Angelina und die Joliektomie

14. April 2015
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Neue Schlagzeilen aus Hollywood: Nachdem sich Schauspielerin Angelina Jolie bereits Mitte 2013 beide Brüste hat amputieren lassen, folgten jetzt die Eierstöcke. Wie oft greifen Ärzte hierzulande zu derart radikalen Maßnahmen? Oder schließen sie diese Option kategorisch aus?

Wird Angelina Jolie (39) von der Sonderbotschafterin für das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge bald zur Sondergesandten für präventive Eingriffe? Diese Frage stellen sich Ärzte immer häufiger. In der „New York Times“ berichtet die Schauspielerin jetzt, sie habe sich jetzt die Eierstöcke und Eileiter entfernen lassen – aufgrund eines kleinen, gutartigen Tumors. Medizinisch notwendig war dies nicht. Die anschließende histologische Untersuchung des entfernten Gewebes lieferte keinerlei Hinweis auf maligne Veränderungen – ein Ergebnis das Zweifel über die Notwendigkeit des Eingriffs aufkommen lässt. Schließlich sind die hormonellen Folgen einer Ovariektomie für eine 39-Jährige nicht unerheblich. Bereits vor zwei Jahren lag die Ehefrau von Brad Pitt (51) unter dem Messer. Damals hatte sie sich einer prophylaktischen Mastektomie unterzogen – letztlich aus Sorge: Jolie trägt das Brustkrebsgen BRCA1. Mutationen der Gene BRCA1 oder BRCA2 erhöhen das Brustkrebs-Risiko auf 50 bis 80 Prozent. Für Eierstockkrebs werden zwischen 20 und 50 Prozent angegeben. Jolies Mutter war mit 65 Jahren an Brustkrebs gestorben. Die Schauspielerin spricht offen über eigene Sorgen und entschloss sich deshalb erneut, eine präventive OP durchführen zu lassen.

Der Rubel rollt

Inwieweit Chirurgen vom neuen Hype profitieren, lässt sich schwer quantifizieren. Zahlen liegen nicht vor. Amerikanische Medien berichten jedoch von deutlich steigenden Anfragen bei spezialisierten Kliniken. Viele Patienten zahlen in den USA medizinische Leistungen nach wie vor aus der eigenen Tasche, was zu wirtschaftlichem Interesse führen könnte. Das zeigten in der Vergangenheit bereits umstrittene Ganzkörper-Tomographien zur Krebsvorsorge – als gezieltes Angebot für solvente Manager. Deutsche Krankenkassen hinterfragen entsprechende Notwendigkeiten genauer und berufen sich auf evidenzbasierte Leitlinien. Einem Urteil des Sozialgerichts Kassel zufolge müssen sie ohne strenge Indikation auch keine Kosten für präventive Eingriffe sowie für Rekonstruktionen übernehmen. Allein die Vermutung – zwei Verwandte waren an Brustkrebs erkrankt – reiche nicht aus, argumentierten die Richter. Dass ein Arzt beziehungsweise ein Psychologe zum Eingriff geraten hatten, war ihnen auch zu wenig. Sie forderten Gentests, um erblich bedingte Risiken zweifelsfrei nachzuweisen. Genau hier ist mit Bewegung zu rechnen: Die Aktie von Myriad Genetics, einem großen Anbieter derartiger Untersuchungen, stieg Mitte 2013 innerhalb kürzester Zeit um rund 30 Prozent. Dem Hersteller war es gelungen, von Angelina Jolies medialer Präsenz zu profitieren. Ähnliche Tendenzen erwarten Analysten jetzt erneut.

Schneiden…

In Deutschland äußern sich Ärzte weitaus kritischer zur präventiven Chirurgie. Mehrere, für DocCheck stichprobenartig befragte Humangenetiker sagten, diese Option stünde nicht im Mittelpunkt, werde mit Patientinnen aber durchaus erörtert. Der Bedarf an Beratung ist groß: Laien hätten ihre Probleme, prozentuale Risikoangaben richtig zu deuten, heißt es weiter. Experten empfehlen schon lange, mit Veränderungen absoluter Fallzahlen zu argumentieren. Klar ist, dass Beratung und Therapieentscheidung in die Hand von spezialisierten Teams gehören, etwa Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Als Basis dient die interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Das Dokument rät zur Beratung und genetischen Testung, falls in der Familie bereits Erkrankungen vorgekommen sind – vor allem bei jüngeren Frauen. Entsprechende Kosten trägt die gesetzliche Krankenkasse. Zu präventiven Eingriffen heißt es im Dokument: „Frauen mit BRCA1- oder BRCA2-Genmutation sollte eine bilaterale prophylaktische Mastektomie angeboten werden. Eine prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie (in der Regel um das 40. Lebensjahr) wird empfohlen.“ Man beachte das kleine Wörtchen „sollte“. Grundlage dieser Grad-B-Empfehlung sind klinische Studien, aber keine randomisierten, klinischen Studien.

