Schlafapnoe macht erektile Dysfunktion

8. Juli 2009
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Sauerstoffmangel beim Schlafapnoe-Syndrom ist mit erhöhtem Risiko für Erektionsstörungen assoziiert. Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und der erektilen Dysfunktion genauer untersucht.

Hierzu wurden über 400 Patienten mit vermutetem Schlafapnoe-Syndrom einer detaillierten schlafmedizinischen Diagnostik (Polysomnographie) unterzogen und parallel dazu das Vorkommen erektiler und sexueller Störungen evaluiert.

Die Ergebnisse legen nahe, dass das Schlafapnoe-Syndrom, insbesondere der nächtliche Sauerstoffmangel, sehr viel stärker als bisher angenommen zur Entstehung einer erektilen Dysfunktion beiträgt. Zugleich allerdings weckt diese Beobachtung die Hoffnung, dass durch die Behandlung der nächtlichen Atempausen, beispielsweise mittels Atemmaske, sexuelle Funktionsstörungen selbst in Anwesenheit anderer schwerwiegender Begleiterkrankungen vermindert werden können. Diese Hypothese wollen die Mediziner jetzt in weiteren Studien überprüfen.

Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Online-Version der hochrangigen Fachzeitschrift “The Journal of Sexual Medicine” der Internationalen Gesellschaft für Sexual-Medizin vorab publiziert.

Hintergrund-Information

Die Untersuchungen wurden als Kooperationsprojekt von PD Dr. Stephan Budweiser, Klinik Donaustauf, Zentrum für Pneumologie und Schlafmedizin (Medizinischer Direktor Prof. Dr. Michael Pfeifer), Dr. Michael Arzt, Innere Medizin II am Universitätsklinikum Regensburg mit dem Lehrstuhl für Urologie (Prof. Wolf Wieland) und Wissenschaftlern der LMU München durchgeführt.

Bei 69% der Patienten mit gesichertem Schlafapnoe-Syndrom fand sich eine manifeste erektile Dysfunktion. Die statistische Auswertung bestätigte die bisherige Meinung, dass sowohl Alter als auch viele Begleiterkrankungen wie Herz- bzw. Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus mit der erektilen Dysfunktion vergesellschaftet sind. Darüber hinaus wurde erstmals gezeigt, dass der nächtliche Sauerstoffmangel für sich genommen ebenfalls einen starken, statistisch unabhängigen Zusammenhang mit der erektilen Dysfunktion und anderen Sexualfunktionen aufweist. Neben dem Alter ergab sich für den nächtlichen Sauerstoffmangel sogar der stärkste Zusammenhang.

Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) des Mannes sind immer noch ein tabuisiertes Thema. Gleichwohl deuten neuere epidemiologische Studien darauf hin, dass bis zu 20% der Männer über dem 20. Lebensjahr unter solchen Störungen leiden. Liegen darüber hinaus Erkrankungen wie etwa Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vor, ist sogar jeder zweite Mann betroffen, und bei älteren Männern bis zu 70%. Der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung) können verschiedene Ursachen zugrunde liegen, doch deuteten frühere Studien bereits auch auf einen Zusammenhang zwischen dem Schlafapnoe-Syndrom und Erektionsstörungen hin.

Das Schlafapnoe-Syndrom, gekennzeichnet durch lautes Schnarchen und nächtliches Aussetzen des Atems, ist eine weit verbreitete Erkrankung. Sie geht in erster Linie mit ausgeprägter Tagesschläfrigkeit und Leistungsminderung einher, ist aber zugleich ein Risikofaktor für die Entstehung der Gefäßsklerose und damit verbundene Erkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkt und Schlaganfall.

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Allgemein

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6 Kommentare:

Dr. med. Eberhard  Pflüger
Dr. med. Eberhard Pflüger

Es sind alte Kamellen, wo ist das Neue?
Die Frage nach Störungen im Sexualbereich ist Bestandteil jeden ordentlichen Fragebogens in einer Schlafstörungs-Anamnese – und wird von den Patienten in der Regel überraschend offen beantwortet, häufig leider damit, dass solche Störungen vorliegen. Leider ist selbst bei optimaler Therapie das Ergebnis diesbezüglich nicht zufriedenstellend; ausgedehntere Untersuchungen hierzu fehlen bis heute.
Lieber Nikko, der “bekannte Schlafforscher” aus Regensburg war an dieser Untersuchung offenbar nicht beteiligt.

#6 |
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Was bitte ist denn daran Neu? Als Naturheilkundlerin habe ich schon immer einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoesyndrom und erektiler Dysfunktion gesehen.

#5 |
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Somnologie ist eben ein immer noch unverstandenes Fach, mans sollte die Fortbildungsmöglichkeiten hierzu mehr betonen und unter Kollegen bekannt machen-.
Nicht alle Weihnachtsmänner haben eben auch die Wahl, sie verxschlafen oder verschnarchen sie meist …

#4 |
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Frau Monika Schreck
Frau Monika Schreck

Es wäre interessant in diesem Zusammenhang auch Gewicht, Ernährungs- und Trinkgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen.

#3 |
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Silke Das Gupta-Buläu
Silke Das Gupta-Buläu

Hallo Frau Wahl, warum halten Sie das denn für Stuss? Mir fehlt da ein wenig der argumentative Hintergrund. By the way, da der Weihnachtsmann nie schläft, hat er doch auch keine dadurch bedingten Hypoxämien und kann sich blühender Potenz erfreuen.

#2 |
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Ursula Wahl
Ursula Wahl

Der Weihnachtsmann hat sicherlich auch erektile Dysfunktion, denn er schläft nachts überhaupt nicht. Hoffentlich habe ich nit mit meinen Steuergeldern oder meinen Sozialabgaben so einen Stuss finanziert.

#1 |
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