Ärztlicher Notdienst: Allzeit nicht bereit

29. Juni 2015
Teilen

Nachts sowie an Wochenend- und Feiertagen versorgt der Bereitschaftsdienst ambulante Notfälle – soweit die Theorie. In der Praxis entfällt ein guter Teil auf die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Mit Hochdruck wird an flächendeckenden Reformkonzepten gearbeitet.

Rund 150 kommunale Volksvertreter und Entscheidungsträger folgten kürzlich der gemeinsamen Einladung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Verwaltungsbezirks Nordrhein, um sich über den aktuellen Stand der Reformpläne zur Umstrukturierung des ambulanten Notfalldienstes zu informieren. Endgültige Beschlüsse, beispielsweise über einzelne Standorte der Notdienstpraxen, gab es jedoch kaum zu verkünden, einzig die Reform des Fahrdienstes und der fachärztlichen Notdienste sei unstrittig. Stattdessen warben die verantwortlichen Körperschaften vornehmlich um das Vertrauen in die Reformvorhaben als Ganzes. „Es ist unbestritten, dass das Notfallsystem insgesamt optimiert werden kann“, betonte Kammerpräsident Rudolf Henke die Notwendigkeit einer Neuordnung.

Indes war der KV-Vorsitzende Dr. Peter Potthoff darum bemüht, die wachsende Besorgnis über die Verschlechterung der ambulanten Versorgung außerhalb der Sprechzeiten zu beruhigen: „Das Reformpaket ist mit einem Umbau, aber nicht mit einem Abbau der Versorgung verbunden“. Ein zentrales Reformziel sei in diesem Zusammenhang eine intensivere Kooperation zwischen Vertragsärzten und Klinikärzten im Notdienst, um die Fehl-Inanspruchnahme der Notaufnahmen sowie des Rettungsdienstes zu reduzieren. Zu diesem Zweck arbeite man im Sinne des Versorgungsstärkungsgesetzes eng mit der Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo) und der nordrhein-westfälischen Krankenhausgesellschaft (KGNW) zusammen. „Eine mit allen abgestimmte Reform, die bereits die kommende Gesetzgebung berücksichtigt, hätte Charme“, glaubt auch Henke.

Reformpaket unter Beschuss

Zu Beginn des Jahres hatte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ein umfassendes Reformpaket für den ärztlichen Notdienst beschlossen. Einer der Kernpunkte besteht in der Neugliederung des Rheinlands in höchstens sieben oder acht statt der aktuell 130 Notdienstbezirke, um das Dienstvolumen pro Jahr und Arzt künftig auf maximal 50 Stunden zu begrenzen. Im Zuge dessen sollen 41 allgemeine Notdienstpraxen auf diese Bezirke verteilt werden, ergänzt durch 8 HNO-, 8 augen- und 15 kinderärztliche Notdienstpraxen mit direkter Krankenhausanbindung. Zwar sänke die Zahl der Notfallpraxen damit von vormals 78 auf insgesamt 72, allerdings sollen bei Bedarf weitere Praxen eingerichtet werden können. Darüber hinaus sehen die Pläne der KV vor, den Fahrdienst vollständig vom Sitzdienst zu trennen und die Zahl der Fahrzeuge so zu halbieren.

Kaum waren die Vorhaben der KV zur Beschlusssache gereift, grätschten die Delegierten der ÄkNo jedoch dazwischen und lehnten die Reformpläne in dieser Weise ab. „Die Notdienstreform muss sich darauf beschränken, Lösungen für die Regionen zu finden, in denen die Versorgung nicht ausreichend gewährleistet ist, ohne dabei funktionierende Strukturen zu belasten“, erklärte die Kammerversammlung damals. Seither treiben die beiden Körperschaften die Reformen in engem Austausch voran. Zwar setze „das Votum der Ärztekammer die Beschlüsse unserer vertragsärztlichen Selbstverwaltung nicht außer Kraft“, bekräftigt der KV-Vorsitzende Potthoff einerseits den Auftrag der Vertreterversammlung. „Doch stellten die Entschließungen der Kammer zumindest in Teilen die Umsetzung der Reform in Frage“, verteidigt er andererseits die Zusammenarbeit von KV und ÄkNo.

Krankenhäuser als Lückenbüßer

Dass eine Reformierung des ärztlichen Notdienstes längst überfällig ist, belegen auch die Ergebnisse des etwa zeitgleich mit den Reformplänen der KV Nordrhein veröffentlichten „Gutachtens zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus“. Im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) wurden dafür bundesweit mehr als 600.000 fallbezogene Kosten- und Leistungsdaten ambulanter Notfälle von 55 Krankenhäusern analysiert. Daraus geht hervor, dass für rund die Hälfte der Notfallbehandlungen keine krankenhausspezifische Leistung im Sinne einer Laboruntersuchung oder Bildgebung erforderlich sei. „Die Notaufnahmen der Krankenhäuser werden immer stärker zum Lückenbüßer für die eigentlich zuständigen Bereitschaftsdienste der KVen“, kritisierte der DKG-Geschäftsführer Georg Baum.

Bei insgesamt einem Drittel der über acht Millionen ambulanten Notfälle in Krankenhäusern habe es sich um allgemeine Notfallbehandlungen gehandelt, die zu den Sprechstundenzeiten von den Hausärzten und außerhalb davon im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst hätten vorgenommen werden können. „Die wenigsten haben aber in der sprechstundenfreien Zeit durchgehend geöffnet“, bemängelt DGINA-Generalsekretär Timo Schöpke. Bei den verbleibenden 20 Prozent ambulanter Notfälle sei dagegen eine spezielle Behandlung von Nöten gewesen. „Diese Behandlungsfälle könnten aus medizinischer Sicht durchaus im vertragsärztlichen Bereich versorgt werden, wenn durch die KVen flächendeckend auch fachspezifische Bereitschaftsdienste bereitgestellt würden“, urteilen DKG und DGINA.

Notaufnahmen in der Kostenfalle

Aufgrund des unzureichenden Versorgungsangebots für Notfälle im niedergelassenen Bereich gerieten die Kliniken überdies zunehmend in eine Kostenfalle: „Die Krankenhäuser sehen sich in der Leistungspflicht für jeden, der Hilfe in einer Notaufnahme sucht“, erläutert DKG-Geschäftsführer Baum. Bei durchschnittlichen Kosten von mehr als 120 Euro und einem durchschnittlichen Erlös von 32 Euro pro ambulantem Notfall entstehe im Schnitt ein Fehlbetrag von knapp 90 Euro pro Patient. Daraus ergebe sich laut dem Gutachten aufgrund der ambulanten Dienstleistungen der Notaufnahmen ein bundesweites Gesamtdefizit der Klinikkonten von schätzungsweise 1 Milliarde Euro jährlich. Durch die Vergütungsregelungen der KVen und Krankenkassen sowie einen zehnprozentigen gesetzlichen Investitionsabschlag werde diese Leistung auch noch diskriminiert, beklagt Baum.

