Ärztestreik: Auf die Barrikaden!

13. Januar 2012
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Das Gesundheitswesen steht vor einem großen Ärztestreik. Die kommunalen Krankenhäuser sind nicht nur wegen ihrer Gehälter, sondern auch wegen ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik. Für eine friedliche Einigung müssten sich die Arbeitgeber bewegen. Doch die zeigen mit dem Finger auf andere.

Wer über die Arbeitsbedingungen von Ärzten in Deutschland spricht, der redet meist von Universitätskliniken, an denen ein unstrukturiertes Nebeneinander von klinischer Tätigkeit und wissenschaftlicher Arbeit einen halbwegs geregelten Alltag angeblich kaum möglich mache. Das stimmt sicher vielerorts. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass viele Universitätsklinika in den letzten Jahren einiges getan haben, um attraktiver zu werden.

Die strikte Trennung zwischen klinischen Monaten und Forschungsmonaten, im angloamerikanischen Raum seit langem Standard, ist mittlerweile auch an deutschen Unikliniken immer häufiger anzutreffen. Die Kinderbetreuung an den Unikliniken ist überwiegend gut. Und die Zahl der Bereitschaftsdienste hält sich vielfach im Rahmen, zumindest in den Abteilungen, in denen geforscht wird und entsprechend viele Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

„Kein Stück bewegt“

Über die kommunalen Krankenhäuser wird dagegen viel weniger geredet, obgleich sie ungleich zahlreicher sind. Rund 600 von ihnen sind Teil der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände VKA. Zwischen diesen Häusern und dem Marburger Bund droht nun ab dem 26. Januar ein Arbeitskampf, bei dem möglicherweise mit härteren Bandagen gekämpft wird als in den letzten Tarifrunden, die die Ärztegewerkschaft durchgefochten hat. An deren Ende standen im vergangenen Jahr die Abschlüsse mit den Universitätskliniken und mit den privaten Krankenhausträgern.

Die Forderungen des MB liegen auf dem Tisch: Sechs Prozent mehr Gehalt, eine bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten und eine Limitierung dieser Dienste auf vier pro Monat, das sind die Kernanliegen. 92,7 Prozent der Mitglieder erklärten sich damit einverstanden, indem sie in der Anfang der Woche abgeschlossenen Urabstimmung für einen Streik votierten. Vorausgegangen waren mehrere Verhandlungsrunden, die aus Sicht des Marburger Bund (MB) mehr als dürftig verlaufen sind: „Was die VKA am Ende als Angebot auf den Tisch gelegt hat, entsprach ziemlich genau der Ausgangsposition der allerersten Verhandlungsrunde“, betonte ein MB-Sprecher im Gespräch mit DocCheck. Und weiter: „Die haben sich kein Stück bewegt und verweisen einfach nur auf die Steigerung der Grundlohnsumme. Wenn man mit so einer Aussage konfrontiert wird, bleibt einem gar nichts anderes übrig. Diese Eskalation wurde uns vom VKA aufgezwungen“.

Bereitschaftsdienste im Visier

Tatsächlich bewegt sich der Marbuger Bund mit seiner Forderung von sechs Prozent in demselben Rahmen, in dem Verdi derzeit agiert und der angesichts der in Deutschland weiterhin günstigen wirtschaftlichen Entwicklung auch nicht übertrieben anmutet. Wichtig sind den „Marburgern“ außer der Lohnsteigerung gerade in den kommunalen Krankenhäusern aber auch die Arbeitsbedingungen. „Wir wissen aus einer großen Mitgliederbefragung, dass gerade in den kommunalen Häusern eine hohe Belastung durch Bereitschaftsdienste besteht“, so der MB-Sprecher. Im Durchschnitt würden dort fünf bis neun Dienste pro Monat geschoben. „Maximal vier“, lautet daher die Verhandlungsdevise des MB, und diese Dienste sollten bitte schön zumindest einen Monat im Voraus verbindlich festgelegt werden. Auch das ist gewiss keine unverschämte Forderung, zumal es genug Häuser gibt, die vormachen, dass es geht.

Technikjobs bringen mehr ein

Eines dieser Positivbeispiele ist das Universitätsklinikum Mainz, das erst im Dezember seine Tarifverhandlungen mit dem MB-Landesverband Rheinland Pfalz/Nordrhein-Westfalen abgeschlossen hat. In diesem Vertrag wird die Zahl der Dienste immerhin auf fünf pro Monat begrenzt. Bei den Gehaltserhöhungen landeten die Tarifverträge der Unikliniken im letzten Jahr bei 3,6 Prozent und die der privaten Kliniken bei 3 Prozent, und das bei einer Preissteigerungsrate von derzeit etwa 2,3 Prozent.