…oder warten

Genetische Risiken reichen Kollegen hierzulande allein nicht aus, um generell zu operieren. Sie verweisen auf eine etwas ältere Studie der Standford University School of Medicine: Sylvia K. Plevritis fand hinsichtlich der Sterblichkeit keine signifikanten Unterschiede zwischen OP und Mammographie plus MRI. Ihre Arbeit basiert auf mathematischen Simulationen. Betroffene entscheiden sich nach der Beratung oft für „Watchful Waiting“-Strategien: eine Form der bestmöglichen Früherkennung. Die deutsche Leitlinie rät zu Tastuntersuchungen, Sonographien, Mammographien und MRTs in unterschiedlichen Abständen. Krankenkassenangaben zufolge liegt die Zahl an präventiven Brustentfernungen derzeit unter zwei Prozent, bezogen auf alle Mastektomien. Vorbeugende Gaben von Anastrozol, einem Aromatasehemmer, sind umstritten. In einer Studie gelang es zwar, die Karzinomrate von 5,6 auf 2,8 Prozent zu verringern. Gleichzeitig hatten 95 Prozent aller Frauen das Pharmakon ohne Mehrwert eingenommen – bei ihnen wäre nie Brustkrebs aufgetreten. Trotzdem litten sie an Nebenwirkungen wie Osteoporose oder Hitzewallungen. Ob sich die Mortalität unter Anastrozol verringert, muss sich bei Nachbeobachtungen zeigen. So oder so ist die Behandlung für Patienten belastend. Vor diesem Hintergrund sind Angelina Jolies Entscheidungen als konsequent, vielleicht auch als radikal zu bewerten. Medizinisch falsch waren sie definitiv nicht.

96 Wertungen (3.74 ø)

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49 Kommentare:

Chirurg
Chirurg

Liebe Frau @Stefanie Kleinbauer, Sie habe völlig recht,
ein “Lokalrezidiv” ist ganz sicher ein Fehler der Erstoperation.
Inoperabel sind nur Fernmetastasen.
Da das alles in den meisten Fällen recht langsam geht, ist dieser Fehler meist nicht so evident aber es ist ein Fehler!

#49 |
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Stefanie Kleinbauer
Stefanie Kleinbauer

Was heist radikal. Eine solche Krankheit vielleicht zu bekommen ist radikal. Ohne ersichtlichen Grund zu operieren halte ich fuer Bloedsinn. Sie hatte aber einen Grund naemlich einen positiven Gentest. Vielleicht sollte die Medizin mehr mit Gentests arbeiten. Hm die werden aber nicht von der Kasse bezahlt und deshalb nicht ausreichend durchgefuehrt. Vielleicht sollte man bei Frauen bei denen etwas festgestellt wurde weniger nur Teiloperieren, da bei den meisten Patienten Jahre spaeter wieder etwas nachkommt dann haben die Leute einen weiteren Leidensweg vor sich. Tja wuerde sagen beim ersten mal gruendlich und radikal arbeiten dann hat man wenigstens gute Chancen das nix mehr nachkommt. Aber duerfen das die Patienten wirklich entscheiden?( eine Frage zum nachdenken)

#48 |
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Almut Hefter
Almut Hefter

@ den Autor, Herrn van den Heuvel

Sie zitieren die S-3-Leitlinie (also sehr verbindlich, nicht nur S-1-LL…) der deutschen Mediziner:
Bei Vorliegen einer BRCA-1-Mutation:
– bilaterale Mastektomie anbieten (d.h. Option)
– prophylaktische Oophorektomie um das 40. Lj empfehlen

Das führt alle ihre provokanten Fragen im Eingangstext ad absurdum. Dieser Artikel war Effekthascherei, aber nicht seriös.

#47 |
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Dieser Artikel ist sehr ärgerlich! Und beleidigend.
1. werden die – berechtigten – Sorgen von Frau Jolie als überzogen dargestellt (“Sondergesandte für präventive Eingriffe”) bzw. als unbegründet dargestellt und lächerlich gemacht (“Joliektomie”).

Sie HAT das BRCA1-Gen. (Und wäre sicher froh, sie hätte es nicht.)

Die S-3-Leitlinie EMPFIEHLT wie zitiert die prophylaktische Salpingo-Oophorektomie um das 40. Lebensjahr. Jetzt hatte sie einen Tumor am Eierstock (vor der OP ist die Dignität nie 100% zu klären), sie ist 39… Ich hoffe, dass jede deutsche Gynäkologie hier vor der Operation die prophylaktische beidseitigen Eierstockentfernung empfohlen (oder zumindest diskutiert) hätte – leitlinienkonform.
Wieso lässt eine – dann zum Glück benigne – Histologie anschließend “Zweifel über die Notwendigkeit des Eingriffs aufkommen”??? Die prophylaktische Entfernung – also die Entfernung von gesunden Eierstöcke – ist eine S-3-Leitlinien-EMPFEHLUNG!!!!!

2. Wenn Herr van den Heuvel diese Empfehlung anzweifelt, dann soll er das offen sagen und Begründungen aufführen, aber der Rest des Artikels handelt von prophylaktischen OPs ohne Gen-Test, überzogenen Tests oder dem für und wider der bilateralen Mastektomie…

3. Gemäß der Leitlinie SOLLTE die bilaterale Mastektomie ANGEBOTEN werden. D.h. dass es auch hierfür eine medizinische BEGRÜNDUNG gibt, die in einer Senkung der Erkrankungsrate liegt (und nicht nur etwas mit der Angst der Patientin vor Brustkrebs zu tun hat.) Das ist also KEINE spinnerte Idee einer überängstlichen Prominenten, die genug Geld für Implantate hat und mit der Story ihre Publicity fördert…
Für und wider muss mit der Patientin abgewogen werden – und dann sollten wir ihre Entscheidung respektieren. Diesen unseren Respekt hat auch Frau Jolie verdient.

P.S. Ich bin kein Fan von Angelina Jolie.

#46 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Es ist sachlich falsch, hier von einer Phobie zu sprechen,
wer das macht, dem kann man eher Operationsphobie unterstellen.
Siehe die Zahlen von Dr.Paul.
Also eher eine rationale Entscheidung für die größt mögliche Sicherheit,
nämlich 100%.

#45 |
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Hallo, entschuldigen Sie den Fehler meines Schreibgerätes!
Natürlich habe ich Frau Jolie NICHT “Joliektomie” genannt – das war das blöde System!
Ist mir das peinlich!

