Schöne neue Landarzt-Welt?

2. Januar 2012
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Patienten auf der Suche nach einem Landarzt. Fehlanzeige vielerorts: Den gibt es schon lange nicht mehr. Und manche der verbliebenen Kollegen gehen bald in Rente, Nachfolger finden sie nur noch selten. Hilft das kürzlich verabschiedete Versorgungsstrukturgesetz aus dieser Misere?

„Wenn sich ein junger Arzt oder eine junge Ärztin wirklich berufen fühlen, auf dem Land zu praktizieren und sich unter den heutigen Bedingungen niederlassen möchte, so kann er oder sie sich von vornherein scheiden und sterilisieren lassen“ – ketzerische Worte von Wolf-Peter Weinert, Landarzt in Bad Bevensen, Niedersachsen. „Kollegen haben Angst, 24 Stunden im Dienst zu sein, an sieben Tagen pro Woche, das ganze Jahr.“ Weinert selbst kennt das Thema nur allzu gut, hat aber mittlerweile bessere Karten: Zusammen mit fünf Allgemeinmedizinern betreibt er eine Gemeinschaftspraxis. Und so kommt er auf rund 45 Wochenstunden – vergleichsweise wenig für einen Landarzt. Der Preis für das Plus an Freizeit ist jedoch eine immense Arbeitsintensität während der Sprechstunden. Außerdem treiben verwaltungstechnische und damit auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen den Aufwand nach oben. Doch erscheint vielleicht schon bald ein Silberstreif am Horizont?

Patient versorgt – Praxis pleite

Immerhin möchte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit dem Versorgungsstrukturgesetz das Thema ein für alle Mal zu den Akten legen. Er preist sein Paket bereits jetzt als „großen Schritt für die bessere Versorgung in Deutschland“ an. Ein Aspekt: Vertragsärzte in strukturschwachen Gebieten sollen von Regelleistungsvolumina verschont bleiben und damit kaum mehr Gefahr laufen, durch Regresse belastet zu werden. Umfragen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) haben zwar ergeben, dass es bei weniger als einem Prozent der Kollegen zu entsprechenden Forderungen kam. Doch wer sind die Betroffenen? Momentan vor allem Landärzte, die für etliche ihrer Patienten Medikamente rezeptieren anstatt sie in die meilenweit entfernte Stadt zum Facharzt zu schicken. Schließt dann auch noch die Praxis in der Nachbargemeinde für immer ihre Pforten, schnellen Patientenzahlen in die Höhe – und fallzahlbedingte Abstaffelungen lassen das Honorar schrumpfen. Folgen dann noch Regresse – 50.000 bis 100.000 Euro kommen durchaus vor, stehen oft Existenzen auf dem Spiel. Das weiß auch der Nachwuchs: Von 12.000 Medizinstudierenden gab letztes Jahr knapp jeder zweite zu Protokoll, sich gegen die eigene Niederlassung zu entscheiden – problematisch vor allem für unterversorgte Regionen. Dennoch liegt hier auch ein Fehler im System: Ärzte müssen für die intransparente Preisgestaltung von Arzneimitteln durch Rabattverträge herhalten. Und so erneuert Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, seine alte Forderung: Kollegen sollten künftig Wirkstoffe verschreiben sowie Galenik, Dosierung und Therapiedauer festlegen. Aus diesen Daten könnten Apotheker – unter pharmakologischen und ökonomischen Gesichtspunkten – ein passendes Arzneimittel auswählen. Beim Gesetzgeber sind die Autoren des Entwurfs aber bislang auf taube Ohren gestoßen. Vielmehr wird an etlichen kleinen Schräubchen gedreht, Beispiel Residenzpflicht.