„Wir müssen schon im Interesse der Patienten dafür sorgen, dass die Arbeit im Krankenhaus auch in Zukunft attraktiv bleibt“, so der MB. Zahlen der IG Metall zufolge verdient ein Berufseinsteiger mit akademischem Abschluss in den Elektrotechnik-, IT- und Telekommunikationsbranchen im Durchschnitt 4117 Euro bei einer 35-Stunden-Woche. Das sind laut MB-Berechnungen rund 400 Euro mehr als die kommunalen Krankenhäuser für ihre 40-Stunden-Wochen an ihre Ärzte zahlen, Bereitschaftsdienste einmal außen vor.

Die VKA scheint das alles nicht anzufechten. Zwar signalisiert man Gesprächsbereitschaft. Aber ein neues Angebot liegt bisher nicht auf dem Tisch. Man könne nicht über den politisch bewilligten Preiserhöhungsspielraum der Krankenhäuser in Höhe von 1,48 Prozent hinaus gehen, heißt es stereotyp. Das Argument ist nicht völlig von der Hand zu weisen, auch wenn es den Schwarzen Peter einfach nach oben durchreicht. Die Politik will über eine mögliche Anhebung freilich, wenn überhaupt, dann nur nach der Tarifrunde reden. So gesehen wird sich der drohende Streik nicht nur gegen die VKA, sondern auch gegen die deutsche Gesundheitspolitik richten.

87 Wertungen (4.3 ø)
Allgemein

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21 Kommentare:

Gesundheits- und Krankenpfleger

Herr Jörg Marder, danke für Ihren Beitrag :_))) ja, Sie wissen, von ws Sie hier schreiben. W
Wir werden damit leben müssen, daß manche nicht schlau werden.

Sehe ich mir Daumen nach oben oder nach unten an, so ist klar, daß es immer noch eine unverständliche tiefe Kluft, Futterneid, Mißgunst und Standesdünkel zwischen Ärzten und anderen medizinischen Berufen gibt.
Ist es denn soooo schlimm und schwierig, ein gemeinsames Boot zu besteigen ???
Einen Partner zu haben, der nicht studiert hat ???

Bessere Verhältnisse können Klinikträger und AG- Verbände sich nicht wünschen. Die Dummen sind ob akademischer Grad oder medizinisches Fachpersonal, immer die Wasserträger, die auch die Sparschweine der Nation sind, die billige Vorleistungen erbringen müssen, damit die Zahlen stimmen.

Einige Dumme wird es immer wieder geben (auch ich war einer) die den Laden aufrecht erhalten.

Ärzte und Pflegepersonal aus Übersee hatten wir schon vor 40 Jahren. Das wird noch durch manche Kreise hoch gejubelt, ist man dagegen oder kritisch, ist man schon Rassist, nicht fortschrittlich, wird ins Abseits gestellt.

Also, seit Jahrzehnten nichts neues.

Wann endlich wird das gemeinsame Boot bestiegen ???

#21 |
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Dr. med. Tilman Eßlinger
Dr. med. Tilman Eßlinger

Die Forderungen des MB in allen Ehren und die einseitige Darstellung der Umstände von Herrn Grätzel auch, aber allein
die Forderung von max. 4 Diensten/Monat würde für mittlere und kleiner Häuser finanziell nicht mehr tragbar sein, da es entsprechendes ärztliches Personal, selbst wenn dies eingestellt werden sollte, zumindest derzeit gar nicht gibt und man auf “Leiharbeiter” zurückgreifen müßte, deren medizinische Qualifikation und Ausbildung,damit auch die Patientenversorgung v.a. in der Dienstzeit sicher minderwertig und im Vegl zu festangstellten Weiterbildungsassistenten ungleich teurer ist.
Eine solche Forderung heisst in Kauf nehmen, dass viele Krankenhäuser ins Schwimmen kommen, allerdings hat der Marburger Bund ja bereits “Erfahrung” mit schwachsinnigen
Abmachungen – siehe damaliges Downgrading der Oberärzte, welches von der Gewerkschaft akzepiert wurde – einmal ein Beweis mehr, dass für Gewerkschaften, egal welcher Couleur
politische und nicht prakatikable Dinge im Vordergrund stehen.

