Herzfunktion: Ultrafeines Risiko im Straßenverkehr

2. April 2015
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Gesundheitsschädigende Effekte durch Feinstaub sind schon bekannt. Für die Herzfunktion spielen zusätzlich ultrafeine Partikel eine Rolle – auch wenn man ihnen nur wenige Minuten ausgesetzt ist. Dies betrifft besonders Menschen, die ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Unter Feinstaub fasst man alle Staubpartikel mit einem Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (PM10) zusammen. Darin unterscheidet man nochmals feine Partikel, die kleiner als 2.5 Mikrometer (PM2.5) im Durchmesser und damit lungengängig sind und ultrafeine Partikel mit weniger als 0,1 Mikrometern (100 Nanometer) Durchmesser, die auch in die Blutbahn gelangen können.

Veränderte Herzratenvariabilität nach wenigen Minuten

Die Wissenschaftler untersuchten die speziellen Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln auf das Herz. Dazu statteten sie 64 Studienteilnehmer mit Messgeräten aus, die während der alltäglichen Aktivität sowohl die Partikelanzahlkonzentrationen, als auch die Herzaktivität aufzeichneten. Zusätzlich wurden Daten von Feinstaub-Messstationen im städtischen Hintergrund herangezogen. Die ausgewählten Probanden litten alle unter erhöhten Blutzuckerwerten bzw. Typ-2-Diabetes.

„Erhöhte Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln, z.B. in dichtem Straßenverkehr, führten bereits nach fünf Minuten bei den Probanden zu einer veränderten Herzratenvariabilität“, berichtet Prof. Dr. Annette Peters, Leiterin des Forschungsbereichs Epidemiologie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung. „Zudem konnten wir bereits bekannte Effekte bestätigen, etwa dass feine Partikel auf Stundenebene sowie Lärm mit einer eingeschränkten Herzfunktion assoziiert sind.“

Zukünftige Umweltstandards für Ultrafeinstaub

Für Feinstaub bzw. feine Partikel konnten gesundheitsschädigende Wirkungen bereits in anderen Studien nachgewiesen werden. Die Rolle der ultrafeinen Partikel ist allerdings unklar: Wissenschaftler gehen von zusätzlichen gesundheitsgefährdenden Auswirkungen aus – Grenzwerte gibt es bislang aber nicht.

„Die Ergebnisse sind alarmierend, da ultrafeine Partikel in unser aller Umwelt vorkommen und gesundheitliche Risiken bergen – insbesondere für Menschen, die bereits ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen, wie die in der Studie gewählten Diabetiker“, so Peters. „Wir hoffen, mit unseren Daten die Forderungen nach Grenzwerten und künftigen Umweltstandards untermauern zu können.“

Originalpublikation:

Elevated particle number concentrations induce immediate changes in heart rate variability: a panel study in individuals with impaired glucose metabolism or diabetes
Annette Peters et al.; Particle & Fibre Toxicology, doi: 10.1186/s12989-015-0083-7; 2015

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3 Kommentare:

Gast
Gast

Ich denke das ist eine konzertierte Aktion gegen den Autofahrer um von der skandalösen PKW-Maut abzulenken, die jetzt eingeführt wird.

#3 |
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Gast
Gast

Unterdrückter Wirk- und Risikofaktor Emmissionen und Immissionen durch die
Sende- / Empfangs-Antennenmasten einer Vielzahl von Betreibern am Beispiel
der BAB-Trassenführungen ! Ich stehe der Forschung als Medium zur Verfügung:
ein Vielzahl der “Masten” kann ich blind ankündigen, weil deren Strahlungsimmissionen für mich im Gehirn/ Kopf spürbar sind und im Extremfall
plötzlichen Blutdruckabfall mit einer Phase von Herzrhythmusstörungen (z.B.
länger andauerndes Vorhofflimmern rechts) verursachen.
Wie wär es hiermit als gravierende Risiko-Ursache ? “Experten”-Angst wovor und vor wem ?

#2 |
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Gast
Gast

Am Schlimmsten soll diese Staub in den geschlossenen Räumen sein,
nicht im Straßenverkehr, der ist dagegen richtig staubarm.

#1 |
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