Eizellspende: Die Annegretchenfrage

29. April 2015
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Annegret Raunigk erregte die mediale Aufmerksamkeit einer ganzen Nation: Mit 65 wurde sie mit Vierlingen schwanger. Möglich machte dies eine Eizellspende aus dem Ausland. Der Sturm der Entrüstung hat sich gelegt – der Streit über Verbote und Machbarkeitswahn bleibt.

Annegret Raunigk wurde von vielen Seiten scharf kritisiert, da sie über 80 Jahre alt sein wird, wenn sich ihre Vierlinge im Teenager-Alter befinden. Ein negatives Beispiel zu den möglichen Konsequenzen ist in diesem Zusammenhang die Spanierin Carmela Bousada, die im Alter von 66 Jahren Zwillinge zur Welt brachte und noch vor deren drittem Geburtstag an einer Krebserkrankung verstarb. Das Augenmerk vieler Ärzte richtet sich vorerst jedoch auf die Risiken, die eine solche Schwangerschaft mit sich bringt: „Der 65-jährige Körper ist definitiv nicht darauf ausgerichtet, eine Schwangerschaft auszutragen. Man kann die Risiken nicht mehr seriös abschätzen“, sagt Prof. Holger Stepan, Leiter der Geburtsmedizin der Uniklinik Leipzig.

Tatsächlich steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen, insbesondere für Gestosen wie die Gestationshypertonie und die Präeklampsie, rapide an. Darüber hinaus erhöht eine Mehrlingsschwangerschaft die Risiken für Mutter und Kinder deutlich. Mit jeder Woche weniger im Mutterleib werden Lungenfunktionsstörungen, intrakranielle Blutungen und systemische Infektionen bei den Frühchen wahrscheinlicher. Trotz aller Risiken versichert der behandelnde Gynäkologe Dr. Kai Hertwig, dass es bis jetzt keinen Anlass zur Sorge gebe: „Bisher macht die Schwangerschaft keinen Unterschied zwischen dem Körper einer Jüngeren oder Älteren.“ Außerdem setze man alles daran, die Geburt so weit wie möglich in die höheren Schwangerschaftswochen zu verschieben, versichert Hertwig.

Reproduktionsmedizin unabhängig vom Alter nutzen?

Die 65-Jährige hat sich bisher von den medialen Vorwürfen um ihre Schwangerschaft unbeeindruckt gezeigt und verteidigt ihre Entscheidung: „Ich bin der Meinung, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er möchte. Da es diese Möglichkeit gibt und sie auch von tausenden Menschen genutzt wird, darf man die auch nutzen.“ Möglich wurde die Schwangerschaft durch ukrainische Reproduktionsmediziner, die Raunigk vor mehr als fünf Monaten vier künstlich befruchtete Eizellen erfolgreich einpflanzten. Sowohl die Samen als auch die Eizellen hatte sie vor Ort gekauft. „Ein Kinderwunschzentrum, das so etwas macht, ist nicht auf medizinische Gesundheit ausgerichtet“, meint Prof. Stepan. „Hier geht es wahrscheinlich nur um die Schlagzeile, das ist unseriöser Extremsport. Man kann das nur verurteilen.“

Die Trends der vergangenen Jahrzehnte zeigen jedoch, dass Fälle wie die von Annegret Raunigk häufiger werden. Sie werden grundsätzliche Debatten zu Grenzen, Möglichkeiten und Risiken von Schwangerschaften in (fast) jedem Alter auslösen. Denn das Durchschnittsalter von Erstgebärenden ist in den vergangenen 35 Jahren in (West-)Deutschland von durchschnittlich 25 auf 30 Jahre angestiegen – und es steigt weiter. Extremfälle wie die von Annegret Raunigk werden nach Auffassung der Reproduktionsmedizinerin Francoise Shenfield vom University College London dennoch die Ausnahme bleiben. Von einer Vorverurteilung älterer Mütter hält sie angesichts der Entwicklungen dennoch wenig: „Es geht nicht darum, alle Grenzen zu akzeptieren, die uns die Natur vorgibt. Die Medizin greift ständig in die Natur ein.“ Stattdessen müsse man Kompromisse finden, die das Wohl der Mutter und der künftigen Kinder berücksichtigt. „Eine Schwangerschaft ist bereits mit 40 Jahren risikoreich“, betont Shenfield. Daher seien 50 Jahre ihrer Meinung nach ein faires Limit.

