Morbus Crohn: Elastografie erleichtert Einblick

31. März 2015
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Bei Morbus Crohn-Patienten kann verändertes Darmgewebe durch die Elastografie nicht-invasiv diagnostiziert werden. Sie kann künftig dabei helfen, den medikamentösen Behandlungserfolg zu objektivieren oder den optimalen Zeitpunkt für eine Operation festzulegen.

Eine nicht-invasive Beurteilung der mechanischen Gewebeeigenschaften des Darms bei Morbus Crohn war bisher nicht möglich. Wissenschaftler um Prof. Daniel C. Baumgart von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, haben in ihrer Studie nun erstmals den Einsatz der Elastografie bei Patienten mit Morbus Crohn untersucht. Als neueres bildgebendes Verfahren ist die Elastographie eine Weiterentwicklung sowohl der Ultraschalldiagnostik als auch der Magnetresonanztomographie (MRT).

Elastografie mit hoher Genauigkeit

Die Mediziner haben den Zustand von gesundem und erkranktem Darmgewebe bei Patienten vor, während und nach einer Operation mit verschiedenen Methoden untersucht. Dabei konnten sie eine sehr hohe Korrelation zwischen den mittels Elastografie gemessenen und den durch herkömmliche physikalische Methoden gewonnenen Daten feststellen.

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Ultraschallbild der Darmwand mit einem verengten Abschnitt (Stenose). Die Darmwandeigenschaften werden von der Elastographie in Echtzeit farbkodiert, wobei Blau härteres Gewebe anzeigt. © D.Baumgart

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Elastografie alle Voraussetzungen erfüllt, um sie zu einer verlässlichen Methode zur objektiven Beurteilung der Darmgewebeeigenschaften zu entwickeln, die zudem ohne Gewebeproben oder Kontrastmittel auskommt. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur individualisierten und nachhaltig besseren Behandlung von Morbus Crohn Patienten“, resümiert Baumgart.

Originalpublikation:

US-based Real-time Elastography for the Detection of Fibrotic Gut Tissue in Patients with Stricturing Crohn Disease
Daniel C. Baumgart et al.; Radiology, doi: 10.1148/radiol.14141929; 2015

12 Wertungen (4.33 ø)

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4 Kommentare:

Gast
Gast

@#3 und #1
Es handelt sich hier NICHT um eine Therapie, sondern um Diagnostik, zudem eher unspezifisch.
Das “Drücken” wirkt eher nicht beim Dünndarm.
Wenn sich hier sekundäre Narben bilden, was kaum zu vermeiden ist,
musst der Chirurg ran!
Eine solche Narbenbildung ist oben im Elastogramm zu sehen.

mfG

#4 |
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Kirsten
Kirsten

Ich leide bereits seit vielen Jahren unter Morbus Crohn und wenn ich einen dieser Schübe habe, ist es besonders schmerzhaft. Ich war schon bei sehr vielen Ärzten. Wenn diese neue Methode wirklich hilft, wäre das sehr erfreulich.
Ich nutze seit kurzer Zeit einen speziellen medizinischen Hocker auf der Toilette von Hoca, um in der natürlichen Sitzposition den Stuhlgang zu erledigen. Mein Arzt meint, dass dies den Darm entspannen würde, weil ich nicht mehr so pressen müsste und sich im Darm keine Ablagerungen bilden können, die sonst Entzündungen herbeiführen würden.

#3 |
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Gast
Gast

aber aber, das sind doch Ärzte.

#2 |
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Gast
Gast

Ich freue mich immer zu lesen, wenn es doch noch Verbesserungen bei der Crohn Diagnose und Behandlung zu vermelden gibt. Als Patient werden diese Ergebnissse von Ärzten oft nicht weitergegeben. Das ist Schade und erschwert dem Patienten das eigenverantwortliche Handeln. Ich würde gerne mehr darüber wissen. Also quäle ich mich mal weiter durch die Fachliteratur.

#1 |
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