Strangbrüche: Hält Kaffee die DNA in Form?

21. April 2015
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Kaffeetrinken kann die DNA offenbar vor Schäden schützen, die sonst durch Umwelteinflüsse entstehen. Regelmäßiger Kaffeekonsum kann die Anzahl von DNA-Strangbrüchen reduzieren und trägt somit zur Instandhaltung der DNA bei.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Elke Richling vier Wochen lang 84 gesunde Männer. Die Hälfte von ihnen sollte täglich 750 Milliliter Kaffee trinken, die andere bekam stattdessen Wasser. Die Probanden sollten während dieser Zeit ihre üblichen Ernährungsgewohnheiten beibehalten und andere koffeinhaltige Produkte vermeiden. Vor und nach der Testphase untersuchten die Forscher das Erbgut der weißen Blutkörperchen auf Strangbrüche im Erbmaterial. Solche Brüche des strickleiterartigen Moleküls kann der Körper nur schwer reparieren. Sie führen deshalb zur Alterung der Zellen und im schlimmsten Falle zu Krebs.

„Zu Beginn der Studie zeigten beide Gruppen ein ähnliche Anzahl an DNA-Strangbrüchen”, berichtet die Mitarbeiterin Dr. Tamara Bakuradze von der TU Kaiserslautern. Nach vier Wochen wiesen die Männer, die nur Wasser getrunken hatten, geringfügig mehr DNA-Strangbrüche in ihren weißen Blutkörperchen auf. In der Kaffeetrinker-Gruppe dagegen war die Anzahl der Strangbrüche deutlich gesunken. Insgesamt gab es 27 Prozent weniger Strangbrüche bei den Kaffeetrinkern. „Wir kommen zu dem Schluss, dass regelmäßiger Kaffeekonsum zur Instandhaltung der DNA beiträgt”, fassen die Lebensmittelchemiker ihre Ergebnisse zusammen.

Das könnte erklären, warum dem Kaffeegenuss immer wieder positive und vorbeugende Effekte vor allem bei degenerativen Krankheiten wie Krebs, Altersdiabetes, Parkinson und Herz-Kreislaufleiden zugeschrieben werden. Ob der Kaffee die Gene wirklich dauerhaft fit hält, sollen bald neue Studien mit einer deutlich größeren Anzahl von Männern und Frauen zeigen.

Originalpublikation:

Consumption of a dark roast coffee decreases the level of spontaneous DNA strand breaks: a randomized controlled trial
Tamara Bakuradze et al.; European Journal of Nutrition, doi: 10.1007/s00394-014-0696-x; 2015

38 Wertungen (4.84 ø)

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9 Kommentare:

Gast
Gast

schon fast unheimlich,
was die Droge Coffein alles können soll.
Mir reicht eigentlich schon völlig, dass sie (angeblich) nicht schädlich ist,
da ich Kaffee-Trinker bin.

#9 |
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Medizinphysiker

Herzlichen Dank!

#8 |
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DocCheck News Redaktion
DocCheck News Redaktion

Liebe Leser,

vielen Dank für Ihre Hinweise. Wir haben den Artikel dementsprechend angepasst. Hinter der Abkürzung DOI verbirgt sich der sogenannte Digital Object Identifier. Dabei handelt es um einen dauerhaften, digitalen Identifikator für Online-Publikationen. Auf http://www.doi.org/ können sie nach der Eingabe des Identifkationscodes nach der zugehörigen Publikation suchen. Der Vermerk 2015 kennzeichnet schlicht das Veröffentlichungsjahr der Publikation.

Ihre DocCheck News Redaktion

#7 |
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Medizinphysiker

…und das heißt Nutrition anstatt Nutrion, nur so am Rande! Aber was bedeutet:
doi: 10.1007/s00394-014-0696-x; 2015?

#6 |
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sklade
sklade

Richtige Zitierweise wäre nett. Die Veröffentlichung ist korrekterweise als “Bakuradze et al.” zu zitieren.

#5 |
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Klaus-Peter Karmann
Klaus-Peter Karmann

Die Botschaft hör ich gern; allein: mir feht der Glaube!

#4 |
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Dr. Gerd Kruse
Dr. Gerd Kruse

Liebe Kollegin Eisenmann-Stock,
da haben sie aber den Artikel nicht richtig gelesen. Geringfügig mehr Strangbrüche waren bei der Vergleichsgruppe, die Kaffeetrinker hatten 27% weniger Strangbrüche. Das sollte auch bei der Minigruppe (84 VP) schon für eine deutliche Signifikanz ausreichen – nicht nur auf dem 5%-Niveau.

#3 |
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Gast
Gast

Das hört hier wohl jeder gerne :)

#2 |
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Dr. med. Inge Eisenmann-Stock
Dr. med. Inge Eisenmann-Stock

geringfügig – also nicht signifikant
bei 84 probanden

da könnte man auch den mond anheulen und hoffen,
dass der fußpilz weggeht …
… da helfen ja Bachblüten noch besser

also wirklich, was heute alles ‘getestet’ wird

#1 |
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