#20 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wenn ich die Überstunden der PflegefachkollegInnen sehe, dann wird mir ganz anders. Frei gibt es nicht, 20 Tage durcharbeiten ist momentan keine Seltenheit. Mal abgesehen davon, dass die Auszahlung der Überstunden sich eh nicht lohnen würde, gibt es keine Auszahlungen dieser Stunden, weil nicht genügend Gelder vorhanden sind. Kann eine dieser KollegInnen nicht mehr, wird einfach kurzerhand dienstverpflichtet. Kein Wunder, dass es im Pflegeberuf kaum mehr KollegInnen gibt die älter als 50 Jahre sind. Die sind nämlich wie ich krank gearbeitet, in Erwerbsminderungsrente auf Dauer oder tot. Mein Rücken ist derartig geschreddert, dass ich kaum mehr ohne Hilfe mich selbst regeln kann und mir Erwerbsminderung von 100 zugestanden wurde.

Ärzte und Pflegefachkräfte sollten wirklich langsam aber sicher sich ein gemeinsames Boot setzen. Dies wäre sicher zum Vorteil aller, vor allem aber zum Vorteil der Patienten. So kann es nicht auf Dauer weitergehen… für Ärzte nicht, aber auch für Pflegefachkräfte nicht!

#19 |
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An Johann Wilhelm von Krause:

Diese leeren Drohungen sind wirklich das Allerletzte. Und außerdem: Was meinen Sie, welcher Job wackelt, wenn die Klinik ins Minus läuft? Klinikleiter und -direktoren oder Geschäftsführer machen keine Menschen gesund, auch neue Gebäude alleine nicht! Das Personal und dessen Qualität erbringt die Leistung! Und bevor die Drohung mit der Privatisierung kommt: Nach meiner Erfahrung können die Privaten nichts besser, sie greifen Subventionen ab und reduzieren Personal und müssen schließlich teure Programm zur Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland fahren. Und die Geschäftsführer wechseln schneller als die Jahreszeiten ;-)

#18 |
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Diese Neiddebatte geht mir ganz schön auf die Nerven. Denn die Ver.di wird im März in Verhandlung treten, und es ist ja wohl völlig klar, dass der MB-Abschluß für diese Verhandlung als Grundlage dient. Also, anstatt auf dieses abgelutschte “geldgierige Ärzte” und “faule Pflegekräfte”-Spiel einzugehen, sollten mal alle überlegen, ob man aus der Situation, zwei streikbereite Gewerkschaften zu haben und damit den Arbeitgeber doppelt zu zwirnen, nicht endlich mal Kapital zu schlagen und endlich Anschluß an “freie” Wirtschaft zu bekommen, denn wir werden ALLE unterbezahlt.

Denkt mal drüber nach!

#17 |
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Altenpfleger

@ Nr. 19

“Wenn also der MB seine Forderungen durchsetzt, dann müssen diese Mittel anderweitig eingespart werden: Weniger Pflege, billigere Medikamente oder Implantate, weniger Hygiene: Wo hätten Sie es denn gerne?”

Weniger Hygiene? Gibt es da noch einen Spielraum nach unten? Und was die Medikamente betrifft: Zwischen dem inflationärem Einsatz von Antibiotika, mangelnder Hygiene und (bsw.) MRSA gibt es einen kausalen Zusammenhang. Wollen Sie das etwa leugnen?

Es sind mithin hausgemachte Probleme, die zusätzliche Kosten verursachen.

Mit freundlichen Grüßen

#16 |
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Fakt ist und bleibt die Tatsache, dass die Ärzteschaft ein gespaltener Haufen ist und die Reputation in der Gesamtbevölkerung eher rückläufig ist, dazu tragen nicht zuletzt die fast ausschlich negativen Berichterstattungen in der Presse bei, wenn sich Banker und andere Berufsgruppen “Spekulanten” ohne ehrliche Arbeit skrupellos berreichern, das Geld anderer Leute zum Fenster hinauswerfen und dann noch Steuergelder für ihre “Tätigkeit” erhalten ist doch klar warum das Geld dann auch im öffentlichen Dienst fehlt, die Ärzteschaft ist untervergütet, das wissen alle die auch Arzt sind.