Wirren der Politik

Im Rahmen der Diskussion um den Fall Annegret Raunigk rückt auch das Thema der künstlichen Befruchtung wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, das sie diese Möglichkeiten erst eröffnet. In Deutschland verbucht das IVF-Register jährlich mehr als 50.000 Behandlungen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). In mehr als 85 Prozent der Fälle besteht bei mindestens einem der Partner eine medizinische Indikation zur assistierten Reproduktion. Während eine Samenspende bei unzureichender Spermienqualität des Vaters zulässig ist, haben die drei bis fünf Prozent der Frauen ohne funktionsfähige Eizellen hierzulande jedoch schlechte Karten: Das Embryonenschutzgesetz (ESchG) verbietet sowohl die Eizellspende als auch die Leihmutterschaft. Zentraler Einwand ist die potenzielle Gefahr, die von der doppelten Mutterschaft für die Identität und Psyche des Kindes ausgehe.

Damit gehört Deutschland zu einer schrumpfenden Anzahl europäischer Staaten, darunter auch Italien und die Schweiz, die Frauen mit Kinderwunsch in dieser Hinsicht offenbar benachteiligen. Hierzulande kämpfen Reproduktionsmediziner seit über einem Jahrzehnt für ein deutsches Fortpflanzungsmedizingesetz, in dem die Bedingungen einer Eizellspende verankert sind, unter denen sich auch ein Missbrauch zu Forschungszwecken, wie der Gesetzgeber ihn unter anderem fürchtet, vereiteln lässt. Zu diesem Zweck haben die Experten den sogenannten Augsburg-Münchener-Entwurf konzipiert, der jedoch bislang von den Vertretern des Volkes ignoriert wird. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU findet sich keine Absicht zur Auseinandersetzung mit dem Thema, sodass die aktuelle Lage wahrscheinlich noch bis mindestens 2017 Bestand hat.

Kinderglück im Gepäck?

Wer es sich leisten kann, flüchtet daher wie Annegret Raunigk vor dem Verbot der Eizellspende in die europäischen Nachbarländer und macht einen kostspieligen Kurzurlaub in einer Reproduktionsklinik. Für eine IVF-Behandlung mit Eizellspende legen Paare in diesen Ländern teils mehr als 8.000 Euro auf den Tisch. Besonders in Spanien und Tschechien floriert das Geschäft mit den Eizellen, da aus dem ergiebigen Pool eines etablierten Spendensystems geschöpft werden kann – Spenderinnen erhalten dort eine lukrative Aufwandsentschädigung im drei- bis vierstelligen Bereich und ihre Anonymität bleibt gewahrt. „Von der Ukraine würde ich abraten“, sagt Shenfield, die auch für die Europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) tätig ist. „Denn dort sind die Gesetze zum Schutz aller Beteiligten nicht ausreichend.“

Genaue Zahlen zum sogenannten Befruchtungstourismus selbst gibt es kaum. Im Jahr 2010 registrierte die ESHRE in einer Untersuchung innerhalb eines Monats 177 Fruchtbarkeitsbehandlungen deutscher Staatsangehöriger im europäischen Ausland, davon knapp die Hälfte zwecks einer Eizellspende. Es muss jedoch von einer beträchtlichen Dunkelziffer ausgegangen werden, da solcherlei Daten auf freiwilliger Basis der Zentren erhoben werden. Da die Seriosität mancher Kliniken im Hinblick auf den Fall Raunigk offen angezweifelt wird, stellt sich die Frage, ob die Behandlung eines unerfüllten Kinderwunschs unter geänderten gesetzlichen Vorzeichen nicht hierzulande besser aufgehoben wäre. „Auch in Deutschland könnten wir Schwangerschaften wahrscheinlicher machen, aber das Embryonenschutzgesetz macht uns einen Strich durch die Rechnung“, klagt Klaus Bühler vom Deutschen IVF-Register.

