufgetreten, als ich keine Kontrolle mehr über die Reinheit hatte (zunehmendet Verfolgungsdruck, Kriminalisierung usw. und daraus folgend keine nachvollziehbaren Quellen mehr > es gab dann Trips, wo Strychnin die Farben und Speed das Feeling machte.

#16 Man sollte doch erwarten, dass auch der nichtjuristische Akademiker bis zu Ende liest – oder?

Also – Kritiker, besorgt Euch reines LSD und mach mal einen begleiteten Selbstversuch – Ihr werdet staunen. Und Euer „Brodmann-Areal 40″ wir sicher schön aktiv werden ;-)

#22 |
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Als ein bekannter Kritiker von “Alternativmedizinern” muss ich sagen “Hut ab” zum Kommentar von Frau Bischoff.

#21 |
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Heilpraktikerin

“Ekstase kennt keine Fehler” aber dazu müssten wir sie zuerstmal zulassen können… Wird uns dieses Geburtsrecht durch Erziehung, gesellschaftliche Meinungsmache und religiöse Verklärung überhaupt zuerkannt, geschweige denn angeraten oder gelehrt?
Millionen von Psychosen würden gar nicht erst entstehen, wäre der Mensch erst wieder großzügig genug und hätte mehr Vertrauen in ekstatische Erfahrungen.
Ein hoher Prozentsatz von uns kann sich nirgens annähernd angekommen fühlen und jedes “traditionelle” Fest bleibt reines Eß- und Trinkgelage.

Unseren medizinischen und therapeutischen Fachleuten würde Ekstase ’empfinden können’ gut zu Gesichte stehen, denn sie wirken selten als Vorbild, so gut viel zu selten als Inspiration.

Was für ein Zeitalter! Höchste Zeit für globale geistige Zellerneuerung.

Herzlichen Dank für alle die nicht nur darüber nachdenken, sondern versäumte Glücksmomente nachholen und dann beginnen andere mit ihrem Glück anstecken.

#20 |
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physiotherapeut Florian Henning
physiotherapeut Florian Henning

Seit Anbeginn der Menschheit werden psychoaktive Pflanzen und Pilze zur Behandlung von verschiedensten Krankheiten angewandt. Schamanen und Medizinmänner und Frauen besonderst in Südamerika erziehlen hier immer wieder fantastische Wirkungen. Die Forschung und Legalisierung in der Therapie eröffnet Menschen, die sonst nie die Möglichkeit hätten, die Chance geheilt zu werden. Das Risiko sollte aber Patienten bleiben, so wie jeder Patient bei einer OP die Risiken unterschreiben muss. Wie viele Menschen sterben und leiden an Nebenwirkungen von Medikamenten. Kann gezielter Gebrauch von Psychodelika soviel Gefährlicher sein, als von Cortison oder Antidrepisiva? Das sollte weiterhin erforscht werden!

#19 |
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Gast
Gast

@Rainer Richter. Persönlich kann ich Ihre Kritik am Artikel nicht nachvollziehen. Ein Artikel der auf interessante Ergebnisse hinweist ist doch nicht schlecht nur weil diese Ergebnisse nicht genausoviel kritisiert werden. Der kundige Leser wird die Risiken verstanden haben. Forschung mit diesen Substanzen wird sicherlich schon genug blockiert.

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Patrick Stern
Patrick Stern

@ Rainer Richter
Der Grund für diese Art der Darstellung ist ganz einfach. Er entspricht dem Nutzen-Gefahren-Verhältnis dieser Substanz. Sie ist potent, aber mit entsprechendem Hintergrundwissen angewendet nicht so gefährlich wie sie es hier darstellen. Wie viele Fälle können sie nachweisen, in denen eine Psychose durch einen bedachten Konsum von LSD ausgelöst wurde, d.h. einem Konsum mit angemessener Dosis und passendem Set/Setting, ohne Mischkonsum, ohne bereits vorhandener Krankheit oder sonstigen von der Substanz unabhängigen negativen Einwirkungen? Ich kenne sehr viele LSD-Konsumenten, aber von so einem Fall ist mir kein einziger bekannt. Entweder es gibt schon eine vorangeganene Krankheitsgeschichte oder der Konsum hat unverantwortliche Maße angenommen, und auch dann sind mir nur sehr einzelne Fälle bekannt. Die Substanz selbst ist mächtig, aber verträglicher als es in den letzten Jahrzehnten vermittelt wurde.