#15 |
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Dr. Maria Isabelita Joya-Trykowski
Dr. Maria Isabelita Joya-Trykowski

Ich war in Deutschland für 2 und Halbjahre. Ich habe als eine Ärztin unter Innerer Medizin Abteilung für 1 jährig gearbeitet. Zu viele Steuern zu bezahlen! Jetzt, freue ich mich, zurück in der Philippinen zu sein. Ich verdiene hier ohne Stress!
Aber ich bin dankbar für die guten Erfahrungen ich habe gehabt in Deutschland. Jetzt kenne ich, warum viele deutsche Ärzte zu anderen Ländern fliegen.
Jetzt kann ich Deutsch sprechen und mein deutscher Ehemann hat eine gute Zeit hier in den 7.100 Inseln von der Philippinen.

#14 |
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Johann Wilhelm von Krause
Johann Wilhelm von Krause

Ziemlich einseitig, lieber Herr Graetzel. Die Position des MB wird voller Verständnis breit ausgeführt, der VKA hat den schwarzen Peter.
Warum argumentieren die denn mit der Grundlohnsumme? Weil das noch immer die Richtschnur ist für die vom Gesetzgeber festgelegten Einnahmesteigerungen der Krankenhäuser in Deutschland.
Die kommunalen Krankenhäuser müssen versuchen, ihre Ausgabesteigerungen nicht über die Zunahme der Einnahmen wachsen zu lassen – sonst laufen sie ins Defizit, was dann der kommunale Eigentümer aus Steuermitteln auffangen muss.
Sie können privat auch nicht mehr ausgeben als Sie einnehmen, und die Krankenhäuser sind in einer fast 100%igen Planwirtschaft. Da gibt es kaum unternehmerische Freiheit.
Wenn also der MB seine Forderungen durchsetzt, dann müssen diese Mittel anderweitig eingespart werden: Weniger Pflege, billigere Medikamente oder Implantate, weniger Hygiene: Wo hätten Sie es denn gerne?

#13 |
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Weitere medizinische Berufe

Etwas zum Nachdenken und Schmunzeln!!

Was hat das ein Arzt doch Gut!!

In der rund 10-jährigen Ausbildungszeit, auch Studium genannt, liegt er den Steuerzahler zu fast 100% auf der Tasche. Er nimmt den Arbeitssuchenden die Minijobs weg, belegt die preisgünstigen Wohnungen, zahlt keine Steuern, hat nur geringe Sozialversicherungskosten, verstopft die öffentlichen Verkehrsmittel. isst in den Fast-Fond “Restaurants” den anderen die so “preisgünstigen und gesunden” Nahrungsmittel weg. Bei einem Glas Bier den ganzen Abend in der Dorfkneipe herumlungern – nur um zu Hause die Heizkosten zu sparen.
Wenn er sich dann von dem anstrengenden Tag und Abend erholt hat und seinen wohlverdienten Schönheitsschlaf hinter sich hat – geht es ab in die Uni. Dort benutzt er für einen lächerlichen Semesterbeitrag alle Einrichtungen und hat es wieder den ganzen Tag schön warm – spart wieder die Heizkosten für seine “Wohnung” und das Mittagessen ist auch fast geschenkt.

Die gesamten Ausbildungskosten betragen insgesamt einige Hunderttausend Euro, wenn man alle direkten und indirekten Kosten zusammen rechnet.
Wenn er dann als Arzt arbeitet, darf er sogar länger als 10 Stunden am Tag an seinem Arbeitsplatz bleiben – oft auch 24 oder 48 Stunden. In dieser Zeit hat er zu hause wieder die Energiekosten gespart und “leckeres” Essen gibt es meist auch noch sehr preisgünstig in der Kantine. Sollte die körperliche Leistung – nach 24 oder 48 Stunden – doch mal in den Keller gehen, kann sich der Arzt dann in der hauseigenen Apotheke mit ausgesuchten Aufputschmittel kostenfrei bedienen.

Die Entlohnung für einen Arzt im Krankenhaus/Klinik – liegt am Anfang des Berufslebens bei min.2.000¿ netto – ist doch für den Anfang recht gut – wenn man bedenkt, das ein Sozialhilfeempfänger mit weniger als die Hälfte davon auskommen muss.

Ich würde das Studium gar nicht erst anfangen und nicht lange studieren, sondern sofort bei einem namhaften Autohersteller am Band arbeiten. Dort sind die Sozialleistungen recht gut und die Entlohnung liegt sofort bei 2.500 bis 3.000¿. Und das auch schon dann, wenn ein angehender Arzt noch in der Ausbildung ist.
Warum dann noch als Arzt arbeiten???

