Psoriasis: Schluss mit Schuppen

3. Juli 2015
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Leiden Patienten an Schuppenflechte mit schwerem Verlauf, stehen wirksame Biologicals zur Verfügung. Studien zeigen, dass Ixekizumab sogar besser wirkt als das häufig verordnete Etanercept. Welche langfristigen Effekte auftreten, ist aber offen.

Etwa zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an Psoriasis, Tendenz steigend. Um das Ausmaß der Erkrankung zu quantifizieren, verwenden Dermatologen unter anderem den Psoriasis Area and Severity Index (PASI). Sie verordnen unter anderem Methotrexat, Fumarsäureester, Retinoide, Glukokortikoide sowie das Biologikum Etanercept. Viel deutet darauf hin, dass der Antikörper Ixekizumab einen weitaus größeren Mehrwert hat.

Erste Hinweise…

Ixekizumab wirkt als Gegenspieler des Interleukins 17A. Bei Patienten mit Psoriasis gelingt es, die unerwünschte Proliferation von Keratinozyten zu unterbinden. Eine Phase-II-Studie aus dem Jahr 2012 gab bereits Hinweise auf das therapeutische Potenzial. Unter Ixekizumab wurde ein PASI 75 signifikant häufiger erreicht als unter Placebo. Insgesamt nahmen 142 Patienten an den Untersuchungen teil.

…und neue Daten

Jetzt liegen Resultate zweier Phase-III-Studien vor. Eingeschlossen wurden 2.500 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis. Sie erhielten alle 14 Tage subkutane Injektionen mit Ixekizumab. Nach zwei Wochen erreichten 71 beziehungsweise 68 Prozent der Patienten einen PASI 90, was der 90-prozentigen Abheilung ihrer Läsionen entspricht. Bei 38 Prozent verschwand die Erkrankung sogar vollständig (PASI 100). Zum Vergleich: Applizierten Hautärzte Etanercept, erreichten nur 19 beziehungsweise 26 Prozent einen PASI 90. Weitere fünf beziehungsweise sieben Prozent kamen auf PASI 100.

Ab in die Praxis

Bleibt als Fazit: Bei vier von fünf Patienten gelang es, mit Ixekizumab zumindest eine starke Verbesserung der Symptomatik zu erzielen. Wie lange dieser Effekt tatsächlich anhält, muss noch untersucht werden. Wahrscheinlich ist eine regelmäßige Gabe des Antikörpers erforderlich. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in den Studien zwar nicht auf. Welche langfristigen Folgen auftreten, muss noch geklärt werden.

9 Wertungen (3.67 ø)
Forschung, Pharmazie

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1 Kommentar:

Gast
Gast

Guter Artikel, es fehlt allerdings der Hinweis zu Secukinumab, das ein Anti-IL-17A-AB ist, der zudem für diese Indikation bereits zugelassen ist. http://flexikon.doccheck.com/de/Secukinumab

Beste Grüße!

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