Ärzte und Heilpraktiker: (K)ein Bund fürs Leben?

18. Juni 2015
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Nichts spaltet Vertreter der Heilberufe mehr als der Vergleich von evidenzbasierter und alternativer Medizin. Unzählige Menschen schwören auf Homöopathie. Studien zeigen, sie wirkt nicht besser als ein Placebo. Ob nachweislich wirksam oder nicht, ist das überhaupt entscheidend?

„Die Grundlagen der Homöopathie sind nicht konform mit unserem aktuellen Wissensstand in der Biologie, Physiologie und der Pharmakologie“, ließen Wissenschaftler vom australischen National Health and Medical Research Council (NHMRC) kürzlich verlauten. Dennoch schwören unzählige Menschen weltweit auf die heilende Wirkung der hohen Verdünnungen. Ist alles nur Humbug, Geldmacherei oder ein durch persönliche Zuwendung verstärkter Placebo-Effekt?

Die Forschungsorganisation NHMRC hat mehr als 1.800 Studien zur Homöopathie unter die Lupe genommen. Lediglich 225 davon dienten als Grundlage ihrer Stellungnahme: Homöopathie wirkt nicht besser als ein Placebo. Alle anderen Reviews fielen wegen eines schlechten Studiendesigns, zu wenigen Probanden oder mangelnder Neutralität der Auftraggeber durchs Raster der Wissenschaftler.

Molekularer Nachweis?

Forscher versuchen nun auch, die Wirksamkeit homöopathisch potenzierter Arzneimittel mit den Werkzeugen der modernen Molekularbiologie wie der DNA-Chip-Technologie nachzuweisen. Erst kürzlich berichteten zwei italienische Forscher [Paywall] über eine veränderte Genexpression im Zellkern nach der Applikation von hoch verdünnten Stoffen. Dadurch solle sich das Muster der Funktionsproteine in der Zelle ändern. Gerne hätte DocCheck mit den Autoren über die Details ihrer Studie gesprochen, doch diese waren zu keinem Gespräch bereit.

Vor 200 Jahren die bessere Alternative

Es scheint absurd, dass Substanzen, die bis unter die Nachweisgrenze verdünnt wurden, einen Effekt im Körper haben sollen. Mit den Gesetzen der klassischen Naturwissenschaft hat das nichts mehr zu tun. Vielleicht hilft es, einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der Homöopathie zu werfen? Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, lebte von 1755 bis 1843. Zu dieser Zeit waren Aderlass und Behandlungen mit Arsen und anderen giftigen Stoffen an der Tagesordnung. Viele Patienten überlebten ihre Therapien nicht. Hahnemann bot zum ersten Mal Alternativen an, die wegen der hohen Verdünnungen nicht tödlich verliefen. Das rettete vielen Menschen das Leben. Doch wie sieht es heute aus?

Die Menschen stimmen mit den Füßen ab

Ist die heutige Medizin zu stark ökonomischen Zwängen unterworfen? Krankenhäuser sind längst zu profitorientierten Unternehmen geworden. Wie viel kann die konventionelle, evidenzbasierte Medizin leisten, wenn aus leidenden Menschen zahlende Kunden werden, sich ein Hausarzt nicht mehr als 8 Minuten Behandlungszeit für jeden Patienten erlauben darf? „Dann stimmen die Menschen mit den Füßen ab, sie gehen dahin, wo sie mehr Zuwendung bekommen“, erklärt der Arzt und Kabarettist Eckard von Hirschhausen den Zulauf zu Homöopathen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Homöopathie wirkt, zumindest manchmal. Das haben viele schon am eigenen Leib erfahren. Oder ist es vielleicht das mangelnde Wissen über den Krankheitsverlauf des Einzelnen, der Homöopathie (scheinbar) wirken lässt? Die klassische Erkältung, die mit und ohne Globuli nach gut einer Woche ausheilt? Die Rückenschmerzen, die durchschnittlich ohne Behandlung nach sechs Wochen nicht mehr spürbar sind? Wenn es uns schlecht geht, der Kopf brummt, die Rückenschmerzen uns ins Bett zwingen, dann wollen wir etwas tun, uns nicht tatenlos unserem Schicksal ergeben. Ist es vielleicht der Griff zu den Globuli zum „richtigen“ Zeitpunkt im Krankheitsverlauf, nämlich an ihrem Tiefpunkt? Wäre es uns ohne Globuli tatsächlich immer schlechter ergangen? Wie die Krankheit ohne homöopathisches Zutun verlaufen wäre, können wir im Nachhinein nicht mehr beurteilen. Das können nur groß angelegte, placebokontrollierte Studien. Und die sprechen offenbar gegen die Wirksamkeit der Homöopathie.

Alternativmedizin kann gefährlich sein

Die australischen Studienautoren gehen noch weiter und warnen sogar in bestimmten Fällen vor homöopathischen Behandlungsmethoden: „Homöopathie sollte nicht bei chronischen oder schwerwiegenden Leiden angewandt werden“, raten die Wissenschaftler des NHMRC. Wer Homöopathie wähle, setzte immer dann seine Gesundheit aufs Spiel, wenn er eine wirksame und sichere Behandlung ablehne oder hinauszögere, mahnen die Forscher als Fazit ihrer Metastudie. Wer als Krebskranker einer Operation zunächst ablehnt und auf alternative Heilmethoden setzt, deren Wirksamkeit nicht bestätigt wurde, riskiert damit möglicherweise sein Leben.

Eine ähnliche Erfahrung musste auch der Unternehmer Steve Jobs machen. Als ein operables Pankreaskarzinom bei ihm diagnostiziert wurde, entschied er sich zunächst, den Krebs durch eine Nahrungsumstellung zu bekämpfen. Nach acht Monaten brachte ein MRT ein ernüchterndes Ergebnis der alternativen Behandlungsmethode zu Tage: Der Tumor hatte gestreut, Steve Jobs musste sterben.

Mehr Aufgeschlossenheit bitte!

Doch was spricht eigentlich dagegen, beide Heilansätze zu vereinen, sie mit gesundem Menschenverstand miteinander zu kombinieren und dem Patienten das Beste aus „beiden Welten“ anzubieten? Sicher profitiert ein Krebspatient von einer gesunden Ernährung, allerdings erst nach der Tumoroperation.

Am Ende geht es sowohl Ärzten als auch Heilpraktikern darum, dem Menschen zu helfen. Vielleicht kann Ferrum phosphoricum bei einem Schnupfen tatsächlich bessere Dienste leisten als das Antibiotikum, das Patienten so oft von ihrem Arzt erwarten, obwohl es gegen virale Infektionen gar nicht wirken kann? Vielleicht hilft die ausführliche, homöopathische Anamnese dem Patienten, sich ernst genommen zu fühlen und sich besser mit den Ursachen seine Erkrankung auseinander setzen zu können? Und möglicherweise steckt hinter den chronischen Abdominalschmerzen gar keine Darmentzündung, sondern eine Depression, die sich in 8 Minuten nicht so einfach diagnostizieren lässt?

Vielleicht sollten Ärzte und Heilpraktiker einfach häufiger zusammenarbeiten, anstatt sich Sätze wie „Wer heilt, hat recht“ um die Ohren zu hauen? Unbefriedigend, ja teilweise gefährlich wird es für den Patienten nur dann, wenn er sich strikt zwischen Alternativ- und evidenzbasierter Medizin entscheiden muss. Einen Versuch wäre es wert.

Originalpublikation:

NHMRC Statement on Homeopathy and NHMRC Information Paper – Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions
The National Health and Medical Research Council (NHMRC); 2015

262 Wertungen (3.7 ø)

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303 Kommentare:

Christina
Christina

Ich muß schon sagen, mit geistigen Waffen scheint hier niemand zu sparen.

#303 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. phil. E. Berndt, ich schenke Ihnen einen hervorragenden Link, den Sie hier und überall, wo Sie es für nötig halten, einsetzen können. Durch dieses Geschenk können Sie eine wohlverdiente Schreib- und Kopierpause einlegen :D

Eine sinnvolle Frage hätte ich noch: bei allem Respekt, wie kann man Sie zum lachen bringen?

http://wie-wirkt-homoeopathie.de/

#302 |
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mueller
mueller

@Matthias Deutschbein:

“Von praktischer Homöopathie haben Sie keine Ahnung.”

Selbst wenn das so wäre: na und?

Sie können auch zehn Jahre Praxiserfahrung mit Einhorn-Zucht anführen – wenn das zugrunde gelegte Wissen zu einer Methode falsch bzw. längst widerlegt ist, handelt es sich um Nonsens.

Völlig egal, wie lange Sie sich damit beschäftigen und in welcher Weise, ob theoretisch, praktisch oder in der Astralwelt.

#301 |
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mueller
mueller

@Matthias Deutschbein:

” Was weniger gut ist, Tausende von Ärzten, Heilkundigen und anderen, die erfolgreich mit Homöopathie arbeiten, in die Ecke der Scharlatane zu stellen. Oder, freundlicher gesagt, in die Ecke von Menschen, die eben Autosuggestionen erliegen. Und die man etwas mitleidig belächelt.”

Was man offenbar nicht auf der Heilpraktikerschule lernt: Es gibt zahlreiche bestens erforschte Gründe, warum auch falsche bzw. unsinnige Therapien zu wirken scheinen – “Autosuggestion” ist nur einer davon von vielen:

http://blog.gwup.net/2011/10/09/warum-homoopathie-wirkt/

#300 |
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mueller
mueller

@Matthias Deutschbein:

Oh weia!

“Ich könnte zum Beleg für die Homöopathie die (reproduzierbaren) Weizenkeimversuche der Firma Weleda anführen.”

Wenn diese Versuche reproduzierbar wären, hätte sich längst das Nobelpreiskomitee damit beschäftigt bzw. würde jede Fachzeitschrift der Welt darüber diskutieren.

Können Sie mir einen Artikel darüber in einem anerkannten Fachblatt (und damit meine ich nicht die Weleda-Mitarbeiterzeitung) zeigen?

Das ist die typisch vollkommen ahnungslose “Argumentation” von Heilpraktikerschulen, mehr nicht: “Der Milchbauer Hans Dössendödl aus Kleinauersbach hat aber mal gezeigt, dass Homöopathie bei seinen Kühen wirkt!”

#299 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Liebe Frau Wojcik

Ich bin eh ganz offen. Mit fällt schon fast das Hirn heraus, wenn ich den Kopf schief halte.
Also wo ist ihre begründete Meinung zum Thema Homöopathie nach Körbler, Heilen mit geometrischen Formen?
Auch nehme ich an, dass alle hier im Forum ganz neugierig auf ihre Expertise sind. Sie haben doch stets über den Tellerrand geblickt. Sie halten sich doch für aufgeschlossen und nicht so verstockt wie Schulmediziner oder SChulwissenschaftler.

#298 |
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mueller
mueller

@Anna Wojcik:

“Aufgeschlossenheit” für Unsinn?

Keine wie auch immer geartete “Aufgeschlossenheit” macht Homöopathie oder ähnlichen Nonsens plötzlich wirksam – also was soll diese Forderung?

Wenn ich für eine Methode “aufgeschlossen” sein muss, damit sie (angeblich) funktioniert, kann es wohl nicht weit damit her sein.

Oder andersrum:

Auch wenn ich mich gegenüber der Gravitation vollkommen verschließe, schwebe ich trotzdem nicht in der Luft.

#297 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Mehr Aufgeschlossenheit bitte!”

https://youtu.be/ZC3UO7USIc8

#296 |
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Herr Berndt,
sehr amüsant und leider wahr….
Die “Weizenkeimstudie” ist sehr schwach und hinsichtlich des Studiendesigns bedarf es wohl einiger Korrekturen. Doch sollte man sich hüten, zu glauben, dass jede hochpublizierte Studie hinsichtlich des Designs aussagekräftig ist. Ich lese oft Studien aus rennommierten Fachzeitschriften, die sich dann als Mumpitz entlarven, weil womöglich ein Gutachter gepennt hat oder der durchführende Wissenschaftler es nicht besser wußte – meistens wohl beides. Und ich merke auch, wie nah das Wunschdenken hinsichtlich der eigenen Resultate stets ist. Ich muß schon sehr aufpassen, damit ich meine eigenen Daten mit der nötigen Skepsis betrachte.
Die von mir unterrichteten Studenten waren oft bezüglich statistischer Aussagekraft, Design von Experimenten oder der falsifikationistischen Deduktion schlecht informiert. Viele denken, Studien sollten so angelegt sein, dass sie etwas beweisen.
Somit möchte ich an dieser Stelle einmal kurz darstellen, wie wir überhaupt Erkenntnis gewinnen können, denn das scheint vielen hier nicht klar zu sein. Die Vorraussetzung ist, dass wir nicht sicher wissen, was wahr ist, wir können es gar nicht wissen. Nun nehmen wir etwas als wahr an und Fromulieren diese Wahrheit. Damit diese hypothetische Wahrheit nun untersucht werden kann, muss die daraus abgeleitete Aussage zunächst formal wissenschaftslogische Kriterien erfüllen, am bedeutendsten ist dabei, dass sie prinzipiell widerlegbar ist. Ein anschauliches Beispiel bietet die Aussage: “Alle Schwäne sind weiß” (Vorraussetzung ist, dass die Farbei “weiß” kein Bestandteil der Definition des Begriffes “Schwan” ist). Nun kann ich so vorgehen, dass ich, sobald ich einen Schwan sehe, sage: “Schau, schon wieder ein weißer Schwan, ich habe recht behalten”. So werde ich meine Aussage scheinbar beweisen. Doch es reicht nicht, viele Schwäne zu zählen, um die Aussage zu beweisen. Es reicht jedoch ein einziger Nicht-weißer Schwan aus, um sie zu widerlegen. Ich muss also nach der Widerlegung dessen suchen, was ich eigentlich für wahr halte, um eine Aussage über die Wahrheit machen zu können. Und enttäuschenderweise ist dieses dann auch noch eine negative Aussage, wie hier z.B. “Nicht alle Schwäne sind weiß”. Wann dürfen wir nun positive Aussagen über die Wahrheit machen? Dazu zurück zur Hypothese: Sie muss also formell widerlegbar sein und alles wissenschaftliche Streben sollte sich der Widerlegung widmen. Doch woher nehme ich eine Hypothese? Nun prinzipiell kann ich sie spontan entwerfen, es gibt keine grundlegenden Kriterien, die inhaltliche Vorschriften betreffen. Doch formell muss sie widerlegbar sein und sich Widerlegungen stellen. Dazu muss sie ein möglichst überschaubares Maß an Einflussfaktoren auf die zu Untersuchende Aussage beinhalten, damit gewährleistet ist, dass ein Sachverhalt technisch untersuchbar wird. Wenn ich z.B. nach Gott oder einer anderen universellen Größe suche, werde ich immer Anzeichen für seine Existenz finden können, ihn aber niemals widerlegen können, da die Aussage “Gott” von so vielen Einflussfaktoren bestimmt ist, dass die Extraktion einzelner Faktoren unmöglich ist. Damit entzieht sich dieses Aussage der wissenschaftlichen Untersuchbarkeit. Viele der hier getroffenen Aussagen entziehen sich durch ihren universellen Charakter auch der wisenschaftlichen Untersuchbarkeit, weswegen ich das hier anführe. Zudem suchen sehr viele Teilnehmer hier, einen Beweis zu erbringen, was entsprechend meiner o.g. Ausführungen nicht möglich ist. Aber zurück zu der Frage “Wann dürfen wir etwas als Wahrheit anerkennen?”. Wenn eine Aussage, die wissenschaftslogischen Kriterien erfüllt entsprechend der technischen Durchführbarkeit trotz aller Widerlegungsversuche nicht widerlegt werden kann, so dürfen wir sie vorübergehend als wahr anerkennen. Es gibt noch viele wissenschaftslogische und Studiendesign- Aspekte, die ich hier nicht angeführt habe, doch allein schon diese basalen Kriterien sind in einigen vorliegenden “Studien” bei genauerem Hinschauen leider nicht erfüllt. Wie gesagt, das ist kein Problem allein der Hömöopathie, ich kenne auch genügend andere Studien, die schlecht sind und unglaubwürdig, doch innerhalb der Wissenschaftswelt ist es zumindest prinzipiell möglich, eine Widerlegung zu erbringen, weil eben nicht jeder Wissenschaftler seinen Kollegen inhaltlich ungefragt glaubt. Die hier aufgeführten Hömöopathiestudien allerdings werden von allen Hömöopathen, von denen ich hier Beiträge lese, geglaubt. Keine Kritik, kein Anzweifeln des Studiendesigns.

#295 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Dr. Irmgard Roßnagel

Auweia, ich habe völlig vergessen, dass das in Deutschland gar nicht geht, eine ironische Bemerkung zu Hitler zu machen.
#292 | 23. Juni 2015 um 09:42

Es ist völlig egal in welchem Land so etwas passiert. Und kommen Sie mir nicht mit Ironie. Ihr Verhalten ist – auf gut österreichisch – unter jeder Sau!

#294 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Deutschbein
Weizenkeimversuche? Machen Sie sich bitte nicht lächerlich!
http://www.inter-uni.net/static/download/publication/masterthesen/VT_Pfleger_Saatgutkeimung_Giberellin_D30.pdf
Hier ein Beispiel für Homöopathieforschung:
Steirisch homöopathische Quappologie

Die grenzelose Freiheit des Nichtwissens!

Der Beneviste-Flop in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrtausend hinderte eine Forschergruppe um P. C. Endler nicht, mit der Hokuspokusidee einer homöopathischen Information sensationelle Forschung zu betreiben. Offenbar liegt es irgendwie im Wesen von alternativen und komplementären Forschern, am vertrauten Humbug festzuhalten. Pseudowissenschaftliche Trends mit anhaltender Attraktion passen in Forschungskonzepte, für die von Politikern Geld locker gemacht wird, um den Wählern zu zeigen, wie modern und aufgeschlossen sie sind: eine „Win-Win“-Situation für alternative Forscher und biologisch grünliche Politiker. Damit kann man echt reüssieren. Das Logo der Stadt Graz, des Landes Steiermark und des Bundesministeriums für Wissenschaft und Kunst zieren die WEB-Seite des Interuniversitären-Kollegs, einem geförderten EU-Projekt mit dem klingenden Namen „Leonardo“.

Damit wurde auch in der Steiermark, frei von den Zwängen naturwissenschaftlicher Grundlagen und im Widerspruch gegen den Rest der Naturwissenschafter, der Lehrsatz des alternativen „Gottseibeiuns“ Hahnemann „Similia similibus curantur“, grundlegend und basiswissenschaftlich evaluiert. Und wie das in den alternativen Wissenschaften so üblich ist: Alles wird immer wieder wiederholt. Egal wie vernichtend und negativ das Resultat vorangegangener Beweisungsversuche ausfielen: Es hat keine Folgewirkung, und so wiederholen sich auch die Geschichten. Im alten Gewand werden neue Versuche gestartet, und wenn niemand dagegen auftritt, gibt es Chemie und Physik neu.

Diesen Erwartungen wurden auch die Homöopathieforscher in der Steiermark mehr als gerecht. Die grünen Adepten bewiesen ebenfalls die alles erklärende Theorie ihres Meisters schlüssig. Und hier wie anderswo auch ist hier alles ganz einfach. Jeder Laie kapiert die simplen Methoden und logischen Resultate alternativer Experten. Als unvermeidliches „Spin-off“-Ergebnis werden dabei alle übrigen Naturwissenschaften falsifiziert. Das „Aus“ für die „Vier-Kräfte-Lehre“ oder für die Rezeptortheorie stand bevor.

Nach seiner „Urlogik“ heilt Hahnemann „Gleiches“ durch „Gleiches“. Daher muß also eine „krankmachende“ Wachstumsstimulation durch ein Wachstumshormon geheilt werden, wenn dasselbe zusätzlich in homöopathisch potenzierter Form verabreicht wird. Die schädliche Wirkung irgendeines Agens wird durch die Zugabe einer homöopathischen Potenz desselben aufgehoben.

Für diesen Spezialversuch anfangs des dritten Jahrtausend sollten sich grüne steirische Jungfröschlein, Kaulquappen, als besonders geeignet erweisen. Labormäuse haben offenbar einen besseren Tierschutzstatus oder sind zu teuer. Tierexperimente sind anzeigepflichtig, eigene Ethikkommissionen überwachen das leibliche und seelische Wohl von Versuchsmäusen. Nun kam die Jahrtausendchance für kleine „Noch-nicht-Quaker“. Kaulquappen durften den Beweis für das Wunder Homöopathie im Interuniversitären Kolleg Graz/Seggau realisieren!

Erster Paradigmenwechsel – homöopathiewissenschaftlicher Urknall

Das Wachstum der kleinen Lurche wurde mit einer 1 zu 100.000.000 verdünnten Hormonlösung des Wachstums- bzw. Schilddrüsenhormons Thyroxin stimuliert. Dazu wurde Thyroxinlösung dieser Konzentration ins Lurchbecken geträufelt. Der Verdünnungsgrad der Lösung entspricht rechnerisch einer homöopathischen Potenz D8. Die damit angeblich krankhaft induzierte Wachstumsstimulation wurde dann durch die „Wirkung“ von echt homöopathisch verdünntem, sprich potenziertem Thyroxin der Potenz D30 (Verdünnung = 1 zu 1000.000.000.000.000.000.000.000.000.000), wie auch immer, kuriert.

Die Sensation war perfekt. Die Kaulquappen pubertieren normal, wenn gleichzeitig zusätzlich eine homöopathisch hergestellte Hormonverdünnung (!) der Potenz D30 verabreicht wird. Festgestellt und gemessen wird die krankhafte Beschleunigung des Wachstums bzw. deren Normalisierung durch Abzählen der durchbrechenden Extremitäten in den entsprechenden Entwicklungsperioden.

Natürlich läßt sich darüber philosophieren, ob bei einer Verabreichung einer hormonellen Stimulationslösung der Verdünnung 1 zu 108 nicht doch noch irgendwo in einem Kaulquapperl so ein einzelnes Thyroxinmolekülchen seinen zugehörigen Wachstumsrezeptor findet, und die Vorderpratzerl, schneller als die Natur von sich aus es wollte, hervorkommen. Und jetzt, durch Zugabe von nichts – wie einer Verdünnung von 1 zu 1030 – zu gerade noch etwas – nämlich 1 zu 108 – war die Homöopathie bewiesen! Heißa, was war doch das für eine hehre Aufgabe für homöopathische Statistiker und Haxerlzähler! Endlich konnte man nach 200 Jahren Spott und Häme mit einer homöopathiefreundlichen Versuchsanordnung direkt ein Wunder nach dem anderen anschauen und abzählen. Und das alles wurde auch, vorsichtig gesagt, von Akademikern der Universität Graz begleitet. Man kann ja nie wissen, und wenn ’s stimmt: Man war beim wissenschaftlichen Urknall life dabei.

Wenn die Sternbilder wirken, wie die Astrologen glauben, dann muß auch das Molekül im Kubik-Lichtjahr wirken! Oder? Ein wahrhaft megaepochales Ergebnis. Das gesamte Gebäude der Naturwissenschaften wurde mit einem Mal erschüttert und in die Luft gesprengt! Wohlgemerkt, alle Naturwissenschaften wurden ad absurdum geführt, und nicht etwa nur eine einzelne unbedeutende Nebensächlichkeit.

Leider wurde diese sensationelle Arbeit wie Tausende andere ähnlich wissenschaftliche Elaborate von den Redaktionen der internationalen Fachjournale wieder nicht beachtet. Und so weiß die internationale Scientific Community und vor allem das Nobelpreiskomitee bis heute nicht, daß der immer wieder beschworene, heiß ersehnte Paradigmenwechsel in der grünen Steiermark passiert ist, wo es offenbar besonders feinstoffempfindliche grüne Frösche gibt.

Der Jubel der Homöopathen in ihren vertrauten Zirkeln ob der steirischen Erkenntnisse ist bis heute im Internet präsent. Mit diesem unumstößlichen wissenschaftlichen Beweis wäre die Homöopathiedebatte des Jahres 2005 siegreich verlaufen, wenn nur die Ergebnisse etwas prominenter veröffentlicht worden wären. Ich würde der Sponsorfirma Dr. Peithner GmbH & Co. empfehlen, diese Arbeit wenigstens heute noch direkt nach Stockholm zu schicken, denn dafür gäb ’s nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch bares Geld für unsere Spitzenforscher. Die Jammerei über finanzielle Benachteiligungen alternativer Forschung gehört zum Standardrepertoire ganzheitlicher Entrüstung. Das mühsame bürokratische Ansuchen um EU-Förderungen entfiele.

Der Ruhm könnte nicht größer sein: Österreichisches Homöopathieunternehmen ermöglicht Nobelpreisnominierung. Es ist nicht mehr länger zu verantworten, daß diese epochalen Ergebnisse aus der Steiermark ignoriert werden. Doch die Firma Dr. Peithner GmbH & Co. verzichtete auf die Marketingchance der Epoche.

Aber den guten Homöopathen und so auch unseren steirischen Hahnemännern, den homöopathophilen Quappenforschern und Gesundheitsexperten des „Interuniversitären Kollegs für Gesundheit und Entwicklung Graz/Schloß Seggau“ geht es ums Heilen und nicht um wissenschaftliche Eitelkeit. Schon seit Jahrhunderten gewöhnt an die Weltverschwörungen der feindlichen Naturwissenschafter, ließen sie sich nicht entmutigen, steigerten ihre kreativen Kräfte und gingen sofort in die zweite Runde. Die CAM -Wissenschafter lieferten in ihrer geschützten Werkstätte gleich noch ein weiteres und noch sensationelleres Wunschresultat nach.

Der zweite Paradigmenwechsel – fernwirksame Übertragung immaterieller „Bioinformation“

Die kurative Wirkung der D30 Thyroxinpotenz auf die durch D8 Thyroxin induzierte beschleunigte Metamorphose konnte auch kontaktlos, drahtlos, quasi telepathisch erzielt werden. Die mit Thyroxin gedopten Quappen wurden nicht, wie im vorangegangenen Weltversuch, „direkt“ mit Tropfen in ihrem Laborbecken behandelt, sondern den kleinen Lurchen wurde die kurative Potenz, fest eingeschlossen in Glasphiolen, hineingehängt, um die kleinen Lurche im Vorbeischwimmen zu heilen.

Es kam, wie es kommen mußte. Wunder passieren eben nur dort, wo sie erwartet werden. Der erste erfolgreiche Nachweis einer Hormonfernwirkung, quer durch ein Ampullenglas hindurch und noch dazu homöopathisch, glückte auf Anhieb! Die Quappen wurden im Vorbeischwimmen „bioinformiert“ und geheilt. Der Bioinformationstraum wurde Realität!

Doch auch dieser Jahrtausenddoppelerfolg wurde von der Nobelpreisgemeinde ignoriert, denn wieder verhinderte weltweites lückenloses Totschweigen durch die Wissenschaftsmafia den längst fälligen Durchbruch dieser alternativen Erkenntnisse. Eh klar, sonst müßten ja die Nobelpreise wieder eingesammelt werden. Aber jede Menge Dollars gibt es damit zu verdienen. Die „James Randi Educational Foundation“ spendiert 1 Million Dollar für den wiederholten Nachweis.

Ich würde mir das nicht entgehen lassen.

Aber wozu sich mit der Scientific-Community herumärgern? Die wollen einfach nicht an Hahnemann glauben. Der nächste Paradigmenwechsel wird alle Journalisten von Sonntagzeitungen und Wellneßmagazinen überzeugen. Wozu sich um einen Preis bemühen, der nur verstockten Wissenschaftern verliehen wird?

Der dritte Paradigmenwechsel – Handystrahlung ist böse!

Derart in Fahrt, waren die Forscher um die Gruppe P. C. Endler nicht mehr zu bremsen. Die Versuche wurden unter Mobilfunk wiederholt und das Ergebnis war eindeutig im Trend. Es wurde bestätigt, was zum Standardrepertoire des ganzheitlichen Fachwissens zählt: Homöopathisch-telepathische Übertragung von „Bioinformation“ wird durch böse Handystrahlung gestört! Endlich wurde experimentell bewiesen, was komplementäres Allgemeinwissen ist: Die Störung der „Bioinformation“ ist krebserregend! Jetzt müssen die Handynetzbetreiber ihre Behauptungen, daß Mobilfunk nicht gesundheitsschädlich sei, einpacken. Warum hat Dr. Gert Oberfeld diese Arbeit nicht gelesen? Er hätte sich die „Krebs durch Mobilfunk“-Untersuchung in Hausmannstätten (Steiermark/Österreich) schenken können .
Die Bioinformation wird durch Digitalfunk kaputtgepulst. Beweis: Die kurative Fernwirkung bleibt aus! Die Bösartigkeit der Handystrahlung läßt sich eben nur durch Hahnemannsche Erleuchtungen experimentell beweisen. Dr. Gert Oberfeld ging bezüglich „Mobilfunkbelastung“ einen Schritt weiter als unsere steirischen Forscher. Während die Steirer noch ein Handy „strahlen“ ließen, fand Dr. Oberfeld Krebs, ausgelöst durch Mobilfunk, wo es gar keine Funkmasten gab. Dr. Oberfeld ist immer noch Umweltmediziner der Salzburger Landessanitätsdirektion und Referent für Umweltmedizin der österreichischen Ärztekammer. Ein Karriereknick ist nicht in Sicht.

Aber wie wir alle wissen, schreitet Wissenschaft voran und die nächste Sensation ließ nicht lange auf sich warten.

Der vierte Paradigmenwechsel – homöopathische Bioinformation auf CD elektronisch abspeichern und ins Wasser einspeichern

Das wäre ohne Zweifel der Überclou. Bio-Info pur auf CD. Nur irgendwann hat jeder Reigen sein Ende, und dieser Reigen hätte eigentlich gar nicht stattfinden dürfen. Doch auch dieser Paradigmenwechsel fand statt, allerdings um 20 Jahre verspätet. Bis in die Steiermark und seiner Universität in Graz hatte es sich noch nicht herumgesprochen, daß die Idee der Abspeicherung homöopathischer Informationen in Wasser ein abgewetzter Kalauer irrealer Voodoo-Science ist. Ein Quotenbringer und Spaltenfüller für die gesunden Seiten der Tageszeitungen – medizinisches Infotainment pur! Skeptische Journalisten und Journalistinnen, die über einen wissenschaftlichen Background verfügen, sind Mangelware. Seriös recherchierte Berichterstattungen gibt es daher selten. Das sind Ausnahmen, die an einer Hand abgezählt werden können.

Die Story vom Wassergedächtnis ist Teil des Schulunterrichtes geworden!

Wie auch immer, es gibt keine Grenzen für CAM-Forscher. Die Elektronik macht es möglich. Ein bißchen Verstärken, ein wenig Hintergrundrauschen und schon werden heilsame Frequenzen und Informationen sichtbar. Der Rest ist ein Kinderspiel. Eine CD wird beladen, und die kurierenden Bioinformationen können in die Lurchbecken eingespielt werden. So einfach funktioniert Homöopathie. Nur das Handy darf nicht läuten.

Es geht halt nichts über ganzheitliche Forschungsansätze.

Der fünfte Paradigmenwechsel – Realität im Alltag

Mobilfunk ist sicher nicht das Ende für homöopathische Teleaktivität. Im Internet gibt es zahlreiche „wissenschaftlich“ geprüfte Schutzpickerl gegen Handystrahlung zu kaufen. Nur, unter dieser entlarvenden deutschen, sprich besser österreichischen Bezeichnung, ist das unverkäuflich. Da muß schon die moderne Sprache der Scharlatanerie herhalten. Auf englisch klingt das alles viel cooler und zuverlässiger! Nichts ist leichter, als vielversprechende Namen zu erfinden. Ein Mind-Save-Chip oder ein Handy-Harmony-Device versprechen mehr Gewinn als eine amtlich tönende Bezeichnung wie „Strahlungsschutzplakette“. Es gibt und wird natürlich Hahnemänner geben, die derartiges prüfen und positiv befunden. Entsprechend aufgeklebt auf Handys und an Kassenscannern montiert, und die Welt der alternativen Energien bleibt heil.

Die homöopathische Fernheilung der Lurche sollte nun auch unter Mobilfunk funktionieren.

Um auch weitere Ergebnisse und Highlights aus der Voodoo-Forschung ganz sicher zu erleben, sollte man sich eine Schutzplakette umhängen: „Im Notfall bitte keinen Homöopathen zu Hilfe rufen.“

Der homöopathisch alternative Hintergrund – Wissenschaftsmimikry

Im interuniversitären Kolleg Graz/Seggau verkehren illustre Persönlichkeiten aus dem In- u. Umkreis der Homöopathieszene. Diverse Assoziationen drängen sich auf, wenn man sich die „Forschung“ ansieht, die hier betrieben wird. Ist es Wissenschaftsmimikry, also die Nachahmung von Wissenschaft? Zu welchem Zweck wird hier Wissenschaft gespielt? Unter Mimikry versteht man z. B., daß harmlose wehrlose Tiere einzig zu dem Zweck, nicht von ihren Freßfeinden als Beute erkannt zu werden, zum Verwechseln das Aussehen von gefährlichen Tieren entwickeln. Oder Blüten entwickeln das Aussehen von Geschlechtspartnern ihrer Bestäubungsinsekten, um dann durch diese beim vermeintlichen Geschlechtsakt bestäubt zu werden. Wie dem auch sei, Forschungsgelder lassen sich jedenfalls abstauben.

Oder sollte man besser von „Cargo-Kult-Wissenschaft“ sprechen? Beim Cargo-Cult ahmten Einheimische auf den Samoainseln den Betrieb eines Urwaldflugplatzes nach! Für sie waren es Götter, die seinerzeit während des Krieges auf der Urwaldpiste landeten und ihnen im „Cargo“ himmlische Güter mitbrachten. Ohne eine Ahnung von den Notwendigkeiten der Flugtechnik und dergl. zu haben, setzten sie sich hölzerne Kopfhörerattrappen auf, entzündeten Pistenfeuer und warteten gläubig auf die Wiederkehr der vermeintlichen Götter. Im Englischen wird gelegentlich der Ausdruck „Cargo-Cult“ für bestimmte gesellschaftliche Gruppierungen verwendet, die sich durch die oberflächliche Nachahmung äußerlicher Handlungsweisen erfolgreicher Menschen Reichtum und Ansehen versprechen.

Vorstand dieses interuniversitären Spezialinstitutes in Seggau ist Peter C. Endler. Seit einem Lehrauftrag an der Universität Urbino firmiert er unter „Univ.-Prof. (ac., Italien) a. D.“. Endler war auch ehemaliger Leiter der „Ludwig Boltzmann Forschungsstelle für niederenergetische Bioinformation“. Dort bestätigte man die Wirkung eines „levitierten Quellwasser-Informationskonzentrats“ namens „eQwell“. Diese Einrichtung wurde mittlerweile geschlossen.

Søren Ventegodt unterrichtete Studierende des Masterlehrgangs „Komplementäre Gesundheitswissenschaften“. Er wurde bekannt als ein Verteidiger von Ryke Geerd Hamers „Die eiserne Regel des Krebses“. Spektakulär ist auch der Zahnarzt Heinz Spranger. Auf Webseiten wie „VirusMyth“ und „AIDS-Kritik“ spekulierte er über „chemische Vergiftungen“ als wahre Ursache von BSE. Vehement zweifelte er an der von „amateurhafter Hilflosigkeit“ geprägten Theorie, daß HIV die Ursache von Aids sei. Seine „Expertenmeinung“ war in Südafrika gefragt. Er wurde in die Aids-Kommission des südafrikanischen Präsidenten Mbeki berufen, dessen Gesundheitsministerin Rote Rüben und Knoblauch gegen die tödliche Krankheit empfahl.

Man sollte aber nicht abschätzig über eine afrikanische Ministerin lächeln. Für aufgeklärte Menschen mit Skepsis und Hausverstand, die sich der Bedeutung und der Tragweite naturwissenschaftlicher Erkenntnisse bewußt sind, ist es ein großer Unterschied, ob jemand, dem der bildungshistorische Hintergrund fehlt, der magischen Kraft von roten Rüben und Knoblauch vertraut, oder ob oberste Vertreter eines aufgeklärten und der Bildung verpflichteten Staatswesens, wie dem österreichischen, an Astrologie, Erdstrahlen oder Feng Shui glauben. Was ist der Unterschied zwischen einer Bildungsministerin, die böse Strahlen mit einem Rosenquarz abwehrt, und besagter afrikanischer Gesundheitsministerin? Genetisch dürfte der Unterschied gegen Null tendieren. Und sollte doch ein Unterschied sein, der (!) Pendel macht sie alle gleich.

Im Beirat des Interuniversitären Kolleg sitzt Michael Frass. Er ist Leiter der AKH-Ambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“ und Österreichs oberste Autorität in Sachen Homöopathie. Er beschäftigt sich, wie viele andere Homöopathen auch, mit esoterischer Voodoo-Technik.

Solch eine moderne von ihm favorisierte elektronische Hasenpfote zum Umhängen ist der „ATOX® Bio-Computer“. Laut Hersteller werden „negative Informationen in positive“ umgewandelt, natürlich stromlos. Frass warb für dieses Wunderding auch in Apothekerkreisen. Skispringer „Morgi“ Christian Morgenstern hebt damit besser und weiter ab und auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser vertraut auf Atox. Dieses kuriose Ding soll auch vor „Elektrosmog“ schützen, der immer wieder auch mit Krebs in Zusammenhang gebracht wird. Wie Professor Frass feststellte, erkennt der Anhänger aber auch „psychosoziale Belastungen“ und „wandelt diese in eine für den Träger positive Energie um“. Nach dem sensationellen Ergebnis seiner Studie („Fast alle Personen hatten bereits nach einigen Tagen beziehungsweise Wochen die Kraft und Energie, auch andere Maßnahmen zur Verbesserung der Streßbewältigung zu setzen“) erklärte Frass in einem Vortrag „Welche Schwingungen auf unseren Organismus einwirken – Wie unser Körper damit umgeht – Wie man sich schützen kann – Was ATOX bewirkt – Wie ATOX angewendet wird.“ Auf Einladung von Frass durfte ein Vertreter von Atox seinen verblüfften Zuhörern im AKH auch als neueste Entwicklung einen auf einer „Äthertheorie“ basierenden „Benzinbeleber“ präsentieren, der im Tank eines Autos auf magische Weise den Verbrauch senkt. Zur Teilnahme an einer Studie waren auch Techniker von der TU Wien eingeladen.

Sie lehnten dankend ab.

Neue Eso-Elektronik ist bereits allgemein akzeptiert und allgegenwärtig: Sichere, dauerwirksame, stromlose Psychotherapie am Halsband. Einfach umhängen und alles ist paletti. Homöopathen haben ein Faible für die Verwertung von Platinen aller Art. Daraus lassen sich ästhetisch anspruchsvolle esoterische Schutzamulette kreieren. Die seinerzeit und gewiß auch heute noch immer so beliebten Mariazeller Breverl versagen glatt. Es genügt heute nicht mehr, Schluckbildchen zu verzehren oder sich kleine Zettelchen mit magischen Zahlen und Zeichen umzuhängen. Wem die Homöopathie noch zu wenig Rückhalt und Harmonie für die Bewältigung des Tagesablaufs bringt, der vergeistigt sein Gemüt mit einem elektronischen Amulett, das ihn immer richtig einschwingt.

Auch Angehörige des Institutes der pharmazeutischen Wissenschaften der Universität Graz haben die Mitarbeit an diesen faszinösen Projekten nicht abgelehnt. Nicht nur Redaktionen erliegen der Faszination schillernder Pseudowissenschaft, auch gestandene Wissenschafter altehrwürdiger Universitäten wollen am jüngsten Tag der Aufklärung dabeisein. Eine Diplomandin wurde zur Mitarbeit abgestellt. Ihr wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, sich den akademischen Grad einer Magisterin der Pharmazie mit einer pseudowissenschaftlichen Diplomarbeit erschreiben. Diese Art von Bildung ist ein „Fort“ von Bildung, eine Vergeudung von Zeit und Geld, die durch nichts zu rechtfertigen ist, es sei denn, es ist Ziel, Anschauungsmaterial für Realsatiren zu produzieren. Dafür eignen sich die Forschungsergebnisse vorzüglich und sie wurden dementsprechend auch als satirische Kritik veröffentlicht.

Alternative und komplementäre Forscher beklagen die Begrenztheit der naturwissenschaftlichen Forschung. Sie wünschen sich mehr Freiheit. Inspiration und Witz sind wichtige Faktoren in der Forschung. Aber die für echte Forschung notwendige Inspiration erwächst aus Bildung und Wissen. Der Paradigmenwechsel als Running-Gag ist das witzlose Ergebnis einer grenzenlosen Unwissenheit. Ein Schulbeispiel für politisch geförderte Modeforschung.

#293 |
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Tierärztin

Auweia, ich habe völlig vergessen, dass das in Deutschland gar nicht geht, eine ironische Bemerkung zu Hitler zu machen.

#292 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Christina
Man kann sich auch jahrelang und zertifiziert in Astrologie ausbilden lassen, aber deswegen wird die Astrologie weder zur Wissenschaft noch funktioniert sie.
Solid wird jede Ausbildung und jede Bildung erst dann, wenn der Inhalt “richtig” ist.

#291 |
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Gast
Gast

“Natürlich ist es ein Fortschritt, das der Akkupunktur inzwischen eine Wirkung nachgesagt wird.”

Die Datenlage ist extrem dünn:

“Die bislang größte weltweite prospektive und randomisierte Untersuchung (GERAC-Studien) kommt zum Schluss, dass die Akupunktur genauso wirksam sei wie eine Scheinbehandlung an benachbarten, aber nichtklassischen Punkten (Placebo).” (https://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur#Wissenschaftliche_Beurteilung)

Ich halte die Wirkung der Akupunktur auch für einen reinen Placeboeffekt. In jedem Fall kann von Meridianen aber keine Rede sein.

Das faszinierenste bei der Akupunktur ist, dass sie gerne als Beispiel für funktionierende Alternativmedzin herangezogen wird obwohl davon keine Rede sein kann und niemand protestiert.

#290 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Matthias Deutschbein

ihre Aussage: “Ich arbeite seit 30 Jahren mit Homöopathie, und die ersten drei Jahre dachte ich selbst immer wieder: “Es kann garnicht sein.” Ich zweifelte selbst alles an. Bis ich jenseits jeden Placeboeffekts wußte, daß Homöopathie wirkt – und eine unglaublich wirksame Therapie ist.”

Das ist einer der bekanntesten oberschlauen Argumentationsklassiker.
Aderlass und Mumie haben 2000 Jahre lang gewirkt. Diese Mittel sind also weit wirksamer als Homöopathie. Und haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie sie sie ihre “Erfolge” überprüfen bzw. widerlegen können. Was haben Sie jemals getan, um festzustellen, ob hier eine spezifische Wirkung vorliegt oder nicht?

#289 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Anna Wojcik

Sie versuchen sich immer mehr in Sinnbefreiung. Das ist nicht notwendig.
Aber wie steht es mit einer begründeten Antwort auf die Frage, ob die Homöopathie nach Körbler – Heilen mit geometrischen Formen – wirkt oder nicht.

#288 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Dr. Irmgard Roßnagel
Sie sind unter jeder Kritik. Zuerst setzen Sie braune Duftmarken ab, um das Terrain nach Gesinnungskumpanen zu sondieren und dann wollen sie glauben machen, es sei nur ein Scherz.
Beides ist schlichtweg unmöglich und unverzeihlich!

#287 |
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Christina
Christina

#284
Warum es für den Heilpraktiker keine Richtlinien in der Ausbildung gibt, kann ich auch nicht sagen. Ich habe noch ein 3 jähriges Studium mit Assistenzzeit gehabt, und wunder mich nur, wie die Wertigkeit einer sehr guten Ausbildung, die ich einmal genossen habe, so leidet. Es gibt HPverbände, die mit Fortbildungspunkten versuchen, der Qualität gerecht zu werden, welche ich auch gerne auch heute noch besuche. Ich halte die Aufklärung für den Patienten inzwischen für wichtiger, als mir über so etwas Gedanken zu machen. Ein Beispiel wäre vieleicht die Akkupunktur. Sie wird als Schmerztherapie anerkannt und auch von Ärzten praktiziert. Das sich ein chinesischer Arzt auch heute noch erst Akkupunkteur bezeichnen darf, wenn er 10 Jahre Praxis nachweisen kann, sagt doch schon alles. Natürlich ist es ein Fortschritt, das der Akkupunktur inzwischen eine Wirkung nachgesagt wird. Nur sollte man dabei nicht vergessen, das die Akkupunktur hauptsächlich zur Diagnosestellung beiträgt, und als Therapie zweitrangig und nur in Kombination eine wirkliche Heilwirkung haben kann.

#286 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Matthias Deutschbein

Sie sollten die sensationellen Weizenkeimversuche dem Nobelpreiskommitee melden.
Falls dabei die Namen Frass und Endler auftauchen, handelt es sich um exquisiten Blödsinn.
Prof. Frass und Prof. P.C.Endler haben eine Reihe scheinwissenschaftlicher Sensationen geliefert.
Nur das Nobelpreiskommitee weiß leider davon nichts.
Bitte nicht böse sein, aber Sie scheinen sich der Tragweite ihrer Argumente nicht bewusst zu sein.

#285 |
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Heilpraktiker sollten nicht automatisch mit Hömöopathen gleichgesetzt werden. Dieser Aussage stimme ich zu. Warum unterliegen Heilpraktiker keiner einheitlichen Ausbildungsverordnung? Warum gibt es keine Definition, in welchen bereichen und in welcher Weise sie die Medizin vervollständigen oder unterstützen? Schließlich existiert eine solche Definition für alle anderen Heilberufe….
Damit eine Zusammenarbeit möglich wird, muss zunächst geklärt werden, welche Fälle überhaupt einem Heilpraktiker vorgestellt werden sollten. Schließlich stelle ich ja auch nicht jedes beliebige Leiden jedem beliebigen Physiotherapeuten vor. Dennoch suche ich mir als Kinderarzt gerne Rat aus anderen Disziplinen und überlasse auch anderen Disziplinen gerne die Diagnostik, wenn sie sie besser beherrschen als ich, was oft genug der Fall ist. Ich kann – obwohl es von mir erwartet wird – z.B. keine Sprachentwicklungsdiagnostik durchführen, wie es geschulte Sprachtherapeuten können. Auch denen fehlt (leider) eine gute Studienlage, dennoch sind ihre diagnostischen verfahren standardisiert und zwar in einer Weise, dass ein Lernen durch Wiederholung des Testes nicht möglich ist. Solch standardisierte diagnostische Verfahren haben nur wenige mir bekannte Heilpraktiker zu bieten (wie gesagt, zudem gibt es meiner Meinung nach keine klaren Indikationsstellungen, ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren).
Zur Hömopathie: Sie ist anscheinend dem Placebo-Effekt nicht überlegen. Nicht schlimm, immerhin konnte gezeigt werden, dass der Placebo-Effekt echte Heilwirkung hat. Wenn der Patient das nicht so genau weiß, finde ich das nicht schlimm. Wenn jedoch der “Heilende” nicht ausreichend differenzieren kann, ist das für mich ein Desaster. Ich arbeite gerne mit dem Placebo-Effekt und wenn jemand meint, beten hölfe oder Homöopathie, werde ich diese Methoden unterstützend anwenden. Der Therapeut solle jedoch stets wissen, ob er es mit einem nachhaltig wirksamen Stoff, einem Placebo, oder einem schnellen, jedoch nicht nachhaltigen Effekt zu tun hat.
Was mich persönlich an der Hömöopathie stört, ist folgendes: Ich mißtraue einem Dogma, welches unveränderlich ist. Die vergleiche mit Weltbildverändernden Erkenntnissen aus der Antike, welche im Mittelalter eine Renaissance erlebt haben (die scheibenwelt) halte ich für eine Anmaßung eines Gemeinplatzes.
Ferner möchte ich erwähnen, dass “die Wissenschaft” ganz anderen Kriterien folgt als “die Wissenschaftler” es tun. Ich kenne genug ärztliche Kollegen, die die Aussagekraft einer Studie nicht erfassen können und viel mehr hineininterpretieren, als tatsächlich darin steckt. Viele Jahre Grundlagenwissenschaftlichen Handelns haben mich gelehrt, dass auch die echten Naturwissenschaftler (wir Mediziner sind meistens keine Wissenschaftler) vielen Irrtümern erliegen. “Die Wissenschaft” hingegen weiß einiges, von dem “die Wissenschaftler” keine Ahnung haben. Und die Wissenschaft folgt auch keinem unveränderlichen Dogma.
Selbstverständlich kann man mit einer prognostizierten Zukunft argumentieren (in 1000 Jahren wird die Hömöopathie ihren Beweis erbracht haben), doch das interessiert JETZT nicht. Wir wissen nicht, was wahr ist, wir können aber mit recht hohen Erkenntnisgraden eine Annährung an die Wahrheit wagen, aber nicht einmal dieses Wagnis geht die Hömöopathie ein, indem sie sich weigert, zu zählen. Man spricht lieber von “individualisierter Medizin”, eine Ausrede, um sich vor dem Zählen zu drücken…..
Ich verstehe, dass jeder Heilberuf Gefahr läuft, der Scharlatanerie bezichtigt zu werden und dass das nicht immer fair ist. Aber hier eine Bitte an die Hömöopathen, seien es nun Ärzte oder andere Heilberufe: Legt vernünftig und nachvollziehbar gewählte Kriterien fest und zählt. Wenn Individualisierung der schlüssel ist, sortiert eure Probanden meinetwegen nach Persönlichkeitsprofilen oder was auch immer, standardisiert das Auswahlverfahren und zählt.
Es wäre dann noch schön, wenn einige Heilpraktiker mir mal erklären könnten, wann ich einen Patienten zu ihnen schicken sollte, gibt es dafür Kriterien?

#284 |
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Heilpraktiker

Sehr geehrter Herr Dr. E. Berndt,

die Diskussion macht keinen Sinn. Ich könnte zum Beleg für die Homöopathie die (reproduzierbaren) Weizenkeimversuche der Firma Weleda anführen, Sie würden mir mit Widerlegungen kommen, usw. Man kann mit irgendwelchen Untersuchungen alles beweisen – was für beide Seiten gilt.

Sie vertreten die schulmedizinischen Interesssen – gut. Was weniger gut ist, Tausende von Ärzten, Heilkundigen und anderen, die erfolgreich mit Homöopathie arbeiten, in die Ecke der Scharlatane zu stellen. Oder, freundlicher gesagt, in die Ecke von Menschen, die eben Autosuggestionen erliegen. Und die man etwas mitleidig belächelt.

Ich arbeite seit 30 Jahren mit Homöopathie, und die ersten drei Jahre dachte ich selbst immer wieder: “Es kann garnicht sein.” Ich zweifelte selbst alles an. Bis ich jenseits jeden Placeboeffekts wußte, daß Homöopathie wirkt – und eine unglaublich wirksame Therapie ist.

Sie führten das Portal Psiram an – den Nachfolger von Esowatch. Esowatch zeichnete sich durch strafrechtlich relevanten Rufmord und Verhetzung aus. Alles außer Schulmedizin ist schlecht, und schon allein diese Einseitigkeit gibt zu denken.

Sie diskutieren mit einem erstaunlichen Aufwand gegen die Homöopathie – was auch zu denken gibt. Und es erinnert mich an Psiram.

Solange Sie andere Menschen nicht diskriminieren oder quasi als dumm bezeichnen, dürfen Sie natürlich Ihren Standpunkt vorbringen. Aber eines möchte ich Ihnen auf den Weg geben:

Von praktischer Homöopathie haben Sie keine Ahnung. Sie diskutieren mit großen Aufwand darüber, daß der blaue Himmel in Wirklichkeit violett wäre.

Mit durchaus freundlichen Grüßen

#283 |
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Nichtmedizinische Berufe

Rudolf Steiner würde spekulieren, ob ihm der “Weltenhumor” fehlt. Aber vielleicht kann Herr Berndt ja seinen Namen tanzen? (Achtung, Spaß!)

#282 |
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Tierärztin

Ja klar Herr Berndt!
Sie lassen sich aber leicht auf die Schippe nehmen!

#281 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

@Dr. Roßnagel
In ihrem Hirn wohnt offenbar der Braunauer!
Colin Goldner hat Recht mit seinen Analysen in ” Psycho “.

#280 |
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Tierärztin

Dann hat Hitler also doch noch was Gutes gemacht. Abgesehen von den Autobahnen.

#279 |
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Tierärztin

Klingt eigentlich auch ganz vernünftig.

#278 |
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euch Unterwürfiger
euch Unterwürfiger

ЭГВ, Das ist ein Gedicht des u.g. russischen Dichters
Dieses Gedicht eine gute Ergänzung zu der im Betrag erleuchteteten Behandlung.
Ich bin auch einer von den Tausenden, die begeistert sind. Da dieser Art von Behandlung, genauso wie übliche schulmedizinische behandeln nicht Die Erkrankung, sondern helfen dem Menschen würdig Leben.
Не рассуждай, не хлопочи!..
Безумство ищет, глупость судит;
Дневные раны сном лечи,
А завтра быть чему, то будет.

Живя, умей все пережить:
Печаль, и радость, и тревогу.
Чего желать? О чем тужить?
День пережит – и слава Богу!
Июль 1850, Ф. Тютчев

#277 |
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Christina
Christina

#273
Über die Definition, was Krankheit eigentlich ist, möchte ich mich genauso wenig äußern, genauso als das, was man ” Arzneimittelprüfung” bezeichnet.
Politische Hintergründe sind sicherlich und zu jeder Zeit beigemischt worden, die teilweise sehr schlimmen Ausgang hatten und niemanden wirklich geholfen haben. Nun und das die Erlaubnis zur Heilkunde aus der Nazizeit einen Beruf erschaffen hat, deren einzigstes Ziel von Hitler war umherziehende Heilversprechen mit seltsamen Methoden abzuschaffen. Mich imponiert es schon, wie sie es für unmöglich halten, das Homöopathie je einen wissenschaftlichen Nachweis bekommt. Vieleicht fehlt ihnen einfach der Forschungsgeist, mit einer Portion Leidenschaft, die ganz bestimmt nötig ist, wenn das nachgewiesen werden soll, was eigentlich nicht möglich ist.

#276 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

Ich habe es gerade ausprobiert
Auf dem Smartphone
Einfach auf Heilen mit geometrische Zeichen tippen.

#275 |
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Tierärztin

Guten Abend!
Habe mir gerade das Video angeschaut:
https://www.youtube.com/watch?v=5-6Aa3zHg_8

In dem Video wird erklärt, dass ein gesundes Kalbsschnitzel von einem Kalb kommt, das glücklich auf einer Blumenwiese grast, und dann wird das gar nicht geschlachtet, sondern es wird gebeten, uns als Nahrung zur Verfügung zu stehen. Macht es dann “Puff” und es liegt als Schnitzel auf der Wiese? Der Zwischenschritt, wohl die geometrische Transformation, wurde nicht erklärt. – Klingt aber voll cool!

#274 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Christina #264 | 22. Juni 2015 um 14:38

Ich darf Sie daran erinnern, dass die Homöopathie keine Krankheitsbilder kennt.
In der Homöopathie gibt es nur Symptome!

Die Homöopathie

Heilen als Religion

Homöopathie ist die in Mitteleuropa und speziell in Deutschland und Österreich am meisten verbreitete alternative Heilmethode. In Österreich gibt es die Homöopathie als Hochschulstudium nicht. Im Vereinigten Königreich ist die Homöopathie ebenfalls sehr verbreitet und blickt auf eine lange Tradition zurück. Praktisch seit Anbeginn stehen homöopathische Spitäler Patienten zur Verfügung. Ebenso existieren Forschungsstätten und Ausbildungseinrichtungen. Ein prominenter Fürsprecher ist vor allem seine königliche Hoheit Thronfolger Prinz Charles, der Prinz von Wales, der sich auch auf anderen Gebieten alternativ zeigt und dafür von Fachleuten kritisiert wird. Wissenschaftlichen Argumenten scheint der Prinz jedoch nicht Glauben schenken zu müssen; er denkt halt gern anders.

Außerhalb Europas ist die Homöopathie besonders in Indien etabliert und anerkannt. Eingeführt wurde sie von Johann Martin Honigberger noch zu Lebzeiten Hahnemanns. Er war Arzt und Apotheker aus Siebenbürgen, beschäftigte sich sehr mit Homöopathie und bereiste mehrmals den Orient. Die Homöopathie stellt in Indien eine zweite unabhängige medizinische Schiene dar. Die Inder sehen in der Homöopathie Ähnlichkeiten mit Ayurveda. Der landesweiten Verbreitung und Anerkennung in allen Teilen der indischen Gesellschaft kam zugute, dass in der Homöopathie eine Alternative zur Medizin der Kolonialherren gesehen wurde. Die Ausbildung zum Homöopathen war allgemein erschwinglich und der Zugang leichter als zum eigentlichen Medizinstudium. Viele, die Arzt werden wollten, wählten daher die Ausbildung zum Homöopathen.

Auf ähnliche Weise, nämlich aus politischen Gründen, entstand auch die traditionelle chinesische Medizin in ihrer modernen Form. Sie wurde von den Kommunisten als Gegenstück zur westlichen Heilkunde revitalisiert bzw. wiedereingeführt, um dann als altes Kulturgut und Reklame für kommunistische Überlegenheit exportiert zu werden.

Parallelen lassen sich auch in der Legalisierung der Heilpraktiker in Deutschland erkennen. Erlaubt und gesetzlich verankert wurden die Heilpraktiker von den Nationalsozialisten. Zu dieser Zeit wurde alles auf „Volks-“ zwangsumgestellt. Eine neue, fortschrittliche, germanische Volksmedizin, ausgehend von einem gesunden Volksempfinden, sollte der konventionellen, dekadenten und in den Augen der Nationalsozialisten „jüdischen“ Medizin entgegengestellt werden. Popularität und „divide et impera“ mögen weitere Hintergedanken der Nationalsozialisten gewesen sein, zwei Arten von Medizin zu etablieren. Die im Vergleich zur Medizin auch heute noch äußerst geringen Ausbildungserfordernisse für den Beruf eines Heilpraktikers sind immer wieder Gegenstand der Kritik. In diesem Sinne wurde auch die Homöopathie im 3. Reich gefördert. Hahnemanns Lehre galt als „deutsch“. Um diese Wahnidee zu beweisen, wurden in grausamsten Wirksamkeitsstudien viele Konzentrationslagerinsassen qualvoll ermordet. Das umfangreiche Untersuchungsmaterial ging in den Kriegswirren verloren. Die wenigen Zeugenaussagen und Dokumente berichten aber von völliger Wirkungslosigkeit.

Die Homöopathie wurde von ihrem Begründer Samuel Hahnemann (1755–1843) als ein in sich geschlossenes und unwiderlegbares „Lehrgebäude” angelegt, und muss daher heute als höchst unwissenschaftlich angesehen werden. In eine abgeschlossene, eben fertige und damit zu Ende gedachte Lehre, Philosophie oder Theorie, wie auch immer, können weder neuere Erkenntnisse eingebracht werden noch irgendwelche Argumente von „außen“ zugelassen werden.

Samuel Hahnemann lebte im Zeitalter der beginnenden Aufklärung und war gebildeter Mediziner. Er kritisierte die damals verbreitete „heroische“ Medizin. Völlig zu recht, wie wir heute wissen. Es kam zum Bruch mit dem medizinischen Establishment. Die konsequente Antwort Hahnemanns war seine Homöopathie. Seine gesamte Lehre ist schriftlich festgehalten und bestens dokumentiert.

Die unumstößliche Erleuchtung – als Wissenschaft getarnt

Er fasste das Wissen seiner Zeit zusammen, entnahm daraus, was er für richtig hielt, und erweiterte es um seine Vorstellungen. Es finden sich daher in der Homöopathie noch zahlreiche nach heutigem Verständnis höchst unwissenschaftliche Vorstellungen wie Zahlenmystik, Symbolismus, Lebenskraft, Vier-Säfte-Lehre, Astrologie und vieles andere mehr. Diese vorwissenschaftlichen Elemente sind heute wie damals in der Homöopathie erkennbar und immer noch präsent. Nichts von alledem wurde entsorgt. Die Homöopathie präsentiert sich daher heute – aus Sicht der Wissenschaft – als Abfallhaufen ehemaliger und überholter „wissenschaftlicher“ Forschungsansätze. Daran ändert auch die homöopathische wissenschaftliche Forschung nichts. Denn welche Ergebnisse sollen bei einer Forschung herauskommen, die auf mittlerweile unhaltbaren Lehrsätzen und Annahmen beruht? Es kann nichts herauskommen! Dass nichts herauskommt, ist logisch und keine Untertreibung. Es kann nur Unsinn herauskommen, wenn Sinn dort gesucht wird, wo keiner ist!

Diese heiter-ernste Schlussfolgerung geht auf den Arzt und Entertainer Eckehard von Hirschhausen zurück.

Hahnemann suchte zwar nicht nach dem Stein der Weisen wie die Alchemisten, aber er schuf mit seiner damals „neuen“ Lehre im Grunde eine Neuformulierung dieser althergebrachten Sehnsucht. Allmächtig und universell gültig wird nicht weniger versprochen, als eben wirklich alles heilen zu können. Der Glaube daran ist für die Anhänger Gewissheit und befreit sie von jeglichem Zweifel. Der Erhalt der „reinen“ Lehre war Hahnemann und erst recht seinen Jüngern ein besonders Anliegen. Die mühselige Suche nach neuen Erkenntnissen ist überflüssig, weil Hahnemann schon alles gesagt hat. Wer über Homöopathie nicht diskutieren will, zitiert den Kalauer medizinischer Selbstüberschätzung: „Wer heilt, hat recht!“

Und so sehen die Homöopathen alles im Lichte der Homöopathie, glauben fest, alles mit Homöopathie heilen zu können, und bestätigen sich mit ihrer Homöopathie immer wieder selbst. Das verleiht ihnen ein besonderes Charisma. Sie beeindrucken ihre Patienten mehr als gewöhnliche Mediziner, die oft genug nur langwierig und zweifelnd zu unsicheren Diagnosen gelangen, und dann den Patienten noch eingestehen müssen, dass es keine allmächtige Medizin geben kann und gibt.

„Similia similibus curantur“ – Amen

„Similia similibus curantur“, lautet das Credo, auf dem sich die Homöopathie nach wie vor ohne Ausnahmen gründet. Das war eine durchaus zulässige Arbeitshypothese, aber aus dieser Ähnlichkeitsregel, dem Arzneimittelbild und dem Potenzieren sowie aus allen übrigen Vorschriften wurde keine wissenschaftliche Theorie sondern ein unumstößliches Dogma geformt. Dieses dogmatische medizinische Gesamtkunstwerk darf weder hinterfragt noch nachgeprüft werden. Wer es dennoch tut, sündigt schwer, denn der „Diktator des Heils“, Hahnemann, hinterließ ein vollendetes Gesamtwerk, mit einem ein für allemal ausgeklügelten und strikt zu befolgenden Regelwerk, in dem kein Platz für irgendwelche hinausführenden Fragen oder Zweifel ist.

Es wird eine scheinbare, besonders einfache Logik entwickelt, die einem das Denken abnimmt, etwas, was nicht nur die Homöopathie, sondern eigentlich alle alternativ-komplementären Heilmethoden auszeichnet und attraktiv macht. Und die Homöopathen können sich kein Zweifeln und keine Skepsis erlauben, denn das brächte dieses Kartenhaus an naturwissenschaftlichem Scheinwissen sofort zum Einsturz.

Der Glaube an die Überlegenheit der Homöopathie gegenüber der Schulmedizin bzw. der als gegensätzlich erachteten Medizin, der Allopathie, alles Heilen zu können, tritt auch aus entsprechenden Texten hervor:

Aus einer Homöopathiebroschüre von E. Fräntzki Titel: Die Idee der Wissenschaft bei Samuel Hahnemann (1976)

… Mit der neuen, homöopathischen Konzeption des Heilverfahrens hat HAHNEMANN, so läßt sich sagen, die k o p e r n i k a n i s c h e Wende innerhalb der Medizin vollzogen. Denn jetzt richtet sich das Wissen um das Heilen nicht mehr nach den in immer neuen Weisen auftretenden, im Grunde nie einholbaren Krankheiten wie in der Allopathie, sondern Krankheit muß sich nach dem Wesen um das Heilen richten. D. h. homöopathisch gesehen tritt als Krankheit nur auf, was im voraus in der reinen Arzneimittellehre schon ausgemittelt worden ist. Darin ist impliziert, daß es – wiederum homöopathisch gesehen – natürliche Krankheiten nicht gibt ….

Dieser Text ist Teil einer abschließenden Betrachtung und ernst gemeint. Daraus kann niemand ernsthaft schlau werden, außer man sieht die Welt verkehrt herum. Die Hahnemannsche Homöopathie wird als modernste Heilmethode gesehen. Medizin, so wie wir sie heute betreiben, ist überholt. Und offenbar noch überholter als vor 200 Jahren! Die Homöopathie ist wie die kopernikanische Wende ein Paradigmenwechsel. Krankheit ist etwas, das natürlich (?) gar nicht existiert. Die klassische Medizin eilt hinter den an sich nicht existenten und daher auch nicht behandelbaren Krankheiten her. Krankheiten sind etwas, das es zwar nicht gibt, aber die Homöopathen können diese im voraus mit Hilfe der reinen Arzneimittellehre ermitteln. So gesehen muss man sagen, dass hier nicht einfach Henne mit Ei verwechselt wird, sondern überhaupt unklar ist, was Henne und was Ei ist.

Ein für allemal wird festgestellt, was richtig und homöopathisch ist oder nicht, bzw. wie Homöopathie richtig zu denken ist. Das nennt man einen Binnenkonsens. Paul Watzlawik bezeichnet eine so konstruierte „Theorie“ als philosophische Wespenfalle: Man fliegt hinein und findet nicht wieder heraus. Dieser Gedankenkäfig wurde raffiniert mit Dogmen verspiegelt. Und mit den bekannten Totschlagphrasen wie „man kann nicht alles beweisen“ und „das wird sicher noch bewiesen werden“ sperren sich die Anhänger heute selbst ein, womit jede Diskussion sinnlos wird.

Die Lehrsätze und Anweisungen der Homöopathie sind nicht falsifizierbar, was diese Lehre nach Sir Karl Popper ebenfalls als Unwissenschaft qualifiziert. Das Ergebnis ist, wenig überraschend, ein vorprogrammierter Wissensstillstand. Die Homöopathie ist daher neueren Erkenntnissen verschlossen und seit 200 Jahren unverändert. Die Abgrenzung zur Wissenschaft besteht nicht nur im Negieren neuerer Erkenntnisse welcher Art auch immer, sondern spielt sich auch und gerade im Kopf ab. Der Homöopath denkt in zwei Welten. Die Suche nach Wahrheit muss unterbleiben!

Wahn ist die Brücke zwischen Sinn und Unsinn

Bei diesem Konflikt der Homöopathie mit den Naturwissenschaften handelt es sich nicht um Auffassungsunterschiede in irgendwelchen nebensächlichen Detailfragen, sondern um eine grundsätzliche Unvereinbarkeit. Ausgangspunkt ist die wohl unbezweifelbare Tatsache, dass wir uns nur in einer einzigen Welt befinden, und dass es daher nur eine einzige Naturwissenschaft gibt, für die ein hierarchischer und widerspruchsfreier Aufbau für zutreffend und als gegeben angenommen werden muss. Und so gelten eben die naturwissenschaftlichen Grundgesetze fachübergreifend in allen Disziplinen. Nur echte Wissenschaft ist so gesehen ganzheitlich.

#273 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

Liebe Frau Wojcik!
Was soll ihr inhaltsloser Beitrag.
Wo ist ihre Meinung?
Sie sind gefragt!

#272 |
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Nichtmedizinische Berufe

Zitat Dr. phil. E. Berndt:

“Auch der verstorbene Claus Fritsche, von der Homöopathieindustrie als Internetlobbyist engagiert, will dazu nichts sagen.” -Zitat Ende

Nun, wenn man tot ist kann man auch nichts mehr dazu sagen.

#271 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Im Talk im Hangar7 wurde eine Filmsequenz über abenteuerliche Wundermittel bzw. Wundertherapien gezeigt. Der Moderator wollte dann vom obersten Homöopathen Österreichs, Prof. Dr. Frass, dazu eine Meinung hören.

Es kam wie es kommen musste, Prof. Frass sprach sehr viel, nur nicht darüber und auch nach meiner Aufforderung, doch endlich dem Wunsch des Moderators nachzukommen und die Wundermittel zu kommentieren, enthielt er sich peinlich jeden Kommentars.
Prof. Frass ist ja nicht irgendwer, der von Medizin und Biologie und den Grundlagen dazu keine Ahnung hat.
Auch der verstorbene Claus Fritsche, von der Homöopathieindustrie als Internetlobbyist engagiert, will dazu nichts sagen.
Bis dato habe ich noch nie erlebt, dass sich Homöopathen über irgend einen auch noch so hanebüchenen Unfug erregt hätten, der unter dem Label Homöopathie vermarktet wird.

#270 |
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Dr. Edmund Berndt
Dr. Edmund Berndt

Hat bitte schön jemand sich ernsthafte Gedanken darüber gemacht, dass Placeboeffekte, Noceboeffekte, Wunschdenken, Erwartungshaltung und auch der gute alte Zufall zu berücksichtigen sind, wenn man von altem Wissen spricht.
Wenn man sich vor Augen hält, was alles gegen jede Logik und Erkenntnis schon als wirksam galt, kann man nicht mehr jedes alte Kräuterrezept als wirksam im modernen Sinn halten. Wenn alles, was so im Laufe der Jahrhunderte aufgeschrieben wurde, wirklich wirksam gewesen wäre, dann würden wir schon fast wie im Paradies Leben.
Haben, sie sich schon einmal überlegt, wie viele Liter Weidenrinde sie trinken müssen, um eine tatsächlich wirksame Menge an Salicylsäure zu sich zu nehmen?

#269 |
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Christina
Christina

Wo ist denn Kommentar 266 geblieben??? mmh?

#268 |
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Ayaxx ayaxx van hylst
Ayaxx ayaxx van hylst

” energetische Transformationsprozess ist, sondern sondern bringt die Verbindung durch Kohärenz mit ins Spiel, wodurch letzendlich …”
Hmmm…..
wenn eine Flüssigkeit, die man 80x geschüttelt hat, exakt genau so viel Wirkung erzeugt wie eine Flüssigkeit, die man gar nicht geschüttelt hat, dann wird es nur wenig Menschen mit durchschnittlich entwickelter Logikfähigkeit geben, die stolz behaupten, am Schütteln würde die Wirkung gelegen haben, korrekt?
Gut.
Jenseits dessen forscht man meines Wissens sehr intensiv an Pflanzen und Tieren aller Art, um den guten alten Kräuterhexen auf die Schliche zu kommen :-)
Ich glaube, es ist heutzutage unter Fachleuten unstrittig, dass es Berge von hocheffektiven Molekülen gibt, die darauf warten, mit wissenschaftlichen Analysemethoden jenseits der reinen Evidenz entdeckt zu werden.
Die alten Scheuklappen fallen. Mehr und mehr.
Ohne Scheuklappen und mit wissenschaftlicher Logik – so kann Erkenntnis richtig gut funktionieren. Lasst es uns unterstützen.

#267 |
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Christina
Christina

#266 Na, so war das nicht gemeint, im Gegenteil………aber wenn sie so wollen, ist die Gabe des richtigen Mittels wichtig, wenn wenn die Chance zur Heilung da sein soll. Wie gesagt, ich bin kein Homöopath und man sollte dieses umfangreiche Gebiet dem Homöopathen überlassen, der nun mal ein genaues Krankheitsbild erstellen muß, damit das richtige Mittel gefunden wird.Alles andere grenzt an Arzneimittelprüfung, und da möchte ich mich auch nicht weiter zu äußern…..

#266 |
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Gast
Gast

“…. das der eigentliche
Heilungsprozess nicht der energetische Transformationsprozess ist, sondern sondern bringt die Verbindung durch Kohärenz mit ins Spiel, wodurch letzendlich bewiesen ist das Energie amorph, also jederzeit veränderbar ist….”

#265 |
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Christina
Christina

Das eine Kraft der Heilung durch einen geeometrischen Prozess hervorgerufen wird kann ich nicht beurteilen. Sehen sie es doch als einen Forschungsteil an um die Wirkung erklärbarar zu machen. UNd doch erlaube ich mir zu sagen, das der Vortrag, wenn sie die Geometrie mal weglassen seine Berechtigung hat. Nur leider sind hier nur die Hoöopathen wieder angesprochen. Ich halte mich mit dem was Prof. Popp einmal gesagt hat, und auch plausibel klingt, das der eigentliche
Heilungsprozess nicht der energetische Transformationsprozess ist, sondern sondern bringt die Verbindung durch Kohärenz mit ins Spiel, wodurch letzendlich bewiesen ist das Energie amorph, also jederzeit veränderbar ist.

#264 |
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mueller
mueller

@Anna Wojcik:

“Mir sind User suspekt, die sich nur in einer Zeitschrift/in einem Forum informieren. ”

Und mir sind User suspekt, die sich gar nicht oder nur selbstbestätigend informieren.

In aller Regel wissen “Alternativ”-Kritiker über die Verfahren und Methoden wesentlich besser Bescheid, als die Befürworter und Anwender, die nur den Unsinn wiederkäuen, die sie an irgendwelchen Heilpraktiker-“Schulen” gehört oder in der immerselben Pro-Literatur gelesen haben.

Wäre dies anders, kämen kaum hier Leute auf die seltsame Idee, TCM, Akupunktur, Ayurveda und Co. ernsthaft als “wirksam” zu bezeichnen oder von der völlig willkürlichen homöopathischen “Arzneimittelprüfung” als eine Art Wissenschaft zu schwärmen:

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1495

http://blog.gwup.net/2013/05/21/skepkon-2013-die-akupunktur-skeptisch-betrachtet/

http://blog.gwup.net/2014/03/01/vortragsvideo-traditionelle-chinesische-medizin/

#263 |
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Gast
Gast

Ja, und die Meinung zum verlinkten Video würde auch mich interessieren

(”
Dr. E. Berndt

S.g. Frau Wojcik!

Ich bitte sie, sehen Sie sich doch dieses Video an:
https://www.youtube.com/watch?v=5-6Aa3zHg_8
und sagen und mit kurzer Begründung, ob diese Methode wirkt oder nicht….”)

#262 |
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Gast
Gast

Warum soll man jedem Unsinn mit Toleranz begegnen? Warum soll man Unsinn nicht auch einfach als Unsinn bezeichnen dürfen?

Homöopathischen Hochpotenzen mehr als Placebowirkung zuzusprechen bezeichne ich als Unsinn, bis der Gegenbeweis angetreten wurde. Zum Beispiel durch ein zuverlässiges Verfahren, das Hochpotenzen voneinander unterscheiden kann. Oder durch eine reproduzierbare Arzneimittelprüfung nach allen Regeln der Kunst (doppelblind usw.)

#261 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

S.g. Frau Wojcik!

Ich bitte sie, sehen Sie sich doch dieses Video an:
https://www.youtube.com/watch?v=5-6Aa3zHg_8
und sagen und mit kurzer Begründung, ob diese Methode wirkt oder nicht. Ich und vermutliche andere auch warten noch immer auf Ihr Urteil. Sie haben nun so viel geschrieben und ich darf daher wohl annehmen, dass sie soviel Wissen und damit Einschätzungsvermögen haben, darüber zu urteilen. So schwer kann das doch angesichts des Videos nicht sein. Oder? Sie werden doch gelegentlich über den Tellerrand geblickt haben.

#260 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Dr. rer. nat. Jürgen Boxberger
Ihre Worte Deshalb bin ich für Toleranz, wo immer es möglich und vertretbar ist.

Ich bin für strikteste Trennung. Würden Sie das auch befürworten?

#259 |
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Die Behandlung autistischer Kinder mit MMS finde auch ich kriminell. Der “Erfinder” dieses “Wundermittels” hat in den USA sogar eine Kirche gegründet, um behördlich nicht belangt werden zu können. In Deutschland hat der Gesetzgeber zu Recht eingegriffen und das Zeug verboten. Wer es sich oder anderen dennoch antun will, wird Wege und Mittel finden. Mit Aufklärung, also argumentativ, werden Sie diese Klientel aber wohl nie erreichen. Die Alternative wäre eine Art gesundheitlicher Polizeistaat, und das kann nun wirklich keiner ernstlich wollen. Deshalb bin ich für Toleranz, wo immer es möglich und vertretbar ist. Das ist schwierig, aber niemand hat behauptet, dass Demokratie wie wir sie verstehen bequem sei.

#258 |
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Christian Hofmann
Christian Hofmann

Der Artikel ist im Prinzip nicht schlecht.
Vielen Dank dafür.
Ich würde mir aber mal wünschen, das der Heilpraktiker nicht nur mit der Homöopathie in Verbindung gebracht wird. Das ist leider die durch die Medien verbreitete Meinung. Aber die Homöopathie ist nur eine Disziplin der Naturheilkunde.
Wie wäre es zum Beispiel auch mal mit Akupunktur, Pflanzenheilkunde, Schüssler Salzen, Schröpfen, Bauscheidtieren, Blutegeltherapie, Bioresonanz, Kneippsche Verfahren, usw.
Ich als Heilpraktiker werde oft verwundert angeschaut wenn ich sage, dass ich nicht mit Globuli behandel.

#257 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Aalle Befürworter der alternativen, komplementären und ganzheitlichen Medizin und ganz besonders an die Homöopathen und Homöopathinnen.

Sehen Sie sich doch dieses Video an:
https://www.youtube.com/watch?v=5-6Aa3zHg_8
und sagen und mit kurzer Begründung, ob diese Methode wirkt oder nicht. Ich warte noch immer auf Ihr Urteil

#256 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Dr. rer. nat. Jürgen Boxberger
Der Glaube versetzt nicht Berge.
Der Glaube ist ein verkehrt gehaltener Feldstecher. Die Probleme sind nur viel kleiner und weiter weg.

Es geht darum, dass die alternativen, komplementären und ganzheitlichen Heillehren sich unter das Dach der Naturwissenschaft, bzw. der konventionellen evidenzbasierten Medizin stellen. Das sind Trittbrettfahrer, die nichts, aber auch gar nicht zu unseren heutigen gesicherten Kenntnissen beigetragen haben.

Der Doppelpack von Aberglaube und naturwissenschaftlich begründeter Medizin in ein und denselben Behandlungszimmer ist der Betrug schlechthin.
Wie sollen Laien das auseinanderhalten können?

Wir leben nun mal nur in einer einzigen Welt und dort gibt es nicht verschiedene einander widersprechende Naturgesetze.

Und was ist mit den Kindern, die sich gegen die Folgen der abergläubischen Vorstellungen ihrer Eltern nicht schützen können? Polio und Masern könnten schön längst wie Pocken Geschichte sein.

#255 |
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Hier geht es anscheinend längst nicht mehr um eine sachliche und fachliche Auseinandersetzung, sondern nur noch um einen hitzigen Schlagabtausch von Ideologien. Selbst der bereits in #201 erwähnte Physiknobelpreisträger Richard Feynman hatte nach eigenem Bekunden keine Chance, orthodoxen jüdischen Studenten sein physikalisches, nach allen Regeln der naturwissenschaftlichen Kunst fundiertes Weltbild auch nur nahezubringen. Wo fundamentale Ideologien oder extreme religiöse Überzeugungen herrschen, sind Argumente fehl am Platz. Hier hilft nur noch großmütige Toleranz. Das kann doch nicht so schwer sein. Kürzlich habe ich bei einem Verlag für alternative Medizinprodukte ein Buch entdeckt (Titel ist mir entfallen), in dem die heilende Kraft der Erzengel gepriesen wird. Na und? Wenn der Glaube, wie es heißt, Berge versetzen kann, dann möchte er vielleicht auch gegen das eine oder das andere Gebrechen ein probates Mittel sein. Mir wäre es wurscht, ob ich meinen Tinnitus durch Chefarztbehandlung oder durch die Intervention von Gabriel und Co. los werde. Nach Risiken und Nebenwirkungen frage ich dann meinen Pfarrer.

#254 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. phil. E. Berndt, J. Fischer ist es gelungen mit seinem Buch “Intelligente Menschen -bessere Gläubige” sowohl die “Gläubigen” als auch die “Ungläubigen” zu charakterisieren. Und vor allem: derartige Schlaumeier-Einschätzungen haben den Vorteil, dass sie für beide Seiten gelten können!! Für die penetranten Gegener der Homöopathie und für die zähen Befürworter.

Machen Sie einfach den Versuch und betrachten Sie sich rein gedanklich “als intelligenten, gebildeten und auch in den Naturwissenschaften bewanderten Menschen” der von J. Fischer charakterisiert wird, als jemand der “über ein ausreichendes intellektuelles Repertoire, sein eigenes Handeln vor sich und anderen zu rechtfertigen weiß und ausserdem einer der Letzten sein dürfte, sich ein irrationales Verhalten einzugestehen”.

Zitat: “Dass gerade gebildete Menschen keineswegs vor Fanatismus gefeit sind, sollte spätestens seit den Anschlägen der Baader-Meinhof-Gruppe RAF bekannt sein.“ -Zitat Ende.

Vergessen Sie nicht: Auch Ihnen kann es durchaus passieren, dass Sie sich schnelll in der Rolle des auf ewig zum Scheitern verurteilten Sisyphus wiederfinden.

Ich denke, Sie tragen nicht dazu bei, die sog. Grabenkämpfe zwischen Homöopathie-Befürwortern vs. Homöopathie-Gegnern beizulegen; eher nähren Sie diese. Selbst der “Dümmste” spürt Ihre unangebrachte Provokation und Überheblichkeit.

Es reicht nicht aus, “intellektuelle Erklärungen” von Hinz & Kunz zum Besten zu geben. Eigene, nicht wertende! Überlegungen wirken seit jeher überzeugender als heran zitierte Besserwisser, die auch nur mit Wasser kochen.

#253 |
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Christina
Christina

#251
jo, das war wirklich grenzwertig, Zitate, die Homöopathen und auch die sich behandeln lassen, in ihrem Tun und Handeln mit einer Wahnvorstellung zu vergleichen. Und das auch noch ein Empfinden in Richtung Gesundheit, die übrigens nicht selten mit sehr guten Laborwerten verbunden sind, das alles
an einer abnormen Persönlichkeitsstörung vorbeigeht. Ich muß schon sagen, solche Diskussionen führen zu nichts, auch wenn ich gerade kein schlaues Zitat in Peto habe. Wenn Patienten zu mir kommen, die sagen, das sie nicht mehr wüssten, wann sie das letzte Mal einen Arzt gebraucht haben, oder auch krank gewesen sind, dann mag das auch eine Bestätigung sein, doch in erster Linie freu ich mich über die Wirksamkeit, und der Geduld und dem Vertrauen, die mein Patient mitbringt. Das nenne ich alltägliche Praxis. Und diese ist für mich Realität. Wenn die Theorie noch kein Nachweis gefunden hat, so ist er in der Praxis längst da.

#252 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Warum scheitert die Homöopathiediskussion – intellektuelle Erklärung von Robert Musil

https://glareanverlag.wordpress.com/tag/robert-musil/

Warum der Aha-Effekt in den Köpfen intelligenter, gebildeter und auch in den Naturwissenschaften bestens bewanderter Menschen und Persönlichkeiten in vielen Debatten und auch gerade in der Homöopathiediskussion ausbleibt, gibt Robert Musil.

Der Autor von „Der Mann ohne Eigenschaften“ erblickte das Übel in der “höheren Dummheit”, die er in einem Vortrag über die Dummheit in Wien im Jahre 1937 als ein typisches Verhaltensmuster charakterisierte.

Robert Musil unterschied zwischen der gewöhnlichen Dummheit (schwacher Verstand, lange Leitung usw.) und einer „höheren Dummheit“, die er als eine Konstellation beschrieb, in der Verstand, Bildung, Intellekt etc. nicht das Gemüt zügeln sondern das Gegenteil der Fall ist.

Eine absolut noch im Normbereich befindliche Gemütslage bzw. eine bestimmte Überzeugung, eine Leidenschaft, ein fester Glaube an ein religiöses Dogma oder die Überzeugung eben, dass die Homöopathie auf jeden Fall wirken muss, beherrschen dann das Denken eines Menschen. Diese „höhere Dummheit“ – nach Robert Musil – ist sicher keine schwere inhaltliche Denkstörung sondern, was die Denkleistung betrifft, das Gegenteil. Der in aller Regel meist überdurchschnittliche Verstand, die intellektuellen Fähigkeiten, die Bildung, kurzum die ganze Begabung arbeiten einer vermeintlich guten, wichtigen und richtigen Sache unablässig zu oder verteidigen diese. Der Aberglauben Homöopathie beherrscht nun das Denken, zumindest partiell, wenn nicht überhaupt.

Musil sieht in diesen Umständen die Ursache für ergebnislose Debatten. Er hat zwar nicht die Homöopathie erwähnt, aber die Diskussion rund um die Homöopathie läuft im Ergebnis exakt nach Musil ab, nämlich fruchtlos. Wichtig ist, sich vor Augen zu halten, dass die von ihm skizzierte „höhere Dummheit“ eben kein Mangel an Intelligenz und sonstigen geistigen Fähigkeiten ist, sondern eher das Gegenteil.

So sind Skeptiker und Kritiker immer damit konfrontiert, dass ein exzellentes Denkvermögen, ein überragender Intellekt und eine gehobene Bildung bzw. eine diesen Umständen geschuldete fehlgeleitete Bildung dem Beweisen eines Aberglaubens und/oder der Bestätigung einer Verschwörungstheorie, dem Kreationismus und auch der Homöopathie ohne Unterlass zuarbeiten. Und das schneller und ausgiebiger als darauf sachlich geantwortet werden kann.

Menschen, die an Dogmen festhalten, Ideologien propagieren oder an Verschwörungstheorien glauben, sind meist überdurchschnittlich intelligent, aber es ist eine Schraube locker, wie der Volksmund sagt. Diese Schraube ist, so vermeine ich eben, die Stellschraube zwischen Gemüt und Verstand. Und je nach Einstellung ist man eben in seinem Verhalten, Denken und Wahrnehmen mehr oder weniger von seiner Ideologie geleitet und es kommt dann eben zu einem mehr oder weniger festen Beharren von Ansichten, Gewohnheiten über ein unauffälliges Maß hinaus. Der Bogen reicht von harmlosen Angewohnheiten, einer Sammelleidenschaft, einer ausufernden Hingabe an ein Steckenpferd bis hin zu offenkundigen Verfolgungs- oder Verschwörungswahnvorstellungen oder missionarischem Eifer.

Ich bin kein Psychiater, aber trotzdem erlaube ich mir zu bemerken, dass diese „höhere Dummheit“ bei Überschreiten einer bestimmten Grenze schleichend in Wahn übergeht, wenn die inhaltliche Denkstörung die Denkleistung ausschaltet.

Erst wenn die Lebensführung behindert wird, weil die Betroffenen trotz der Unvereinbarkeit mit einer unmittelbar objektiv nachprüfbaren Realität unbeirrt und unbedingt an ihren Überzeugungen festhalten, spricht man von Wahn, einem Krankheitssymptom aus dem Fachgebiet der Psychiatrie. Die Lebensführung der homöopathischen Upper Class ist, wie zu beobachten ist, jedoch nicht beeinträchtigt.

In dieses Verhaltensmuster passt auch die selektive Wahrnehmung. Eine erfolgreiche und bewährte Eigenschaft, die wir alle haben. Sie hilft uns rasch und einfach im täglichen Datenwust meist, das richtige zu sehen, aber nicht immer. Vorurteile gehören auch zur schnellen Entscheidungshilfe, sind nützlich, haben jedoch ihre Tücken. Manchmal sehen wir zu viel. Und dann kommt der Punkt, an dem die betroffenen Personen nur mehr Bestätigungen ihrer Vorstellungen sehen, die durchaus das Ausmaß eines Wahnes haben können. Ein Spielsüchtiger sieht sofort in zufälligen Zahlen ein Muster und jeder Misserfolg bestärkt ihn noch in seiner Theorie, die nicht verworfen sondern nach jedem Misserfolg pseudologisch verfeinert wird.

Die Betrachtung von Musil ist natürlich zweischneidig oder auch objektiv, wenn man so will. Der hier aufgezeigte Ablauf läuft letztlich darauf hinaus, dass man einander Ideologie vorwirft. Alles war hier aufgezeigt wurde, kann und wird natürlich von den Vertretern der Homöopathie den Naturwissenschaftlern und Befürwortern evidenzbasierter Medizin im Gegenzug vorgeworfen.

#251 |
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Dr. Hans-Werner Bertelsen
Dr. Hans-Werner Bertelsen
#250 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Intelligente Menschen – bessere Gläubige

„intelligente Menschen sind oftmals die besseren Gläubigen“ schreibt Johannes Fischler in New Cage: auf Seite 128 ff über einer Anmerkung. Und dann weiter im Text:

„Wer glaubt gegen manipulative Beeinflussung immun zu sein, kann sich leicht irren. Denn einmal in die Dissonanzspirale eingetreten, erweisen sich gerade intelligente Menschen als die besseren Rationalisierer. Immerhin verfügen sie über ein ausreichendes intellektuelles Repertoire, ihr eigenes Handeln vor sich und anderen zu rechtfertigen, und außerdem sind sie wohl die Letzten, die sich irrationales Verhalten eingestehen würden. Sie erweisen sich lt. dem US-amerikanischen Wissenschaftshistoriker Michael Shermer als besonders gut darin, seltsame Auffassungen zu untermauern, zu denen sie auf emotionalem Wege gekommen sind. Frei nach dem Motto: “Wenn ich keine Erklärung habe, dann kann es nur eine übernatürliche geben”, wird so mancher pseudowissenschaftlicher Ausritt an sich schlauer Köpfe verständlicher. Dass gerade gebildete Menschen keineswegs vor Fanatismus gefeit sind, sollte spätestens seit den Anschlägen der Baader-Meinhof-Gruppe RAF bekannt sein.“

Diesmal ist es der Wissenschaftshistoriker Michael Shermer, der in gleicher Sache zitiert wird und sieht es offenbar auch so, wie Robert Musil es skizzierte. „Auffassungen“, die auf „emotionalem Weg“ gewonnen wurden, werden von intelligenten und gebildeten Menschen vor sich und anderen mit Intellekt und Bildung verteidigt. Ihr Intellekt untersteht dem Gemüt und „rationalisiert“ das offenbar Irrationale, die „seltsamen Auffassungen“ werden mit Scheinlogik für richtig erklärt.

Tatsache ist, wenn in einer Diskussion über die Homöopathie auf unrichtige Details oder Pseudofakten eingegangen wird, wird die Diskussion sofort uferlos. Jedem widerlegtem Pseudoargument folgen umgehend weitere nach. Pseudowissenschaft lässt sich nur Pseudowissenschaft erklären, aber nur scheinbar und dabei wird immer mehr Blödsinn verzapft, als zu widerlegen man Zeit findet. Es sind die notwendigerweise ausufernden Richtigstellungen, die jede Diskussion sprengen. Man muss dann praktisch die Naturwissenschaften vom Urknall her aufrollen. Wenn über Homöopathie diskutiert wird, dann es ratsam, nur ein oder zwei Basisfakten anschneiden und darauf strikt beharren.

Wenn das übersehen wird, wird man an Herkules und Sisyphus aus der griechischen Mythologie erinnert. Herkules schaffte die ihm auferlegten Prüfungen. Aber man wird sich schnell in der Rolle, des auf ewig zum Scheitern verurteilten Sisyphus, wiederfinden.

Wer könnte mit einer Fackel der Wissenschaft das unaufhörliche Nachwachsen von Pseudoargumenten stoppen? Und wenn man glaubt, mit dem schweren Stein des Wissens endlich den Berg der Unwissenheit und des Aberglaubens bezwungen zu haben, dann ist das Wissen schon wieder den Berg hinuntergerollt.

#249 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Pure Magie – Die Grundlage des Aberglaubens Homöopathie

Die Bezeichnung „Schulmedizin“ ist nicht nur eine subtile Schmähung sondern auch ein unsachlicher Vorwurf. Die moderne Medizin wird damit als starre, weltfremde Ideologie charakterisiert, die mit der Praxis, der täglichen Wirklichkeit nichts zu tun hat und eigentlich nicht weiß, was Sache ist. Weiter entwickelt hat sich jedoch nur die konventionelle Heilkunde dank Wissenschaft zur modernen Medizin. Eine Entwicklung, die für alle modernen Naturwissenschaften gilt. Überall kommt es ständig zu neuen und überaus bemerkenswerten Erkenntnissen. So können wir heute die Welt besser erklären und Ereignisse präziser vorhersagen als jemals zu vor. Erklären heißt, dass dank Wissenschaft der Zufallsbereich, der Bereich worüber wir nichts wissen, immer kleiner wird. Im Vergleich zur Vergangenheit sind die Erklärungen von heute nicht mehr Mythen. Sie sind zutreffender. Im Falle einer praktischen 100% Wahrscheinlichkeit spricht man von den Naturgesetzen.

Das gilt aber nicht für die Homöopathie. Hier blieb alles beim Alten. Wenn Phänomene durch neuere Erkenntnisse aufgeklärt werden, dann sollte der erklärende Aberglauben verschwinden, aber nicht in der Homöopathie. Sie ist ein versteinertes Relikt aus der Urzeit der Wissenschaft und kann nur versteinert überdauern.

Ziel aller wissenschaftlichen Bemühungen war es immer, verlässliche Vorhersagen machen zu können. Das Massenwirkungsgesetz und die Fallgesetze z.B. gestatten es, exakt ein chemisches bzw. ein physikalisches Ereignis zu beschreiben und Ergebnisse vorherzusagen. Banal ausgedrückt heißt das, dass heute praktisch kein Platz mehr für unbekannte Kräfte und damit für das Wirken von Geistern vorhanden ist. Auch wenn die Wettervorhersage zu wünschen übrig lässt, Gottvater Zeus pinkelt nicht mehr, damit es regnet. Mit dieser Erklärung lassen sich keine Wettervorhersagen machen.

Ob es sich um die biblische Schöpfungsgeschichte handelt oder um andere Schöpfungsmythen ist egal, es wurde immer versucht den Anfang der Welt und den Lauf der Ereignisse sinnvoll und zielgerichtet zu erklären. Dies geschah in der Urzeit mit Göttern und Dämonen. Geister wurden als Wirkursache überall gesehen und waren in Lebewesen und Dingen zugegen. Die definitive Suche nach dem Stein der Weisen, die jahrhundertelang Heerscharen von Alchimisten beschäftigte, ist zu Ende, aber nur fast.

Die unhaltbaren Vorstellungen über die Wirkung der Homöopathika fußen noch auf magischen Vorstellungen. Zu Zeiten Hahnemanns war es noch allgemein selbstverständlich und anerkannt, dass in Heilmitteln eine unbekannte geistartige Heilkraft und in Pflanzen und Tieren eine geistartige Lebenskraft, die „Vis vitalis“, steckt. Im Menschen als Krönung der Schöpfung musste noch zusätzlich eine Seele zum Leben vorhanden sein. Je nach Umständen gab es dann noch schwarze oder weiße Magie, die man erlaubt bzw. unerlaubt zu Hilfe rufen konnte. Hinter den Naturkräften wurden Geister und die Natur als Ganzes wurde als großer, zielgerichteter, göttlicher und damit unergründlicher Plan gesehen. Alle Ereignisse wurden als Teil dieses entsprechend zielgerichteten Plans aufgefasst. Wer diese Pläne störte, etwa durch Sünde oder gar im Stand er Erbsünde war, brachte diese natürlichen Kräfte in Unordnung und wurde krank. Das war weitgehender Konsens. Noch zu Lebzeiten Hahnemann wurde die Homöopathie naturwissenschaftlich im heutigen Sinn kritisiert. Die Kritikpunkte von damals gelten immer noch. Alle seit 200 Jahren neu gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse widersprechen den Ansichten der Homöopathie.

Die Einblicke, der Genetik, der Mikrobiologie über das Geschehen in der Zelle oder die Ergebnisse in der Krebsforschung usw. sind überwältigend, ungeachtet ob sich dadurch therapeutische Möglichkeiten auftun oder nicht. Aber gerade wegen oder trotz aller Erfolge und Niederlagen der Wissenschaft ist unser Wissen erst recht nicht abgeschlossen. Die Wissenschaft kennt kein teleologisches Ziel in der Natur. Die Welt und mit ihr das Leben entwickeln sich durch Zufall und den Notwendigkeiten der Naturgesetze wie z.B. den chemisch- physikalisches Reaktionen. Den ziellosen Zufall aber will niemand, weil er sinnlos erscheint.

Die Attraktion nahezu aller alternativen, komplementären und ganzheitlichen Heilslehren wie auch anderer abergläubischer Annahmen liegt in der vermeintlichen Einfachheit. Die Wissenschaft ist unverständlich und vermittelt keinen Sinn. In gleicher Weise, wie die Homöopathen die Mediziner als Schulmediziner subtil abwerten, ist es auch in der Technik. Naturwissenschaftler wie Physiker, Chemiker etc. denken zu kompliziert. Als Paradebeispiel mag die Grander-Wassertechnik oder das Auspendeln von Krankheiten dienen. Man benötigt keine komplizierten Maschinen und weltfremde Wissenschaftler. Man muss die Natur nur spüren können.

#248 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Wissenschaft versus Aberglauben

Die Wissensfundamente wurden in den letzten 200 Jahren nicht mehr grundlegend umgestoßen sondern in breiter Front verfestigt, ausgebaut, erweitert, ergänzt oder was auch immer, aber nicht für falsch erkannt. Newton wurde durch Einstein nicht widerlegt sondern erweitert. Einstein kann mit seiner Relativitätstheorie, die mit einer relativen und nicht mehr absoluten Zeit rechnet, mehr und besser erklären als Newton mit seiner Theorie der Schwerkraft.

Die Homöopathen hatten nicht nur bereits in ihren Anfängen den grundsätzlichen Konflikt mit den Erkenntnissen von Loschmidt und Avogadro sondern nachfolgend mit jeder weiteren naturwissenschaftlichen Erkenntnis wie z.B. dem Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage und mit dem Beweis der chemischen Übertragung von Nervenreizen durch Otto Löwi.

200 Jahre nach Hahnemann sind diese magischen Erklärungen aus der Naturwissenschaft verschwunden. Mit göttlichem Wirken als Lückenbüßer wurde Jahrtausende lang das Unerklärliche erklärt. Magische Erklärungen sind so attraktiv und bequem, weil mit ihnen das Unbekannte und der Zufall zu zielgerichtet handelnden Wesen personalisiert werden. Diese Magie ist heute noch präsent, nur anders verpackt. Sie lebt weiter in scheinbar verständlichen pseudowissenschaftlichen Erklärungen.

Die „vis vitalis“, die Lebenskraft, gibt es in der Biologie als Erklärung nicht mehr. Sie hat, um zu beschreiben wie Leben funktioniert, ausgedient, aber nach wie vor fußt die Homöopathie unverändert auf dieser Vorstellung und auch auf der Annahme, dass es eine verborgene magische Heilkraft gibt. Diese soll durch das Potenzieren von hemmender Materie befreit werden, und soll sich dadurch erst richtig entfalten und heilen können. Heilung bedeutete immer ein verlorenes oder gestörtes Gleichgewicht und ähnliches mehr wiederherzustellen. Und das ist heute Aberglaube.

Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass am Grundkonzept Hahnemanns nichts geändert wurde. Es gilt unverändert sein Organon, ein Dogma, das weder hinterfragt noch modifiziert werden kann und darf. Die sogenannte wissenschaftlich forschende Homöopathie veränderte nichts im Standardwerk der Homöopathie, dem Organon, sondern es werden lediglich in alter Weise getreu nach dem Dogma Hahnemanns Interpretationen vorgenommen und natürlich immer wieder Bestätigungen seiner Ansichten gesucht. Die Homöopathen gelangen nicht zu neuen Erkenntnissen sondern suchen höchst selektiv und einseitig Bestätigungen für ihre Dogmen.

Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn sie nicht ständig dazu lernte, auch aus Fehlern und Misserfolgen. Das ist in der echten Wissenschaft selbstverständlich. Das bisherige Wissen in Biologie und Medizin wird ständig erweitert und gefestigt.

Ein Standardargument für die vernunftferne Homöopathie und ihren pseudowissenschaftlichen Proargumenten lautet: Die Wissenschaft weiß noch nicht alles und die Homöopathie wird noch bewiesen werden, wenn, ja wenn die Wissenschaft endlich dazu lernt. Zu Hahnemanns Zeiten konnte man noch mit verborgenen geistartigen Lebens- und Heilkräften in Natur argumentieren. Heute wird mit unwahrscheinlichsten und absurdesten Erklärungen versucht, die Homöopathie als Fortschritt darzustellen.

Heute kann man nicht mehr mit magischen oder sonst irgendwie exotischen Erklärungen für irgendein beobachtetes Phänomen aufwarten, ohne Bedacht auf bisherige zuverlässige Erkenntnisse zu nehmen. Das Gebäude der Naturwissenschaften ist hierarchisch und in sich widerspruchsfrei. Und wenn es Widersprüche gibt, müssen diese aufgeklärt aber zumindest angesprochen werden.

Alles das ignorieren die Homöopathen und sie setzen dieser Ignoranz noch eins drauf. Sie liefern unsinnige Erklärungen für unbestätigte Phänomene. Und so wird täglich ein Match zwischen Aberglauben und Wissenschaft ausgetragen. Es gibt aber keinen Schiedsrichter. Die Medien stehen fast immer auf Seiten des Aberglaubens. Ein Copy & Paste Werbejournalismus verwandelt die transrealen Erklärungen und Vorstellungen der Homöopathen in volksverständliche Gewissheit und schafft damit die allgemeine Akzeptanz, mit der sich Geld verdienen lässt. Dahinter keine interessierten Kreise anzunehmen, ist blauäugig.

#247 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Kleine Buchempfehlung an alle, die hier von wirksamen Verfahren träumen.

Stiftung Warentest “Die andere Medizin” Alternative Heilmittel für Sie bewertet.
Alles Verfahren, die Sie hier so vollmundig und mit tiefster Überzeugung als wirksam bezeichnen sind alles andere als heilpraktik es sich wünscht.
Und nochmals: Anekdoten sind nur Anekdoten und diese gibt es in jedem Wallfahrtsheiligtum!
Es geht um reproduzierbare Ergebnisse. Geschichtchen gibt es viele, viel zu viel,e wo von mannigfachen Heilungen durch skurrile und abstruse Methoden berichtet wird.
Und bitte zu meiner Frage der Homöopathie nach Körbler, habe ich noch keinen Mucks gehört.

#246 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Christina, @Elena Claussen, @Vera Klocke -für Ihre Kommentare bedanke ich mich sehr! Auch das Sie ebenfalls mit Ihren Namen hier kommentieren freut mich. Nicht nur in der Medizin bzw. zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten, auch in vielen anderen Bereichen erlebe ich bei Frauen eine viel größere Aufgeschlossenheit und Fairness. Man braucht nur einige Kommentare hier zu lesen und schon erschließt sich der Unterschied.

Die Anmerkung, wieviel “Laienwissen einen Patienten zum Hobbymediziner macht” gefällt mir. Wenn ich nicht so gut auf mich aufgepasst hätte, wäre ich heute eine sog. Blutdruck-Patientin, die hierfür fleissig Medikamente schlucken müsste und zu allem Übel zusätzlich Cholesterinsenker verschrieben bekam. Des weiteren wurde eine Herzinsuffizienz diagnostiziert.

Ich wusste intuitiv, dass das nicht sein kann. Kurz und gut: durch eigene, hartnäckige Recherchen und das Einholen einer zweiten und dritten Meinung von Schulmedizinern/Fachärzten bekam ich die Bestätigung: keine Herzinsuffizienz! Da ich sehr verunsichert war, stellte ich diese erfreuliche Feststellung zunächst in Frage -worauf der freundliche Kardiologe meinte: “Ja wollen sie denn eine Herzinsuffizienz haben??” :)

Der “hohe Blutdruck” verschwand, als ein Osteopath meine HWS und Muskeln im Brustbereich behandelte. Seine Empfehlung, auf Grund einer schwierigen Zahnsanierung (Knochenaufbau, Implantate) meinen Zahnarzt mit “ins Boot” zu nehmen, hat sich als durchaus richtig erwiesen. Nun, auch die Cholesterinwerte bekam ich durch eigenes Verhalten in den Griff und weiß inzwischen, was ich besser unterlasse!

Fazit: mir geht es wieder gut, die Werte sind in Ordnung und ich erlaube mir den Luxus…, präventiv moderaten Sport zu treiben, nicht zu viel zu essen und anthroposophische Arzneimittel, die meiner Konstituion gerecht werden, zu nehmen. Meine Heilpraktikerin und mein Hausarzt unterstützen mich dabei.

Es stimmt: immer mehr Patienten/Patientinnen stimmen mit den Füßen ab…, sie gehen dort hin, wo man ihnen zuhört.

#245 |
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vera klocke
vera klocke

Eine gute Zusammenarbeit von Ärzten und Heilpraktikern halte ich für ungemein wichtig. Ich selber habe außerordentlich gute Erfahrungen damit gemacht. Leider sind nicht alle Ärzte dazu bereit, mit Heilpraktikern auf einer fachspezifischen Ebene zu diskutieren. Hier sollte das Wohl des Patienten im Vordergrund stehen und nicht die Lobby. Genauso indiskutabel finde ich die Ärzte-feindliche Einstellung mancher Heilpraktiker. Scheinbar macht hier die Nutzen-Risiko-Abwägung vor der Tür der Naturheilpraxis halt und das beschert der Presse immer wieder wunderbaren Stoff über Scharlatane.
Die Bandbreite der Naturheilkunde beschränkt sich nicht auf Pendeln, Handauflegen und Homöopathie. Sie beinhaltet auch viele Methoden, die schulmedizinisch anerkannt sind und in Arztpraxen schon seit einiger Zeit Einzug gehalten haben. Und auch deshalb wird eine Zusammenarbeit immer wichtiger, um schnellere und bessere Ergebnisse mit guter Compliance für Patienten zu erreichen.

#244 |
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Heilpraktikerin

Was ich schade finde, ist, dass in diesem Artikel die Naturheilkunde mal wieder auf die Homöopathie reduziert wird.
Es gibt ja nun auch noch eine Menge anderer Verfahren, die zur Komplementärmedizin zählen und nachweislich wirksam sind.
(Phytotherapie, TCM, Akupunktur, Ayurvedische Prinzipien.)
Das die Zusammenarbeit besser sein könnte ist unbestritten.
Aber helfen solche Artikel da wirklich weiter?
Oder ist es nur nett, mal wieder eine Schlammschlacht anzuzetteln?

#243 |
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Christina
Christina

also, ich muß schon zugeben, das eine breite Pallette der Alternativmedizin angeboten wird und den Patienten kaum noch die Möglichkeit gibt da hinterzufragen was wird da eigentlich gemacht, wie funktioniert das welchen Heilerfolg , Nutzen habe ich, wenn ich mir überlege, wieviel Zeitaufwand ich brauche um meinen Patienten einigermaßen ein Bild zu geben, womit sie es zu tun haben. Versuche aber immer auch mich daran zu orientieren, das z.B. Homöopathie ab einer bestimmten Potenzierung nicht mehr wissentschaftlich nachgewiesen werden kann. V.A. kommen immer wieder Patienten zu mir, die entweder schlecht vom Homöopathen beraten wurden, indem sie noch andere Therapieverfahren suchen, wenn sie Einnahmen bei LM und Q Potenzierungen nach gehen, und ich ihnen schon mal rate komplett abzusetzen, wenn die “Erstverschlimmerung” den Menschen im Alltag stark beeinträchtigen und belasten. So kann ich nur dazu sagen, das die Parallele zur Schulmedizin, die ebenfalls in der Notaufnahme landen kann, mir mehr Sorge bereitet, als die Argumentation was die Wirkung nachweisen kann. Ich denke, das jeder Arzt mir zustimmen wird, das das Vertrauen des Patienten nicht mehr so ist wie früher, das der Patient mehr aufgeklärt werden möchte als früher, und erschwerend dazu kommt, wieviel Laienwissen einen Patienten zum Hobbymediziner macht.

#242 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ja Klasse! Zu später Stunde eben schnell eingeloggt und dann ein paar Links setzen.
Mir sind User suspekt, die sich nur in einer Zeitschrift/in einem Forum informieren.

Ich nehme mal an, Sie @mueller und Sie @Vampirella teilen sich so ziemlich alles?

#241 |
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mueller
mueller

Hier wird ja mal wieder jedes Pseudo-“Argument” rauf- und runter gebetet, von “Wer heilt hat recht” bis “Tiere kennen keinen Placebo-Effekt”.

Wie wollen Heilpraktiker und “Alternativmediziner” jemals ernstgenommen werden, wenn sie überall und ständig solches Zeug behaupten?

Erst INFORMIEREN, dann kommentieren!

Zum Beispiel:

http://blog.gwup.net/2013/08/02/wer-heilt-hat-nicht-recht/

http://blog.gwup.net/2013/10/22/auch-bei-tieren-ist-homoopathie-nur-eine-luge/

http://blog.gwup.net/2015/04/11/esoterisches-arzte-bashing-und-die-erwiderungen-dazu/

http://blog.gwup.net/2015/04/12/esoterisches-arzte-bashing-mythen-und-die-erwiderungen-2/

#240 |
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Vampirella
Vampirella
#239 |
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Gast
Gast

Diese Diskussion ist niemals echt. Wenn sie echt wäre würde das bedeuten, dass sich die meisten Pro-Homöopathie-Kommentatoren in den letzten Jahrzehnten nicht an einer Diskussion wie dieser beteiligt haben. Anders wären die immer wieder auftauchenden Null-Argumente nicht zu erklären.

#238 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. phil. E. Eckardt: zumindest haben Sie und ich eine Gemeinsamkeit -lange Beiträge…
Ihre Frage, warum die Anwendung an sich wirkungsloser Rituale im 21. Jahrhundert gerechtfertigt ist, kann ich den Lesern nicht beantworten, da ich diese “Rituale” und deren Wirkungslosigkeit nicht kenne.

Ich mag den Begriff “Esoterik” nicht, denn damit verbinde ich plätschernde Zimmerbrunnen, lachende Buddha-Figuren, Delphine aus Naturstein… und Klangschalen. An vielen Stellen geht es in der Tat skurril zu und der Begriff ist überstrapaziert. Aber das hat nun gar nichts mit dem vorgegebenen Thema zu tun.

Sie haben Menschen mit Zauberkräften kennen gelernt? Oder besser gesagt solche, die das von sich behaupten? Das gibt mir zu denken.

Dennoch werden Sie wissen, dass es auch gescheit arbeitende Homöopathen gibt, die frei von jeglichern Zauberkräften sind.

Es würde mich freuen, wenn Sie nicht stets “alle über einen Kamm scheren” und nicht ausschließlich Negativ-Beispiele anbringen. SO einseitig sollte man eine Berufssparte nicht abqualifizieren; dann hätte ich sogar Lust, mit Ihnen weiter zu diskutieren.

Für heute empfehle ich Ihnen ein Senfmehl-Fussbad inkl. das Buch mit dem Titel: “Die Philosophie der Freiheit”.

#237 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Gast23: Ha, ha, ha! Die Zitate der Anthro-Gegner könnten glatt von Herrn Dr. phil. Eckardt hervor gekramt sein…lach! Sie entscheiden, was sie akzeptieren.

So, so -ich behaupte also, die Errungenschaften der Evidenszbasierten Medizin ist weniger aussagekräftig als die subjektive Bewertung durch Arzt und Patient? Ich suche erst gar kein Gegenargument, wenn sie dies so aus meinem Kommentar herauslesen.

Ich sage immer wieder gern: es gibt in der wunderbaren Net-World mittlerweile fast keine Ecke mehr, in der nicht irgendwer hockt und Blödsinn verzapft.

#236 |
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Gast23
Gast23

Köstlich: hier argumentiert eine Anhängerin der Anthroposophischen Medizin also, dass die Errungenschaften der “Evidenzbasierten Medizin” weniger aussagekräftig sind, als die subjektive Bewertung durch Arzt und Patient. Willkommen im 19. Jahrhundert
Das Homöopathen, Anthroposophen und andere Esoteriker wissenschaftliche Medizin ablehnen ist ja bekannt und schon peinlich genug.

#235 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Anna Wojcik

Sie weichen mit langen Beiträgen von der grundsätzlichen Feststellung ab, das Homöopathie nicht wirksam ist.
Ich weiß schon, dass man diese Nichtwirksamkeit immer sorgfältig definieren muss, damit nicht sofort besonders intelligente Hinzes und Kunzes ihre Einwände de dagegen erheben.
Gegen den an sich richtigen Einwand, dass es aber so gut funktioniere und die Menschen damit zufrieden sind und es auch verlangen, habe ich prominente Beispiele aus der Geschichte der Medizin gebracht, die eben heute nicht mehr als irgendwie spezifisch wirksam angesehen werden.
Dafür wird mir schlicht “Hören / Sagen” unterstellt.
Die Grundlagen der Anthroposophie des Esoteriker Rudolf Steiner haben nicht Naturwissenschaften nichts, aber auch gar nichts gemein.
Ich würde auch kein Buch über sicheres Autofahren kaufen und lesen, wenn in diesem Buch behauptet wird, dass diese Sicherheit darauf beruht, dass man sich nicht angurtet.
Selbstverständlich bemühen sich die Anthroposophen und auch die Homöopathen um Gefolgschaft in den Reihen der Mediziner und selbstverständlich auch in den Reihen der Apotheker. Sonst sind die Bemühungen um die Apothekerschaft eher sparsam.
Aber deswegen werden die Aussagen der Homöopathen und Anthroposophen und die Grundlagen ihrer Lehren nicht wahrscheinlicher.
Also bitte erklären Sie doch den Lesern, warum die Anwendung an sich wirkungsloser Rituale im 21. Jahrhundert gerechtfertigt ist.

Es werden im Sektor alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin sagenhafte Mittel und Methoden für wirksam gehalten. Und wenn man in reine Esoterik geht wird es noch skurriler.
Haben Sie sich nie die Frage gestellt, warum das alles mit den gleichen Argumenten für wirksam erklärt wird, mit den auch die Homöopathen ihren Zauber rechtfertigen? Oder wirkt das alles spezifisch?
Sehen Sie sich doch dieses Video an: https://www.youtube.com/watch?v=5-6Aa3zHg_8 und sagen und mit kurzer Begründung, ob diese Methode wirkt oder Scharlatanerie ist.
Hinweis: Es gibt nichts, das so abwegig ist, dass ein Homöopath dazu eine Meinung abgibt und das auch begründet.
Dreimal dürfen Sie raten, warum es keinen Homöopathen stört, dass im “Namen” der Homöopathie offensichtlich jeder nur denkbare Humbug praktiziert wird.

#234 |
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Gast23
Gast23

Fortsetzung des Zitats

“Der anthroposophischen Medizin fehlt (wie der Anthroposophie auch) ein wissenschaftlich überprüfbarer Kern. Viele ihrer Aussagen sind nicht falsifizierbar und daher unwissenschaftlich. Anthroposophische Ärzte müssen zwangsläufig über Sinne verfügen, die über die der Physiologie bekannten Sinne hinausgehen. So soll der Äther-Leib dem Anthroposophieeingeweihten als hellrosafarbene Aura, der Astral-Leib als rotviolette und der Ich-Leib als blaue Umhüllung des Menschen erscheinen. Jegliche Aura bilde um den physischen Leib eine farbige, eiförmige, bewegliche Wolke und sei der übersinnliche und sichtbare Ausdruck für die Wesenheit des Menschen. Diese Aura sei “jedoch nicht fotografisch abzubilden.

#233 |
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Gast23
Gast23

Zur Anthroposophischen Medizin ein Zitat: https://www.psiram.com/ge/index.php/Anthroposophische_Medizin


Die als Parawissenschaft oder Pseudowissenschaft anzusehende anthroposophische Medizin entzieht sich rationalen Erklärungsansätzen. Kritik an der Anthroposophischen Medizin wird unter Hinweis auf fehlende esoterische oder magische Fähigkeiten zum Verständnis der Lehre abgetan. Antroposophische Kreise behaupten, in ihrem Handeln wissenschaftlich überprüfbar zu sein. Entsprechend gibt es Versuche, Heilerfolge der Methode zu demonstrieren. Die gleichzeitig erhobenen Ansprüche auf nicht falsifizierbares okkultes Wissen als Grundlage der Lehre machen diese jedoch dann zu einer Pseudowissenschaft”

#232 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Gast, danke für Ihre Nachfrage! Damit es nicht zu Mißverständnissen kommt: es geht mir nicht um “Rechthaben”; ich freue mich immer sehr, wenn ich auf Menschen treffe, die interessiert über den “Tellerrand” schauen und gewillt sind, durch eigene Recherche und nachdenken ein individuelles Urteil zu bilden.

Zu Ihrer Frage nach dem “anthroposophischem Menschenbild” stelle ich Ihnen einen Link ein, der im wesentlichen Ihre Frage beantworten dürfte:

http://www.qualimedic.de/anthroposophie_menschenbild.html

In der Anthroposophie wird die herkömmliche Schulmedizin als eingeschränkt und materiell-technisch, zugleich aber AUCH als fundierte naturwissenschaftliche Grundlage begriffen, die jedoch um bestimmte Erkenntnisse zu ergänzen ist. Drum heißt es auch korrekt: anthroposophisch erweiterte Medizin, die in diesem Sinn der Komplementärmedizin zuzuordnen ist.

Wirksamkeit:

Die Wirksamkeit eines anthr. Arzneimittels bemisst sich daran, ob es körperliche oder seelische Beschwerden mildern oder verschwinden lassen kann, ob es eine Krankheit verzögern oder heilen oder womöglich gar völlig verhindern kann.

WIRKSAMKEIT ist dabei die Summe aller erwünschten Einzelwirkungen. Entscheidendes Kriterium dafür ist die Antwort des Organismus -und die ist individuell. Dabei ist es Sache von Patient und Arzt zu beurteilen, ob das therapeutische Ziel erreicht worden ist und somit ein Arzneimittel auch wirksam war.

In diesem Sinne unterscheidet sich die anthr. Medizin von der Schulmedizin, die den Wirksamkeitsnachweis eines Arzneimittels generell anhand von objektiven Kriterien fordert. Wo sich das bei anthr. Arzneimitteln erfüllen lässt, wird auch für diese ein solcher Nachweis erbracht.

Für viele anthr. Arzneimittel ist dies nicht möglich, weil die individuelle Reaktion des Patienten im Vordergrund steht. Um sie zu erfassen -zum Beispiel eine gesteigerte Lebensqualität- sind andere Studienformen erforderlich, die durchaus ebenfalls wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.

Viele anthr. Arzneimittel sind auf der Basis nationaler Gesetzgebung auf dem Markt. Auch für diese gelten spezielle Gesetze der sog. Verkehrsfähigkeit. Sie kennen sicher die zwei Richtilinien: 1. Registrierung, 2. Zulassung. Ausserdem müssen die Inhaltsstoffe im Europäischem Arzneibuch beschrieben sein. Der Hersteller muss die gleichbleibende Qualität und Unbedenklichkeit für die produzierten Arzneimittel nachweisen und entsprechend dokumentieren. Es gelten die gleichen Normen wie für allopathische Arzneimittel.

Ein sehr bekanntes Arzneimittel ist ein Mistelpräparat, das in den letzten Jahren mehr oder weniger “boomte”. Dazu bitte ich auch um eigene Recherche.

In einer Zeit, die trotz pluralistischer Gesellschaft verstärkt verallgemeinert, pauschalisiert und normiert, ist mehr denn je eine Medizin gefordert, die differenzierte, ganzheitliche Angebote macht und die Individualität des Menschen in den Mittelpunkt stellt!

#231 |
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Christina
Christina

Christina
#225
ich glaube nicht, das eines Tages naturwissenschaftlich orientierte Medizin
sich mit Heilpraktiker, Homöopathen oder sonstiger “Alternativmedizin” ver-
einbaren lässt. Die Geschichte hat doch immer wieder gezeigt, wie die Vorgehensweise war, wenn es um den Stellenwert, Ansehen und der Macht
geht, nur das wir es heute vieleicht mit einer freien Meinungsäußerung austragen.
Da im #181 Dr. E. Berndt dokumentiert, er hätte keine Meinung, sondern argumentiert aus Negativfestellungen heraus, zeigt mir eher, das die Reaktion der Menschen, die sich zusätzlich alternativ entscheiden, er nicht begreifen kann, und kein Verständnis aufbringt. Ohne ihn angreifen zu wollen, aber jeder Mensch hat nun mal die Freiheit selbst zu entscheiden, wer und was ihm helfen kann. Und wenn er sich entschieden hat, nach einer KrebsOP weiterhin alternativ behandeln zu lassen, um gesund zu werden, dann haben wir doch schon einen großen Schritt getan. Letzendlich kann doch eine Operation mehr Erfolg haben, wenn nnicht nur ein gesunder Menschenverstand, sowie die Aufklärung des Patienten über seine Krankheit entscheidet, sondern auch eine positive Meinung zum Ablauf des Eingriffs, und dem aufgebauten Vertrauen zum Arzt. Fazit: die frei Entscheidung hat heute der Patient selbst. Und er macht es aus einer positiven Meinung heraus, das ihm geholfen wird. Ob er nun viel Geld dafür bezahlt oder weniger. Und das ist auch gut so.

#230 |
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Heike Praeuer
Heike Praeuer

‘zu 226
Leider ist auch das ein Wunschdenken, dass die Ärzte mehr Zeit erhalten für eine Behandlung und die ausreichend honoriert bekommen.
Die Krankenkassen bauen gerade kräftig das Onlineportal aus , um gewisse Dinge per Internet abzuwickeln. Der Gang zum Arzt soll damit gespart werden.

#229 |
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Gast
Gast

Frau Wojcik,

wenn auf der Verpackung eines anthroposophischen Arzneimittels steht: ”
Anwendungsgebiete: gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis”

Was bedeuten das in der Praxis, wie wurde das Anwendungsgebiet festgelegt, wie wurde die Wirkung nachgewiesen? Wurde die Wirkung überhaupt nachgewiesen?

#228 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Gast, die minimalste Voraussetzung sich an einer Diskussion zu beteiligen ist vor allem Sachlichkeit und gute Recherche. Wer Anthroposophische Medizin nicht richtig schreiben kann und sie mit Wünschelrutengehen vergleicht, ist durchaus zu den Schwaflern zu zählen.

Was genau wissen Sie von dieser Medizin, hm?

Lesen Sie gerne weiter unten meine Kommentare -danach brauchen Sie nun wirklich nicht verlegen werden.

#227 |
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Gast
Gast

Unglaublich

– Das Selbstbewusstsein, wie man hier ohne rot zu werden erwähnt, dass man Medizin studiert hat und sich dann in Anthoposophischer Medizin weitergebildet hat?

Das wäre so, als würde ein Diplom Ingenieur stolz behaupten, er hätte sich im Anschluss noch mal weitergebildet und zwar im Bereich Wünschelrutengehen.

Oder der Psychologe, der sich dann in NLP weiterbildet.

Wie schade, dass so viele intelligente Menschen nicht zwischen Wunschdenken und Realität unterscheiden können. Zum Schaden der Patienten. Erfahrungsmedizin hat Jahrhunderte Menschen mehr geschadet als geholfen, erst die wissenschaftlich begründete Medizin hat den Fortschritt gebracht und jetzt müssen die Ärtze endlich mehr Zeit bezahlt bekommen, um mit Patienten zu sprechen. oder man nutzt andere Menschen dafür, aber ohne pseudoqualifizierte Heilpraktiker, die dann ihre Irrlehren von sich geben.

#226 |
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Gast
Gast

Zusammenarbeit zwischen Pfuschern und Medizinern?Keine gute Idee, findet die GWUP http://blog.gwup.net/2015/06/21/ein-bund-zwischen-arzten-und-heilpraktikern-das-freut-nur-die-pseudomediziner/

#225 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. phil. E. Berndt, mit einer derartigen Reaktion von Ihnen habe ich fest gerechnet. Der gute, alte AHRIMAN hat einen Gegenspieler und das ist Luzifer. Beide waren selbst dem Herrn Geheimrat Goethe bestens bekannt.

Ich empfinde es mehr als überheblich, aus einem Kontext ein paar Begriffe heraus zu reißen um damit Negativ-Stimmung zu verbreiten. Und nein, über ahrimanische Kräfte will ich mit Ihnen sicher nicht diskutieren. Sie urteilen mit einer ungeheueren Respektlosikeit über gestandene, hervorragend ausgebildetet Schulmediziner, die sich in Bezug auf anthroposophische Medizin weiter gebildet haben. Lassen Sie mich Ihnen einen davon vorstellen, da es mir um Fakten/Tatsachen geht:

-Dr. Paolo Bavastro, Facharzt für innere Medizin, Kardiologie, Schwerpunkte seiner Ausbildung: Gastroenterologie und Kardiologie, Hypertensiologe (Deutsche Hochdruck Liga), Ernährungsmedizin, Schulungszentrum Gerinnungsselbstkontrolle.

-Bis 2003 leitender Arzt der Inneren Abteilung der Filderklinik
-Anerkennung als anthroposophischer Arzt u. Ausbildungs-Mentor
-Inhaber d. Verdienstkreuzes am Bande der BRD
-Ehem. Landesvorsitzender des DPWV, Baden-Würtemberg
-Ausgedehnte Vortragstätigkeit im In- und Ausland zu Themen der
anthroposophischen Medizin, Kardiologie, Ethik, Intensivmedizin,
Sterben und Tod, etc.

Dr. Bavastro hat inzwischen über 100 Veröffenlichungen geschrieben. U.a.: “Die Intramurale Divertikulose des Ösophagus”, “Risikoorgan Herz”, “Beitrag zur Röntgenmorphologie der Intramuralen Pseudodivertikulose des Ösophagus”, “Der Patient in der Intensivmedizin”, “Therapiebegrenzung und Therapieabruch in der Intensivmedizin” u.v.v.m.

Des weiteren existieren ca. 150 Beiträge in diversen med. Büchern.

Hinzu kommen 15 von ihm geschriebene Bücher, zahllose weitere Buchrezensionen, Interviews, Berichte und Stellungnahmen.

Ich könnte Ihnen weitere Arzt-Persönlichkeiten nennen, die mit dieser Medizin arbeiten. Es würde zu weit gehen, wenn Sie, lieber Herr Berndt diese Ärzte, Professoren quasi als Idioten bezeichnen würden, die mit “Ahriman” im Bunde sind.

Sie können gerne und immer Ihre festgefahrene Meinung behalten -nur zu! Was ich vermisse, ist das faire Abwägen, das Pro UND Contra der unterschiedlichen Therapie- und Medizinrichtungen. Schwarz-Weiß-Beurteilungen sind nicht konstruktiv -eher destruktiv. Bisher habe ich bei den hier vorhandenen Kommentaren aus keinem heraus lesen, dass Ihnen auch nur Ansatzweise beigepflichtet wurde. Ich denke, Sie wollen überzeugen?! Aber SO geht das nicht.

Durch mein Beispiel zur anthroposophischen Medizin kann belegt werden, dass Homöopathie wirksam ist. Recherchen überlasse ich allen, die interessiert sind.

Es tut mir leid für Sie, lieber Herr Berndt, Sie können die Menschheitsentwicklung und die Entwicklung in der Medizin/der verschiedenen Therapierichtungen durch Ihre Statements nicht aufhalten. Und das ist gut so.

Abschließend nochmals bekannte, seriöse Kliniken, etc. in denen Menschen u.a. mit anthroposophischer Medizin behandelt werden:

Anthroposophische Medizin ist eine anerkannte besondere Therapierichtung im Sinne des Sozialgesetzbuches und des Arzneimittelgesetzes.

Alle Ärzte die in dieser Richtung arbeiten, sind ausgebildete sog. Schulmediziner!

-Filderklinik in Filderstadt
-Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke
-Gemeinschaftskrankenhaus Havehöhe, Berlin
-Akklepios Westklinik, Hamburg
-Paracelsus-Krankenhaus, Unterlengenhardt
-Klinik Öschelbrunn, Öschelbrunn
-Friedrich-Husemann Klinik, Buchenbach
-Krankenhaus Lahnhöhe, Lahnstein
-Klinikum Heidenheim, Heidenheim

Vor vielen Jahren habe ich meinen Kindern vermittelt: zuerst das Süppchen probieren und danach -und nur danach- kann man den Geschmack beurteilen.

#224 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Aus meinem Buch “Der Pillendreh”, zitiert aus dem Gastbeitrag von Ulli Maas

Politische Macht

Eine Gesellschaft, die ihre Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit ihren Wertmaßstäben verliert, gibt letztlich ihre Position als Souverän der demokratischen Staatsform auf und macht es damit Verfechtern von Weltanschauungen, die durch kritische Untersuchungen gefährdet sind, viel einfacher, ihre durchweg egoistischen Interessen durchzusetzen.

„Es war kein Zufall, daß die moderne Demokratie und die moderne Wissenschaft zur gleichen Zeit – in der historischen Epoche der Aufklärung – geboren wurden“, schreibt der Brite Lord Dick Taverne in seinem Buch „The March of Unreason“, und Karl Jaspers formulierte „Die Unwissenschaftlichkeit ist der Boden der Inhumanität!“

Wenn „Die Grünen“ im Jahre 2009 durch ihre gesundheitspolitische Sprecherin Bender verkünden lassen, daß sich die Partei weiterhin dafür einsetzen werde, „(…) daß komplementärmedizinische Verfahren ihren Platz ausbauen können.“, dann bedeutet das aus dem Politikerdeutsch übersetzt:

• Bereitstellung von Steuermitteln für entsprechende Forschungsvorhaben
• Bereitstellung von Universitätseinrichtungen
• Finanzierung/Förderung entsprechender Institutionen
• Besetzung von Planstellen mit ideologisch ausgerichteten „Fachleuten“

Wenn Frau Bender dann noch erklärt, daß es dringend notwendig sei, sich von den „Kulturkämpfen zwischen Schul- und Komplementärmedizin zu verabschieden…“, dann ist das nicht weniger als die Feststellung, daß bei politischen Entscheidungen der „Grünen“ naturwissenschaftliches Wissen – ein Antibiotikum bekämpft die bakteriellen Erreger einer Infektionskrankheit – in etwa die gleiche Bedeutung hat, wie das tobende Narrativum im Hirne eines Rudolf Steiner:

„Als Heilmittel gegen die angstverbreitenden ahrimanischen Mächte wirken die Eisenkräfte im Blut, die sich makrokosmisch in den Meteoritenschwärmen zeigen, die Ende August herunterregnen. Das Eisenphantom des Blutes bewirkt eine Entängstigung. Die Imagination Michaels leuchtet auf, der mit der Kraft, die von seinem Herzen strömt, die Meteoritenschwärme zu eisernen Schwert zusammenschmilzt und damit den ahrimanischen Sulfur-Drachen besiegt.“

Hier entlarvt sich eine ideologisch motivierte Wissenschaftsfeindlichkeit, die mit dem politischen Auftrag einer demokratischen Partei nicht in Einklang zu bringen ist. Den „Grünen“ ist dabei – besonders im Hinblick auf den Esoterik-Kult des Nationalsozialismus – eine durchaus bedenkliche Geschichtsvergessenheit vorzuwerfen.

Nicht ohne Grund kritisierte die Publizistin Jutta Ditfurth deshalb schon vor Jahren die ökologische Bewegung besonders wegen dieser Denkweisen:

„Esoterik und Faschismus überschneiden sich in der Entpolitisierung des Menschen, dem knallharten Egokult, dem elitären Führertum und einer vollständig antisozialen, antihumanistischen und antiaufklärerischen Orientierung.“

#223 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Liebe Frau Wojcik!

Bitte, wir wollen doch nicht ernsthaft über die Basis der Anthroposophie diskutieren. Was soll das für eine Basis sein, die Astralkörper und arrhimanische Kräfte zu Grundlage hat? Wollen Sie mich zum Besten halten?

#222 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. phil. E. Berndt, nun, in Sachen -argumentum ad hominem- stehen Sie den Kommentatoren an vielen Stellen in nichts nach… Ihre berufl. Biographie interessierte mich insofern, als dass ich Sie in Ihrem “ehernen” Ansatz zur Thematik verstehen wollte.

Es gibt Fakten, die dürften Sie nicht so einfach übersehen/ignorieren und deshalb schreibe ich über die anthroposophische Medizin… die Ihnen sicher einen gewissen “Herzschmerz” verursachen wird -wenn es nicht schon geschehen ist? Erstaunlicherweise kommt diese Medizinrichtung und die dazu gehörenden Arzneien in Ihren Statements -bis jetzt- nicht vor. Immerhin!

Herstellung: Lösen, Kristallisieren, Extrahieren, flüssiges Potenzieren, festes Potenzieren, Mazerieren, Fermentieren, Überbrühen, Auskochen, Destillieren, Schmelzen, Verdampfen, Verkohlen, Veraschen (Pflanzenteile)…. Dazu gehören sowohl Präparate aus pflanzlichen Gesamtextrakten als auch Zubereitungen mineralischen oder tierischen Ursprungs.

Es gibt: Öle, Emulsionen, Gele, Salben und Pasten.

Des weiteren: innerliche Anwendung, inhalieren, injizieren.

Sie ist keine “Alternativmedizin” -sie will die konventionelle Medizin nicht ersetzen. Im Gegenteil -sie steht auf deren naturwissenschaftlicher Basis und setzt alles ein, was die naturwissenschaftliche Forschung an nützlichen Erkenntnissen für das “Objekt Mensch” bereithält: Medizintechnik, Laborkontrollen, Medikamente, Operationen, Intensivmedizin. Darüber hinaus erfasst sie den Menschen als Subjekt seiner Gesamtpersönlichkeit und in seinen Lebensbesonderheiten. Die Anthroposophische Medizin ist nie pauschal und vermeidet Routine. Für sie ist der Mensch Partner des Arztes.

Jeder Anthroposophische Arzt durchläuft eine ganz normale medizinische ausbildung: Er absolviert ein Medizinstudium, erhält von der Ärztekammer sein Approbation als Arzt und macht eine Facharzt-Weiterbildung.

Darauf aufbauend schließt sich eine mindest dreijährige Aus- und Weiterbildung in den spezifischen Schwerpunkten Anthroposophischer Medizin an. Ausbildungszentren hierfür gibt es in Deutschland, GB, Italien, Schweden und der Schweiz. Darüber hinaus finden regelmäßig Postgraduate-Aufbaukurse für bereits anerkannte Anthroposophische Ärzte statt. In Arbeitsgruppen und auf nationalen bzw. internationalen Kongressen werden wissenschaftliche Erkenntnisse und neue therapeutische Aspekte vorgestellt und diskutiert. Es gibt Dezenturen oder Professuren für Anthroposophische Medizin an den Unis in San Francisco, Hamburg, Bern. Einführende Vorlesungen zu dieser Medizin ist Bestandteil vieler Lehrpläne an Universitäten inner- und außerhalb Europas. Diese Medizin ist in über 80 Ländern der Erde zu Hause. Es gibt Kliniken, Sanatorien in Brasilien, Deutschland, GB, Italien, Schweden, Schweiz.

Hinzu kommen weltweit mehr als 350 Institute in 26 Ländern Europas und 12 weiteren Staaten, die nach eigenen Konzepten heilpädagogisch und sozialtherapeutisch arbeiten.

Für Sie, sehr geehrter Herr Berndt sicher interessant: Niederlassungen und Vertriebseinrichtungen der Hersteller von Anthroposophischen Arzneimitteln existieren in den meisten europäischen Ländern sowie in Nord- und Südamerika, Japan, Russland, Südafrika, Ägypten, Australien und Neuseeland!!

Anthroposophische Arzneimittel sind auf der Basis nationaler Gesetzgebung auf dem Markt. In einer veröffentlichten Übersichtsarbeit (Stock 2002) auf der Grundlage einer Befragung von 327 Ärzten, die injizierbare HOMÖOPATHISCHE und anthroposophische Arzneimittel anwenden, wird ein Nebenwirkungssrisiko von 0,000036 Prozent….angegeben.

Diese Zahl bezieht sich auf 61,5 Millionen innerhalb von fünf Jahren injizierten Ampullen von 21 homöopathischen Kombinationspräparaten eines bestimmten Herstellers (Heel). Die gesamte Fünfjahresproduktion dieses Herstellers betrug 350 Millionen Ampullen mit über 800 verschiedenen Substanzen. Für die anderen 290 Millionen Ampullen wurde in diesem Zeitraum keine einzige Nebenwirkung gemeldet.

Die anthrophosopischen Firmen Weleda und Wala verkauften zwischen 1990 und 2000 insgesamt 185 Millionen Ampullen. Für diese wurden insgesamt 36 unverwünschte Arzneimittelwirkungen gemeldet. Das enspricht einem Risiko von 0, 00000019 Prozent.

Seit den 1925er-Jahren ist das Hauptanliegen anthroposophischer Mediziner die Zusammenarbeit mit Schulmedizinern -das ist nachweilich gelungen und wird sich auch in Zukunft als einer von vielen richtigen Wegen erweisen.

Anhand dieses erläuterten Beispiels wird deutlich, dass Einseitigkeiten, Dominanzen und Rechthabereien zum Für & Wider homöopathischer, alternativer etc. etc. Heilmittel -resultierend aus Gründen die Laien und Experten nicht nachvollziehen können- sich die Fronten eher verhärten.

Die Patienten werden bzw. sind inzwischen mündig und es steht ihnen gut, wenn sie den Anspruch an Mediziner mit dem altbekannten Satz formulieren:

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich.

#221 |
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Solange die universitäre Medizin zum Fibromylgiesyndrom ein gesichertes Wissen vermisssen läßt, soll sie bitte zur Homöopathie keine abwertenden Stellungnahmen abgeben.

#220 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Liebe Frau Anna Wojcik!

Eine, wenn Sie so wollen, bewährte Strategie ist es, nicht auf die vorgebrachten Argumente einzugehen sondern “ad hominem” zu argumentieren. Es tut nichts zur Sache, ob ich Mediziner bin oder nicht und was ich studiert habe.
Die Sache ist, dass seit mehr als 200 Jahren kein Nachweis über eine substanzspezifische Wirkung der Homöopathie existiert.
Und nur auf diesem Faktum kann eine ordentliche Diskussion geführt werden.
Denn, was für eine Diskussion soll das sein, wenn über Verfahren und Mittel diskutiert wird, deren Wirkung bis dato nicht erwiesen ist und alles darauf hindeutet, dass auch in Zukunft kein valider Beweis für eine spezifische Wirksamkeit in Aussicht steht.
Dann kommt es eben zu so eigenartigen Feststellungen, dass man, ich darf sinngemäß ausführen, mit Homöopathie gut arbeiten könne und für Notfälle die Schulmedizin eh bereit stünde. Heißt auf gut deutsch: Solange die Menschen nicht wirklich krank sein, ist es vertretbar und sinnvoll an ihnen mit nicht wirksamen Methoden herumzudoktern.

#219 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. PHIL. E. Berndt, es war ein Wort das mich neugierig machte – Sie gebrauchten wiederholt das Wort SPITAL. So werden Krankenhäuser in der Schweiz genannt; bei uns eher: Klinik, Hospital, Krankenhaus. Und so bin ich fündig geworden.

Da Ihre berufl. Biografie für jeden im Internet zugänglich ist, verrate ich kein Geheimnis, hoffe jedoch sehr, dass dadurch Ihr “Eisenharter” Diskussionsansatz verständlicher wird.

-nach einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz dissertierten Sie an der Abteilung Arzneimittelformenlehre (Galenik) und waren 3 Jahre als Pharmaberater im Außendienst für medizinische Reagenzien u. Diagnostik tätig.

-1977 promovierten Sie zum DR. PHIL

-1983 legten Sie die Fachprüfung für Apotheker ab

Offensichtlich war es Ihnen ein wichtiges Anliegen, -gegen den Esoterikboom in den Apotheken, gegen die sog. Alternativmedizin als “gleichwertige” zu wissenschaftlich gesicherten und getesteten Arzneien- anzugehen. Man kann sagen, Sie haben in der Tat gegen die “bösen Alternativen” ausgepackt.

Da Sie kein Doktor der Medizin sind, dürften Sie Ihre Arbeitsthemen wohl eher durch Hörensagen bzw. Erfahrungsberichte diverser Ärzte/Ärztinnen bereichert haben.

Das ist nicht weiter schlimm oder wichtig -schade nur, dass Sie selbst hier nicht “Butter-bei-die-Fische” gegeben haben.

Es wäre nett, wenn Sie zu Ihren Ellenlangen Kommentaren auch die Quelle angeben würden -DANKE.

Und: willkommen im Kreis der NICHTMEDIZINER….lächel…

#218 |
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Gast1
Gast1

@Bogdany,
sicher gibt es unterschiede von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt. Jedoch ist die schriftliche Prüfung Bundeseinheitlich. Ich hatte die Prüfung 2/2012 einigen Ärzten aus meinem Bekanntenkreis vorgelegt und die staunten nicht wenig. Viele Kritiker schreiben ohne überhaupt von dem Prüfungswesen Kenntnis zu haben. Immer wieder höre ich von Ärzten, dass es gar keine Prüfungsordnung gäbe und jeder, der an einem 3-monatigen Lehrgang teilgenommen habe, einfach auf dem Gesundheitsamt seinen Antrag stellen kann. Es gibt auch Medizinstudenten die sich von Klausur zur Klausur durchschlängeln und am Ende mit Nachprüfung gerade so den Abschluss hinbekommen. Es gibt Fachärzte die beim Thema Stoffwechselerkrankungen geschlafen haben und Diabetes als unheilbar diagnostizieren, mit Metformin und Statinen um sich werfen, PPI´s als unumgänglich erachten und Kortison bei jeglicher Imunreatkion als Allheilmittel einsetzen. Im übrigen sind Ärzte interdisziplinär oft keine
Freunde, wie soll es da mit HP`s funktionieren. Einen schönen Sonntag.

#217 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Lieber Herr Matthias Deutschbein

Dieses Problem ist ein vorgebrachtes Scheinproblem.

Schon beim Nürnberger Kochsalzversuch im Jahre 1835 gelang es den Homöopathen nicht nachzuweisen, dass in der Verumgruppe, die von den Homöopathen prognostizierten Symptome auftreten. In beiden Gruppen passierte, salopp ausgedrückt, nichts das auf irgend eine Wirksamkeit der verabreichten Kochsalzlösung hingedeutet hätte.
Das können Sie in Extenso im Buch “Die statistische Transformation de Erfahrung” nachlesen. Das Buch ist bereits erhältlich.
oder hier im Internet: http://kurse.fh-regensburg.de/kurs_20/kursdateien/2011-06-12Kochsalz_Nuernberg.pdf

#216 |
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Heilpraktiker

Sehr geehrter Dr. E. Berndt,

Sie haben mir nicht erklärt, wie bei den Arzneimittelprüfungen Probanden, welche nicht wußten, welche Mittel sie nahmen, dieselben Symptome bei gleichem Mittel produzierten.

Aber Ihnen geht es nicht um die Wirklichkeit, sondern darum, Ihren Gedankenansatz durchzudrücken – unabhängig von der Realität. Ich garantiere Ihnen, daß jeder, der auch nur ein Jahr lang Homöopathie wirklich praktiziert, von der Wirkung weiß.

Praxis schlägt Theorie. Glauben Sie, daß in Amerika Hunderte von homöopathischen Ärzten Idioten waren? Glauben Sie, daß die jetzigen homöopathischen Ärzte welche sind? Oder daß sie alle einer Massensuggestion erlegen sind?

Ich habe nichts gegen Ihre Art von Glauben – wenn Sie allerdings als Pharmareferent gearbeitet haben, müßte man – und nehmen Sie es mir nicht übel – Ihre Verbindungen untersuchen. Es gibt schon viel zu viele Lohnschreiber, wobei ich Ihnen das nicht unterstellen möchte. Aber meistens geht es nicht um die Wahrheit, sondern um Interessen.

Glauben Sie an die Schulmedizin, sie ist als Notfallmedizin wichtig, das ist in Ordnung. Bei chronischen Krankheiten allerdings – und da ist eine unglaubliche Behauptung in obigem Artikel drin – schlägt die Homöopathie die Allopathie bei weitem. Es gibt keine chronische Krankheit, die durch Allopathie geheilt werden könnte. Keine. Man kann nur Symptome abdecken.

Bei akuten Krankheiten ist dies anders.

Es gibt zwei Arten von Diskussionen – die eine, wo man aufmerksam die Meinung des anderen anhört und notfalls die eigene korrigiert – und die andere, wo es nur darum geht, die eigene Meinung durchzudrücken.

Jedem eben das Seine.

#215 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Da kommt er wieder, langsam wirds lächerlich…

#214 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Die Homöopathie ist das Flaggschiff esoterischer Aberglaubensmedizin und stellt den idealen Nährboden für weitere Unsinnigkeiten dar. Daher gilt es dieses Übel aufzuzeigen und diesem Aberglauben entgegenzutreten.
Und eines muss klargestellt werden. Binnenkonsens gilt nicht. Es kann nicht sein, dass nur Homöopathen oder Mediziner berechtigt oder genügend qualifiziert sind , um sachliche Kritik anzubringen.
Herr Bogdany bezeichnet dass als Geschreibsel oder so ähnlich. Dies ist keine Antwort auf die aufgezeigten Fakten.
Dass das Studium der Homöopathie aufwändig ist, mag sein, aber deswegen wird die Homöopathie nicht wirksam und die gelernten Inhalte sind deswegen auch nicht mit unseren heutigen Kenntnissen in Medizin und Biologie kompatibel. Das Auswendiglernen eines Telefonbuchs ist auch eine großartige Leistung, aber welchen Zweck so das haben.

Aberglaube Homöopathie – Keine echte Wirkung aber viele Theorien

Über den Wirkungsmechanismus der Homöopathie kursieren viele wilde und unplausible Erklärungen, die im fundamentalen Widerspruch zum gesamten naturwissenschaftlichen Kenntnisstand einschließlich der Medizin und/oder der Biologie stehen. Der Nachweis einer spezifischen Wirkung auf der Grundlage des Simile-Prinzips und des Potenzierens ist bis heute nicht gelungen und ist auch nicht zu erwarten. Fakt ist daher, dass über den Wirkungsmechanismus einer nicht bewiesenen spezifischen Wirkung diskutiert wird.

Die überzeugten Anhänger der Homöopathie glauben jedoch an die spezifische und daher kausale Wirkung. Sie lassen sich eine kausale Wirkung nicht wegerklären, weil sie die Wirksamkeit der Homöopathie persönlich erlebt bzw. beobachtet haben. Für sie gilt nur dieses persönliche und subjektive Erlebnis.

Eine unspezifische Wirkung, wie sie allen Therapien und Medikamenten positiv oder negativ zukommt, gibt es, so man sich mit der mit der Homöopathie kritisch auseinandersetzt, unter homöopathischer Behandlung nicht. Wenn unter homöopathischer Therapie eine Wirkung beobachtet wird, dann muss es eine spezifische Wirkung der Homöopathie sein. Dass neben der homöopathischen Behandlung und Einnahme homöopathischer Medikamente vor allem der Hochpotenzen, auch andere Faktoren Einfluss haben müssen, wird praktisch ausgeschlossen. Diskussionen über die Homöopathie und die Anwendungen für Homöopathie werden damit zwangsläufig pseudowissenschaftlich und paradox.

Wenn auch die Wirkung nur scheinbar ist, also keine spezifische Wirkung vorhanden ist, so sind doch Effekte und Wirkungen beobachtbar und messbar. Und es gibt viele verschiedene höchst subjektive, psychologische und wahrnehmungstechnische Gründe, warum die Homöopathie ihren Anhängern und Patienten wirksam erscheint. Das sind die unspezifischen allen Therapien und Mitteln eigenen Placeboeffekte u. -wirkungen. Die Homöopathen verwechseln dieses quasi therapeutische Hintergrundrauschen mit spezifischer Wirkung und basteln daraus ihren Aberglauben seit mehr als 200 Jahren immer wieder neu. Homöopathie wird sicher mit mehr Überzeugung angewendet und verteidigt als konventionelle Behandlungen.

Mit dem Phänomen der Placebowirkung lassen sich die Wirkungen der Homöopathie absolut hinreichend erklären. Prinzipiell ist ein „Placebo“ nicht unwirksam. Die Effekte der Placebowirkung und ihres Gegenspielers der Nocebowirkung sind objektiv nachweisbar. Die Placebowirkung ist keine Einbildung der Betroffenen. Zahlreiche weitere Faktoren, die eine scheinbare Heilwirkung nahelegen können, ergänzen das Szenario. Es sind das z.B. die Selbstheilung nach einer gewissen Zeit, das gesundheitliche Auf und Ab bei chronischen Erkrankungen, eine falsche Diagnose einer schweren Erkrankung, echte unerklärliche Spontanheilungen und vieles mehr.

Alle Organismen haben je nach ihrem Aufbau in betroffenen Strukturen die Fähigkeit, sprich Mechanismen, sich zu regenerieren und nach Verletzungen, Erkrankungen etc. wieder zu gesunden. Aber es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass es nicht „die“ Heilkraft gibt, die auf Anforderung im Körper herumreist und Heilung bewerkstelligt. Diese Vorstellung hatte man einst. Das war die geistartige Heilkraft, nach der Jahrtausende lang gesucht wurde. Grundsätzlich lässt sich sagen: Das Wunder der Homöopathie tritt umso öfter auf, je banaler die Erkrankung ist.

Warum wird der Aberglaube Homöopathie geglaubt?

Das allgemeine Wissen der Laien über Homöopathie wird mehr oder weniger ausschließlich durch Werbung sowie durch einschlägige Bücher, Zeitschriften und Broschüren vermittelt, die vornehmlich als Gesundheitsratgeber mit praktischen Ratschlägen bei einfachen Erkrankungen etc. für interessierte Laien angeboten werden. In jeder Buchhandlung findet sich eine eigene Wand für diese Art Gesundheitsliteratur.

Dieses Informationsangebot wird angeboten durch einschlägige Verlage und inhaltlich durch einen bunten Mix mehr oder weniger bekannter Gesundheitsapostel, Wellnessgurus und diverser alternativer, komplementärer und ganzheitlicher Heilpraktiker und Praktikerinnen der unterschiedlichsten Richtungen bestimmt. Kritische Literatur gibt es in öffentlichen Buchhandlungen nicht.

Das vermittelte Wissen dient immer irgendwie der Werbung in eigener Sache und ist entsprechend selektiv, einseitig und beschränkt. Dazu kommt noch eine rege Vortragstätigkeit unter den Titel Fortbildung. Eine Ironie, ist es doch meist tatsächlich ein fort von Bildung. Man kann also sagen, dass das öffentliche Wissen über Homöopathie durch Bildung von interessierter Seite bestimmt wird.

Von ebenso großer Bedeutung vor allem für interessierte Laien ist sicher das Internet. Auf diesem Tummelplatz der Information für jedermann finden sich in einem wilden Durcheinander Informationen und Ratschläge. In unzähligen Foren fragen Hilfesuchende um Rat. Selbstdarstellungen überzeugter Vertreterinnen und Vertreter, Werbung, Verkauf, und Diskussionsforen beherrschen die Szene. Das Internet ist für jeden jederzeit erreichbar. Jeder kann sich dort bilden, verbilden oder auch abstruse Einbildungen bestätigen lassen.

Die Homöopathie ist in den Medien immer und überall vorherrschend vertreten, wenn es um Vermeidung von „Schulmedizin“, Chemie, Antibiotika etc. geht. Es gibt nur überzeugende Erfolgsmeldungen. Die heile Welt der wirksamen Homöopathie ist zur allgemeinen Überzeugung geworden.

Homöopathie – Scheinheilung ohne Erklärung

Zwei fundamentale Fakten sprechen seit 200 Jahren grundlegend gegen die Homöopathie als spezifisch wirkendes Heilverfahren.

1. Es gibt bis heute keinen belastbaren Beweis für eine substanzbezogene kausale Wirkung irgendeiner Hochpotenz.
2. Es kann die behauptete Wirksamkeit auch nicht sinnvoll, das heißt im Einklang mit den bewährten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen erklärt werden.

„Belastbar“ bedeutet, dass bei einer Wiederholung der Überprüfung wieder das gleiche Ergebnis erzielt wird. „Substanzbezogen“ und „kausal“ heißt, dass bis heute keine chemischen oder physikalischen Eigenschaften irgendwelcher Art in einer Hochpotenz ausfindig gemacht werden konnten, die für irgend eine Wirkung in Frage kämen.

Die Worte „bis heute“ veranlassen viele Anhänger der Homöopathie zu argumentieren, dass in einer Zukunft das Phänomen Homöopathie mit z. B. besseren oder geeigneteren Nachweisen bestätigt werden wird und die bislang unbekannten chemisch physikalischen Eigenschaften doch noch gefunden werden könnten. Wenn die Homöopathie aber so spezifisch wirken würde, wie sich das die Homöopathen ausmalen, wären neue bislang völlig unbekannte Kräfte nötig. Für solche bislang unbekannten Kräfte gibt es jedoch keinerlei Hinweise oder sonstige Anzeichen. Es sind keine Phänomene bis dato beobachtet worden, die das nahelegen könnten.

Theoretisch wäre denkbar, dass bis heute etwas diesbezüglich Relevantes noch nicht entdeckt worden wäre. Nach den formalen Gesetzen der Logik ist das nicht zu 100 Prozent auszuschließen. Man kann nämlich die Existenz von etwas noch gänzlich unbekannten logisch nicht ausschließen. Die Aussage „es wird noch bewiesen werden“ ist nicht zu falsifizieren, also eine bauernschlaue Ausrede. Man kann nicht beweisen, dass nichts weiter vorhanden ist. Beweisen kann man immer nur die Unwirksamkeit, so eine Wirkung für bestimmte Krankheiten behauptet wird, und das ist ja auch oft genug passiert.

Die Annahme der Existenz einer neuen bislang unbekannten „Wirkkraft“ würde allerdings bedeuten, dass das gesamte erprobte Wissensgebäude der Naturwissenschaften grob unvollständig bzw. fehlerhaft ist. Wer das ernsthaft in Erwägung zieht, weiß nicht wovon die Rede ist. Logisch lässt sich Homöopathie dem entsprechend nur mehr mit Geistern erklären. Das ist aber nicht logisch sondern spiritologisch bis theologisch.

Und die Wirkung wurde nicht nur historisch tatsächlich mit geistartigen Kräften erklärt sondern auch heute noch. Wenn hier mitten in Europa 300 Jahre nach auch Aufklärung viele Menschen Geld für das Eruieren ihre ganz persönlichen Schutzengels und anderen höheren mehr ausgeben, die ihnen auch bei Krankheit helfen sollen, ist es nur zu logisch, dass eben die Wirkung der Homöopathie als geistartig, also materiell – physikalisch nicht fassbar – gesehen wird.

Im Klartext heißt das, dass es völlig egal ist, welche Hochpotenz bei welcher Krankheit eingenommen wird. Es zeigt sich unter kontrollierten und verblindeten Prüfungsbedingungen kein Unterschied im Ausmaß und in der Wirkung zu einer Behandlung mit Placebo. Wenn überhaupt positive Wirkungen verifiziert werden können, sind es immer nur die gleichen unspezifischen Effekte, die bei jeder Behandlung auch unter Placebo zu beobachten sind, die Placebowirkung eben. Es versteht sich von selbst, dass die Placebowirkung umso mehr in Erscheinung tritt, je banaler die behandelte Erkrankung ist. Die von Natur aus üblicherweise von selbst ausheilenden Erkrankungen zeigen „stärkste“ Placeboeffekte.

Ohne Skepsis, ohne Hintergrundwissen, ohne Fachwissen und ohne Vorkehrungen gegen unbewusste und bewusste Täuschung lassen sich jedoch viele Wirkungen beobachten bzw. annehmen. Das positive Image macht die Homöopathie unangreifbar. Sie muss wirksam sein. Die Wirksamkeit der Homöopathie kommt einem unangreifbaren Dogma gleich. Dieser Glaube an die unbedingte Wirksamkeit der Homöopathie ist so weit verbreitet, dass Homöopathie allen Anfeindungen, Erkenntnissen und negativen Berichten zum Trotz zur prima und ultima Ratio in der Medizin geworden ist und damit auch ein mehr als einträgliches Geschäft. Mit dem geringen und unspezifischen Placeboeffekt allein jedoch lässt sich der Homöopathieboom nicht erklären. Die Homöopathie ist beliebt und angesehen trotz oftmaliger Beispiele erwiesener Unwirksamkeit. Der geringe und schwache Placeboeffekt ist keine ausreichende Erklärung für den Boom der Homöopathie.

Die Homöopathie ist beliebter denn je. Warum ist das so? Wie wird Wirksamkeit definiert und festgestellt? Weder absolut allgemein verständliche bis elegante „hochwissenschaftliche“ Argumente bewirken in den Köpfen „gebildeter“ Homöopathen irgendeine Skepsis. Sie kontern mit „Wer heilt, hat recht“, pseudowissenschaftlichem Geschwätz oder kümmern sich überhaupt nicht darum.

Die vorherrschende medizinische Unterhaltungsinformation bestimmt geschäftstüchtig, was gesund und wünschenswert bzw. was schädlich und tunlichst zu vermeiden ist. Für die zahlreichen Anhänger unter den Laien, die über keine entsprechende Bildung verfügen, haben wissenschaftliche Argumente zu wenig Gewicht, um die persönliche oder selbst erlebte Heilung als nicht ursächlich durch Homöopathie verursacht anzusehen.

Sie entscheiden nach ihren subjektiven Beobachtungen und ihrem Erleben. Ihr Schluss, dass die Homöopathie es ist, die geholfen hat, ist verständlich, wenn auch letztlich falsch. Und so werden Gefühl und allgemeine Praxis so bestimmend, dass eben, wie es z.B. bei wohlmeinend besorgten Müttern auffällig oft der Fall ist, die Homöopathie für eine wirksame und ungefährliche medizinische Hilfe gehalten wird. Die Wirksamkeit wird subjektiv empfunden und anschließend je nach Person und Umständen mit scheinbarer Logik erklärt bzw. objektiviert.

Nach der derzeitigen Gesetzeslage kann jeder der will, sich das zu Nutze machen und unter dem Begriff Homöopathie irgendwie Heilung und darüber hinaus auch noch Lebensberatung versprechen und entsprechend informative Werbung betreiben.

Was sollten z.B. ängstliche Mütter anderes tun, als sanfte Alternativen zur bösen Chemie zu suchen? Sie sind hilflos den unhaltbaren Versprechungen und Pseudoerklärungen der alternativen Gesundheitsindustrie ausgeliefert. Entschieden wird dann gemäß dem Mainstream. Frau wähnt sich dann auf der sicheren Seite. Homöopathie wird vornehmlich von Frauen angewendet.

Keine Frage, die Homöopathie boomt. 200 Jahre Aufklärung, Naturwissenschaft, Biologie und Medizin erscheinen effektlos geblieben zu ein. Sind die zahlreichen wissenschaftlich fundierten Argumente in der Argumentation überhaupt nützlich? Offenbar nicht. Das Zielpublikum wird nicht erreicht. Die schier unerschöpfliche Anzahl rein naturwissenschaftlicher Argumente gegen den Aberglauben Homöopathie erweist sich bei einer großen Anzahl von Menschen als effektlos. Auch Menschen mit einem guten naturwissenschaftlichen Bildungshintergrund fühlen sich dadurch nicht angesprochen. Es kommt zu keinen Nachdenken oder Überdenken. Widersprüche werden nicht wahrgenommen. Eine kognitive Dissonanz wird gar nicht ausgelöst.

Auch Horoskopgläubige lassen sich ihren Aberglauben nicht durch Astronomie und Naturwissenschaft noch durch Statistik ausreden. Sie sind überzeugt, das System dahinter erfassen zu können. Aber das System Astrologie ist so wie das System Homöopathie transreal. Auch hier darf es wie bei der Placebowirkung keinen Zufall geben.

Und mit transrealen Vorstellungen jenseits der Vernunft ist jede Kausalität denkbar und zu argumentieren. Man kann an eine kausale substanzbezogene Wirkung von Hochpotenzen und an eine Wirkung der Sterne nur glauben und es werden damit geistartige Wirkungen gleich Naturgesetzen für wahr und wirksam gehalten.

#213 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Gast 1
Ich gebe ihnen natürlich recht. Aber das ist nicht überall so. Ich kenne den Prüfungskatalog sehr gut und kenne auch viele Beisitzer und prüfende Ärzte. Es kommen leider auch viel Prüflinge durch die von DD keine Ahnung haben, weil der Arzt halt gerade keine DD fragt..Auch sind die mündlichen Prüfungen bundesweit vom Schwierigkeitsgrad her doch verschieden.

#212 |
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Sabine Urban
Sabine Urban

Wenn ich als Medizinerin einem Patienten nach einem Aderlass eine nachsorgliche, blutbildstabilisierende Therapie, die absolut sinnfrei ist aufschwatze und dafür auch noch Geld kassiere mache ich mich angreifbar. Wir Ärzte sind zur Ausübung einer überprüfbaren, leitliniengerechten Therapie verpflichtet und können bei Nichtbeachtung zur Verantwortung gezogen werden. Zu Recht! Ausserdem würde ich mich schämen, für einen derartigen Blödsinn auch noch Geld zu kassieren. Empfehlen Sie nach Blutspenden eigentlich auch eine blutbildstabilisierende Therapie? Wäre vielleicht noch ein Feld, wo was zu holen wäre…
Und zum Thema Praxiserfahrung. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine Heilpraktikerausbildung mit der jahrelangen Ausbildung der Schulmediziner im Studium, in der Klinik, in ärztlichen Praxen, gefolgt von jahrelangen Facharztweiterbildungen mit festgesetzten Fortbildungskatalogen und Weiterbildungszeiten vergleichbar ist. Ich denke, daß Sie mit wirklich ernsten oder relevanten Erkrankungen gar nicht in Kontakt kommen (Pflegeberufe mal ausgenommen). Wieviele Patienten mit schweren Erkrankungen haben Sie denn schon gesehen? Wie oft standen Sie am Krankenbett, auf Intensivstationen, auf Notaufnahmen und haben ernsthaft erkrankte Patienten gesehen und diagnostische oder therapeutische Entscheidungen getroffen, die wirklich entscheidend sind? Das Patientengut in Heilpraktiker Praxen ist doch hochgradig vorselektioniert! Ernste Verläufe bekommen Sie doch gar nicht mit! Wie können Sie sich denn dann mit Ihrer Praxiserfahrung brüsten! Natürlich hat auch ein Chirurg wenig Ahnung von z.B. Infektiologie. Und auch ich als angehende Allgemeinmedizinerin kann keinen Leistenbruch. Ich würde das aber auch nie behaupten. Leider sind viele Patienten nicht in der Lage diese Unterschiede zu begreifen und lassen sich aus Angst oder Unsicherheit manipulieren.

#211 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Herr Frei,
das ist richtig, wenn sie in einer anständigen Schule eingeschrieben sind haben sie in vergleichbarer Tiefe die von ihnen geschilderten Fächer. (Gastroenterologie, Endokrinologie, Hämatologie, Neuro, Anatomie, Ortho…etc…) Die Spannweite der Schulen ist jedoch sehr groß was den Wissensstandart angeht. Ich war auf der einzigen berufsfachschule für HPs die es in Deutschland gibt. Dort hat man die ersten 2 Jahre fast ausschließlich schulmedizinische Fächer. Naturheilkundliche Therapien und praktische Kurse, sowie Arbeit am Patienten unter Supervision kommen dann erst im letzten Jahr. Die Dozentur besteht aus Heilpraktikern, Ärzten, Sanitätern und spezialisierten Prüfungscoachs. Es wird dort sehr viel wert gelegt auf eine adäquate schulmedizinische Bildungseben UND Naturheilkunde. In die naturheilkundlichen Fächer bekommt man einen soliden Einblick, man spezialisiert sich dann meist nach der Ausbildung in gesonderten, vertiefeten, qualifizierten Forbildungen.
Ich habe vor meiner Ausbildung zum HP vertieft Anglistik/Amerikanistik und Sport studiert und weiß wie sehr die verschiedenen Studiengänge einen durch den Fleischwolf drehen. So viel Lernerei wie in der HP Ausbildung hatte ich jedoch noch nie. Das soll nicht heißen, dass das Medizinstudium ein Klacks ist, bei weitem nicht!
Die meisten HPs lassen sich aus zeitlichen und finanziellen Gründen jedoch durch Crashkurse durchjagen und sind meiner Meinung nach meistens schlecht qualifiziert. Diese Leute müssen theoretisch keine Fortbildung in z.B. Injektionstechniken vorweisen, sie dürfen aber laut Gesetz trotzdem wild ruminjizieren. Das ist grob fahrlässig! Wenn die Ausbildung geregelt wäre hätte der Berufsstand auch einen besseren Ruf.
Naturheilkunde kann nur mit Schulmedizin koexistieren. Und vor allem nur dann, wenn der Behandler sich in beiden Disziplinen auskennt! Wie sie so schön gesgat haben, das Wissen muss stimmen.
Medizinier denken oft, dass HPs arrogant sind und sich als allwissend darstellen. Das tun auch viele, jedoch auf einer anderen Grundlage als die westliche Schulmedizin. Viele Heilpraktiker befinden sich in ganz anderen Medizinsystemen (TCM, TEM etc.) und machen auch keine Anstalten das zu verdeutlichen. Die Kollegin Krause hat vorher über miasmatische Behandlungen in der Homöopathie gesprochen. Mit soetwas braucht man einem gestandenen Schulmediziner nicht daher kommen, weil er davon keine Ahnung hat und sich in einem völlig anderem System befindet. Und anders herum genauso. Deswegen sind die Fronten auch oft so verhärtet. Beide Parteien sollten sich in beiden Gebieten ordentlich zurecht finden können, sonst ist kein Grundstock zur Diskussionsbereitschaft gelegt und man redet aneinander vorbei. (das ist jetzt nicht spezifisch auf die Homöopathie zugeschneidert, wollte nur ein geläufiges Bsp. wählen)
Zu ihrer Frage wie ich arbeite. Ich bin spezialisiert auf Labormedizin, v.a. Immunologie und Allergologie. Therapeutisch arbeite ich meist infusionsmedizinisch, bedeutet ich mache viel Injektionen und Infusionen orthomolekularer Natur (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren etc.), oder mit Organextrakten (Thymuspeptide, Milz.- Leberpeptide etc.) Auch die etwas umstrittenere Ozon-Sauerstoff-Therapie kommt bei mir zum Einsatz. Das weiteren arbeite ich komplementär in der Sportmedizin. Z.b. Injektionen mit pflanzlichen, organischen oder orthomolekularen Präparaten, Chirotherapie/Chiropraktik, Osteopathie und Akupunktur. Klassisch homöopathisch arbeite ich nicht, das bedeutet aber nicht, dass ich einen klassischen Homöopathen, der verantwortungsvoll mit der Materie umgeht, nicht respektiere. Pendel, Ruten, o.ä. suchen sie bei mir vergeblich.
Einfaches Praxisbeispiel zum Verständins. Patient kommt mit einer autoimmunogenen Erkrankung wie z.B. Mb. Crohn, weil er keine nebenwirkungsbehaftete, immunsuppressive Therapie mit einem schulmedizinischen Korrtikoid oder TNF-a-Blocker haben will (Humira, Remicade, Infliximab quasi). Therapeutisch würde das dann bei mir so ausschauen: Mittels Laboranalyse wird ein Zytokinprofil aufgestellt und ermittelt welcher Botenstoff die immune Dysbalance der TH1-TH2-THreg-TH17-auslöst. Dieses Interleukin bzw. dieser Botenstoff (meist IL6, IL17, IL23, oder halt TNF-a, je nach Kaskade) wird isoliert und invitro dann mit verschiedenen natürlichen Hemmstoffen gezielt versetzt und ermittelt, welcher Immunmodulator das proinflammatorische Zytokin am besten hemmt. Je nachdem welcher Hemmstoff (Curcumin, S-Adenosylmethionin, Boswelinsäuren etc.) prozentual am besten anspringt wird eine Therapie begonne. Bei diesem Bsp. natürlich nicht als Monotherapie, allerdings habe ich viele Erfolge gesehen, bei denen schulmedizinische Immunsuppressiva völlig obsolet wurden. Ich hoffe das war verständlich, mich freut es immer sehr, wenn Schulmediziner nachfragen und Interesse zeigen.

#210 |
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Christina
Christina

@Anna Wojcik
vielen Dank für die Aufklärung, das erklärt doch einiges. hatte mir so was ähnliches schon gedacht, oder einfach zu viel Kaffee im Spiel war…mmh..

#209 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. E. Berndt, es war ein Wort das mich neugierig machte – Sie gebrauchten wiederholt das Wort SPITAL. So werden Krankenhäuser in der Schweiz genannt; bei uns eher: Klinik, Hospital, Krankenhaus. Und so bin ich fündig geworden.

Da Ihre berufl. Biografie für jeden im Internet zugänglich ist, verrate ich kein Geheimnis, hoffe jedoch sehr, dass dadurch Ihr “Eisenharter” Diskussionsansatz verständlicher wird.

-nach einem kurzen Aufenthalt in der Schweiz dissertierten Sie an der Abteilung Arzneimittelformenlehre (Galenik) und waren 3 Jahre als Pharmaberater im Außendienst für medizinische Reagenzien u. Diagnostik tätig.

-1977 promovierten Sie zum DR. PHIL

-1983 legten Sie die Fachprüfung für Apotheker ab

Offensichtlich war es Ihnen ein wichtiges Anliegen, -gegen den Esoterikboom in den Apotheken, gegen die sog. Alternativmedizin als “gleichwertige” zu wissenschaftlich gesicherten und getesteten Arzneien- anzugehen. Man kann sagen, Sie haben in der Tat gegen die “bösen Alternativen” ausgepackt.

Da Sie kein Doktor der Medizin sind, dürften Sie Ihre Arbeitsthemen wohl eher durch Hörensagen bzw. Erfahrungsberichte diverser Ärzte/Ärztinnen bereichert haben.

Das ist nicht weiter schlimm oder wichtig -schade nur, dass Sie selbst hier nicht “Butter-bei-die-Fische” gegeben haben.

Willkommen im Kreis der NICHTMEDIZINER….lächel…

#208 |
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Gast1
Gast1

Herr Bogdany,
sehen Sie mir es nach, dass ich Ihre Vorstellung der HP Ausbildung im gesamten durcheinander bringen muß. Meine Frau ist Fachärztin für Chirurgie und FA Allgemeinmedizin. Sie hat mir während der 3 jährigen HP Ausbildung zur Seite gestanden und war erschrocken wie tiefgründig die Ausbildung in allen Fächern war. 6 Monate vor der Prüfung habe ich mich intensiv auf die Prüfung vorbereitet, d.h. insbesondere auf DD. Am Anfang konnte Sie mir noch helfen, aber zum Ende als es um die DD Bearbeitung der Fälle zur mündlichen Prüfung ging, gestand Sie, dass Sie alle Bewunderung für HP`s aufbringt, die Ihre Prüfung bestanden haben, denn Sie hätte nie gedacht, dass solch hohe Anforderungen gestellt werden. Meine Frau war Oberärztin an einer international hoch anerkannten Chirurgischen Klinik und so glaube ich, dass Ihre Einschätzung von Bedeutung ist.

#207 |
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Student der Humanmedizin

Herr Bogdany,

Das heißt, wenn ich an einer anständigen Schule eingeschrieben bin, dann lerne ich im Prinzip die gleichen Fächer, von perfekt geschultem Personal ( Professoren etc.) mit einer vergleichbaren Tiefe wie im medizinstudium und habe einen ähnlichen Zeitaufwand, der unterteilt ist in Theorie und Praxis?!
Wenn Sie angenommen 2 Jahre für die Fächer der vorklinik aufbringen müssten und ebenfalls Pathologie hätten, dann hätten sie vielleicht noch1.5 Jahre um die alternativmethoden zu erlernen, oder?

Weshalb ich frage ist die Tatsache, dass ich jedes mal bemerke wie demütig man sein muss, mit dem Wissen das man im medizinstudium bekommt und erst als Assistent geht das wirkliche erlernen des Berufes los, was nochmal Jahre in Anspruch nimmt.

Ich selbst habe sehr schlechte Erfahrungen mit Heilpraktikern gemacht, was aber nicht heißen soll, dass ich nichts von alternativen Heilmethoden halte.

Ich glaube das Problem der Ärzte mit hps ist die Tatsache, dass man im medizinstudium einmal durch den Fleischwolf gedreht wird und dass Ärzte, sehr berechtigt, auch einen gewissen stolz haben dürfen und dieses Fach vielleicht etwas schützen wollen. Denn medizin gibts Halt nicht als online Kurs.
Selbst wenn die Hps nur das behandeln dürfen was sie bestätigt haben, so ist doch das wichtige an diesen Berufen, dass man zunächst einen allumfassenden Blick für den menschlichen Körper bekommt um somit in jedem Fall korrekt handeln zu können.
Wenn jetzt also jemand Thema 1-10 als Zertifikat hat und HP ist, so kann man doch annehmen, dass er in den meisten Fällen leider nicht korrekt handeln würde, weil ihm einfach der Blick fehlt.
Ich sehe das an uns Studenten: es wäre ja unmöglich jemanden zb. aus dem 9. Semester alleine auf Patienten loszulassen, obgleich er scheine von Chemie bis Pharma hat.
Da muss doch jeder sich selbst eingestehen: diese Verantwortung kann ich nicht tragen. Ich finde, Respekt und Demut sollten immer an erster Stelle stehen.

Ich kenne sehr viele Ärzte, die nach ihrer facharztausbildung auf alternative Methoden, teils komplett, umgestiegen sind.
Persönlich denke ich auch, dass das der richtige Weg ist. Denn, alternativ behandeln hat sicherlich Vorteile, jedoch nur, wenn das Wissen stimmt.
Würde man als HP sich seinen Grenzen bewusst sein oder nicht?
Es ist für mich eine Schande, wenn jemand sich anmaßt, den kompletten Überblick zu haben- aber ehrlich gesagt sehe ich so die Arbeit des HPs.
Mich würde interessieren, wie Sie arbeiten. Also Diagnostik und Behandlung.
Würden Sie vielleicht ein beispielhaften Fall schildern? Vielleicht hilft das zum Verständnis :)

Mein Text soll auf garkeinen Fall falsch verstanden werden.er stellt lediglich meine Persönlichen Erfahrungen und mein Respekt vor dem medizinstudium und den Mitmenschen dar.

#206 |
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Christina
Christina

Heilpraktikerin
soweit ich das weiß, ist es doch die Wissenschaft , die neuere Erkenntnisse
aus den spirituellen Aspekte, Forschungen betreibt, Damit mein ich nicht nur
die Bandbreite der Quantenphysik, sondern das Forschungen betrieben
werden, wo auch schon mal in esoterische Bücher gelesen wird, ohne dabei
esoterisch zu sein oder zu werden. Wenn Heilpraktiker mit Homöopathen
ständig verglichen werden, gleichgesetzt oder überhaupt Parallele gesetzt
werden, finde ich diese Diskussion ziemlich überflüssig. Es ist schon schwer genug meinen Patientenklar zu machen, das ich nicht Homöopathin bin nur weil ich glob. empfehle, die in Kombination zur Phytotherapie oder einfach auch nur zur richtigen Ernährung unterstützen sollen. Ich kann nicht sagen, das sie
grundsätzlich ihre Wirkung haben, aber ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn die Einnahme ergänzend eingesetzt werden. Um es noch mal
zu betonen, ich bin kein Homöopath, aber wenn Kinder schon eine enorme Wirkung haben es selbst erlebe, wie gut damit was anzufangen ist, so ist es doch immer ein Versuch werdt auch bei Erwachsen damit zu arbeiten, wenn dadurch Besserung und Erleichterung da ist. Was ich damit sagen möchte, ist, das Wissenschaft eine langwierige Forschung beinhaltet, bis es zu Ergebnissen
kommt. Eine Erfahrungswissenschaft wie die Homöopathie ist meines Erachtens näher am Menschen und stellt die seelischen Bedürfnisse nicht in
Frage….

#205 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. Berndt
Und schon wieder das gleiche gebrabbel wie 20 Beiträge weiter unten. Nur gut, dass sie kein Mediziner sind.
Ihre einzige Aufgabe ist es, Homöopathiker und längst überfällige Praktikenzu torpedieren. (Ich ignoriere gar nichts und mir ist auch völlig klar, dass Medizinsysteme wie die TEM und deren Therapeutische Bandbreite heute keinen großen Stellenwert mehr haben dürfen!) Sie sind ein Hassprediger gegen den Heilpraktiker, obwohl sie aus einem Land kommen in dem es keinen HP gibt und kein Arzt sind, verkaufen sie sich hier als allwissend. Warum setzen sie Heilpraktik mit Homöopathik gleich? Dazu hätte ich gern mal eine Erklärung…

#204 |
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Gast
Gast

es ist doch falsch,einen Heilpraktiker nur auf die Homöopathie festzulegen,da steckt doch viel viel mehr dahinter,die gesamte Naturheilkunde und viele andere Methoden.
Bin kein Heilpraktiker und auch kein Arzt,aber ich sehe dieses “von Oben herab” insbesondere in diesem Forum,was da von seiten der Doktoren in Bezug auf die Heilpraktiker so manches Mal geschrieben wird.Wenn alles so perfekt wäre,würden wir ja auch keine Heilpraktiker mehr brauchen.Und die haben doch soviel mehr drauf als nur die Homöopathie!Selber sammle ich mir zum Beispiel jetzt im Sommer echte Kamillenblüten für bestimmte Beschwerden.Die dann bei Magenverstimmung und anderen Befindlichkeitsstörungen zu verwenden,dass ist auch keine Homöopathie sondern Naturheilkunde.Und diese wirkt.Ohne Zweifel.Da ist auch kein Placeboeffekt dahinter.Warum soll ich also dann lieber von einem Doktor ein Aluminiumhaltiges Mittel oder einen Protonenpumpenhemmer verschrieben bekommen?Es ist aber leider so und nicht anders.Und darum brauchen wir anscheinend auch manchmal Heilpraktiker. Für die vielen Wehwehchen,die eben keine teuren Chemikalien benötigen um beseitigt zu werden.Ohne Nebenwirkungen oder mit sehr geringen wohlgemerkt.Natürlich muss ich mir ein eventuelles Pankreaskarzinom sofort operativ entfernen lassen,wenn das noch geht,dass steht da ja wohl ausser Frage.

#203 |
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Martin Uhl – Heilpraktiker
Martin Uhl – Heilpraktiker

Die Ausbildung zum Heilpraktiker ist nicht wirklich geregelt. Es gibt sehr viele unterschiedliche Varianten und Systeme, von Insensivausbildungen für medizinisches Personal (Physiotherapeuten, Krankenpfleger, etc.) bis hin zu mehrjährigen Vollzeitausbildungen.
Letztlich spielt die Ausbildung keine sehr große Rolle in Bezug auf die Legitimation. Das Bestehen der Prüfung (schriftlich und mündlich) ist die einzige Voraussetzung.

Allerdings sollte man hier bedenken, dass es Heilpraktikern generell nur gestattet ist aus solche Weise zu behandeln, wie sie es können. D.h., dass ich nur das anwenden darf, was ich (nachweislich) gelernt habe.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass es in jedem Gebiet “schwarze Schafe” gibt. Leider verliert immer der Patient. Ob im Einzelfall eine unnötige Operation (mit all ihren Risiken), oder eine schlechte Behandlung durch den Heilpraktiker schlimmer ist lässt sich für mich nicht pauschal beurteilen.

Ich persönlich orientiere mich in meiner Arbeit an der Evidenz (meine Karriere begann als Bachelor of Arts in Physiotherapy) soweit möglich. Nur so sehe ich eine Chance für den längst überfälligen Schulterschluss mit der meiner Meinung nach in sehr vielen Bereichen hervorragenden Schulmedizin.

#202 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Wieso ist man eher gläubig als skeptisch?

Die Laufe der Evolution irgendwie fest genetisch verankerte und eben zum Überleben höchst erfolgreiche Überlebensstrategie “post hoc ergo propter hoc” vermochte ein Skeptiker vom Schlage eines David Hume zu durchschauen. David Hume postulierte, dass Kausalität eigentlich nicht beweisbar ist. Das ist bis heute eine außergewöhnliche Leistung und nicht die Regel. Die „post hoc ergo propter hoc“-Logik ist die Basis einer sehr bewährten Heuristik aber trotzdem ein sehr häufiger Fehlschluss. Wir können alle grundsätzlich nur mit beschränkten Kenntnissen und damit immer nur wahrscheinlich richtig urteilen. Die „post hoc ergo propter hoc“Logik zu hinterfragen bedeutet die Grundfesten des Wahrnehmens zu erschüttern. Das ist aufwändiger als diese zu verteidigen.

Mit Naturwissenschaft allein ist kein Umdenken auszulösen. Wie das Beispiel Kreationismus zeigt, blockiert ein religiöses Dogma die Annahme naturwissenschaftlicher Tatsachen. Wenn etwas persönlich erlebt und selbst gespürt wurde, ist es im Alltag vorbei mit darüber nachdenken, ob auch andere Ursachen in Frage kommen könnten als die spontan nach Bauchgefühlt einmal für richtig empfundenen. Mit „Ich habe es erlebt und gespürt“ lässt sich jedes bestehende Weltbild einfach verteidigen. Ein Weltbild in Frage zu stellen ist immer aufwändiger.

Geschickt übergehen die Homöopathen in der Diskussion die höchst unsinnigen auf ewig festgelegten Grundannahmen der Homöopathie. Mit unschlagbar bestechend einfachen Pseudoerklärungen präsentieren sie aber ihre Mittel. Wie praktisch doch die Homöopathie ist. Jeder versteht die Homöopathie, nur die Wissenschaftler nicht.

Wenn man über Homöopathie diskutiert, muss man peinlich darauf bedacht sein, nur über die Grundlagen zu diskutieren. All zu leicht verheddert man sich in nebensächlichen Details der homöopathischen Behandlung, die aber für das Publikum so wichtig sind. Die Folge ist, dass man als Kritiker gezwungen ist, in nie enden wollenden Abhandlungen die Detailfehler darzulegen. Das Buch “In Sachen Homöopathie – Beweisaufnahme“ von Norbert Aust ist eine der jüngsten Intensivabhandlungen in Sachen naturwissenschaftlicher Beweise. Aust erläutert intensiv und umfassend die Probleme der Homöopathie mit den Verdünnungsschritten. Jeder sollte über so viel Vorstellungsvermögen verfügen, um das nachvollziehen zu können. Aufwändiger sind die Probleme des Nachweises der Evidenz durch Statistik. Gnadenlos werden die Schwachstellen und vor allem die zahlreichen offenen und versteckten Einflüsse, die zu scheinbar positiven Ergebnissen in der Homöopathieforschung führen, vor Augen geführt. Der Aberglaube Homöopathie hat sich das Kleid der Wissenschaft angezogen.

Und letztlich, meine Sicht, geht es auch hier darum, den Fehlschluss “post hoc ergo propter hoc” darzulegen. Gerade die Statistik bietet viele Möglichkeiten leicht und bequem mehr zu sehen als vorhanden ist. Viele Aussagen der Statistik erscheinen vordergründig als eh klar und unerschütterlich. Sie werden postwendend vermarktet, halten aber dann einer eingehenden Analyse nicht stand. Aber diese Analyse bzw. ihr Ergebnis werden von gefühlten Kausalitäten, dem antrainierten Bauchgefühl beiseite gedrängt, dass Homöopathie und Co. wirken.

Die Homöopathen und gleich ihnen die Verfechter zahlreicher alternativer, komplementärer und ganzheitlicher Medizinrichtungen, vermeiden es peinlich mit irgendwelchen Argumenten gegen ihre Konkurrenz zu argumentieren. Auch werden Sie nicht erleben, dass ein Homöopath eine auch noch so unsinnige Methode als wirksam oder unwirksam beurteilt und das begründet. Dieses Eigengoal vermeiden die Homöopathen wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser

Genau in der Art, wie die Evolutionstheorie die Entstehung der „Welt“ ohne Gott erklärt, erklärt diese Theorie auch, warum die Menschen an Gott, an Magie und die Homöopathie glauben. Es liegt in der per Evolution angelernten und, wenn man so will, an den vorgebahnten Verhaltensprogrammen, wie wahrgenommen, wie rasch und effizient etwas als logisch, als kausal angesehen werden muss, um bei den nächsten Ereignissen entsprechend dieser Erfahrung rasch zu handeln. Aber auch ein noch so effizientes und leistungsfähiges Entscheidungsverhalten muss nicht letztlich auf echter Kausalität aufbauen. Es genügt hier eine Durchschnittlichkeit von Erfolgen und Vorteilen unter gegebenen Umständen, wie es eben der Fehlschluss „post hoc ergo propter hoc“ im Laufe der Zeit doch so erfolgreich geleistet hat.

Die Verhaltensforschung beschäftigt sich mit Fragen wie und nach welchen Gesichtspunkten Lebewesen und auch Menschen sich verhalten bzw. entscheiden. Die Vorgänge im Feld, wie „Wahrnehmung“ im weitesten Sinn funktioniert, sind für die persönliche und gesellschaftliche Akzeptanz von größter Bedeutung. Warum erscheint etwas als wichtig und richtig und warum wird anderes als unrichtig angesehen und nicht weiter beachtet? Die Homöopathie ist ein Massenphänomen, das dem Aberglauben zuzuordnen ist. Das Funktionieren der Homöopathie in diesem Sinne ist nicht naturwissenschaftlich zu erklären. Die Erklärung für den Boom eines Aberglaubens und auch der Homöopathie ist etwas für Sekten- und Religionsforscher und Psychologen.

Die Vertreter der Homöopathie betonen immer wieder, dass sie naturwissenschaftlich arbeiteten. Aber gleichzeitig wird oft in Diskussionen versucht, die Kritik der Naturwissenschaft an der Homöopathie mit dem Hinweis zu entkräften, dass Homöopathie mit Wissenschaft nicht zu beweisen ist. Dieser Widerspruch stört offensichtlich nicht.

Im Sinne des Physikers und Nobelpreisträgers Richard Feynman ist die wissenschaftliche Homöopathie eine „Cargo-Kult-Wissenschaft“. Er prägte diesen Begriff für pseudowissenschaftliches Arbeiten und bezeichnete damit einen Wissenschaftsbetrieb, in dem zwar formale Kriterien erfüllt sind, es jedoch an wissenschaftlicher Integrität mangelt.

Beim ursprünglichen Cargo-Cult, ein Beispiel für das Entstehen einer Religion, ahmten Einheimische auf den Samoainseln den Betrieb eines Urwaldflugplatzes nach. Für sie waren es Götter, die seinerzeit während des Krieges auf der Urwaldpiste landeten und ihnen im „Cargo“ himmlische Güter mitbrachten. Ohne eine Ahnung von den Notwendigkeiten der Flugtechnik und dergl. zu haben, setzten sie sich hölzerne Kopfhörerattrappen auf, entzündeten Pistenfeuer und warteten gläubig auf die Wiederkehr der vermeintlichen Götter. Im Englischen wird gelegentlich der Ausdruck „Cargo-Cult“ für bestimmte gesellschaftliche Gruppierungen verwendet, die sich durch die oberflächliche Nachahmung äußerlicher Handlungsweisen erfolgreicher Menschen Reichtum und Ansehen versprechen.

#201 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Lieber Herr Bogdandy!
Das haben Sie geschreiben: Sie kapieren es einfach nicht. Ich rede nicht von Homöopathie und habe mich weder dafür, noch dagegen ausgesprochen… Es geht um ihre inakzeptable Art, ihre Ignoranz anderen Themen gegenüber und ihren widerlich eloquenten Ablenkungsmanövern um immer wieder die Homöopathie ins Spiel zu bringen..

Nachdem ich aufgezeigt habe, was es nicht alles für Skurrilitäten in der Geschichte der Medizin gegeben hat, haben Sie mir Buchwissen etc. vorgeworfen.
Meinen Sie vielleicht, dass das Ignorieren neuer Erkenntnisse und das Ignorieren jeder Entwicklung, und das Ausblenden der Geschichte das ist, was man nicht über den Tellerrand blicken nennt?

#200 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Levin Frei
Leider ist die Ausbildung nicht geregelt Es wäre sehr wünschenswert. Ich persönlich hatte 4 Jahre Vollzeitausbildung und 1 Jahr Assistenz. Es gibt jedoch viele HPs die nur für die amtsärztliche Prüfung einen Prüfungscrashkurs machen und dann praktizieren dürfen, falls bestanden. Da fallen die meisten raus, leider aber kommen auch immer wieder welche durch, die Glück hatten..Wenn man sich vorstellt, dass diese Menschen dann selbstständig Patienten behandeln dürfen ohne vorher auch nur einen Patienten gesehen zu haben, ist haarsträubend.

Es gibt auch Onlineseminare soviel ich weiß…Eine Schande wie ich finde, so etwas gehört verboten.
Auch der tatsächliche Wissensstand eines fertigen HPs ist sehr subjektiv. In meiner Ausbildung wurde in jeder Fachrichtung am Ende des Semesters/Trimesters eine Klausur geschrieben. Die Inhalte sind nahezu identisch mit dem Studium der Humanmedizin, zumindest war es bei mir so, da ein guter Freund gleichzeitig Medizin studiert hat und wir immer verglichen haben. Wo uns die Medizinstudenten jedoch meilenweit voraus sind sind Dinge wie Chemie, Biochemie, Pharmakologie o.ä. Es wird oft behauptet, dass Heilpraktiker ungefähr auf dem Kenntnisstand des ersten Staatsexamens der Humanmedizin stehen, dies halte ich jedoch für ein Gerücht… Bei manchen trifft es aber auch zu…Ich kenne den Prüfungskatalog sehr gut, da ich HPAnwärter auf die Prüfung vorbereite und der steht v.a. in der Pathologie den Medizinern in nichts nach…
@ Dr. B
Sie kapieren es einfach nicht. Ich rede nicht von Homöopathie und habe mich weder dafür, noch dagegen ausgesprochen… Es geht um ihre inakzeptable Art, ihre Ignoranz anderen Themen gegenüber und ihren widerlich eloquenten Ablenkungsmanövern um immer wieder die Homöopathie ins Spiel zu bringen..

#199 |
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Student der Humanmedizin

Welche zeit nimmt denn eine Ausbildung zum Heilpraktiker in Anspruch und welche
Fähigkeiten werden erlernt?
Stimmt es, dass man per online-studium ” ausgebildet” werden kann?

#198 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Lieber Gast!
Auch Sie argumentieren wirklich nicht neu.

Es steht fest, dass es keinen Nachweis für eine spezifische Wirkung der Homöopathie gibt. Alle diesbezüglichen Versuche sind negativ und das seit 200 Jahren.
Wirkt jetzt die Homöopathie spezifisch oder nicht?
Wie ehrlich, ethisch und moralisch ist es, wissend ob dieser Umstände, die Homöopathie als wirksame Hilfe anzupreisen?
Ich habe eindrucksvolle Beispiele aus der Geschichte aufgezeigt, dass schon viele Mittel und Methoden als wirksam gegolten haben, allgemein anerkannt waren und dafür viel Geld bezahlt worden ist. Haben Sie irgend ein Argument dagegen gebracht, dass die Homöopathie davon ausgenommen ist?

Auch die Medizinjournalistin mehr oder weniger deutlich festgestellt, dass es für die Homöopathie in Sachen Evidenz nichts positives zu berichten gibt.

Seit 200 Jahren hat sich das Bild der Welt und das Wissen in Biologie und Medizin ungeheuer erweitert. Viele einstmals wissenschaftliche Theorien sind entsorgt worden.
Nur in der Homöopathie hat sich interessanterweise nichts geändert. Nach wie vor ist Verschütteln und Verdünnen zur Gewinnung von geistartiger immaterieller “Heilkraft”, von der kein Homöopath bis heute erklären kann, was das überhaupt sein soll, das Maß aller Dinge.
Das ist Steinzeit. Und nun wird mir erklärt, dass diese Steinzeitmedizin so etwas wie eine Alternative sein soll.

Ihr Ansatz, dass man sich dem Patienten zuwenden soll, ist richtig. Nur, ist es auch richtig die Patienten mit Aberglauben zu beglücken? Ist das ehrlich und mitmenschlich? Glauben Sie, dass es auf Dauer vertretbar ist mit Esoterik und Aberglauben Heilungsrituale zu veranstalten?

Was ist mit den Kindern, die sich gegen diesen wirkungslosen Unfug nicht wehren können? Und es passt ja ins Bild, dass auch die Antiimpfszene mit der Homöopathie und der Anthroposophie verquickt ist. Es gibt viele Opfer der Homöopathie!

Galilei hat über den Tellerrand geblickt, sie nicht!

#197 |
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Gast
Gast

@Dr. E. Berdt, ich denke, für uns alle hier, ob nun studiert oder zu dumm zum Studieren und deswegen nur Heilpraktiker, ist es sinnlos, mit ihnen zu diskutieren. Sie rücken keinen Millimeter von ihrer Meinung ab, die sich komischer Weise nur um die Homöopathie dreht. Sie bringen immer und immer wieder den Begriff der Homöopathie ins Spiel, obwohl absolut klar ist, das viele Heilpraktiker nichts mit Homöopathie, Schüssler & Co. zu tun haben.
Ich denke, wir sollten unsere Energie in wichtigere Dinge stecken, als uns, die eben nicht zum erläuchteten Kreis der Doktoren gehören und auch noch versuchen über den Tellerrand zu schauen, anstatt 30 Jahre nur auf den Tellerboden – nämlich unsere Patienten. Die Patienten, die zum Glück noch selber entscheiden dürfen, wie sie sich therapieren lassen möchten und vor allen Dingen – bei wem und von wem!
Sie hauen alles in einen Sack, gleichgültig ob Homöopathie, Schüssler, Akupressur, Akupunktur oder was auch immer für eine “allternative Methode”. Sie schäuen sich noch nicht mal dafür zurück, die Schulmediziner zu verurteilen und zu verachten, die sich die Mühe machen – zum Wohl der Patienten – über den Tellerrand zu schauen und andere Therapiemöglichkeiten in Betracht zu ziehen als nur die altbewährte chemische Keule.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen ein schönes und entspanntes Restwochenende

#196 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Lieber Herr Bogdany!

Na was ist den Heute wieder los auf der Autobahn lauter Geisterfahrer?
Gerne nehme ich zur Kenntnis, dass Sie ausschließlich und exklusiv nur Hämochromatosepatienten behandeln. Die sind ja so zahlreich, dass jedes Spital damit überfordert ist.
Wenn jemand nicht stur ist, dann ist es ein Homöopath. Wie herrlich und innovativ ist es doch Gedanken zu kreieren, mit denen es möglich ist, 200 Jahre Entwicklung ignorieren zu können und das spirituelle Konzept Heilkraft und Lebenskraft vor den Wirrungen der modernen Naturwissenschaft zu bewahren.
Nur wenigen Erleuchteten ist es vorbehalten derart zukunftsträchtig zu handeln.

#195 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Dr. Berndt
Und dieses Argument ist schlichtweg falsch im heutigen Kontext…Sie sind nur zu stur es einzugestehen. Sie drehen und wenden sich alles zurecht wie es ihnen gerade beliebt und werten mit uraltem Maß. Sinnlos…

#194 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Heilpraktiker Franz Bogdany
Na, ja jetzt haben Sie wieder das alte Spiel “Praktiker gegen Theoretiker” begonnen.
Eine durchsichtige Strategie. Dieses Spiel ist ein Uraltkalauer aber kein Argument.
Argument ist, dass der Aderlass eine völlig unnötige und letztlich der Gesundheit abträgliche Behandlung ist. Er beruht auf den völlig überholten und unsinnigen Vorstellungen der Humoraltherapie.
Sie haben dagegen die Anwendungen bei Hämochromatose ins Feld geführt.
Aber steil wird ihre Argumentation zum Schluss- echt lecker
…. Wahrscheinlich weil sie davon keine Ahnung haben oder nur Bücherwissen. Man könnte behaupten, aus Ihnen wäre ein sehr guter Homöopath geworden…

Ja, ja das Bücherwissen. War es früher die Puechmedizin , die Büchermedizin, so wird der Feind heute mit Schulmedizin geschmäht.

#193 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Ich rechtfertige hier gar nichts, das haben sie aus dem Zusammenhang gerissen. Das ist mir mehr als klar, dass nach humoralpathologischen Gesichtspunkten diese Therapie keinen aktuellen Bestand mehr hat. Und jetzt kommen sie uns nicht wieder mit ihrem geballten und doch recht ermüdendem Wissen über Mumie und irgendwelche uralten Praktiken mit denen sie alle Heilpraktiker durchdefinieren. Hämochromatose ist übrigens häufiger als man denkt, wenn sie praktizieren würden, wäre ihnen das geläufig. Die Hämochromatosepatienten in meiner Praxis kommen gerne zu mir um zur Ader gelassen zu werden, weil in der allgemeinärtlichen Praxis zur nachsorglichen, blubildstabilisierenden Therapie nichts gemacht wird!
Dies hat nichts mit den Gesichtspunkten zu tun, unter denen der Aderlass früher angewendet wurde!
Sie langweilen uns hier als Apotheker mit ihrem Antihomöopathiewahn und medizingeschichtlichem know how, mit dem sie niemanden beeindrucken. Know how über eine verantwortungsvolle und erfolgreiche Heilpraktikerpraxis haben sie allerdings keines. Ich würde ihnen raten, dass sie sich doch da mal fortbilden. Ich lade sie gerne zu mir in die Praxis ein, ich bin mir sicher, da können sie bestimmt noch was über den Beruf des HPs, unter anderen Gesichtspunkten als die von ihnen beschriebenen,lernen. Sie schieben alles und jeden unter einen Hut. Ihre Homöohasspredigten sind in einschlägigen Foren zu lesen und wiederholen sich immer wieder. Wenn es dann um klinisch belegte Vorkommen geht wie Immunmodulation unter Akupunkturbehandlung (s.u.), weichen sie aus, bzw. ignorieren dies mit ihren pompösen Antihomöopathietiraden.. Wahrscheinlich weil sie davon keine Ahnung haben oder nur Bücherwissen. Man könnte behaupten, aus Ihnen wäre ein sehr guter Homöopath geworden…

#192 |
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christiane winkler
christiane winkler

Dass solche Diskussionen heute überhaupt noch nötig sind.
Am Ende sollte es einzig und ausschließlich um das Wohl der Patienten gehen.
Dafür brauchen wir aus meiner Sicht.

1. eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen der Schulmedizin UND der Alternativmedizin
2. eine fundierte medizinische Ausbildung (Kommentar 187) für angehende (Tier-)und Heilpraktiker ist unerlässlich, d.h. für mich Physicum

Zu meiner Person. Ich bin Tierärztin und habe eine Heilpraktikerkollegin, die ähnliches beklagt wie im Kommentar 187 beschrieben.
Diese Kollegin hat sich inzwischen das Ansehen einiger meiner Kollegen erworben, denn sie macht immer eine Diagnostik (Blutchemie, Blutbild, Abstriche für BU….). Sie scheut sich auch nicht, Ihre Patienten davon zu überzeugen, dass ein Antibiotikum benötigt wird und überweist zum Haustierarzt oder an uns. Ebenso werden die Patienten von ihr zur weiteren Diagnostik (sono, Cardio…) überwiesen.

Andersherum gibt es Heilpraktiker, die einen Parasitenbefall nicht erkennen…..

Um noch etwas Öl ins Feuer zu gießen:

Evidenzbasierte Studien sind gut und schön, aber bei nur 100 Studienteilnehmern?
Prophylaktische Homöopathie?

Ich bin überzeugt davon, dass wenn wir Gier (auch Alternativmedizin ist ein Geschäftszweig) und Hass überwinden, der Patient davon profitiert.
Ich weiß, dass Homöopathie richtig angewandt funktioniert und ein Schulmedizinier der seinen Patienten gründlich untersucht und auch den Blick auf die Einheit Mensch bewahrt, seinen Patienten helfen wird.

#191 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Matthias
Ihre Behauptungen sind schlichtweg falsch.
Eine spezifische Wirkung der Homöopathie konnte bis heute nicht nachgewiesen werden.

Da können Sie herum formulieren und Anekdoten zum Besten geben, so viel sie wollen, es wird nicht evident.

Es ist völlig egal, welche Potenzen Sie bei welchen Symptomen, die Homöopathie kennt ja gar keine Erkrankungen, einsetzen, das Ergebnis ist immer das gleich gut oder gleich schlecht.

Wenn Sie also z.B. 1000 Personen einer Anamnese unterziehen und dann 500 Personen die Mittel entsprechend der Anamnese verordnen und 500 Personen nur “leere” Globuli bekommen, das alles entsprechend verblindet (!!) und randomisiert(!!) durchgeführt wird, kommt kein signifikanter Unterschied heraus.

Auch ist es bis heute nicht gelungen mit irgend einer Methode oder irgend einer Untersuchung z.B. zwei unterschiedliche Hochpotenzen sicher zu identifizieren.

Und dann kommen noch die unzähligen homöopathischen bzw. von der Homöopathie inspirierten Anwendungen außerhalb der eigentlichen Homöopathie dazu. Tausende Gärtner schwören z.B. auf Homöopathie, Grace da SilvaHill will das Weltmeer kurieren usw. Alle diese Geschichten werden mit der gleichen Inbrunst und mit dem gleichen Geschäftserfolg gerechtfertigt.
Irgendwann sollte doch der Gedanke aufsteigen, was wirkt denn da eigentlich wirklich, denn alles was das als wirksam erachtet wird, kann nicht wirklich wirksam sein.

#190 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt
#189 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Heilpraktiker Franz Bogdany
Ihr Einwand mit der Hämochromatose ist nur bedingt richtig, aber eben nur bedingt richtig.
Es ist das eine für die Dogmatiker typische Spitzfindigkeit mit einem außergewöhnlichen und sehr seltenen Spezialfall den massenhaften und schädlichen Unfug Aderlass zu rechtfertigen.
Bitte nicht bös sein, aber das ist dumm!
Denken Sie doch einmal nach, wann die Hämochromatose überhaupt erstmals als Krankheit erkannt wurde, wie häufig diese Erkrankung vorkommt und wie viele Abertausend Aderlässe mit schweren Folgen vorgenommen wurden. Und denken Sie bitte auch an die Überlegungen und Theorien, die dem Aderlass zu Grunde liegen. All das hat mit unserem heutigen Wissen nichts zu tun.

#188 |
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Gast
Gast

@Ulrich Hammerla, ich finde es sehr interessant, dass sie der Meinung, HP´s haben keine Ahnung von der Schulmedizin, Sonographie, EKG..Ich frage mich, woher sie ihr Wissen beziehen?! Ich für meinen habe nicht eine reine Heilpraktikerschule besucht, um nur Wissen für die Überprüfung zu lernen. Ich habe mir das Universitätswissen der Medizinstudenten angeeignet, nebst EKG – Befunden, Sonographie…
Vielleicht sollte man nicht einen mit allen vergleichen! Mir war es immer wichtig, alles über Medizin zu erfahren. Es wird sich immer beschwert, dass HP´s NUR HP – Wissen besitzen. Ich habe über Monate versucht, an Vorlesungen und Veranstaltungen für Ärzte teilnehmen zu dürfen – damit ich mehr lerne – ohne Erfolg, da diese Veranstaltungen nur Ärzten vorbehalten sind. Ich habe mir die Hände wund geschrieben, um einen “Praktikumsplatz” bei einem Schulmediziner zu bekommen. Mir hätte es genügt, einfach zusehen zu dürfen – ohne Erfolg.
Die Ärzte beschweren sich, dass wir alle nur HP Wissen vorweisen können. Wollen wir mehr und von der Schulmedizin lernen, dürfen wir nicht.

#187 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Matthias, recht herzlichen Dank für Ihren Beitrag!!! Sachlich, ausgelotet und dringend nötig in dieser Diskussion.

@Frauke Schmidt, Differenzialdiagnosen oder kurz: DD -ist das der Begriff für die unterschiedlichsten Diagnosen die Ärzte heranziehen, wenn Symptome sich zunächst nicht erklären lassen??

Nachsatz zu Ihrer erstaunten Reaktion, dass hier auch “Nichtmedizinische…” mitdiskutieren dürfen: “Nichtmedizinische” haben im Gegensatz zu Ärzten etc. auf diesem Portal nicht die Möglichkeit, z.B. die Arzneimittelangaben verschiedener Hersteller einzusehen. Damit Laien keinen “Unfug” treiben, verlangt DockCheck Nachweise einer mediz. Ausbildung :-)

#186 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Dr. E. Berndt
Was spricht gegen einen Aderlass bei Hämochromatose oder bei Gefahr eine Zentralvenenthrombose durch Polyglobulie/Polycythaemie z.B.? Hier wohl eher altbewährt und segensreich…
Sie sind Apotheker, richtig? Nur für mein Verständnis…

#185 |
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Matthias
Matthias

Die Autorin plädiert für Aufgeschlossenheit und für Vereinigung der beiden Heilansätze, macht aber gleichzeitig deutlich, daß ein Heilansatz bestenfalls Placebo ist.

Eine seltsame Art von fairem Vergleich.

Natürlich wirkt Homöopathie – bei Prüfung eines Arzneimittels bekommen die Versuchspersonen eine C30 mehrmals täglich. Sie wissen nicht, um was für ein Mittel es sich handelt, produzieren aber weitgehend dieselben Symptome.

So entstanden die Arzneimittelbilder – noch zur Information, in der Vorantibiotikaära wurde in Amerika Homöopathie viel an Kliniken verwendet, es bestehen hunderttausende von Kasuistiken, genauestens ausgeführt.

Angesichts dieser Fakten von Placebo zu sprechen deutet auf unzureichende Beschäftigung mit der Homöopathie – oder auf eine gelenkte Interessenlage.

Richtig, wir wissen nicht, wie Homöopathie wirkt. Und uns erscheint es auch unglaublich. Nur – wissenschaftliches Vorgehen bedeutet, Phänomene unvoreingenommen zu sichten und nicht im Vorfeld subjektive Bewertungen hineinzubringen, welche davon abhängig sind, was jemand vor möglich hält oder nicht. Damit begrenzt der Jemand eventuell unbekannte Naturgesetze auf die beschränkte Wahrnehmungsfähigkeit seines Geistes.

Aber diese Arroganz war schon im Mittelalter da, wo man meinte, alles zu wissen. Kann man sich heutzutage eigentlich auch wirklich vorstellen, wie die Kraft von hunderten von Pferden durch dünne Kupferdrähte geleitet wird? Wirkt das nicht fast noch “esoterischer”? Wir nehmen viele Dinge als so selbstverständlich hin, daß wir nicht mehr bemerken, wie unverständlich auch die Dinge sind, die wir mit Selbstverständnis handhaben.

Noch kurz: Schulmedizin ist Arbeit an der “Hardware”. Wir brauchen sie, wenn diese nicht in Ordnung ist. Aber wer einen Computer hat, weiß, daß die meisten Probleme an der Software liegen. Homöopathie – wie auch Akupunktur, etc. – ist Software – es werden quasi Befehle an den Körper neu ausgerichtet. Das ist, was wir aus der Praxis wissen, was theoretisch passiert, muß weiterer Forschung vorbehalten bleiben.

#184 |
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Frauke Schmidt
Frauke Schmidt

Wie gesagt, gezielt angewendet, nicht bei jedem Patienten, und bestimmt keine großen Mengen “abgezapft”, natürlich steril und die Differentialdiagnosen im Hinterkopf bzw. ausgeschlossen und abgeklärt.
Und zum Thema Blutegeltherapie: u. a. auch eine blutentziehende Massnahme mit zusätzlicher Wirkung über die Wirkstiffe, die der Egel abgibt, die ich nur angeführt habe weil diese Methode auch in der Vergangenheit (wie der Aderlass) aus Unwissenheit zu häufig, mit zu vielen Egeln etc. zu Todesfällen geführt hat und dadurch in Verruf geraten ist, aber wieder ausgegraben wurde, weil´s funktioniert.
Aber bitte auch hier wieder nicht bei jedem Patienten anwenden;-))
F. Schmidt, HP

#183 |
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Schnecke
Schnecke

Zu 178:
Ehrlich, Aderlass heute noch zu propagieren ist fragwürdig.
Für alle die es tun: Haben Sie die Leukämie im Hinterkopf? Haben Sie an arrondierte Gefäße gedacht? Den Tumor? Die Antikoagulantien-Intoxikation?
Kann denn ein Aderlass die hochgelobte Kausalität behandeln??
Schade, dass diese Methode tatsächlich noch propagiert wird, während an anderer Stelle von weiteren Kommentatoren den Hausärzte vorgeworfen wird, seit 10 Jahren die gleichen Medikamente zu verschreiben. Mag man letzteres vielleicht als altmodisch sehen, so ist doch der Aderlass eher als Rückschritt zu betrachten…

#182 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Natürlich sind meine Feststellungen negativ. Aber ich habe dazu keine Meinung. Ich treffe dazu eine begründete, nachvollziehbare und nachprüfbare Aussage, die mit unserem heutigen Kenntnisstand in Biologie und Medizin und darüber hinaus mit allen Naturwissenschaften im Einklang steht.

#181 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Frauke Schmidt

Das meinen Sie aber nicht ernst!
Und was genau hat Aderlass mit Blutegeln zu tun?

Natürlich sinkt der Blutdruck, wenn Sie ordentlich zapfen, aber das ist mit nicht tolerablen Nebenwirkungen verbunden.

#180 |
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Christina
Christina

@Dr. E. Berndt
sie haben ja wirklich nur Negativmeinungen auf Lager, wenn es um Naturheilverfahren geht, v.A. die Homöopathie. Da muß ich ihnen wohl recht geben, das eine Medizin des Volkes durch anerkannte Persönlichkeiten regelrecht heute ein Beruf geworden ist. Ohne mich darauf jetzt einzulassen und fachzusimpeln, letzendlich habe ich die besten Erfahrungen gemacht, wenn es darum geht von meinen Patienten zu lernen, er ist mein bester Lehrmeister, das ich wohl nie aus Büchern oder Fortbildungen lernen werde….

#179 |
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Frauke Schmidt
Frauke Schmidt

Zum Thema Aderlass sei gesagt: Gute Therapie, aber eben nicht bei jedem Patienten. Hypertoniepatienten, die z. B. ständig Nasenbluten haben, hat ein regelmäßiger (alle 3-4 Wochen und nicht täglich!!!) Aderlass gute Dienste erwiesen. Man kann natürlich auch empfehlen, regelmäßig Blut zu spenden, aber einige Patienten sind dafür zu alt.
Wenn ich natürlich jedem Patienten zur Ader lasse und dann noch mehrmals täglich, wie zu der besagten Zeit, wo diese Methode gerade “in” war, dann kann es natürlich zum Tod des Patienten kommen. Gleiches gilt z. B. auch bei der Blutegeltherapie

#178 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Auch hier zeigt sich die Tendenz, dass die Homöopathie nur von Homöopathen beurteilt oder gar kritisiert werden darf. Das heißt, dass nur Homöopathen genug gescheit und ausreichend gebildet sind , um die Wirkungen der Homöopathie zu sehen.

Die Anekdoten werden hier natürlich zum Maß aller Dinge hochgejubelt. Jeder Zweifler ist ein Depp und jeder Skeptiker versteht nicht, wie gut doch die Homöopathie wirkt.
Haben Síe sich schon einmal überlegt, was alles in der Geschichte der Medizin an
Methoden und Mittel hoch im Kurs war?

Mumie – vom anerkannten Heilmittel zur Volksmedizin

Ein typisches Beispiel für Aufstieg und Fall eines Heilmittels ist die Verwendung von Mumie. Mumie war mehr oder weniger zwei Jahrtausende lang als Heilmittel in Verwendung. Ihre Verwendung endete nicht irgendwann plötzlich nach dem Mittelalter sondern praktisch erst endgültig im 20. Jahrhundert. „Mumie“ war ein offizinelles Heilmittel. Der Verkauf unterlag dem Apothekenvorbehalt. In vielen Apotheken finden sich noch entsprechende Gefäße mit diesbezüglichen Etiketten.

Ursprünglich bedeutete das persische Wort „mumia“ Erdpech“. Im alten Ägypten wurde Erdpech auch aus den Grabkammern gewonnen und so ging der Begriff „Mumia“ auf die damit konservierten Leichen über. Primär wurde das Erdpech (Bitumen) als Heilmittel verwendet. In Folge übertrug sich die „Heilwirkung“ vom Erdpech, das auch aus den Grabkammern gewonnen werden konnte, auf die konservierten Leichen und Mumie wurde zum anerkannten Heilmittel im Abendland.

Es muss in Ägypten ungeheure Mengen von Mumien gegeben haben, die eine wirtschaftliche Nutzung bis in unsere Zeit herausforderten. So wird erzählt, dass die erste Eisenbahn in Ägypten mit Mumien befeuert wurde. Wie weit das richtig ist, sei dahingestellt. Mark Twain hat darüber auch berichtet, aber er war, wie ja bekannt ist, ein großer Spötter. Und im Internet wird vermutet, dass es sich dabei um ein urbanes Märchen handeln könnte, einem „urban hoax“. Auch Papier wollte man aus Mumien, genauer aus den Leinenbinden erzeugen. Die Versuche dazu scheiterten, da es wegen der Schwärze des Bitumens nicht gelang, weißes Papier zu erzeugen

Mumien waren jedenfalls als Heilmittel seit der Antike sehr begehrt. Da diese nicht immer in genügender Anzahl verfügbar waren, bzw. die Araber ihre Vorfahren nicht von Christen verspeisen oder anderen profanen Zwecken zuführen lassen wollten, wurden Mumien von arabischen Händlern gefälscht. Man verarbeite x-beliebige Leichen zu Mumien. Und was in Morgenland möglich war, konnte man im Abendland natürlich auch machen. Und das tat man auch mehrere Hundert Jahre lang.

Prof. Elfriede Grabner aus Graz hat in ihrem Buch „Grundzüge einer ostalpinen Volksmedizin“ (1985) unter Kapitel V „Schutz- u. Heilmittel“, Ziffer 4 „menschliche Körperprodukte“ die Seiten 194 bis 208 praktisch vollständig diesem Heilmittel gewidmet.
So propagierte Paracelsus seinerzeit die „Lufft-Mumie“ „ Das ist der Leib, der an dem Lufft oder im Lufft zu einem Mumia ist worden: Der Mensch der erhenckt, gespisst oder geradbrecht ist worden: Denn er stirbt am Lufft und im Lufft ist sein Grab und Verwesung“

Es sind auch detaillierte Herstellungsvorschriften für Mumie erhalten. Eine dieser Vorschriften bzw. Vorschläge wurden von Oswald Croll (1560 – 1609) genauer ausgeführt und von Prof. Johann Hartmann (1568 – 1631), fürstlich hessischer Leibarzt mit Anmerkungen versehen.

Croll rät: „ Man soll den todten Cörper eines rothen, gantzen, frischen und unmangelhafften vier und zwantzig Jährigen Menschen, so entweder am Galgen erstickt, oder mit dem Rad justifiziert, oder durch die Spiess gejagt worden, bey hellem Wetter, es sey bey Tag oder Nacht dazu erwählen. Dessen Mumiam von den beyden großen Lichtern (Sonne und Mond) einmal bescheinet und constelirt oder bestirnt, in Stücke zerschneiden, mit pulverisierter Mumia und ein wenig Aloe – dann sonsten es zu bitter – bestrewen, nachmals etliche Tage in einem gebrannten Wein einweichen, aufhencken, wiederumb ein wenig einbeitzen, endlich die Stück in der Lufft auffgehenckt lassen trocken werden, bis es Gestalt eines geräucherten Fleisches bekompt und allen Gestank verliehrt, und zeucht letztlichen die ganz rothe Tinctur durch einen gebranten Wein, oder Wacholder Geist nach Art der Kunst herauss.“

Mumie ist ein typisches Beispiel für ein Wissen bzw. für Ein Heilmittel, das einst in hohem Ansehen stand, von führenden Persönlichkeiten propagiert wurde und das dann, nachdem es nicht mehr befürwortet wurde, nicht vom Heilmittelmarkt verschwand, sondern nur langsam in Vergessenheit geriet. Dieser Ablauf scheint für die Volksmedizin typisch zu sein.

In Wellnesszeitungen und auf Gesundheitsseiten aller Zeitungen ist viel über die Verwendung von Kräutern zu lesen. Die hl. Hildegard v. Bingen (gest. 1178) wird diesbezüglich gerne und oft angeführt. Ihre Aufzeichnungen etc. dienen als Beleg für altes Wissen. Desgleichen wird auch Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493 – 1541), bekannt als Paracelsus, und sein berühmter Satz „Dosis sola facit venenum“ gerne zitiert. Nirgendwo aber ist in Wellnesszeitungen, Kräuterpostillen und diversen Werbematerialen etc. nachzulesen dass beide überzeugte Fans für die Anwendung von Mumie waren. Und es wird diese Überzeugung von Paracelsus wahrscheinlich in keinem Paracelsus-Institut vorrangig kundgetan. Mumie ist heute nicht mehr Volksmedizin und wird auch in der Wellnessmedizin nicht verwendet.

Der Aderlass altbewährt und doch sehr schädlich

Ein weiteres aber immer noch geläufiges Beispiel für „altes Wissen“ ist der Aderlass. Die Geschichte des Aderlasses zeigt besonders eindrucksvoll, wie sehr die Wahrnehmung durch Zeitgeist, irrige Ansichten, mythologische Vorstellungen und dergl. mehr verzerrt sein kann. Objektiv gesehen, ist dieses Verfahren, was heute unbestritten ist, nicht nur nutzlos sondern sogar sehr schädlich.

Die Patienten wurden durch den hohen und vor allem wiederholten Blutverlust regelrecht ausgeblutet. Derart zu Tode therapiert starben Tausende am Aderlass. Trotzdem wurde der Aderlass, was für uns heute nicht erklärlich erscheint, durch gut zwei Jahrtausende hindurch positiv gesehen.

Die seinerzeit auch schon beobachtete Schwächung der Patienten durch den Aderlass wurde als schwerer aber nichts desto weniger heilungsnotwendiger Kampf mit der Erkrankung gewertet. Wurden die Patienten doch noch gesund, so glaubte man, dass sie durch den notwendigerweise schweren Gesundheitskampf genasen. Überlebten die Patienten die Tortur nicht, wurde angenommen, dass nicht einmal der bewährte Aderlass mehr helfen konnte.

Der letzte Prominente, der mit Aderlass zu Tode therapiert wurde, war George Washington. Sein Tod war Anlass zu einer Kritik durch Journalisten, die nicht mehr verstummte und letztlich dem Aderlass sein Ansehen als wirksames Arzneimittel kostete.

Durch den Aderlass vermeinte man, Gifte oder was auch immer auszuleiten bzw. die 4 Körpersäfte nach Ansicht der Humoralpathologie wieder ins Gleichgewicht bringen zu können und dadurch in die Lage zu sein, die Krankheit zu überwinden.

Die Homöopathen lehnten den Aderlass ab und hatten damit großen Erfolg. In ihren Krankenhäusern starben daher viel weniger Choleraerkrankte. Allerdings wollen die Homöopathen diese einleuchtende Erklärung bis heute nicht wahrhaben. Sie schreiben immer noch ihren Erfolg der damals neuen Homöopathie zu und nicht dem Weglassen des Aderlasses.

Mit neuen (Pseudo)Indikationen wie Stärkung der Immunabwehr etc. wird Aderlass in Kurhäusern, Wellnesszentren usw. dennoch auch heute noch angeboten. Der Aderlass ist zur Volksmedizin geworden.

Gestern Massenhysterien – heute Modeerkrankungen u. Modetherapien

Ein Stichwort möchte ich nennen: „Massenhysterie“. Dieser Ausdruck ist aus der Mode gekommen. Heute sprechen wir von einem Boom oder einem Hype. Das klingt auch schon viel besser. Hysterie ist viel zu negativ konnotiert. Moden in der Medizin hat es schon immer gegeben. Bestimmte Diagnosen, Erkrankungen, Mittel und Therapien hatten über längere und kürzere Zeiträume hinweg immer schon großen Erfolg und machten ihre „Erfinder“ reich.

Der Aderlass ist ein gutes Beispiel für eine höchst erfolgreiche aber sehr schädliche Therapie, wie wir heute wissen. 2000 Jahre lang hat er gewirkt. Die ausführliche Geschichte des Aderlasses ist das Einleitungskapitel in „Heilen ohne Pillen“ (Simon Sing u. Edzard Ernst, engl. Originaltitel „Trick or Treatment“). Mit diesem Beispiel sollte gezeigt werden, dass ein Erfolg keineswegs nur mit harmlosen sondern auch mit höchst belastenden und schädigenden Therapien über lange Zeiträume hinweg möglich ist. Hahnemann hat den Aderlass abgelehnt und so, wie wir heute wissen, einen Grundstein für den Erfolg der Homöopathie gelegt.

Zu Zeiten Franz Anton Mesmer (1734-1815) fielen Damen reihenweise bei seiner Behandlung in Ohnmacht. Er propagierte den animalischen Magnetismus. Der Mesmerismus boomte wie auch andere nach heutigem Verständnis magische Methoden. Mesmer war aber keine Einzelerscheinung.

Die Geschichte der „Metallic Tractors“, auch als „Magnetic Tractors“ bezeichnet, wird von Simon Sing/Edzard Ernst in “Heilen ohne Pillen“ erwähnt sowie von Grete de Francesco in „Die Macht des Scharlatan“ (Basel 1937) ausführlich beschrieben.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts propagierte Elisha Perkins (1741 – 1799), ein erfolgreicher Arzt und gelegentlicher Maultierhändler aus Connecticut die Anwendung von „Metallic Tractors” zur Behandlung verschiedener Krankheiten von Menschen und Pferden. Diese patentierten „Tractors” (kleine schmale Keulen aus Metalllegierung) wurden bis zu 20 Minuten über die erkrankten Areale geführt, um das schädliche „elektrische Fluidum“ herauszuziehen, das als Ursache von Erkrankungen angesehen wurde. Viele Patienten und Beobachter wurden von spontanen Heilerfolgen überzeugt und veröffentlichten Anekdoten. Perkins wurde sehr reich. „Elektrizitätszaubereien“ waren um die Jahrhundertwende in der Medizin generell große Mode.

Die Manie schwappte auch nach England hinüber. Die Royal Medical Society ging in Knie, gab dem Publikumsdruck nach und erlaubte die Verwendung im vereinigten Königreich. Die Hysterie wurde durch den bescheidenen prakt. Arzt Dr. John Maygarth aus Bath und seinem Freund Dr. Falconer beendet. Sie fälschten die „Metallic Tractors“ aus Holz und verkauften diese Imitationen an etliche bekannte Ärzte. Diese Fälschungen wurden nicht erkannt und waren genauso “wirksam” wie die Originale. Als aber der bewusste Betrug zum Beweis der Wirkungslosigkeit aufdeckt wurde, war es mit dem Boom vorbei.

Grete de Francesco erwähnte auch das Institut Zeileis in Gallspach als Beispiel moderner Scharlatanerie. Valentin Zeileis (1873-1938), eigentlich Kunsthandwerker, begann 1906 Elektrizität bei Patienten anzuwenden und erstand 1912 das Wasserschloss Gallspach vom verschuldeten Vorbesitzer. Hochspannung und Funkenentladungen waren große Mode und das “Institut Zeileis” arbeitet bis heute, jetzt in der vierten Generation, erfolgreich. Welche Beschwerden mit dem berühmten Zauberstab noch behandelt werden, kann ich nicht sagen, aber auf der Homepage des Institut Zeileis (http://www.zeileis.at) wird diese Behandlung nach wie vor ausgelobt. Der Zauberstab wirkt immer noch.

#177 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Bis heute gibt es keinen validen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie bei einer bestimmten Erkrankung.
Alle diesbezüglichen Untersuchungen und Metastudien sind negativ. Die positiven Studien zeigen alle schwere methodische Mängel.
Dem entsprechend sind die diversen Erklärungsmodelle und die Hahnemannschen Vorstellungen im Lichte gesicherter naturwissenschaftlicher Erkenntnisse nichts als esoterischer Schwurbel.
Das ist die Grundlage dieser Diskussion.
Die persönlichen Ahaerlebnisse der Hahnmannpriester und ihrer Gläubigen sind so aussagekräftig wie die Beteuerungen eines Pfarrers einer Wallfahrtskirche.
Welche Anstrengungen haben unsere Hahnemannfans hier schon jemals unternommen, um sich von ihrer Täuschung zu befreien?
Lesen, sie doch “Trick or Treatment “.
Edzard Ernst, ausgebildeter Homöopathie hat es gemacht.
Sie haben Angst um ihr Weltbild.

#176 |
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Frauke Schmidt
Frauke Schmidt

@160 Anna Wojcik
Wenn hier nichtmedizinische Berufe steht, dann gehe ich davon aus , dass der oder diejenige nichts mit Medizin zu tun hat. Also ist mir nicht ganz klar, warum man auf einer Seite unterwegs ist, wo man eigentlich seine Aprobation, Erlaubnisurkunde oder Examen, etc. vorlegen muss um sich sozusagen “auszuweisen”. Das es hier eine Sparte gibt, die “nichtmedizinische Berufe” heisst, die trotzdem mit Patienten zu tun haben war mir bis jetzt nicht klar.
Ich will damit auch nicht ausdrücken, dass diese oder gar Patienten nicht informiert sind. Ich wundere mich halt nur immer wieder, eben auch wegen der vielen Gastbeiträge in dieser und auch anderen Diskusionen…
Allen noch viel Spass beim lustigen Streiten.
F. Schmidt

#175 |
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Gast
Gast

Ich bin Tierarzt und arbeite seit über 20 Jahren erfolgreich parallel mit schulmedizinischen und homöopathischen Therapien. Zur Diagnostik
verwende ich die Bioresonanzmethode bei gleichzeitiger Kontrolle durch
schulmedizinische Laboruntersuchungen. Die Ergebnisse stimmen zu über
90 Prozent überein. Zufall???
Was mich am meisten stört, ist, daß Mediziner sich über die Homöopathie
auslassen, die keinerlei Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode über einen
längeren Zeitraum gesammelt haben. Sollte ich einmal ernsthaft krank werden,
möchte ich von einem Mediziner behandelt werden, der alle Methoden beherrscht
und entscheiden kann, welche Methode für mich am besten ist. Das geht natürlich
nur ohne ideologische Vorurteile.
Wir leben in Deutschland in einer freiheitlichen Gemeinschaft und jeder sollte frei
entscheiden können, wie er arbeitet bzw. wie er sich behandeln läßt.
Jeder Therapeut bekommt die Patienten,die er verdient.

#174 |
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Heilpraktikerin

Den Kommentar 97 hätte ich gerne mal gelesen leider ist er gelöscht.

#173 |
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Christina
Christina

Heilpraktikerin
ich habe immer schon gedacht, wie kann es sein, das 2 Berufe in der Theorie so unterschiedlich sind, aber in der Praxis eigentlich das gleiche Ziel haben.
Als Heilpraktikerin würde ich mir wünschen mehr Einblick in medizinischen Behandlungen zu haben, ohne dem Mythos Pharmaindustrie und Kassenabrechnungen nach zu gehen. Man darf nicht vergessen, das Menschen durch ein Arzt auch geheilt werden kann. Ich arbeite seid 13 Jahren als Heipraktikerin und wollte immer das ich in meinem Beruf nicht mediinisch arbeite.
Und wenn meine Patienten einen Heilprozess erleben den sie gesunden lassen, dann ist es die Praxis nicht die Theorie. Vieleicht wird mal eine Zeit kommen, das ein Arzt auch mehr sich für die Arbeit des Heilpraktikers ineressiert. Und Heilpraktiker sich mehr für die Arbeit des Arztes. Dann wäre vieleicht ein besseres Verständnis da, wenn Theorie und Praxis in Kombination erfahren wird.

#172 |
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Tierärztin

Remedia Cortes, ein Plazebo-Effekt ist keine heilende Eigenschaft einer medizinischen Heilmethode. Es ist ein Begriffe für einen Effekt, den man beobachtet, wenn man Patientengruppen vergleicht, bei denen eine Gruppe kein Medikament, eine Gruppe das Medikament und eine Gruppe scheinbar das Medikament bekommt. Oft sind auch Besserungen in der dritten Gruppe zu beobachten, dieses ist der Placebo-Effekt. Der Plazebo-Effekt wird mit zur Beurteilung der Wirksamkeit eines Medikamentes herangezogen.
Da ein Plazebo ein “Nichts” ist, also eine Tablette, die nur aus dem Trägerstoff besteht, kann man das nicht steuern, oder ausnutzen, um Selbstheilungskräfte zu stärken. Wie sollte das denn funktionieren?

#171 |
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Gast
Gast

@Dr. E. Berndt
Sie haben behauptet, Homöopathie ist unwirksam, weil nicht beweisbar und behaupten, es ist ein Placebo.
Die Tatsache mit dem Antibiotika ist kein Einzelfall und das ist bekannt. Ich könnte jetzt erläutern, dass es viele gute pflanzliche Antibiotika gibt, auf die mittlerweile sogar die Schulmedizin übergeht – aber das führt wahrscheinlich zu neuen Diskussionen.
Abgesehen davon, hat dies nichts mit dem “Aberglaube” Homöopathie zu tun. Ich selber bin kein Homöopath und ich habe nichts für und gegen Homöopathie und ich habe nichts für und gegen schulmedizinische Medikamente – wenn sie denn angebracht und nötig sind.
Ich mache weder die Schulmedizin noch die Heilpraktiker schlecht – bei ihrer Argumentation hat man so seine Zweifel…
Es beruhigt mich nur, das sogar Schulmediziner diesen sogenannten Aberglaube verfolgen, da ich diese mittlerweile recht häufig zu Homöopathie und anderen Naturheilverfahren greifen – im Sinne des Patienten oder weil sie abergläubisch, blind und dumm sind….

#170 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Gast
2. nur weil man etwas nicht wissenschaftlich akribisch nachweisen kann, muss es nicht zwangsläufig unwirksam sein
Es ist bis heute nicht gelungen die Wirksamkeit der Homöopathie nachzuweisen. Das Phänomen konnte bis dato objektiv nicht bestätigt werden.

3. wie oft verschreiben Schulmediziner Antibiotika obwohl sie WISSEN, dass es unwirksam ist.

Das mag so im Einzelfall sein, aber mit einem Fehler der einen Seite kann ich nicht den Aberglauben Homöopathie rechtfertigen.
Und der Rest ihrer Argumentation ist das übliche Schlechtmachen der Konkurrenz.
Hammermedizin, unnötige Antibiotikaverschreibungen etc. Alles sattsam bekannte Ausreden, um sich um die Unwirksamkeit des Aberglaubens Homöopathie und die kognitiven Dissonanzen hinweg zu schwindeln.

#169 |
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Gast
Gast

Wenn ich hier so manchen Kommentar lese, frage ich mich, ob diese Anfeindungen nie aufhören!
1. nur weil man kein Studium hat heißt das noch lange nicht, dass man zu blöd ist, die Medizin zu verstehen und sie ZUM WOHL eines jeden Einzelnen anzuwenden.
2. nur weil man etwas nicht wissenschaftlich akribisch nachweisen kann, muss es nicht zwangsläufig unwirksam sein
3. wie oft verschreiben Schulmediziner Antibiotika obwohl sie WISSEN, dass es unwirksam ist

Zum Glück haben heute viele Schulmediziner verstanden, dass man nicht immer zum “Hammermedikament” greifen muss und es auch durchaus sanfter versuchen kann. Ich lehne die Schulmedizin nicht ab, aber die Tatsache von Schulmediziner angefeindet zu werden, weil man nicht studiert hat.
Wieviele Kliniken haben sich heute auf Naturheilverfahren spezialisiert – als Schulmediziner – und das mit Erfolg.
Warum kann man nicht Hand in Hand arbeiten? Warum muss man sich gegenseitig zerfleischen? Diese Energie sollte man doch besser bei den Patienten einbringen!

#168 |
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Heilpraktiker

Josef Lutz
zu dem Thema gibt es ein hervorragendes Kriminal-Fachbuch und Spiegel Bestseller von Wolfgang Schorlau mit dem Titel “Die letzte Flucht” um sich weiter zu bilden.

#167 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Remedias Cortes
Sie sollten sich wenigstens in Wikipedia über Placebo und Nocebo informieren.

#166 |
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Nichtmedizinische Berufe

Bin ja, wie schon oft gesagt, keine Medizinerin, daher habe ich eine Frage: Ich lese hier: “Homöopathie wirkt nicht besser als Placebo”. Das impliziert, dass Placebo AUCH wirkt, oder ? und das gar nicht so wenig. Allerdings scheint die Placebo- Wirkung unberechenbar zu sein ( nachprüfbar ist sie in Studien sehr wohl.) Nun zur Frage: Eine Heilmethode, die den Placebo- Effekt aktiviert, müsste demnach AUCH wirksam und besonders nebenwirkungsarm sein, oder? Wäre es nicht sehr hilfreich, allen Ärzten solch eine Methode an die Hand zu geben, die diese Selbstheilungskräfte des Körpers ( das und nix anderes ist ja auch der Placeboeffekt ) aktivieren kann?

#165 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Desinformation oder Informationsbetrug!

Es ist die Methode der Homöopathieszene, sich so gut wie überhaupt nicht um die Kritik an ihren Grundlagen zu kümmern. Munter erzählen sie der Welt, was sie nicht alles an Beweisen gefunden hätten, dies auch dann, wenn diese angeblichen Beweise schon längst als das enttarnt wurden, was sie in Wirklichkeit sind, nämlich nichts. So auch das Märchen des Herrn Luc Montagnier. Wir dürfen gespannt sein, wann der nächste honorige und verdiente Vertreter der Naturwissenschaft in seinen alten Tagen sein Gehirn mit Aberglauben vergiftet. Es ist wirklich zum Erbrechen, was hier aufgeführt wird. Die nie enden wollende Anzahl von Pseudostudien und selektiven Zitaten zu Gunsten der Homöopathie, sollte doch irgendwann einmal zu einem Aufschrei führen.

Und selbst wenn hier ein neuer Mechanismus zur Erklärung der Wirkung sich aufgetan hätte, so stehen diesen wiederkehrenden Mediensensationen 2 Fakten gegenüber.

1. Es steht diese behauptete „Entdeckung“ unserem gesamten heutigen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand mehr als diametral gegenüber. Die gesamte Physik und Chemie wäre grob unvollständig. Eine gänzlich neue Kraft wäre entdeckt worden. Dagegen sind die Erkenntnisse von Newton und Einstein ein Fürzchen.

2. Und von gleicher Bedeutung ist, dass noch immer der Wirkungsnachweis fehlt. Das heißt, es konnte bis dato immer noch nicht das Phänomen Homöopathie an sich bewiesen werden. Schon der Nürnberger Kochsalzversuch hätte genügen müssen, um diesen Aberglauben aus der Welt zu schaffen.

Ich nenne das konsequente Ausblenden jeglicher fundierter Kritik einen Informationsbetrug. Betrug deshalb, weil es eigentlich schon weit über das hinausgeht, woran man als Desinformation gewöhnt ist.

Stellen Sie sich vor, dass ein Automobil in vielen Crashtests eine sehr schlechte Bewertung bekommt. Diese schlechten Bewertungen werden zwar veröffentlicht, aber der Hersteller reagiert nicht. Im Gegenteil, die PR-Abteilung erklärt sturheil in ihren Aussendungen weiter, dass dieses Auto genauso sicher ist, wie alle anderen Autos mit gutem Crashtest. Und dazu gibt es dann noch einen anekdotischen Unfallbericht, in dem jemand den glücklichen Hergang seines Unfalls schildert.

In der KFZ- Branche ist das schlicht undenkbar, aber in der Medizinbranche ist das die Norm.

Die werten Homöopathen zitieren selektiv, was ihnen und der Homöopathie-Pharmaindustrie gerade in den Kram passt und suggerieren damit, dass ihre Hochpotenzen alle Erfordernisse eines modernen Pharmakons erfüllen und ihre Lehre aufgeklärter moderner Naturwissenschaft entspricht.

Genau das aber passiert täglich und zeigt Folgen. Die Homöodenke wird nun den Bauern als Fortschritt, den Gärtnern als Antichemie verkauft und Grace DaSilva-Hill appelliert das Weltmeer homöopathisch zu heilen.

Homöopathie – die individuelle alternative Behandlung

Die individuelle Behandlung gilt als eines der Hauptargumente für die Homöopathie. Im Gegensatz zur konventionellen Medizin sollen die Patienten unterschiedliche homöopathische Mittel bei gleicher Erkrankung erhalten, denn in der Homöopathie werden ja nur Symptome, die eben bei gleicher Erkrankung bei verschiedenen Patienten durchaus unterschiedlich sein können, behandelt. Die gängigen Schlagworte lauten dazu in etwa so: „Kein Mensch ist gleich dem anderen“ oder „Jeder Mensch ist anders“

Die Praxis ist aber, wie ich im Laufe meines Berufslebens erfahren durfte, komplett anders. Menschen mit unterschiedlicher Bildung und verschiedenstem beruflichen Hintergrund nahmen das Wort “Homöopathie” mit Überzeugung in den Mund. Sie kauften homöopathische Mittel ausschließlich auf Empfehlung, legten entsprechende Rezepte vor und waren damit glücklich und zufrieden. Die Homöopathie war für sie eine wirksame Sache.