#17 |
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@Jörg Langemeier #7, stellvertretend auch für andere Beiträge. Sie verstehen nicht, warum ich den Artikel der Kollegin als unethisch bezeichne?
Als nochmal … In der zusammenfassenden Einleitung steht ganz klar, dass psychedelische Drogen keine psychischen Erkrankungen hervorruft. Es folgt eine lange Darstellung auf die möglichen positiven Effekte der Substanzen. Erst spät, sehr kurz und unvollständig, wird auf die Entstehung von Psychosen hingewiesen.
Hier soll der Artikel ganz offensichtlich eine bestimmte Richtung vorgeben, statt zu informieren. Das ist manipulativ und in dieser Form journalistisch unethisch. Sollte dies hingegen tatsächlich unbeabsichtigt geschehen sein, ist es einfach nur schlechter Journalismus.
Die inhaltliche Diskussion, ob psychedelische Substanzen auch therapeutisch nutzbar werden könnten, ist davon unabhängig, wird aber durch diese Art von unwissenschaftlichem Fachjournalismus erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Statt dessen kommt es zum Lagerkampf.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Im Rahmen einer Therapie und in der Praxis eines erfahrenen Arztes kann ich mir durchaus vorstellen, dass dies mehr hilft als eine 3-jährige 3 x wöchentliche Psychoanalyse bei Persönlichkeitsstörungen. Und es ist sicherlich preiswerter und weniger deprimierend, da die Enttäuschung bei so viel Aufwand, nichts erreicht zu haben, häufig das Schmerzlichste an einer Psychoanalyse ist.

#15 |
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@ #12:
anonyme, verallgemeinernde und herabsetzende Kommentare, die nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen, sollten eigentlich gelöscht werden

#14 |
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Dr. Dr. Weed
Dr. Dr. Weed

Eine frage an alle die jetzt aufschreien : oh nein diese ” drogen ” werden verharmlost und können sehr wohl psychosen auslösen.
Haben sie diese substanzen jemals konsumiert ?

#13 |
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Gast
Gast

[Kommentar von der Redaktion entfernt.]

#12 |
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Dipl. Phys Joachim Romeis
Dipl. Phys Joachim Romeis

Der Begriff Psychose ist uneindeutig und wird auch in den psychiatrischen Klassifikationssystemen nicht mehr benutzt. Sprechen wir hier von der Auslösung einer Schizophrenie? Hier ist wohl eine Vulnerabilität notwendig.
Oder ist eine psychogene psychotische Episode gemeint?

Die Behandlung mit Psychodelika gehört in ärztlich/therapeutische Hände (in der Historie z.B. Leuner,Grof)
Hier ist die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich minimiert und der therapeutische Nutzen könnte überwiegen.

Oder verordnen wir keine Dopaminangonisten oder kein Cortison mehr, wo diese Substanzen auch “Psychosen” auslösen können?

#11 |
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Psychotherapeut

pps:

Ich erinnere auch noch gut, dass LSD / Psylocybin keinesfalls nur positiv “mystische” Erleuchtungserlebnisse verursacht, sondern auch sehr häufig Horrortrips, die auch sehr wirksam sind – allerdings negativ und für evtl. sehr lange Zeit.

Es wird aus diesem Grund sicherlich nie eine LSD-Pille o.ä. auf Rezept geben – eben weil der Umgang mit diesen Substanzen einer äußerst sorgfältigen Vorbereitung und therapeutischen Begleitung bedürfte. Darum wird die Pharmaindustrie vermutlich damit kein Geschäft machen können und auch kein Geld in die Forschung investieren.

#10 |
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Psychotherapeut

zu Frau Dr. Blattmann #7:

Ganz langsam erst werden Morphinpräparate aus ihrem dunklen Schattenbereich ans Licht geholt, und jeder weiß hoffentlich, was sie für ein Segen sind in der Schmerz- und vor allem Palliativversorgung. Niemand würde sagen, dass Morphine deshalb ein Allheilmittel wären.
Aber Morphium war eben wegen der zahlreichen Suchterkrankungen bei Medizinern fast total tabuisiert worden, so dass viel Hausärzte sich bis heute vor dem Umgang mit Morphium scheuen.

Wenn man die Sache sachlich anschaut, könnte den sogen. psychedelischen Arzneimitteln eine ähnlich segensreiche Enttabuisierung bevorstehen. Aber dann muss man wenigstens mit den Substanzen forschen und Erfahrungen sammeln können.

Es ist also eine angemessene sachliche Offenheit angesagt!

#9 |
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Psychotherapeut

Zu erinnern sei an HansCarl Leuner in Göttingen, dem Begründer des Katathymen Bilderlebens (jetzt: Katathym Imaginative Psychotherapie), der in den 60iger und 70iger Jahren mit LSD und Psilocybin bei Patienten experimentierte – meines Wissens mit großem Erfolg.
Leuner hatte damals nur sehr geringe Mengen benutzt und im Vorfeld äußerst sorgfältig die Patienten hinsichtlich psychotischer Potentiale usw. untersucht. Außerdem war das gesamte Setting genau durchdacht, so dass sogar die im Warteraum gehängten Bilder mit viel Bedacht ausgewählt wurden.

