Zusatzleistungen: Des IGeLs Kern

12. Mai 2015
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Drei Jahre nach dem Start des IGeL-Monitors zieht der MDS Bilanz: Die Mehrheit der bewerteten IGeL-Angebote hat demnach keinen Nutzen, manche Leistungen werden als gesundheitsgefährdend eingestuft. Wie valide und neutral sind diese Bewertungen?

Regelmäßig führen die Pressemitteilungen des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) zu einem breiten Medienecho: Kaum hat der vom MDS betriebene IGeL-Monitor wieder den Nutzen einer neuen Untersuchungs- oder Behandlungsmethode als unklar oder negativ bewertet, liest man in einer Flut von Artikeln, dass individuelle Gesundheitsleistungen nutzlos oder gar gefährlich seien, und dass die Ärzteschaft sich damit auf Kosten der unwissenden Kassenpatienten bereichern würde.

Seit nunmehr drei Jahren soll der IGeL-Monitor Patienten dabei helfen, den Sinn oder Unsinn einer IGeL besser beurteilen zu können. Dazu analysiert laut Aussage des MDS ein interdisziplinäres Team in einem evidenzbasierten Ansatz die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten, die Aussagen zu Schaden und Nutzen einer IGeL enthalten. Durch Abwägung von Schaden und Nutzen kommt das Team dann zu einer von fünf Bewertungsaussagen: Positiv, tendenziell positiv, unklar, tendenziell negativ und negativ. Zurzeit sind 38 Selbstzahler-Leistungen im IGeL-Monitor gelistet. Von den bisher bewerteten 34 Leistungen wurden lediglich 4 tendenziell positiv bewertet, bei 13 Leistungen war die Bewertung „unklar“ und 17 erhielten das Urteil „tendenziell negativ“ oder „negativ“. Positiv wurde keine einzige IGeL bewertet.

(K)eine unabhängige Bewertung

Doch sind die überwiegend negativen Urteile des IGeL-Monitors wirklich so überraschend? Der MDS wird vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert – da liegt die Vermutung nahe, dass die Interessen der Krankenkassen bei den Bewertungen des IGeL-Monitors potentiell eine Rolle spielen. Ein Beispiel: Methoden wie die Biofeedback-Therapie bei Migräne bekommen die Bewertung „unklar“ vom IGeL-Monitor, während die aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften DGN und DMKG den Einsatz der Biofeedback-Therapie explizit empfehlen.

Auch der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, äußerte sich kritisch zum IGeL-Monitor und forderte mehr Transparenz bei der Bewertung und bei den daran beteiligten Personen: „Problematisch sind vor allem die offenbar rein politisch motivierte Auswahl der bewerteten IGeL und die nicht kommunizierten Kriterien, nach denen IGeL zur Bewertung ausgewählt werden.“ Um seriöse Informationen über IGeL zu liefern, haben BÄK und die kassenärztliche Bundesvereinigung einen Ratgeber für Patienten und Ärzte entwickelt, der unter anderem Checklisten und einen Musterbehandlungsvertrag enthält.

IGeL im Aufwind

Trotz berechtigter Zweifel ist der IGeL-Monitor bei Patienten weiterhin beliebt. Nach Aussage des MDS konsultieren an Spitzentagen bis zu 10.000 Besucher den IGeL-Monitor. Dass der IGeL-Markt boomt, zeigen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO): 2012 wurde ihr zufolge 29,9 % der Befragten im Lauf der letzten 12 Monate in einer Arztpraxis (Zahnärzte ausgenommen) eine ärztliche Leistung als Privatleistung angeboten oder in Rechnung gestellt. Hochgerechnet entspricht dies 26,2 Millionen angebotenen und 18,2 Millionen realisierten IGeL. Damit umfasst das Volumen des IGeL-Markts für 2012 schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro.

Besonders häufig wurden Ultraschalluntersuchungen, Glaukom-Vorsorgeuntersuchungen und Blut-/Laboruntersuchungen als Selbstzahler-Leistungen angeboten. Dabei waren Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren die größte Zielgruppe der IGeL-Verkäufer: 36,6 % erhielten ein Angebot für eine Privatleistung. Interessanterweise standen weder Alter noch Gesundheit mit dem Umfang angebotener IGeL im Zusammenhang, wohl aber Einkommen und Schulbildung der Patienten. Die jüngst veröffentlichten Zahlen einer 2014 durchgeführten repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse bestätigen diesen Zusammenhang: Während 46 % der Geringverdiener mindestens einmal ein IGeL-Angebot erhalten hatten, waren es bei den Besserverdienern 64 %.

Der Stachel des Anstoßes

Ergänzend zum IGeL-Monitor bietet beispielsweise das Internet-Portal der Verbraucherzentrale NRW Patienten eine Plattform für Kritik an IGeL. Besonders häufig treten demnach in der ärztlichen Praxis folgende Probleme auf:

  • Aufforderung zur Bezahlung einer IGeL nach erfolgter Untersuchung, ohne vorher auf die Kosten hingewiesen zu haben
  • erhebliche Preisunterschiede zwischen Kostenvoranschlag und tatsächlichem Rechnungsbetrag
  • längere Wartezeit bei der Terminvergabe oder Verweigerung der (Weiter-) Behandlung, wenn nicht gleichzeitig eine empfohlene IGeL in Anspruch genommen wird
  • nach Ablehnung einer IGeL Aufforderung zum Ausfüllen eines Formulars zum „ärztlichen Haftungsausschluss“

Dass es sich hierbei um mehr als Einzelerfahrungen handelt, zeigt neben der WIdO-Umfrage auch der „Monitor Patientenberatung 2014“ der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). In ihrem aktuellen Bericht für den Patientenbeauftragten der Bundesregierung schreibt die UDP: „Eine gesteigerte Aufmerksamkeit verdient auch der sehr hohe Anteil an dokumentierten Beschwerden und Problemlagen zu Geldforderungen im Kontext einer Individuellen Gesundheitsleistung. Dies gilt insbesondere für die wirtschaftliche Aufklärung vor der Durchführung von Individuellen Gesundheitsleistungen und die Zulässigkeit der privaten Abrechnung von Kassenleistungen.“ Dem Bericht zufolge wurden die meisten Beratungen durch einen Besuch bei einem niedergelassenen Arzt ausgelöst, allen voran bei Augenärzten, gefolgt von Zahnärzten und Orthopäden.

IGeL: Ausgewogene Beratung wichtig

In ihrer Doppelrolle als Vertrauensperson einerseits und Unternehmer andererseits sind Ärzte in einer schwierigen Situation, gerade was IGeL betrifft. Im Umgang mit den Patienten gilt es, wesentliche Punkte zu beachten: Dazu gehören neutrale, ausgewogene Informationen über Nutzen und Risiken der angebotenen Leistung, wissenschaftliche Belege, ausreichend Zeit zur Entscheidung für den Patienten sowie ein schriftlicher Behandlungsvertrag samt Kostenvoranschlag und eine korrekt gestellte Rechnung. Schon das Beherzigen dieser einfachen Grundsätze wird das Arzt-Patienten-Verhältnis auch in Punkto IGeL deutlich verbessern.

67 Wertungen (4.04 ø)

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23 Kommentare:

Gast
Gast

Der lieben Frau Annukka, geht es doch um Ärzte-bashing,
das bringt heute Leser, warum auch immer.
Der Schaden letztlich für den Patient interessiert niemand.

#23 |
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Jörg Müller
Jörg Müller

Igel, Igel und wo war der Anfang und wo ist das Ende?
Die IGeLeistungen sind wann “auf den Markt” gekommen?
Helft mir doch mal?
War das nicht die große EBM-Reform von 2004?
Da wurde doch von politischer Seite die Unterscheidung zwischen notwendig (Kassenleistung) und sinnvoll (IGeL) getroffen!
Beispiel für Sinneswandel gefällig:
Wie lange mussten die Fachärtze für Gynäkologie und Geburtshilfe das Screening auf Gestationsdibetes als IGeL an die Frau bringen ?
(manche Quellen behaupten 18Jahre) – Das war damals eine Unverschämtheit!
Und? Was und?
Seit 2013/14 ist es keine Unverschämtheit mehr, sondern Kassenleistung!

Oder was sagt der Urologe, der auf Schadensersatz verurteilt wurde, weil er die unklare IGeL-Kontrolle von PSA seinem Patienten nicht “aufschwatzte”?

#22 |
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Arzt
Arzt

@Helmut Heckele es geht nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dass der, der die direkte Verantwortung für die Behandlung am Patient hat, auch die Entscheidung über die Wahl der Mittel im Einzelfall haben muss.
Der “alte Arzt” sagt das genau richtig.

#21 |
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Helmut Heckele
Helmut Heckele

Patient
Sind denn unterschiedliche Auffassungen in der Frage IGeL oder nicht, so verwunderlich? Schließlich treffen hier zwei Systeme mit Eigeninteressen aufeinander. Der medizinische Dienst wird von den Krankenkassen finanziert und im Wesentlichen auch besetzt. Die Ärzteschaft versucht die teilweise völlig unzureichende Entlohnung der erbrachten Leistungen irgendwie aufzubessern.
Keine Frage – es gibt bestimmt schwarze Schafe denen man das Handwerk legen sollte. Aber viele Betroffene können auch ein “Lied” über Entscheidungen des MDS/MDK und der Kassen singen. Wichtig wären Gespräche zwischen Verantwortlichen mit Beweisen und weniger zwischen den Funktionären die sich meilenweit von der Realität entfernt haben.

#20 |
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So lange die Deutschen an ihren
heiligen Kuh,dem Sachleistunsprinzip in der medizinischen Versorgung festhalten,so lange wird es solche Auswüchse wie igelleistungen geben.

#19 |
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alter Arzt
alter Arzt

Im Sinne des Patienten wäre eine vernünftige Kooperation zwischen Kassen und Ärzten zu empfehlen.
Das ist speziell in Deutschland offenbar nicht möglich.
Eine Stellungnahme der Kassen für Leistungen, die sie NICHT bezahlen, ist so überflüssig wie ein Kropf und greift ziemlich unverfroren in das erforderliche Arzt-Patienten-Verhältnis ein. Medizin ist kein Gebrauchtwagenhandel, sondern der Patient hat eher Angst oder Sorge, da ist ein “Vertrauensverhältnis” die einzige Basis der Behandlung.
Und die wird von den Kostenträgern permanent torpediert, auch von den Privatversicherern.
Auch die generelle “Kostenträger”-Behauptung “es wird zu viel operiert” ist eine (uralte) Unverschämtheit, die bisher NOCH NIE schlüssig belegt wurde.
Früher waren es die teuren Herzschrittmacher, heute sollen es die Kniegelenke sein.
Die Alternative “Rollstuhl” wird aber bezahlt????
Sie ist sowohl unmenschlicher wie teurer.

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich habe auch, Bzw. meine Frau, Erfahrung mit solche Igel-Leistungen. Eine Untersuchung wegen Glaukom, wäre aus medizinische Gründe angebracht gewesen. Als meine Frau den Augenarzt besuchte wurde diese sinnvolle Leistung aufs Auge gedruckt. Bei eine entsprechende Überweisung durch den Generalist oder Fach-Arzt, hätte die Krankenkasse die Kosten übernommen.
Andere Leistungen die nicht als Igel Verkauft werden, werden vom Facharzt nicht verschrieben. Das Gesundheitssystem und schlecht überlegten Vorschriften verhindern offenbar dies. Bei bestimmte seltene Erkrankungen sind die Prognosen ausgesprochen schlecht. Ein Verdacht scheint nicht ausreichend zu sein, damit eine sinnvolle Vorsorge vorgenommen wird. Wenn den Ernstfall eintritt, glücklicherweise nicht bei allen Patienten, kann vielleicht gehandelt werden.

#17 |
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Ernst-Günther Krause
Ernst-Günther Krause

Ich habe an der Entwicklung der Anfang des Jahres 2015 veröffentlichten S3-Tabakleitlinie direkt miterleben können, wie die finanziellen Interessen der Fachgesellschaften und einzelner Personen in den Leitlinienprozess und die Entscheidungen eingebracht wurden. In der angeführten Literatur für einige Empfehlungen war sogar das Gegenteil dessen zu lesen, was die “Experten” als Begründung anführten.

Ernst-Günther Krause

#16 |
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Dr. med. Elke Ramcke
Dr. med. Elke Ramcke

Hallo Frau Aho-Ritter,
Dass sog. Meinungsbildner auch in Leitlinien die Interessen der Industrie lancieren, sollte Ihnen eigentlich bekannt sein. Als ehemalige, langjährige MDK-Mitarbeiterin kann ich Ihnen versichern, dass man dort und auch beim MDS durchaus in der Lage ist, sich gegen allzu einseitig vorgetragene Interessen der Kassen zu verteidigen.
Fazit: es bleibt schwierig, medizinische Notwendigkeit gegen wirtschaftliche Interessen abzuwägen.

