Neue Richtwerte bei Diabetes

6. April 2010
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Im Rahmen einer Diabetes-Therapie erhalten Diabetiker oft Medikamente, um den Blutdruck niedrig zu halten. Aktuelle Studien belegen, dass es sinnvoll ist, nicht nur nach oben, sondern auch nach unten Grenzwerte des Blutdrucks festzulegen.

Sowohl hohe Blutzucker-Werte in Folge des Diabetes als auch zu hohe Blutdruck-Werte schädigen langfristig die Blutgefäße. Sie erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts. Die Beobachtung der Blutdruck-Werte und die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks sind deshalb Teil der Diabetes-Therapie. Die DDG empfiehlt bisher einen Zielblutdruck, der in Ruhe nicht höher als 130 zu 80 Milligramm Quecksilbersäule (mm Hg) betragen sollte.

Abfall unter 75 vermeiden

Bei gesunden Menschen ist ein Blutdruck von 120 zu 80 optimal. Auch etwas weniger schadet in der Regel nicht. Für Menschen mit Verengungen in den Herzkranzgefäßen, zu denen auch viele Diabetiker gehören, kann ein oberer Wert von 120 jedoch bereits zu wenig sein. Vor allem ein Abfall des unteren Werts auf unter 75 muss vermieden werden. Dieser untere Wert gibt den Blutdruck während der Entspannung des Herzens, der so genannten Diastole, an. In dieser Phase wird der Herzmuskel über die Herzkranzgefäße mit frischem sauerstoffreichen Blut versorgt. Sinkt der Blutdruck in der Diastole zu weit ab, kann die Blutversorgung des Herzens beeinträchtigt werden.

Wegen der Verengungen in den Herzkranzgefäßen benötigen betroffene Diabetiker hier quasi eine “Reserve”. Sonst könnten Komplikationen auftreten. Dies legen Auswertungen einiger Studien nahe, wie Diabetes-Experten jetzt in einer aktuellen Stellungnahme von diabetesDE und DDG erläutern. Eine dieser Studien ist die ACCORD-Studie. Teilnehmer waren fast 5000 Diabetiker mit erhöhtem Blutdruck. Bei einer Hälfte der Teilnehmer war es das Ziel, den oberen Blutdruckwert auf unter 140 zu senken. Bei der anderen Hälfte strebte man Werte von unter 120 an. Der niedrigere Zielwert hatte zwar keinen Anstieg von Todesfällen oder Herzinfarkten zur Folge. Es kam aber zu vermehrten Nebenwirkungen der Therapie. Dazu zählten starke Blutdruckabfälle mit kurzer Bewusstlosigkeit, Verlangsamungen des Herzschlags sowie Elektrolytstörungen oder Nierenschwäche.

Empfehlungen neu bewertet

Auch andere Studienergebnisse lassen vermuten, dass ein zu niedriger Blutdruck bei Menschen mit Verengungen in den Herzkranzgefäßen das Risiko von Komplikationen erhöht. Die European Society of Hypertension (ESH) hat deshalb kürzlich ihre Empfehlungen neu bewertet. Ebenso empfehlen diabetesDE und DDG in ihrer aktuellen Stellungnahme einen Zielblutwert von 130-140/80-85 mmHg, wobei 130/80 mmHg weiterhin optimal sei. Ein auf Dauer erhöhter Blutdruck bei Diabetikern bedeutet nach wie vor ein hohes Risiko für Herzkreislauferkrankungen.

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5 Kommentare:

geht so

#5 |
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Dr. Hans Stange
Dr. Hans Stange

wer kann mir helfen :
Alter 68, männlich, 196 cm
keine diagnostizierte Schwäche/Krankheit
Blutdruck 68/102

#4 |
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Benno Mertens
Benno Mertens

Kann mich dem nur anschliessen, zum Einen, da 120/80 schwer erreichbar sind, zum Anderen, da bei den meisten Pat. dann die compliance stark nachlässt. wir sind mit <140/<90 meist schon zufrieden.

#3 |
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Ich stimme meinem Vorredner uneingeschränkt zu. Und es ist auch eigentlich bekannt, daß gerade beim betagten Patienten der Blutdruck nicht zu niedrig sein darf. Leider werden oft genug Patienten während des stationären Aufenthaltes so “scharf” mit dem Blutdruck eingestellt, daß sie zuhause kaum handlungsfähig sind und auch erhöhte Sturzgefahr besteht. Wir Hausärzte müssen’s dann wieder richten, damit ein ausreichender “Betriebsdruck” für Herz und “Oberstübchen” besteht und dem Patienten seine Handlungsfähigkeit und Lebensqualität wiedergegeben wird. Empfehlungen sind das eine, das wirkliche Leben – und damit die Lebensqualität – das andere

#2 |
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Es wurde Zeit,dass diese Problematik aufgegriffen wurde. Der vorstehende Artikel schildert klar und knapp die wesentlichen Fragen Deshalb meine gute Bewertung.

#1 |
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