#44 |
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Also zuerst mal: diese Überschrift “Joliektomie”, geht ja mal gar nicht!
Enttäuschend und unterste Schublade!

Die Cancerophobie von Frau Joliektomie kann ich aber nachvollziehen, selbst wenn ich selbst kein Typ bin, der sich vor irgendetwas ängstigt was noch gar nicht eingetreten ist!
Und das nicht deshalb, weil ich keine Kontakte zu betroffenen Frauen und Männern hatte! Im Gegenteil, ich habe so viel Leid gesehen und miterlebt wie wenige Menschen.
Trotzdem denke ich oft, dass Ängste sich oft selbst erfüllen, i.S. einer “selffullfilling prophecy”!
Fast alle Patienten haben mir erzählt, dass sie schon immer grosse Angst vor einer Krebserkrankung hatten!
Vielleicht hat ausser den evtl. tatsächlich unterstützenden Genen auch die Psyche einen Einfluss auf den Ausbruch einer Erkrankung!?

#43 |
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Heilpraktikerin

Lieber Chirurg, es gibt tatsächlich ein erhöhtes Interesse für Homöopathie und entsprechend viele Therapeuten (ist nicht meine Welt). Nun möchte ich Ihnen einen Beispiel aus meinem Alltag geben, damit Sie verstehen wie (hoffentlich) viele von uns funktionieren:
Ich recherchiere gerade welche Pflanzenstoffe TLR4 und NFkappabetta hemmen, damit ich meinen Patienten mit CFS, zum Beispiel nach einer Strahlen Therapie helfen kann.
Zeit der Aderblässe ist tatsächlich vorbei,
Liebe Grüße und
ein sonniges Wochenende!
Entschuldigen sie mich meine Akzent ;)

#42 |
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Chirurg
Chirurg

Herr Zahnarzt, ich habe einige Tausend sonst tödliche bösartige Tumoren “rausgeschnitten” wie hier gerne despektierlich gesagt wird. Ich kann es durchaus ertragen von Zeitgenossen wie Ihnen als Metzger bezeichnet zu werden
und gehe trotzdem abends sehr zufrieden nach hause, meist etwas später als andere. Neben meinem Bett steht das Telefon für den Bereitschaftsdienst im Hinter-Hintergrund.
Keinen einzigen Patient habe ich bis heute zu einer Operation überredet, das macht vielleicht ein übereifriger Anfänger, sie sind alle von selbst zu mir gekommen, manches habe ich auch abgelehnt.
Für die Juristen sind wir allerdings trotz automatischer Körperverletzung immerhin “Künstler”,
denn wenn es mal nicht klappt, spricht man ja von Kunstfehlern.
An der Krankheit kann es ja nicht gelegen haben.
Im übrigen habe ich Respekt vor einem guten Zahnarzt,
es gibt leider auch nicht so gute.
Vor einem Homöopath weniger.
Ich würde ja auch keinen Aderlass bei Anämie machen,
wie Herr Hannemann im 18. Jahrhundert in Paris.

#41 |
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DocCheck News Redaktion
DocCheck News Redaktion

Liebe Leser,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Diskussionsbeiträge.
Bitte beachten Sie in Ihren Kommentaren jedoch die Netiquette und diskutieren Sie sachlich und themenbezogen.

Ihre DocCheck News Redaktion

#40 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

macht langsam Spass!!!, Arzt ???????
si tacuisses PH–(ne,ne ) mansisses . spielen wir doch ein bißchen :
Hic Rhodus , his salta

#39 |
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Medizinhistoriker
Medizinhistoriker

Richtig, Herr Dr.Paul,
im frühen Mittelalter verbot Papst Innozenz II Kontakt mit Blut unter Androhung der Exkommunikation und verbot damit die Chirurgie.
Menschen wurden kleiner die Lebenserwartung sank.
Offenbar überfordert moderne Medizin und Technologie den Menschen,
man sehnt sich zurück ins Mittelalter,
baut massenhaft Symbole der Dummheit, größer als der Kölner Dom,
Windmühlen.
Zurück auf die Bäume.

#38 |
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Arzt
Arzt

Scharlatane nutzen immer wissenschaftliche Vokabeln,
nur können sie damit keinen Krebs heilen.
Über 220.000 Krebstote 2012 nur in Deutschland.
Zeigen Sie doch mal ihre eigenen Krebsheilungsstatistik, Herr Zahnarzt.

#37 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

danke, Frau Aiguli,… Gast ;
Menschen,
die Denken können u. zu ihrer Auffassung stehen,schätze ich sehr.
Die Ära der derzeitigen StandardKrebstherapien neigt sich sowieso dem Ende zu .
Evolutions- u. Quantenbiologie, Vorstellungen zu Gasotransmittern ( Fragen Sie mal einen Arzt nach seinen Kenntnissen hierzu )usw .sprechen ihre eigene Sprache .

#36 |
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Detlef Tobias
Detlef Tobias

Formulierungen, die abstossen.
Es sollte das Name nicht zu eigentümlichen Wortspielereien genutzt werden.
Ich lese keine Artikel mit solchen Überschriften.
ektomie wäre doch so etwas wie Wegschneidenn??
Jolie ist doch so etwas wie glücklich??
Und nun…???

Wir möchten anständig angesprochen werden

D.Tobias Aachen

#35 |
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Tja, schade, dass ich mich eingemischt habe, die Anschuldigungen waren zu erwarten. Ich bin eigentlich gerade die, die eher nicht zu den Heilpraktikern gehört, die unverantwortlich und ignorant sind, deswegen lese ich diese Diskussion sehr aufmerksam.

