Brustimplantatregister: Dokumentation mangelhaft

16. Juli 2015
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Ein internationales Implantatregister soll zur vollständigen Aufklärung von Komplikationen mit Brustimplantaten beitragen. Doch aktuell verfügen weltweit nur wenige Länder über eine entsprechende Datenerfassung, um verlässliche Komplikationsanalysen zu ermöglichen.

Obwohl Brustimplantate in der Regel sehr gut vertragen werden, kann es in manchen Ausnahmefällen postoperativ zu Komplikationen kommen. Moderne Registerdatenbanken können dabei eine Rückverfolgbarkeit von Implantationen gewährleisten, um im Falle einer Rückrufaktion möglichst frühzeitig alle Patientinnen zu erreichen. Eine Studie unter Beteiligung der Med Uni Graz, an der weltweit elf Länder mit verschiedenen Brustimplantatregistern teilgenommen haben, zeigt nun, dass derzeit nach wie vor nur wenige Länder über eine ausreichende Datenerfassung in diesem Bereich verfügen.

Ausbau des Brustimplantatregisters

Um am Ball zu bleiben, muss eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Registerdatenbank vorgenommen werden, um zukünftigen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden. „In den teilnehmenden Ländern gibt es sehr unterschiedliche Systeme zur Datenerfassung“, fasst Ass.-Prof. PD Dr. David Benjamin Lumenta der Med Uni Graz und Co-Autor der aktuellen internationalen Studie zur Datenerfassung bei Brustimplantaten, zusammen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass weniger als die Hälfte aller teilnehmenden Länder ein aussagekräftiges Register führt, welches eine verlässliche Ergebnisanalyse ermöglichen würde. „Eine Beteiligungsrate von über 98% aller durchgeführten Operationen stellt die Grundvoraussetzung für ein effizientes Register dar“, so Lumenta weiter.

Bessere Behandlungskonzepte durch internationale Zusammenarbeit?

Durch die internationale Kooperation von Experten können Komplikationen besser analysiert und Behandlungskonzepte optimiert werden. Insgesamt führt das zu einem qualitativen Fortschritt bei der Versorgung der Patientinnen. „Unser zukünftiges Ziel muss in der Förderung der internationalen Zusammenarbeit liegen. Einerseits um den Aufwand doppelter Aufzeichnungen zu vermeiden, andererseits zur Entwicklung effektiver Frühwarnsysteme und damit verbunden einer entscheidenden Verbesserung der Sicherheit unserer Patientinnen“, blickt Lumenta in die Zukunft.

Originalpublikation:

International importance of robust breast device registries.
David Benjamin Lumenta et al.; Plastic and Reconstructive Surgery, doi: 10.1097/PRS.0000000000000885; 2015

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Chirurgie, Gynäkologie, Medizin

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