Flüchtlingskrise: Der Impfschimmel wiehert

24. Juni 2015
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Nicht geimpfte Flüchtlinge stellen deutsche Gesundheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen. Während sich Ämter hinter Bürokratie und leeren Kassen verstecken, krempeln Ärzte die Ärmel hoch und impfen – teilweise auf eigene Kosten.

Seit vielen Monaten schon sind Städte und Gemeinden mit täglich eintreffenden Flüchtlingen konfrontiert. Weil vielerorts Unterkünfte für Asylsuchende rar sind, werden Turnhallen beschlagnahmt und kurzerhand zu Massenunterkünften umfunktioniert. Neben den psychischen Belastungen, die solche Unterkünfte bei ihren Bewohnern verursachen, bergen sie auch ein hohes Infektionsrisiko. Das wurde deutlich, als im letzten Herbst in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft die Masern ausbrachen.

Masern in Flüchtlingsunterkünften

Auf Anfrage des gesundheitspolitischen Sprechers der Linksfraktion Harald Weinberg bestätigte die Bundesregierung, dass sich der Ausbruch der Masern anfangs vornehmlich von Asylsuchenden und hier hauptsächlich von Flüchtlingen aus Bosnien-Herzegowina und Serbien ausging. Erst danach verlagerte sich der Schwerpunkt auf die übrige Berliner Bevölkerung, wo die Verbreitung nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales bis heute ungebrochen anhält. Die Bundesregierung äußerte außerdem, es lägen keine belastbaren Daten zum Impfstatus der Flüchtlinge vor. Das ist vor allem bei den Asylsuchenden der Fall, die ohne Papiere nach Deutschland kommen.

„Grundsätzlich haben Asylsuchende einen Rechtsanspruch auf Impfungen“, schreibt Weinberg auf seiner Webseite – so weit die Theorie. „Ganz offenbar werden aber viele nicht geimpft, wenn sie nach Deutschland kommen.“ Und das kann verheerende Folgen haben – sowohl für die Flüchtlinge, als auch für die restliche Bevölkerung. Denn wenn hunderte Menschen mit mangelndem Impfschutz auf engem Raum zusammenleben, haben vor allem die hochinfektiösen Masern-Viren leichtes Spiel.

Polio aus Syrien

Seit anderthalb Jahren warnt das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite auch vor einer Polio-Einschleppung aus Syrien. Dort seien die Impfquoten gegen den Erreger der Kinderlähmung von 91 % im Jahr 2010 aufgrund der Bürgerkriegssituation auf 68 % im Jahr 2012 gesunken. UNICEF geht von noch niedrigeren Impfquoten aus. Alle nach 2010 in Syrien geborenen Kinder stellten daher eine besondere Risikogruppe dar. Denn vor allem sie könnten Polioviren nach Deutschland einschleppen. Daher empfiehlt das RKI „die Polio-Impfung von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus Syrien, insbesondere von nach 2010 geborenen Kindern, vordringlich“. Bereits infizierte Kinder sollten per Stuhluntersuchung identifiziert und isoliert werden. Auch dem Personal wird, unabhängig vom Alter, eine Auffrischimpfung empfohlen, wenn die letzte Impfung der Grundimmunisierung bzw. die letzte Auffrischimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt.

Die Theorie mit dem Krankenschein

Die medizinische Betreuung von Flüchtlingen scheint die deutschen Behörden vor schier unüberwindbare Herausforderungen zu stellen. Theoretisch bekommt jeder Flüchtling in Berlin einen Krankenschein, mit dem er – wieder theoretisch – zu jedem Hausarzt gehen kann. „Diesen Krankenschein bekommen die Flüchtlinge aber erst, wenn sie beim Landesamt für Gesundheit und Soziales vorsprechen“, erklärt die Sportmedizinerin Pia Skarabis-Querfeld. Viele der Flüchtlinge seien jedoch von der langen Flucht erschöpft, traumatisiert und krank, sodass sie aus rein logistischen Gründen nicht an einen Krankenschein gelangen. Zudem seien viele ohnehin überfüllte Arztpraxen mit den Flüchtlingen überfordert und schickten sie einfach weg, berichtete Skarabis-Querfeld gegenüber dem „Stern“.

Einfach machen!

Immer häufiger krempeln daher engagierte Ärzte selbst die Ärmel hoch und impfen – teilweise sogar auf eigene Kosten – so auch Skarabis-Querfeld und ihre Kollegen kurz nach Weihnachten in Berlin. Natürlich nicht, ohne vorher mit den zuständigen Behörden in Kontakt zu treten. „Das Gesundheitsamt fand die Idee toll, erklärte aber, dass keine Gelder da seien, um vorbeugend zu impfen. Geimpft würde nur, wenn bereits jemand erkrankt sei. Vom Landesamt für Gesundheit hieß es dagegen, impfen in der Halle sei nicht nötig. Die Flüchtlinge könnten zum Hausarzt gehen“, so Skarabis-Querfeld. Doch das sei praktisch unmöglich, denn welche Hausarztpraxis impfe schon 200 Flüchtlinge auf einmal? Zumal sich die Praxis nach Annahme des Krankenscheins verpflichte, die Flüchtlinge auch den Rest des Quartals gesundheitlich zu versorgen.

Impfstation im Flur

Nachdem sie sich mit dem RKI beraten hatte, baute die Sportmedizinerin mit ihren Kollegen Impfstationen im Flur der Turnhalle auf. Kinder, Frauen und Männer wurden separat geimpft. „Denn in manchen Ländern ist eine unbedeckte Schulter etwas Intimes“, erklärt sie. Die Bilanz: Alle Flüchtlinge haben bei den Impfungen gegen Masern und andere Erkrankungen mitgemacht.

Um dem mangelnden Impfstatus der Flüchtlinge Herr zu werden, gab das Landesamt für Gesundheit bereits im Winter bekannt, eine zentrale Impfstelle für Asylsuchende in Berlin einzurichten. Im Sommer, so hieß es, solle das Projekt startklar sein.

Das kann dauern

Auf Nachfrage von DocCheck hieß es von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales: „Im Land Berlin laufen derzeit die Vorbereitungen für die Errichtung einer zentralen Impfstelle für Flüchtlinge. Es ist geplant, die Aufgabe der Durchführung der Impfungen, inklusive der Impfstoffbeschaffung, der Dokumentation der Impfungen, einschließlich der Ausstellung des Impfbuches etc. in einem öffentlichen Verfahren an Dritte zu vergeben.“ Da eine europaweite Ausschreibung zeitintensiv sei, prüfe das Landesamt derzeit im Vorfeld der europaweiten Ausschreibung Angebote von möglichen Auftragnehmern, die die Impfstelle in der Zwischenzeit betreiben könnten. Geplant seien die Standardimpfungen (MMR, MMRV, und bei Säuglingen die Sechsfachimpfung).

Grundsätzlich sei vorgesehen, dass das Landesamt für Gesundheit und Soziales komplett ausgestattete Räume für den Betrieb der Impfstelle, die Sprachmittler sowie die Aufklärungsmaterialien in den erforderlichen Sprachen zur Verfügung stelle. Nach einer praxisnahen, raschen Lösung – vor allem für alle Flüchtlinge in Deutschland – hört sich das allerdings nicht an.

94 Wertungen (4.22 ø)

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27 Kommentare:

Gast
Gast

Sonja Schmitzer ist jedenfalls o.k. , Ihre Beiträge sind gut überlegt.

#27 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dipl.-Stom. Armin Jentsch Tbc kann man im Gegensatz zu Masern antibiotisch behandeln und das ist bei ansteckender Tbc (offene) auch Pflicht, einschließlich Isolierung. Das ist natürlich auch ein besonders wichtiges Thema bei dem Heer von sog. Flüchtlingen und Einwanderern aus entsprechenden Risikogebieten.
Insofern ist Ihr Einwand wichtig. Es ist kein Geheimnis, dass die auch Tbc einschleppen, an dem z.B. Schiller und Chopin frühzeitig gestorben sind.
Denn für die einheimische Bevölkerung, insbesondere die Kleinkinder, ist wegen dem massiven Rückgang der früher auch bei uns verbreiteten Erkrankung die Impfung abgeschafft worden. Sie ist daher ungeschützt.

#26 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Impfungen werden wohl weiterhin zum Wohl der Menschheit getragen werden müssen, auch bei Urlaubsreisen fallen Impfungen an sowie bei längeren Gastaufenthalten in anderen Ländern.-

#25 |
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Gast
Gast

Ein Gesundheitssystem, in welchem noch nicht einmal Brillen oder Hörgeräte für die Alten bezahlt werden und hochwertiger Zahnersatz wegen des Eigenanteils “Luxus” ist.
In dem wir billige Re-Importarzneimittel schlucken, die in der Galenik und den Hilfsstoffen dem Original (meistens oder immer?) nicht entsprechen.

#3 sagt, “Was ist blos los in diesem Land, in dem viele Menschen sehr viel Geld haben, so viel Geld, dass die Zinsen schon gegen Null tendieren, (…)”

DAS bezweifele ich doch sehr; viele, auch qualitativ extrem hochwertig ausgebildete Menschen (besonders Frauen, die sich dankenswerter Weise um ihre Kinder kümmern!) müssen sich mit 450€-Jobs begnügen, oder bekommen nach der Familienphase gleich gar nichts mehr und verschwinden vom Arbeitsmarkt…
Die Zukunft aller Menschen die hier leben, ob ursprünglich oder neu hinzugekommen, muss schon im Vorfeld mit mehr Bedacht und gesundem Menschenverstand eingeplant werden, damit ein akzeptabler Lebensstandart geschaffen werden kann!

#24 |
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Gast
Gast

Hier handelt es sich um elementare Dinge, die bereits im Vorfeld einer Klärung bedurft hätten. Abgesehen davon, dass es eine Zumutung ist, die Bevölkerung mit den vielen ungeimpften Personen zu konfrontieren. Auch die finanziellen Aspekte sind nicht unerheblich und nicht außer Acht zu lassen.
Ich bin seit über 40 Jahren als Pharmazie-Ingenieur in der Apotheke tätig, mir tun alle unsere älteren Mitbürger leid, die dieses Land aufgebaut haben und alle fleißigen Werktätigen, die jeden Morgen auf stehen und ihrer Arbeit nach gehen, sie alle haben dies zu zählen und sind nicht gefragt worden. Darüber hinaus werden unsere eigenen Leistungen im Gesundheitswesen immer schlechter, das lässt sich der eigenen Bevölkerung immer schlechter vermitteln.
Wo soll das noch hin führen?

#23 |
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Gast
Gast

Es geht gar nicht um “Epidemien”, sondern darum, bereits besiegten Krankheiten in Deutschland keine Chance auf eine Rückkehr zu bieten.
Wenn diese in weit weniger entwickelten Ländern häufiger auftreten, und -wie weiter unten schon angemerkt wurde- den Menschen die Verständnismöglichkeit aufgrund des Bildungslevels fehlt, wäre es dann nicht doch sinnvoll, eine Impfflicht für Asylbewerber und Flüchtlinge einzuführen, statt mit Flyern um Verständnis zu Sachverhalten zu werben, die sich einigen gar nicht erschließen können?
Schon zum Schutz der Kinder. Auch unserer eigenen.
Das mag auf den ersten Blick befremdlich klingen, ich hielte es aber für eine sinnvolle Erleichterung für alle Beteiligten.

#22 |
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Ärztin

Jetzt mal ehrlich. Haben wir in Kürze einen Impfzwang, wenn die “Epidemien” in der Presse so “hochgespült” werden.
Wollen wir das? oder: Wer will das?

#21 |
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Dipl.-Stom. Armin Jentsch
Dipl.-Stom. Armin Jentsch

Ich vermisse hier den leisesten Hinweis auf Tuberkulose. Im Epidemiologischen Bulletin des RKI vom 16. 3. 2015 sind auf S. 85 die Eckdaten zur Tuberkulose in Deutschland für das Jahr 2013 aufgeführt. Interessanter Weise wird nach Staatsangehörigkeit (n=4060 Fälle davon D 2096 “Ausländische Staatsangehörige =1964 das entspricht 48,4%) und nach Geburtsland differenziert (n = 4083, D =1774 “im Ausland geboren” = 2903). Das entspricht 56,6%. Auf S. 88 ist dann noch eine Tabelle “Länder mit den meisten Asylsuchenden in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, Trier 2014. Nr. 1 Syrien mit 2835 hatte 6 Fälle von meldepflichtigen Tb. Kosovo (1130:4), Serbien (1057 : 6), Eritrea (898:9), Albanien (660:1) und schließlich Somalia (540:11) Die Tuberkuloseprävalenz ist in Albanien am geringsten (27 pro 100 000 Einwohner und in Somalia am höchsten 548 pro 100 000 Einwohner.

#20 |
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Dr. rer. nat. Corinna Franz
Dr. rer. nat. Corinna Franz

@Dr. Christoph Nowak.
verschiedensprachige Aufklärung bietet
– das RKI in 15 Sprachen: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/materialien_fremdsprachig_inhalt.html
– die Initiative http://www.medizin-hilft-Fluechtlingen.de (siehe #8).
– die BZgA:
Erregersteckbriefe zu verschiedenen Krankheiten u.a. auch in arabisch unter http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/ (allerdings keine vollständige Impfaufklärung)
http://www.impfen-info.de/infomaterial/ (auch hier keine Aufklärung, aber geeignete Impf-Übersichten für Eltern in verschiedenen Sprachen)