#34 |
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Dr. W. Paul
Dr. W. Paul

Für den Mathematiker:
Zu den Zahlen:
An Brustkrebs starben 2012 in Deutschland knapp 18000 Frauen
an Ovarialkrebs knapp 6000
an Hodekrebs deutlich unter 200 Männer.
Da würde es sich eher lohnen auch ohne Genetik alle Gallenblasen zu entfernen,
da gibt es nämlich weit über Tausend Tote/Jahr (Gallenblasen-Ca).

Die Mortalität ist dabei nicht die Krankheitshäufigkeit,
weil hierzu ja die Geheiten zu addieren sind,
das ist medizinisch fast noch interessanter,
weil die meisten Frauen mit Brustkrebs (NUR) durch Therapie gerettet werden können.
Es fehlt noch der Dickdarm, der immerhin mit über 25000 Toten aufwarten kann,
bei (familiärer) Polyposis ist das dann 100%.

Viele dieser Erkrankungen gab es im Mittelalter nicht, weil die Menschen zu früh gestorben sind, meist an Infektionen.
Auch bei Antibiotika schimpft man ja gerne über Ärzte :-)
also zurück ins Mittelalter mit garantiert unwirksamen “Medikamenten”.

#33 |
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Dr. W. Paul
Dr. W. Paul

Lieber Mathematiker, es gibt nicht nur eine Gen-gebundene Metaanalyse sondern auch eine ganz konkrete individuelle Familienanamnese auch bei Frau Jolie, das lernt jeder Medizinstudent.
Aber Ihr Hauptfehler ist Ihre Denkweise, die sich in Ihrem Beispiel mit dem Hodenkrebs zeigt.
Der Brustkrebs ist auch ohne genetische Belastung sehr häufig,
Der Hodenkrebs sehr selten.
Es gibt daher auch ohne genetische Belastung ein prophylaktisches Mamma-Ca-screening aber KEIN Hodenkrebs-screening. Auch eine Verdopplung würde das noch nicht ändern.
Im übrigen ist die Therapie bei Hodenkrebs inzwischen sehr erfolgreich und simpel tasten lässt er sich besser als ein beginnender Brustkrebs, der leider oft schon sehr früh metastasiert und damit nicht mehr kurativ operabel ist.
Erkennen Sie bitte, dass es sich um bei Brust, Ovarien und Kolonpolypose um seltene Ausnahmeindikationen handelt.
Die allgemeine Antipathie gegen Operationen, die von allen Behandlungen in jeder Hinsicht am strengsten kontrolliert werden (juristisch immer Körperverletzung) finde ich gesellschaftlich-psychologisch hoch interessant,
erinnert irgendwie ans Mittelalter.
Insbesondere scheint es ja so zu sein, dass besonders die “Heilpraktiker” ihre Freunde, die ihnen in der Not helfen können eher negativ sehen,
kaum zu glauben.
Es sollte genau umgekehrt sein, wenn man vorgibt, kranken Menschen helfen zu wollen.

#32 |
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Mathematiker
Mathematiker

Die geschätzten KollegInnen, die hier zum Messer rufen, sollten vielleicht nicht unerwähnt lassen, dass alle Angaben zu BRCA1- und BRCA2-Risiken auf Metaanalysen klinischer Studien basieren und nicht auf Bevölkerungsstudien. Die gibt es nämlich bis zum heutigen Tage nicht. Es handelt sich also um geschätzte Risikoangaben, die auf der Beobachtung von Indexpatienten basieren. Daher ist es gar nicht möglich, genaue Angaben zum Risiko zu machen, schon gar nicht zum Individualrisiko. Natürlich ist die Entfernung der Eierstöcke eine wirksame Prophylaxe des Ovarialkarzinoms und sicher auch “beruhigend” im Hinblick auf eine mögliche Erkrankung. Aber rechtfertigt der statistische Wert allein die Entfernung eines gesunden Organs und eine operativ verursachte Akutmenopause?

Machen wir ein einfaches Gedankenexperiment: Das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken, wird durch eine Genmutation beeinflusst. Mit dem mutierten Gen erkranken 2 von 100 Patienten an Hodenkrebs, ohne das mutierte Gen 1 von 100 Patienten. Das relative Erkrankungsrisiko ist also um 100% erhöht. Wer würde dem Patienten empfehlen, prophylaktisch beide Hoden zu entfernen?

#31 |
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Es geziemt sich nicht derart reißerisch das Schicksal Schwerstkranker für Seitenfüllung zu missbrauchen.
Dr.Wehnert

#30 |
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Arzt
Arzt

Dipl.Betriebswirtin Aiguli Bulir, Heilpraktikern sollte man Krebstherapie verbieten.
Ich habe es miterlebt, dass ein solcher eine Krankenschwester mit tastbarem Brustkrebs fast ein Jahr vom Chirurgen ferngehalten hat, bis sie schließlich in katastrophalem Zustand von selbst (wieder) gekommen ist und daran jämmerlich gestorben ist.
Ihr Zwillings-Zitat sollten Sie bitte sorgfältiger lesen, wenn Sie auch noch von “Logik” reden wollen.
Krebst ist NICHT gleich Krebs und damit ist jede Verallgemeinerung von vorne herein falsch.
Familiäres Auftreten ist nun wirklich nichts neues. Auch wenn Gentechnik und Gendiagnostik noch in den Kinderschuhen steckt. In der Studie:
Environmental and Heritable Factors in the Causation of Cancer — Analyses of Cohorts of Twins from Sweden, Denmark, and Finland
ist diesbezgl. immer nur von genetisch gehäuftem Brustkrebs, Ovarialkrebs, Prostatakrebs und der Kolonpolypose die Rede,
alles Raritäten!!!
Das kann man doch nicht dadurch “entwerten”, dass man auf die große Mehrzahl der übrigen Tumore in der gleichen Studie verweist!!
Logisch waren also weder die Ausführungen des Zahnarztes noch ihre eigenen.

mit ganz besonders freundlichen Grüßen.