Er nannte sein Verfahren dann “Psycholyse”.

Leider wurde es ihm dann staatlicherseits gänzlich verboten, weiterhin mit diesen Substanzen zu arbeiten, was sicherlich viel Erkenntnisgewinn gebracht hätte. Wir wüßten heute mehr über die Anwendungsmöglichkeiten der Substanzen!

Und solange Alkohol in unserer Gesellschaft als härteste und schädlichste Droge überhaupt immer noch beworben und in jedem Supermarkt verkauft werden darf, macht es doch nachdenklich, dass man manche Ansätze im geschützen Raum einfach im Keim erstickt hat.

#8 |
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Dr. med. Undine Blattmann
Dr. med. Undine Blattmann

Bevor ich eine sehr lange Erwiederung schreibe, fasse ich mich lieber kurz: Psychedelische Substanzen als “Allheilmittel”? Das kann nicht Ihre Botschaft sein.

#7 |
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Jörg Langemeier
Jörg Langemeier

Es ist richtig, dass niemand weiss, ob er für eine Psychose prädisponiert ist, doch ist auch erwähnt, dass LSD o.ä. psychotische Zustände auslösen kann.
Inwieweit der Begriff “unethisch” hier angemessen ist, weiss ich nicht, ich weiss nicht einmal, was damit in diesem Zusammenhang gemeint sein soll. Ws genau widerspricht hier einem ethischen Prinzip? Leuten Drogen zu geben? Das tun wir doch oft…. Wir verschreiben z.B. massenhaft Antidepressiva, obwohl neuere Erkenntnisse zeigen, dass es sich dabei um ein Placebo handeln könnte, das nicht in der Lage ist, eine Depression zu lindern. Auch ein Widerspruch zur allgemein anerkannten Ethik?
Tatsächlich ist die Einleitung etwas ungünstig gewählt, suggeriert sie doch, dass die Gruppe der psychischen Erkrankungen homogen ist. Im Artikel selbst wird das dann teilweise wieder relativiert und etwas konkreter dargestellt.
Um genbauer zu urteilen, müsste man sich die einzelnen zugrundeliegenden Studien anschauen, ich fände einen Dogmenwechsel hier jedoch angemessen…

#6 |
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Gast
Gast

Wow, das hat ja nicht lange gedauert, bis hier die ersten ignoranten Kommentare auftauchen. Vielen Menschen, bei denen keine Therapie richtig anschlägt und die mit eine SSRI-Flatrate vom Arzt entlassen werden, könnten mit Psychedelika in einem therapeutischen Rahmen geheilt werden. Aber anstatt in diese Richtung zu schauen, wird weiter in die alte jahrzentelang von Propaganda geschmiedete Tröte geblasen. Vielen Dank für den richtigen und wichtigen Artikel, Frau Aho-Ritter.

#5 |
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Dr.med.S. Hörnemann, Nervenärztin
Dr.med.S. Hörnemann, Nervenärztin

Ich kann mich dem Herrn Kollegen Richter nur anschließen, vor allem, weil man vor dem Konsum nicht wissen kann, ob man “prädisponiert” ist, eine Psychose zu bekommen.

#4 |
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Der Artikel ist inhaltlich (bewusst?) falsch, von der Anlage her manipulativ und journalistisch unethisch.
Im einleitenden Text heißt es “Immer mehr Studien zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum psychedelischer Drogen wie LSD und dem Auftreten psychischer Erkrankungen gibt.”

Sehr wohl kann LSD jedoch Psychosen induzieren. Ob dies nur bei prädisponierten Menschen der Fall ist, ist nicht erwiesen.
Ist eine Psychose etwa keine psychische Erkrankung im Sinne der Autorin?

#3 |
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Erik Füller
Erik Füller

Uiuiui
Hiermit werden die Studiendurchführer sowie Frau Aho-Ritter zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt…
So jedenfalls erging es Herrn T. Leary zu Nixons Zeiten.

Aber im Ernst, interessant genug ist die “Erkenntnis” trotzdem

#2 |
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HPA Bernd Neuhaus
HPA Bernd Neuhaus

Also, irgendwie bin ich ein wenig entsetzt, wie leichtsinnig dieses Thema durch irgendwelche Studien verharmlost wird. Psychodelische Substanzen öffnen die Schwelle zum Unbewussten, und manche, nicht ohne Grund, verdrängten Dinge kommen in ein Bewusstsein, das nicht nicht reif dafür ist.

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