Mukoviszidose: Bakterium spielt eine Rolle

24. März 2010
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Forscher haben nun herausgefunden, dass ein Bakterientypus eine entscheidende Rolle beim Infektionsverlauf von Mukoviszidose spielt. Die Ergebnisse liefern neue Ansatzpunkte für eine antibakterielle Chemotherapie.

Patienten mit Mukoviszidose oder zystischer Fibrose leiden häufig unter chronischen Entzündungen der Lunge, die das Lungengewebe dauerhaft schädigen und dadurch die Hauptursache für den tödlichen Ausgang der Krankheit sind. Haupterreger im späteren Stadium der Erkrankung sind Bakterien der Spezies Pseudomonas aeruginosa. Da die Lunge der meisten Betroffenen eine chronische Besiedelung mit diesem Bakterium aufweist, ist vor allem die Bekämpfung dieses Krankheitserregers wichtig. Allerdings können mit klassischen Antibiotika nicht alle Erreger in der Lunge abgetötet werden, was zum chronischen Verlauf der Infektion führt.

Schlüsselrolle: Zyklisches-dimeres-GMP

Studien haben gezeigt, dass im späten Stadium der Erkrankung, die mit einer verschlechterten Lungenfunktion einhergeht, gehäuft eine Variante von P. aeruginosa, Small Colony-Variants (SCVs) genannt, auftritt. Dieser Typus zeichnet sich durch ein stark verlangsamtes Wachstum und die Bildung einer Hülle aus Zuckerpolymeren aus, in die sich die Bakterien einschliessen. Diese Hülle verhindert einen effektiven Angriff des körpereigenen Abwehrsystems.

Einer Gruppe von Wissenschaftlern vom Biozentrum der Universität Basel und vom Universitätsspital Basel unter der Leitung von Prof. Urs Jenal gelang es nicht nur zu zeigen, wie SCV-Varianten entstehen, sondern auch, wie diese zum chronischen Verlauf der Krankheit beitragen. Die Schlüsselrolle dabei spielt ein bakterieller Botenstoff namens zyklisches-dimeres-GMP, der nun als neuer Angriffspunkt für eine antibakterielle Chemotherapie genutzt werden soll.

Die Erkenntnisse der Basler Forscher sind ein erster und wichtiger Schritt bei der Bekämpfung von chronisch verlaufenden bakteriellen Infektionen wie der Mukoviszidose.

Originalbeitrag:
YfiBNR Mediates Cyclic di-GMP Dependent Small Colony Variant Formation and Persistence in Pseudomonas aeruginos
Malone JG et al.; PLoS Pathog
6(3)
e1000804.
doi: 10.1371/journal.ppat.1000804

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2 Kommentare:

Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

bei den heilerfolgen der homöopathen muss man sich langsam fragen – wieso gibts denn die pharmaindustrie noch???

placebokontrollierte studien, doppelblind und randomisiert verweigern sich aber die globulidreher…

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Dr. Peter Schneider
Dr. Peter Schneider

Schöner Artikel, da er die Bedeutung der Zuckerpolymere bei chronischen P. aeruginosa-Infektionen hervorhebt. Seit langem werden solche Infektionen mit homöopathisch potenzierten Polysacchariden aus diesen Bakterien erfolgreich behandelt (Sanukehl Pseu D6)

#1 |
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