In anderen Lagern führten die Rechenspiele zur finanziellen Schieflage der Notaufnahmen lediglich zu Kopfschütteln: „Wir erwarten, dass die Krankenhäuser bei einem sich ändernden Behandlungsbedarf ihr Leistungsangebot den Bedürfnissen der Patienten anpassen und nicht einfach nur nach mehr Geld rufen“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands Florian Lanz. Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen appellierte hingegen mit Blick auf das geplante Versorgungsstärkungsgesetz an die Politik: „Die DKG zeigt selber auf, dass die Kliniken eine weitergehende Öffnung für die ambulante Versorgung nicht verkraften können.“ Notwendige Strukturreformen seien lange verschleppt worden, das räche sich nun bei den Kliniken. „Wir müssen sie besser mit dem ambulanten Notdienst verzahnen“, schlussfolgert der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn. Dann könne man auch über eine bessere Vergütung sprechen.

Notdienst im Wandel

In weiten Teilen der Republik wurden bereits umfangreiche Anstrengungen unternommen, um die Kooperation zwischen ambulantem Notdienst und stationärem Sektor zu optimieren. Bereits im Jahr 2007 hatte die KV Schleswig-Holstein als erste damit begonnen, den ärztlichen Notdienst mit sogenannten Anlaufpraxen zu reformieren, die überwiegend an Krankenhäusern der Regelversorgung untergebracht sind. „Die Beratungs- und Besuchsanforderungen an Wochenenden und Feiertagen sind deutlich weniger geworden“, freut sich der KV-Notdienstbeauftragte Thomas Miklik. Er könne seine Patienten nun außerhalb der Sprechzeiten guten Gewissens an den Notdienst verweisen. In Baden-Württemberg wurde das Konzept weitgehend übernommen und trifft laut einer aktuellen Umfrage ebenfalls auf breite Zustimmung: „95 Prozent der Patienten würden die Notfallpraxis weiterempfehlen“.

Während man in Schleswig-Holstein schon daran arbeitet, mit durchgehend geöffneten „Portalpraxen“ den nächsten Schritt zu wagen, stehen die Reformen andernorts noch auf wackligen Beinen. In Hessen provoziert die seit zwei Jahren stetig fortschreitende Umstrukturierung aktuell heftige Kritik, da sich nunmehr alle niedergelassenen Fach- und Allgemeinärzte im ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) einbringen sollen. Zwar verbessere das die Versorgung in ländlichen Bereichen, führe aber zu chaotischen Zuständen in den Ballungszentren: „In der Tauschbörse auf dem Portal ‚Mein ÄBD‘ ist der Teufel los“, erzählt ÄBD-Obmann Dr. Michael Wilk. „Niemand will erleben, dass eine Diagnose beim Patienten nicht hundertprozentig sicher erfolgen kann.“ Um einer ähnlichen Problematik vorzubeugen, hat die KV Bayern ihrerseits ein Poolarzt-Modell entworfen, das auf eine freiwillige Teilnahme interessierter Ärzte setzt – das Ergebnis dieser Akquise steht noch aus.

Patienten im Mittelpunkt

Trotz mancher Anlaufschwierigkeiten bei der Neuordnung des ambulanten Notdienstes sind die Verantwortlichen davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein: „In vielen KVen sind in den letzten Jahren ganz konsequent die Bereitschaftsdienste umorganisiert worden, gerade im Hinblick auf eine bessere Erreichbarkeit der Patienten“, hebt KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann hervor. Man biete einen flächendeckenden ärztlichen Bereitschaftsdienst, pflichtet ihr der KBV-Vorstandsvorsitzende Gassen bei. Nicht zuletzt habe auch die 2012 eingeführte Notdienstnummer 116117 zu einer Verbesserung der Versorgung beigetragen: „Damit Patienten eben nicht nachschauen müssen, wie erreiche ich jetzt den notdiensthabenden Arzt“, erläutert Feldmann. Allein 2014 hätten über fünf Millionen Bürger diesen Service in Anspruch genommen und somit auch den eigentlichen Notdienst erheblich entlastet.

„Das ist nicht die Realität. Die ambulante Notfallversorgung findet im Krankenhaus statt“, entgegnet ihr DKG-Geschäftsführer Baum. Nach der Auffassung von Dr. Jürgen Zastrow verschwiegen die Kliniken jedoch bei all ihren Klagen, dass ambulante Notfälle auch eine wesentliche Einnahmequelle darstellten: „Die Krankenhäuser gebrauchen den Notdienst auch, um ihre Betten zu füllen“, kontert der KV-Vorsitzende der Kreisstelle Köln. Immerhin werde jeder zehnte Notfall stationär aufgenommen. Zudem erhalten die Krankenhäuser Investitionen von den Ländern, während die Niedergelassenen den Bereitschaftsdienst aus einer eigenen Umlage finanzieren. Regina Feldmann von der KBV hält derlei Schuldzuweisungen oder Forderungen nicht für zielführend. Stattdessen müsse man darüber nachdenken, wie man den Weg der Patienten besser steuern könne, „denn ohne Einbeziehung des Patienten werden wir keine vernünftige Lösung hinbekommen“.

58 Wertungen (3.86 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

45 Kommentare:

Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Auch das kann man nicht stehen lassen. Ohne Idealismus hätte man diesen Beruf nicht ergriffen. Die Ausbildungszeit und Intensität sind mit anderen Berufen nicht vergleichbar. Der NC ist keine Hürde für den Beginn eines Medizinstudium sondern ein mehr oder weniger geeignetes Auswahlverfahren. Es gibt auch noch Test, Wartezeit, Direktbewerbung. Frustrierter abgelehnter Bewerber? 20 € sind für die Behandlung beim Orthopäden im Quartal. Egal wie oft man kommt und wie schwer die Erkrankung ist. Das ist die Unverschämtheit am System. Wir sollten einfach die meckernden Patienten nicht mehr Luxusversorgen, sondern so wie es das Kassenrecht vorschreibt: wirtschaftlich und ausreichend.Gut und allumfassend steht da nicht. Wann ich pro bono behandele ist meine persönliche Entscheidung und nicht die des Pateinten oder Politiker, schon gar nicht die der Meckerer, den die brauchen es am aller wenigsten.

#45 |
  0
Axel Beck
Axel Beck

Ach übrigens, es dürfen gerne alle Ärzte auswandern, die im Deutschland keine Lust mehr haben. Dann senken wir die Hürde, Arzt zu werden, in etwa über den Numerus Clausus. Und schon stehen tausende Menschen mit Empathie und Idealismus in den Startlöchern, die Arzt werden wollen. Das kann man auch gut mit Abischnitt von 2,5.
Und die Verschreibungspflicht kann den Apotheken übertragen werden, oder es gibt eine Internet-Konsultationsstelle, wo man sich Medikamente verschreiben lassen kann. Dann dürfen die meckernden Ärzte ihre Koffer packen.