Wohnsitz wählbar – Vertretung fehlt

„Es ist schön, dass Ärzte jetzt nicht mehr an den Ort gebunden sind, aber wie wollen sie als Landarzt für drei Wochen in Urlaub fahren, wenn sie genau wissen, dass ihre Patienten in dieser Zeit kaum versorgt sind?“, gibt Wolf-Peter Weinert zu bedenken. Und Erholungspausen werden immer nötiger: „Der Landarztjob ist mittlerweile so anstrengend, das eigentlich in jedem Quartal eine zweiwöchige Pause zwingend notwendig ist.“ Doch für Einzelkämpfer bleiben das Wunschträume. Perspektiven könnten aber Filialen bieten, Bahr möchte Interessierten künftig weniger Steine in den Weg legen. „Wir betreiben seit einem halben Jahr eine Zweigpraxis auf dem Land, konnten auf diese Weise junge Arztkollegen integrieren und ihnen die Angst vor der Niederlassung nehmen“, so Weinert. Gleichzeitig sei auf diese Weise die Versorgung von 1.500 Patienten pro Quartal in einem Gebiet gesichert, aus dem sich der letzte dort praktizierende Kollege aus Altersgründen zurückgezogen habe. Der Idealfall schlechthin, doch was tun, wenn weit und breit niemand da ist, der expandieren kann? Und halten es Ärzte länger als fünf Jahre in der Pampa aus, winken besseren Chancen auf eine Praxis in der Stadt – eher ein Anreiz für Abwanderung als für Kontinuität. Daniel Bahr lockt aber auch mit der Geldbörse.

Viel Ruhm, viel Ehr´, viel Geld?

Vor allem sollen höhere Punktwerte Landärzte in spe belohnen. Zudem winkt ein spezieller Strukturfonds. Der Haken daran: Mittel gibt es nur, sollte die Unterversorgung auch höchstamtlich festgestellt worden sein. Laut Anno Fricke, Korrespondent für Gesundheitspolitik in Berlin, kämen momentan gerade einmal 37 Hausärzte in den Genuss dieser Leistungen. Weinert: „Das Einkommen für Kollegen auf dem Land muss generell verbessert werden, in dem Leistungen, die erbracht werden, auch bezahlt werden.“ Neue Niederlassungen würden ebenfalls zu wenig gefördert, sei es finanziell im Sinne einer Prämie oder aber organisatorisch, baulich und personell. Ein Weg wäre, das Haftungsrisiko für mindestens fünf Jahre auszusetzen – also auf Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen zu übertragen. Doch hier tut sich momentan recht wenig.

Selbst ist das Bundesland

Manchen Regionen geht das alles zu langsam, und so sind Politiker auf Landesebene mittlerweile selbst aktiv geworden. Sachsen etwa lockt etwa Medizinstudenten, die sich verpflichten, später unterversorgte Gebiete zu übernehmen, mit Stipendien und Weiterbildung. Auf attraktive Qualifizierungsangebote setzt auch Thüringen – mit einer Blockweiterbildung zur Allgemeinmedizin inklusive Bonus für Kollegen aus unterversorgten Gebieten. Und Brandenburg geht sogar noch einen Schritt weiter: Vertragsärzte bekommen in Regionen mit Unterversorgung Zuschüsse bei der Übernahme einer Praxis (50.000 Euro), bei Neugründungen (40.000 Euro) sowie bei Weiterführung einer Praxis als Zweigpraxis (15.000 Euro). Sie profitieren auch von Zuschüssen – von rund zwei Drittel des durchschnittlichen Quartalsumsatzes vergleichbarer Gruppen ist die Rede. Niedersachsen hingegen setzt stärker auf medizinische Fachangestellte. In einem Modellprojekt sollen diese so ausgebildet werden, dass sie zum Beispiel auf Hausbesuchen delegierbare Tätigkeiten übernehmen können. Auch Hessen arbeitet an einem Maßnahmenpaket – die Landespolitiker lassen sich neue Niederlassungen in unterversorgten Gegenden insgesamt 600.000 Euro kosten. Doch die Bundesregierung hält weiter am heiß diskutierten Gesetzespaket fest.