#12 |
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Arzt

Sehr geehrter Herr Gellert,
Geputzt, Esscn verteilt bzw.geschoben habe ich auch als Assi im KH und auch als Hausarzt bei diversen Patienten. Ich war halt gerade da, der Pflegedienst oder die Krankenschwester (Bruder) war mit Dokumentation für den MDK oder eine andere Kontrollbehörde beschäftigt.
Eugen Rehm

#11 |
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Arzt

Sehr geehrter Herr Ruland,
genau das wollte ich zeigen: teile und herrsche!
Es hat keine Erfolgsaussicht, wenn die MFA, der Pfleger, der Physiotherapeut … mehr Lohn will, von einem arbeitgeber, der durch politische Vorgaben selbst klein gehalten wird. meine Tochter hat bei mir die Ausbildung zur MFA gemacht, ich habe übertariflich bezahlt (Rentenaspruch, Arbeitslosenversicherung (?), gute Leistung …
Von 200.000 euro Umsatz kann ich aber nicht 180.000 Euro Löhne und Arbeitgeberanteile bezahlen, der Rest der Familie und auch ich möchten doch auch noch leben.
Zwischenzeitlich arbeitet meine Tochter über eine Zeitarbeitsfirma in der (pharmazeutischen) Industrie als angelernte Arbeiterin und verdient mehr!
Deshalb meine ich, auch die Ärzte in den Krankenhäusern müssen streikan, um zu einem vergleichbar gerechten Lohn zu kommen, und damit haben auch die freiberuflich täütigen Ärzte eine Möglichkeit soviel zu verdienen, dass sie ihren Mitarbeitern einen anständigen Lohn bezahlen können.

#10 |
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Lieber “der sich nicht traut”, wie schön, dass der Ärztemangel mittlerweile derart spürbar ist, dass man nicht mehr auf den Zuspruch und das Einverständnis von jedermann angewiesen ist, um an Fortschritten der ärztlichen Arbeitsbedingungen zu arbeiten.
Das geht auch ganz prima, obwohl Sie das Gejammer der Ärzteschaft nicht mehr ertragen können.
Ganz davon ab, in Ihrem Haus tätig zu sein klingt ja wie Schlaraffenland: ich bin seit Jahren als Assistenzarzt tätig, mich hat noch niemals jemand bei der Briefschreibung, der Dokumentation, bei Antragsformularen oder Codierung unterstützt.

#9 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Bin seid 32 Jahren im Gesundheitsdienst tätig, in dieser Zeit ist viel passiert Umstellung von BAT auf TVÖD , Urlaubsgeld wurde gestrichen , Ortzuschlag gestrichen , Kinderzuschlag gestrichen , Bereitschaftdienst in Frei vergütet usw.. Fakt ist, das sich mein Gehalt in den letzten Jahren um 25% redudiert hat, statt zu steigen.
In den letzten Jahren ist das Gehalt der Ärzte im Durchschnitt mehr gestiegen als das vom Pflegepersonal.
Es wird langsam Zeit das die Gehälter von Ärzten und Pflegepersonal gesetzlich festgeschrieben werden zB. Stundenlohn nach Alter gestaffelt und Qualifikation.
Abschaffung aller Gewerkschaften und Berufsverbände kosten viel und wenn man sie braucht helfen sie doch nicht.Desweiteren muß der Status der Krankenkassen auf den Status einer Versicherung beschränkt werden, denn mitlerweile ist ihr Macht zu Groß, indirekt werden dadurch Gehaltssteigerungen im Gesundheitsdienst vermieden weil die Krankenkassen nicht alle Kosten decken die anfallen ob in Praxies , Krankenhäuser , Pflegeheimen usw..

#8 |
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Dr. med. Stefan Krüger
Dr. med. Stefan Krüger

Jahrzehntelang waren die Ärzte die Dummen. Sie hatten keine Gewerkschaft oder eine andere Standesorganisation die ihre berechtigten berufspolitischen Interessen vertreten hätte. Seit ein paar Jahren hat sich der Marburger Bund zu einer Ärztegewerkschaft aufgeschwungen und hat Erfolge im Sinne der Ärzte erzielt. Längst überfällig und absolut legitim.
Wenn sich jetzt Angehörige anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen darüber beschweren, sollten sie sich an ihre Gewerkschaft wenden und von dieser einen in ihrem Sinne besseren Arbeitskampf fordern. Die Ärzte und der Marburger Bund sind in diesem Zusammenhang die falschen Ansprechpartner.