#44 |
  5
Axel Beck
Axel Beck

Herr Dr. Hagen,
“Ärztemeckerer”, wie Sie es nennen, sind dringend notwendig. Denn die Bequemlichkeit unter der freien Ärzteschaft (ich rede nicht von den Klinikärzten) hat doch rapide zugenommen. Früher machte ein Arzt noch gerne Hausbesuche. Heute ist eigentlich alles zuviel, man möchte meinen, dass ein Arzt nur noch seine Kasse füllen möchte, aber möglichst nichts mehr dafür tun. Nicht alle sind so, aber viele.
So neulich ein Orthopäde zu mir: “Für Sie bekomme ich doch nur 20 Euro.”
Ein Arzt der so denkt, sollte sich vielleicht einen anderen Beruf suchen, mit dem er so richtig Geld scheffeln kann, oder eben einfach nicht Arzt werden. Ohne Idealismus lässt sich dieser Beruf nicht ausüben. Wie übrigens auch nicht den Beruf der Krankenschwester, aber die werden nicht gefragt ob sie unbezahlte Überstunden machen möchten.

#43 |
  6
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Ja. Habe Verwandtschaft in der Schweiz, Skandinavien, USA, Kanada, Australien und den Philippinen. Kenne die dortigen Gesundheitswesen größtenteils aus eigener praktischer Erfahrung. Hätte ich nicht in Deutschland enge familiäre Bindungen und ein gutes Privatleben wäre ich längst weg. Für die Patienten ist es dort viel schwieriger an Gesundheitsleistungen heranzukommen. Ganz schlimm in USA sofern man nicht zu den Reichen und Schönen gehört. Aber das medizinische Personal wird ganz anders wertgeschätzt. Persönlich und finanziell. Ich kann jedem Kritiker unseres Systems nur empfehlen einmal den Versuch zu machen in 95 % der Länder auf dieser Erde an eine Gesundheitsleistung heranzukommen. Eine heilsame Erfahrung, die die Zufriedenheit mit unserem System drastisch fördert. Allerdings wird dieser Patientenkomfort bei uns getragen durch die Akteure im Gesundheitswesen. Krankenschwestern, MFA, KG auch Ärzte die allesamt weit unterbezahlt sind im Verhältnis zu dem was sie Leisten, vor allem zu Unzeiten. In der Industrie reden wir von Nacht- und Wochenendzuschlägen teils von 50 bis 100 %, im Gesundheitswesen von Abschlägen weil es ja nur Bereitschaft ist. Kranke Welt!

#42 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

…. sind Sie schonmal längere Zeit in Skandinavien oder England gewesen und haben dort die “Notfallversorgung” als Patient erlebt? Na gut, nehmen wir eben die schlechteren Systeme als Maßstab, den wir anstreben. Bis wir dann irgendwo landen, was sehr weit entfernt von dem ist, was in Europa heute als “Standard” gilt. Interessant finde ich, dass immer Ärzte gegen Patienten und umgekehrt ausgespielt werden. Damit wird jedoch keine positive Änderung bewirkt. Es gibt gute betriebswirtschaftliche Ansätze, die dann aber nicht umgesetzt werden können. Es ist eben so…..

#41 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

War doch klar dass zu guter Letzt doch noch ein Ärztemeckerer auftritt und polemisiert. Sie dürfen gerne mal eine Nacht mit mir Dienst machen. Freitag 12 Uhr ist für die Regelversorgung Schluss und das ist gut so! Bis dahin haben wir im Schnitt unsere 50 Arbeitsstunden plus Bereitschaftsdienst unter der Woche weg. Das reicht. Aber Sie haben Recht es gibt kaum einen Fall der die Inanspruchnahme zu Unzeiten medizinisch rechtfertigt. Ausnahmen sind ein Kolik artiger schwerster Schmerz. Aber da kann man auch ohne schlechtes Gewissen die KH Notfallambulanz aufsuchen. Da wird sich kein KH Kollege beschweren. Also schaffen wir den KV Dienst einfach ab. Niemand wird etwas fehlen! Wie weiter unten vorgeschlagen reicht eine Bereitschaftspraxis alle ca. 100 km. Müssen die Leute halt hinfahren. In Skandinavien und England funktioniert das auch. 40 Stundenwoche für Ärzte Mo bis Fr, keine Bereitschaftsdienste, ordentliche Bezahlung. Wenn wir wollen das nicht noch eine Generation Ärzte auswandert sollten wir uns anpassen. Sonst gibt es vielleicht bald gar niemand erreichbaren mehr.

#40 |
  0
Axel Beck
Axel Beck

Dazu sollte ich noch erwähnen, dass hier Freitags ab 12 Uhr keine Arztpraxis mehr Dienst hat. Und dass wir uns bei Bagatellen schon lange selbst helfen. Nächstes Problem: viele Medikamente (also die, die helfen) sind verschreibungspflichtig. Also braucht man doch wieder einen Arzt, auch wenn man die Diagnose schon selbst gestellt hat.

#39 |
  1
Axel Beck
Axel Beck

In der Realität bekommt man bei Inanspruchnahme der ärztlichen Bereitschaft 116117 regelmässig einen Rüffel vom behandelnden Arzt. Der hat nämlich keine Lust, abends aufs Land rauszufahren. So geschehen in 32469 Petershagen. Man solle bitteschön selbst ins nächste Krankenhaus mit einem Taxi fahren, solange man noch gehen kann, um sich dort behandeln zu lassen. DAS ist die Realitiät. Bislang konnte mir niemand definieren, wann man die 116 117 denn nun wirklich in Anspruch nehmen darf.

#38 |
  1
Gast
Gast

Hallo Herr Steinke, danke für die jetzt unmissverständliche Darstellung der “Notfallvarianten “. Ihre vorherige Darstellung hatte auch Irritationen in meinem
Bekanntenkreis ausgelöst. Jetzt befinden wir uns auf der gleichen “Wellenlänge” !
Anerkennenswert finde ich auch, dass alle anschliessenden KOMMENTARE in sehr ausführlichen Beschreibungen, sich diesem ernstfhaften Problem widmen !!!
Wünsche Ihnen eine schöne Zeit !

#37 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Herr Muck, mit den “Notfällen”, die ich als nicht “echt” einstufte, meinte ich Leute, die wegen einer juckenden Nase den Notarzt rufen (so wie es hier oft beschrieben wurde). Und genau dies ist nicht in den Griff zu bekommen. Das ist so. Und das ist in allen anderen Bereichen auch so (Polizei / Feuerwehr,….). Medizinische Laien können das sicherlich nicht, oder nur schwer einschätzen, ob sie einen Notarzt rufen sollten. Tragischerweise sind es aber oft die “echten” Notfälle, die eher zögern, den Notarzt zu rufen…….

#36 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

Herr Steinke, um eine Problemverbesserung durch die NOTFALL-Verschiebung auf den nächsten Tag zu erzielen, ist völlig unrealistisch ! Davon abgesehen, kann ein Notfallpatient die Tragweite einer Verschiebung auf den nächsten Tag n i c ht
abschätzen. Ansonsten bin ich mit Ihrer allerdings “saloppen” aber realistischen Beschreibung einverstanden !