Viel geredet, wenig getan

Anfang Dezember hat der Bundestag das Versorgungsstrukturgesetz verabschiedet. Selbst nach in Kraft treten der politischen Wundertüte zum 1. Januar 2012 wird sich aber erst einmal recht wenig ändern. Vielmehr schiebt Daniel Bahr den schwarzen Peter entsprechenden Organen der Selbstverwaltung zu, den Krankenkassen beziehungsweise den Kassenärztlichen Vereinigungen. Schaffen sie es, die Kohlen aus dem Feuer holen? Kollegen aus der Praxis haben so ihre Zweifel. Dazu Landarzt Wolf-Peter Weinert: „Der große Wurf ist mit dem Gesetz insgesamt nicht gelungen. Wenn wirklich eine suffiziente Arztversorgung auf dem Land angestrebt werden soll, muss der Boden dafür gesetzlich bereitet werden.“ Sein Vorschlag: Geld aus der Überversorgung von Ballungszentren wäre auf dem Land sicher gut investiert.

69 Wertungen (4.12 ø)
Medizin

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18 Kommentare:

Altenpfleger

“Aber Gott sei Dank ist die Mehrheit unserer Ärzte mit dem besten Gesundheitssystem das es gibt, zufrieden.”

Obwohl ich das schon mal in Frage stelle, halte ich es darüber hinaus für wichtiger, wie die Masse der Beitragszahler mit dem System zufrieden ist. “Das beste der Welt” (???) … diese Aussage erinnert mich an den sprichwörtlich Einäugigen, der unter den Blinden zum König gekrönt wurde.

#18 |
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Altenpfleger

Zitat: “mit dem besten Gesundheitssystem das es gibt …”

Ich interpretiere das mal als geschmacklose Ironie. Ansonsten lässt die Bemerkung nur den Schluss zu, dass der Verfasser nicht die geringste Ahnung davon hat, wie dieses System funktioniert und welche hausgemachten Probleme es jahrzehntelang “kultiviert”.

#17 |
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Dr. med. André Wagner
Dr. med. André Wagner

Herr Eckert, träumen Sie weiter – oder sind Sie Krankenkassenangestellter?.
In der Realität ist es doch so, daß das durch den niedergelassenen Allgemeinmediziner übernommene wirtschaftliche Risiko nicht durch einen adäquaten Ertrag abgedeckt wird, ausreichende Rücklagen für erforderliche Reinvestitionen nach Abzug der laufenden Kosten nicht gebildet werden können. Leben will man ja auch noch, aber dafür ist ja das Einkommen der Frau da…
Eine vernünftige Patientenversorgung auf modernem Niveau wird wirtschaftlich unmöglich gemacht und das Zurückfahren des angebotenen medizinisch sinnvollen Leistungsangebotes ist eine zwangsläufige Folge. Vom Youngster der “Fast drei Prozent”-Partei im Gesundheitsministerium erwarte ich definitiv nix, die massenhaft versendeten Briefe zum Jahreswechsel sollte man einem hinterlistigen Zweck zuführen (den A… wischen). Eine Umstellung auf Kostenerstattung durch den Patienten/die Versicherung würde Transparenz über die erbrachten und abgrechneten Leistungen bringen, aber das ist politisch wohl nicht gewollt. Und so lange das Gewürge so weitergeht, wird der Nachwuchs mit den Füßen abstimmen.

#16 |
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Dr. med. Thomas Schwartz
Dr. med. Thomas Schwartz

Ich hatte 12 Jahre eine internist. Hausarzt-Praxis im Randbereich Hamburgs. Nette Patienten, ständig steigende Zahl an Privat.Pat. Trotz bester wirtschaftlicher Daten (laut Steuerberater), hatte ich am Ende d. Jahres nur das Gefühl,für andere gearbeitet zu haben. Vorallem für die deutsche Vorzeigeindustrie Verwaltung/Ämter/Beamte. Die, die ein ständig mit irgendwelchen neu ausgedachten Formularen/Abgaben drangsalierten. Daneben fast tägliche Faxe von “KV” mit irgendwelchem neuen Blödsinn, der meistens mit einem Tag später eintreffenden Fax- revidiert/modifiziert und nochmals absurder wurde. Heute lebe ich in der Schweiz, bin wieder als hausärztl. Internist tätig, liebe wieder meinen Beruf, mein Leben, vermisse nicht die neue DDR-light Regierung von Angela, und schüttele mein Kopf- das dieses Land (Deutschland) all seine Chancen scheinbar nicht nutzt, sondern das Geld seiner Bürger mutwillig “verbrennt” in seinen überbordenden Bürokratien (ach ja, die müssen ja kontrollieren, dass alles gerecht zu geht- alle sind ja gleich!!!), und die Löhne der Masse seiner Bürger (meine nicht die Ärzte) auf langsam Dritte Weltniveau drückt.
Dass macht micht echt traurig. Da hilft wahrscheinlich wirklich nur eine Krise, bevor sich was ändert.