#29 |
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Ich bin Betroffene und habe mich für einen Gen-Test entschieden, damit ich handeln kann und nicht wie meine Familienmitglieder durch den Krebs und vor allem die Chemo “elend zugrunde gehen”. Es war für mich als Kind unerträglich, dieses Leid miterleben zu müssen. Das wollte ich mir und meiner Familie ersparen.
Ich lebe sehr gut ohne Brust und Eierstöcke, mir geht es besser als vor der OP, da die Angst weg ist.
Erschreckend, was hier so mancher von sich gibt…

#28 |
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Claudia Zell
Claudia Zell

Allen Besserwissern, vornan Dr.Stute empfehle ich: Legen Sie sich auf die Schienen einer nahenden Straßenbahn und hoffen Sie, dass Sie nicht erfasst werden! Ihr Risiko zu sterben ist dann genauso groß wie das einer BRCA1 Patientin an Brustkrebs zu sterben und uns erspart das Ihre blöden Kommentare.

#27 |
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Gast
Gast

@dr. med.dent. Wolfgang Stute
Es hat den Anschein, dass sie der einzige Arzt hier sind, der nicht nur up to date ist, was das gegenwärtige wissenschaftliche Verständnis der Genen betrifft, sondern auch zwischen Diskussion und Emotion unterscheiden können. Was sie geschrieben haben ist genauso logisch wie richtig und mir persönlich ist dabei egal, ob sie ein Zahnarzt oder Schuhmacher sind. Oder möchte einer der verehrten Doktoren hier uns die genaue Definition eines Gens und eine detaillierte Erklärung präsentieren, wie sie aktiviert und deaktiviert werden. Bitte, nur zu!
Logik ist keine Meinungsmache! Und persönliche Schicksalsschläge haben hier auch nichts zu suchen, denn das sind Einzelfälle, die uns hier nicht weiter bringen werden. Letzten Endes gibt es im Leben keine 100% Sicherheit und es wäre sehr hilfreich, wenn die Medizin uns dabei helfen würde, die möglichst größte Sicherheit herauszufinden. Doch ich befürchte, dass mit heutigen Lobbyismus und der uneingeschränkten Systemtreue einiger Mediziner, für den Patienten nur zunehmend schwieriger sein wird, den “Richtigen” Weg zu finden. Und da spreche ich aus persönlicher Krebs-Erfahrung. Leider gehört die Angstmache bei den “modernen Ärzten” immer noch zum Goldstandard. 80% höhere Erkrankungwahrscheinlichkeit! Welch ein Argument! Weiß dieser Arzt, der das ausspricht, was er damit eigentlich meint? Oder spricht er nur etwas nach, was er irgendwann und irgendwo gelesen hat?

#26 |
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Dr. med. Sabine Marx
Dr. med. Sabine Marx

Die Sterblichkeit bei prophylaktischen OPs versus Früerkennung ist nicht unterschiedlich: Mag ja sein, aber wer fragt nach der Lebensqualität, wenn man sich vierteljährlich mit der Früherkennungsuntersuchung fragen muß, zu welcher Gruppe gehöre ich jetzt-Zu den 60% (oder wieviel auch immer), die es erwischt oder zu denen, die verschont bleiben? Wer fragt denn nach der Lebensqualität unter der Therapie, bei den ja meist jüngeren Frauen und oft niedrig differenzierten Tumoren kommt man ja praktisch nicht an der Chemo vorbei… und wer fragt nach der Zeit nach der Therapie-chemobedingte Nebenwirkungen, die irgendwann oder gar nicht mehr weggehen, abgesehen von den Narben auf der Seele und der Angst vor jeder Nachsorguntersuchung…Wenn sich eine Frau, in deren Familie der Tod durch Krebs mehrfach zugeschlagen hat, für eine solche OP entscheidet, ist das eine Option, die konsequent, aber nachvollziehbar ist..
Abgesehen davon, dass es für die Ovarektomie keine Alternative gibt, da hier eine Früerkennung gar nicht exisitiert! Und ohne Ca kann eine Hormonsubstitution erfolgen!

#25 |
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Bisher hat nur die prophylaktische bds. Mastektomie die Sterblichkeit bei BRCA 1 Trägerinnen reduziert. Nur sorgfältig beobachtete Frauen starben dennoch am Brustkrebs und Ovarkrebs, da auch die intensivierte Diagnostik häufig zu spät kommt. Das negative Mammogramm beweist nichts. Für Ovarkrebs gibt es keine wirksame Früherkennung.

#24 |
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Gast
Gast

Wann werden Menschen ( auch Ärzte sind Menschen ) endlich lernen, was der Begriff “relative Risikoreduktion” wirklich bedeutet – von den statistischen Schwächen medzinischer Studien einmal ganz abgesehen?
Aber solange damit viel Geld zu verdienen ist….

#23 |
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Entschuldigen, ich meinte natürlich #17

#22 |
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Ich liebe Doccheck für diese Diskussionen.
#7 Mit so einem Niveau hat man hier nicht zu suchen, Dr.Stute hat durchaus eine Berechtigung seine Meinung zu vertreten.
Mir ist dieses Logisches Gedankengang ist sehr sympathisch.
Denk man an die Zwillingsstudien.
Zum Beispiel http://www.infomed.ch/screen_template.php?articleid=427&screenissueid=5.

