Zunahme von chronischen Darmentzündungen

5. Februar 2009
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Experten haben sich besorgt über die Zunahme von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) geäußert. In Deutschland leiden ca. 300.000 Menschen an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sagte Prof. Pia Munkholm aus Kopenhagen bei einem Kongress in Hamburg.

Nach jüngsten Erkenntnissen nahm die Zahl der stationären Behandlungen dieser Krankheiten allein in Österreich in den vergangenen zehn Jahren um 270 Prozent zu, ergänzte der Sekretär der Europäischen Crohn & Colitis Organisation (ECCO), Prof. Walter Reinisch. Probleme seien oft zu späte Diagnosen und Stigmatisierung der Erkrankten.

Die Experten aus fast allen Ländern Europas berichten bei ihrem dreitägigen Kongress in Hamburg noch bis Sonnabend über neue Forschungsansätze und -ergebnisse. Neben Therapien mit Antibiotika und Cortisonpräparaten rücken zunehmend Medikamente zur Dämpfung der Immunreaktionen in den Blickpunkt. Die chronischen Darmentzündungen werden durch eine Überaktivität des Immunsystems ausgelöst.

Über die Ursachen von CED ist noch recht wenig bekannt. «Trotz großer Fortschritte wissen wir immer noch nicht, wie die Krankheit entsteht», sagte Prof. Axel Dignass aus Frankfurt/Main. Eine Mischung verschiedener Faktoren wie genetischer Disposition und Umwelteinflüsse sei wahrscheinlich. Auch gebe es ein auffälliges Gefälle der Erkrankungsraten zwischen Nord- und Südeuropa sowie West- und Osteuropa. Ein besonderer Risikofaktor sei das Rauchen. «Rauchen ist für alles ungünstig, aber gerade für die chronisch entzündliche Darmerkrankung», sagte Dignass.

Sorge bereitet den Ärzten, dass bei vielen Patienten drei und mehr Jahre bis zur richtigen Diagnose vergehen. Unzureichend behandelt seien schwere Komplikationen wahrscheinlicher. Diese können bis zur Arbeitsunfähigkeit und sozialen Isolierung führen. «Die unnötige Verzögerung bis zur Einleitung einer wirksamen Therapie kann irreversible Schäden bedingen und Operationen erforderlich machen», sagte Reinisch. Zerstörung der Darmschleimhaut, Geschwüre, Fistelbildung und Übergang der Entzündung auf Gelenke und andere Organe seien möglich. Auch das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, ist bei dieser Gruppe bis zu zehnfach erhöht, berichtete Reinisch.

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13 Kommentare:

Dr. med. dent. Angela Seidl
Dr. med. dent. Angela Seidl

An mm
Man sollte nicht zu viel auf die Psyche abschieben. Sie kommt als Ursache erst dann ins Spiel, wenn alles andere definitiv ausgeschlossen ist.
Außerdem: Lies doch bitte mal diesen Artikel über psychische Symptome und deren Ursache
http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/02/10/neuropsychiatrische-maskerade-die-psyche-ist-nicht-immer-ursache-fuer-psychische-symptome/

#13 |
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marina geyer
marina geyer

Schaut Euch doch bitte die Psyche des Patienten an!
Wo viele Probleme liegen, reagiert der Darm. Jede Krankheit sollte ein Signal sein, im Leben etwas zu ändern. Klingt einfach, braucht aber manchmal ganz andere Heilansätze als Cortison und ist mit sehr viel Selbstreflektion verbunden.

#12 |
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Simone Graebner
Simone Graebner

2002 wurde bei mir CU diagnostiziert. Die konservative Behandlung mir Kortison und Immunsupressiva musste ich aufgrund der massiven Nebenwirkungen einstellen.
In der Zwischenzeit habe ich festgestellt, dass Ernährung und Work/Balance die wesentlichen Faktoren MEINE Genesung sind.
Obwohl keine klassische Zöliakie vorliegt, ernähre ich mich strikt glutenfrei. Zu viel Anspannung löse ich mit Yoga. Zusätzlich lege ich einmal im Jahr eine Entgiftungskur ein. Alles zusammen beruhigt mein Immunsystem, so dass ich ohne Medikamente relativ stabil bin.

