Brustkrebs-Diagnose: Startet miR-940 den Turbo?

13. April 2015
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Einige microRNAs sind spezifisch für Onkogene, andere regulieren Tumorsuppressorgene. Eine Gruppe von drei microRNAs zielt jedoch auf die gleichen Gene ab. Eine Tumorsuppressor-miR könnte als Biomarker für Brustkrebs eine schnellere Diagnose ermöglichen.

Kleine RNA-Sequenzen können die Expression von Genen blockieren und dadurch ihre Funktionen regulieren. Mithilfe eines statistischen Algorithmus haben Forscher eine Gruppe von drei microRNAs in einer Datenbank gefunden, die alle auf die gleichen Gene abzielen. Diese Gene sind an der Zellbeweglichkeit und der Organisation des Zytoskeletts beteiligt. Die Forscher haben die Wirkung dieser drei microRNAs auf die Zellbeweglichkeit in Hornhautzellen untersucht: Eines der drei Gene beschleunigt die Zellinvasion, was auf eine onkogene Eigenschaft hindeutet, während die beiden anderen die Aggressivität der Krebszellen abschwächen, charakteristisch für Tumorsuppressorgene. Obwohl sie auf die gleichen Gene abzielen, hat die Überexpression dieser microRNA somit unterschiedliche Auswirkungen auf die Zellen.

Die Forscher haben anschließend eine der beiden Tumorsuppressor-microRNA (miR-940) näher untersucht. Verschiedene Daten von Krebspatienten haben gezeigt, dass ihre Expression bei Patientinnen mit Brusttumoren besonders reduziert ist. miR-940 käme demzufolge als möglicher Biomarker für Brustkrebs in Betracht, der durch eine quantitative Polymerase-Kettenreaktion einfach und schnell diagnostiziert werden könnte.

Originalpublikation:

A statistically inferred microRNA network identifies breast cancer target miR-940 as an actin cytoskeleton regulator
Ricky Bhajun et al.; Scientific Reports, doi: 10.1038/srep08336; 2015

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