A-Streptokokken: Nadel in Sicht

26. Juni 2015
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Erstmals ist es Forschern gelungen, einen wirksamen Kombinationsimpfstoff gegen A-Streptokokken zu entwickeln. Bereits im nächsten Jahr beginnen klinische Tests. Ziel ist die möglichst schnelle Zulassung, um Menschenleben zu retten.

Streptokokken vom A-Typ lösen vor allem in Entwicklungsländern zahlreiche Krankheiten aus. Dazu zählen beispielsweise Gewebsentzündungen bis hin zur Sepsis, aber auch Scharlach. Jahr für Jahr fordern derartige Infekte weltweit mehr als 500.000 Todesopfer. Medizinisch ist vor allem Streptococcus pyogenes relevant. Um erfolgreich einzugreifen, arbeiten Wissenschaftler schon länger an Vakzinen.

Schwachstellen im Labor

Jetzt berichtet Michael Good von der Griffith-Universität in Brisbane, Australien, von vielversprechenden Resultaten. Als Basis diente ihm das bekannte Diphtherie-Toxin, an das Good J8 gebunden hat: ein konserviertes Epitop des M-Proteins von Streptokokken. Im Tierversuch kam es zur erfolgreichen Immunisierung, mit einer entscheidenden Ausnahme: Die Vakzine erwies sich als ineffektiv gegen bestimmte A-Streptokokken. Hier identifizierte Good vor allem Stämme, die CXC-Chemokine abbauen, als kritisch. Grund genug für die Forscher, ihren Impfstoff mit einer inaktiven Form der Streptokokken-CXC-Protease zu kombinieren.

Gemeinsam zum Erfolg

Ihr jetzt vorgestellter Kombinationsimpfstoff verhindert, dass CXC-Chemokine abgebaut werden. Verabreichte Michael Good sein experimentelles Präparat an Mäuse, zeigte sich ein hervorragender Schutz gegen unterschiedliche Streptokokken-Infektionen. Im nächsten Schritt planen Forscher, Vakzine in großer Reinheit und ausreichender Menge zu produzieren. Damit geht es in klinische Studien. Good rechnet bereits Anfang 2016 mit dem Start entsprechender Untersuchungen.

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Forschung, Pharmazie

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