Eine Frage des Geldes

Doch auch wer innerdeutsche Angebote in Anspruch nimmt, muss für die erlaubten Reproduktionstechniken tief in die Tasche greifen. Mit dem Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Jahr 2004 sank die für verheiratete Paare zugesagte Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen von 100 Prozent auf 50 Prozent und degradierte die Unfruchtbarkeit zum Lifestyle-Problem. Bei durchschnittlichen Aufwendungen von mehr als 4.000 Euro pro Behandlung liegt die Zuzahlung in einem Bereich, den sich viele Paare nicht mehr leisten können, sodass sich die Zahl der IVF-/ICSI-Behandlungen seither nahezu halbiert hat. Durch die seit April 2012 geltende Richtlinie zur assistierten Reproduktion erklärt sich der Bund zwar zu einer Bezuschussung von bis zu 25 Prozent des verbleibenden Eigenanteils bereit, schiebt den schwarzen Peter jedoch den Ländern zu, von denen er eine Beteiligung fordert. Dabei spielen jedoch bisher nur die eher dünn besiedelten Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit.

62 Wertungen (4.68 ø)

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30 Kommentare:

Arzt
Arzt

müsste jetzt in der 26. Schwangerschaftswoche sein, alles ist bisher med. o.k.,
das heist, die Kinder sind jetzt schon lebensfähig, falls nun ein Kaiserschnitt aus irgend einem Grund gemacht werden müsste.

#30 |
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Arzt
Arzt

@Gast auf Erden, ich denke, Sie verpassen hier einen Trendwechsel:
frauenfeindlicher Feminismus hat ausgedient.
Frau traut sich endlich wieder, etwas mehr Interesse an Kindern zu zeigen.
Dank massiver Unterstützung durch RTL –
vielen Dank RTL –
wird diese mutige Mutter zudem rund um die Uhr optimal auch medizinisch gehegt und gepflegt. Und Sie erhält noch ein Honorar dafür, wird also keinesfalls “die Allgemeinheit” belasten! Die Schanzen der 4-Linge sind also gar nicht so schlecht.
Später dürfen Sie dann die Renten der Kinderlosen mitbezahlen.
Vielleicht kann Deutschland ja wenigsten zu den westlichen Nachbarländern aufschließen, die schon etwas weiter sind.
Auch ich muss hier nochmal an einfache Grundkenntnisse von Mathematik erinnern.

#29 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

@ #25
Bei aller Langmut, ich habe versucht, Ihnen einen argumentativen Unterbau zu liefern. Sie schlagen es aus. Gerne hätte ich einen weiteren Meinungsaustausch mit Ihnen betrieben, aber scheinbar firmieren Sie unter dem Motto: Dumm kann ganz schön klug sein, wenn man schlau ist.
Alles Gute – trotzdem :-)

#28 |
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Ives Maintenant MD
Ives Maintenant MD

Ich denke die ferne Zukunft wird den armen zeugungsunwilligen Frauen sowieso die komplette Schwangerschaft ersparen durch Retortenkinder bis zur Geburt.
Könnte allerdings dazu führen, das “Frau” ganz überflüssig wird.
Mann kann dann ja alleine mit Stammzellen und Co. :-)

#27 |
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Gynäkologin
Gynäkologin

Man hört, sie sei schon in der 25 Woche und alles sei o.k.
das heist die Lebensfähigkeitsgrenze bei Kaiserschnitt ist nun schon überschritten,
toll, Daumen hoch!

#26 |
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Gast
Gast

Ja mit dem Rechnen haperts halt.
Sie meinen sicher die importierten Fachkräfte zum Klauen oder Schuheputzen? ***hüstel***
“Die moderne Reproduktionsmedizin” ist die konsequente Folge der gewünschten Teilnahme der Frauen an der arbeitenden “Männerwelt”.
Sie wird zur klaren Diskriminierung durch die Verteuerung dieser hilfreichen Maßnahme im Vergleich zur kostenlosen Abtreibung, als ob das eine bedauernswerte Erkrankung wäre.

#25 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

Mali scheint mir nun als Steilvorlage hinreichend strapaziert. Zentral-Afrika hatten Sie zuerst auf dem Radar (#17 03.05.). ***hüstel***

Die moderne Reproduktionsmedizin ist logischer Nachfolger und Begleiter des Adoptivwesens. Immer schon gab es Menschen mit intensivem Kinderwunsch, die sich der jeweiligen Möglichkeiten bedienten. Dies wohl eher aus persönlichen, als aus staatstragenden Gründen. Das war auch vor den Grüninnen und Grünen ähnlich.

