Therapieerfolg bei Erdnuss-Allergie

24. August 2010
Teilen

Schon Spuren von Erdnüssen können für Allergiker lebensgefährlich sein. Forscher habe eine Möglichkeit gefunden, den Betroffenen zu helfen: Unter medizinischer Aufsicht wurden Jugendliche desensibilisiert, indem sie winzige Erdnussmengen schluckten.

Dazu wurden 23 jungen Allergikern zwischen drei und 14 Jahren über sieben Monate hinweg kleinste Mengen Erdnuss verabreicht, die im Zwei-Wochen-Rhythmus und unter strenger ärztlicher Aufsicht in der Allergieambulanz gesteigert wurden. Ziel war es, die Dosis von zehn Milligramm auf 500 Milligramm hochzuschrauben: Das entspricht etwa einer ganzen Erdnuss.

Nach sieben Monaten erreichten 14 Kinder (60 Prozent) eine Toleranz gegenüber dieser Menge, die sie nun täglich zu sich nehmen. Vier Kinder stiegen aus persönlichen Gründen aus der Studie aus, vier wegen Nebenwirkungen, und ein Kind sprach nur teilweise auf die Therapie an. “Wenn Allergiker eine kleine Menge Erdnüsse tolerieren können, sind sie wesentlich besser vor einem allergischen Schock bei versehentlichem Genuss geschützt”, betont Mitautorin Katharina Blümchen.

Manchmal sogar tödliche Reaktionen

Nahrungsmittelallergien sind bislang nicht behandelbar, und die entsprechenden Lebensmittel müssen strikt gemieden werden. Für Erdnussallergiker ist das jedoch besonders schwierig, da in vielen Nahrungsmitteln Spuren von Erdnüssen enthalten, aber nicht deklariert sind. Das kann zu schweren, manchmal sogar tödlichen Reaktionen führen.

Derzeit forschen die Ärzte mit größeren Patientengruppen weiter, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis zu klären sowie die Fragen, warum die Therapie nicht bei allen Kindern anschlägt und ob die Höchstdosis ein Leben lang täglich genommen werden muss.

Originalpublikation:
Oral peanut immunotherapy in children with peanut anaphylaxis.
Katharina Blümchen et al.; Journal of Allergy and Clinical Immunology
126(1)
83-91.e1.
(2010)

0 Wertungen (0 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

2 Kommentare:

Gibt es schon. Nennt sich: TIT (Toleranzinduzierende Immuntherapie) und läuft grob gesagt über das sIgA als immunologischen Vermittler. Die jeweiligen Allergene werden dem Patienten anfangs in homöopathischer Verdünnung verabreicht, im Verlauf der Therapie wird die Konzentration – wenn man so sagen darf – zunehmend gesteigert. Vorteil: Hochindividuell, orale Applikation.

#2 |
  0

Es waere fuer die Allergologen und ihre Patienten von grossem Nutzen, standardisierte Hyposensibilisierungskapseln fuer die haeufigsten und wichtigsten Nahrungsmittelallergien zu haben. Milchprotein, Eiweiss, Eigelb, Soya, Erdnuss, Haselnuss, Dorsch, Weizenmehl.

Ich hoffe sehr, dass die Spezialfirmen wie Allergopharma oder HAL sich um soetwas bemuehen.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: