Fibromyalgie: Wieso? Weshalb? Warum?

19. Juni 2015
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Hielten Ärzte die Fibromyalgie in den 1990ern noch für weitgehend psychisch bedingt, finden heute immer mehr Studien körperliche Korrelate. Was die umstrittene Erkrankung verursacht, bleibt jedoch nach wie vor unklar.

Fibromyalgie-Patienten fühlen sich meistens gekränkt, wenn sie auf mögliche psychische Ursachen angesprochen werden. Auch die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung e.V. (DFV) schreibt auf ihrer Website: „Das Fibromyalgie-Syndrom ist nicht psychisch bedingt“. Das Syndrom gehört zu den Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems bzw. des Weichteilgewebes und wird in der ICD-10 mit „M79.70“ kodiert.

Dennoch ist das Fibromyalgiesyndrom (FMS), unter dem etwa 1 bis 3 % der deutschen Bevölkerung leiden (AWMF-Leitlinie), vom Beschwerdebild in einigen Punkten verwandt mit der somatoformen Schmerzstörung (F45.4). Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. schreibt auf ihrer Website: „Die ‚anhaltende somatoforme Schmerzstörung‘ ist durch andauernde quälende Schmerzen über mehrere Monate gekennzeichnet, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann, welche die Beschwerden erklären würde.“

Physiologische Korrelate

Beim Fibromyalgiesyndrom bestehen Schmerzen in Muskeln, Bändern, Knochen und Sehnen und zwar in allen vier Körperquadranten und entlang der Wirbelsäule. Obwohl Blutuntersuchungen unauffällig sind, lassen sich Veränderungen feststellen [Paywall], z. B. eine erhöhte Konzentration der Substanz P in den freien Nervenendigungen der Muskeln, erniedrigte Carnitin-Konzentrationen in der Muskulatur sowie ein veränderter Serotoninstoffwechsel. Wissenschaftler um Nurcan Üçeyler, Uni Würzburg, wiesen 2013 in einer Studie nach, dass bei der Fibromyalgie kleine Nervenfasern geschädigt sind.

ACR-Kriterien

Die Fibromyalgie wird unter anderem mithilfe der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) diagnostiziert. Die ACR-Kriterien von 1990 besagten, dass 11 von 18 „Tender points“ am Körper auf Druck schmerzhaft sein müssten, um die Diagnose „Fibromyalgie“ stellen zu können. Nach den ACR-Kriterien von 2010 entfällt dieser Aspekt. Heute gilt: Liegt der Widespread Pain Index (WPI) bei ≥ 7 und der Symptomschwere-Score (Symptom Severity Score, SS) bei ≥ 5 oder liegt der WPI bei 3 – 6 und der SS bei ≥ 9 ist dies ein erfülltes Diagnosekriterium für Fibromyalgie. Die Schmerzen müssen darüber hinaus seit mindestens drei Monaten bestehen und sind ansonsten medizinisch nicht erklärbar. Die Fibromyalgie zeichnet sich nicht nur durch Schmerzen, sondern auch durch verschiedene vegetative Symptome aus, die sich bis heute nur schwer in ihrem Zusammenhang erklären lassen.

Zentrales Sensibilisierungssyndrom und Fibromyalgie

Chronische Fatigue, Reizdarmsyndrom, chronische Kopfschmerzen, Juckreiz, Blasen- und Beckenschmerzen sind nur wenige von vielen Beschwerden, die mit der Fibromyalgie verflochten sind. In der Abteilung für Fibromyalgie und Chronische Fatigue der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota (USA), erforschen Wissenschaftler das „Zentrale Sensibilisierungssyndrom“, unter dem anscheinend auch viele Fibromyalgie-Betroffene leiden.

Darunter versteht man eine Reihe von vagen, aber unangenehmen Beschwerden, die zeitgleich auftreten, wie z. B. Mundtrockenheit, Kieferschmerzen, Schlafstörungen, Morbus Menière oder das Sick Building Syndrome. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass beim Zentralen Sensibilisierungssyndrom das viszerale und zentrale Nervensystem überempfindlich reagieren, sodass bereits kleinste Reize zu starken Empfindungen führen.

Kevin C. Fleming und Mary M. Volchek beschreiben in einem Beitrag im April 2015, worauf der Arzt achten sollte, um auf das Zentrale Sensibilisierungssyndrom aufmerksam zu werden und unnötige Tests und Diagnose-Odysseen zu vermeiden. Denn es sind vor allem die vielen Untersuchungen, die die Fibromyalgie so teuer machen: Pro Jahr entstehen bei einem Patienten je nach Schwere der Erkrankung Kosten von 5.000 bis 9.000 US-Dollar, schreiben Fleming und Volchek.

Chronic Widespread Pain (CWP) und Fibromyalgie

Auch darüber, ob das CWP-Syndrom und die Fibromyalgie zwei verschiedene Paar Schuhe sind, wird diskutiert. Arzu Yagiz On und Kollegen der Ege-Universität, Izmir (Türkei), halten eine Unterscheidung von Fibromyalgiesyndrom (FMS) und CWP für nicht sinnvoll. In ihrer aktuellen Studie [Paywall] mit 284 Patienten wandten sie die ACR-Diagnosekriterien von 1990 und 2010 an. 65 % der Patienten erfüllten dabei die 1990er Kriterien und 94 % die Kriterien von 2010. Den Ergebnissen zufolge liege die FMS auf einem Kontinuitätsstrahl des CWP. Die Autoren sind der Meinung, dass FMS keine eigenständige diagnostische Entität bildet. Die Abgrenzung zum CWP sei auch deswegen nicht sinnvoll, da die multimodale Behandlung von FMS und CWP weitgehend identisch sei.

Sowohl Patienten mit CWP als auch mit FMS leiden unter Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit, wodurch häufig eine Verbindung zwischen dem Chronic Fatigue Syndrom und der FMS gesehen wird. John McBeth und Kollegen (Januar 2015) [Paywall] der Keele University, Staffordshire (UK), stellten sich die Frage, ob der fehlende Schlaf zur Entwicklung eines CWP führt oder ob die Patienten durch die Schmerzen wach werden. Sie kamen zu einem eindeutigen Sowohl-als-auch-Ergebnis: Schlechter Schlaf kann die CWP-Entstehung fördern und CWP unterbricht den Schlaf.

Höherer BMI und mehr Angst bei FMS-Betroffenen

Edgar Adams und Kollegen (Covance Market Access Services Inc., Gaithersburg, Maryland, USA) fanden in ihrer Studie [Paywall] heraus, dass das FMS ein extremer Eckpunkt des CWP sein könnte. Sie konnten die Daten von 125 Patienten ohne CWP, 176 Patienten mit CWP und 171 Patienten mit FMS auswerten. Es zeigte sich, dass der Body Mass Index (BMI) zunehmend anstieg und zwar von CWP-negativen Teilnehmern mit einem BMI von 28,8 über CWP-positive Teilnehmer (BMI 30,7) bis hin zu FMS-Patienten, die einen BMI von 32,1 aufwiesen.

Auf der Kontinuitätsskala von negativem CWP bis hin zum FMS fanden sich Steigerungen in der Intensität von Migräne und anderen Kopfschmerzen, von Gelenkbeschwerden und des Reizdamsyndroms (p < 0,003 bei allen Vergleichen). Auch psychische Störungen wie Angststörungen und Depressionen kamen in ansteigendem Ausmaß vor (jeweils p < 0,0001). Ebenso litten die Patienten mit FMS deutlich stärker unter Schmerzen und Funktionseinschränkungen als Patienten mit CWP. Während nur 32,8 % der CWP-negativen Patienten Medikamente einnahmen, verwendeten 52,8 % der CWP-positiven Patienten Medikamente. Bei den Fibromyalgie-Patienten waren es 62,6 % (p jeweils < 0,0001). Am häufigsten wurden Opioide genannt.

Eines wird klar: Beim Symptomkiosk Fibromyalgie gibt es noch viel zu erforschen. Gerade die Komplexität von Schmerzen, vegetativen und psychischen Symptomen ist eine Herausforderung. Beteiligt sind unter anderem Hormone, das Immunsystem, Nerven- und Muskelgewebe, der Schlaf und auch die Psyche. Auf einfachere Antworten, erhellende Bindeglieder oder die Studie, die alles erklären könnte, warten die Betroffenen sehnlich – vielleicht auch ewig.

133 Wertungen (3.98 ø)

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21 Kommentare:

Dr. med. Otto Suleder
Dr. med. Otto Suleder

zu #13

stellen Sie sich vor, es heißt tatsächlich “Nervenendigungen” und das ausweislich deutscher Lehrbücher der Anatomie (III) bzw. Physiologie. Wenn Sie schon Gast bei DocCheck sind, hätten sie vielleicht einmal in das DocCheck Flexicon schauen sollen. Dort hätten Sie den folgenden Eintrag gefunden:

“Nervenendigung
Englisch: nerve ending, nerve terminal
Definition[bearbeiten]

Eine Nervenendigung ist ein Oberbegriff, der als Bezeichnung für eine Präsynapse oder aber auch für einen Rezeptor im peripheren Nervensystem dient, z.B. für einen Nozizeptor oder einen Thermorezeptor.
Tags: Neuron
Fachgebiete: Biologie, Neurowissenschaften”

jetzt zufrieden?

Die kleine Frage war aber wohl nicht FÜR nervige Besserwisser sondern eher VON einer solchen! Oder war alles ironisch gemeint?

#21 |
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Gast
Gast

Fast hatte ich schon befürchtet , mein erster Kommentar ( #20)
Wäre einer Zensur zum Opfer gefallen . Jetzt hat er aber trotz
Fibro-Fog bedingter Schreibfehler die Kontrollen passiert.
–Danke!
Der Artikel von Martinez-Lavin ist jetzt auch im PubMed
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26094164?dopt=Abstract
Wenn man genau hinschaut, wie Frank Rice und sein Team ,
finden sich in Hautproben von Menschen, denen die Diagnose
Fibromyalgie verpasst wurde, evtl. noch einige Merkwürdigkeiten.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pme.12139/full
somatoform!

Mit freundlichen Grüßen
C.B.

#20 |
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Dr. med. Carsten Schmidt
Dr. med. Carsten Schmidt

Fachlich aber auch sprachlich sehr gut!!
Frau Voos schreiben Sie!!!

#19 |
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Doc Check ist auch nur noch eine Plattform auf der sich Heilpraktiker ihre Theroprien ausdenken können. Ich hoffe dieser unsägliche Blodsinn hört bald mal wieder auf.
Wie in dem Artikel ohne Aberglauben verwoben, haben sich dafür ausgebildtete Menschen mit diesem sehr schwierigen Problem Fibromyalgie und CF auseinandergesetzt, leider müssen viele Menschen die auf irgendeine weise krank unglücklich oder gequält sind sich aber weiterhin mit Meinungen und Unfug konfrontieren lassen.
Es gibt aktuell kein echtes Behandlungskonzept und es wichtig sich ernsthaft und wahr mit den betroffenen Patienten auseinanderzusetzen und man wird individuell therapieren müssen.
Das verkaufen von wirkungslosen Tinkturen halte ich allerdings weiterhin für betrug.

#18 |
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Gast
Gast

Wieso? Weshalb? Warum?
„Explaining Unexpained Illness“- Martin Pall hat es bereits vor ca. 10 Jahren recht genau erklärt. Mittlerweile gibt es z.B. von Bodo Kuklinski in deutscher Sprache Literatur auch für Laien, in der die komplizierte Biochemie
aufgedröselt wird.
Pongratz und Späth hatten bereits 1998 Schäden an Mitochondrien entdeckt.
Cordero ed al. haben das aktuell erneut bestätigt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25662535
Von Nervenschäden beim sogenannten Fibromyalgiesyndrom berichtet Martinez-Lavin schon seit dem vorigen Jahrhundert.
Vor Kurzem hat er auch eine elegante Nachweismethode vorgestellt.
http://www.semarthritisrheumatism.com/article/S0049-0172%2815%2900052-9/abstract
Mehrere Forschergruppen kamen übrigens zu ähnlichen Ergebnissen wie die Würzburger. Z.B. :
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23748113
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24243538
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24469976
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24719395

Wenn Behandler und MedizinjournalistInnen die reichlich vorhandene Literatur etwas
aufmerksamer lesen würden und nicht nur im Ursachendjungel stochern würden,
http://news.doccheck.com/de/37135/fibromyalgie-stochern-im-ursachendschungel/
könnte vielleicht auch irgendwann wir Patienten davon profitieren.

#17 |
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Arzt

Fibromyalgie ist keine Krankheitsentität, sondern die Beschreibung eines Syndroms, welches sehr verschiedene Ursachen hat.
Das können körperliche, seelische oder eine Mischung aus beidem sein. Wichtig erscheint mir, dass ergebnisoffen nach der Ursache chronischer Schmerzen gesucht wird und nicht in Form eines ideologischen Grabenkampfes.

Frau Harnack,

Sie haben unzutreffende Verschlüsselungen genannt. Infrage kommen hier die F45.40 oder die F45.41.

#16 |
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Gast
Gast

Danke-es wird Zeit, daß diese Patienten nicht mehr mit Psychopharmaka behandelt werden, sondern neue Erkenttnisse zur Kenntnis nimmt!

#15 |
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Heilpraktiker

Die Fibromyalgie ist derzeit grundsätzlich dem Fachbereich der Rheumatologie zugeordnet (z.B. nimmt sich dankbarerweise auch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie des FMS an und im ICD 10 findet man die Fibromyalgie in der M-Notation (Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes, usw.). Das mit dem Rheuma ist ja auch nicht grundsätzlich falsch, denn „da tut’s ja weh“. Bei den heute erkennbaren Tendenzen aus der Forschung, etwa nach den Ergebnissen der Studie der Uni Würzburg 2013 (siehe Beitrag) steht aber mindestens im Raum, dass es sich bei der Fibromyalgie sehr viel eher um eine Schmerzerkrankung (nervaler und/oder schmerzverarbeitender Genese) handelt. Und dann wäre das FMS doch sehr einsam im Kreis der klassischen rheumatischen Erkrakungen, entzündlicher, degenerativer oder stoffwechselbedingter Ursachen. Evtl. könnte deshalb eine Neuausrichtung von Forschung („Neurologie“) und Therapie weiter helfen.

#14 |
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Maria Hummel
Maria Hummel

Kleine Frage für nervige Besserwisser: heißt es wirklich “Nervenendigungen”? Was, bitte, sind Endigungen?

#13 |
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Gast
Gast

Buch-Empfehlung:
Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit von Dr. Zschocke

Warum ist die Schulmedizin so engstirnig verbohrt? Der Mensch muss zerteilt werden in Körper und Geist, da gibt’s kein Miteinander.

Dr. S, Ärztin

#12 |
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Mmmmpf…in Russland und Schweden wurd kaum geimpft…..so so….
Daß muss dann wohl in einem Paralleluniversum liege.

#11 |
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Dr. med. Rainer Mathias Dunkel
Dr. med. Rainer Mathias Dunkel

Medizin ist seit der Approbationsordnung für Ärzte von 1970 eine psychosomatische Medizin! Leider ist das von den meisten medizinischen Fachgesellschaften noch nicht umgesetzt worden. Der Mainstream der Medizin agiert nach einem biomedizinischen Modell statt nach einem biopsychosozialen Wissenschaftsmodell. Weder die Forschungsgebiete der Psychoneuroimmunologie noch der Epigenetik werden gewürdigt. Psychosomatik ist die Synergie somatischer und psychischer Prozesse, mal überwiegt der somatische, mal der psychische Bereich. Beides ist miteinander verschränkt. Die Fibromyalgie ist eine Psychosomatose und kann erfolgreich mit einem interdisziplinären Ansatz kuriert werden. [Teile des Beitrags wurden von der Redaktion gelöscht.]

#10 |
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Heilpraktikerin

In meiner Praxis stelle ich bei chronischen Erkrankungen sehr selten ein ‘Entweder/Oder” sprich ‘psychosomatisch oder körperlich bedingt’ fest. Sondern eher einen Cocktail aus beiden Abteilungen. Gerade auch bei Fibromyalgie. Die Frage nach Henne oder Ei ist zur Genesung für mich dann ganz hinten. Der Stein der Weisen ehrenvoll, aber unwichtig. Es geht darum, den Cocktail in seine Bestandteile, also Krankheitstrigger, zu zerlegen und Maßnahmen in der für den Patienten geeigneten Reihenfolge anzubieten. Laborbefunde (Situation Darm), Schilddrüse, Speichel (Hormone), Urin (HPU), Ausleitung und Meidung toxischer Stoffe, Mangelausgleich (nach Laborbefund und Regulationsdiagnostik), Ernährungs- und Bewegungsberatung. Und in Abständen eben auch psychotherapeutische Maßnahmen. Wenn all dies aus einer Hand angeboten werden kann, ist der Therapeut/Arzt in der Lage, den individuellen Zusammenhängen des Patienten adäquater und sinnvoller zu folgen. Das erfordert die Bereitschaft, sich in den genannten Bereichen Expertisen zu verschaffen und den Patienten in seiner Situation abzuholen.

#9 |
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Weitere medizinische Berufe

@Gast

“Es ist kein Zufall das in Schweden Rußland fast keine CFS , Fibromyalgie, ADHS auftritt und diese zurückgehen.”

Warum, wird dort nicht geimpft?

#8 |
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A. Burhans
A. Burhans

Lieber “Gast”,
das kann doch nicht ihr Ernst sein?
Sie sind also auch dafür, dass wir die Pocken wieder einführen, jedes Jahr hunderte von Kindern an einer Masernenzephalitis erkranken und Ungeborene u.a. durch Erstinfektion der Mütter mit Röteln bedroht werden? Ach ja, holen Sie dann doch auch die eisernen Lungen wieder aus dem Keller, sie haben sicherlich gehört dass Polio auch eine Renaissance erlebt.
Ich warte derweil auf die Studie die ihre Thesen über die von Ihnen genannten Impfschäden belegt.

Schlafen sie gut,
A. Burhans
Arzt

#7 |
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J.-P. Czerny
J.-P. Czerny

Wie kann es zur Beantwortung der Frage, ob eine Erkrankung primär psychisch bedingt ist wesentlich sein, ob sich ein organisches Korrelat findet? Fakt ist doch, dass sich eine konflikthafte Psychodynamik – aufgrund der engen Verknüpfung von Geist und Körper – immer auch auf den Gesamtorganismus auswirkt. Die Physis ist nur als Ganzes verständlich zu betrachten. Es mag eine formelle Unterscheidung zur ‘anhaltenden somatoformen Schmerzstörung’ über die Feststellung organischer Korrelate gegeben sein – per Definitionem. Über eine beiden möglicherweise zugrundeliegende, verursachende und aufrechterhaltende psychische Genese – welche sich eben in der Folge nicht immer gleich rasch auch auf der organischen Ebene abbildet – sagt dies nichts aus.

#6 |
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Sport, Sport, Sport und nochmals Sport,
Bewegung, Bewegung, Bewegung..
das ist das was garantiert hilft
Frank ( Arzt und Betroffener )

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Entwickelt nicht fast jeder Patient mit chronischen Schmerzen ein Sensibilisierungssyndrom, was nicht psychisch, sondern durch Fehlsteuerung oder Fehlsignale der Nerven bedingt ist?
ich habe keine Fibromyalgie, sondern chronische Schmerzen durch Nervenschäden an der Wirbelsäule, aber ich habe das auch ( Allodynie). Es hat Jahre gedauert, bis die vielfältigen Schmerzerscheinungen nicht mehr als Coenästhesie diagnostiziert wurden, sondern eben als Sensibilisierungssyndrom. Dass der BMI bei den Patienten höher liegt, wundert mich wenig: Alle Medikamente, mit denen behandelt wird () außer den Opiaten) besitzen die Nebenwirkung “Gewichtszunahme”: Antidepressiva, Antiepileptika, Neuroleptika.

#4 |
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Dr. med. Achim WOLFRAM
Dr. med. Achim WOLFRAM

Der Erfinder der Tender Points hat sich für sein “Erfindung” schon vor Jahren entschuldigt. Die physiologischen Korrelat überzeugen nicht. Meines Eachtens ist ein zentrales Sensibilisierungsyndrom ( länger anhaltender, unbehandelter Schmerz induziert Schmerz mit einer gedanklichen Fixierung auf den Schmerz) also eine zentrale Rückkopplung des Schmerzes am wahrscheinlichsten. Und da spielt die Psyche schon eine Rolle.
Schlimm ist dabei, wie die armen Patienten hin und her geschickt werden und von vermeintlichen Kennern mit großen Sprüchen und Versprechungen finanziell ausgesaugt werden.

#3 |
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Dr. med. Gerhard Muche
Dr. med. Gerhard Muche

Diese Erkenntnisse sind trotz aller neuer Studien fast genauso alt, wie dei ACR-Kriterien von 1990. Und das für somatoforme Schmerzstörungen das Kriterium fehlender organischer Ursachen ist, sagt doch nur, dass wir mit unseren heutigen Methoden nicht in der Lage sind, die Ursache zu finden.
Warum sollen nicht zentrale Steuerungsstörungen des MNuskeltonus der tonischen Muskulatur die entsprechenden Symptome auslösen, welcher Ursache auch immer angelastet.
Das eigentliche Problem liegt in der Gleichsetzung mit dem Myofaszialsyndrom, damit verbunden auch unnötiger Therapieaufwand.

Dr. Gerhard Muche

#2 |
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Dr. Gerd Kramer
Dr. Gerd Kramer

Das leidige Thema “warum es im leben nicht geht”

#1 |
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