Sie fürchten eine Halbierung der Bevölkerung Deutschlands mit der Folge der Zersetzung des Generationenvertrages? Das scheint mir eher ein Gedankenexperiment zu sein. So weit kommt es nicht. Jahr für Jahr importieren wir mehr Fachkräfte aus aller Welt, die mit der Zielprojektion der Einbürgerung und ihrem Wirken eventuelle Lücken schließen, wenn nicht gar überkompensieren werden. Details zur Datenlage und futurologischen Einschätzung entnehmen Sie einfach der Wikipedia.

Somit dürfte einigermaßen sichergestellt sein, dass auch Sie dereinst in den Genuss eines entspannten Lebensabends kommen können. Vielleicht sitzen Sie dann altersweise im Kreise Ihrer Enkel und Urenkel und fragen sich, was aus den damaligen Zeiten geworden ist. Ja, was eigentlich?

#24 |
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Gast
Gast

Sie haben die beschnittenen Frauen angeführt nicht ich, warum, fragt sich der Leser immer noch. Was ich mir WÜNSCHE ist doch offensichtlich: Dass auch männlich sexuelle Verstümmelung bei uns verboten wird. Da versagen leider die Frauen und die männlichen Frauenversteher wie Sie offensichtlich. Vermutlich sehen Sie den Nachwuchs als als unzumutbare Belastung für die Frau. Deshalb muss man ja nicht das einfache Rechnen verlernen. Leider gibt es bei uns ja Dank der “Grünen” in allen Parteien Gymnasien ohne Mathematik, man glaubt es kaum.
Wenn 2 Menschen, Mann + Frau ein Kind zustande bringen, ist die Bevölkerung nach einer “Generation” halbiert.
Wird es besser in Mali, wenn Deutschland halbiert ist?
Na also, es wird im Gegenteil noch schlechter. Jedenfalls ist das kein Argument gegen Frau Raunigk. Sie ist natürlich eine Ausnahme. Schon deshalb wird sie angegriffen.
Auch Menschen die die “Klimarettung” ablehnen, weil sie schwachsinnig ist,
werden persönlich angegriffen.

#23 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

Nicht immer gleich so verärgert und ignorant vorpreschen, #21. Sie konfabulieren irrlichtern aus Ihrem zusammenhanglosen Wortbaukasten, als fühlten Sie sich persönlich angegriffen. Haben Sie viele Kinder? Es will Ihnen doch niemand was. Ich jedenfalls nicht. Nehmen Sie vielleicht freundlichst mal Bezug zum Thema.

Bei uns gibt es “LEIDER” keine beschnittenen Frauen, sagen Sie und sagen Sie, verstehen Sie das denn, was Sie da zum Besten geben? Nicht wirklich, gell? Oder wünschen Sie dies etwa ernsthaft? Besuchen Sie eine Volkshochschule. Sicher finden Sie einen geeigneten Einsteigerkurs. Lernen Sie, Egoismus von Egozentrismus zu unterscheiden.

Das ich mich seinerzeit für ein einziges, heute steuerzahlendes Kind entschieden habe liegt nicht zuletzt daran, dass ich sicher war, diesem Kind einen (auch finanziell unterfütterten) Weg ins Leben bieten zu können, mehreren aber nicht. Jedenfalls nicht mit einer Ausbildung bis Mitte 20. Auch bin ich als Renter im steuerpflichtigen Bereich.

Frau Raunigk mag da andere Ressourcen anzapfen können. Hoffen wir es im Interesse ihrer Schar.

#22 |
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Gast
Gast

Bei uns gibts leider keine beschnittenen Frauen, trotzdem sind sie überwiegend unzufrieden, auch ohne Kinder;
aber immer mehr beschnittene Männer und unser Frauen tun nichts dagegen,
sind also extreme Egoistinnen.
“Die Welt retten” kann nur ein wirtschaftlich intaktes System, wie wir es in Deutschland NOCH haben, aber systematisch ausbeuten und destabilisieren, auch durch die Überschuldung.
Wir sind z.B. unbestritten Weltmeister im Bau ineffektiver teurer Windmühlen, die uns die Energieversorgung ruinieren.

