Leberadenome: Klassifizierung im Schongang

17. Juni 2015
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Mit einer neuen MR-Untersuchung lassen sich Adenome klassifizieren, ohne invasiv Gewebeproben zu entnehmen. Galletransporter nehmen dabei ein Kontrastmittel auf, welches schlussendlich aussagekräftige Verteilungsmuster auf der Tumoroberfläche hinterlässt.

Adenome in der Leber sind relativ selten. Sie können sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. So gibt es drei Subtypen: gutartig, entzündlich und karzinogen sowie eine vierte unklassifizierbare Untergruppe mit unterschiedlichen klinischen Verlaufsformen und Tendenzen zur Entwicklung. Welcher Gruppe ein solches Adenom angehört, kann mittels einer neuen Methode via Magnetresonanz-Untersuchung dargestellt werden.

Das leberspezifische Kontrastmittel Gadoxetatsäure Dinatrium zielt auf die Galletransporter OATP (Organic Anion-Transporting Polypeptide) und MRP (Multidrug Resistance-Related Protein) bei den Adenom- und normalen Leberzellen an. Diese nehmen das Mittel auf bzw. scheiden es wieder aus. Die unterschiedlichen Verteilungsmuster auf der Oberfläche des Tumors lassen dann auf den MR-Aufnahmen im Verhältnis zu den normalen Leberzellen eine Aussage über dessen Klassifizierung zu.

„Mit dieser neuen Untersuchungsmethode lassen sich Aussagen über die Natur eines Adenoms treffen, ohne invasiv Proben entnehmen zu müssen“, erklärt Ahmed Ba-Ssalamah von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien am AKH Wien „dies ist schonender für die Patienten. Zudem öffnet diese Methode der Forschung eine neue Türe, die Adenom-Biologie und andere Lebertumore besser zu verstehen“.

Originalpublikation:

Morphologic and Molecular Features of Hepatocellular Adenoma with Gadoxetic Acid-enhanced MR Imaging
Ahmed Ba-Ssalamah et al.; Radiology, doi: 10.1148/radiol.2015142366; 2015

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