#15 |
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Patient
Patient

Ist es dem Kassenpatienten gegenüber fair, wenn ein Arzt am Quartalsanfang dem Patienten empfiehlt, bei Beschwerdeverschlimmerung “sofort” wiederzukommen, um Folgeschäden zu verhindern (am Quartalsanfang klappt eine Terminvergabe auch tatsächlich innerhalb von 3 Tagen und die Kasse übernimmt auch die Kosten!), die zügige Terminvergabe aber im letzten Monat des Quartals seitens der Arztpraxis nur realisierbar ist, wenn der schmerzgeplagte Kassenpatient einwilligt, die dringend erforderliche Therapie über IGeL-Leistung selbst zu finanzieren oder alternativ dreieinhalb Wochen auf einen regulären Termin zu warten? Oder nennt sich dies “umdefinierte IGeL-Leistung”?

#14 |
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Christiane Lücker
Christiane Lücker

Es ist interessant, dass immer wieder dem MDK/ MDS eine politisch gewollte/ krankenkassenorientierte Arbeitsweise unterstellt wird- ohne das tatsächlich mal geschaut wird, auf welcher Grundlage die Stellungnahmen- in diesem Fall auch IGEL- Empfehlungen- erstellt werden.
Einen Wissens- Status von” vor 10 Jahren” kann sich kein Gutachter erlauben. Wir sind verpflichtet, immer auf dem aktuellsten Stand der Forschung/ des Wissens zu sein- und auch nur auf dieser Grundlage werden Stellungnahmen abgegeben- die übrigens sämtlichst und jederzeit ” gerichtsfest” sein müssen.
Die Empfehlungen müssen ” Hand und Fuß” haben- also durch qualitativ hochwertige Studien unterstützt werden- und da fällt der Großteil der vorhandenen Studien leider heraus, da die Qualität meist sehr schlecht ist.
Das heißt sie werden gelesen und bewertet- mit den o.g. Folgen.
Alles andere wäre meiner Meinung nach auch unredlich dem Patienten gegenüber, der eben keine Ahnung hat und sich auf den Arzt/ die Ärztin verläßt, manchmal eben auch mit finanziell sehr unerquicklichen Folgen…
Den Kassen “gefallen” beileibe nicht alle Begutachtungsergebnisse- aber die Gtuachter sind in erster Linie dem SGB V , ggf. SGB XI, verpflichtet und ihrem ärztlichen Wissen und Gewissen!
Apropo: viele Kassen haben in ihren Zusatzleistungen einen jährlichen oder zweijährlichen Hautcheck zur Malignomfrüherkennung – eine Igelleistung ist dafür nun wirklich nicht erforderlich.

#13 |
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Gast
Gast

Die Frage ist doch, wie und in welchem Zusammenhang die IGeL “angeboten” werden. Wenn der Patient befürchten muss, durch Ablehnung des Angebotes den Unmut des Arztes zu erwecken, stimmt etwas nicht. Mir ist es bei einer Frauenärztin auch wiederholt passiert, dass sie einfach nicht mit der Untersuchung anfangen wollte, ehe sie nicht auch die Einwilligung zum Ultraschall von mir hatte, obwohl ich jedes Mal bereits bei der Anmeldung angegeben hatte, darauf verzichten zu wollen. So hat sie 3 x einen Betrag von mehr als 50 € erhalten, ehe ich mir einen anderen Gynäkologen gesucht habe.

#12 |
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Arzt
Arzt

@Gastin, nicht stänkern

#11 |
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Gast
Gast

Die Bewertungen des MDS sind tatsächlich kritisch zu sehen. Dies liegt jedoch nicht an der Kompetenz der dortigen Kollegen, sondern an den Bewertungskriterien, die der MDS glaubt, anlegen zu müssen. Für ihn ist eine nutzbringende Wirksamkeit nur dann gegeben, wenn Studien zu den bewerteten Leistungen den Evidenzgrad I oder II erfüllen. Da dies selten der Fall ist, erhalten auch nur wenige Leistungen ein positives Votum. Hierbei wird bewusst eine Fehlanwendung der Begriffe “Evidenz” und “Qualität” verwendet. Das Fehlen von Studien bzw. Vorliegen von Studien “geringerer” Evidenz bedeutet nicht, das eine Leistung unwirksam ist. Die Wirksamkeit ist lediglich nicht bewiesen! Dieser feine Unterschied wird bewusst ignoriert, um angeblich im Sinne des SGB V mangelnde Qualität zu beweisen und Leistungen auszuschließen.

#10 |
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Gastin
Gastin

Und die Bewertung durch den Arzt ist ojektiv Herr Hörold?… wenn er die $$ Zeichen in den Augen hat.
Können sie den keinem Patienten helfen,wenn er ihre IGel-Leistungen nicht extra bezahlt?
Und warum muss man für die gleichen IGels so unterschiedlich viel bezahlen…
Und ist IGel nicht oft nur Pseudobehandlung mit Placebo-effekt.

#9 |
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Herr Ludger Kleine
Herr Ludger Kleine

… sollte man sein Augenlicht durch eine nicht durchgeführte, negativ bewertete Augeninnendruckmessung verlieren, kann man immer noch durch eine positiv bewertete Lichttherapie die erworbene Traurigkeit mildern !

Ich wollte nicht so harte Worte wählen, aber meine tägliche Praxis lässt nichts
anderes zu .
An die Krankenkasse: Unverantwortlich
An die Autorin: Toller Artikel

Ludger Kleine Augenoptikermeister

#8 |
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Meiner Meinung nach ist die Bewertung von so genannten IGeL-Leistungen durch den MDS weder unabhängig, noch neutral, geschweige denn medizinisch kompetent. Die Absicht der gesetzlichen Krankenversicherungen ist es, so wenig Geld wie möglich für ärztliche Leistungen auszugeben. Da unterscheiden sie sich nicht von den privaten Kostenträgern, denen die therapeutischen Ergebnisse genauso unwichtig sind, wichtiger jedoch die möglichen Kosteneinsparungen. Ich habe sehr viele chronisch erkrankte Patienten mit einem speziellen IgG-Antikörper-Test beraten und eine so genannte antientzündliche Ernährungstherapie durchgeführt. Die Erfolge dieser Ernährungstherapie sind manchmal gigantisch! Was der MDS im IGeL-Monitor über diese Untersuchungen schreibt, entspricht dem Wissensstand eines Mediziners, der vor mindestens zehn Jahren aufgehört hat sich weiterzubilden. In unserem Therapeutennetzwerk haben wir labordokumentierte und laborkontrolliert Kasuistiken von ehemals chronisch erkrankten Patienten, die einen nachhaltigen gesundheitlichen Gewinn durch die Ernährungsumstellung davongetragen haben. Dass hier keine Nahrungsmittel-Allergien untersucht werden, sondern die inflammatorische Potenz eines Nahrungsmittels scheint immer noch nicht in den Gehirnen der Verantwortlichen angekommen zu sein – das ist fachlich so unglaublich schlecht! [Kommentar aufgrund werblicher Inhalte von der Redaktion gekürzt.]

#7 |
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Gastin
Gastin

Wenn Patienten nur wenn sie IGel-Leistungen “in Anspruch” nehmen (müssen!) behandelt werden, dann ist das mehr als fragwürdig.

#6 |
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Heilpraktiker

Danke Frau Li…….so sehe ich das auch!

#5 |
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Danke, Frau Li, für diese schöne Stellungnahme! Ich selbst biete als Kinderärztin kaum IGeL an (Zusatzvorsorgen, Reisemedizin; Autogenes Training) und von den angebotenen werden wenige in Anspruch genommen – dennoch empfinde ich es genau so, wie Sie es geschildert haben!

#4 |
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Vielleicht sollte man einmal ein paar Patienten den Wert einer IGEL-Leistung einschätzen lassen, bei denen durch so eine “unnötige” Untersuchung ein Frühstadium eines Malignoms gefunden wurde und durch eine frühe Therapie jetzt geheilt sind.

#3 |
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Dr.med.Bayerl
Dr.med.Bayerl

Wenn so etwas von Kostenträgern “untersucht” wird, kann ja nichts anderes rauskommen.

#2 |
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Heilpraktikerin

Ich versteh nicht, warum man diese Zusatzleistungen schlecht reden muss. Viele Menschen haben mich schon gefragt: “Warum hat mein Arzt mir das denn nicht mal angeboten?”
Natürlich gibt es immer mal auch “schwarze Schafe”, die mehr an ihren als den Nutzen des Patienten denken. Aber das sind doch wohl Ausnahmen?
Oft ist es wohl einfach der moderne Zeitmangel in den Arztpraxen, der dazu führt, dass die Beratung durch manchen Patienten dazu als nicht ausreichend empfunden wird und die Mentalität, dass Gesundheit “versichert ist” und deshalb nichts kosten darf.
Im Übrigen war die Glaukomvorsorge vor xx Jahren mal eine Kassenleistung. Das betrifft auch andere IGeL.

#1 |
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