Angeborener Herzfehler zu selten erkannt

9. September 2010
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Obwohl in Deutschland bei fast allen schwangeren Frauen ein vorgeburtliches Screening für Organfehlbildungen durchgeführt wird, werden angeborene Herzfehler häufig nicht erkannt. Das zeigt die PAN-Studie.

Eine verspätete Diagnosestellung kann bei einigen Herzfehlern zu irreparablen Hirn- und Nierenschäden führen. „Deshalb ist die pränatale Diagnosestellung bei mittelschweren und schweren Herzfehlern von enormer Bedeutung für die Gesundheit des Kindes und für die Planung der Korrekturoperation“, erläutert Prof. Dr. Hashim Abdul-Khaliq, Sprecher des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler. „Das frühzeitige Erkennen des Herzfehlers hat einen entscheidenden Einfluss auf das Operationsergebnis und den langfristigen Krankheitsverlauf.“

Herzfehler häufiger bei Mehrlingsgeburten

Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Erkrankungen bei Neugeborenen. Eines von 100 Kindern wird damit geboren – das ist laut PAN-Studie eine Prävalenz von 1,08 Prozent. Die erkrankten Neugeborenen waren häufiger als im Bundesdurchschnitt frühgeborene Babys (18,7% zu 9,1%), hatten ein Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm (17,5% zu 6,8%) und waren häufiger Mehrlingsgeburten (6,2% zu 3,3%). Aufgrund des hohen Standards bei der Behandlung haben die Kinder heute gute Überlebenschancen. 90 Prozent erreichen das Erwachsenenalter.

Experten fordern Früherkennungsprogramm

Die Versorgungslücken in der pränatalen Diagnostik der Herzfehler wären mit einfachen Mitteln zu beheben“, meint Prof. Dr. Felix Berger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK). Er fordert deshalb ein bundesweites standardisiertes Früherkennungsprogramm für angeborene Herzfehler und einheitliche Fortbildungsprogramme für Pränataldiagnostiker. Weiterhin würde ein standardisiertes postnatales Screening-Programm zu einer besseren Diagnostik und Therapie führen.

Publikation:
Prevalence of Congenital Heart Defects in Newborns in Germany: Results of the First Registration Year of the PAN Study (July 2006 to June 2007).
Lindinger A et al.; Klinische Pädiatrie
05(222)
(2010)

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Gynäkologie

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