#35 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Das Problem, dass zuviele Leute als Notfall auftauchen, obwohl sie auch bis zum nächsten Tag hätten warten können, ist nicht in den Griff zu bekommen. “Erziehungsmaßnahmen” provozieren Gegenreaktionen, sodass sich die Spirale immer höher dreht. Und genau dort befinden wir uns: Ein völlig überdrehtes System, das von allen Seiten befeuert wird. Interessanterweise blicken dann Alle auch noch zur Bundespolitik. Die Politiker will dann aber keiner gewählt haben (es ist wie mit der Bild-Zeitung: Keiner liest sie, aber dennoch ist sie ausverkauft….). Zentrale Lösungen helfen meiner Ansicht nicht. Wie nahezu alle hier geschrieben haben, sind genau die gescheitert. Entscheidungen der Leitstelle nach Aktenlage? Meine arme Nachbarin,…….

#34 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Es wäre doch ganz einfach das ganze System wieder auf ein vernünftiges Maß zurechtzurücken. Wenige gut technisch und mit Personal ausgestattete Bereitschaftspraxen mit sehr guter Vergütung. Z.B. eine pro Landkreis. Anfahrtswege für die zu Unzeiten behandlungswilligen um die 50 km sind zumutbar. Wartezeiten von 2-3 Stunden auch. Kein Anspruch auf Hausbesuche durch Patienten, sondern Entscheidung durch die Leitstelle nach medizinischen Kriterien ob ein Notarzt binnen 10 min vor Ort da sein muss oder der Fahrdienst einen Hausbesuch in seiner 2 x täglich von der Leitstelle zu planenenden Fahrrunde mit besucht wird. Wartezeit auf den Hausbesuchsdienst 6 Stunden ist zumutbar. Dann bewegen wir uns auf europäischem Niveau. Das ganze ist gut finanzierbar. Die Dienste können von Personen geleistet werden die am nächsten Tag frei haben. Aber das bedeutet eben eine klare Leistungsbeschränkung und kein ungezügeltes Leistungsversprechen. Politisch durchsetzbar?

#33 |
  0
Stefan Quäschning
Stefan Quäschning

Ich würde gerne einen anderen Ansatz dazu beitragen. Aus medizinischer Sicht gebe ich ihnen Allen Recht der KV Dienst fährt oft zu Bagatellen raus.
Ich selbst arbeite seit vielen Jahren im Rettungsdienst in RLP und zwar in der “Provinz” (man möge mir das verzeihen). Hier kommt der KV Dienst oft gar nicht zum Patienten sondern der Rettungsdienst. Entweder weil der Arzt eine vermündliche Diagnose gestellt hat oder er nicht die Lust hat soweit zu fahren (höre ich leider immer wieder). Dann wird der Rettungsdienst leider zur rollenden Landarztpraxis (ab und an auch mit NA). Leider (oder zum Glück) haben wir eine Transportverpflichtung. Nun landet auch der “Mückenstich” oder der seit 5 Tagen zwickende Bauch am Wochenende oder an Feiertagen im KH.

Es ist das ganze System was krankt.
Der Eigenanteil sollte (wie z.B. beim Tierarzt) höher sein bzw. es sollte erstmal einen geben. Wohl gemerkt: Für die Art von Bagatellen die eigentliche bis zum nächsten Werktag warten könnten.

#32 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Genau das ist der Punkt. Aber das bedeutet das wir flächendeckend Bereitschaftspraxen aufbauen, die die Nacht- und Wochenenddienste mit Personal abdecken, das spätestens nach 10 Stunden Dienst am Stück nach Hause geht und den Bereitschaftsdienst als volle Arbeitszeit mit Nacht- und Wochenendzuschlag bezahlt bekommt. Das ist eine Vorhalteleistung die von Patienten, Krankenkassen und Politik gewünscht wird. Das kostet Geld. Wer bestellt hat zu bezahlen. Es kann nicht angehen das wir den Dienst wie derzeit organisiert Nachts nach und vor einem vollen Arbeitstag nebenbei ableisten. Vergütung zwischen 8 und 20 Uhr 6 € und zwischen 20 und 8 Uhr 8 € pro Stunde für die Dienstbereitschaft plus die geleistete, abrechenbaren Leistungen. Das ist unter dem gesetzlichen Mindestlohn und widerspricht dem EU Arbeitsrecht. Das geht nur weil es sich bei den niedergelassenen Ärzten um Selbstständige handelt, die aber an Weisungen des BGM gebunden sind. Eine rechtlich völlig unhaltbare Situation. Da kann keine vernünftige, gerechte Lösung herauskommen, weder für Ärzte, Angestellte noch Patienten. Inzwischen ist es in vielen Regionen soweit das man weder für Geld noch gute Worte jemanden findet der bereit ist diese Qualdienste zu übernehmen. In manchen Regionen werden über 1000 € angeboten um so einen 24 h Dienst loszuwerden. Früher haben das die Jungen im KH Angestellten Kollegen übernommen um Geld dazu zu verdienen. Heute findet man kaum noch jemand der das macht. Folgen einer völlig verfehlten Politik.

#31 |
  0
Gast
Gast

Ja Herr Steinke, da sprechen Sie viele wichtige Sachen an. Gerade die frühzeitigen Entlassungen, oft kurz vor dem Wochenende sind ein Problem. Und Bereitschaftsdienste werden- wie weiter unten auch erwähnt- oft von Anfängern übernommen. Darauf kann man meiner Meinung nach aber eben keine Notversorgung aufbauen, weil es hier an vielen Stellen ein geschultes Auge braucht, das weiter sieht als die ersten zwei offensichtlichen Symptome. Nicht selten werden Menschen mit ernsthaften, aber ein bisschen atypischen Erkrankungen, bei Notdiensten wieder nach Hause geschickt. Mit den entsprechenden Folgen. Nicht immer liegt “lebensbedrohlich” so klar auf der Hand und wenn dann aufgrund des Zeitdruckes nicht einmal eine vernünftige Anamnese/Untersuchung vorgenommen wird…

Es ist schwer, ruhig (und ernst) zu bleiben, wenn jemand wegen eines etwas länger blutenden Pickels in der Notaufnahme erscheint. Aber das eben zu trennen von den wirklichen Notfällen und da stets ein wachsames Auge zu behalten, ob hinter einem harmlos erscheinenden Symptom nicht doch etwas steckt, das dem Patienten innerhalb kürzester Zeit um die Ohren fliegt, ist die große Herausforderung. Das ständige Gefühl, dieser Patient sollte garnicht hier sein, sondern eigentlich von jemand anderem versorgt werden, der zuständiger ist, macht das natürlich nicht besser. Und auch die Wochenend-Party-Alkoholfälle motivieren nicht gerade. Aber genau deswegen würde ich dafür plädieren, die Regelung der Notversorgung eben nicht als Stiefkind zu behandeln in der Politik und bei der Vergabe von Geldern. Wenn man es mal umgekehrt sieht, könnte ich mir vorstellen, dass ein erfahrener Diagnostiker an solch einer Stelle auch Geld einsparen könnte, weil eine schnelle und sichere Diagnose unnötige Aufnahmen vermeidet (wie oft nimmt ein Assistenzarzt den Patienten auf, weil er sich nicht so ganz sicher ist und den lieber unter Beobachtung haben möchte?), weil der Rettungsdienst dann vielleicht weniger oft ausrücken muss, um die nach Hause Geschickten, die doch ernsthaft krank waren, in einem viel bedrohlicheren Zustand wieder in die Klinik zu bringen usw. Wie oft stehen junge Ärzte dort im Konflikt, wenn sie mit einem Fall nicht ganz sicher sind, weil sie wissen, der Hintergrunddienst, der vielleicht menschlich nicht gerade der Zugänglichste ist, wird sehr ungern geweckt. Da spielen bei manchen Entscheidungen mehr Faktoren als reine medizinische Entscheidungen eine Rolle. Erst recht, wenn es eventuell sogar gewisse interne Vorgaben gibt, welche Arten von Patienten für die Klinik rentabel sind und welche möglichst nicht aufgenommen werden sollten, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. All das hat Einfluss auf die Qualität der Versorgung der Patienten.

