Genetische Ursache für Colitis ulcerosa entdeckt

17. März 2010
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Forschern ist es gelungen, neue genetische Ursachen für die chronisch entzündliche Darmerkrankung Colitis Ulcerosa zu publizieren. Das Wissenschaftsmagazin Nature Genetics berichtet über die aktuellen Forschungen.

In Deutschland und Österreich leiden etwa 500.000 Menschen an den beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Die Symptome sind anhaltender Durchfall und unerträgliche Bauchschmerzen. Neben genetischen Risikofaktoren spielen größtenteils noch unbekannte Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.

In der publizierten Studie durchsuchten die Kieler Wissenschaftler weit über 1,8 Millionen Positionen im Erbgut der Patienten nach Krankheitsursachen. Dabei konnte unter anderem eine proteinverändernde Mutation im sogenannten IL17REL Gen auf Chromosom 22 als ursächlich identifiziert werden. Laufende Forschungsarbeiten untersuchen derzeit die nähere Funktion des Proteines IL17REL, über das bisher noch sehr wenig bekannt ist. Basierend auf diesen Erkenntnissen können dann zukünftig neue Medikamente für Colitis ulcerosa entwickelt werden.

Mehr als 1000 Patienten mit Colitis ulcerosa und 1700 gesunde Kontrollpersonen der norddeutschen Biobank popgen hatten sich freiwillig für eine Teilnahme an der Studie gemeldet. “Ohne die freiwillige Blutspende der Patienten wäre diese Art von Ursachenforschung nicht möglich”, so Professor Stefan Schreiber, der auch Sprecher des DFG-Exzellenzclusters für Entzündungsforschung ist. Neben deutschen Patienten und Kontrollpersonen, wurden auch über 7500 Personen aus den Ländern England, Belgien, Norwegen, Griechenland und Holland in die Studie eingeschlossen. Zwar weiß man, dass es teilweise erhebliche genetische Unterschiede zwischen Patienten aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt, jedoch wurde interessanterweise die IL17REL Mutation in allen untersuchten Patientengruppen bestätigt.

Originalpublikation:
Genome-wide association study for ulcerative colitis identifies risk loci at 7q22 and 22q13 (IL17REL)

Andre Frank et al.; Nature Genetics
doi:10.1038/ng.553
(2010)

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Allgemein

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1 Kommentar:

CU und MC sind “ähliche” Krankheten,sie weisen aber recht unterschiedliche Symptome auf; die Ursahen sind nach wie vor unbekannt oder mindesten sie stehen noch immer in Diskussion. 5-ASA Präparate sind erstens für CU und weniger für MC angezeigt. Die wesentlichste Gleichheit besteht in der gemeinsamen Bezeichnung beider Krankheiten “entzündliche Darmkrankheiten”. Noch viele Jahre werden vergehen bis Präparate wie Asacol und Glechwärtige abgelöst werden. Schade für die Kranken, Umsatz für die Hersteller.

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