Übertherapie: Und täglich spritzt das Murmeltier

25. Juni 2015
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Weniger ist mehr – unter diesem Motto sollten künftig alle Therapien stehen. Internisten fordern, Diagnose- und Therapieoptionen konsequent und kritisch zu hinterfragen und sie auf das richtige Maß zu reduzieren: sinnvoller Ansatz oder sinnloses Sparpaket?

„Gemeinsam klug entscheiden“ – unter diesem Motto warnt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vor überflüssigen Diagnosen und Therapien. Ihre Idee: Alle internistischen Schwerpunktgesellschaften sollen fünf wichtige Bereiche mit Über- beziehungsweise Unterversorgung identifizieren. Nach dem Vorbild von „Choosing Wisely“ planen sie einen optimierten Dialog zwischen Ärzten und Patienten. Das erklärte Ziel: Diagnose- und Therapiepläne besser erklären, besser kommunizieren, um Laien zu erläutern, warum weniger manchmal mehr ist. Momentan erwarten Patienten bei jedem Praxisbesuch eine Therapie, wenigstens aber ein Rezept, um Medikamente abzuholen. Ärzte wiederum berufen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Leitlinien. Entsprechende Dokumente raten zum Handeln, geben aber kaum Anhaltspunkte, wann Patienten eben nicht von der Therapie profitieren. Damit nicht genug: Health Professionals haben momentan kaum Zeit für ausufernde Erklärungen. Sie fordern eine angemessene Vergütung – gerade bei gezieltem Therapieverzicht, ohne sich zum verlängerten Arm von Krankenkassen zu machen. Jetzt liegen erste Ideen vor.

Herzliche Grüße aus dem OP

Dazu ein Blick auf die Kardiologie. Laut Professor Dr. Gerd Hasenfuß, Göttingen, werden in kaum einem Land so viele Stents gesetzt wie in Deutschland. Koronardilatationen gelten bei Patienten ohne Symptomatik und ohne Ischämienachweis als obsolet. Ob sich das Risiko späterer Myokardinfarkte tatsächlich verringert, bleibt fraglich. Durch Techniken der Bildgebung ließen sich wertvollere Aussagen treffen, heißt es weiter. Systematische Angiografien als Kontrolle nach Koronarinterventionen gehören ebenfalls gestrichen. Und bei Patienten mit einer geschätzten Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten lautet die Empfehlung, keinen internen Defibrillator zu implantieren. Noch ein Blick auf Medikamente: Leiden Patienten an der koronaren Herzkrankheit, profitieren sie nicht von Klasse-I-Antiarrhythmika.

Viel Wirbel um Krebs

Auch in der Onkologie gehören Überdiagnosen und Übertherapien zum täglichen Brot. Professor Dr. Michael Hallek, Köln, nennt mögliche Problemfelder. Bei Patienten, die aufgrund von Lymphomen behandelt worden sind, führen Kollegen Nachsorgeuntersuchungen per Sonographie und/oder Computertomographie zu engmaschig durch. Da 60 bis 90 Prozent aller Rezidive mit klinischen Symptomen auftreten, ergeben sich aus häufigen Untersuchungen nicht zwangsläufig frühere Diagnosen. Hinweise auf ein höheres Gesamtüberleben fehlen jedenfalls. Das trifft auf gesunde Patienten ohne erhöhtes Darmkrebs-Risiko genauso zu – Koloskopien in Intervallen von weniger als zehn Jahren bringen keinen Benefit. Zielgerichtete Krebstherapien ohne Nachweis der Mutation machen ebenfalls wenig Sinn. Kritik äußern Onkologen auch hinsichtlich des dritten oder vierten unterschiedliche Chemotherapie-Regimes, falls sich in den ersten beiden Anläufen kein Erfolg eingestellt hat.

Gute Keime, schlechte Keime

Nicht zuletzt sieht Professor Dr. Gerd Fätkenheuer, Köln, in der Gabe von Antibiotika bei Patienten mit akuter Bronchitis wenig Sinn. Kein Einzelfall: Laut einer Veröffentlichung in „JAMA“ erhielten 60 bis 80 Prozent aller Patienten entsprechende Wirkstoffe bei diesem Krankheitsbild – trotz fehlender Hinweise auf bakterielle Infekte. Antibiotika machen bei asymptotischen Bakteriurien ebenfalls wenig Sinn. In diesem Zusammenhang werden auch serologische Tests auf Borrelien oder Chlamydien bei unspezifischer Symptomatik als Beispiele der Überversorgung genannt. Mit sogenannten Antibiotic Stewardships (ABS) gelingt es, die Einnahmehäufigkeit im stationären Bereich um maximal 40 Prozent zu senken. Zu ABS-Teams gehören ein Infektiologe, ein Fachapotheker, ein Facharzt für Mikrobiologie und der Hygienebeauftragte des Krankenhauses. Gleichzeitig optimiert das interdisziplinäre Team die Therapie.

Bettruhe statt Tabletten

Bei gesetzlichen Krankenkassen stoßen entsprechende Vorschläge auf helle Begeisterung – wohl wissend, dass Ärzte Schwerstarbeit zu bewältigen haben. „Es ist sicherlich häufig anstrengender für einen Arzt, einen Patienten von einer Woche Bettruhe zu überzeugen, als ein paar Tabletten zu verordnen, obwohl die Bettruhe manchmal die bessere Therapie ist“, sagte ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands. Die internistische Initiative hinterfrage zu Recht, „ob nicht in bestimmten Fällen weniger Aktionismus für den Patienten ein Mehr an Genesung für ihn sein kann“. Zuletzt hatte die Techniker Krankenkasse (TK) kritisiert, pro Jahr würden 50.000 Patienten aufgrund von Rückenschmerzen unnötig geröntgt. In vielen Fällen gingen entsprechende Beschwerden innerhalb von sechs Wochen zurück. Patienten nehmen außer der Strahlenbelastung selbst Übertherapien in Kauf. Kritik kam von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Ärzte haben keine finanziellen Anreize dafür, mehr Röntgenaufnahmen zu machen als notwendig“, stellte KBV-Chef Andreas Gassen klar. Der Konflikt zwischen sinnvollen Einsparungen und ökonomischen Zwängen ist einmal mehr in vollem Gange.

68 Wertungen (3.88 ø)

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26 Kommentare:

Chirurg
Chirurg

Dr. med.dent. Horst Landau, freut mich zu hören, wenn das Ihre Privatmeinung ist.
Gesellschaftlich ist es allerdings ein deutliches Signal der Desolidarisierung, oder auch Egoismus der “gesunden?” Einzahler, denn alte Menschen sind ja auch zunehmend eine “positive Selektion” von “Gesunden”, die gerade besonders lange in die solidarische Kasse eingezahlt haben (mit gewissen Ausnahmen vor allen bei alleinstehenden Frauen). Ich kenne viele, die z.B. bei einer SH-Fraktur im Alter zum ersten mal in ihrem Leben das Krankenhaus kennen lernen. Das wurde auch mehrfach von der geriatrischen Ges. NRW vorgerechnet!
Hinzu kommt weltweit (westliche Welt), dass für die GLEICHE Erkrankung z.B. ein akuter, stationär behandlungsbedürftiger HI, mit ausreichend standardisiertem Schwergrad, der “therapeutische Einsatz” bei alten Menschen NICHT zunimmt, sondern im Gegenteil, deutlich abnimmt, darüber sollte man sich eigentlich schämen.
Ein 40-50-jähriger HI ist also wesentlich teurer,
oder wer früher stirbt, stirbt wesentlich teurer, soweit die Fakten zum populären “sozialverträglichen Ableben”.
Unverschämt ist das Beschönigen solcher Entwicklungen mit Wortschöpfungen, wie “Choosing Wisely”.
Damit wird natürlich keinesfalls in Abrede gestellt, dass z.B. eine CLL gerade im hohen Alter oft nicht behandlungsbedürftig ist und nur gelegentlich überwacht werden muss um den Moment nicht zu verpassen, in dem sich das ändert.

#26 |
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Gast
Gast

Die Angabe von 40% (Antibiotika) bei akuter Bronchitis von Professor Dr. Gerd Fätkenheuer, Köln scheint mir sogar recht hoch, trotzdem möchte ich bravo dazu sagen. Einen klinisch tätigen Arzt sollte aber der Unterschied zwischen einem bakteriellen und einem viralen Infekt bekannt sein. Man kann nicht immer teure Tests mit Antibiogrammen machen, die werden nicht bezahlt.

#25 |
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Heilpraktiker

@ Dr. med. Wenzel Nieswiatowski: “Mali oder in Ethiopien” steht nicht zur Debatte. Es geht auch nicht um “viel Medizin” oder “wenig Medizin”. Das richtige Maß ist die Kunst – und das richtige Maß hatten Sie scheinbar. Daher haben Sie das Sarkom – ein Ewing-Sarkom? – entdeckt.

#24 |
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Leute!
Es geht letztendlich um die Tatsache ,daß “viel Medizin” besser ist als “wenig Medizin” und wenn jemand anderer Meinung ist- sein gutes Recht , soll bitte schön sich in Mali
oder in Ethiopien behandeln lassen.
Und was “unnötige Rö.Bilder anbelangt:gerade von einer Woche habe ich ein Humerussarkom bei einer 17 jähriger entdeckt .Bis dato wurde sie tüchtig mit Massagen behandelt.

#23 |
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Gast
Gast

#21, Dr. med.dent. Horst Landau lesen Sie doch bitte noch mal #13.

#22 |
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@ “Chirurg”: Das “früher mit 60 friedlicher Sterben” ist doch erkennbar ironisch gemeint. Die etwas zynischere Variante lautet “sozialverträgliches Frühableben”…

#21 |
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Chirurg
Chirurg

@Dr. med. Wenzel Nieswiatowski wie kommen Sie bitte darauf, dass man (früher) mit 60 “friedlicher” gestorben ist als heute mit 80.
Das ist eher genau umgekehrt.
Haben Sie als Arzt kein Herz für alte Menschen?

#20 |
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Gast
Gast

über “eine Woche Bettruhe ” Bettruhe (ohne Medizin) sind die KVen nur deshalb so begeistert, weil das der unschuldige Arbeitgeber bezahlen muss.
Her van den Heuvel, das müssten Sie doch auf den ersten Blick erkennen!

#19 |
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Gast
Gast

Schon wieder diese saubl… Schlagworte, noch in Englisch, hinter denen sich meist das Gegenteil versteckt, was diese Worte suggerieren.
Und das hier bei Doccheck.
Die Sparmaßnahmen sind wesentlich problematischer.
Koloskopien z.B. werden für jeden normal denkenden Menschen zu wenig und nicht zu viel gemacht, das zeigt die große Zahl der manifesten Kolonkarzinome.
Mag ja sein, dass um die “Kardiologie” im Vergleich noch etwas zu viel “Wirbel” gemacht wird, sicher aber zu wenig bei der 2.häufigsten Gruppe der Todesursache dem Krebs.
Natürlich ist die wichtigste Prävention für beides die gesunde Lebensführung,
hier sieht es “im Trend” eher düster aus. Man greift ieber die Dr.´s an, die hier Feuerwehr spielen müssen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

#18 |
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Heilpraktiker

@ Christian Scheer

Ja exakt – und schon die Kinder werden so erzogen. Früher wurden z. B. fiebernde Kinder gepflegt. Heutzutage will keine Mutter, kein Vater aus lauter Angst etwas falsch zu machen und dann dafür kritisiert zu werden, Verantwortung übernehmen. Und Zeit hat ja auch keiner mehr für so etwas. Dann muss das Kind in professionelle Hände gegeben und ordentlich mit Medikamenten versorgt werden. Es muss ja auch wieder übermorgen in die Schule, in die Nachhilfe, zum Flötenkurs usw. …

#17 |
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Hier zeigt sich ein wesentliches Problem unseres Gesundheitssystems:

Nichts ist so aufwendig, wie nichts zu tun.

Abwarten und unterstützen wird beim Schnupfen so wenig akzeptiert wie beim sterbenden Patienten.

Aktionismus, Schaumschlägerei und markige Worte werden als höherwertig wahrgenommen als die Feststellung, das es einem bei einem Virusinfekt eben auch mal eine paar Tage “schlecht” gehen darf.

Selbstheilungskräfte? Wieso, ich hab doch seit gestern Beschwerden, da muss doch heute mal was “Starkes” her. Und der Telefonberater der AOK-Hotline hat gesagt, es könnte auch Krebs, eine Lungenembolie oder die gallopierende Schwindsucht sein.

#16 |
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Heilpraktiker

@ #14 “Dies gilt ebenso für die Krankenkassen mit ihrem aufgeblähten Apparat”

Ja, bei uns könnte erheblich Bürokratie reduziert werden. Vielleicht etwas radikal, aber überlegenswert: Krankenkassen abschaffen, Kosten aus der Staatskasse bezahlen, Steuern entsprechend erhöhen. Im Sinne einer Solidargemeinschaft wäre dieses Modell vielleicht sogar gerechter.

#15 |
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Nach meiner Erfahrung sind Rö-Aufnahmen vom Rücken und unnötige OPs auf dem Rückzug, zumindest in meiner Region. Und das wird, so denke ich, auch noch weiter gehen. Bei Rö-Aufnahmen des Rückens korelliert Diagnose und Beschwerden eh nur zu 50%. Eine Richtige Anamnese und manuelle (!!) Untersuchung ist hier sehr wichtig. Manche Orthopäden zeigen da ein großes Defizit.
Die Bettruhe ist sicher kontrproduktiv, es sei denn der Pat. ist durch den Infekt in der Anfangsphase sehr geschwächt. Es gibt keine Evidenz für Bettruhe. Im Gegenteil, moderate Belastung unterstützt das Abwehrsystem. Viel mehr sollte man in diesem Punkt auf die Signale des Körpers achten. An den Sprecher des GKV-Spitzenverb. gerichtet: “Schuster bleib bei deinem Leisten”. Antibiotika kann man massiv reduzieren, auch bei Forderung durch den Pat. Leider ist die Aufklärung darüber sehr zeitintensiv und leider kaum vergütet.
Jeder sollte immer wieder darüber nachdenken, ob er das Richtige tut. Es gibt noch eine ganze Menge Resourcen. Dies gilt ebenso für die Krankenkassen mit ihrem aufgeblähten Apparat.

#14 |
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Lieber Gast #8,
Es ist ironisch ,sarkastisch aber zugleich ehrlich und dem System angepaßt.
Die große Mehrheit denkt und handelt so ,auch wenn nach Außen die große “soziale Ader” rausgehängt wird. Die Welt tickt einfach so.

#13 |
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zu #14:
“Bettruhe” im ambulanten Bereich z.B. im Rahmen eines grippalen Infektes, bedeutet in meinen Augen meist Zimmermobilisation/ den Infekt zu Hause auszukurieren.
Das hat den positiven Nebeneffekt, dass man nicht nach einem Tag mit diversen symptomatischen Therapien gepusht wieder zur Arbeit geht, eh ineffizient arbeitet und nebenbei alle anderen ansteckt.

—-

Generell wird auf jeden Fall zu viel (medikamentös) therapiert, sicher auch durch eine gewisse gefühlte “Bringschuld” durch den Arzt. Es ist jedes Mal erneut enttäuschend, wie wenige Patienten es schaffen bzw. überhaupt dazu bereit sind, bei einer Erstdiagnose den Lebensstil oder auch nur gewisse Aspekte zu ändern um sich “selbst zu behandeln”. Es kommt oft nicht gut, wenn der Arzt zu einer gesünderen Lebensweise rät. Dann lieber die Selbstverantwortung weit weg schieben und Medikamente einnehmen (oder doch nicht und sich dann wundern, wenns immer mehr werden weil Monotherapie nicht hilft). Gleichzeitig haben viele Ärzte das Gefühl, dass ein aufklärendes Gespräch nicht so viel wert ist (oder wertgeschätzt wird?) wie ein gezückter Rezeptblock.
Ich denke da an Klassiker wie art. Hypertonie und DM II. Es ist ein Freude zu sehen, wie sich der Blutdruck durch regelmäßige Bewegung und z.b. -10kg um 10mmHg und mehr bei vielen Patienten senken lässt. Und auch die Patienten sind happy, wenn man sie lobt und ihnen klar macht, dass ihnen durch ihr eigenes Handeln Medikamente erspart bleiben.
Primär- und Sekundärprävention kommen im klinischen Bereich leider viel zu kurz.
Den niedergelassenen Bereich kann ich nicht beurteilen, gibt es hier vielleicht Kollegen mit guten Herangehensweisen, Programmen etc.? Würde mich interessieren, wie das die niedergelassenen Kollegen handhaben…

#12 |
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Welche Evidenz bitte hat denn die “Therapie” Bettruhe?

Bereits nach Einem Tag beginnt der Muskelabbau.

Eine Woche Bettruhe bedeutet 3 Wochen Rehabilitationstherpie.

#11 |
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Dr. Sylvia Metz
Dr. Sylvia Metz

…man kommt also wie immer, nicht umhin, selbst nach eigenen Erfahrungen und dem medizinischen Ermessen abzuwägen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass der Erfolg auch weniger populärer Entscheidungen, zum Beispiel gegen eine antibiotische Behandlung, in Abhängigkeit von der Fähigkeit steht, diese schlüssig zu erläutern.
Ebenso hängen manche “Bauchentscheidungen ” von den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit ab. Hatte man gerade einen “akuten Wurm” so ist beim nächsten Patienten mit Bauchschmerzen die Gefahr, etwas zu übersehen deutlich präsenter. Trotzdem kann es nur einen Weg geben : mit Blick auf die aktuelle Studienlage und Vertrauen in das eigene Gefühl immer neu den besten Weg auszuloten. Diese therapeutische Freiheit kann und darf sich kein Arzt aus der Hand nehmen lassen!

#10 |
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Heilpraktiker

Überall das selbe Problem. Ich kenne sogar junge Menschen, die panisch werden, wenn sie bei einem normalen Schnupfen keine Medikamente bekommen. Das sind Menschen, die in ihrem gesamten Leben kein einziges Mal die Erfahrung machen konnten, dass eine Erkrankung von selbst ausheilen kann. Bei jedem noch so kleinen Problem bekamen sie Arzneimittel oder Pseudoarzneimittel. Wenn man 20 Jahre lang die Erfahrung macht, dass ein Schnupfen medikamentös behandelt wird und “dadurch” nach 7 Tagen verschwindet, verliert man das gesamte Vertrauen in die Selbstheilungskräfte seines Körpers.

#9 |
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Gast
Gast

Eine Woche Bettruhe???
Wie krank soll man danach sein? Überlebt man das?

#8 |
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Gast
Gast

Ich habe die schwache Hoffnung,dass #5 und #7 ironisch bis sarkastisch gemeint waren?

#7 |
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Bravo Dr.Feelgood !
So funktioniert deutsches Gesundheitsystem.
Und zwar gar nicht so schlecht .
Letztendlich bei bestehender “Überversorgung” erlebt ein durschnittlicher Michel , locker seinen 80 Geburtstag.Vor 100 Jahren ist er friedlich mit 60 gestorben.
Das schlimme dabei:wir ruinieren die Rentenversicherung.

#6 |
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Gast
Gast

Liebe Frau Fertstl,
das einzige Gegenmittel welches für ich für wirksam halte, ist die Abstimmung mit den Füßen, wenn man mit seinen Nachfragen oder zu Recht geäußerten Bedenken auf Granit beißt.
Wir haben schon früh den Kinderarzt gewechselt, nachdem ständig auf Mandel-OP’s (bei allen Kindern) gedrängt wurde als “Therapie” gg. nächtliches Schnarchen; Infekte lagen nicht vor (abgeklärt bei HNO, welcher die völlige Unnötigkeit nachdrücklich bestätigt hat),
ständigen Antibiotikagaben, und dem wiederholten Drängen einem unserer Kinder “versuchsweise” mal Ritalin zu verordnen. Bedenken wurden in harschem Ton mit saurer Miene abgeschmettert.
Letztens wechselten wir zudem noch die Zahnartpraxis, nachdem bei fast JEDEM Besuch geröntgt wurde, teilweise sogar als Panoramaaufnahme. “Zur Sicherheit”.
Ebenso wurden Inlays und Kronen gemacht, bei denen ich den Verdacht hatte, dass es nicht nötig war. Nach der Ankündigung, dass bei 2 Zähnen wiedermal eine Aktion fällig wäre, nämlich Inlay raus, Kronen drauf “ganz dringend erforderlich” habe ich eine zweite Meinung eingeholt; die Zähne sind völlig OK.
Übrigens bin ich weder ein Impf-, Antibiotika-, noch Medikamentengegner, sondern komme selbst aus dem pharmazeutischen Bereich.
Beste Grüße

#5 |
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$DrFeelgood$
$DrFeelgood$

Was soll der Mist? Ich mach das doch um Kohle zu verdienen und nicht, weil mir die armen, kranken und durchaus auch so herrlich unselbstständigen Patienten so leid tun!
Und ausserdem: Die kommen doch zum Arzt um “was gutes ;-)” verschrieben zu bekommen und was ist schneller und einfacher als der Griff zum Rezeptblock oder von mir aus auch zur Spritze? Die Kundschaft da zu enttäuschen leert mir nur das Wartezimmer!
Letztendlich muss ich als selbstständiger Unternehmer doch schauen, was sich an Diagnostik und Therapie für mich rechnet und wie ich meine Sprechstunde am lukrativsten gestalte, da lass ich mir doch nicht von irgendeiner selbsternannten Expertencombo ins Handwerk pfuschen.
Und mal ganz unter uns: Wenn man wirklich weise entscheiden würde, könnte man sich aber allermindestens die Hälfte dessen, was in deutschen Praxen und Kliniken passiert eh schenken, aber wer will das schon??? :-)

#4 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Das ist ein ganz schwieriges Thema, denn es liegt letzendlich doch in der pers. Ermessensentscheidung eines Arztes, sofern es nicht in Kliniken bestimmte Vorgaben zu spez. Therapien und der med. Versorgung der Pat. gibt. Und die gibt es. Sicherlich müssten nicht so viele neue Kniegelenke oder TEP`s eingesetzt werden oder bestimmte “Präventiv-Op´s ” , z. B. Mandelnentfernung, oder im gyn. Bereich -Brustamputationen oder Entfernung der Gebärmutter gehandhabt werden.Es gibt Zahlen darüber, dass solche operat. Eingriffe oder Behandlungen ansteigen. Auch die Antibiotika Gabe ist nicht selten ein zuviel des Guten. Aber wer kann es schon “besser wissen” als der Fachmann.Und dann wird es schwierig, denn es kann ja kein Gesetz bestimmen, wie ein Arzt letztendlich seine Therapien und Behandlungen gestaltet.Da gibt es nur ein “Gegenmittel” – jeder Patient muß sich besser informieren und vielleicht auch einmal eine Aussage des Hausarztes oder des Chrirurgen hinterfragen..soviel Zeit müßte man für seine Gesundheit haben, Dr. Google steht immer bereit…24 Std..:-)

#3 |
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Ärztin

Genau an dieser Stelle befindet sich die Schnittstelle zwischen von Heilpraktikern praktizierter Naturheilkunde und ärztlicher schulmedizinischer Versorgung.

#2 |
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Gast
Gast

Wie ist dies mit Internisten die Med. verschreiben bei der Diagnose: Sie könnten ja Hochdruck entwickeln, bevor es soweit kommt werden Sie behandelt.

#1 |
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