Krebsmedikamente: Mehr als Peanuts

29. Mai 2015
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Wie IMS Health berichtet, erreichten Ausgaben für Krebsmedikamente global die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Als Gründe sehen Experten vor allem die steigende Krebs-Prävalenz, früh einsetzende Behandlungsansätze, innovative Therapien und höhere Überlebensraten.

Neue Trends zu Onkologika: Angaben von IMS Health zufolge erhöhten sich globalen Ausgaben für Krebsmedikamente im Fünfjahreszeitraum um durchschnittlich 6,5 Prozent pro Jahr. Mittlerweile liegt das Volumen bei 100 Milliarden US-Dollar gegenüber 75 Milliarden vor fünf Jahren. Als Hauptmärkte gelten die USA und die fünf größten europäischen Länder. „Zielgerichtete Therapien machen inzwischen einen deutlich größeren Anteil an den globalen Ausgaben für Onkologie aus“, heißt es im Report. Gleichzeitig wird der Zusatznutzen in vielen Ländern immer wichtiger, nicht nur bei uns. „Gleichzeitig achten Kostenträger und nationale Gesundheitsbehörden immer genauer auf den Zusatznutzen dieser Medikamente im Vergleich zu bestehenden Präparaten“, kritisiert der Informationsdienstleister. Er bewertet Zugang und Kostenerstattung als zentrale Themen der nächsten Jahre.

Eklatante Unterschiede

Bereits heute kann von Gleichbehandlung nicht die Rede sein. „Patienten in Japan, Spanien und Südkorea hatten 2014 Zugang zu nicht einmal der Hälfte der neuen Medikamente, die seit 2009 weltweit auf den Markt gekommen sind“, kritisiert IMS Health. In den USA haben sich Zuzahlungskosten für intravenöse Krebsmedikamente von 2012 auf 2013 um 71 Prozent erhöht. Viele Patienten profitieren von neuen Versicherungsleistungen.

Bessere Resultate, höhere Ausgaben

Nicht das einzige heiße Eisen: Statistiken zufolge leben in den USA fünf Jahre nach der Diagnose noch mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren waren es gerade einmal 50 Prozent. Mit weiteren Fortschritten ist zu rechnen. Dazu gehören den Experten zufolge „Immuno-Onkologika“. Geringe Toxizität bei höheren Überlebensraten – so sieht die Zukunft bei diesen Präparaten aus. Immer häufiger gelingt es, genetische Subpopulationen zu identifizieren, die von einem Wirkstoff den größtmöglichen Benefit haben. Neue Kombinationspräparate würden Überlebensraten weiter erhöhen.

Jenseits der Wissenschaft

Mit reinen Studiendaten wird es in Zukunft nicht getan sein, heißt es von den Analysten. Immer häufiger tauschen sich Patienten über soziale Netzwerke aus, um über Erfahrungen mit der Krebserkrankung zu berichten. Öffentliche Diskussionsforen, die via Twitter verfolgt werden, gelten als wichtigste Kanäle – auch für Behandlungsoptionen und finanzielle Fragen.

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