Herzinfarkt-Risiko: Rauchstopp kennt kein Alter

24. April 2015
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Raucher steigern mit jeder Zigarette ihr Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko. Ein Herztod trifft sie im Schnitt fünfeinhalb Jahre früher. Doch auch umgekehrt gilt: Selbst wer erst mit über 60 Jahren mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko bereits innerhalb weniger Jahre erheblich.

In der bislang umfangreichsten Untersuchung zu den Auswirkungen des Rauchens auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Menschen analysierte die Epidemiologin Dr. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum 25 Einzelstudien. Insgesamt wertete sie damit die Daten von über einer halben Million Menschen im Alter von 60 Jahren und darüber aus.

Raucher sterben doppelt so oft an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie lebenslange Nichtraucher. Das Risiko steigt abhängig von der Zahl der Zigaretten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens geraucht hat. Nach einem Rauchstopp geht dieses Risiko kontinuierlich zurück. Im Mittel liegt es für ehemalige Raucher noch 1,3-fach höher als für einen lebenslangen Nichtraucher.

Schon in den ersten fünf Jahren nach der letzten Zigarette sinkt das Risiko messbar. Auch Menschen, die es erst nach ihrem 60. Geburtstag schaffen, das Rauchen aufzugeben, profitieren noch von verringerten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jedoch gilt: Je länger der Rauchstopp zurückliegt, desto deutlicher sinkt das Risiko der Ex-Raucher, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben.

Es ist nie zu spät

Da es Menschen oft schwerfällt, die Bedeutung relativer Risiken korrekt einzuschätzen, analysierte Ute Mons die Ergebnisse ihrer Metaanalyse zusätzlich mit einer alternativen Methode: Sie errechnete, um wie viele Jahre das Rauchen den Herztod beschleunigt. Raucher versterben demnach im Mittel fünfeinhalb Jahre früher an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als lebenslange Nichtraucher. Bei Ex-Rauchern sind es dagegen nur noch knapp über zwei Jahre.

„Es ist also nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Selbst Menschen in der höchsten Altersgruppe profitieren gesundheitlich noch sehr davon“, sagt Studienleiter Prof. Hermann Brenner. „Viele Herzinfarkte und Schlaganfälle mit all ihren schwerwiegenden Folgen ließen sich so verhindern.“

Originalpublikation:

Impact of smoking and smoking cessation on cardiovascular events and mortality among older adults – Meta-analysis of individual participant data from prospective cohort studies of the CHANCES consortium
Ute Mons et al.; British Medical Journal, doi: 10.1136/bmj.h1551; 2015

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2 Kommentare:

Diätassistent

Man tut gerade so als ob es noch ein Raucher gäbe der nicht wüsste wie schädlich das Rauchen ist, die Sucht ist das Problem, nicht der Verstand.

#2 |
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Tja, nur fürchte ich, dass auch dieser weitere Befund, wie all die unzähligen zuvor nicht den durchschlagenden Erfolg bringen wird und das Gros der uneinsichtigen Raucher nicht zur durchgreifenden Verhaltensänderung bewegen wird. Da wird dann lieber als unfassbar dämliches “Argument” das hohe Alter eines kettenrauchenden Exkanzlers angeführt, der ob seines Nikotinstarrsins bei jedem TV-Auftritt auch noch hofiert wird. Eigenartigerweise wurde beim kürzliches Lungenkrebstod von Regisseur Helmut Dietl nicht annähernd mit gleicher Nachdrücklichkeit auf seine Jahrzehnte lange Extremraucherei hingewiesen. Die Pietät mag das gebieten – die Gesundheitaufklärug nicht.

#1 |
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