#11 |
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Rolf Fischer
Rolf Fischer

Meine Partnerin leidet seit 10 Jahren an C.U.. Alles , vom Rauchen über Cortison bis Immunsuppressiva, nichts hat wirklich geholfen. Allerdings treten die Entzündungsschübe seltener auf, wenn sie sich besser um ihre persönliche Bedürfnisse kümmert. (Oft leichter gesagt als getan) Freundliche Grüsse aus der Schweiz

#10 |
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Dr Martina Groth
Dr Martina Groth

Bis auf Max geht keiner auf die Ernährung ein, obwohl diese doch tagtäglich auf den Darm einwirkt. Ein “ganz besonders gesundes Nahrungsmittel” die Milch könnte für die Zunahme an Darmerkrankungen verantwortlich sein. Bedingt durch Zuchtselektion geben die Kühe heute eine andere Milch. Sie unterscheidet sich in einer Aminosäure von der früheren Milch. Entzündliche Darmerkrankungen gehören zu den Erkrankungsbildern. Dies würde auch die geographischen Unterschiede erklären. In Südeuropa und in Asien wird weitaus weniger Milch konsumiert. In Australien gab es zum Thema Milch vor einigen Jahren einer Bürgerbwwegung. Jetzt wird dort sogar in den Supermärkten wieder Milch mit dem alten Kasein verkauft.

#9 |
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Dr. med. dent. Angela Seidl
Dr. med. dent. Angela Seidl

Wie wäre es mal mit weniger Chemie in der Nahrung!

#8 |
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Tina E. L. Dyck
Tina E. L. Dyck

Wo die wissenschaftliche Medizin noch nicht weiß, wie zu Helfen sei, da tummelt sich magisches Denken und macht sich breit. Das gilt auch für andere Wissenschaften. Zu den in der Entwicklung frühesten logischen Verknüpfungen gehört ja die einfache Wenn-Dann-Verknüpfung; leider in der Wissenschaft zu oft ein logischer Kurzschluß.

#7 |
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ich haette auch jahrelang das selbe Problem, Durchfall/Bauchschmerzen frueh morgens usw.Ich trinke lauwarmes Wasser in kleiner Menge morgens,besonders alkalisiert balanciert seit 6 Monate. Jetzt habe ich fast keine Symptome mehr. Ich fuehle mich sehr wohl. Kein AB-Therapie bringt es das

#6 |
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Heilpraktikerin

Alle Achtung Herr Dr. Eckhoff!!!
Auch wenn ich “nur” Heilpraktikerin bin, aber ebenso mit Kinesiologie bestens vertraut bin, kann ich Ihre Aussagen nur bestätigen. Und noch etwas zu diesen Darmerkrankungen-hier sollte konsequent eine Schwermetallausleitung erfolgen. Dann wird sich vielleicht manch einer Ihrer Koll. wundern, wie es sein kann, dass es den Patienten besser geht. Begleitend muss natürlich einiges zusätzlich getan werden, z.Bsp. sollte das Bauchhirn beachtet werden (ist bereits wissensch. erwiesen, da Mediziner ja sehr Wert darauf legen).

Die entzündlichen Darmerkrankungen haben ihren Ursprung ganz oft auf einem toxischen Hintergrund. Aber die Mediziner geben dann besser noch mehr Chemie drauf-jedenfalls ist das sehr oft der Fall.

Gehen Sie doch mal endlich wieder zurück zu einer natürlichen Regulation, denn die menschen sind genau DA krank.

#5 |
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heilpraktikerin Ursula Träuble
heilpraktikerin Ursula Träuble

Ich freue mich immer über “Schulmediziner” die auch offen sind für die Naturheilkunde, hier Kinesiologie, toll!
Dass wir HP’s dafür oft von den Schulmedizinern belächelt werden bin ich ja schon gewohnt, dass sie Herr Dr, Eckhoff aber auch von ihren Kollegen so heftigen Gegenwind bekommen hätte ich nicht gedacht!
Und ja, ich habe in meiner Praxis MC und CU Patienten, und ich teste auch mittels Kinesiologie und finde vielfältige Ursachen, an die die Schulmedizin nicht glaubt.

#4 |
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Das ist hoffentlich nicht Ihr Ernst, Herr Dr. Eckhoff. Sie können ja gerne ergänzend versuchen, sowas zu predigen, ich hoffe aber, das Ihren Patienten wegen deren Quarzuhren oder W-Lan-Router keine normalen Therapien vorenthalten werden?

Wieviele CED-Fälle haben Sie denn täglich in Ihrer Orthopädie-Praxis?

#3 |
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Tja, wat et so jibt: Jetzt verwirrt Elektrostress sogar das Gehirn von Leuten, die ein wissenschaftliches Studium durchlaufen haben.

#2 |
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Dr. Gerald Schmidt
Dr. Gerald Schmidt

Ich dachte,das wäre hier eine seriöse Webseite

#1 |
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