#15 |
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Dipl.-Med.  Volkmar Impe
Dipl.-Med. Volkmar Impe

1.Habe als Teilnehmer einer Weiterbildung von einem Landarzt-Kollegen u. dessen Frau, die bei ihm die Anmeldung managed, glaubhaft erfahren, dass die beiden 5 (in Worten fünf)Jahre keinen richtigen Jahresurlaub gemacht haben, weil im unterversorgten Gebiet die Vertretung für Praxis und Notdienste fehlten. (Es lag definitiv nicht am Geld…)
Okay, solche Kollegen sind nicht a priori zu bemitleiden,da sie offenbar “Lebensaufgabe” mit Lebens AUFGABE verwechsel und sich ernsthaft fragen dürfen: “Gibt es ein Leben vor dem Tode?”
Trotzdem kann das EIN Aspekt des Landarztdaseins im Mangelgebiet sein.

2.Die im Artikel genannten Regressandrohungen sind noch geschmeichelt, wie ich als ehemaliges Mitglied einer Prüfkommission bescheinigen darf. Zum Glück sind viele der existenzbedrohenden Sanktionen dann in eine Regressablösevereinbarung umgetauft worden, die aber auch nur Aufschub brachte. Nicht zu sprechen von den vom System maßlos enttäuschten Kolleg(inn)en, die oft in ihren Stellungnahmen, wenn Alter und finanzielle Situation es erlaubten, einen sofortigen Rückzug vom Beruf ankündigten, falls der Regress ausgesprochen würde.

Ironie dabei; damit entgeht man ihm freilich nicht, sondern wird “milde” dazu angehalten, weiter das Hamsterrad zu treten, um seine Schulden zu begleichen. So schnell entlässt einen “DAS SYTEM” nicht in die Freiheit!

3.Vor Jahren erschien im Dt.Ärzteblatt ein Umfrageergebnis zum Arztberuf in Dtl. 78% der befragten waren mit den Arbeitsbedingungen als Arzt unzufrieden, rund die Hälfte (58%) würden sich nicht wieder als Vertragsarzt niederlassen wollen (!) und gar 37% würden diesen Beruf heute (also damals)nicht mehr ergreifen….

Noch Fragen?
Ach ja, diese Ergebnisse stammen aus dem Jahre 2004 (Ausgabe 33) , also sind über 7 Jahre alt – wie würden sie heute ausfallen?

Seltsam,dass es solche Fakten nicht in die Seiten der großen Tageszeitungen schafften oder dort an mir vorbei gingen… Vielleicht, weil Gott sei Dank das gemeine Wahlvolk der Versicherten so selten das Dt.Ärzteblatt liest? Aber nichts auf dieser Welt passiert ohne Grund oder wird eben ohne Grund unterlassen. Präsidente Wulff oder die “MATRIX” oder wer auch immer lassen schön grüßen…

#14 |
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Naturwissenschaftler

Ich bestätige von vorher der Aussage von Herrn Dr. Bader:

“Das Problem des Landarztes kann nur durch eine adäquate Vergütung der erbrachten Leistungen gelöst werden.”