Die von Ihnen offenbar vertretene Ansicht, dass wir durch deutlichen Nachwuchsmangel in Deutschland beschnittenen Mädchen in Mali helfen können,
grenzt schon an geistige Umnachtung.
In Westeuropa sind wir das einzige Land, ich wiederhole, mit negativer Bevölkerungsbilanz. Noch bekommen Sie Ihre Rente,
und nach Ihnen???

#21 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

Expertise über Experten, #19? Gemeinsam ist jenen, dass sie davon absehen, Menschen zu bekehren und zu belehren, deren persönlicher Lebensentwurf die Großfamilie vorsieht. Die Betroffenen, so wohl auch Annegret, sind hier nicht mehr objektiv ansprechbar.

Nur ein winziger Teil der Erde ist überhaupt bevölkert? Man frage doch mal eine 30-jährige beschnittene in Mali, die mit dem 10. Kind schwanger ist, ob es ihr inmitten der vielen Anderen wirklich so gut geht. Sie mag insgeheim denken, ohne Kinder wäre ihr Dasein leichter verlaufen. Es lohnt sich, mal nach “regreted motherhood” zu suchen”.

In unseren Breiten vermeiden die jungen Leute zunehmend Kinder. Dies ist nicht einzig dem Egozentrismus geschuldet, sondern vor allem neben der Planungsunsicherheit einem Einsehen in Auswirkungen des globalen Populationsdruckes.

Letztlich verzeichnen wir kontinuierliche wachsende Produktivität. Maschinen verdrängen den Menschen als Produktionsfaktor mehr und mehr.
Wo sollen sie denn arbeiten, die Vielen?

#20 |
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Gast
Gast

Die sog. Experten sind die gleichen,
die seit ca. 1970 die lächerliche Angst vor der menschengemachten “globalen Erderwärmung” schüren.
Keinem fällt offensichtlich auf, dass ALLE deren bisherige Prognosen grottenfalsch waren.
Was also soll bitte “geleugnet” werden.
Die NICHT eingetretenen Katastrophen???
Mit der “Überbevölkerung” ist es nicht anders:
Nur ein winziger Teil der Erde ist überhaupt bevölkert
und am besten geht es den Menschen offensichtlich da, wo viele zusammen leben, wie bei uns in Deutschland, die ländlichen Regionen vereinsamen auch bei uns.
Ich fühle mich in meiner Großstadtumgebung im Ruhrgebiet absolut nicht “wahnwitzig überbevölkert”. Überall gibt es noch leerstehende Wohnungen.
Googeln Sie mal unter:
„Demographic Transition“
uns fehlen tatsächlich die Kinder.

#19 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

Werter Gast #17,
ich bin bereits im Stande der Rente, habe einen Sohn und 2 Enkeltöchter. Zudem hat man mich bis zum 3. Mai 2015 um 12:00 keinen Misanthropen genannt.
Wenn wir hier über Annegret sprechen, können wir nicht die auch von Sachverständigen (Experten, Fachleuten) apostrophierte und nicht zu leugnende wahnwitzige globale Überbevölkerung vernachlässigen.
Du musst das nicht verstehen.

#18 |
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Gast
Gast

Das geht entschieden zu weit,
lieber @Gast auf Erden,
auch der “irrwitzigen Bevölkerungsdruck” in Deutschland ist schlicht menschenfeindliche Ideologie.
Wer soll die Renten all der hier empörten Kinderlosen bezahlen?
Deutschland ist trotz Türken und permanenter Zuwanderung
SCHLUSSLICHT in Europa mit dem Anteil von Menschen unter 18 Jahren.
Wahrscheinlich hofft der @Gast auf Erden
auf eine Rente aus Zentral-Afrika,
is doch wahr
Gute Nacht Deutschland

#17 |
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Gast auf Erden
Gast auf Erden

Die genaue Motivlage der Frau erschließt sich wohl nur Fachärzten für Psychiatrie. Bedenkt man den weltweit irrwitzigen Bevölkerungsdruck, vermisst man auch bei “nur” 13 Kindern jedweden sozialen Verantwortungssinn.
Möge sie ein Ausnahmefall bleiben. Lass gut sein, Annegret.