#19 |
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Gast
Gast

Deutschland scheint nur noch Geld für die Aufnahme von Flüchlingen, das beibehalten für das überschuldete Griechenland in der EU u. Besuch der brit. Königin zu haben. Merkwürdig, dass wir Deutsche von Politik, Presse u. Behörden gerade dazu fixiert werden, nur noch Augen für diese Dinge zu haben. Die Not u. tägl. Situationen vor Ort in Deutschland z. B.: in Pflegeheimen, Pflegenotstand scheint die Deutschen nicht zu interessieren, es betrifft ja noch so wenige. Die die das Sagen haben, haben ja Gelder für Privatpflege. Sichelich ist die Not der Flüchlinge groß, aber warum werden nicht die Länder der Flüchlinge mit Auflagen gezwungen, dass diese selber nach ihrer Bevölkerung schaut. Wir müssen, wenn wir in best. Länder gehen, doch auch Impfungen schon vor Einreise vorweisen. Die Politik u. der größte Teil der deutschen Bevölkerung scheint nur Augen für alle Anderen zu haben, aber nicht für die eigene Bevölkerung die in Not ist. Schon gar keine für diejenigen, die tägl. diese Menschen versorgen u. betreuen!

#18 |
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Gast
Gast

@Dr. Christoph Nowak, Görisried alles “Nebenschauplätze”, die auf das Versagen des staatlichen Gesundheitsdienstes hinweisen. Impfen steht im Vordergrund, denn es ist nicht nur “Privatangelegenheit”.
Siehe #1 Kaiser und Robert Koch im 19.Jahrhundert!
Der Kaiser hat den damaligen Landarzt Koch tatsächlich nach Berlin geholt und ihm märchenhafte Arbeitsbedingungen geschaffen.

#17 |
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Dr. Christoph Nowak, Görisried
Dr. Christoph Nowak, Görisried

Ich habe von unserem zuständigen Gesundheitsamt auch den Auftrag erhalten Asylbewerber zu impfen. Viele bürokratische Hürden haben wir bewältigt, nur völlig ratlos sind wir, wie wir eine vollständige Impfaufklärung machen können. Das mag angesichts der Impfnotwenigkeit als beinahe nebensächlich sein, aber es gehört zu zum Impfen dazu, vor allem juristisch. Es gibt in Bayern keine fremdsprachlichen Impfaufklärungen. Wie machen das andere Kollegen? Wer weiß hier Rat? Herzlichen Dank!

#16 |
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Gast
Gast

An “Alan soso”, solche Kommentare sind überflüssig und sinnentleert. Es gibt sicher andere Foren, in denen sie sich mit diesem niedrigen Niveau bestens aufgehoben fühlen können.
Impfen hat der Menschheit einen rießen Dienst erwiesen, nur weil Sie keine Ahnung haben wie eine Masernencephalitis oder ein Poliospätschaden aussieht, heißt es nicht dass es nicht dringend notwendig ist sich davor zu schützen !

#15 |
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Alan Soso
Alan Soso

[Der Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.]

#14 |
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Gast
Gast

Deutschland ist und bleibt eben Exportweltmeister. Und wenn es nur Masern sind. Hochnotpeinlich.

#13 |
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MR Dr.med Rolf Förster
MR Dr.med Rolf Förster

Es ist an der Zeit endlich die Tätigkeit von impfmuffligen Ärzten und Heilpraktikern zu. Untersagen!

#12 |
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Gast
Gast

Natürlich, das ist doch klar, es hätte sich nicht so ausbreiten können, wenn es keine Impflücken in der restlichen Bevölkerung gegeben hätte. Aber diese allgemeinen Impflücken sind nicht das Versäumnis der Behörden.

#11 |
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Gast
Gast

Deutschland sollte sich schämen…. Mehr kann man dazu nicht sagen.

#10 |
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Gast
Gast

Dass sich die Masern und andere Infektionskrankheiten bei uns ausbreiten, hat aber eben nichts allein mit den Flüchtlingen zu tun. Das kann nur geschehen, weil der Impfschutz hierzulande häufig genug vernachlässigt wurde und auch heute noch wird. Diesen Aspekt vermisse ich sehr in diesem Artikel. Das gehört doch zu einer ausgewogenen Berichterstattung, oder?

#9 |
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Dr Pia Skarabis-Querfeld
Dr Pia Skarabis-Querfeld

Guter Beitrag! Auf der Seite http://www.medizin-hilft-Fluechtlingen.de finden sich übrigens weitere Informationen zu der Aktion sowie viel Praktisches zum Thema Flüchtlingsmedizin, rechtliche Grundlagen zum Krankenschein für Asylbewerber , sowie viele fremdsprachliche Dokumente zum Herunterladen.