#21 |
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Heilpraktiker

Es ist überlegenswert was passiert, wenn ein Hirntumor-Gen gefunden wird, das in der Familie seit Generationen den Hirntumor hervorrufen soll! werden dann auch geschäftstüchtige Operateure zur “Hirnektomie” aufrufen?

#20 |
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Dr. med. Hans-Ulrich Kaiser
Dr. med. Hans-Ulrich Kaiser

Geschmacklose Entgleisung in der Überschrift, einseitige unausgewogene Darstellung im Text. Hier wird allen möglichen Seiten reines Profitdenken oder Interesse an Medienrummel unterstellt. Dass die Genträgerinnen (auch A.J.) größte Ängste ausstehen könnten, zumal vor ihren Augen Verwandte an demselben Risiko verstorben sind, wird mit keinem Wort erwähnt.

#19 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

was für ein Versteckspiel sind Sie denn ” ARZT ?” ?

#18 |
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Arzt
Arzt

@dr. med.dent. Wolfgang Stute bleiben Sie einfach bei ihren Zähnen und der Paradontose, statt hier Menschen zu beleidigen.

#17 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

ein toller Titel ,passend für unsere kranke “Gesellschaft “,gibt gleich eine Belohnung -Sonderbotschafterin- vielleicht noch ein bißchen GENDER-dazumixen .
Ich halte ihr zu Gute , dass Sie Ihr Kindersoll erfüllt hat .

Angelina Jolie – Angst vor Brustkrebs? ein alter , junger Text :

Lösung: Brüste wegschneiden ?!
Wenn es doch nur “so einfach” wäre, denn was derzeit so durch alle Medien geht, kann nur noch mit Volksverdummung ersten Grades beschrieben werden.

Brust weg = Krebs weg !?

Angelie Jolie hat es vorgemacht und viele Frauen werden ihr folgen. Was sich für einfache Gemüter zuerst einmal sehr logisch anhört, ist in Wahrheit jedoch sehr komplexer. Gerade jungen Frauen werden da Zahlen um die Ohren gehauen, die weder korrekt noch nachvollziehbar sind. Da kann man lesen: „Frauen mit BRCA1 und/oder BRCA2 Genen haben eine 70% / 80% / 87% höhere Chance an Brustkrebs zu erkranken als andere Frauen.“ Und nicht nur das, sondern auch noch eine „30% / 40% ja sogar bis zu 60% höhere Chance an Gebärmutter- oder Eierstockkrebs zu sterben.“

So viel ich weiß hat Angelie Jolie ihre Gebärmutter und ihre Eierstöcke jedoch nicht herausoperieren lassen. Warum eigentlich nicht? Ich würde ihr gerne diese Frage stellen. Und was ist mit Ihrem Mann Brad Pitt?
Hat dieser auch seine Chromosome fünf, sechs und zwölf untersuchen lassen? Das sind nämlich die Gene die für Hodenkrebs verantwortlich sind / sein sollen. Und der Träger soll zu 90% an Hodenkrebs erkranken. Die Lösung dafür kennen Sie ja auch schon: Hoden abschneiden!
Und wie sieht es mit dem HNPCC-Gen aus, das für Darmkrebs verantwortlich ist? Und was ist mit den Shh, Wnt, DDX3X und GPS2 Mutationen, die alle für Gehirntumore (mit) verantwortlich sein sollen?
Werden wir zukünftig Teile unseres Gehirns auch präventiv herausoperieren lassen?

Aber lassen Sie uns doch einmal etwas über Mathematik sprechen. Gehen Sie doch einmal ins Internet und versuchen Sie SICHERE Studien zu finden, die entweder all diese Zahlen untermauern oder noch besser, die BEWEISEN, dass Gene bzw. deren Mutationen überhaupt für Krebs verantwortlich sind.
Ich bin bekannt für meine Aussagen die nicht unbedingt der Mainstream – Meinung entsprechen ( siehe AIDS) , berufe mich aber auf dieselben Untersuchungen und Forschungsergebnisse, interpretiere sie allerdings auch aus anderen Gebieten herraus , wie der Evolutionsbiologie und der Quantenphysik ( Nobelpreis 2012).

Meine heutige Frage des Tages ist: Warum erkranken jüdische Ashkenazim- Frauen nicht häufiger an Brustkrebs als andere Frauen?

Um die Frage besser verstehen zu können, müssen Sie wissen, dass diese Aschkenasim-Frauen eine Gruppe weltweiter Juden sind, die bereits seit dem Ende der Spätantike im Rheinland, im Norden Frankreichs und Italiens, in England und Mittel-, später auch in Osteuropa ansässig waren. Aschkenas wurde seit dem Mittelalter in einigen Quellen sogar für Deutschland verwendet. Die Frauen dieser ethnischen Gruppe sind insoweit für unser Thema interessant, weil eine von 40 Frauen das so böse BRCA1 oder / und BRCA2 Gen in sich trägt. Normalerweise kommt dies nur bei einer von 500 Frauen vor.

Doch obwohl 2.65% aller Aschkenasim, gegenüber nur 0,2% in anderen ethnischen Gruppen, diese bösen Gene in sich haben, treten bei diesen exakt 0% mehr Fälle von Brustkrebs auf. Doch wie ist das möglich, wenn doch angeblich die Chance durch dieses Gen Brustkrebs zu bekommen, bei 70-87% liegt. Dann müssten doch selbst für uns Nichtmathematiker mindestens 10 x so viele Aschkenasims Brustkrebs bekommen als die restliche Weltbevölkerung!