1. Denn wer arbeitet muss belohnt werden¿
2. Vertragsärzte in strukturschwachen Gebieten
sollen von Regelleistungsvolumina verschont bleiben,
um die Gefahr eines möglichen Regresses der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
auszuschließen,
3. Außerdem muss der Gesetzgeber eine ganz einfache
gesetzliche Regelung, so wie bei vielen Ländern
dieser Welt, verabschiedet werden. Natürlich trägt
diese Regelung zum einen die soziale Verantwortung
des Staats und zum anderen einen humanen Beitrag
gegenüber den Bürgern dieses Landes bei:

Die REGELUNG lt.:
Jeder neuer Humanmedizin-Absolvent (junger Arzt) muss sich für die ersten 5 Jahre seines Dienstes in einer von der KVB vorbestimmten ländlichen Umgebung verpflichten, um die kontinuierliche medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

MfG.
(Zulassungsarzneimittelprüfung)

#13 |
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Leute, zieht euch warm an – an fünfspaltige Annoncen, mit denen Herr Bahr noch vor Weihnachten für die ach so großen Verbesserungen für Landärzte (Entdeckelung des RLV, Ausnahme von Regressen) Selbstreklame machte, glaube ich erst, wenn in den Ausführungsbestimmungen zum Gesetz definiert ist, was ein “Landarzt” nach dieser Definition denn überhaupt ist. Bis dahin bleibe ich Hausarzt – und schon jetzt mehr als zehn Hausarztpraxen in unserem Landkreis bleiben vakant. Die jüngeren Kolleginnen und Kollegen mögen also bitte weiterhin an der Wahlurne und ansonsten mit den Füßen abstimmen, auch wenn “hier” dann die Drehzahl weiter steigt – “Systeme” werden in Europa immer erst dann hektisch und nicht immer erfolgreich reformiert, wenn sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Siehe FDP…

#12 |
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Dr. Friedrich A. Wetzel
Dr. Friedrich A. Wetzel

ein echter Landarzt hat eine mind. 60-Stunden-Woche mit häufigen Wochenenddiensten bei nicht adäquater Honorierung seiner Lebensleistung. Quersubventionierung durch die wenigen Privatpatienten ist nicht möglich. Dazu kommen noch ständige Regressandrohungen.
Ein guter selbsständiger Handwerker weiss wenigstens, dass er bei diesem hohen Zeitaufwand anständiges Geld verdient.
Man arbeitet ja gerne mehr als ein Angestellter, dann muss aber auch die Kasse stimmen ….

#11 |
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Dr. med. Lutz Müller
Dr. med. Lutz Müller

In unserem MVZ in einer Kreisstadt gelegen haben wir gute Arbeitsbedingungen, kein Notdienst oder Wochenenddienst. Anstellungen eines Allgemeinarztes scheitern stets daran, dass nur die nächste Großstadt als Standort gesucht wird. So war es bei allen Bewerbern/innen und daran ändert die Politik leider auch nichts.

#10 |
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Arzt

Ein Vor-Kommentator stellte die Frage: “…was können wir Ärzte/Zahnärzte für die Erkrankungen unserer Patienten?…”

Klare Antwort: Sehr viel! Unsinnige, Leiden verlängernde Therapien am Lebensende, die Sterben quälend in die Länge ziehen und immense hier beklagte Kosten produzieren, das ist Alltag. Helfen? Vielleicht gut gemeint. Heilen? Selten. Monetärer Selbstzweck? Immer.

#9 |
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Da hilft alles rumpfuschen nichts ! Ob Gesetzgeber,Kasse oder KV -wirksam sind nur zwei Wege: Entweder der Pat.zahlt den Arzt direkt und selbst- holt sich das Geld von seiner Kasse (wäre dann eine echte Versicherung) z.T. zurück. Oder die Kommune richtet die Praxis ein und stellt den Arzt an. So stellt sie kostenlose Versorgung ihrer Bürger sicher. In größeren Kommunen sind beide Wege parallel gangbar.

#8 |
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Habe 8 Allgemeinärztinnen an das Ausland verloren.
5 praktizieren in der Schweiz,eine in Norwegen und eine in
Dänemark.Warum ? Vielleicht sollte Herr Bahr mal über die Grenzen schauen, wie dort der Arztberuf ausgeübt wird.
Seit 10 Jahren sieht man diesen Allgemeinarztmangel,aber
der politische Wille ist MVZs a la DDR zu etablieren.
Der Hausarzt steht auf der Roten Liste.Eine Rettung ist nicht in Sicht.
Rat an junge Kolleginnen/Kollegen.Nix wie weg !!!!!
Eure Zukunft liegt im Ausland !!!!!