#8 |
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Dr. Karin Rüttgers
Dr. Karin Rüttgers

#3

Herr Karmann,

3 mal Daumen hoch !!!

Dabei gilt doch: kurzfristig gut –> langfristig schlecht – und umgekehrt.

Beste Grüße
Karin Rüttgers

#7 |
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Claus Schroeter
Claus Schroeter

Dieser Beitrag kommt leider nicht auf den Kern: Impfung der Flüchtlingskinder ist nur e i n Thema, und zwar das dritt-wichtigste; grundlegend sind zwei andere:
1. müssen ALLE Flüchtlingsfamilien in ALLEN Bundesländern (z.zt. nur in Bremen; in einigen anderen Bundeskländern können clevere Anwälte das erstreiten; in wenigen Städten gibt es Vereins- oder in Gesundheitsämtern organisierte Angebote für ärztl. Beratung ohne GKV-Schulz) den uneingeschränkten Krankenversicherungsschutz mit Chipkarte erhalten,
2. müssen die Sprachversionen entwickelt (oder zumindest “zugeschaltet” werden; sonst funktioniert wenig bis nichts. Und erst dann kann/muß
3. die altersgerechte Einstufung in das U-Untersuchunsgprogramm UND das (gegef. nachzuholende) Stoffwechselscreening erfolgen; damit ist auch das Impfsystem eingezogen. Jedoch
4. das Impfwesen der Zuwandererfamilien muß zunächst systematisiert werden (auch die Eltern, fast nie besitzt jemand Nachweis des bisherigen Impfstatus, Herkunftsvarianten nach Risiken, gen. Dispositionen usw. in großer Datenbank abrufbar; Infoschriften* nach Sprachversionen usw.).
*) nicht Türkisch/Polnisch/Russisch und allenfalls Serbokratisch; heute werden benötigt Arabisch, Kurmanschi, Sorani, Zaza – und das Problem ist nicht (nur) die Sprachübersetzung, sondern das Herunterbrechen eines rechtl. richtigen Aufklärungstextes in einen Verständnislevel für Zuwanderern mit geringer Schulbildung, erlittenen Traumata und absoluter Unkenntnis über Medizinische Prävention Westeuropas. Das alles ist nicht, allenfalls punktuell vorhanden.
…und unsere vielen Vorschläge, Denkschriften, Modellprojekte im Sektor “sozialmedizinische Beratung” führte bisher nicht ein einziges mal zu Realisierungen.
Claus Schroeter
Nationales Netzwerk Seltener Krankheiten (seit 1987), Netzwerk MigratiionsMedizin (seit 2004) usw.
claus.schroeter@email.de

#6 |
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Gast
Gast

Endlich mal wieder ein Impfthema. Dachte schon, es wäre im Sommerloch verschwunden… *augenroll*

#5 |
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Herr Karmann Sie haben recht, aber bedenken Sie die Behörden sind nur der verlängerte Arm von Landes- und Bundesregierung/en. Deren Repräsentanten leriden schon seit Langem an foudroianter cerebraler Exsikkose, sofern überhaupt noch ein Organsubstrat vorhanden ist. Noch Fragen?

#4 |
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Klaus-Peter Karmann
Klaus-Peter Karmann

Ja, #1, da reiben wir beiden uns die Augen und können es nicht fassen, was im Kaiserreich, in dem die pro-Kopf-Produktivität (und damit das objektive reale Wohlstandniveau) weit unterhalb unserer heutigen lag, alles möglich war: Infrastruktur (z.B. Eisenbahnen) nicht nur Instandhalten, sondern sogar Aufbauen (“Gründerzeit”), Impfschutz für alle neu EINFÜHREN, etc, etc. Was ist blos los in diesem Land, in dem viele Menschen sehr viel Geld haben, so viel Geld, dass die Zinsen schon gegen Null tendieren, in dem aber für nichts mehr Geld da ist. Außer um den Euro zu “retten” natürlich, koste es, was es wolle!

#3 |
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Pflegewissenschaftlerin

Ein sehr interessanter Beitrag! Besonders, da ich im Auftrag der VHS vor Ort Vorträge für Migranten zum Thema: “Was mache ich, wenn ich krank bin?” halten soll. Danke!

#2 |
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Gast
Gast

Danke, ein wirklich schöner Einblick in “Berliner Verhältnisse”.
Der Kaiser und Robert Koch würden sich im Grab rumdrehen.
(1880 “kaiserliches Gesundheitsamt”).

#1 |
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