Ich glaube auch, dass man vom Patienten nur in geringem Umfang erwarten kann, dass er eine medizinische Entscheidung bezüglich der Dringlichkeit trifft. Es gibt Leute, die noch mit akuten Schlaganfallsymptomen überlegen, ob sie nicht am Montag mal beim Neurologen anrufen sollten wegen der Lähmungen und es gibt welche, die bei 37,3 Temperatur und ein bisschen Schnupfen meinen, ganz dringend einen Arzt zu benötigen, weil sie sich für schwer krank halten. Modelle wie Vorauszahlung und Kostenerstattung, wie es unten vorgeschlagen wurde, werden da womöglich die Falschen treffen und manche Patienten, die nicht in der Lage sind, finanziell in Vorleistung zu treten, gänzlich von der Versorgung ausschließen. Das geht m.E. so nicht. Dass es schon für Mediziner nicht immer einfach ist, den ERnst der Lage einzuschätzen, vor allem wenn für eine ausführliche Anamnese keine Zeit bleibt und z.b. bei einem Hausbesuch keine Laborwerte zur Verfügung stehen, zeigen die Fehldiagnosen, die es in einem solchen Setting immer wieder gibt. Wie soll nun ein Patient, der ja nur sein derzeitiges Symptom sieht (die anderen sind da vielleicht schon länger ohne dass sie ihn gestört haben) und dem das medizinische Wissen komplett fehlt, da eine Entscheidung treffen? Gut, bei manchen Fällen ist es nicht schwer einzuschätzen, wenn der Finger ab ist, ist das deutlich ein Fall um sich mal Richtung Krankenhaus aufzumachen. Aber bei beispielsweise Bauchschmerzen ist es schon nicht mehr so einfach zu unterscheiden, da reicht die Palette von ist-morgen-von-allein-wieder-weg bis lebensbedrohlich innerhalb weniger Stunden. Bei nicht aufgeklärten Patienten, die ohne Milz leben, ist beispielsweise einer der die Mortalität am meisten beeinflussenden Faktoren der rechtzeitige Gang zum Arzt. Stellen wir uns vor, jemand erwähnt nur das Fieber, aber weil er kein Mediziner ist und nicht weiß, dass das wichtig ist (oder auch einfach schlecht deutsch spricht), sagt er nicht dazu, dass er keine Milz mehr hat…. wenn der Arzt (egal ob kassenärztlicher Notdienst oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses) da nicht direkt nach fragt, kann der zu dem Zeitpunkt vielleicht zum Zeitpunkt des Arztbesuches noch recht fitte Patient, bei dem man die Augen verdrehte, weil er wegen “Grippe” zum Notdienst kommt, vielleicht ein oder zwei Tage später tot sein.

Zu der Arbeit mit Notfällen gehört aus meiner Sicht naturgemäss immer ein Teil Patienten dazu, die keine sind. Dies zu sortieren ist eben auch Aufgabe des Arztes. Die muss jedoch auch entsprechend vergütet werden, so dass es möglich ist, ausreichend Personal vorzuhalten. Denn wenn man sich zwischen lauter ernsthaften Notfällen auch noch um die kümmern muss, bei denen man selbst von Anfang an weiß, dass es keine sind, ist dasnatürich sehr frustrierend. Nur hilft es vielleicht, den Blickwinkel ein wenig zu erweitern. Die wenigsten Patienten kommen mutwillig mit Klinkerlitzchen (ausgenommen die, die sich in der Notaufnahme behandeln lassen, weil der Termin beim Chirurgen, um einen Abszess zu spalten in 10 Wochen wäre und das ist wiederum ein strukurelles Problem, für das die Patienten nichts können). Die meisten machen sich wirklich Sorgen und können ihre Lage nicht einschätzen. Genauso wie ich, wenn mein Auto komische Geräusche machen würde, ich fix zusehen würde, dass es in die Werkstatt kommt. Der geübte Mechaniker rollt vielleicht mit den Augen und meint, so ein schneller Termin wäre garnicht notwendig, weil man damit noch ki-lo-meter-weit hätte fahren können. Aber das weiß ich als Laie nicht. Ein Geräusch heißt für mich, es könnte etwas kaputt sein, das sicherheitsrelevant ist und dann fahre ich nicht mehr als nötig. Ob das tatsächlich der Fall ist, da muss ich mich dann auf den Kfz-Mechaniker verlassen, der was davon versteht. So geht es einer ganzen Menge Patienten mit der Medizin und dafür sollten wir sie nicht schief angucken, es muss im System mit eingerechnet sein, dass Laien solche Dinge evtl. nicht entscheiden können. Viele Patienten kommen viel zu spät zum Arzt, weil sie zu der Sorte Mensch gehören, die sich nicht so anstellen wollen. Nur die trifft man in der Notaufnahme immer nur dann, wenn sie schon halb tot sind.

In anderen Ländern sind die Notdienste teilweise erfolgreich anders organisiert und führen nicht so ein Stiefkinddasein wie in Deutschland, wo das quasi irgendwie nebenher laufen muss. DAS ist m.E. das eigentliche Problem, nicht die Patienten selbst.

#30 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Das ist wohl wahr. Vor allem geht es um politische Ignoranz. Leere Versprechungen seitens der Bundespolitik seit Jahrzehnten. Konsequente Unterfinanzierung der Krankenhäuser und ambulanten Versorgung in Kombination mit völlig aus der Luft gegriffenen, unhaltbaren Leistungsversprechungen an die Bevölkerung, nur um Wähler zu gewinnen. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen die das ausbaden müssen sind der Politik völlig wurscht. Am schlimmsten solche eitlen Selbstdarsteller wie Herr Lauterbach (genannt Fliegenheini) und traditionell die Bundesgesundheitsminister die reine Lobbypolitik machen, größtenteils für die Pharmaindustrie. Dazu noch eine gewaltige Wurstigkeit in der Bevölkerung mit teilweise Chipkarten- Vollkaskomentalität und sehr wenig Eigenverantwortlichkeit. Eine ganz schlechte Kombination.

#29 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Ich kann Ihre Ansicht durchaus verstehen, Herr Dr. Hagen. Wer, welche Aufgaben hat – sorry, wenn ich das so sage – ist mir egal. Ich spreche von Notfällen und nicht von Leuten, die meinen, dass sie ein Notfall sind. Und diese Notfälle, von denen ich spreche, wurde in meinem Beispiel nicht versorgt. Nun ging gerade eine Meldung durch das Radio, dass die Staatsanwaltschaft eines Bundeslandes gegen zwei Klinken ermittelt, weil es zu zwei Todesfällen in einer Notaufnahme kam. Grund: Die betreffenden Personen wurden offenbar nicht versorgt, sondern auf die Wartebank gesetzt. Sorry, aber ich habe gelernt, dass es erstmal um die Menschen geht und nicht um die Politik. Ich bin lange genug aktiv an der politischen Diskussion beteiligt und musste früh erkennen, dass es hier vor allem um Dinge geht, die mit einer Versorgung von Patienten nichts mehr zu tun haben.