#7 |
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Nach 27jähiger landärztlicher Tätigkeit bin ich heute froh, meinen Kindern empfohlen zu haben, mit der Familientradition des Arztseins zu brechen und einen anderen Weg einzuschlagen. Erst dann, wenn wir von bürkratischen Unsinnigkeiten befreit werden, erst dann, wenn wir adäquat finanziert werden -ohne Budgets, erst dann, wenn die arbeitsbehindernden Regularien abgebaut werden, dann erst kann man diesem phantastischm Beruf des Landarztes wieder mit Freude nachgehen.
Wen – so sagte mir ein Chefarzt einer nahegelgenen gro0en Klinik – wen können wir bei dem bestehenden Verhältnis zwischen Kammern und Vereinigungen zu uns Aktiven denn sonst noch als Feind haben? Dies trifft auch bei uns zu!
Und würde ich heute diesen Schritt, mich auf dem LAnde niederzulassen, noch einmal tun? Wenn ich meine skandinavischen Freunde – aktive Mediziner – höre, dann würde ich es tun, dann aber dort!

#6 |
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Nils Wagner-Praus
Nils Wagner-Praus

Auch auf dem LAnd kann man Geld verdienen. Wer Interesse hat am Einstieg in eine größere Allgemeinarztpraxis auf dem Land in Hessen: http://www.hochlandpraxis.de

#5 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wer sich trotzdem nicht abschrecken lässt und Interesse an der Übernahme eine Landarztpraxis (Allgemeinmedizin) im Naherholungsgebiet von Nürnberg hat (1.000 Scheine und Privatpatienten, sehr nettes Klientel – da wo der Doc noch was gilt ;-) trotzdem immer noch gute Verdienstmöglichkeit aber hohe Arbeitsdichte mit Hausbesuchen und daher auch gut für ein Mediziner-Ehepaar geeignet), der kann sich über DocCheck per Mail an mich wenden und dann von mir die Kontaktdaten erhalten. Wir versuchen durch unsere Kontakte die Nachfolgesuche unseres Verwandten zu unterstützen!! Die Bereitschaft ist übrigens dort sehr gut auch für unter der Woche organisiert!!! Und 3 Wochen in Urlaub fahren wäre da KEIN Problem!! Die Helferinnen sind auch sehr fit, freundlich und loyal!!!….und in Krisenzeiten müsste der Arzt dort nicht verhungern *lach* .

#4 |
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Warum reden alle vom Landarzt-Mangel, in den
Vorstädten ohne P-Patienten sieht es doch ähnlich aus. Formal überbesetzt, aber die Kolegen sitzen in der 10 km entfernten Innenstadt.
Als Vorstädter wird mn genauso mit Budgets, RLV etc
gegängelt. Einziger Vorteil: geregelter Notdienst.

#3 |
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Ich denke schon, dass das Problem nur durch eine adäquate Vergütung der erbrachten Leistungen zu lösen ist, Beispiel könnte eine Annäherung an die gottsseidank immer noch funktionierende Regelung im zahnärztlichen Bereich sein: Konsequente Einführung der Einzelleistungsvergütung!
Aber nur, wenn die unseligen Budgets ersatzlos gestrichen werden und das Morbiditätsrisiko wieder dahin wandert, wo es auch entsteht: Zu den Patienten und deren Krankenversicherungen! Was zum Donner können wir Ärzte/Zahnärzte für die Erkrankungen unserer Patienten? Wir helfen und heilen und dürfen dann auch noch die Kosten tragen? So funktionieren weder wirkliches Leben noch die gesamte restliche Wirtschaft.
Gerade ein FDP-geführtes Ministerium sollte, da es jetzt dafür die allerletzte Chance zu sein scheint, kräftig und schnell nachdenken und handeln…

#2 |
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Dr. med. Ute Brandenburg
Dr. med. Ute Brandenburg

Der Autor hat völlig Recht. Herr/Frau gesundh_oekonom. Es ist keineswegs Panikmache! Mein Mann hat für die Jahre 2002 bis 2006
Arzneimittelregresse von 190 000 Euro am Hals. Auf die gerichtliche Klärung warten wir.

#1 |
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