Ihnen allen aber war gemeinsam, dass sie nie nach Hahnemann untersucht worden waren. Es wurde also nie eine Anamnese im Sinne Hahnemanns jemals vorgenommen. In 9 von 10 Fällen erfolgten homöopathische Behandlung und der Erwerb der Mittel aufgrund von „Hören-Sagen“. Meine Nachbarin hat so gute Erfahrungen mit Belladonna Globuli bei ihren Kindern gemacht und wirklich, sie haben auch meinem Kind geholfen. Belladonna D 30 Globuli wurden nach den „gleichen“ Gesichtspunkten wie z.B. Aspro gekauft.

Und trotzdem „wirkten“ die so empfohlenen Globuli wie ärztlich verordnete Homöopathie nach entsprechender Anamnese. Interessant ist, dass von den tausenden Substanzen, die in der Homöopathie beschrieben sind, nur immer eine Handvoll weiterempfohlen und verwendet werden. Von der vielgepriesenen individuellen Behandlung ist in der Praxis nichts zu bemerken. Auch die Verschreibungen auf den ärztlichen Rezepten sind nicht wesentlich individueller.

Ausgewählt und gekauft wird die Mehrzahl der Homöopathika schlicht nach dem Muster: „Probier doch z.B. Arnika D12. Meinen Kindern hat das immer gut geholfen.“ Was zählt ist hier die Anekdote, die Empfehlung der Freundin z.B. und aus.

Diese Anekdoten, diese Versicherungen einer positiven persönlichen Erfahrung sind das Um und Auf im täglichen Geschäft. Auch auf der Homepage von Grander können zig Bezeugungen namhafter Personen und Firmen nachgelesen werden, wie effektiv der Einsatz von Granderwasser ist. In jeder Diskussion bezeugt jemand, dass ihm Homöopathie geradezu auf wundersame Weise nach langen erfolgslosen „schul“-medizinischen Behandlungen geholfen habe.

Derartige Bezeugungen – sprich Anekdoten – gibt es nicht nur in der Medizin sondern auch in Astrologie, Kaffeesudlesen, Auspendeln und beim Wallfahren. Abertausende Votivtafeln bezeugen in allen christlichen Ländern dieser Welt bis heute höchste Wirksamkeit so gut wie in allen gesundheitlichen Belangen. Tausende Pendler und Muter bekommen echtes Geld als Honorar. Alle diese Verfahren und Mittel funktionieren auf dem Boden einer ererbten Wahrnehmungspsychologie, die uns zu raschem Handeln zum Überleben befähigt. Angelpunkt ist die Heuristik die auf dem „post hoc ergo propter hoc“ Schluss beruht. Aber „Nachher“ ist kein „Weil“. Mit „Nachher“, so schön und einleuchtend es auch immer erscheint, ist keine Ursache letztlich begründbar.

Es ist also völlig beliebig, woran geglaubt wird und welche Mittel dementsprechend geschluckt werden – Hauptsache ist, es wird geglaubt, dass es homöopathisch sei. Das macht die Mittel eben sympathisch. Wunder passieren eben dort, wo sie erwartet werden. Wenn Sie die gesunden Seiten von einschlägigen Magazinen und Zeitungen lesen, darüber reflektieren, sich mit Scharlatanerie und Co. auch nur etwas befassen, dann kann man sehr wohl erfassen, wie es zu Wundern kommen muss.

Homöopathie – die letzte Hoffnung

Beruflich habe ich auch immer wieder mit Sterbenskranken und ihren Angehörigen zu tun gehabt. Oft genug wurden Menschen von heute auf morgen mit hoffnungslosen Diagnosen konfrontiert. Ihre Reaktionen und die der Angehörigen waren sehr unterschiedlich. Einige haben das Schicksal angenommen. Andere wiederum begannen, um ihre Genesung zu kämpfen. Oft genug konnte ich miterleben, was nur allzu verständlich ist, wie Menschen in dieser Situation jeden Strohhalm ergriffen, der sich zur Rettung anbot. Und die Strohhalme wehte der Wind der alternativen, komplementären und ganzheitlichem Wunderheilerei vor die Füße.

Und man glaubt es kaum, was hier an Hilfe quasi aus dem Nichts sich auftut. Der Bogen reicht von den Pendlern, Energethikern, Handauflegen etc. bis hin zu Ordinationen einschlägig bekannter approbierter homöopathisch, alternativ, komplementär und ganzheitlichen arbeitenden Mediziner. In diesen sympathischen Ordinationen stirbt niemand. Die Sterbenskranken werden nur so lange behandelt, bis sie austherapiert sind. Dann werden sie wieder dem Hausarzt übergeben. Das ist just der Zeitpunkt, wo das Leben dann wirklich in Bälde zu Ende geht. Der Hausarzt darf dann seine Patienten bis zum Tod betreuen.

Ich habe oft Menschen, die schon Jahrzehnte lang an chronischen nicht ausheilbaren Leiden wie Psoriasis, Morbus Bechterew etc. leiden mussten, nach ihrer Behandlungskariere befragt. Der gemeinsam Tenor der Antworten war, dass es so an die 5 bis 10 Jahre gedauert habe, bis sie endlich buchstäblich am eigenen Leib begriffen hätten, dass an den vielen wunderbaren Heilungsversprechen und Erklärungen für die Krnakheitsursachen der alternativen, komplementären und ganzheitlichen Wunderheiler nichts dran ist. Im Laufe der Zeit, so sagten sie, hätten sie erkannt, dass sie mit ihrem Leiden in der konventionellen Medizin besser aufgehoben sind. Selbstverständlich hätten sie auch hier gute und auch schlechte Erfahrungen gehabt, aber sie würden jetzt keinem auch noch so tollen Heilversprechen mehr nachlaufen.

#164 |
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Heilpraktikerin

@HP Fuchs genau Frau Fuchs ich bin auch ihrer Meinung .Bin seit 30 Jahren Arzthelferin und 8Jahre HP und arbeite nicht gegen die Schulmedizin sondern unterstützend dazu.Habe auch mit Ärzten kein Problem.

#163 |
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Silvana Beer
Silvana Beer

“Mehr Aufgeschlossenheit bitte!” schreibt Frau Schmitzer. Wenn man so einige Kommentare hier liest, kann von Aufgeschlossenheit keine Rede sein, im Gegenteil nicht mal von wirklicher Kenntnis der verschiedenen Richtungen. Anthroposophische Medizin, Naturheilkunde und Homöopathie etc. werden in einen Topf geworfen.
Der Physiker Dr. Stephan Baumgartner hat ein bemerkenswertes Experiment mit Wasserlinsen gemacht. 2 Gruppen Wasserlinsen wurden mit Arsen vergiftet, eine der beiden Gruppen mit dem homöopathischen Mittel “behandelt”. Diese Gruppe erholte sich weit schneller von der Vergiftung. Warum, konnte Dr. Baumgartner natürlich nicht erklären. Aber DASS eine positive Wirkung vorhanden war, wurde belegt. Ich denke nicht, dass er den Wasserlinsen “gut zugeredet” hatte.
In meinem früheren Wohnort hatte ich einen sehr guten Heilpraktiker, der mit etlichen niedergelassenen Ärzten gut zusammengearbeitet hat. Das wäre überhaupt, wie im Artikel auch benannt, die der heutigen Gesellschaft UND Medizin angemessene Vorgehensweise.

#162 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. Boxberger

Zu ihrem vorgestellten Link:
Hochinteressant! Ich selbst habe bei vielen Patienten mit TH-2 Switch wegen allergischer Rhinitis o.ä. erfahren, dass Akupunktur mit, oder auch ohne orthomolekularer Medikation, eine laborchemisch nachweisliche Immundysbalance ausgeglichen wird. Ganz ohne chemische Antihistaminika…Funktioniert wunderbar!

#161 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Frauke Schmidt Sie schreiben:

Sie schreiben:”ich denke schon lange, das viele unqualifiziert und aus nicht medizinischen Berufen sich hier einbringen dürfte nicht sein.”

Und mit diesem Anspruch wird die Kluft zwischen Arzt und Patient noch größer.

Sie meinen also, “Nichtmedizinische” sollten besser schweigen? Was wissen Sie denn über jeden einzelnen Nichtmedizinischen? Ohne Nichtmedizinische… gäbe es ein Pflege- und Betreuungschaos. Nichtmedizinische sind mitunter näher am Menschen, als ein zerstreuter Professor es jemals in seinem Leben sein wird.

Seit vielen Jahren betreue ich Alzheimer-Patienten, bzw. demenziell erkrankte Menschen. Ich kann Ihnen nicht die Anzahl der Ärzte nennen, die in Bezug auf diese Patienten hilflos und völlig überfordert reagierten. Es waren zuviele! Selbst der Begriff “Validation” scheint unzähligen fremd zu sein.

Wäre es nicht für beide Seiten besser, wenn Arzt, Patient und Nichtmedizinische… endlich in einen Dialog kommen? Wohin ärztliche Monologe geführt haben, liegt doch auf der Hand.

Sie wollen gerne unter Ihresgleichen bleiben?

Wie gut, dass -DocCheck- erkannt hat, das Vielfalt eine lebhafte Diskussion ermöglicht. Vorausgesetzt, Mediziner/Heilpraktiker lassen sie zu.

Und um zu erkennen, das der Himmel blau ist, muss ich nicht die ganze Welt gesehen haben.

#160 |
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#103 Gast
Wer von “evidenzbasierter Medizin” faselt, nimmt genau das an was ich geschrieben habe

#159 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Dr. Boxberger
Die gleich Erfahrung habe ich mit der TCM auch gemacht und stehe hierzu voll auf ihrer Seite!

#158 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Anna Wojik

Keinesfalls! Mir geht es nur darum den Beruf des HPsnicht mit einem Homöopathen, Anthroposophen etc gleichzusetzen. Ich agiere der Homöopathie und der Anthroposophie gegenüber absolut wertungsfrei, wenn im Patientenrahmen verantwortungsvoll damit umgegangen wird und wenn sich Homöopathen und z.B. Anthroposophen nicht als göttliche Mediziner über jede andere Therapieform erheben. Da sind mit absoluter Sicherheit nicht alle so, ist mir aber durchaus bei Kollegen schon passiert (HPs und Ärzte).
Ich habe so oft im Bekanntenkreis erlebt, “ich komme nicht zu dir in Behandlung. Ich glaube nicht an Homöopathie”…Dieser Irrglaube, dass jeder HP homöopathisch arbeitet, hat schon so viele Türen verschlossen. Die Komplementärmedizin hat soviel mehr zu bieten in meinen Augen. Selbst die klassischen Homöopathiker wollen sich oft genau aus dem gegenteiligen Grund von anderen HPs abgrenzen, nur hier ist dies einfacher…Und ein Artikel wie dieser macht das nicht unbedingt besser.
Kollegialer Austausch ist hier existentiell und nicht medizinischer Faschismus.

#157 |
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Heilpraktikerin

Na also, geht doch. Ich bin für “beide Welten”. Als Arzthelferin in der Schulmedizin zu Hause bin ich auf Umwegen nicht nur zur Homöopathie gekommen. Ich WILL beides. Das miteinander habe ich als Heilpraktikerin an mir selbst, an meiner Familie und an meinem Umfeld praktiziert. Ein Knochenbruch muss geschient, manchmal auch operiert werden. Das steht außer Frage, doch manchmal ist es notwendig, die Heilung etwas zu unterstützen. Das gleiche gilt meines Erachtens auch für Tumorerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen usw. Chemotherapie ja, doch zur “Wiederaufbau” gibt es einiges, womit man dem Patienten hilfreich unter die Arme greifen kann. Möglichkeiten gibts gar viele, lasst uns zusammenarbeiten!

#156 |
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#148, 149 (die Herren Berndt und Bogdany)

Wir haben an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Dresden eine Akupunkturpraxis. Dort landen alle Patienten die mit Tinnitus, Riech- und Schmeckstörungen, Allergien etc. frustriert durch alle Abteilungen weitergereicht wurden. Ich bin Biologe und habe die TCM kritisch gesehen. Heute muss ich sagen, es kann nicht nur Klimbim sein (s. auch http://www.hindawi.com/journals/ja/2014/654632/).
Selbst Ötzi soll sich schon genadelt haben. Irgendetwas muss also dran sein. Ich rate deshalb zur Zurückhaltung bei pauschalen Infragestellungen, solange man nicht das Gegenteil beweisen kann.
Bei anderen verschwurbelten Therapieangeboten mit eindeutig (oder auf den zweiten Blick) esoterischem Hintergrund bewahre ich mir meine Skepsis, bin aber gerne zur Diskussion bereit (falls sie nicht solche Formen annimmt wie hier).

#155 |
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Nichtmedizinische Berufe

Gerne schließe ich mich @Barbara Krause an.

Und mit Verlaub: unendlich viele “Nichtmediziner” sind besser informiert, als so mancher Mediziner. Was hier abgeht, ist wirklich unfassbar! Es gehört schon eine Menge “Bewusstlosigkeit” dazu, derart dumm über Homöopathie, Heilpraktiker, TCM, Biochemiker, anthroposopische Medizin herzuziehen!

Anthroposophische Medizin ist eine anerkannte besondere Therapierichtung im Sinne des Sozialgesetzbuches und des Arzneimittelgesetzes.

Alle Ärzte die in dieser Richtung arbeiten, sind ausgebildete sog. Schulmediziner!

Da ist doch wohl die Frage an @Dr. E. Berndt und @@Heilpraktiker Franz Bogdany erlaubt: Glauben Sie wirklich, dass alle Ärzte in anthroposopischen Kliniken Vollidioten sind und mit “KlimBim” den kranken Menschen helfen?

-Filderklinik in Filderstadt
-Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke
-Gemeinschaftskrankenhaus Havehöhe, Berlin
-Akklepios Westklinik, Hamburg
-Paracelsus-Krankenhaus, Unterlengenhardt
-Klinik Öschelbrunn, Öschelbrunn
-Friedrich-Husemann Klinik, Buchenbach
-Krankenhaus Lahnhöhe, Lahnstein
-Klinikum Heidenheim, Heidenheim

Vor vielen Jahren habe ich meinen Kindern vermittelt: zuerst das Süppchen probieren und danach -und nur danach- kann man den Geschmack beurteilen.

#154 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Medizinethik und Wirksamkeit

Ob etwas zulässig ist oder nicht, ist Konvention. Wie weit in dieser Konvention unsere gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt werden müssen ist ebenfalls Konvention. Auch ist es Konvention, ob und wie weit religiöse Überzeugungen praktiziert werden dürfen, auch dann, wenn es wie im Falle der Beschneidung eigentlich als Kindesmisshandlung zu werten ist.

Alles das spiegelt sich in der Medizin wieder. Es gibt keine Scharlatanmethoden sondern nur Scharlatane, das sind diejenigen, die keine ärztliche Zulassung zum Heilen haben. Ein approbierter Arzt darf, überspitzt formuliert, alles machen. Es besteht kein Verbot, auch erwiesenermaßen Unnützes und zu Unwirksames zu praktizieren. Er darf Heilsteine auflegen, mit Rosenquarz in der Luft herumfuchteln, mit Bioresonanz beeindrucken und auch aus dem Messbuch des Herrn Hahnemann zu den unsinnigsten Symptomen die aberwitzigsten Globuli und Potenzen heraussuchen. Das ist rechtens.

Keine Medizinethik und keine Standesvertretung und kein Gesetz hindern ihn daran, so zu praktizieren, vor allem dann, wenn die Patienten es wünschen. Es darf halt nur nichts „passieren“. Aber das ist schon die einzige Einschränkung ärztlichen Schamanismus. Es herrscht die Therapiefreiheit. Ärzte dürfen alles tun, von dem sie glauben – im strengen Sinn des Wortes -, dass es helfen könnte. Kommt es zu einer Schädigung, weil durch derartige Zauberei z.B. eine effektive, mögliche und bewährte Behandlung verabsäumt wurde, dann muss der geschädigte Patient nachweisen, dass sein Gurudoktor bestimmte Symptome einer Erkrankung erkennen hätte müssen, die eben eine bestimmte und anerkannt wirksame Behandlung unbedingt erforderlich gemacht hätten, deren Unterlassung ein Kunstfehler ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Beweisführung dem Pateinten fast nie gelingt.

Der Arzt muss nichts(!) beweisen. Er muss auch seine Therapieüberlegungen u.-entscheidungen und sei es z.B. ein Schamanentanz bei Vollmond weder erläutern noch rechtfertigen. Die Beweislast liegt einzig und allein beim geschädigten Patienten, der als Kläger die ganze Beweislast tragen muss!

Die Medizinethik kennt – mit gewissen Einschränkungen – nur das „Nihil nocere“. Der Begriff eines unwirksamen Mittels oder einer unwirksamen Therapie existiert in diesem Zusammenhang nicht.

Ob Versicherungen Behandlungen und Mittel bezahlen oder nicht ist Konvention. Ob einzelne Versicherte, die nicht durch Herumfuchteln mit Affenknochen behandelt werden wollen oder nicht, mitzahlen müssen oder nicht ist auch Konvention. Die Summe dieser Konventionen nennt man Gesetz.

Und zu guter Letzt sei noch bemerkt: Durch Abstimmung, allgemeine Verbreitung und allgemeines Ansehen wird keine Methode tatsächlich wirksam. Aber jeder Unfug lässt sich zertifizieren, staatlich anerkennen – nur, mit Mitwirksamkeit hat das nichts zu tun.

Alles Zertifiziert

Die Zertifizierung und die rechtliche Zulässigkeit gaukeln Wirksamkeit vor. Genau das ist der „wirksame“ Effekt von Diplomen, Schulungskursen in Homöoakademien etc. Der Zertifizierungsschmäh ist gang und gäbe. Neben einer staatlichen Zertifizierung, die wie alle Zertifizierungen im Prinzip nur eine bestimmte mehr oder weniger überprüfbare Normierung z.B. einer Herstellungsweise oder eines Handlungsablaufs ist, kann jeder Verein irgendeine x-beliebige Zertifizierung für Mittel und Methoden erfinden und festlegen. Es gibt auch zertifiziertes Mondholz zu kaufen, ein Holz, dem nach allen Regeln bürokratischer Künste bescheinigt wird, in einer bestimmten Mondphase geschlägert worden zu sein.

Sprichwörtlich bezeugt in jeder 2. Ordination eine Urkunde, dass hier zertifizierte Homöopathie von einem zertifizierten Homöopathie-Mediziner betrieben wird. So ein Homöopathiezertifikat ist wie eine Taufurkunde zu sehen. Es wird bestätigt, dass der Arzt offiziell an Homöopathie glaubt, in diesem Glauben per Kurs geweiht wurde und jetzt die Ermächtigung besitzt, den Segen Hahnemans zertifiziert zu erteilen. Wenn Homöopathika in zertifizierten Betrieben aus zertifizierten Ausgansprodukten mit zertifizierten Hilfsstoffen also alles nach den zertifizierten Herstellungsregeln der GMP (Good Manufacturing Practise) hergestellt werden, sind sie noch nicht wirksam, aber lege arte hergestellt! GMP ist kein Wirksamkeitsbeweis und Ärztekammerdiplome auch nicht.

Homöopathische Zubereitungen werden behördlich registriert, das heißt, sie bekommen eine Registrierungsnummer und müssen maximal die Daten der Unbedenklichkeit und gewisse galenische Qualitätspunkte erfüllen. Für Arzneimittel, die zugelassen werden, muss die Wirkung belegt werden, für Homöopathika nicht.

Das Enthexen eines verrenkten Knie mit einem Affenknochen wirkt nicht mehr und nicht weniger, ob der Knochen im oder gegen den Uhrzeigersinn bei der magischen Zeremonie geschwenkt wird, würde unsereins sagen, nicht aber der Heilung Suchende Ureinwohner aus einem entlegenen Winkel der Welt und sein Medizinmann, aber man kann es zertifizieren (!!!!) und festlegen, dass es dann und nur dann „richtig „ gemacht wird, wenn man im Uhrzeigersinn fuchtelt und Begründungen dafür kann auch hier frei nach Robert Musil die „höhere Dummheit“ zu Hauf liefern!

Die Frage ist, was passiert, wenn ein verdeckter Wissenschaftsaktivist in einer Homöopathiefabrik heimlich unter notarieller Aufsicht die Potenzen durcheinander mischt? Beweisen kann dann niemand, ob er C30 Belladonna oder Arnika C200 in Händen hält. Ob dann der Boom so zusammenbricht wie der Glaube an Thor, nachdem Bonifatius die heilige Thoreiche fällte?

#153 |
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Gast
Gast

@Dr. E. Berndt
ist da Buch von Ihnen? Der Pillendreh: Ein Apotheker packt aus

#152 |
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Frauke Schmidt
Frauke Schmidt

Immer wieder die gleiche Leier und die gleichen Anfeindungen. Schade. Ich stimme meiner Kollegin @150 voll zu; ich denke schon lange, das viele unqualifiziert und aus nicht medizinischen Berufen sich hier einbringen dürfte nicht sein.
Ich würde gerne häufiger mit Ärzten zusammenarbeiten aber scheinbar haben da einige ganz schlechte Erfahrungen mit HP´s gemacht. Nun ich habe auch schon schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht, aber deshalb schere ich nicht alle über einen Kamm. Es mag sein, das “die Geschichte der Heilpraktiker” bei den Nazis anfing, aber wenn ich mich recht entsinne, haben alle Kriege (leider) viele medizinische Fortschritte gebracht (vor allem in der Chirurgie) und im dritten Reich haben eine Menge Ärzte schlimme Sachen veranstaltet, wie auch Menschenversuche, etc.
Ich finde man sollte aufeinander zugehen und den anderern vielleicht auch zuhören und fragen, bevor man Pauschalverurteilungen ausspricht. Wir sind keine Scharlatane und eine Gelddruckmaschine habe ich in meiner Praxis auch noch nicht gefunden.
F. Schmidt, HP

#151 |
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Barbara Krause HP, Homöopathin

Ich bin wirklich entsetzt über das Niveau der Diskussion. Ich dachte dies wäre hier eine seriöse Plattform zum fachlich-sachlichen Austausch zu bestimmten Themen. Bei der Homöopathie gelingt es offensichtlich nicht, seit Hahnemanns Zeiten wirft jeder seine Gifteimer drüber. Hier werden Fakten und Begriffe wild durch einander gewürfelt und man erkennt am Text, dass gerade die unqualifierten Aussagen von Schreibern kommen, die nicht wissen um was es geht. Ich bin das leid. Ich mußte, um auf dieses Forum zu kommen Approbation oder HP-Brief einschicken, so hoffte ich mich mit Kollegen fachlich auszutauschen. Gut eine Erfahrung reicher. Ich bin an weieren Diskussionen wie dies nicht interessiert.
Viel Spass noch

Barbara Krause HP/Homöopathie

#150 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. E. Berndt

Na dann bin ich ja relativ beruhigt. Ich bin schließlich auch kein Verfechter der Homöopathie. Sehe es zwar nicht so extrem wie sie, aber da ist ihnen wohl mal ein homöopathisch arbeitender Heilpraktiker über die Leber gelaufen. Es gibt sehr fortschrittliche Therapiekonzepte die nicht vom Abstauben leben, validiert nachweisbar sind (von Laborärzten und Biologen, nicht von Heilpraktikern o.ä.) und von Heilpraktikern erfolgreich praktiziert werden. Ich lese bei Ihnen zwischen den Zeilen einfach einen generellen Hass auf Heilpraktiker und das stört mich in großem Maße, bzw. finde ich oberflächlich und unprofessionell. Ich verbitte mir von Ärzten in die gleiche Schublade gesteckt zu werden wie Biochemiker (Schüssler), traditionell europäische Mediziner und Anthroposophen.
Bei der TCM muss ich jedoch widersprechen. Es gibt auch hierzu klinische Studien wie Akupunkturnadeln Fasziendistorsionen positiv beeinflussen und antiinflammatorische Interleukinauschüttungen triggern.
Die (HP)Geschichte der Medizin lassen wir besser in der staubigen Kiste, wo sie hingehört.

#149 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Heilpraktiker Franz Bogdany
Klimbim: Schüsslersalze, TCM. TEM, Homöopathie, Anthroposophie, Spagyrik etc. kurzum alle Mittel und Verfahren, wo von Energien, Quanten, Informationen, Feldern etc. geschwafelt wird.
Und nun zur Bezeichnung Heilpraktiker. Diese Berufsgruppe wurde von den Nazis eingeführt, um einen Keil in die Medizin zu treiben nach dem Grundsatz “+
“divide et impera”. Die Homöopathie wurde als neue germanische Medizin gefördert. Von dem vielen grausamen Menschenversuchen mit negativem Ergebnis will ich gar nicht anfangen. Ein eigenes furchtbares Kapitel.
Ihre Berufsgattung lebt vom Abstauben. Sie leben davon, dass sie die Ängst und Vorurteil, die Fehler und Fehlleistungen der Medizin gewinnbringend ausschlachten. Eine ganze Industrie lebt von Angstverbreitung und von leeren Versprechungen. Nicht, aber auch gar nichts, was wir heute über Leben und Krankheit gesichert wissen, verdanken wir der Homöopathie. Die Homöopathie hat zu keinen Erkenntnissen geführt, außer man betrachtet den kommerziellen Erfolg als medizinische Erkenntnis.
Sie können in keinem Gebiet des medizinischen Wissens auch nur irgend eine Erkenntnis benennen , die sich der Homöopathie verdankt.
Es gibt auch keine Wundermethode und kein Wundermittel, das so abstrus ist, dass sie es als unwirksam benennen und dies begründen.

#148 |
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Als “Schulmedizinerin” (Anästhesistin) und jetzt auschließlich mit der Behandlung chronisch Schmerzkranker Pat. beschäftigt ,betreibe ich die Kombination zwischen evidenzbasiert und alternativ schon lange und das mit gutem Erfolg.
Es kommt darauf an, die Pat. dort abzuholen wo sie sind und da sind bei jahrelang von der evidenzbasierten Medizin Enttäuschten die alternativen Ansätze nicht die schlechtesten.
Wir haben nun mal keine “evidenzbasierten Patienten”!!!!!
Schon ein altes Sprichwort sagt: Im Durchschnitt ist der Dorfteich 1m tief und die Kuh ist trotzdem ersoffen.
M.f.G. Dr.B.Bauer

#147 |
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Gehtger Adenicht.
Gehtger Adenicht.

@Dr. E. Berndt

Sie sagen, “Es gibt nur eine Medizin und das ist die Medizin die kausal wirkt.” Nein, das ist nicht richtig. Es gibt sehr wenige Therapien, die kausal wirken. Wir kennen sehr häufig die Ursache der Erkrankung nicht und können daher auch nicht kausal therapieren. Medizin muss aber auch nicht immer kausal sein. Wenn Sie eine Krankheitsursche nicht kennen, können Sie doch dem Patienten helfen, dass er mit seiner Krankheit besser leben kann, dass die Schmerzen erträglicher werden etc. Es gibt eben nicht nur eine Medizin, die kausal wirkt. Das wäre schön, ist aber nicht Realität. Das weiss jeder der praktisch-therapeutisch tätig ist.

#146 |
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Gast
Gast

Man muss ja auch kein Naturwissenschaftler sein um zu verstehen, dass hochverdünnte Homöopathie nicht auf molekularer Ebene funktionieren kann, es wirkt auf energetischer Ebene.
Aber trotzdem schließt das eine das andere nicht aus, man kann auch mit kausalen und energetischen Heilmethoden gleichzeitig arbeiten.

#145 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. E. Berndt

Sie haben meine Frage nicht beantwortet.

#144 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Es gibt nur eine Medizin und das ist die Medizin die kausal wirkt. Homöopathie wirkt nicht kausal. Es ist völlig egal, welche Hochpotenzen nach welchen Kriterien auch immer ausgewählt und verschrieben werden. Es wirkt der Glaube an das Ritual.
Es glauben die Patienten und die Homöopathen an die Wirksamkeit.
Die Geschichte der Medizin zeigt eindrucksvoll, dass viele Mittel und Therapien über Hunderte von Jahren hinweg als höchst wirksam erachtet wurden und dementsprechend auch wirklich viel Geld bezahlt wurde, Für heilsame Reliquien wie Splitter vom hl. Kreuz wurden Kriege geführt. Niemand glaubt heute noch, dass Mumienmehl (gemahlene ägyptische Mumie) wirksam ist, obwohl die Hl. Hildegard von Bingen und Paracelsus überzeugte Befürworter dieses wirksamen Mittels waren. Hildegard und Paracelsus werden von der alternativen Heilerei immer als Kronzeugen alten Wissens und alter wirksamer Mittel zitiert.
300 Jahre nach der Aufklärung sollten man sich schon einmal die Frage stellen, was mache ich wirklich mit den hilfesuchenden Patienten.
Das Vortäuschen einer wirksamen Behandlung ist weder ethisch noch moralisch zu rechtfertigen, kostet Geld und richtet viel Kollateralschaden an. Die Akzeptanz des Aberglaubens Homöopathie in der Medizin lässt viele Menschen glauben, dass Homöopathie so wirksam wie konventionelle Medizin ist. Viele Menschen verzichten dann auch echte wirksame Hilfe durch konventionelle Medizin. Sie vertrauen auf die unwirksame Homöopathie. Viele Kinder müssen unnötig leiden und lebenslange Behinderungen erdulden, weil die Eltern von der Homöopathie überzeugt waren. Und so ein Homöopathieglaube ist so stark, dass auch nach dem tragischen Tod von Kindern die Eltern weiterhin am Glauben an Hahnemann festhalten.

#143 |
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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Das Niveau dieser Artikel sinkt. Bloß nicht an den Dogmen rütteln und über den Tellerrand schauen – man könnte ja eine neue Sichtweise bekommen und zugeben müssen, dass man jahr(zehnte)lang falsche Vorstellungen hatte.

#142 |
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Sehr guter,klarer Artikel und endlich mal eindeutige Stellungnahme.
Glückwunsch.
Dr.Peter Graudenz

#141 |
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Marilla
Marilla

Verehrte Disputanten,

die Techniker Krankenkasse erstattet jährlich bis zu 100 € für homöopathische Mittel, wenn sie von einem zugelassenem Arzt verschrieben werden.
Viele Grüße von HPA

#140 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Dr. E. Bernd

Was gehört denn noch alles zu diesem “Klimbim” von dem sie hier sprechen? Würden sie jeden HP als Scharlatan bezeichnen?

#139 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Anna Wojcik
Eine ehrliche Antwort ist viel mühsamer als seine Patienten letztlich unehrlich mit wirkungsloser Homöopathie zu behandeln.
Den alternativen Klimbim zu veranstalten ist eine billige Methode. Und wenn es dann nicht geholfen hat, wird dann den Patienten genau zu dem Zeitpunkt, wo sie die alternative Ordination noch verlassen können, erklärt, dass sie austherapiert sind. Der Hausarzt darf dann die Sterbebegleitung machen.

#138 |
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HPA
HPA

Nicht jeder HP arbeitet auch mit Homöopathie und ist überzeugt davon. Und ja, die HP Ausbildung ist kein Spaziergang und durchaus eine medizinische Ausbildung, wer das Gegenteil behauptet hat leider keine Faktenwissen über die Inhalte der Ausbildung und der Prüfung bevor dieser Titel geführt werden darf. Natürlich müssen anzuwendende Therapien gesondert erlernt werden.
Zudem bedingt sich nicht nur die alternative Medizin des Placeboeffekts sondern auch die evidenzbasierte. Vielleicht lernen beide Seiten endlich das keiner das alleinige Wissen gepachtet hat und das man ergänzend und gemeinsam arbeiten sollte!

#137 |
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Heilpraktiker

Weder gibt es “die Heilpraktiker” noch gibt es “die Ärzte”. In beiden Gruppen gibt es Menschen die Geld verdienen und Menschen die helfen wollen, die Aufgeschlossenen und die mit dem abgeschlossenen Weltbild.
Ich begrüße den Artikel von Sonja Schmitzer, da er sachlich ist und Gräben schließen möchte. Ich hoffe, dass in beiden Gruppen der Anteil derer, die einfach nur ihren Mitmenschen helfen wollen überwiegt und wer noch nie erfolglos therapiert hat werfe meinetwegen den ersten Stein.

#136 |
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Ernst Berge, HP + Dipl.-Ing.
Ernst Berge, HP + Dipl.-Ing.

Die meisten von uns wissen doch, dass Medizin keine Wissenschaft, sondern eine Kunst ist, die Wissenschaften anwendet. Deshalb werden wir Heilpraktiker und Ärzte doch für unsere (mehr oder weniger erfolgreichen) Bemühungen bezahlt: „Diese Behandlung war jetzt umsonst, aber ich tue sie mal lieber berechnen“. Im Gegensatz dazu arbeitet der Zahnarzt im prothetischen Bereich gemäß eines Werkvertrages und wird für den Erfolg bezahlt – wie ein Handwerker.

Ich sehe die Kunst in der Medizin vor allem darin, für den jeweiligen Zustand, in dem ein Patient sich befindet, die ADÄQUATE Diagnosemethode und dann in der Folge die ADÄQUATE Therapie zu wählen, die man dann QUALIFIZIERT anwendet.
Also brauchen wir die Vielfalt der Methoden, ganz gleich, wer sie gekonnt ausübt!

Der klassische Homöopath, der nur eine Methode zur Verfügung hat, ist dabei statistisch genauso hochgradig misserfolgsbehaftet, wie der klassische Allopath oder andere, die insbesondere nur eine Methode anwenden. Das auch als Hinweis auf unser Facharztwesen. Hochgradige Spezialisierung verliert den Blick auf den Gesamtzusammenhang und das bewirkt ebenso eine drastische Erhöhung der Misserfolgsquote.

Ich glaube als Heilpraktiker selbst nicht an die Wirkung einer homöopathischen Hochpotenz, aber: Die homöopathische Anamnese resp. hochdifferenzierte Befragung ergibt einen hervorragenden Überblick über den gesamten Menschen, und der fühlt sich endlich ernst genommen und verstanden. Und das ist der beste Einstieg in eine erfolgreiche und damit ökonomische Behandlung. Und so ist es u.a. auch eine Kunst, dem Patienten die richtigen Fragen zu stellen und nicht immer bei Adam und Eva anzufangen.

Ich empfinde es als hochgradig tragisch, dass der Arzt aus kaufmännischen Gründen insbesondere für den Kassenpatienten einfach nicht genug Zeit haben kann und dann auch noch in der Wahl seiner Methoden erheblich beschränkt ist!

Im Endeffekt kann das richtige Wort oder der passende „Einfall“ eines sogenannten Scharlatans oder medizinischen Laien genauso zur Heilung führen („Placebo“) wie der Einsatz des Notarztes ein Leben retten oder umgekehrt mit dem „Nocebo“ getötet werden kann.

Und so empfinde ich die Unterscheidung in Ärzte, Heilpraktiker und andere Behandler als Unfug. Eine etwas demütigere Unterscheidung lautet ganz einfach: es gibt gute und schlechte „Profi-Heiler“ oder Heilberufler. Der Begriff Beruf stammt von Berufung. Und nicht nur Professoren folgen dem Ruf oder werden wie auch immer berufen.

#135 |
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Holger Renner
Holger Renner

@Dr.E.Berndt: Ist schon erschreckend was für Leute heutzutage hinter einen Doktortitel kommen. Hoffe viele Ihrer Patienten lesen Ihren Beitrag und wechseln zu Jemandem mit mehr Empathie

#134 |
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Michaela Grigat
Michaela Grigat

Nur zur Erinnerung: es gibt viele Ärzte, Professoren, etc., die dazu forschen die naturheilkundliche Medzin auch auf evidenzbasierte Beine zu stellen. HP’s weniger, wir haben ja keine Unis & Co.
Zur Studienlage homöopathischer Verordnungen selbst lesen, z. B. http://www.carstens-stiftung.de.
Auch zur Erinnerung: Tiefpotenzhomöopathie enthält durchaus Wirkstoffe. Es gibt nicht nur die vielzitierte Hochpotenzhomöopathie.
Ach ja- und bitte nicht immer Naturheilkunde mit dem kleinen Teilbereich der Homöopathie gleichsetzen!

#133 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. E. Berndt, würden Sie versuchen, mir als Ihre Patientin den Inhalt Ihres unten stehenden Kommentars zu vermitteln, ich würde (vor Schreck!) SCHLAGARTIG gesund! Ist das nicht schön? :-)

Nichts für ungut!

#132 |
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Krankenschwester/HP (mit Abi)
Krankenschwester/HP (mit Abi)

man wird nicht mal eben so HP. Es ist ein langer, kostspieliger und zeitraubender Weg, bis man nennenswert viele Patienten hat. Denn die Prüfung alleine reicht nicht aus, man muss ja auch noch Therapien erlernen (alles nebenberuflich, ohne Bafög) etc. Ich bin Krankenschwester und HP mit etlichen Jahren Berufserfahrung auf der internistischen Intensivstation einer Uniklinik. Mit meinem Wissen wäre es ein Leichtes ein Medizinstudium plus Facharzt abzuschliessen.

Ich frage mich auch, ob es so gut ist, Menschen ohne medizinischen Backround/Beruf und “nur” mit HP auf die Menschheit loszulassen.

Aber solange die Lebensmittelindustrie uns den letzten Dreck als gesundes Essen verkaufen darf (Stichwort Aspartam, Antibiotika-und Hormonfleisch, Zucker ohne Ende) oder die Landwirtschaft unsere Natur mit Pestiziden, Herbiziden etc. vergiften darf und wir immer kränker werden, so lange brauchen wir diese Diskussion nicht weiter führen und sollten versuchen friedlich miteinander auszukommen und uns zu respektieren. Auch wenn es manchem hier offenbar extrem schwer fällt.

#131 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Empathie mit Homöopathie, das klingt etwas schwerverständlich. Man kann es auch auf deutsch sagen, damit es allgemein verständlich ist. Mitleid mit Aberglauben.
Wenn jemand krank ist und keine Hilfe mehr aus der konventionellen Medizin erwartet wird, dann kommt der Aberglaube zum Zug und aus reinem Mitleid wird dann in die Zauberkiste der alternativen, komplementären und ganzheitlichen Heilerei gegriffen und mit Humbug Trost für teures Geld verkauft.
Bequem ist das schon.

#130 |
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Heike Praeuer
Heike Praeuer

Schade, dass hier auf so einen Niveau diskutiert wird. Da kann ich mich glücklich schätzen von Krankenhausärztinnen in der Heilpraktikerschule und von Biologinnen unterrichtet worden zu sein. Die Nische Vaginismus , auf die ich mich spezialisiert habe, will kein Arzt abarbeiten, da zu aufwendig und kompliziert.
Die Klientinnen sind dankbar, wenn Sie vom Arzt eine Empfehlung erhalten und gehen kurz später freudestrahlend in die Praxis und der Arzt kann diese Frauen dann untersuchen. Ich werte dies für die Pat, für den Arzt und für mich als Erfolg.
Ich lese jede Woche die Berichte des RkI und würde mir nie anmaßen, so zu handeln, wie es hier in den Berichten dargestellt wird. Die Ärzte , die ich kenne machen alle einen tollen Job, aber auch die Heilpraktiker mit denen ich zusammenarbeite sind seriös, kompetent und nicht wie hier dargestellt.
Privat nehme ich schon auch Nux vomica D6, wenn in der Umgebung die Magen Darm Grippe angesagt ist. Ich hatte schon 5 Jahre keinen Infekt mehr. Vielleicht Placebo ? Keine Ahnung, es hilft jedenfalls.

#129 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Schnecke
Da haben sie natürlich recht..Kam wohl etwas unlaut rüber. Trotzdem kenne ich fast nur Ärzte die viele Veraltete Therapien anbieten und seit Jahren die gleichen10 Medikamente verschreiben. Außerdem wird einem sehr selten eine solide Alternative angeboten weshalb Patienten ja meist zum HP gehen und dubiosenTherapien verfallen.

#128 |
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PS….die Pat. sind wenige Monate / Wochen später tot.

#127 |
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Sehr geehrte Frau Schmitzer,
wie verhält es sich in den häufigen, von Ihnen nicht recherchierten Fällen,
wenn durchmetastasierte Patienten, mit Prognose in Faust, dann noch von einem Heilpraktiker, in den mir bekannten Fällenvon einer eifrigen Heilpraktikerin,
für 5000,- Euro ein Elexir kaufen, aus letzter Verzweiflung heraus?
Mit nachdenklichen Grüssen

#126 |
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Dastin
Dastin

“überhaupt die “abschneidende” Chirurgie ist alles andere als evidenzbasiert. Trotzdem ist sie erfolgreich,”
dümmer gehts nümmer!
Erfolg=Evidenz.

Im übrigen ist die “Evidenz” als statistischer Wert KEINESFALLS die ganze Medizin. Hier kommt noch VORHER die mühsam wissenschaftlich erarbeitete Kenntnis der “Funktionsweise” des Menschen (Anatomie, Physiologie, Biochemie) und darauf aufbauend die Pathologie zum Zug, also die krankhafte Abweichung vom “normalen”. Und das ist mit Abstand die wichtigste Basis einer kausalen Therapie, die jeder Statistik vorauszugehen hat. Und solange diese “Kenntnis” von menschlich Funktionsweise NICHT wissenschaftlich (empirisch) gesichert ist, ja, das gibt es auch innerhalb der Medizin, Hypothese genannt, kann sie selbstverständlich NICHT wissenschaftlich genannt werden.
Das gilt insbesondere für viele Bereiche der “Psychologie”! Die Psychoanalyse z.B., auch “Tiefenpsychologie” ist bekanntlich keine wissenschaftliche Medizin, was jedoch heute weitgehend ignoriert wird. Noch viel weniger natürlich die Homöopathie, deren Mittel per Gesetz EU-weit ja keinen Wirkungsnachweis haben (dürfen). Deutlicher geht es wirklich nicht mehr.
Peinlich wird es immer dann, wenn der wissenschaftlich gesicherte Teil von Medizin von Laien aggressiv angegriffen wird, was verboten sein müsste, wenn es dabei um die Gesundheit von Menschen geht.
Wie z.B. das Bezweifeln von Krankheitskeimen (Bakterien, Viren) oder die unwirksame Behandlung von Krebs wie bei Steve Jobs.

#125 |
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Gehtger Adenicht
Gehtger Adenicht

Samuel Hahnemann , der Begründer der Homöopathie, war Arzt und das Gros der “Hausärzte” bietet Homöopathie an. Homöopathie ist eine recht ärztliche Therapie. Ich würde sie den Ärzten überlassen. Sollen die sich darum kümmern. Weshalb dafür streiten?

#124 |
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Apotheker

@Christian Wolff
Was Sie da schreiben, sieht vordergründig ganz vernünftig aus – und tatsächlich gibt es ja auch in der sogenannten Schulmedizin Therapien, die mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sind (Chemotherapie, Rheumatherapie mit Immunsuppressiva als nur zwei Beispiele).
Es ist auch richtig, dass die statistischen Methoden, die der Evidenzfindung dienen, immer nur in eine Richtung gehen, nämlich einen Nutzen (oder eben keinen) für ein Kollektiv nachzuweisen. Den anderen Weg kann man aber nie gehen, nämlich eine Aussage aus einer solchen statistischen Auswertung auf ein Individuum zu treffen.
Was Sie allerdings propagieren, kann man kurz mit Beliebigkeit zusammenfassen. Da die Evidenzen nichts über die Behandlung des Einzelnen aussagen, kann man den Einzelnen auch nach irgendwelchen Methoden behandeln, für die es GAR KEINE Evidenz gibt, allein basierend auf den Erfahrungen, Gefühlen und Vorlieben des Arztes/ Heilpraktikers beruhend.

Die Kritik an der Homöopathie beruht im Übrigen auch nicht nur auf der hohen Verdünnung der verwendeten Stoffe. Digitalis (wenn noch verwendet), Hormone (L-Thyroxin, Pille) und manch andere werden auch sehr gering dosiert eingesetzt. Auch wenn diese Beispiele im Vergleich zu D12 und höheren Potenzen natürlich immer noch sehr viel mehr Wirkstoff enthalten, zeigt das doch, dass auch sehr wenig schon viel bewirken kann. Das Problem mit der Homöopathie ist, dass eben kein über Placebo herausgehender Effekt nachgewiesen werden kann. Wenn es einen gäbe, wären Pharmakologen, Chemiker, Physiker und wer weiß noch alles zwar erst einmal irritiert, würden dann aber versuchen, dahinter zu kommen, wie es doch funktioniert. Momentan ist es aber so, dass immer wieder Erklärungen gesucht werden (Quantenkram, Wassergedächtnis etc.) für einen Effekt, der gar nicht da ist.

@118
Da haben sie natürlich auch recht. Ich will hier keine Lanze für die Heilpraktiker brechen (weil ich keinen wirklich kenne und der, der eine Straße weiter ansässig ist eben dann auch wieder Homöopath ist), aber Ärzte sind ja in zunehmendem Maße auch Anbieter von alternativen Verfahren. Die Gegenüberstellung im Artikel ist also unangebracht
Mein Vater hat sich z.B. bei einem solchen in Behandlung begeben, dessen Homepage nur so strotzt vor alternativen Methoden. (Magnetfelt Bioinformationstherapie, Elektroneuraltherapie etc.). Mir selbst sträuben sich die Haare, wenn ich Lese, was dieser Arzt so alles anbietet.

#123 |
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Schnecke
Schnecke

@ Franz Bogdany
Bei allem Respekt: Wissen Sie, dass ALLE Fachärzte, ob niedergelassen oder in der Klinik, jedes Jahr eine große Menge an Weiterbildungen absolvieren müssen? Das wird von der Ärztekammer ganz genau kontrolliert. Und wer das nicht nachweisen kann, in JEDEM Kalenderjahr aus Neue, wird empfindlich bestraft. Da kann man wirklich nicht sagen, dass ausgerechnet bei den Ärzten kein Weiterbildung mehr erfolgt. Das ist schlichtweg eine unwahre Behauptung.

#122 |
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Gast
Gast

Die Wahrheit ist den Patienten zumutbar. Die Wissenschaft – und Medizin ist eine solche- basiert nun einmal auf Nachweisbarkeit, wir Ärzte sollten uns gut überlegen, welche Ratschläge wir unseren Patienten erteilen. Denn eigentlich wollen sie ja ernst genommen werden – wenn also paramedizinische Verfahren angewendet werden müssten doch unsere Patienten auch über die Unwissenschaftlichkeit dieser aufgeklärt werden. Daran hakt es!

#121 |
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Wolfgang Markowsky
Wolfgang Markowsky

Ich arbeite seit 30 J. in meiner Praxis für Naturheilkunde und Komplementärmedizin als Heilpraktiker erfolgreich und zum Wohle der Patienten mit verschiedenen Ärzten / Krankenhäusern zusammen.

Wo ist das Problem?

#120 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich bin absolut dafür das alle Heilberufe miteinander arbeiten sollten, nicht gegeneinander. Somit würden vielen Geholfen werden. Ich arbeite in einer Praxis für integrative Medizin und hier wird nicht entschieden, ob Medizinische Art oder Heilberuflicher Art, sondern es wird individuell eine Behandlung gemacht, auf jeden Klienten/ Patienten abgestimmt.

Warum sollen sich die Leue entscheiden, warum nicht beides?
Der Mensch zählt und das ist das wichtigste, er alleine entscheidet wo gehe ich hin und wo hört man mir zu, denn viele Wehwehchen sind hausgemacht, weil man niemanden hat der mal eben zuhört.

#119 |
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Gast
Gast

Sehr geehrte Frau Schmitzer,

auf Ihrer Website behaupten Sie: “Mit viel Herzblut, Präzision und Fachwissen schreibe ich zielgruppengerechte Fachbeiträge über Themen aus der Medizin…”

Zum Thema Präzision:
Auf folgende sachlich unzulässige Gleichsetzungen sind Sie ja bereits hingewiesen worden:
– Arzt=evidenzbasiert und Heilpraktiker= nicht evidenzbasiert
– Heilpraktiker=Homöopath und Arzt= nicht Homöopath
– Arzt = wissenschaftlich und Heilpraktiker = unwissenschaftlich

Hinzufügen möchte ich:
Heilpraktiker=alternativmedizinisch und Arzt=schulmedizinisch
Es gibt Heilpraktiker, die mit schulmedizinischen Methoden arbeiten und Ärzte, die mit alternativmedizinischen Methoden arbeiten.

Schulmedizin=evidenzbasiert
Schulmedizin ist keinesfalls mit evidenzbasierter Medizin gleichzusetzen. Zum einen ist die Wirkung vieler schulmedizinischer Verfahren nicht nachgewiesen (in der Chirurgie ca. 80%), zum anderen wurde der Begriff erst in den 90er Jahren geprägt und die Schulmedizin gibt es ja schon länger.

Diese Vielzahl von unzulässigen Gleichsetzungen erzeugt ein Kuddelmuddel und der logisch denkende Leser fragt sich, was Sie überhaupt inhaltlich sagen wollen. Entspricht das Ihrer Vorstellung von Präzision?

#118 |
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Christian Wolff
Christian Wolff

ist ja alles ganz nett, aber auch evidenzbasierte Medizin kann gefährlich sein, sehr gefährlich sogar. Was heißt denn evidenzbasiert ? Im Bereich der Pharmamedizin weist dieses auf Effekt-Statistiken hin, die Erfahrung mathematisch verkürzen, außerdem glaubt man, per Beschreibung von Phänomenen molekularbiologischer oder biochemischer Art eine Wirksamkeit bewiesen zu haben. Eigentlich kann das demjenigen, der seine Gesundheit wiedererlangen will, egal sein, solange er sein Ziel erreicht. Alle nicht-evidenzbasierten Therapien wie Chirotherapie, Akupunktur, Osteopathie lösen oft eine teils irrationale Skepsis aus, die soweit geht, dass der “Evidenz-Mediziner” dem Patienten nach dem Motto ” das redest du dir nur ein” selbst zum allerdings destruktiven Suggestionskünstler wird. Wir werden dafür bezahlt, dass wir dem Patienten zunächst unsere Einschätzung der Situation darstellen. Richtig: wir schätzen. Dann schätzen wir die Aussichten verschiedener Therapien, wobei wir ein unideologisches Angebot machen sollten. Ideologisch heißt Gelübde erfüllen. Der Rückzug auf Evidenzbasis ist ein Gelübde. Man glaubt (!!) nur so arbeiten zu können bzw. zu dürfen. Glaube gehört aber in die Kirche. Evidenz in der täglichen Praxis als Funktion des Glaubens ? Das passt überhaupt nicht zusammen und hält einem einen bezeichnenden Spiegel vor.
Ich schlage vor, ganz offen soviele Erfahrungen mit so vielen Therapieformen wie möglich zu machen, nur so erfährt man seine Aha-Erlebnisse. Erreiche ich das Ziel als Wissenschaftler nicht, gut, dann besinne ich mich eben auf meinen geistigen (kreativen) Horizont als Künstler. Die Kunst eilte übrigens in der Vergangenheit fast stets der Wissenschaft voraus. Das gibt zu denken, schafft Respelt und macht demütig. Übrigens sind große Teile der modernen Medizin nicht evidenzbasiert. Appendektomien zum Beispiel, Tonsillektomien etc., überhaupt die “abschneidende” Chirurgie ist alles andere als evidenzbasiert. Trotzdem ist sie erfolgreich, auch wenn sie einem sehr simplen Grundprinzip folgt. Vielleicht liegt der Fehler der Beurteilung der Homöopathie in der Ideologie, dass man materielle Strukturen nachweisen können muss. Das heißt im Umkehrschluss, dass Therapien ohne z.B. molekulare Indizien nicht funktionieren können. Kann man das beweisen ? Wohl kaum. Was hat man sich seinerzeit veralbert gefühlt, als die Behauptung postuliert wurde, man könne per Radiowelle eine Information von a nach b ohne Kabel o.ä. transportieren. Es überstieg einfach den geistigen Horizont.
Dies soll keine laudatio für die Homöopathie sein, ich bin kein Homöopath, sondern als Anreiz dienen, die verschiedenen Therapierichtungen möglichst offen zu betrachten und erst zu beurteilen, wenn man sie persönlich kennengelernt hat.

#117 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich denke, dass es die Mischung macht!
Ich bin Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege und Heilpraktikerin und begegne auf Station immer wieder Eltern, die sich BEIDES wünschen. Schulmedizinische Behandlung und naturheilkundliche (nicht gleich zu setzen mit homöopathischer) Unterstützung bzw Begleitung.
Im Heilpraktiker- Beruf gibt es sicherlich etliche schwarze Schafe. Und mir ist durchaus bewusst, dass die HP`s von Ärzten, oft zu recht, sehr kritisch betrachtet werden. Trotzdem gibt es auch in diesem Beruf verantwortungsbewusste und fachlich absolut kompetente Personen, die mit alternativen Therapien arbeiten und behandeln, deren Wirksamkeit belegt und fundiert ist!

#116 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

zu#109 bei Steve Jobs ging es nicht um das ewige Leben, sondern um eine Pankreas-Ca, nicht das übliche, sehr maligne, sondern eine wesentlich günstigere Form.
Die Möglichkeit das durch Operation zu heilen waren also sehr günstig.
Er hat sie verpasst.
Auch das bösartigere kann man operativ heilen.

Was daran ist so schlimm? Ich habe schon einen Heilpraktiker erlebt, der hat einer Krankenschwester bei einem Bruskrebs so lange eingeredet, es könne das selbst heilen, bis diese absolut inoperabel war, die kranke Brust war fast doppelt so groß, den Krebs konnte man sehen und sie war gelb wegen Lebermetastasen.

Deshalb bin ich persönlich der Meinung, dass die Behandlung von Krebs nicht in die Hände von Nicht-medizinern gehört. Ein Arzt wäre jedenfalls dafür ganz sicher im Gefängnis gelandet.

#115 |
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Man unterscheidet aus gutem Grund zwischen EVIDENZ-BASIERTER und Alternativer Medizin. Das eine Beruft sich auf Fakten, das andere auf Gefühle. Wie bitte? Die evidenzbasierte Medizin beruft sich im Wesentlichen auf statistische Verfahren im Rahmen von Randomisierung bei prospekiven, verblindeten Studien. Nun ist die dabei verwandte Wahrscheinlichkeitsrechnung keine kausalanalytische Wissenschaft, shon gar nicht eine, die komplexe biologscie Zusammenhänge adressiert. Sie ist ein Teil der Mathematik, d. h. einer Geisteswissenschaft. Das ist der Trend der Schulmedizin.

#114 |
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Ich finde den artikel gut weil er Zusammenarbeit anstrebt. Für Patienten und Klienten ist es sehr wichtig, dass Ihre “Heiler” welche Ausbildung oder welches Studium sie auch immer haben, zusammen arbeiten. Es gibt Opfer der Heilpraktiker aber auch Opfer der Mediziner. Forschung ist häufig der neuste stand des Irrtums, oder? Viele Alternative Praktiken sind feinstofflich und daher Stand heute (noch) nicht quantitativ messbar in Zahlen und Fakten. Qualitative Forschung welche die Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens misst, gibt es zu wenig.

#113 |
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Falk Dürring
Falk Dürring

an alle Ärzte o.ä.(ausgenommen Zahnärzte, reine Chirurgen und Radiologen ), die ihr Berufsbild retten wollen.
80% der zugelassenen Arztpraxen bieten “alternative Heilmethoden” an.
85% der Patienten sind mit der Schulmedizin unzufrieden.
Grund : unzählige Fehldiagnosen, unterlassene Hilfeleistung, zu viele Therapien , die nichts, aber auch gar nicht nützen, vorallem mit Medikamenten / Chemikalien, die nachweislich eine Maus bzw. eine Ratte innerhalb zwei Stunden töten.
2/3 aller Ärzte und deren Familien werden im Krankheitsfall zur pflanzlichen bzw. homöopathischen Therapie greifen.

Schön, dass jeder selber entscheiden kann !

#112 |
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Pflegepädagogin

Es ist absurd, alles, was man nicht versteht, derart einseitig negativ zu beurteilen. Schnell wird vergessen, dass Studien von den Medikamentenherstellern selbst durchgeführt und ausgewertet werden, “Klassische” Medikamente im Gegensatz zur Homöopathie fast immer beträchtliche Nebenwirkungen (bis zu tödlichen Ereignissen) haben.
Den Tod von Steve Jobs als Beweis für die Gefährlichkeit alternativer Medizin heranzuziehen ist ebenso fragwürdig, und hat nebenbei überhaupt nichts mit einer evidenzbasierten Beurteilung zutun. Wieviele Menschen “gesunden” denn zum Vergleich bei einer “klassischen” chirurgischen und chemotherapeutischen Behandlung sowie Bestrahlung eines Pankreaskarzinoms ?
Eine Ernährungsumstellung ist sehr wohl in vielen Fällen eine kausale und wertvolle Therapie, viele Ärzte vergessen einfach nur, darüber nachzudenken, wie sie Patienten ernsthaft kausal heilen können, der Griff zum Rezeptblock ist schnell und sichert in der Regel Einkünfte, da der Mensch von den meisten Medikamenten lebenslang abhängig bleibt.

#111 |
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Heilpraktikerin

@108 da haben sie Recht

#110 |
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Gast
Gast

“… Steve Jobs musste sterben.” Wollten Sie hier ernsthaft den Eindruck vermitteln, dass eine schulmedizinische Behandlung von Anfang an ihm zu ewigem Leben verholfen hätte oder auch nur einen einzigen Tag zu seinem Leben – das nach der Diagnose immerhin noch 8 Jahre hatte – hinzugefügt hätte? Das halte ich für ziemlich vermessen, nicht belegbar und eigentlich nur polemisch.

#109 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@107
Sie haben absolut keine Ahnung, sehr peinlicher Kommentar…

#108 |
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Wasser mit Kot vermischen ist besser weil…?
Wasser mit Kot vermischen ist besser weil…?

Man unterscheidet aus gutem Grund zwischen EVIDENZ-BASIERTER und Alternativer Medizin. Das eine Beruft sich auf Fakten, das andere auf Gefühle. Und die Welt – vor allem Krankheiten- richtet sich nicht nach Wunschdenken. Warum hat wohl die Alternativmedizin den abwertenden Begriff “Schulmedizin” ins spiel gebracht? Warum hetzen sie gegen die große böse Pharmalobby, streichen aber selbst die höchsten Gewinnmargen ein? Warum ist in der echten Medizin ein Wirk-nachweis erforderlich für die Zulassung (zurecht!), “Alternativmediziner”+Lobby können aber unwirksamen ramsch ohne dieses auf den Markt werfen, und schlimmer noch, häufig Risikoreiche Behandlungen ohne Nutzen praktizieren oder schädliche Substanzen unbehelligt an die unwissende Kundschaft (Richtig, dort sind es Kunden, keine Patienten!) verticken? Zusammenführung von Unsinn und Rationalem? Warum? Warum vertrauen die Leute inkompetenten New-Age Esoterik Schamanen mehr als Fachlich ausgebildetem Personal, warum soll das gut sein, und vor allem warum sollte man das Fördern? Damit “erweitert” Man nicht die Medizin oder ihren Horizont, nein, man zerstört sie damit. Wellcome back to the Stone-Age

#107 |
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Heilpraktikerin

Sehr guter artikel,ich bin auch der meinung,daß konventionelle u alternative medizin mehr zum wohl der patienten zusammenarbeiten sollten.dabei sollte d heilpraktikerberuf genauso in 3 jahren ausbildung erworben werden können wie jeder andere med. Beruf u staatlich anerkannt sein wie krankenschwester,physiotherapeut,etc. Dann könnte man beide therapierichtungen bündeln und evtl doppelte oder unnötige therapien verhindern bzw bei schwerwiegenden erkrankungen durch heilpraktik die compliance u akzeptanz des patienten erhöhen !

#106 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ärzte + Heilpraktiker -Bund fürs Leben? Bis sich diese “Ehe” etabliert, vergehen sicher noch Jahrzehnte. Und mit Verlaub: ich kann es nicht mehr hören, dieses Für & Wider.

Ich passe am besten auf mich auf :) und behaupte, meinen Körper zu kennen. Daher entwickelte ich eine “Verhaltenstherapie”, damit ich aus der scharfen Schere Arzt/Heilpraktiker heraus kam.

-für ein kleines/großes Blutbild oder einen Vitaminstatus (Selbstzahler) gehe ich zu meinem Hausarzt. Auffälligkeiten lasse ich mir von ihm erklären -mehr erst einmal nicht. Diagnosen, die nicht in sein Fachgebiet fallen, lasse ich durch Fachärzte diagnostisch abklären. Ich frage nicht, ob ich das darf -ich vereinbare einen Termin -ohne Überweisung. Falls die gewünscht wird, sage ich, dass ich keinen Hausarzt habe. Dieses Verhalten resultiert aus der Tatsache, dass ich es erlebt habe, wie ein Facharzt nach Rücksprache mit meinem Hausarzt dessen Diagnose “übernommen” hat (ohne mit mir ausführlich zu sprechen).

-das Blutbild lege ich einer Heilpraktikerin vor und höre zu, was sie dazu zu sagen hat -mehr erst einmal nicht.

Da der Hausarzt und die Heilpraktikerin rechtschaffende Menschen sind die auch das Beste für mich/ihre Patienten wollen, sind deren Diagnosen oft “kompatibel”.

Die Entscheidung, wer von beiden mich behandeln soll, ist in den meisten Fällen einfach. Mir gefällt es besser, wenn der Ursache einer Erkrankung auf den Grund gegangen wird. Die Zeit, mit Tabletten an Sympthomen herum zu doktorn… ist mir zu schade.

Das funktioniert oft, aber nicht immer. Also nehme ich mir das “Beste aus beiden Welten”.

Ich bin auch nicht mehr bereit, Stundenlang beim Orthopäden im Wartezimmer zu sitzen um dann innerhalb von 8 Minuten von einem gehetzen Arzt/Ärztin im fliegenden Kittel mal-eben-schnell geröngt oder “eingerenkt” zu werden oder die obligatorische Spritze und Wärmebehandlung zu erhalten.

Deshalb gönne ich mir als Selbstzahlerin hin und wieder eine ausgiebige und wohltuende Behandlung bei einem Osteopathen.

Dennoch: nachdem ich 8 Implantate gesetzt bekam, habe ich Antibiotika ohne Murren eingenommen. Die Heilpraktikerin gab mir wertvolle Ratschläge, wie ich vor- und nach Antibiotika meine Darmschleimhaut am besten schützen, bzw. wieder aufbauen kann. Des weiteren habe ich 1 Woche vor der OP Arnika-Globuli und Enzyme eingenommen. Ich sehe heute noch das erstaunte Gesicht des MKG-Chirurgen als ich an 3 aufeinanderfolgenden Tagen zur Nachuntersuchung kam: ich hatte keine auffällige Schwellung und KEINE blauen Flecken im Gesicht!

Ich kann nur an Ärzte/Ärztinnen appellieren: hören Sie den Patienten zu, nehmen Sie sie ernst, SPRECHEN sie mit ihnen und machen Sie ihnen -im übertragenem Sinn- die Tür auf; mündige Patienten gehen dann hochmotiviert hindurch!

#105 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@ Jürgen C. Bauer

Vielen Dank dafür. Ich bin spezialisiert auf Labormedizin, Immunologie und orthomolekulare Medizin, arbeite nicht homöopathisch und werde von Ärzten immer in die homöopathische Schublade gesteckt. Meistens dann, wenn ich ihnen einen Laborbefund zufaxe und die ärztliche “Kollegenschaft” dann keine Ahnung davon hat…
Mit Laborärzten und Biologen lässt sich hingegen sehr gut arbeiten, die haben wohl verstanden, dass auch komplementäre Therapieansätze gut funktionieren und den klassischen Leitlinien teilweise sogar überlegen sind. Viele niedergelassene (Land)ärzte, die oftmals ihre letzte Fortbildung 1990 abgeschlossen haben, haben leider so gut wie nie offene Ohren für Alternativen und werfen Homöopathen und Heilpraktiker immer in die gleiche staubige Kiste…Sind auch meistens die Ärzte, die sich ganz trendig “Naturheilverfahren” auf ihr Praxisschild schreiben..
Gut ausgebildete, ambitionierte Heilpraktiker können nichts für die ungeregelte Ausbildung. Ich würde mir eine geregelte Ausbildung und regelmäßige Kontrollen sehr wünschen…Es gibt sicherlich viele HPs die trotz bestandener Prüfung eine Gefahr für die Volksgesundheit sind.

#104 |
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Gast
Gast

@ Herr Bischoff: Wer hat denn was davon gesagt, dass Kausalität und Korrelation was miteinander zu tun haben oder dass man von statistischer Signifikanz auf den Einzelfall schließt? Mal ein wenig Vorsicht, ehe man auf “keine Ahnung” bei anderen schließt, man weiß ggf. nicht, wie viel Mathe etc. die jeweilige Person kann. Vielleicht liegt hier auch eher Interpretation als Kausalität vor, da man nicht richtig gelesen hat. Damit kommt man dann schnell zu falschen Schlussfolgerungen. Aber gut, ist ja in so Foren üblich.

#103 |
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brigitte Schneck
brigitte Schneck

Ich habe einige sehr gute Beiträge hier gelesen, aber über die meisten kann ich nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Unfassbar, welch blanken Unsinn vermeintlich gebildete Menschen von sich geben! Sie scheuen sich nicht im Geringsten, ihr völliges Unwissen über das hier behandelte Thema mit nicht zu überbietender Polemik von sich zu geben. Was mich aber regelrecht ängstigt: Alle sind sie wahlberechtigt…

#102 |
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Heilpraktiker

Weshalb werden Heilpraktiker immer mit Homöopathen gleichgesetzt? Ich denke, es gibt bei uns wesentlich mehr Ärzte die Homöopathen* sind als Heilpraktiker . Ich bin z. B. Heilpraktiker, bin aber sicher kein Homöopath. Es geht nicht um Ärzte oder Heilpraktiker. Es geht um die Homöopathie. “Heilpraktiker” ist eine Berufsbezeichnung wie “Arzt”. Damit ist noch nichts über die Therapie ausgesagt, die er anbietet. Heilpraktiker bieten auch reine Naturheilkunde an. Das ist z. B. keine Homöopathie. Oder sie interessieren sich überhaupt nicht um irgendwelche Therapierichtungen und suchen pragmatisch und individuell nach dem sinnvollsten therapeutischen Weg. Über die Homöopathie kann gestritten werden. Die gesetzlichen geregelten Berufsbezeichnungen sind etwas anderes.

* https://www.dzvhae.de/

#101 |
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Heilpraktikerin

@ Herrn Hammerla.
Ich bitte um Nachsicht, dass Ich Ihren Angriff nicht unkommentiert lassen kann.

Bevor ich mich in die Heilpraktikerausbildung und -pruefung begeben hatte, absolvierte ich eine universitäre Ausbildung, arbeitete einige Jahre als Klnische Psychologin in einer Nerurolog. Reha-Klinik.
Dort durfte ich einen “Kessel Buntes” in der Ärzteschaft erleben. Unvergessen bleibt mir ein Famulant, der die Vorklinik bestanden hatte und mir hingebungsvoll versuchte klar zumachen, dass sich die Rippen in den Lungen befänden, und die “Bewegung” eben Dieser die Luft in die Lungen pumpen. Wohlgemerkt, es sprach von der menschlichen Spezies…. Als entlastend empfand ich seine Anmerkung, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten wolle, der Hautarzt sei…. So viel zum Thema “Gefahr für die Volksgesundheit”!

In der mündlichen HP-Pruefung wäre solch ein Kandidat nicht durchgewunken worden. Und auch die “paar Fragen” der Schriftlichen Prüfung (es sind 60 an der Zahl) lassen z.T. auch PJs grübeln.

Ein Schwachpunkt ist sicherlich, dass die Ausbildung nicht geregelt ist und – zumindest in der Theorie – jeder, der sich berufen fühlt, sich daran wagen kann. Spätestens beim Arbeiten trennt sich die Spreu vom Weizen – verantwortungsvolle Arbeit beschert einen guten Ruf und Patienten. Dazu gehört beispielsweise auch, während der Ausbildung sich um Praktika zu kümmern und danach regelmäßig fortzubilden (wie lange ist wohl die letzte Fortbildung mancher Kommentatoren hier her, wenn man sich so manche Merkwürdigkeiten anschaut?)

Viele Patienten wären übrigens durchaus bereit, auch beim Arztbesuch etwas zuzuzahlen, wenn sie nicht im Fliessbandtakt durchgeschleust würden. Nur uns Heilpraktikern vor allem pekuniaere Interessen zu unterstellen ist unlauter! Schwarze Schafe gibt es überall , differenziertes Betrachten wäre mehr als wünschenswert.

#100 |
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Heilpraktikerin

….ist das vielleicht Placebo? Homöopathie hilft auch Tieren und Säuglingen! Wußte gar nicht, daß die sich die Hilfe einbilden können….

#99 |
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assistenzärztin sara fernandes
assistenzärztin sara fernandes

Nur der Vergleich mit dem Panteras-Ca finde ich nicht angebracht, da hier die Prognose sowieso sehr schlecht erscheint. Ansonsten super Artikel!!!!!

#98 |
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Gast1
Gast1

[Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.]

#97 |
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Heilpraktikerin

@Dr.med. Karl – Heinz Schultz Phillipp sehr nett von Ihnen Herr Dr.Schultz Phillipp uns als medizinische Laien zu bezeichnen! Wir sind aber wenigstens keine Gefahr für die Volksgesundheit.
Ein bisschen mehr Feinfühligkeit beim schreiben wäre nett den es gibt gute HP gute Ärzte und leider auch das Gegenteil.
Dem HP mit orthomolekularer Ausbildung muss ich auch Recht geben gehen sie bitte mal in die Prüfung für Ärzte ist es ja ein Klaks :)

#96 |
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Gast2
Gast2

…oder hat zuviel Geld, Gast1? ;-)

#95 |
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Gast1
Gast1

[Der Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.]

#94 |
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Heike Präuer
Heike Präuer

Heike Präuer
Heilpraktikerin und Dipl Coach.
Ich erlebe gerade den Idealzustand.
Ich lerne mit Allgemeinmediziner, Internisten, Apotheker und Heilpraktikern die Orthomolekulare Medizin. Wir bereichern uns in den Seminaren und ich bin mir überzeugt, dass wir alle lernen und profitieren. Auch die Prüfung wird für uns alle die Gleiche sein. Übrigens kenne ich sehr wohl Ärzte, die mit Heilpraktikerinnen verheiratet sind. Also wer sagt denn da, Kein Bund für´s Leben ? Alles ist möglich, wenn man es möglich macht.
Übrigens ich habe sehr oft Psychologen und Ärztinnen gerade im Bereich Vaginismus in meinem Coaching. Nicht weil ich nichts weiß, sondern weil ich es kann und es funktioniert.

#93 |
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Was hat Naturheilkunde mit Homöopathie zu tun – oder “orthomolekularer” oder “antroposophischer” “Medizin”? Das sind bizarre Heilsysteme auf mythisch-magischer “spiritueller” Grundlage, am Küchentisch zusammenfantasiert…
“Echte” Naturheilkunde ist die Anwendung natürlicher, nicht technisch veränderter Reize, die Wirkung entsteht durch die physiologische Reaktion auf diese Reize. Eine rationale Phytotherapie hat auch mit Homöopathie oder Anthroposophie nichts zu tun, verlässt sie sich doch auf nachweisbare und vorhandene Wirkungen von bestimmten Pflanzendrogen.
Homöopathie und die andere Quacksalberei ist unvereinbar mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, jeder Euro für weitere Forschung ist verschwendetes Geld, das anderswo fehlt.

Heilpraktiker wird man übrigens durch Bestehen einer einfachen “amtsärztlichen Überprüfung” aus ein paar MC-Fragen und einem mündlichen Prüfungsgespräch, die “Ausbidung” von HP dient ausschließlich dem Bestehen dieser Prüfung, OHNE JEMALS EINEN ECHTEN PATIENTEN UNTER AUFSICHT UNTERSUCHT UND BEHANDELT ZU HABEN. Auch später werden Untersuchungtechniken und -befunde von HP niemals wieder von irgendjemand nachgeprüft, die Praxen sind voll von obskuren technischen Gerätschaften, die sinnlose Ergebnisse liefern (leider stehen die Bicoms auch schon bei Ärzten!) oder von Geräten, deren Ergebnisse der HP nicht interpretieren kann (Sonografie, EKG)
HP wissen in aller Regel NICHTS über die Möglichkeiten und Fähigkeiten der modernen Medizin, sondern lernen nur ihre eigenen und speziellen Heilverfahren, deren Möglichkeiten sie heillos überschätzen.
Heilpraktiker haben nur den Vorteil, dass sie die Zeit am Patienten großzügig bezahlt bekommen, und zwar cash und sofort.
Übrigens: Wer sich auf den Satz “wer heilt, hat Recht” beruft, sollte beweisen können, dass tatsächlich ER geheilt hat

#92 |
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Heilpraktikerin

Verantwortungsvolle Heilpraktiker können mehr als wild Globuli in die Menge werfen.
Den Beruf auf kontrovers diskutierte Bereiche runterzubrechen ist leider ein ziemlich alter Hut. Ich weiss, was Naturheilkunde leisten kann und wo deren Grenzen sind. Schon deshalb habe ich bereits oefter Patienten zu “schulmedizinischen” Behandlungen geraten und motiviert, weil alles andere Dummheit wäre. Meine Versuche dann mit weiter behandelnden Ärzten, zum Wohl des Patienten, Kontakt aufzunehmen scheitern meist (mehr oder weniger freundlich) von deren Seite. Trotzdem sehe ich mich noch immer lieber als Brückenbauer!!

#91 |
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Heilpraktikerin

@Stefan Probst,
Ich bin mit ihnen absolut einverstanden, dass “böse Farma” mansche von uns auch im Griff hat. Ich habe aber nie einen Referenten getroffen, der mir 50 Prozent Provision anbietet und auch nie davon gehört. Ich lasse den Patienten meistens selbst die Mitteln besorgen und gebe nur ein paar Empfehlungen, das Vertrauen ist mir viel mehr wert, als irgend eine Provision. Ich denke, ich bin da auch kein Unikat.
Liebe Grüße.

#90 |
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Heilpraktiker-Orhomolekular Therapeut
Heilpraktiker-Orhomolekular Therapeut

Dr. med Karl-Heinz Schultz-Philipp,

Sie glauben doch nicht selbst, was Sie hier für einen Unfug schreiben.
Ich wette, dass Sie an einer Prüfungsteilnahme zum HP durchfliegen.!!

#89 |
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Ich bin immer wieder erstaunt, dass selbst gut gebildete Zeitgenossen sich in die Hände von medizinischen Laien begeben. Warum wohl ist die Ausübung des “Heilpraktikerberufes” -für den noch nicht einmal ein Berufsbild existiert- in Österreich verboten und strafbar. Der Europäische Gerichtshof hat das übrigens für rechtmäßig erklärt. Dieses Totalverbot existiert übrigens in den meisten Ländern der Welt. Sog. Prüfungen verlangen kein medizinisches Wissen. Auch für die angewandten Verfahren wird kein Nachweis verlangt, dass sie die Methode wirksam ist und die Anwender sie überhaupt beherrschen. Die allermeisten Methoden halten keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand. Einzelne Verfahren produzieren sogar unendlich viele kranke Menschen; z.B. Bioresonanzverfahren, die unendlich viele Allergien “anzeigen”, die die armen Menschen dann todunglücklich werden lassen.
Verwunderlich auch, dass eigentlich immer nur die klassische Medizin am Pranger steht obwohl eigentlich nur geistig Minderbemittelte glauben können, dass die Lebenserwartung der Menschen aufgrund alternativer Medizin so sehr gestiegen ist.
Ebenfalls können nur sehr blauäugige Menschen annehmen, dass die angeblich so alternative Medizin nicht hauptsächlich durch Kommerz so erfolgreich ist einschließlich gefälschter Studien, Bestechung und Lobbyarbeit.
Ich als Arzt im klassischen Sinn bin nicht so borniert zu behaupten, dass unsere gegenwärtige Medizin unfehlbar ist und natürlich immer wieder überprüft und verbessert werden muss; dennoch bin ich nicht bereit mit medizinischen Laien zusammenzuarbeiten. Trennung muss bleiben- schon des Verstandes und der Überzeugung wegen.
Dr. med K.-H. Schultz-Philipp
Internist

#88 |
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Nichtmedizinische Berufe

“”Mehr Aufgeschlossenheit bitte!
Doch was spricht eigentlich dagegen, beide Heilansätze zu vereinen,…?”

Das ist ganz schnell erklärt, was dagegen spricht: Das Eingeständnis von Homöopathenseite, dass man es mit einem Placeboverfahren zu tun hat.

1) So lange dem Patienten beim HP erklärt wird, dass der Arzt ihn nur mit böser Chemie vergiftet, …

2) So lange man dem Patienten erzählt, man könne mit klinischen Studien jeden Humbug belegen, weil ohnehin alle gekauft sind und somit eines der wichtigsten Werkzeuge der evidenzbasierten Medizin in der Öffentlichkeit diskreditiert,…

3) So lange man Millionen in die sogenannte Homöopathieforschung vergeudet, um der Öffentlichkeit vorzugaukeln, man könne eben “noch” nicht sicher sein mit dem Placebo,…

4) So lange die Homöopathie trotz umfassender Widersprüche zum gesicherten Wissen der Physik, der Chemie und anderer Naturwissenschaften als zum Kanon der Naturwissenschaften passend dargestellt wird,…

5) So lange man über Wahlpflichtfacher und Fortbildungspunkte dafür sorgt, dass eine Generation Ärzte nachwächst, die die pseudowissenschaftlichen Methoden selbst nicht mehr durchschaut, ….

… so lange wird eine kooperative Zusammenarbeit schwierig und nicht unbedingt wünschenswert sein.

Eine solche Kooperation kann nur funktionieren und gut für den Patienten sein, wenn auf der einen Seite Ärzte sitzen, die für den Humbug selbst nicht empfänglich sind, auf der anderen Seite Heilpraktiker, die die Stimme der Vernunft und die Notwendigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht untergraben.

#87 |
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[Kommentar der Redaktion: Dieser Diskussionsbeitrag wurde entfernt. Bitte diskutieren Sie themenbezogen und sehen Sie von werblichen Inhalten ab.]

#86 |
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Heilpraktikerin

Selbstverständlich sollten Ärzte und Heilpraktiker miteinander arbeiten. Das ist lange überfällig. Immer noch besteht ein Verbot für Ärzte dies zu tun. In welchem Zeitalter befinden wir und eigentlich? Fortschrittlich geht anders. Fortschrittlich ist meiner Meinung, alle Möglichkeiten die sich bieten ins Kalkül zu ziehen, um Linderung oder sogar Heilung für den Patienten zu bewirken.
Ich bin sicher, dass es viele Ärzte gibt, die hier keine Probleme hätten und ich kenne viele Ärzte, die sie auch nicht haben. Sie sind glücklich, wenn ihnen langwieriges abgenommen wird.

Alternative Heilmethoden sollen aber ausgemerzt werden. Man werfe nur einen Blick in die allgemeine ‘Gesundheits’politik. Mir wird da Angst und Bange.
Während meiner Arbeit als Krankenschwester erlebte ich so manchen Medizin-fauxpas. Oft genug hätten einfache Mittel geholfen, statt Kortison, Bromelain, statt noch mehr Insulin, achten auf Glykämischen Index und Gabe von Alpha-Liponsäure, mal Wert auf gute Laboruntersuchungen legen, z.B. tatsächlich feststellen, ob nicht doch Vitamine und/oder Mineralien fehlen. Die Liste könnte ich weiterführen.
Ich habe das Gefühl, das all das nicht erwünscht ist, der Mensch muss krank bleiben, sonst geht die Pharamindustrie ein?
Durch eine achtsamere Medizin könnten viel mehr Menschen sich einer besseren Gesundheit erfreuen, der volkswirtschaftliche Schaden läge deutlich niedriger.

#85 |
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Heilpraktiker-Orhomolekular Therapeut
Heilpraktiker-Orhomolekular Therapeut

Dem Artikel an sich ist nur entgegenzuwerfen, dass die Arbeit der Heilpraktiker als nicht evidenzbasiert und auf Homöopathie begrenzt wird. Meine Frau ist mehrfache Fachärztin und wir ergänzen uns in der Therapie. In meiner 3 1/2 jährigen Ausbildung hörte ich Sie immer wieder staunend ausrufen: “Das ist ja unverschähmt, was die Gesundheitsämter in der Prüfung von Euch Heilpraktikern verlangen. Ich musste komplizierte Zusammenhänge für eine Klausur einpauken, danach konnte ich es wieder vergessen. Aber ihr sollt das ganze komplexe medizinische Wissen an einem einzigen Prüfungstag abrufbereit vorhalten.” (z.B. die geliebte Gerinnungskaskade)
Meine Ausbildung zum Orthomelekularen Therapeut absolvierte ich als einziger Heilpraktiker unter ca. 60 Ärzten. Und was soll ich sagen, nach ein paar Tagen des sich näher kennenlernens sind darunter echte Freundschaften entstanden. Was mich jedoch beeindruckte war die Tatsache, dass große Teile der Ärzte nicht wissen, wie umfangreich die medizinische Ausbildung der seit 2005 geprüften Heilpraktiker ist. Dass eine einheitliche bundesweite schriftliche Prüfung an einem Tage des Jahres zur ein und derselben Uhrzeit stattfindet. Dass die Politik den Schwierigkeitsgrad des medizinischen Examens forderte und diese Forderung ab der 2. Prüfung 2005 umgesetzt wurde. Alle die noch Skepsis am medizinischen Wissen der HP`s hegen, empfehle ich sich eine Prüfung der letzten Jahre zu googeln und ich wette, sie werden nicht bestehen und sie werden aufwachen……….Einen schönen Abend.

#84 |
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Gast2
Gast2

Sehr gut! …dass der Klient selbst zahlt!

#83 |
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Gast
Gast

Zunächst bitte ich darum sich zu einigen: wollen wir über Homöopathie reden oder über Naturheilkunde? In einem ist was drin, im anderen nichts – ausser einer vollkommen aus dem luftleeren Raum geholten Esoterik-Idee (in der man sich selbstverständlich auch fundiert ausbilden kann – man glaubt gar nicht, wieviele fundierte Studien es gibt, die untersuchen, wieviele Engel auf einen Stecknadelkopf passen).
Und nochmal ganz langsam zum mitschreiben für alle Anhänger der Evidenzbasiertheit: Ja, Homöopathie wirkt. Und sie zeigt dabei in tausenden von Studien keine über eine Attrappe hinausgehende! Wirkung. ALLE Wirkung kann auch durch die Attrappe erklärt werden – wie auch immer. Ja, auch beim Tier. Die Studien gibts auch. Bergeweise. Wenn ich aber eine Wirkung durch eine beliebige Attrappe vollständig! aufklären kann (selbst, wenn ich nicht weiss, wie genau die das macht), brauche ich keine Miasmenphantasien mehr. Und kein gerührt-statt-geschüttelt. Oders andersrum.
Den Teil der Debatte kann man sich getrost schenken.
_______________
Viel wichtiger ist doch: Wenn Homöopathie genau so hilft wie Sonnentauanbeten, Psychotherapie oder wasauchimmer, dann hat sie schlicht eine Daseinsberechtigung. Mehr, als mit getürkten Methoden auf den Markt geworfenes Tamiflu.
Und dazu gehören vielleicht Faktoren, bei denen die Schulmediziner so richtig dazu lernen können: Zeit mit dem Klienten, zuhören, echte aufmerksame Diagnostik, vielleicht sogar, dass der Klient selbst zahlt …

#82 |
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Gast1
Gast1

Gast2, gerade diese Studien zur Homöopathie sollten sie sich näher betrachten. pPacebokontrollierte Doppelblindstudien des jüngsten Datums. Wen Sie davon noch nichts gelesen haben, heißt es doch nicht, dass Unwissenheit des Weisheits letzter Schluß ist, oder ?

#81 |
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Bernd
Bernd

Was für ein Quatsch-Artikel, NICHTS NEUES! Längst bekannte und ausdiskutierte Standpunkte. Warum wird Homöopathie immer nur mit Heilpraktikern gleichgesetzt? Auch viele Ärzte wenden diese Methode an. Meistens haben diese Ärzte aber nicht viel Ahnung davon, sondern bieten die Homöopathie an, weil es heutzutage „zum guten Ton gehört“ und Patienten es wünschen. Es gibt sogar einen “Zentralverband homöopathischer Ärzte”.

Und Homöopathie ist nur eine unter unzähligen alternativen Heilverfahren. Außerdem dürfen deutsche Ärzte offiziell gar nicht mit Heilpraktikern zusammenarbeiten, selbst wenn sie wollten, weil es deren ärztliche Berufsordnung verbietet. Ich denke auch nicht, dass es den meisten Ärzten wirklich darum geht, ihren Patienten zu helfen, sondern es geht vor allem ums Geld, siehe Bevorzugung und kurze Wartezeiten für Privatpatienten.

Kassenpatienten sind allenfalls noch lästige Störfaktoren und so werden sie oft auch behandelt.Der Artikel offenbart viel Naivität der Autorin gepaart mit völliger Ahnungslosigkeit über die Zusammenhänge im deutschen Gesundheits(un)wesen.

#80 |
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Hier ein Link für alle, die an Rotkäppchen oder auch an sogenannte wissenschaftliche Studien der Pharmaindustrie glauben https://gerecht2010.wordpress.com/2012/05/30/die-pharma-mafia/

Was ich in meiner Praxis seit fast 10 Jahren als Heilpraktikerin erlebe, bzw. was mir Patienten von ihren Arztbesuchen erzählen, ist leider zum Teil haarsträubend. Schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine schwere Pankreasinsuffizienz werden nicht erkannt. Wenn ich dann versuche, mit Hausärzten auf freundliche Art zusammenzuarbeiten im Sinne des Patienten, muss ich mir manchmal Dinge anhören, die in die unterste Schublade gehören. Ich bin als Biologin auch Naturwissenschaftlerin, die sehr genau hinterfragt, welche Therapie für die Patienten sinnvoll ist. Und da ist eben manchmal für eine befristete Zeit ein Betablocker oder ein Antidepressivum sinnvoll, aber sehr oft es das eben auch nicht. Und ja, es gibt schlechte und gute Heilpraktiker, und ja, es gibt schlechte und gute Ärzte. Ich bin gespannt, ob ich es noch erlebe, dass die Hahnenkämpfe zwischen diesen Berufsgruppen aufhören.

#79 |
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Apotheker

@Heike Preuer
Merci. Klingt interessant. Jetzt frage ich mich allerdings, was die hochdosierte Gabe von Vitaminen und evtl. Mineralstoffen (oder gibt es noch eine andere orthomolekulare Medizin) mit Homöopathie zu tun hat, die ja fast das exakte Gegenteil ist (Gabe hochpotenzierter, im allgemeinen Sprachgebrauch = verdünnter Phytotherapeutikia, Mineralstoffe, Gifte, Tierprodukte etc.). Außerdem habe ich doch überhaupt nichts zu OM geschrieben. Ich habe doch gar nichts gegen alternative Heilmethoden an sich geschrieben. Ich habe nicht mal was gegen die Homöopathie gesagt (zugegeben: hier nicht, ansonsten tue ich das häufiger). Mein Einwand betraf lediglich das Gandhi-Zitat und dann die Aufregung über die vielen unechten, weil esoterisch veranlagten, Homöopathen, die keine Ahnung von Miasmen hätten – die nicht weniger esoterisch sind.

@73
Wer stellt denn die Naturheilkunde als unwissenschaftlich hin? Die Natur liefert uns viele sehr potente Arzneistoffe, die breit angewendet werden. Antibiotika wurden und werden auch heute zum Teil aus Pilzen (Penicillin) und Bakterien (Streptomycin und andere Aminoglykoside) gewonnen, Krebsmittel (Paclitaxel aus einer Eibenart bzw. halbsynthetisch, weil es von der Eibe nicht genug gibt) aus Pflanzen, Immunsuppressiva, die für eine Organtransplantation nötig sind, aus Pilzen. Und natürlich gibt es auch im Bereich der Selbstmedikation viele Naturstoffe, z.B. Rosmarinextrakt in Lomoherpan gegen Herpes, Arnikasalbe bei stumpfen Traumen, Bärentraubenblättertee bei Harnwegsinfekten und vieles mehr.
All diese Dinge sind entweder durch wissenschaftliche Arbeiten entdeckt worden oder sind im Nachhinein wissenschaftlich belegt worden.

#78 |
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Gast2
Gast2

Kommentar zur Aussage von Gast von 17.35 Uhr:
Schrieb Frau Krause nicht von Homöopathie und Sie sprechen von Naturheilkunde?? Das sollte doch nicht gleich gesetzt werden, Herr Arzt, nicht wahr? Für die Phytotherapie gibt es schließlich klare Evidenzen…

#77 |
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Gast
Gast

Jaja, nur diejenigen, die damit arbeiten sollen über das o.g. Thema sprechen. So wie viele -Gott sei Dank nicht alle- Heilpraktiker/Homöopathen immer tolle, oft unzureichende “Impftipps”, genauer gesagt Pseudo-Argumente gegen das Impfen vehement verbreiten…weil sie so oft damit arbeiten und sich bestens damit auskennen.
Kommentare wie von Barbara Krause kann ich nicht mehr lesen. Tatsächlich gibt es auch einige Ärzte, die auf eine fundierte Homöopathie-Weiterbildung zurück greifen können und eine tolle Kombination von beidem hinbekommen.
Und ja, die Pharmaindustrie verdient Geld mit Ihren Produkten. So wie der Heilpraktiker auch Geld verdient mit seinen Anwendungen und Therapien. Und da alles privat abgerechnet wird, verdient der Heilpraktiker für was auch immer auch noch mehr als der Arzt…

#76 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Was mich als Heilpraktiker hier einfach wahnsinnig stört und verärgert ist, dass ich ständig als Homöopath bezeichnet werde. Ich arbeite in meiner Praxis kein bisschen klassisch homöopathisch und muss mich ständig vor der Schulmedizin rechtfertigen! Diese alle-über-einen-Kamm-Schererei ist absolut unprofessionell und irreführend! Auch Heilpraktiker können evidenzbasiert und verantwortungsvoll arbeiten! Am besten im Dialog mit der Schulmedizin zum Wohle des Patienten. Beide Seiten haben hier oft Scheuklappen auf und öffnen sich kein bischen. Hardlinertum hat in der Medizin noch nie etwas bewegt, stattdessen regen sich alle über den alten Hut der Beweisbarkeit der Homöopathie auf…Wichtig wäre erstmal den Unterschied zwischen Heilpraktiker und Homöopath verständlich zu machen bevor mit dem Finger gezeigt wird!

#75 |
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Heike Praeuer
Heike Praeuer

Herr Becker,
Wie wäre es mit der Orthomolekularen Medizin als Komplementärmedizin insbesondere die Studien von Herrn Hollik an der Uni Boston und die Studien zur Schlaganfallmedizin in Japan, die wegen Erfolg abgebrochen wurden.
Gerade insbesondere, weil B-Vitamine erfolgreich zum Einsatz kamen.

#74 |
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Gast
Gast

Liebe Barbara Krause, danke für Ihre nicht zu überbietende Klarstellung. Mir als Arzt ist
es schon peinlich, wenn ich die hilflosen Kritiken meiner Kollegen hier ertragen muss. Scheinbar niemand hat überhaupt eine Ahnung, was sich außerhalb des pharmazeutisch geprägten Suppentopf`s befindet. Mir hilft es in solchen Momenten den biblischen Inhalt zu wiederholen: “Verzeih Ihnen, denn Sie wissen nicht was sie tun”. Wie sonst lassen sich die ständigen Rangeleien erklären, wenn approbierte Ärzte über einen Berufsstand reduzierend daherphilosophieren, ohne auch nur im geringsten die Kunst der Naturheilkunde zu verstehen, sich aber über diese Kunst stellen zu wollen, ohne auch nur annähernd anerkennen zu wollen, dass mit der Facharztausbildung jegliche Behandlungsfreiheit an die pharmazeutische Konzernwirtschaft abgetreten wurde. Die Leitliniengeprägte krankmachende Politik ist es, die den vielen Patienten unermessliches Leid zufügt, auf eine aberwitzige von der Pharmaindustrie finanzierte Studienlage, die einem beim nähren Betrachten, die Haare zu Berge stehen lassen. Ich verstehe nur allzugut, warum immer mehr Patienten den Rat beim Heilpraktiker suchen. Die medikamenteninduzierten Todesfälle nehmen Jahr für Jahr zu. Der gefühlte Gesundheitszustand der Bevölkerung wird von Jahr zu Jahr schlechter, wobei sich die Ausgaben für sinnlose Medikamente grandios nach oben bewegen. Wer hier die Naturheilkunde als unwissenschaftlich darstellen lassen will, sollte sich Fragen, warum dessen Erfolge in vielen vielen Fällen nebenwirkungsfrei nachweisbar sind. Nur weil etwas aus der eigenen beschränkten Sicht nicht erklärbar ist, heißt das nicht, dass es außer der eigenen Beschränktheit nicht eine viel intelligentere Möglichkeit gibt, die Ursache einer Erkrankung zu Heilen. Treffend ist es da schon zu Behaupten, dass wenn es allein um die Meinung der Ärzteschaft ginge, noch heutzutage die Menschheit annehmen würde, die Erde sein eine Scheibe.!!

#73 |
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Apotheker

@Heike Preuer
Natürlich, lernen muss man immer. :D
Abgesehen von dieser allgemeinen Weisheit – haben Sie einen Tipp, was speziell ich lernen muss? Irgendetwas muss Sie ja zu der Aussage gebracht haben.

#72 |
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Heike Praeuer
Heike Praeuer

Herr Becker,

Zum Glück sind Sie noch Student !
Sie müssen auch noch viel lernen

#71 |
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Apotheker

Zitat Barbara Krause:
“Diese Diskussionen sind ja nicht mehr zu ertragen. Meistens reden Leute über das Thema Homöopathie, die entweder garnicht damit arbeiten oder sich einer perversen Mischung aus Esoterik, Psychologie, Astrologie ect. eine “moderne” Homöopathie zusammen basteln. … es geht darum, dass die antimiasmatischen Arzneien die Möglichkeit haben das aktiv gewordene Miasma des Betreffenden wieder in eine Latenzphase zurückzubringen. … antimiasmatisch und deshalb tief wirken können, wird die Krankheit gebessert oder zumindest gelindert werden können.
… in einem Land wie Deutschland, in dem die Pharmaindustrie so das sagen hat, eine zwar effektive, aber sehr billige Therapie niemals den platz bekommen kann, die sie verdient hätte.”

Miasmen sind nicht esoterisch? Ich habe noch keine wissenschaftlichen Artikel darüber gesehen.
Trotz der bösen Pharmaindustrie ist die Homöopathie gerade in Deutschland verglichen mit anderen Staaten sehr gut aufgestellt; mal abgesehen davon, dass DHU, Hevert (naja, was die als Homöopathie verkaufen ist aber eher Phytotherapie), Arcana, Pflüger und wie sie alle heißen ja auch Pharmaindustrie sind, nur bedeutend weniger für Forschung und Entwicklung und Ressourcen ausgeben müssen.

#70 |
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Barbara Krause – HP – Praxis für Homöopathik

Diese Diskussionen sind ja nicht mehr zu ertragen. Meistens reden Leute über das Thema Homöopathie, die entweder garnicht damit arbeiten oder sich einer perversen Mischung aus Esoterik, Psychologie, Astrologie ect. eine “moderne” Homöopathie zusammen basteln. Die Zahl der Ärzte und Heilpraktiker, die wirklich die Homöopathie als ein Mosaik von Lehren (alle nachlesbar im Organon/6.Auflage) studiert haben und kennen und danach arbeiten ist in Deutschland wirklich überschaubar. Nur die könnten über die Homöopathik diskutieren und könnten über ihre chronischen Behandlungen berichten. Hier geht es nicht um Placebo-Effekte (v. Hirschhausens Lieblingsbegriff), auch nicht nur um die oft bemühtgen Arzneiprüfungen am Gesunden, sondern es geht darum, dass die antimiasmatischen Arzneien die Möglichkeit haben das aktiv gewordene Miasma des Betreffenden wieder in eine Latenzphase zurückzubringen. Es geht hier weder um lange psychologische Gespräche, noch Versuche zu erklären warum jemand jetzt so oder so krank ist, sondern um eine klare Analyse der Familien-krankheiten und um die Chronologie der Krankheitsgeschichte des betreffenden Patienten. Nur mit diesen Informationen und der Kenntnis der hom. Arzneien, welche wirklich antimiasmatisch und deshalb tief wirken können, wird die Krankheit gebessert oder zumindest gelindert werden können.
Also ich persönlich finde Artikel wie den obigen wirklich obsolet und jedem muß klar sein, dass in einem Land wie Deutschland, in dem die Pharmaindustrie so das sagen hat, eine zwar effektive, aber sehr billige Therapie niemals den platz bekommen kann, die sie verdient hätte.

#69 |
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Evidenzbasiert heißt nur, dass in einigen wenigen (teilweise auch nur einer einzigen) Studien ist etwas herausgekommen, was statistisch signifikant war. Statistisch signifikant heißt nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht zufällig. Über Ursache und Wirkung ist da noch überhaupt keine Aussage gemacht. Korrelation ist nicht gleich Kausalität !!!
Wer von einer statistischen Signifikanz auf den Einzelfall schließt zeigt nur, dass er von Statistik und Forschungsmethodik keine Ahnung hat.
Im Übrigen ist die Medizin keine Wissenschaft und der Mensch kein Versuchskarnickel.

#68 |
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Apotheker

@O. Waibel
Gandhi ist zweifellos ein Mann, der viel Gutes geleistet hat.
Das heißt aber nicht, dass seine (Laien)Meinung zur Homöopathie irgendein Gewicht in einer Diskussion besäße. Er war weder Arzt noch sonstiger Heilberufler.

Aber mal von der Homöopathie abgesehen – vielleicht sollten Ärzte und Heilpraktiker mehr miteinander reden. Vielleicht aber auch nicht. Andere Länder kommen auch ganz ohne Heilpraktiker aus.
Obwohl natürlich in Zeiten des Ärztemangels im ländlichen Raum Heilpraktiker vielleicht eine Lücke ausfüllen könnten (, die leider nun einmal Tatsache ist).

#67 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

sorry für den Typo: wo “du” steht, gehört “und” hin. Da hat Dragon wohl nicht recht gehört.

#66 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

@ Frau Renner, leider schert man mit dieser Haltung alle Patienten über einen Kamm du vertritt wohl das patriarchalische Betreuungsmodell. Es gibt unterschiedlich differenzierte Patienten unterschiedlichen IQs und man sollte froh sein über jeden, der mitdenkt. Ich persönlich bin immer froh über Denker in der Betreuung. Es ist nicht so, dass Patienten grundsätzlich keine Ahnung haben oder alles aus dem Zusammenhang reißen, bzw. jeder Arzt in den 8 Minuten umfassend statt reduktionistisch arbeitet (reduktionistisches Arbeiten sieht die Dinge nämlich auch nicht im Gesamtzusammenhang). Shared decision making ermöglicht, dass der Patient sich im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten einbringt und das bedeutet eben einfach auch Diskussion, mag es bequem sein oder nicht.

#65 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

There is no study without bias, dessen sollte sich ja auch jeder bewusst sein. Plus nicht Begriffe synonym verwenden, die es einfach nicht sind. EBM ist nicht die neue allein seligmachende Kirche, sie hat auch ihre deutlichen Schwächen. Das, was als Evidenz höchster Qualität angesehen ist, ist ja auch der reduktionistischste Ansatz. Ob das so “richtig” sein kann? Oder eher eine mathematische Wirklichkeit widerspiegelt, die real life complexity lieber ausklammert so gut es denn geht? Das, was als hochwertige Evidenz anerkannt ist, entspricht ja auch nur dem, was dem aktuellen Denkmodell derer, die das entscheiden, am nächsten kommt. Dabei wird gerne vernachlässigt, dass sich vieles einfach nicht per RCT abbilden lässt. Plus Person xy ja auch meist nicht dem Durchschnitt oder dem Median entspricht. Sprich, das ist dann in der Praxis nicht unbedingt hilfreich. Es gibt Aspekte, die sich (vielleicht bis vermutlich) gut per RCT darstellen lassen, aber insgesamt dürften diese im Ranking überbewertet sein. Das, was als “confounder” herausgerechnet wird, ist letztlich ja das, was im realen Leben permanent anzutreffen ist. We’re no lab rats.
Trotzdem sollte man natürlich mit EBM etwas anfangen können, wenn man im gesundheitlichen Bereich tätig ist. Und sei es nur, um sie fundiert kritisieren zu können, wenn man sie nicht mag. Ich sehe wie in fast allem Vor- und Nachteile. Manche Entscheidungen treffe ich evidenzbasiert, andere vor anderem Hintergrund, sowohl in der Betreuung als auch als Patient.

#64 |
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Es gibt leider Leiden bei denen die Schulmedizin nicht hellfen kann. Nur einige Beispiele: Hämorrhoiden, Hautjucken bei Nässe, Vaginalspassmus, Rückenschmerzen durch Discopathien oder unruhige Kinder. Die Homöopathie, sinnvoll eingesetzt kann das. Ich bin selber Schulmediziner aber so “kleine Wehwehchen” behandle ich gerne mit Homöopathie. Der Erfolg gibt mir recht.
Zum Schnippeln oder zur Cortisontherapie kann ich dann immer noch gehen.
Alles Gute,
Alex

#63 |
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O.Waibel Physiotherapeut /Heilpraktiker
O.Waibel Physiotherapeut /Heilpraktiker

Einer, der die Bedeutung der Homöopathie erkannt hat, ist Mahatma Gandhi. Er sagte: “Homöopathie ist die modernste und durchdachteste Methode, um Kranke ökonomisch und gewaltlos zu behandeln. Die Regierung muß sie in unserem Land fördern und unterstützen. Genauso wie mein Prinzip der Gewaltlosigkeit niemals scheitern wird, enttäuscht auch die Homöopathie nie.

Aber die Anhänger der Homöopathie könnten infolge falscher Anwendung der homöopathischen Prinzipien versagen. Dr.Hahnemann besaß einen genialen Geist und entwickelte eine Methode, in der es keine Begrenzung gibt, um das menschliche Leben zu retten.

Ich verneige mich in Ehrfurcht vor seinem Können und dem großen humanitären Werk, welches er schuf.”

(Aus einer Rede von Mahatma Gandhi vom 30.August 1936)

#62 |
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Heilpraktiker

Um es mal kurz zu machen:
Ein Heilpraktiker ist nicht automatisch ein Homöopath, er kann genausogut Akupunkturist, Osteopath, Reflexzonenspezialist uvm. sein; ein Arzt ist nicht automatisch ein “Schulmediziner” (was ist das überhaupt?), er kann genausogut Homöopath oder Arzt für Naturheilkunde sein.

Bitte das Hirn mal von Vorurteilen und Schubladen befreien!

#61 |
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Ärztin

An dieser Stelle frage ich, wie stellen die Heilpraktiker Anhang von microskopischer Bluttröpfchenuntersuchung eine Pilzbesiedlung fest?
Zur Fr. Wehrstedt: Fragen Sie doch bitte über Evidenz der Therapie die Heilpraktiker.
Ich mag diese Fragen auch nicht, man will helfen, und nicht diskutieren, meistens wird nur ein Detail dabei gesehen , also aus dem Gesammtkonzept gerissen.

#60 |
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Heilpraktiker

Ja, ich denke Ärzte und Heilpraktiker sollten einfach öfter zusammenarbeiten, statt gegeneinander.
Etwas mehr Toleranz gegenseitig ist auch nötig.

#59 |
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Heilpraktikerin

Diesen Ansatz, dass beide Bereiche zusammen sicherlich mehr bewirken als das gegenseitige schlechtmachen ist doch schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.
Nachweislich sind nämlich auch viele Methoden die von Ärzten gerade im Bereich der Igelleistung auch nicht wirkungsvoll bzw. haben einen geringen Nutzen für den Patienten.Dies wurde ja sogar schon verschiedentlich wissenschaftlich untersucht.
Gerade die sogenannten NATURWISSENSCHAFT sollte eigentlich so offen für anderes sein.Denn schließlich ist die Natur ja insgesamt so organisiert dass vieles sich nicht vorhersehen und vorrausplanen läßt.In einem Jahr blühen die Bäume sehr gut und tragen viel Grün und viele Früchte und im nächsten halt weniger.Gerade hier zeigt es sich doch am besten.Denn NIEMAND kann vorhersagen ob die Klimatischen Verhältnisse im kommenden Jahr so sind dass es zur guten Blüte,Wachstum etc. kommt.Und dieses Beispiel läßt sich in der Natur zahlreich finden.
Und so ist es auch beim Menschen.
Diese Gleichmacherei ist es letztendlich auch, was dazu führt dass viele Menschen sich von den Schulmedizinern nicht ernst genommen fühlen und sich abwenden.
Jeder ist anders und jeder braucht auch eine andere Behandlung.Das hat man in der asiatischen Medizin (nicht nur die Chinesen sondern auch Japaner,Koreaner und andere asiatischen Länder) schon vor 3000 Jahren gemacht und dies praktiziert.Außerdem wurden neue Erkenntnisse und Wirkungsweisen sowie neue Methoden immer wieder in die Vorgehensweisen integriert.Es dauert auch hier manchmal Jahrzehnte aber gerade deshalb ist es interessant festzustellen dass gerade viele unserer sogenannten chronischen Erkrankungen schon vor Jahrhunderten bekannt waren und entsprechend individuell behandelt wurden und auch heute noch individuell behandelt werden.Und gerade hier liegt unter anderem gerade in der heutigen Zeit mit unseren vielen chronischen Krankheiten wie Diabetes,Rheuma,Gicht,Bluthochdruck etc.eine große Möglichkeit kostengünstig und effiezient zu helfen.
Darum kann man sagen :
Nur gemeinsam sind wir stark und können den Hilfesuchenden Menschen das geben was sie brauchen.

#58 |
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Ärztin

Ich finde ein wichtiger Aspekt der Therapie ist suggestive Wirkung, Zuwendung hin oder her. Die Patienten haben mittlerweile keine Wertschätzung für Schulmedizin: Es ist schon selbstverständig geworden und kostet nix, und was nix kostet wirkt auch nicht.
Ich habe mir bei einer Patientin mit 2 rhöngenologisch nachgewiesenen Wirbelkörperfrakturen bei Osteoporse Zeit genommen: HB über 30 min 1x pro Woche um ihr eine Schmerzlinderung zu verschaffen , sie fährt dann mit dem Taxi zu Heilpraktikerin. Diese teilt Ihr dann ihre Dse über WS-Blockaden mit- die Patientin war begeistert .
Nächster Fall mit einem Abnehmkurs mit selbszahler und mit Kostenübernahme von GKV , die letzen nahm kaum bis gar nicht ab.

#57 |
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Gast
Gast

Wer heilt hat recht. UND: Ärzte sollten Heilpraktiker nicht verurteilen und Heilpraktiker nicht die Ärzteschaft. Wir sollten zusammenarbeiten und voneinander lernen.
Das eigentliche Problem der Menschheit – und das geht uns alle an – ist, dass sich der Mensch immer weiter von der Natur entfernt. Wir sind Teil der Natur, wir sind die Natur und wir leben von der Natur. Wir können nur in einer sauberen und gesunden Natur leben. Was tun wir aber? Wir vergiften uns mit Medikamenten, Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden, Abgasen, …. Wir vergiften auch unser Wasser, unsere Böden unsere Luft unsere Kinder und uns selber. Und jeder der naturheilkundlich arbeitet hat diesen Zusammenhang verstanden. Und jeder der so arbeitet merkt schnell, dass man mit Naturheilkunde, egal ob Homöopathie oder sonst was, etwas bewirken kann. Manchmal sehr viel, manchmal weniger, selten gar nichts.
PS: Wenn jemand immer eine Studie benötigt, um etwas als gut zu befinden, dann kann man denjenigen doch nur bedauern.

#56 |
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Heilpraktiker

Das alles Entscheidende steht im letzen Abschnitt “Mehr Aufgeschlossenheit bitte”. Dort sehr treffend auf den Punkt gebracht. Und das gilt für alle Therapieverfahren, die nun seit vielen Jahren von einer immer größeren Zahl von Anwendern praktiziert werden, wie die Pflanzenheilkunde, die Homöopathie, die Schüßler-Salze, aber inzwischen auch die Bioresonanz.

Wenn diese Therapien weltweit von mehreren tausend Therapeuten, wie Ärzte und Heilpraktiker, tagtäglich mit guten Erfahrungen angewendet werden, dann kann man das nicht einfach so theoretisch vom berühmten grünen Tisch fegen, wie das von den Hardlinern in den regelmäßig wiederkehrenden Kampagnen gemacht wird.

Das gegenseitige Respektieren, wie es hier am Schluss des Artikels sehr schön formuliert wird, kann sehr hilfreich sein für den Patienten. Auch das ist eine tagtägliche Erfahrung aus der Praxis.

#55 |
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Liebe DocCheck News Redaktion,

die Netikette betreffend, ganz meine Meinung.
Das stört mich hier schon lange in diesem Forum, dass intelligente Menschen hier oftmals wie Furien übereinander herfallen, wenn konträre Meinungen geäußert werden. Das widerspricht jeglicher wissenschaftlichen Diskussionskultur.
Ich habe noch gelernt und auch praktisch erfahren, dass Wissenschaftler Argumente sammeln, Thesen aufstellen und diese versuchen, zu beweisen. Dann werden die Ergebnisse vorgestellt und einer kritischen, aber sachlichen Diskussion unterzogen. Andere Wissenschaftler liefern Gegenargumente und dazwischen gibt es einen interessanten Disput, in dessen Ergebnis oftmals neue Wissenschaftsansätze entstehen.
Wie oft ist es schon passiert, dass Studien oder nennen wir es besser wissenschaftliche Versuche, durchgeführt wurden und beeindruckende Ergebnisse vorgestellt wurden. Dann, Zeiten später, wurden neue Erkenntnisse auf dem jeweiligen Wissensgebiet gewonnen, neue Nachweismethoden entwickelt, was auch immer, und plötzlich wurden zum selben Thema völlig andere, neue Erkenntnisse der Öffentlichkeit preisgegeben.
Als man behauptete, die Erde sei eine Scheibe, fußte das auf dem damaligen Wissensstand. Als dann jemand in der Lage war, die Dinge anders zu sehen, mit anderen Methoden und erkannte, die Erde ist rund, glaubte man ihm nicht, aber irgendwann zweifelte keiner mehr an dieser Tatsache.
Ich weiß, altes Beispiel, alter Fall.
Es geht aber auch neuer. Kürzlich las ich die Meldung, dass in den USA jahrzehntelang falsche Urteile aufgrund von Haaranalysen (eine wissenschaftlich anerkannte Methode), darunter viele Todesurteile, gefällt wurden, einfach weil die Mikroskopier-Technik nicht genau genug war. Wer weiß, vielleicht wird man eines Tages auch die vielgelobten Genanalysen neu bewerten (müssen).
Langer Schreibe kurzer Sinn, wir sollten nie glauben, dass eine bestehende Erkenntnisse in Stein gemeißelt ist, nur weil wir momentan nicht mehr wissen. Wenn dem so wäre, gäbe es keine Entwicklung.
Und insofern halte ich den Artikel auch nicht sehr glücklich bearbeitet.
Außerdem möchte ich nur mal so in die Runde fragen, was Sie wohl glauben, wie klinische Studien so durchgeführt werden, wonach wird das Studiendesign gezimmert, wer führt welche Studie warum gerade an welcher Stelle durch? Warum werden immer mehr Studien von Auftragsinstituten und Firmen durchgeführt und nicht mehr von der Pharmaindustrie selber? Ich habe über 10 Jahre auf diesem Gebiet gearbeitet, da habe ich einige Entwicklungen miterlebt.
Und die von einigen hier mit Recht gestellte Frage, warum denn Homöopathie beim Tier wirkt, kann ich auch nur wiederholen. Wäre mal interessant, wenn sich hier auch ein Veterinärmediziner dazu äußern würde.

#54 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Im Übrigen – wenn ich denn mal als Patientin oder Patientenmutter beim Arzt, bringt den in aller Regel nichts mehr ins Schleudern als die Frage, welche Evidenzbasis die vorgeschlagene Therapie denn hat. Nein, stimmt nicht. Wenn man sich die Papers zur Therapie bereits runtergeladen hat und die Evidenzbasis (oder auch deren Insuffizienz) parat hat und auf der Basis diskutieren möchte. Das ist dann noch schlimmer.

#53 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Im Artikel wird suggeriert, dass die Schulmedizin automatisch und generell evidenzbasiert sei. Dem ist mitnichten so, in D schon gar nicht. Vieles ist etabliert, aber nicht evidenzbasiert, sondern eminenzbasiert. Kenne zudem genug Ärzte, die offen sagen, dass sie diesen “Schmarrn” der evidenzbasierten Medizin ablehnen. Also hier bitteschön mal differenzieren. Erst mal wissen und verstehen, was “evidenzbasiert” bedeutet anstelle inflationär Begriffe zu verwenden, die im Kontext nicht korrekt sind. Ich hab in the UK studiert, wo das einen ganz anderen Stellenwert hat als in D. Dazu passend hatten wir am letzten Kongress des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin das Motto:
EbM zwischen Best Practice und inflationärem Gebrauch

#52 |
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Horst Boss
Horst Boss

Ich kann dem letzten Absatz nur voll beipflichten. Als Heilpraktiker arbeite ich sehr gerne und oft mit Fächärzten verschiedener Richtung zusammen. Nicht selten habe ich deren Bericht noch am selben Tag im Fax. Es geht Hand in Hand. Manchmal geht es um Notfälle oder Fälle, die einfach und schnell sehr gut abgeklärt gehören. Wichtig für den Mediziner ist, dass er es mit einem seriösen und wirklich fachkundigen Gegenüber zu tun hat. Esotheriker, reine Akupunkteure, die nicht wissen wo die Leber sitzt, bzw. selbsternannte Schmalspur-Qui Gong Experten zähle ich nicht zu dem Kreis. Bedauerlicherweise ist es häufig so. Auf der Ärzte-Seite ist es leider oft nicht anders. Schnell-Wochenendkurs-Naturheilkundler schaden mehr als sie helfen. Und zocken nebenbei des Öferen erfolglos ab. Viele meiner Patienten sind total unterversorgt mit Vitamin D, wenn sie das erste Mal in die Praxis kommen. Leiden unter schwerer Osteoporose. “Mein Artz sagte, das ist normal in Ihrem Alter”, hört man täglich. Oder: Ich bin ziemlich erkältet. “Mein Arzt hat mir wieder ein Antibiotikum verschrieben. Aber ich will keines mehr nehmen”. Und so weiter und so fort. Da fällt einem nichts mehr ein. Viele Hausärzte verstehe ich nicht. Sie geben zu, nicht mehr Zeit für den Patienten zu haben, ärgern sich aber, wenn dieser Hilfe woanders sucht. Also: Man darf den Patienten nicht verunsichern. Es geht in erster Linie um ihn und nicht um Arzt und Heilpraktiker. Zudem entscheidet der Patient zu wem er geht. Schließlich zahlt er die Beiträge und Honorare. Ich finde, es gibt sehr sehr gute Leute in beiden Lagern. Die müssen nur zusammenfinden. Schon viele Jahre lerne ich immer wieder Ärzte aller Altersgruppen kennen, die ebenfalls der Meinung sind, das man über eine bessere Zusammenarbeit ernsthaft nachdenken sollte. Einer kann nie alles. Zudem ist doch längst bekannt, dass 50 Prozent der Fälle auf Placebo sehr gut ansprechen. Ich behaupte: Nichts ist stärker als die Natur. Aus der Praxis weiß ich, dass Homöopathie, richtig eingesetzt, sehr gut wirken kann. Meine aber auch zu wissen, dass beide Parteien ab und zu mit dem Rücken zur Wand stehen. Irgend etwas außer Arzt, Heilpraktiker und Patient muss es doch noch geben… Das sollten wir nie vergessen.

#51 |
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Jörg Müller
Jörg Müller

Wenn alternative (also nicht-schulmedizinsche) Therapien nicht besser als Placebo sind, warum wirken sie dann bei Tieren?
Weil der Mensch sich eine Besserung wünscht und sie dann auch sieht?
Ich bin Schulmediziner und habe Bioresonanztherapie bei einem Hund erlebt. Das war für das arme Tier der blanke Horror. Hat aber geholfen und genau so funktioniert, wie in der Beschreibung.
Das war mit Sicherheit kein Plazeboeffekt und kann von keinem Schulmediziner weg diskutiert werden.
Nur weil Dr. Hirschhausen etws nicht versteht (Homöopathie) kann es doch trotzdem funktionieren. Übrigen scheint der eine Absatz dieses Artikels stark angelehnt an dessen Hörbuch zu sein? – Ist dies hier Schleich-Werbung aus versehen?

#50 |
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Dr. Karin Rüttgers
Dr. Karin Rüttgers

Hallo Frau Schmitzer,

Sie fragen: “Doch was spricht eigentlich dagegen, beide Heilansätze zu vereinen, sie mit gesundem Menschenverstand miteinander zu kombinieren und dem Patienten das Beste aus „beiden Welten“ anzubieten? ”

Ich bin mit anderen hier ganz einer Meinung: Unter anderem die Schwarz-Weiß-Denke die zwischen beidem immer wieder eine Grenze zieht. Und die Undifferenziertheit, die Ärzten per se Wissenschaftlichkeit und alternativen Methoden per se Placebowirkung attestiert.

Auch ich kenne Ärzte, die homöopathisch arbeiten, Apotheker, die auf Schüssler Salze schwören und Heilpraktiker, die immer erst mal ein Laborergebnis sehen wollen. Und wie in anderen Berufsgruppen gibt es auch in den Gesundheitsberufen gute und schlechte Vertreter ihres Standes.

Daher mein Appel auch an Sie: “Mehr Aufgeschlossenheit bitte!”

Danke!

Mit bestem Gruß
KR

P.S. Manchmal kann ich mich aufgrund der immer wieder gerade im Bereich Schul- vs. Alternativmedizin so sehr plakativen (und oft themaverfehlenden) Titel hier bei doccheck nicht des Verdachts der Quotenschinderei erwehren.

#49 |
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Gast
Gast

Ich bekomme von meinem Arzt (Schulmediziner) auch homöopathische Mittel. Er arbeitet ganzheitlich und genau darum IST er mein Arzt!

#48 |
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“to believe the unbelievable” Wer schrieb das vor 20 oder 30 Jahren? im NEJM ? Alles schon mal da gewesen

#47 |
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Heilpraktiker

Warum immer das “Schwarz-Weiß-Denken”?
Die reißerische Überschrift greift den ewigen Zwist zweier unterschiedlicher Systeme auf, die aber eines gemeinsam haben: Dem Patienten helfen wollen.

Ich sehe es so wie Frau Hild:
Zum Wohle des Patienten sollte immer miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet werden. Außerdem ist nicht jeder HP = Homöopath.
Ich persönlich arbeite fast nicht mit Homöopathie und mehr mit Phytotherapie oder Urtinkturen.

In meinen Disziplinen (u.a. Chiropraktik und Hypnose) habe ich mit Sicherheit mehr Stunden Ausbildung investiert als mancher Facharzt (alleine in Chiropraktik mehr als 800 Stunden!).
Dennoch überwiegt bei mir die Demut vor dem Leben und ich maße mir nicht an, immer alles richtig zu machen. Von daher bin ich froh, ein Pool an Medizinern (Ärzten und HPer) zu haben, mit denen ich vertrauensvoll zum Wohle der Patienten arbeiten kann.

Jeder bekommt die Patienten, die er oder sie verdient!

#46 |
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Heilpraktikerin

Schade das wir Heilpraktiker bei so manchem Arzt nicht gut angesehen sind.Ich bin seit 30 Jahren Arzthelferin und seit 8 Jahren Heilpraktikerin.Wenn man als HP seine Grenzen kennt und seine Patienten auch prophylaktisch mal zum Arztbesuch anregt hat man als H P auch keine Probleme mit den Ärzten.Ein jeder HP sollte Labor technisch fit sein einen Ganzkörperstatus erheben und dann erst mit einer Therapie beginnen .Nach gründlicher Anamnes und Medikamentenüberprüfung.Mich wundert es aber gar nicht das HP und Arzt keinen gekoppelten Weg gehen weil viele wirklich nur mit Handauflegen usw.Arbeiten..Ich will niemaden was böses aber da hat man schon viel gehört und gelesen was wirklich auch stimmt.Die sollten sich einen anderen Beruf suchen. Bis jetzt hat mich jeder Arzt verstanden .Man sollte auch nicht immer auf der Homöopathie rumhacken es gibt viele andere Therapien z.B. die Mykotherapie die auch von Ärzten befürwortet wird. Alle energetischen Therapien sollten nach einer gründlichen Untersuchung erst angewendet werden.Aber nicht vergessen schon eine Stunde reden kann Symptome verschwinden lassen .

#45 |
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Heilpraktiker

In diesem Rahmen eine erneute Diskussion über Homöopathie loszutreten, scheint mir wenig sinnvoll. Das hatte wir schon zu oft…
Über eine Zusammenarbeit hingegen liesse sich trefflich spekulieren, wäre da nicht das längst überholte Zusammenarbeitsverbot im ärztlichen Standesrecht. Und da hilft weder der Hinweis auf die durchaus wissenschaftliche Ausbildung zahlreicher Hp-Kollegen als Biologen, Humanbiologen, Chemiker, Pharmazeuten, Mikrobiologen u.ä., noch die Erkenntnis, dass selbst die als konservativ gepriesenen Juristen sich mit ihrem nichtakademischen Pendant, dem Rechtsberater, inzwischen arrangiert haben, dass die Zahnärzte sich des nichtakademischen Dentisten entledigten, indem sie ihn durch Nachschulung zu einem der ihren machten.
Dass auch die Weisskittel-Funktionäre sich zu einem ähnlichen Schritt entschliessen könnten, wäre zahlreichen Patienten zu wünschen.
Hingegen vermag ich kaum zu hoffen, dass sich derart geistige Freiheit in einer Zeit zunehmender Merkantilisierung der Medizin realisieren liesse.. und doch… “die Hoffnung stirbt zuletzt”. Lieber wäre mir, als letztes stürbe der Patient!

#44 |
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Gast
Gast

Wollen wir nicht alle nur das Beste für die Menschen?
Haben wir nicht deswegen gelernt, was wir können und ausüben?
Warum hacken wir dann so aufeinander herum?
Sollten wir nicht ein Stück aufeinander zugehen?
… gemeinsam für den Patienten???

#43 |
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Gast
Gast

Ich studiere gerade Tierphysiotherapie an einer Naturheilkundlichen Schule. Während wir Physiotherapeuten betont evidenzbasierte Therapien anstreben, erlebt man auch die Kurse der Heilpraktiker. Die Anamnese ist in jedem Fall besser als die der Schulmedizin. Auch das Ganzheitliche Denken, das Denke in den Zusammenhängen des Organismus, der Systeme ist ausgeprägter. Aber was darf /kann ein Heilpraktiker damit dann wirklich machen? Nahezu nichts. All dieses Wissen und befunden und letztlich läuft es dann doch darauf hinaus den Patienten zum Arzt zu schicken wenn es was ernstes ist, oder ihm ein Trostpflästerchen aufzukleben, wenn es nichts schlimmes ist. Die Menschen wollen Trostpflästerchen, also schlucken sie Globuli. Es gab immer schon Menschen und wird sie immer geben, die Angst vor der Schulmedizin haben. Aber ein wenig ist die Schulmedizin für diese Angst auch verantwortlich – oder sagen wir mal, eher die Gesundheitspolitik, die der Schulmedizin so enge Grenzen setzt, dass teilweise nur noch rudimentäre Versorgung geleistet werden darf.

Was ich damit meine? Nun, als Physiotherapeut lerne ich, das alles am Bewegungsapparat miteinander in Beziehung steht, aber nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit dem Immunsystem, dem Hormonsystem, dem vegetativen Nervensystem und ebenso dem zentralen Nervensystem. Alles in allem – man muss genau gucken, ob da wo es weh tut auch die Ursache liegt oder an einer ganz anderen Stelle, weil sich durch Schonhaltung der Schmerz verlagert hat. Tut das ein Orthopäde auch, wenn sein Patient mit einem blockierten Iliosakralgelenk kommt? Woher kommt die Blockade? Wird geguckt, woher sie stammt oder einfach nur die Blockade gelöst und gut ist? Meistens leider das Letztere und sie ist schneller wieder da als man gucken kann, weil die Ursache nicht behoben wurde.

Wenn die Schulmedizin wieder die Anamnese und eingehede Befundung zur Grundlage ihrer Arbeit nehmen könnte, dann müssten Patienten nicht so oft mit dem selben Leiden wieder in die Praxis. Aber wird nach den Füßen oder der Wirbelsäule oder Kniegelenksproblematik gefragt? Nein, wenn der Patient selbst nichts davon sagt, eher nicht. Hat der Patient überhaupt Zeit ein zweites oder sogar drittes Problem in einer Sprechstunde anzugeben? Oftmals nicht. Die Blockade wird zügig behoben und der Arzt verabschiedet sich. Es herrscht immer Eile, immer Stress in den Praxen. Immer sind sie zum Bersten voll und der arme Mediziner kommt kaum gegen den Strom an.

Darum denke ich, das viele Menschen ihr Vertrauen in etwas wohlklingendes wie Naturheilverfahren setzen. Das klingt nicht nach Stress, nach immer wieder kommen. Nach symptomatischer Behandlung. Das klingt nach Ganzheit – auch wenn sie eigentlich im Endeffekt nicht das Problem lösen darf, was sich da herauskristallisiert.

#42 |
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Anne-Cathrin Wirth
Anne-Cathrin Wirth

Es zeugt doch von mangelnder Argumentationskraft, wenn man einen der – in der Regel nicht sehr intelligenten – Gassenhauer-Sprüche eines Möchte-gern-Fernseharztes in die Waagschale werfen muss … ich bin beeindruckt!
Und was hat eine Ernährungsumstellung mit Alternativmedizin zu tun?? Die Ernährung sollte doch auch in der Schulmedizin und gerade bei Krebserkrankungen eine nicht unwichtige Rolle spielen. Und zum Glück wird das auch von vielen Schulmedizinern so schon praktiziert.
Die Schulmedizin fühlt sich ja scheinbar doch sehr bedroht von der Naturheilkunde – die ja “so gar keine Berechtigung hat”. Oder warum sonst immer wieder der gleiche angstvolle Tenor …?!

#41 |
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Helga Margareta Hild
Helga Margareta Hild

Helga Hild
Heilpraktikerin
Ihre Überschrift lautet:
“Ärzte und Heilpraktiker (k) ein Bund fürs Leben?
Warum wird diese vielversprechende Überschrift sofort mit einer “wissenschftlichen” Überprüfung der Wirksamkeit für Homöopathie ersetzt?
Irgendwie hatte ich mir mehr erwartet und finde es daher immer wieder enttäuschend, feststellen zu müssen, dass Alternativmedizin gleichgesetzt wird mit Homöopathie.
Bzw. Arzt versus Heilpraktiker
Alternativmedizin ist soviel mehr, sie betrachtet den Menschen unter dem Aspekt: Körper, Seele, Geist und nicht nur Homöopathie…
Und ja, natürlich arbeiten vielen Heilpraktiker mit Homöopathie, aber eben nicht nur…
Ihr vor-letzter Absatz Frau Schmitzer, spricht mir sehr an, er widmet der Überschrift wenigsten ein paar Gedanken.
Für mich wäre das der beste Weg, jeder sollte seine Grenzen kennen und danach (be)handeln, zum Wohle der Patienten.
Ärzte haben heute (in Kassenpraxen) zuwenig Zeit für die seelischen Bedürfnisse der Menschen, uns Heilpraktikern sind wiederum andere Leistungen für die Patienten nicht möglich.
Warum immer wieder “entweder” – “oder”, wann ist es endlich ein: “sowohl als auch”?
Ich arbeite regelmäßig mit Ärzten zusammen und es entstand eine Cooperation des gegenseitigen Respekts und das nun schon seit vielen Jahren.
Feindbilder aufzubauen schadet nicht nur unseren Patienten sondern uns selbst auch.

#40 |
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DocCheck News Redaktion
DocCheck News Redaktion

Liebe Leser,

es freut uns, dass Sie so zahlreich an der Diskussion teilnehmen.
Bitte beachten Sie in Ihren Kommentaren aber die Netiquette und sehen Sie von Unterstellungen und unsachlichen Angriffen ab.

Ihre DocCheck News Redaktion

#39 |
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kai vonHaase
kai vonHaase

[Zitat: “Tiere übrigens reagieren sehr gut auf Homöopathie. Viele Tierärzte setzen darauf und es ist egal ob die Tiere daran glauben oder nicht. ]
Tiere übrigens reagieren auch sehr gut auf Placebos, wie in vielen Studien belegt ist.
Also:
Was ist denn bitte so schwer daran zu verstehen, dass “kein über Placebos hinaus gehende Effekte” nicht bedeutet: “keine Effekte”?

Bitte nochmal kurz Hirn einschalten.

So.
Und dann sind wir an einem Punkt, wo Homöopathie ihre Daseinesberechtigung verdient, denn die Coverstory ist wichtig für einen (Placebo)effekt. Auch ein gewisser “Preis”. So funktioniert unsere Heuristik nun mal ;-)

#38 |
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Huli
Huli

Eine Zusammenarbeit ist doch sehr wünschenswert und in vielen Fällen mittlerweile auch gegeben. Glücklicherweise sind in der Realität weit weniger Allgemeinmediziner wie auch Komplementär- und Alternativmediziner so dogmatisch wie es in vielen Artikeln dargestellt wird.

Da eine sorgfältige klassisch-homöopathische Behandlung offensichtlich auch positive Effekte auf andere Säugetiere wie den Menschen haben kann, ist wohl die Erklärung der Wirkung durch den Placebo-Effekt nicht zufriedenstellend.

Im übrigen stellt sich ja schon die Frage von welcher Homöopathie die Rede ist?
Von Komplexmittel-Homöopathie? Homöopathie mit Niedrigpotenzen (die sich durchaus noch nachweisen lassen)? Oder klassische Homöopathie?

Genauso stellt sich auch immer die Frage nach der Ausbildung des jeweiligen Therapeuten. Es gibt sowohl Ärzte und Heilpraktier welche viel Mühe und Zeit aufwenden für eine fundierte Ausbildung im Bereich der klassischen Homöopathie.
Aber eben auch To-Go-Ausbildungen, deren Nutzen recht fraglich ist. Deswegen ist es immer oberflächlich pauschal von “der Homöopathie” zu sprechen.

Interessant ist dass die Forscher vom NHMRC verlautet haben, dass „Die Grundlagen der Homöopathie”… “nicht konform mit unserem aktuellen Wissensstand in der Biologie, Physiologie und der Pharmakologie“ sind.
Wer genau liest bemerkt, dass es um den aktuellen Wissenstand geht.

Ein sehr lesenswertes Buch zum Thema der Entwicklung in der Wissenschaft wurde von Alan F. Chalmers geschrieben mit dem Titel “What is this thing called science”. Denn wissenschaftliches Arbeiten ist ja eine stetige Entwicklung. Und wer weiß, vielleicht amüsieren sich in einigen Jahrzehnten die Menschen darüber, dass man sich die Wirkweise von Hochpotenzen einmal nicht erklären konnte. Früher dachte man ja auch dass die Welt eine Scheibe ist.

Abschließend wäre nur noch zu sagen, dass es schön wäre wenn in der Diskussion um die Wirkung von homöopathischen Hochpotenzen weniger polemisch diskutiert würde.

#37 |
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kai vonHaase
kai vonHaase

Tiere übrigens reagieren auch sehr gut auf Placebos, wie in vielen Studien belegt ist.
Also:
Was ist denn bitte so schwer daran zu verstehen, dass “kein über Placebos hinaus gehende Effekte” nicht bedeutet: “keine Effekte”?

Bitte nochmal kurz Hirn einschalten.

So.
Und dann sind wir an einem Punkt, wo Homöopathie ihre Daseinesberechtigung verdient, denn die Coverstory ist wichtig für einen (Placebo)effekt. Auch ein gewisser “Preis”. So funktioniert unsere Heuristik nun mal ;-)

#36 |
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Gast
Gast

Sehr geehrte Herr Goddon! Dies ist scheinbar bei Ihnen auch übliche Art und Weise zu diskutieren. Wo sind denn ihre Argumenten? Wenn Sie immer in ihren Behauptungen so dominant sind und andere, eventuell alternative Ansichten, grundsätzlich nicht akzeptieren, stellen Sie selbst ein gewisse Gefahr für ihre Patienten dar, da solche Einstellung eines Arztes nicht mehr mit “Medizin”, sondern mit “Scharlatanerie” zu tun hat.

#35 |
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Dr. med. Annette Prollius
Dr. med. Annette Prollius

Ihr Artikel enthält einen erfreulichen Satz, in dem von Zusammen-Wirken der Methoden die Rede ist.
Andererseits entbehrt er selbst der sauberen wissenschaftlichen Recherche, indem er Berufe (Ärzte und Heilpraktiker) sowie Methoden (Homöopathie und Schulmedizin) vermischt.
Absicht oder Versehen – jedenfalls Ihrer Seite nicht angemessen.
Den BERUF “Homöopath” gibt’s bis heute nicht.
Die weltweit arbeitenden Homöopathen sind ÄRZTE – und homöopathische Ärzte kennen wirklich beide Seiten.
Andererseits nur das übliche Detail der Dosis elephantös herauszureißen, zeugt keinesfalls vom Verständnis der Methode Homöopathie.
Im Zeitalter der Kommunikation lebender Systeme, Quarks, Quantentheorie, Photonen-Emissionen von Lohschmidt`schen (also molekularen) Zahlen auszugehen, erinnert doch sehr an die Logik der Postkutschen-Betreiber angesichts der Auto-Entwicklung: “ohne Pferd fährt nix.”

Vielleicht informiert sich Schreiberin des Artikels mal bei LMHI oder DZVhÄ, um zu wissen, was sie da verglichen hat.

mfG
Dr. med .Annette Prollius

#34 |
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Heilpraktikerin

Schade, ich frage mich warum alte Heilverfahren sich schon über Zeiträume halten, von denen die…medizin, nur träumt….

Was gab es vor der Schulmedizin??? Sollten wir nicht schlicht und ergreifend unseren Patienten eine diverse Entscheidungsfreiheit, über ihr ganz persönliches Stück Leben auf dieser Erde lassen.
Ihnen überlassen, wie sie es für sich richtg empfinden, soweit sie die Grenze der Volljährigkeit überschritten haben und sie nicht unter permanenten Druck setzen, sich entscheiden zu müssen…

jeder mensch hat sein eigenes leben

#33 |
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Heilpraktiker

Homöopathie ist Informationsmedizin die sich als Schwingung überträgt. Sie lässt sich nicht mit den einfachen Instrumenten nachweisen, die auf die Untersuchung von Globulis angesetzt werden. Wer die richtigen “Augen” hat kann diese “sehen” und das sind dann auch diejenigen Personen, die wirkliche Heilungen bewirken können. Wunder sind immer möglich.
Tiere übrigens reagieren sehr gut auf Homöopathie. Viele Tierärzte setzen darauf und es ist egal ob die Tiere daran glauben oder nicht.

#32 |
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Karin Schoenen-Schragmann
Karin Schoenen-Schragmann

Passt vielleicht nicht direkt hierher, aber ich arbeite als Homöopathin im Bereich der landwirtschaftlichen Nutztiere und behandele ganze Herden. Wie sonst kann ich Leber und Nierenerkrankungen behandeln ohne weitere Schädigung. Ich kenne meine Grenzen ganz genau und weiß wie weit ich gehen kann oder darf und verstehe mich als Zusatz zum Tierarzt, der oft froh ist, wenn ich noch eine Idee habe wo er schon mit seinem Latein am Ende ist. Wichtig ist immer das der Patient ( Mensch oder Tier) im Vordergrund stehen, dass es um sein Wohlergehen geht und ihm auf möglichst schnellen und sanften Wege Heilung oder Entlastung zu ermöglichen. Leider macht sich keiner die Mühe Homöopathie als das zu sehen was eine Reiztherapie wie die Akupunktur. Nur das der Reiz hier nicht mit der Nadel gegeben wird sondern mit dem zur Symptomatik passenden Mittel. Um praktizieren zu können muss man viele Mittel kenne, die Leitsymptome studieren und sich auf die Übersetzung von Mensch und Tier im Bezug auf Körper, Geist und Seele verstehen.

#31 |
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Marion Deissing
Marion Deissing

Ehrlich gesagt ist das hier nicht mit anzuschauen. Ich bin NUR Tierheilpraktikerin und arbeite klassisch homöopathisch und habe damit unglaublich viele Erfolge, Placebo bei Tieren? Mehr habe ich nicht zu kommentieren. Es ist nur unglaublich wie unwissend und eingeschränkt im Denken viele Menschen sind, oder soll ich es arrogant nennen…

#30 |
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Heike Präuer
Heike Präuer

Ich selbst bin Dipl. Coach und Heilpraktikerin. Es war immer schon Ziel für mich eine Schnittstellenfunktion einzunehmen und komplementär zu arbeiten. Das bedeutet unterstützend zur Schulmedizin. Es müsste eigentlich das Ziel sein, dass der Pat. die Leistungen erhält, die ihn wieder gesund macht. Und wenn ein Arzt sagt, so wie ich es erlebt habe: Sie haben einen HPV High Risk Befund, jetzt warten Sie mal drei Monate ab und dann schauen wir wieder , dann könnte man doch auch auf die Idee kommen das Immunsystem zu stärken. Das habe ich dann getan in Form von Hoch Dosis Vitamin C Infusionen bei meiner Heilpraktikerin und siehe da aus dem High Risk Befund wurde ein Low Risk Befund. Als ich das dann meinem Frauenarzt erzählte und wollte, dass er so etwas doch auch integrieren könnte bei sich in der Praxis , war ich anscheinend zu penetrant in meinen Ansichten und erhielt Hausverbot. Dass ich nun einen Low Risk Befund hatte, war für ihn nicht wichtig. Es war anscheinend nur Zufall, mein Immunsystem hätte es anscheinend auch so hinbekommen. Das ist einfach schade. Was in der Industrie funktioniert, funktioniert im Gesundheitswesen leider nicht. Ein guter Heilpraktiker kennt genauso seine Grenzen, er arbeitet , wie gesagt , unterstützend und nicht gegen die Ärzte.

#29 |
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Michaela Reininger
Michaela Reininger

„Der Patient sei sein Arzt, der Arzt dessen Helfer“ (Paracelsus)

Ich denke, es ist an der Zeit, dass sowohl wir Heilpraktiker als auch die Ärzte vom hohen Ross heruntersteigen und glauben wir mit unseren Methoden, egal ob mit klassischer Medizin oder alternativ, sind die alleinigen Heilsbringer. An Heilung sind viele beteiligt, nicht nur das medizinische/“alternative“ Personal sondern auch Familie, Freunde und das gesamte Umfeld des Patienten. Aber in aller erster Linie ist der Patient selber. Uns den Erfolg alleine auf die Fahnen zu schreiben, finde ich vermessen. Wir sollten ein bisschen Demut walten lassen, uns mit dem Patienten freuen, wenn Heilung funktioniert und für den Patienten da sein, wenn Heilung nicht mehr oder nur noch bedingt möglich ist.

#28 |
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Robert Nonnen
Robert Nonnen

Robert Nonnen Hp

Liebe wirkt auch – ohne eine Berührung und nur durch einem Blick ohne einen “Wissenschaftler” dazwischen…..Homöopathie in Hochpotenz.
Was hat mein Professor als Leiter einer großen Uni-Klinik gesagt:
Wissenschaftler sind Studenten von gestern, aber oft sind sie es
bis heute geblieben…
Herr von Hirschhausen soll weiter Spass machen, damit tut er mehr
Gutes als mit seiner Polemik..

#27 |
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Herr Doktor
Herr Doktor

>Dr. med. Sven Goddon
>Arzt
>
>Es gibt die Medizin (Arzt) und es gibt Scharlatanerie (sonstige “Heiler”).

Definition: Als Scharlatan wird eine Person bezeichnet,
die fälschlicherweise vorgibt, ein bestimmtes Wissen oder
bestimmte Fähigkeiten zu besitzen.

Insofern praktizieren viele Heiler und viele Ärzte Scharlatanerie.

Um die Liste zu ergänzen:

Genannt werden könnten zudem auch
– inkompetente und undifferenziert denkende Ärzte,
die von der Unfehlbarkeit des eigenen Berufsstandes überzeugt sind.
– kompetente und differenziert denkende Heiler mit guten Behandlungserfolgen,
die sich stets einen kritischen Blick auf sich und Kollegen erhalten.

Ist es nicht wie in allen Berufen..?
Nur die wenigsten Ärzte, Heilpraktiker und Gebrauchtwagenverkäufer sind
wirklich gut in ihrem Fach und stellen das Wohl der “Kunden” stets
über das eigene.

Wahrlich gefährlich ist eigentlich nur Schwarz/Weiss Denken.
Zum Glück nehmen viele Mediziner davon zunehmend Abstand.

#26 |
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B.A Cathrin Zajber
B.A Cathrin Zajber

“Die klassische Erkältung, die mit und ohne Globuli nach gut einer Woche ausheilt?” (Zitat Schmitzer). Irre ich, oder sagt man nicht das gleiche von Antibiotika?
Und kann mir hier jemand erläutern, warum Homöopathie in der Tiermedizin durchaus wirksam ist- bilden sich die Viecher was drauf ein, dass Herrchen so viel zahlt?

#25 |
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Diplom Ingenieur Wolfgang Botzenhardt
Diplom Ingenieur Wolfgang Botzenhardt

the original findings are
“There was no reliable evidence from research in humans that homeopathy was effective for treating the
range of health conditions considered: no good-quality, well-designed studies with enough participants
for a meaningful result reported either that homeopathy caused greater health improvements than
placebo, or caused health improvements equal to those of another treatment.”
so the conclusion may also be that homeopathy works equal than others eventually with less side effects

#24 |
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Gast
Gast

Homöopathen machen den Menschen was vor mit unsinnigen Versprechungen und allem möglichen Hokuspokus. Anschließend werten sie es as Qualitätsmerkmal, wenn Leute sie aufsuchen und hoffen, dass an den Versprechungen was dran ist.
Die Begrenztheit der konventionellen Medizin, die immer trotz aller Fortschritte bestehen bleiben wird, darf nicht dazu führen, sein Heil in allem möglichen Blödsinn zu suchen und die existierenden Möglichkeiten der Medizin zu verp