#28 |
  0
Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Der Vorteil bei der Notaufnahme im Krankenhaus ist das man eine Weile unter Beobachtung steht und das Personal und die Ausstattung in der Nähe sind falls es einem schlechter geht- Trotzdem könnte es sich alles ergänzen, der Bereitschaftsarzt der den Kranken Erstversorgt und dann den Krankentransport ins Krankenhaus anordnet.

#27 |
  0
Gertrud Kostenis-Trojahn
Gertrud Kostenis-Trojahn

Ich finde es schon spannend, dass die Versorgung im KH etwa 4 mal so teuer sein soll wie durch die Bereitschaftsdienste.
Die KVen sollten den Ball aufnehmen und klären, ob nicht doch weitere Gelder zur weiteren Bereitschaftsdienstsicherung durch die Krankenkassen längst überfällig sind.
Bei uns in Hessen wurde übrigens ordentlich Werbung durch Lokalpolitiker und Krankenhäuser gemacht, dass eine Versorgung im Krankenhaus zu jeder Zeit stattfinden kann und der teilweise etwas weitere Weg zum Bereitschaftsdienst unnötig sei. Das ging monatelang durch die Presse. Die Patienten nutzen das Angebot dann natürlich auch.
Eingerichtet sind die Krankenhäuser allerdings nicht auf die Fälle, was sich immer wieder im nicht angemessenen Vorgehen zeigt (z. B. Röntgenuntersuchungen bei banalen grippalen Infekten, stationäre Aufnahmen von durchschnittlichen gastrointestinalen Infekten).

#26 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Ja Herr Schwarze richtig das ist ein Teilaspekt. Viele Hausarztpraxen machen inzwischen Terminsprechstunde. Genauso wichtig ist der Aspekt das Krankenhäuser regelhaft am Freitag ihre Bettenstation leeren ohne Berücksichtigung der nicht mehr gewährleisteten Versorgung ab Freitag 13 Uhr. Den ab da ist nicht mehr Regelversorgung sondern Notdienst. Aber es müssen halt freie Betten geschaffen werden um am Wochenende lukrative Patienten einfangen zu können oder das Personal auf den Stationen runter zu fahren. Völlig wurscht das der multimorbide dann mal am Samstag keine Medikamente mehr hat und die Angehörigen oder Pflegedienst überfordert sind. Das wird dann über den KV Notdienst abgewickelt. Da gibt es dann schöne Bumerang Effekte.

#25 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Ja Herr Steinke, das könnte daran liegen, das in dem betreffenden KH so wie das üblich ist gar kein Arzt für die Notaufnahme vorgehalten wird, sondern der für die stat. Patienten das mal nebenher macht in der Nacht und am WE. Ist dann auf der Station der Teufel los, oder man steht wegen einem sofort zu versorgenden Patienten im OP ist eben keiner mehr da für die Notfallambulanz. Und das ist gut und richtig so! Den es ist nicht die Aufgabe des KH Nachtdienstarztes die ambulanten Patienten mitzuversorgen. Das wäre eigentlich der Job des kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bei dringlichen nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen und bei schwerer lebensbedrohlicher Erkrankung der Notarzt. Leider wird der KV Dienst von Bagatellpatienten missbraucht, zugemüllt und demotiviert. So hart das klingt bei ihrer Nachbarin handelt es sich nach ihrer Beschreibung eher um ein pflegerisches Versorgungsproblem als um einen Fall für irgendeinen Notdienst. Kulanzhalber würde ich als KV Dienstarzt solch eine Patientin jedoch immer versorgen wenn ich noch die Kraft und die Nerven dazu habe.

#24 |
  0
Peter Schwarze
Peter Schwarze

Aus Sicht eines Klinik-Geschäftsführers kann ich die aus Sicht der KVen positive Versorgung nicht nachvollziehen. Obwohl die KV-Notfallambulanzen an den Klinikstandorten eingerichtet wurden, hat dies nicht zu einer wesentlichen Verringerung, sondern zunehmend zu einer Steigerung der Patientenzahlen an den Klinik-Notfallambulanzen geführt. Offensichtlich scheint dies ein Trend zu sein, da auch immer mehr Praxen auch in der Woche ihre “freien” Öffnungszeiten reduzieren.

#23 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Sorry, normalerweise schreibe ich keinen Kommentar zu einem Kommentar. Für mich ist auch alles nachvollziehbar. Aber der Aussage “Jeder Patient wird versorgt. Immer.” Kann ich definitiv nicht zustimmen. Als ich das letzte Mal meine Nachbarin ins Krankenhaus gefahren hatte (Krankenwagen kam nicht….), haben wir 5 Stunden in der Notaufnahme auf einen Arzt gewartet. Andere Patienten, die dort waren, warteten bereites schon 9 Stunden. Ich hatte mich umgehört, es ging allen so. Also keine Einzelfälle. Die wenigen Taxifahrer, die Leute brachten und abholten und auch die Leute vom Rettungsdienst, waren sichtlich irritiert. Und es lag nicht daran, dass zu viele Leute in der Notaufnahme waren……

#22 |
  0
Rettungsassistent

Jeder patient wird versorgt.
Immer.
Aber die doppelversorgung durch Notaufnahmen und ÄND machen wenig Sinn, außer, in der Region gibt es kein KH.
Aber so, wie derzeit die Notaufnahmen aufgebaut sind, können die unmöglich der Masse an behandlungswilligen Patienten Herr werden, geschweige denn die Kosten hierfür tragen.
90% der Bevölkerung haben bis heute nicht den Unterschied zwischen ÄND, Notarzt und Notaufnahme verstanden. Und das wird auch nie der Fall sein (meiner Einschätzung nach).
Mein Vorschlag:
ÄND nur noch dort aufrecht erhalten, wo dieser nötig ist, sonst übernehmen die Notaufnahmen das.
Die Entlohnung der Notaufnahmen wird angepasst.
Die personelle Besetzung der Notaufnahmen wird angepasst.
Und dazu Variante 1: Wer nur Kleinigkeiten hat, muss so lange warten, dass beim nächsten Mal doch wieder der Hausarzt zur regulären Sprechstunde kontaktiert wird.
Oder Variante 2: die ambulante Versorgung in der Notaufnahme ist zunächst eine private Leistung und nur bei entsprechender BEscheinigung durch den behandelnden Arzt erhält man sein Geld von der Krankenkasse wieder zurück.

#21 |
  0
Anke Aok
Anke Aok

Ist doch auch ´ne Sauerei: Da missbrauchen nicht nur die Patienten, sondern auch die Kliniken den KV-Dienst und zwar um sich unliebsame Kundschaft vom Leib zu halten.

