Neue Ansätze bei Lungenfibrose

8. Juli 2011
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Forscher haben einen entscheidenden Teil des Entstehungsmechanismus für Lungenfibrose entschlüsselt und damit möglicherweise einen neuen therapeutischen Ansatz.

Einem Team von Lungenforschern in Gießen/Marburg und München ist es gemeinsam mit Kollegen vom Medical Research Council in London gelungen, einen neuen therapeutischen Ansatz für Lungenfibrose zu identifizieren: die Enzymgruppe der Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolasen. Diese Enzyme können asymmetrisches Dimethylarginin verstoffwechseln und nehmen damit Einfluss auf Stickoxid- und Sauerstoffradikalbildung. Über diesen und weitere Mechanismen induzieren sie die abnorme Zunahme von Bindegewebe in der Lunge. Durch Hemmung dieser Enzymgruppe gelang es, die Ausbildung der Lungenfibrose zu unterdrücken.

Prof. Dr. Werner Seeger, Leiter des gemeinsamen Lungenzentrums der Universitäten Gießen und Marburg und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, unterstreicht die Bedeutung der standortübergreifenden Kooperation für diese Erkenntnisse: „Die Zusammenarbeit, die zu diesen Ergebnissen geführt hat, zeigt, wie wichtig die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind: Sie tragen zur Weiterentwicklung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis bei.“

Originalpublikation:
The Role of Dimethylarginine Dimethylaminohydrolase in Idiopathic Pulmonary Fibrosis
Soni Savai Pullamsetti et al.; Science Translational Medicine, 3: 87ra53; 2011

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3 Kommentare:

Beamter im Gesundheitswesen

Wenn dieses Medikament auch für die Behandlung von COPD eingesetzt werden könnte, wären viele COPD-Kranke heilfroh, den Krankheitsverlauf positiver zu sehen und die Angst vor dem Erstickungstod wäre gemindert.

#3 |
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Dr. med. Georg Chinta
Dr. med. Georg Chinta

Konnte das auch in der Behandlung einer Lungenfibrose infolge einer chroniscen COPD verwendet werden?

#2 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Könnte das prophylaktisch bei der (wiederholten) Radioiodtherapie von Lungenmetastasen des Schilddrüsenkarzinoms eingesetzt werden, bei der die Lungenfibrose eine mögliche Nebenwirkung darstellt?

#1 |
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