Doch dem ist absolut nicht so und hierfür gibt es logischerweise nur eine Erklärung: Was uns hier alles an Halb- und Unwahrheiten über Brustkrebs und Gene aufgetischt wird hat nichts mit wissenschaftlichen Fakten zu tun, sondern schlicht und ergreifend oft mit wirtschaftlichen Interessen.
Um Missverständnisse zu vermeiden. Ich glaube auch, dass es sehr wohl Familien gibt, in denen Brustkrebs vermehrt auftritt und man nach den Gründen hierfür suchen muss. Doch einfach zu behaupten, daran sind Gene schuld, halte ich für katastrophal falsch, denn dadurch werden andere Faktoren komplett außer Acht gelassen. Hinzu kommt, dass die Medizin hier eine Richtung einschlägt, die sogar zu vermehrten Krebsfällen führen wird.
Stellen Sie sich doch einmal vor, man sagt Ihnen im Alter von zwanzig Jahren, dass Sie zu 80% in Ihrem Leben Brustkrebs, Darmkrebs … bekommen werden. Das sind furchtbare selbsterfüllende Prophezeiungen und sollten eigentlich angeprangert werden.
Stattdessen wird das Ganze als medizinischer Fortschritt verkauft und Milliarden auf den Rücken armer Frauen und Männer verdient. Doch wir wissen, Menschen mit Angst sind leichter kontrollierbar und machen Therapien, bei denen jegliche Logik versagt.
Gott sei Dank, ist dem Nobelpreisträger James D. Watson ein zweites Licht aufgegangen.
Auf den Krebskongressen in Orlando hat der Nobelpreisträger James D. Watson , der Entdecker der alpha-Helix (menschliches Erbgut) kundgetan, dass neue Wege in der Krebsbehandlung gesucht werden müssten,da über das Genom und seine Funktionsweise zu wenig Kenntnisse bestünden ;insb. die unerwartet niedrige Zahl menschlicher Gene ( 25000 ) hat alle Forscher erheblich irritiert .
Quo Vadis Homo Sapiens kann man hier nur noch sagen.
Liebe Frauen, lassen Sie bitte Ihre Brüste da , wo sie hingehören und Sie liebe Männer,… Solange die Genforschung und Mediziner nicht sicher wissen, welche Umstände ein Gen überhaupt einschalten,bzw. ausschalten , solange sollten wir mit unseren Genen ruhig schlafen.
Ich wünsche Angelina Jolie , dass sie nicht gerade wegen der Operation an Brustkrebs erkrankt.

Bleiben Sie kritisch.

#16 |
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Arzt
Arzt

Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast auch bei der Brust würde ich doch einen spezialisierten Dr. med. fragen. Das unangenehmste ist hier das sogenannte “occulte Mamma-Ca”, das erst durch Achselhöhlen-LK-Metastasen auffällt. Da kann man nicht nur in der Brust nichts tasten, der Röntgenologe sieht auch nichts in der Mammographie und auch der Pathologe findet es in der abgeschnittenen Brust oft nicht.
Das gibt dann natürlich immer Höllentheater bei Laien, die das nicht kennen.
Die Mastektomie mit Achselhöhlenausräumung ist hier die Methode der Wahl.

Es gibt auch die primär multifokalen Mamma-Ca`s nicht nur in einer Brust, hier wird natürlich die Entfernung beider Brüste empfohlen auch wenn nur eine Seite nachgewiesen ist.

#15 |
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Arzt
Arzt

Völlig richtig, Herr Autor van den Heuvel, bei Krebs ist der Goldstandart nun mal die Entfernung (soweit technisch möglich).
“Prophylaktisch” sicher sehr selten, aber in diesen Ausnahmefällen natürlich ebenso.

#14 |
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Arzt
Arzt

Lieer Herr @Tobias Schäfer, Gesundheitsphilosoph, die von Ihnen gelobten Herren haben leider keine Ahnung von der Materie,
schon recht blamabel von “Wahnsinn” zu reden, wenn man ein Tumor-gefährdetes Organ entfernt. Bei dem “Ruhigstellen” der Brust hat er sicher als Student geschlafen, das trifft z.B. für kinderlose Nonnen zu, die die höchste Brustkrebsrate haben, von den Genvarianten abgesehen. Eine diesbezügliche “natürliche Prophylaxe” ist also genau das Gegenteil, viele Kinder und viel Stillen = geringes Krebsrisiko.
Spätgebärende haben übrigens eine statistisch höhere Lebenserwartung, irgendwie sehr klug von Mutter Natur.
Das schließt leider nicht aus, dass auch eine Schwangere selten einen Brustkrebs bekommt, was dann bekanntlich wieder eine Indikation zur interruptio ist.
Ich habe es miterlebt, das eine noch rel. junge werdende Mutter das abgelehnt hat, ist ja nachvollziehbar. Sie hat das Kind zwar noch zur Welt gebracht ist aber an dem Brustkrebs jämmerlich gestorben. Immer schockierend bei jungen Menschen.

#13 |
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Gast
Gast

Ich versteh die Aufregung nicht,
die Schauspielerinnen haben sich doch genau nach der Deutschen Leitlinie, Grad-B-Empfehlung, gehalten.
Bravo!
Ein ähnliches Problem gibt es bei anderen Tumorrisiken, wie z.B. der Colon-Polypose (Colektomie).

#12 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Der Titel ist wirklich erschreckend daneben. Sowas darf eigentlich nicht durchgehen.

Dass männer zwangsläufig den Mund bei diesem Thema zu halten haben, glaube ich zwar nicht, aber es stimmt, dass es eben nun mal Frauen betrifft, deren Körper und nicht zu vergessen deren Psyche. Einen Königsweg wird es nicht geben. Es gibt im Gegenteil wohl soviele Wege wie Vorgeschichten, Befunden und Persönlichkeiten.