#20 |
  0
Albert Mühlbacher
Albert Mühlbacher

Leute, ich danke Euch für die Kommentare! Hier (ich sag nicht, Wo) werden Leute, die mit Beschwerden jeder Art egal zu welcher Zeit an der Krankenhauspforte stehen aufgefordert, erst mal mit dem BD Kontakt aufzunehmen. Egal, ob Brust-oder Nasenschmerz. Erwartet wird, dass der Patient dann in der BD-Praxis (Schlüssel an der Pforte) oder in der Aula visitiert wird. Erst bei stationärer Aufnahme öffnen sich die Pforten. Eine Lösung ist insofern in Sicht, als jetzt Praxisassistenten (und vermutlich willige Anfänger) den BD-Dienst übernehmen, die diesen Wahnsinn ohne Murren mitmachen. Ich bin jedenfall raus.

#19 |
  1
Maria Maiwieden
Maria Maiwieden

Mann muss auch mal Prioritäten setzen ;)

http://echtlustig.com/v/5237/maennergrippe

#18 |
  0

Ich bin Zahnarzt im 3-Länder Eck NRW/RLP/Hessen. Bei uns in Westfalen-Lippe ist ein ambulanter Notdienst für jeden Wochentag sowie am Wochenende eingerichtet. In Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es keinen Notdienst in der Woche und der Wochenendnotdient wird auch nur nach Lust und Laune der Kollegen abgehalten, so dass es in jedem Notdienst vorkommt, dass man neben seinem eigenen Notdienstbezirk auch noch 2 weiter Bundesländer mitversorgen muss, was oft über die Grenzen des Machbaren geht.
Ich habe mich schon öfters bei den für uns zuständigen Stellen bemüht an der Situation etwas zu ändern, doch in den letzten 20 Jahren ist nichts passiert. Es scheint niemenden zu interessieren. Es ist ja auch als Zahnarzt in RLP und Hessen bequemer keinen Notdienst zu machen wohlwissend dass es einen organisierten Notdienst im Nachbarbundesland existiert und mal eben alle seine Notfälle via Ansprache auf einem Anrufbeantworter zig Kilometer durch die Gegend zu schicken.
Dass der Kollege dort wegen der Masse an Notfällen überlastet ist und die Behandlungsqualität darunter leidet, darauf kommt keiner. Ist aber Realität mitten in Deutschland im Jahre 2015. Politik, Kassen und Kammern scheinen jedenfalls völlig desinteressiert an der Problematik. Ich hoffe dass mal einer dieser Damen und Herren als zahnärztlicher Fall nachts nur via Anrufbeantworter mitgeteilt bekommt dass es in seinem Bendesland keinen Notdienst gibt und er/sie in dieser Zwangslage anfangen muss in anderen Bundesländern einen Notdienst zu finden.

#17 |
  0
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Ich glaube nicht, dass die Patienten im Mittelpunkt stehen werden. Diesen Ansatz gibt es schon mehr als zwei Jahrzehnte. Umgesetzt wurde dies jedoch fast nie. Im Gegenteil: Im Mittelpunkt stehen DRG´s und EBM´s.

Eine Nachbarin von mir leidet an extrem starken Muskelschmerzen. Bekommt sie das mit ihren Medikamenten nicht in den Griff, muss Hilfe her. Ich kontaktierte dann den Notdienst, weil meine Nachbarin nicht mehr in der Lage ist, dies selbständig zu tun (dies nur kurz beschrieben). Wenn den der Notdienst mal kommt, erweist er sich als nicht kompetent und unverschämt: Meine Nachbarin solle sich nicht so anstellen. Daher kontaktiere ich nicht mehr den Notdienst, sondern schaffe meine Nachbarin gleich in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Sicherlich gibt es Leute, die den Notdienst wegen allem möglichen kontaktieren. Aber mit scheint, dass dieser Mechanismus ein wenig blind gemacht hat und grundsätzlich – zumindest in meinem Einzugsgebiet – alle Patienten, die den Notdienst rufen, in diese Schublade gesteckt werden.

Und wenn das so bei den Schwerkranken ist, muss man sich nicht wundern, dass diese lieber in die Notaufnahme eines KH´s gehen. Das würde ich übrigens auch tun. Und damit ist klar: Das Problem ist mal wieder hausgemacht……

#16 |
  0
Medizinphysiker

Hatt Schmerzen in der Brust, war keine Lust,
meine Frau sagt Erkältung ists und Firlefanz,
heut mach ich mit beim Totentanz!

#15 |
  0
Anke Aok
Anke Aok

Ich geh`doch nicht mit Firlefanz
Des Nächten in die Ambulanz
Doch wenn um 3.00 der Pickel juckt
Ist`s besser, wenn der Doktor guckt
Es könnt`ja mal was schlimmes sein
Aids, Krebs oder `ne andere Pein
Das sollte man dann checken lassen
Dafür zahln`schliesslich auch die Kassen!

#14 |
  1

Ich kann dem Kollegen Dr.med.dent. Gerd Kruse nur zustimmen. Wir haben 4. Bzw. 7 Tage Notdienst im Rheinisch-Bergischen Kreis hintereinander. Da bekommt “man” genau diesen Überblick, wenn “man” nach diesen Tagen überhaupt noch blicken, geschweige denn, arbeiten kann….

#13 |
  0
Gast
Gast

Da gibt es schon ein Problem bzw. einen Unterschied zu Baden-Württemberg! Es bestehen eklatante Honorarunterschiede in der Vergütung des KV-Dienstes, z.B. in Sachsen. Durch meinen Wechsel in letztgenanntes Bundesland fühlt man sich generell als Arzt 2.Klasse.

#12 |
  0
Sarah Runge
Sarah Runge

Es funktioniert aber auch nicht überall in BW. Bin Klinikarzt HNO in Karlsruhe und unsere Ambulanz wird als Praxis missbraucht. Mein 24h-Dienst ist selten ein wirklicher Bereitschaftsdienst, da hier immer Patienten mit seit Wochen bestehenden Problem kommen und sich gerne mal Nachts auch Ohrenschmalz entfernen lassen, da muss man ja nicht warten und ‘Sie sind doch eh die ganze Nacht da’. Leider nimmt diese Anspruchshaltung der Patienten über die Jahre, die ich arbeite zu und man sehnt sich danach, dass die Patienten hierfür endlich eine Gebühr oder Ähnliches zahlen müssen. Leider wird aber wahrscheinlich auch das dann die Falschen mitreden, da dann die wirklich Kranken, die Arm sind sich nicht mich in die Ambulanzen trauen…

#11 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Die ganze Diskussion auf politischer Ebene geht in die völlig falsche Richtung. Man muss nicht die Serviceleistungen ausbauen, sondern unnötige Doppelstrukturen gezielt mittelfristig abbauen. Schnupfen, Husten , Halsweh und ähnliches haben im ärztlichen Notdienst nichts zu suchen. Egal ob Krankenhaus oder KV- Dienst. Erforderlich ist die konsequente Umsetzung des EU Arbeitszeitenrechtes auch auf den Arztberuf um diesen Beruf auch in Zukunft noch attraktiv zu halten. Die nachrückende Generation hat eine andere Vorstellung der life- work- Balance. Der nimmermüde, stets dienstbereite Hausarzt ist bald Geschichte. Notfallpraxen verlagern das Problem, lösen es aber nicht. Vor allem nicht so lange die ungerechtfertigte Inanspruchnahme nicht adäquat sanktioniert wird. Die Praxisgebühr von 10 € war dazu nicht ausreichend.