#7 |
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Arzt

Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.
Ich erinnere mich an ein halbes Jahr Wochenenddienste im KH von Freitag 07:30 bis Montag 19:00 jede zweite Woche; dazu noch unter der Woche auch noch ein oder zwei Nachtdienste. Mangels Kollegen war es notwendig. Der Arbeitgeber musste allerdings deurch persönlichen Zuspruch gezwungen werden, diese Dienste auch im Urlaubsgeld zu vergüten. Daraufhin waren plötzlich die bisher vakanten Stellen besetzt und die Dienstbelastung deutlich weniger.
Gönnt bitte jedem für gute Arbeit einenen guten Lohn.
Das ‘divide et impera’ zwischen KH-Ärzten und Niedergelassenen zwischen Ärzten und Pflegern, MFA, Physiotherapeuten usw…. hilft nur alle klein zu halten.
Die Politik (z. B. Herr Dr. Köhler von der KBV) hat kein Problem, das Einkommen nach erfolgreicher Wiederwahl im zweistelligen Prozentbereich zu erhöhen.
Als ich die väterliche Praxis übernommen habe, dachte ich noch es gibt für ehrliche Arbeit ehrlichen Lohn. Heute sollen die jungen Kollegen aufs Lnad ‘gelockt’ -warum wohl- werden.
gute Nacht.

#6 |
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zu: der sich nicht traut.
Finde ich ich, dass Pflegfachkräfte demnächst mehr
verdienen sollten. Weil, wenn es so weiter geht
müssen sie russich rumänisch bulgarisch sprechen
können um ihre ‘Ärzte betreuen zu können.

#5 |
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Dr. med. Dörte v. Drigalski
Dr. med. Dörte v. Drigalski

1969 habe ich als Medizinalassistentin an einem Ärztestreik teilgenommen: auf meiner ersten (chirurgischen) Station hatte ich 13 Nachtdienste im Monat gehabt (auf meine radikale Unausgeschlafenheit fiel auf, dass 13 wider Vorschrift, also noch 10). Nachtdienste gehörten dazu; Vergütung gabe es nicht (fast unvorstellbar: möglicherweise nur für Med.Ass.?): nach dem Streik dann 29 Pfennig pro Stunde. Dass Kollegen-Kinder heute praktisch nie Medizin studieren, dass geklagt wird über Ärzte”mangel” (statt früher “Schwemme”): es erfüllt mich mit einer tiefen, tiefen Zufriedenheit!

#4 |
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Weniger Bereitschaftsdienste – Wozu? Nun es gibt ein Leben vor dem Tod. Falls Sie jemals mehr als 10 BD im Monat gemacht haben, wissen Sie, dass ein normales soziales Leben, womöglich sogar mit Familie da nicht möglich ist. Und solange der Notarztdienst nicht Dienstaufgabe eines KH ist, müssen die Kollegen eben in Ihrer Frfeizeit fahren, sonst gäbe es wohl gar keine Notärzte in den meisten Gegenden.

Und btw. wenn die Bezahlung im KH doch so großartig wäre, bräuchte doch keiner mehr einen “Zuverdienst”.

Bei meinen eigenen Kindern erlebe ich gerade den Einkommensunterschied zwischen Arzt und Ingenieur, mit erheblichem Vorteil für den Ingenieur!

PS: Was bitte soll alles auf den Tisch?

#3 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Die Ärzte haben schon vor 30 Jahren versäumt, zusammen mit dem Pflegepersonal und den übrigen medizinischen Berufen ins gleiche Boot zu steigen. Jetzt will man streiken ??? Vorher war da nur Unverständnis, nach oben wurde gebuckelt, man wollte ja so schnell wie möglich seinen Facharzt haben und nach unten getreten, da waren ja nur Wasserträger, die ausgenutzt wurden.
Und wieder wird versäumt ins gemeinsame Boot zu steigen, noch nicht mal unter Ärzten ist man sich einig.
Weniger Bereitschaftsdienste ?!? Wozu ???
Um in der Freizeit, die der Erholungdienen soll, gut bezahlte Dienste auf dem NAW zu schieben und dann am nächsten Tag zu klagen wie kaput man ist !!!
Nichts gegen mehr Geld und limitierte Dienste, doch bitte auch bei den Realitäten bleiben und ALLES auf den Tisch legen, nicht so wie es Wulff momentan tut.

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Paul Gellert
Paul Gellert

6 % mehr,#
das aber nur für alle Kollegen, von der Hygiene, Küche, Pflehge, Physiotherapie Verwaltung…

sonst können die lieben Ärzte in Zukunft auch Putzen, Essen verteilen und die prof. Pflege und Therapie machen weil Sie, die Ärzte besteikt werden.

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