Mechanismen gegen Hepatitis C entschlüsselt

11. November 2010
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Eine Impfung für das Hepatitis C-Virus ist noch nicht verfügbar. Der Grund: Die Mechanismen, mit denen das Immunsystem das Virus unschädlich machen kann, sind bisher kaum verstanden. Forscher sind bei der Bekämpfung des Virus nun einen Schritt weiter.

Das Hepatitis C-Virus ist weltweit verbreitet und führt häufig zu einer chronischen Infektion der Leber, die langfristig bis zur Leberzirrhose und zum Leberzellkarzinom führen kann. Die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Robert Thimme an der Uniklinik Freiburg und Prof. Dr. Ralf Bartenschlager an der Uniklinik Heidelberg haben wichtige Mechanismen entschlüsselt, die für die Bekämpfung des Virus von zentraler Bedeutung sind.

In Deutschland sind ca. 400.000 bis 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-C Virus infiziert. Nur wenige Patienten sind in der Lage, das Virus sofort unschädlich zu machen. Bei diesen Patienten lässt sich in der Regel eine starke gegen HCV gerichtete Immunantwort nachweisen. Dabei spielen spezialisierte Killerzellen eine entscheidende Rolle, die ein bestimmtes Erkennungsmolekül auf ihrer Oberfläche tragen – den CD8 Rezeptor. Bisher war nicht bekannt, wie diese Killerzellen das Virus unschädlich machen können.

Kampf dem Killervirus

Die Forscher um Robert Thimme und Ralf Bartenschlager haben ein Modell entwickelt, mit dem sie die Wirkung der Killerzellen auf die Vermehrung des Virus in Zellkultur untersuchen können. Sie fanden heraus, dass CD8+ Killerzellen das Virus über zwei Mechanismen eliminieren können:
Zum einen geschieht dies über eine direkte Zerstörung der Leberzellen, in denen sich das Hepatitis C-Virus typischerweise vermehrt. Zum anderen bekämpft der Körper die Viren, über einen Mechanismus bei dem die Leberzellen erhalten bleiben. Letzteres geschieht mittels Freisetzung bestimmter Eiweißstoffe (Zytokine), wie Interferon-Gamma, die zu einer Hemmung der Virusvermehrung in der Zelle führen.

Dieses Verständnis über die Funktionen der CD8+ Killerzellen könnte zur Entwicklung von neuen Therapieansätzen beitragen, die vorbeugend oder zur Behandlung der Krankheit eingesetzt werden können. Darüber hinaus eignet sich das neue Zellkulturmodell auch dafür, zu klären warum bei den meisten Patienten die Killerzellen im Kampf gegen den Hepatitis-C Virus versagen. Die hohe Relevanz dieser Ergebnisse spiegelt sich auch in der Tatsache wieder, dass die Forscher ihre Erkenntnisse in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift „Gastroenterology“ darüber publizieren durften.

Originalpublikation:
Analysis of CD8+ T-cell-mediated inhibition of hepatitis C virus replication using a novel immunological model.
Robert Thimme et al.; Gastroenterology
136(4)
1391-401
(2009)

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Allgemein

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3 Kommentare:

Patrycjusz Nadurski
Patrycjusz Nadurski

Wichtige Fortschritt!

#3 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

Diese Behandlungsvorstellungen können Sie seit ca 10 Jahren unter `cellsymbiosis` Therapie n. Dr. Heinrich Kremer nachlesen . Labor :
Wolfgang Mayer , München u. Volker v. Baehr Berlin
s. a. Aids u. Hiv- Therapie

#2 |
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Zahnarzt

Auf dem Europäischen Ozon-Kongresses vom 8. – 10. Oktober 2010 in Wien wurde eindrucksvoll von Dr. Hamdy Basha aus dem Team um Prof.Dr. Ahmed Sadek , Prof. Dr.Ahmed Abd Elhady u.a. von dem Al-Haram Hospital Giza /Cairo/Ägypten durch pathohistologische Befundungen belegt , daß durch eine Therapie mit ozonisiertem Eigenblut i.v. und einer rektalen Insufflation eines Sauerstoff-Ozongemisches sich eindeutige Verbesserungen im Krankheitsbild zeigen. In der Schlussfolgerung wird neben der antiviralen Wirkungsweise der Therapie auch die Induktion von Interleukin -10 als ein möglicher Effekt gesehen . Ebenso wird der Shift von Th 1 (TNF-alpha, Il-2 und IFN-gamma) zu Th2 (Il-4,Il-6 u.IL-10) diskuttiert .Auf jeden Fall eine preiswerte und nebenwirkungsfreie Therapie bei dieser doch eher bisher aussichtslosen Situation .

#1 |
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