#16 |
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Gast
Gast

@Christine Cermak in Deutschland hätte ihr wohl kein Jugendamt nur ein einziges der “vielen Kinder” gegeben.
So einfach ist das auch wieder nicht, wie Sie sich das vorstellen.
Und das mit dem Abtreiben schein ja o.k. zu sein.
Und das “liebevolle Zuhause” in Nordafrika hat “der Westen” ja 2011 gründlich in die Steinzeit gebombt, Gaddafi durch NATO-Flugzeuge am 21 Oktober,
sehr ethisch.

#15 |
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@ # 3. Sie haben so Recht! Wenn`s schon nicht klappt, die eigenen Gene weiterzugeben, sollte man umdenken. Statt mit fremden Samenzellen und Eizellen zu “experimentieren”, wäre es wesentlich vernünftiger/humaner/ethisch besser, ein bereits “fertiges” Kind zu adoptieren! Es gibt wahrlich genug Kinder auf dieser Welt, die ein liebevolles Zuhause suchen!!!

#14 |
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Gast
Gast

[Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht]

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin gedanklich bei den 4 ungeborenen Kindern, die aus meiner Sicht nicht die besten Startvoraussetzungen ins Leben haben. Im Falle von Komplikationen zahlen erstmal diese 4 Kinder, die aber so gar nichts für die Wünsche ihrer Mutter und das Handeln eines Kinderwunschzentrums können.

Dann frage ich mich auch, warum sich eine 13 fache Mutter im Alter von 65 Jahren ins Ausland aufmacht, um schwanger zu werden? Im Gepäck dabei einen dicken Geldkoffer…

Und ich frage mich, welcher Arzt dieser Frau 4 befruchtete Eizellen eingesetzt hat.

Ich sehe hier deutlich das Kinderwunschzentrum in der Verantwortung, das entsprechend aufklären und beraten und evtl. auch eine Behandlung ablehnen muss.

#12 |
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Gast
Gast

Ein paar Tatsachen: Embryonen dürfen zwar für die Forschung nicht verwendet werden, aber abgetrieben werden. Es wird von Kinderfreundlichkeit geredet, aber man schämt sich in Berlin nicht, über eine Kindergelderhöhung um 4(!) € zu streiten. Jedem Kind steht ein Hortplatz zu, aber es gibt nicht genügend Plätze, denn die Frauen sollen neben der Erziehungsarbeit auch noch als Arbeitskräfte der Industrie dienen, Lohngleichheit mit männlichen Arbeitskräften: Fehlanzeige!
Erzieherinnen beziehen einen Hungerlohn. Eine 65-jährige Frau mit bereits 13 Kindern lässt sich Embryonen einpflanzen, sie trägt Vierlinge aus. Die Embryonen stammen übrigens aus der Ukraine.
Das ist doch alles milde gesagt krank!

#11 |
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Dr. Petra Urbach
Dr. Petra Urbach

Es geht nicht um die prinzipielle medizinische Machbarkeit, (es gibt viele Paare mit dem verzweifelten Wunsch nach einem Kind) sondern um diese spezielle Konstellation: 65, alleinerziehend, bereits 13 Kinder und jetzt 4 Embryonen aus den Eizellen einer fremden Frau und Spermien eines fremden Mannes. Gelinde gesagt, ist das ein Fall für die Psychiatrie.

#10 |
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Gast
Gast

@Privatdoz. Dr. med. Joachim Bordt, “kriminell” darf man die Abtreibung gesunder Embryos nennen, mehr als 100.000 mal in Deutschland/Jahr !!! überwiegend “solidarisch” finanziert.
Was sagen Sie dazu?

#9 |
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Erna Sacker
Erna Sacker

kann ich bestätigen,
ich habe hier in Deutschland bei einem sehr erfahrenen Zentrum einen ersten Versuch gestartet und war schon irritiert, als der Anästhesist vor der Eizellentnahme gegrinst hat, nach meiner Antwort auf seine Frage wie oft schon eine Eizellentnahme erfolgt sei: das erste mal und es soll ja auch klappen, weil alle Voruntersuchungen optimal verlaufen seien.
Es hat nicht geklappt. Mein Mann ist selbst Arzt und war nicht ganz zufrieden, er hat sich da selbst ziemlich reingekniet und das Ergebnis mit all den vielen (z.T. überflüssigen Testen) ausführlich mit dem Professor besprochen und ihn dann gefragt, ob er denn beim gewünschten 2.Versuch nach diesem Ergebnis etwas anders vorgehen würde.
Er bekam die Antwort, NEIN, alles würde noch einmal genauso wie beim ersten mal gemacht.
Darauf sind wir nach Österreich gegangen,
da hat es beim ersten mal auf Anhieb geklappt.
Gute Nacht, kinderfeindliches Deutschland!