#10 |
  0
Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Der sogenannte kassenärztliche Bereitschaftsdienst ist die verzichtbarste medizinische Leistung in diesem Land überhaupt. In 14 Jahren KV- Dienst habe ich keine 10 Inanspruchnahmen erlebt, bei dehnen ich im nachhinein gesagt habe, ja schön, das war jetzt aber absolut medizinisch notwendig. 99 % der Inanspruchnahmen sind Bagatellerkrankungen die überhaupt keiner ärztlichen Behandlung bedurften, Erkrankungen deren Behandlung ohne jegliche Probleme bis zum nächsten Werktag hätte warten können oder in letzter Zeit stark zunehmend soziale/ Psychosoziale Probleme die eher eines Sozialdienstes als eines Arztes bedurften. Aber der kommt ja immer zu jeder Zeit und kostet nichts. Welch eine Verschwendung von ärztlichen Ressourcen! Und die werden in Zukunft immer knapper. Bitte diesen international nicht üblichen, absolut sinnlosen Servicedienst ersatzlos und komplett streichen. Alternativ Entfernung aus dem Solidarsystem. PRIVAT ZAHLEN! Damit ist dann auch das Problem der Krankenhäuser erledigt die Notfälle nicht für das 4 fache der Vergütung die im Niedergelassenenbereich üblich ist wirtschaftlich versorgen können.

#9 |
  0

Ich kenne die Sache vom zahnärztlichen Notdienst, wenn ich 20 Patienten am Wochenende hatte, waren maximal 5 Patienten Fälle für den Notdienst, der Rest hatte seit 3 Wochen Zahnschmerzen, etc. Dafür eine ordentliche Gebühr würde den Notdienst wirklich zu dem machen, wofür er gedacht ist. Und die, die wirklich nachts um 2 einen Notdienst brauchen, die müssen zu 100% sowieso in die Klinik.

#8 |
  0
Dr. med. Stephanie Lenke
Dr. med. Stephanie Lenke

Das ist der Service, der nichts kostet! Da geh ich doch mal hin. Wenn man die Sache kritisch betrachtet sind im Notdienst von 20 Einsätzen zei wirklich notwendig. Da sollte angefangen werden. Rettungsstelle der Krankenhäuser muss “Kosten” Bei einem wirklichen Notfall kann der Patient das Geld von der Kasse zurück bekommen. Sinnlos ist dagegen noch mehr Service für den Patient “umsonst” anzubieten.
Dr. med. E. Möckel

#7 |
  0
$DrFeelgood§
$DrFeelgood§

Die Frage ist, wozu man aus rein medizinischen Überlegungen heraus überhaupt noch einen Notdienst durch niedergelassene Ärzte braucht? Wenn kein zwingend akutes Problem vorliegt, welche eh klinische Versorgung benötigt (Herzinfarkt, Knochenbruch, schwere Blutung etc.), kann doch quasi alles bis zum nächsten Werktag warten. Problem ist nur, dass der gemeine Flatrate-Patient ein wenig verwöhnt ist und keiner für die längst überfälligen Einschränkungen verantwortlich sein will. Im Gegenteil, das System soll, solange es sich irgendwie rechnet (was es für die Kliniken anscheinend so langsam nicht mehr tut) aufrecht erhalten werden.

#6 |
  0
Dr. med. Martina Ungeheuer-Kuhn
Dr. med. Martina Ungeheuer-Kuhn

BW ist auch gut Organisiert und wird auch gut Vergüet. NRW streicht immer mehr Honorare und wundert sich, warum die Ärzte nicht mehr bereit sind.
NRW ist und bleibt Diaspora. Hauptsache die KV Vorstände haben genug. Schafft endluich die KV ab, die ist schon lange nicht mehr für die Ärzte sondern für sich und die Krankenkassen da.

#5 |
  0
Dr. med. Burkhard Meyer
Dr. med. Burkhard Meyer

Verblüffend scheint, dass Kliniken für die gleiche Tätigkeit 120 € (trotz Steuersubventionen) benötigen, für die Kassenärzte < 20 € erhalten …. – und wenn das nicht ausreicht, niemand zwingt das Krankenhaus zur Behandlung von Bagatellerkrankungen – diese könnten auch an die KV – Ärzte verwiesen werden – ich kenne aber Dienstanweisungen, dass kein Patient abgewiesen werden darf (wegen gutem Ruf oder …) – so darf man sich nicht beklagen !
Deutschland ist das einzige europäische Land, welches sich diese Rundumversorgung auf Chipkarte für lau leistet – für Bezahlung und Verordnungen gilt zwar WANZ, für die Versorgung von "Notfällen" rund um die Uhr, wo sogar der Zeckenbiss die Indikation für eine sofortige ärztliche Intervention darstellt, ist das Beste gerade gut genug.
Dieses System wird wohl erst wieder vom Kopf auf die Füsse gestellt werden, wenn mangels williger Idio… – pardon ärztlicher Akteure v.a. auf dem flachen Land keiner mehr mitspielt – und wie in anderen europäischen Ländern wird sich an der Sterberate nichts ändern – nur dass die Bequemlichkeitspatienten, die sich unter tags in kein Wartezimmer setzen wollen, dann die Ausweichmöglichkeit nur noch in überfüllten Klinikambulanzen finden werden, was sicher die meisten abschrecken wird.
Gruß
B.Meyer

#4 |
  0

Schauen Sie nach Baden-Württemberg. – Wir können ÄBD .
Am Wochenende versorgen die Niedergelassenen Kollegen in der Klinik bis zu 200 Patienten pro Tag. ( z.B. Reutlingen)
Nur noch vital bedrohte landen in der Krankenhausnotaufnahme. –
Das klappt ! Kolleginnen und Kollegen sind zufrieden , ebenso die Patienten .

Grüssle aus dem Ländle .

#3 |
  0
Ärztin

Die DKG vergisst bei den regelmäßigen Zahlennennungen auch gerne, dass viele der Fälle, für die sie den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst als zuständig erklärt auch nicht für diesen sind: Schnupfennasen, banale Durchfallerkrankungen, juckende Mückenstiche, Rezeptwünsche für Dauermedikamente. Darf ich hier erinnern, dass der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst für Erkrankungen zuständig ist, die zwar nicht akut lebensbedrohlich sind, aber deren Behandlung nicht bis zum nächsten Tag (oder Ende des Wochenendes) warten kann.

#2 |
  0
Gast
Gast

Wo ist das Problem? In Baden-Württemberg funktioniert das Modell mit den Notfallpraxen hervorragend. Träger ist oft die KV-BW, oft aber auch Vereine, die sich ihre Selbstständigkeit bewahren wollen.
Natürlich gibt es hier die Unzufriedenen, den meistrenm Kollegen geht es aber deutlich besser als früher.
G.-M. Gmelin, Allgemeinarzt; Heidenheim

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: