Mundchirurgie: 3D-Modell optimiert OP-Planung

3. Juni 2015
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Patientenspezifische Modelle aus dem 3D-Drucker, die selbst kleinste anatomische Strukturen abbilden, verbessern die OP-Planung. Durch Tumorleiden bedingte Kiefer- oder Gesichtsrekonstruktionen können so detaillierter geplant und Transplantate präziser angepasst werden.

Das neue Vorgehen optimiert die individualisierte Medizin in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) und hat sowohl für die Patienten als auch für die Mediziner Vorteile: Die Operateure kennen ihr Operationsfeld bereits und können dank optimierter Planung und vorgefertigter Schablonen quasi originalgetreu arbeiten. Dadurch reduziert sich die Operations- und Narkosezeit für den Patienten, seine Genesung beschleunigt sich und Funktion und Ästhetik verbessern sich. Zudem schont das Verfahren Knochensubstanz, umliegendes Gewebe und Zahnfleisch. Es ist für jede Patientengruppe anwendbar, jedoch insbesondere für die Fehlbildungschirurgie und Kieferdefekte geeignet.

Kurzfristige und exakte Rekonstruktionsplanungen

Basierend auf Aufnahmen aus medizinischen Bildgebungsverfahren wie der Computertomographie (CT), Röntgen oder MRT lassen sich exakte patientenspezifische Modelle und damit exakte Schablonen erstellen und dreidimensional drucken. Bei einer Kieferrekonstruktion beispielsweise, bei der ein Stück des Wadenbeins entfernt wird, um die Lücke im Kiefer zu schließen, druckt der 3D-Drucker ein exaktes Modell des Kiefers und des Wadenbeins. Daran kann der behandelnde Arzt die Operation im Vorfeld gedanklich detailgetreu durchspielen. Dies ermöglicht ihm, die Rekonstruktion individuell auf den Patienten abgestimmt zu planen und diese Planung mit Hilfe von Schablonen während der Operation umzusetzen.

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Dreidimensionales Modell und Abbildung der virtuellen Planung einer Kieferrekonstruktion; © Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz.

Direkt vor Ort angewendet, bringt der Einsatz dieser Technik zudem zeitliche Vorteile: Die MKG-Mediziner können mittels ihres eigenen 3D-Druckers nun bereits innerhalb von vier Tagen eine Defektrekonstruktion planen. Bislang benötigten solche Verfahren durch die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen in der Regel mehrere Wochen.

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Forschung, Zahnmedizin

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