#8 |
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Arzt
Arzt

Die Meckerer über Kinderwunsch sind hier wieder einmal deutlich in der Mehrheit,
Gute Nacht Deutschland!!!!
Kriminell ist natürlich falsch, Herr Priv.Doz.!
Ich würde es eher experimentell nennen, weil das offensichtlich Neuland ist,
denn ganz sicher hat man bei einer 65-Jährigen NICHT mit der Einnistung von so vielen Eizellen gerechnet. Hier hat “die Natur” selbst wohl alle überrascht.
In Deutschland hat man sich darauf geeinigt, maximal drei befruchtete Eizellen zu implantieren mit dem sehr hohen Risiko (deutlich >50%), dass KEINES der drei angeht.
Wer sich damit auskennt, weis, wie oft gerade in Deutschland deshalb diese Tortur wiederholt wird (gemeint ist die aufwendige Vorbereitung insbes. mit den viel zu teuren Hormonen). Man hat hier bei den dabei anfallenden Kosten, die KEINESFALLS von den Krankenkassen übernommen werden, immer das ungute Gefühl, dass hier zu viel verdient wird, oder ein Kinderwunsch irgendwie fast bestraft wird.
Da ist man auch heute noch im Ausland besser auf gehoben.
Die Erfolgsrate ist dort deutlich höher, auch in Österreich,
z.T. auch wegen liberalerer Gesetzgebung.
Denn in Deutschland herrscht ja eindeutig die kinderfeindliche Scheinheiligkeit.
Man spricht von Embryonenschutz und bezahlt die Abtreibung von schon eingenisteten gesunden Embryos, Einnistung, die nach Meinung der überwältigenden Mehrheit aller “Ethiker” erst der Beginn menschlichen Lebens darstellt.
Die Pille danach gibt es ja schon ohne Rezept.
Ich hab mal bei den Pharmafirmen nachgefragt, wer denn sonst noch soviel Geld für ein paar Hormone zum Kinderkriegen bezahlt. Überraschenderweise war die Antwort “China”.

#7 |
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der gleichzeitige transfer von mindestens! 4 embryonen ist wahrlich eine kriminelle handlung. der ärztliche berufsstand wird durch eine derartig unvernünftige maßnahme vollkommen diskreditiert.

#6 |
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Romina Grajcar
Romina Grajcar

In Deutschland gibt es sehr wohl die Möglichkeit als verheiratetes Paar eine 100% Erstattung der ICSI-Kosten zu erhalten. Es kommt auf die Krankenkasse an:u.a. die Knappschaft und jetzt auch die DAK übernehmen 100%.
Für mich als 29jährige Betroffene ist eine 65jährige 13-fache Mutter die sich freiwillig der Tortur der künstlichen Befruchtung unterzieht und dann auch noch Vierlinge austragen will als unzurechnungsfähig zu erklären.
Schön das sie noch so fit ist in ihrem Alter, aber psychisch gesund ist sie meiner Meinung nach nicht.
Sollte ihr was zustossen im SS-Verlauf adoptiere ich gern eines ihrer Kinder, ich hab nämlich noch die Zeit es aufwachsen zu sehen und würde mich freuen wenigsten ein Kind lieben zu dürfen.

#5 |
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Angela Winterhager
Angela Winterhager

Im Fall Annegret Raunigk, denkt die Dame meiner Meinung nach leider sehr egoistisch. Den Geschwisterwunsch der 9 jährigen Tochter als Grund anzugeben empfinde ich als Projektion des eigenen Wunsches auf die Tochter, eine Abwehr eigener Verantwortlichkeit? Schon die 55 jährige A. R. hätte damals bei der Entbindung ihrer jetzt 9 jährigen Tochter psychologische Hilfe bekomme sollen. Sie erscheint mir völlig realitätsfremd, unverantwortlich in ihrem Entschluss sich im Alter von 65 Jahren auf diese für alle gefährliche Schwangerschaft einzulassen. Aktuell benötigt sie aber ganz sicher Hilfe.

#4 |
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Ildiko Siemon
Ildiko Siemon

Mich beschäftigten eher folgende Fragen: Warum macht diese 65-jähige Frau das? Welche Psychodynamik steht in solchen Fällen dahinter, welche Lebensgeschichte? Warum war es nicht möglich, sich das Leben so einzurichten, dass dieser extreme Rückgriff auf die Reproduktionsmedizin nicht nötig gewesen wäre? Gibt es nicht auch tiefergehende Gründe für Kinderlosigkeit und Erkrankungen die zu Kinderlosigkeit führen? Gilt es nicht eher, die eigene Kinderlosigkeit zu verstehen und einen guten Umgang damit zu finden, anstatt sie “einfach” möglichst aus der Welt zu schaffen? Muss man Kinderlosigkeit als zu behebende Krankheit betrachten?
Ich bin mal noch provokanter: Samen- und Eizelle sind schließlich gespendet. Ergo, will diese Frau einfach eine Schwangerschaft und Geburt erleben? Warum ist es nicht möglich Grenzen zu akzeptieren? Warum muss man weiter in “die Natur” eingreifen, bloß weil man das in der Medizin eh schon tut. Werden Fehler besser wenn man sie wiederholt oder gar ausweitet?
Und: “Kindermagel” kann ja wohl kein Argument sein, solche Risiken einzugehen, zumal diese auch für die Kinder ganz erheblich sein können. Auch könnte man mal schauen wie viele Kinder schon existieren die keine Eltern haben und ob es wirklich ethisch vertretbar erscheint, die Überbevölkerung dieser Welt mit solchen Kosten noch zu steigern. Oder mal ganz böse: wie viele Kinder wollen in die EU und ertrinken im Mittelmeer? Bloß zur Einwandsvorwegnahme: Nein, ich verwechsle nicht Äpfel mit Birnen – ich denke ich versuche es eher ganzheitlich zu sehen, wenn wir schon im Zeitalter der Globalisierung leben.
Last but not least: im Falle von “Komplikationen” bezahlt eh die Solidargemeinschaft.
Mir scheint das Ganze doch reichlich selbstbezogen, nicht nur bei Frau R..
Sorry, nein, aber ich wäre da doch zurückhaltender bei der Indikation.

#3 |
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Gast
Gast

Vermutlich hätten wir etliche tausend Kinder mehr im Jahr, wenn die assistierte Reproduktion wieder von den Kassen bezahlt würde. Alle jammern, dass wir zu wenig Kinder hätten, aber dafür was tun!?
Habe auch nichts gegen Eizellen- und Samenspende. Auch das Alter spielt m.E. nicht so eine entscheidende Rolle. Müssen es aber gleich Vierlinge sein, mit dem Risiko, dass im schlimmsten Fall 4 behinderte Menschen daraus werden. Da sollten die Reproduktionsmediziner sich wirklich Grenzen setzen. Es geht nicht darum, eine Schwangerschaft zu erzwingen, auch wenn man dafür 4 Embryonen transferiert. Für Geld darf man nicht alles machen. Das ist das eigentliche Problem.

#2 |
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Arzt
Arzt

Ich denke, man muss erst mal unterscheiden zwischen medizinischer Unterstützung zur Schwangerschaft bei den leiblichen Eltern und die wird objektiv immer häufiger bei Frauen mindestens ab 30,
und genetischen “Fremdeltern” also sowohl Samenspender als auch Eizellspenderinnen.
Grundsätzlich ist es ein Hohn, dass Deutschland trotz hohem Türkenanteil und permanenter eindeutig problematischer Zuwanderung den niedrigsten Anteil junger Menschen unter 18 Jahre in ganz Europa aufweisrt,
zwar die Abtreibung auf AOK-Kosten ermöglicht, die notwendige Unterstützung zum Kinderwunsch schon für die leiblichen Eltern verweigert.
Kurzsichtiger kann Bevölkerungspolitik schlicht nicht sein!!!

Der alten Mutter drück ich trotzdem die Daumen, gerade weil wir so wenig Kinder haben, auch wenn so eine “Kombination” unvernünftig ist.

#1 |
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