Neues aus der Impfung gegen Erdnussallergie

21. Februar 2011
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Forscher haben die Hauptbestandteile eines sicheren Impfstoffs gegen Erdnussallergie bestimmt. Da die Erdnussallergie aufgrund der Schwere der Reaktion als eine der gefährlichsten Allergieformen gilt, nahm man bislang Abstand von Immuntherapien.

Die Erdnussallergie gilt als die schwerste Form der Nahrungsmittelallergien, da sie auch lebensbedrohliche anaphylaktische Reaktionen hervorruft. Derzeit sind keine Präventivbehandlungen für Nahrungsmittelallergien bekannt und anaphylaktische Reaktionen erfordern eine sofortige Andrenalininjektion durch den EpiPen.

Bei Menschen, die allergisch auf Wespen- und Bienenstiche reagieren, werden Immuntherapien häufig angewandt. Bei dieser Art der Behandlung werden dem Patienten Proteinextrakte aus dem Gift in immer höheren Dosen verabreicht, um anaphylaktische Reaktionen im Falle eines Stiches zu verhindern.

Die Forscher der Monash University und des Alfred Health Zentrums bestimmten die entscheidenden Sequenzen oder Peptide der Erdnussproteine, die mit den weißen Blutkörperchen (T-Zellen) zusammenwirken und Immuntoleranz hervorrufen, nicht jedoch Allergieantikörper binden und anaphylaktische Reaktionen verursachen. Diese „dominanten Fragmente oder Peptide“ sind für einen sicheren Impfstoff gegen Erdnussallergie geradezu prädestiniert.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass eine klinische Studie innerhalb der nächsten drei Jahre durchgeführt wird, da vergleichbare Forschungsergebnisse des Teams im Bereich Gräserallergie in Amerika bereits klinisch getestet werden.

Originalpublikation:
Ara h 2 peptides containing dominant CD4+ T-cell epitopes: Candidates for a peanut allergy therapeutic
Sara R. Prickett et al.; The Journal of Allergy and Clinical Immunology
doi:10.1016/j.jaci.2010.09.027
(2011)

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Allgemeinmedizin

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1 Kommentar:

Delia van den Bosch
Delia van den Bosch

Die Charite in Berlin macht im Moment eine Studie mit 500 Erdnussallergikern, die desensibilisiert werden.
Alle zwei Wochen bekommen bekommen die Patienten in steigender Konzentration einen “Erdnussbrei” sublingual verabreicht.

Da ich dies von einer unserer Mitarbeiterinnen, deren Tochter (6 Jahre) an dieser Studie teilnimmt, weiß, kann ich keine weiteren Angaben machen.

Delia van den Bosch (Zahnärztin)

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