Bei einem stark erhöhten Risiko für ein Ovarialkarzinom finde ich persönlich angesicts der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten watchful waiting eine eher zweifelhafte Option, die mir beim Mammakarzinom doch eher praktikabel scheint.

#11 |
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Tobias Schäfer, Gesundheitsphilosoph
Tobias Schäfer, Gesundheitsphilosoph

P. Klein, Arzt & Dr. med. Paul-Gerhard Valeske,

diese Gedanken kamen mir auch.

Danke, dass es auch Ärzte gibt, die ihrer eigenen Profession gegenüber wach und kritisch bleiben (eine seltene Gabe, wie mir scheint) und nicht aus Angst oder Allmachtsgelüsten das Leben auslöschen wollen.

#10 |
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Gastärztin
Gastärztin

An solchen Diskussionen dürfen eigentlich nur Frauen teilnehmen !!…wer in der Familie den tragischen Fall eines Ovarialkarzinoms Figo 3c miterlebt, wie ich gerade ..einen Tumor , der selten im Frühstadium diagnostiziert wird oder sogar werden kann ..kann nur voll hinter einer solchen Entscheidung stehen, zumal im Falle von Angelina Joli besagte Genmutaion vorliegt….ich selbst habe mir nach der Menopause die Ovarien entfernen lassen, ich bin keine BRCA Trägerin, aber seit ich das Leiden meiner Mutter miterlebe, war jeder Gang zu Vorsorge der blanke Horror., ich lebe bestens damit …jede Frau sollte selbst entscheiden und jeder Mann hat den Mund zu halten….

#9 |
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Medizinjournalistin

Ich stimme Frau Strunk und Frau Bihlmaier zu: Widerliche und abstoßende Überschrift, die mit professionellem Medizinjournalismus nichts zu tun hat. Daher lese ich den Text gar nicht.

#8 |
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Wenn man die Krebsenstehung richtig versteht (z.B. Warburg, der ja inzwischen bestätigt ist, was allerdings in die Köpfe vieler Mediziner wegen anderslautender Thesen noch keinen Eingang gefunden hat), sind solche “prophylaktischen” Eingriffe purer Unsin, wenn nicht Wahnsinn.
Man könnte das fast damit vergleichen, daß in der Autowerkstatt zur Prophylaxe von Platten das Abmontieren der Reifen hilft.
Tumorgene greifen nur, wenn man ihnen Anlaß dazu gibt (mit Ausnahmen). Man könnte also “bösen” Genen die Gelegenheit zum “Böse”werden nehmen, wenn man sie durch entsprechende Lebensführung “kalt” stellt.
Ich weiß, das ist etwas vereinfacht, aber es trifft den Kern der Sache.

#7 |
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Dr. med. Richard Gronemeyer
Dr. med. Richard Gronemeyer

Solche prophylaktischen Eingriffe sind Einzelentscheidungen. Eine Indikation kann vorliegen, wenn das Karzinomrisiko höher ist als das Operationsriko mit seinen möglichen Folgen.

Immerhin kann man solche Eingriffe als Alternative zu optimierten Vorsorgeuntersuchungen in Erwägung ziehen.

Wünschenswert wäre, dass solche Eingriffe im Rahmen von Studien wissenschaftlich begleitet werden.

Auch eine prominente Patientin hat das Recht auf eine sachliche Diskussion, die ihre Persönlichkeitsrechte nicht verletzt.

#6 |
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P. Klein, Arzt
P. Klein, Arzt

…..frueher ein eher kritischer Betrachter von Religion u Kirche, wuensche ich mir heute der Primat wuerde sich besser wieder dorthin wenden….das alles erinnert an moderen medizinisch verbraemten Ablasshandel….getreu dem Motto…”der Euro in dem Kasten klingt….die Seele in den Himmel springt…”…..der medizinisch/ industrielle Moloch freut sich…..wir duerfen gespannt sei auf die S x Richtlinie beim Glioblastom…bzw bei der Verdummung….ich hoffe die Kassen uebernehmen dann d. Kosten der prophylaktischen Dekapitierung unter fachkundiger Anleitung der entsprechenden Disziplienen….

#5 |
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Dr. rer. nat. Meike Strunk
Dr. rer. nat. Meike Strunk

Unglaublich geschmacklose Überschrift, das ist “Bildzeitungs” Niveau !

#4 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Geschmacklose Überschrift!

#3 |
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Elli Pichler
Elli Pichler

Angelina wird an Angst sterben. Denn sie hat ja noch ettliche Organe die Krebs bekommen könnten – den Darm, die Haut, die Knochen…. Statt alles was kank werden könnte raus operieren zu lassen, sollte sie lieber eine Psychiater konsuliteren der sie von dem Angst-tripp runter holt.

#2 |
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Ärztin
Ärztin

Informativer Artikel, aber geschmackloser Titel! Bin meistens großer Fan von den phanasievollen Titeln bei DocCheck, aber der geht irgendwie zu weit. Genau, Angelina Jolies Entscheidung ist medizinisch nicht falsch. Und menschlich nachvollziehbar! Sie hat ein vergleichsweise hohes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ein Krebs, der leider nur schwer im Frühstadium zu erkennen ist und gleichzeitig extrem maligne ist. Sie hat ihre Mutter durch eine Krebserkrankung verloren, deren genetische Disposition sie ebenfalls trägt.
Es gibt immer Lobbygruppen, die davon profitieren, wenn ein medizinisches Thema mediale Aufmerksamkeit erlangt. Trotzdem war Angelina Jolies Entscheidung keine Lifestyle-Entscheidung!

#1 |
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