Entbindungstrends: Hochbetrieb am Beckenrand

13. Januar 2012
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Schwangerschaft ist keine Krankheit. Umso mehr erhitzt eine Frage die Gemüter: Wie entbinden? Zu Hause in trauter Umgebung? Oder doch lieber der Wunschkaiserschnitt? Ein Aspekt kommt oft zu kurz: das Beste für Mutter und Kind.

Kein Karnevalsscherz: Bereits Wochen vor dem 11.11. häufen sich in Geburtskliniken Jahr für Jahr Anfragen nach Wunschkaiserschnitten. Für manche Eltern, und sicher nicht nur aus dem Rheinland, wäre der Tag ein allzu schönes Geburtsdatum für ihren Sprössling. Prozentual sicher eine Minderheit, doch stieg über Jahre die Zahl an Kaiserschnitten immer weiter an. Ein gutes Zeichen?

Trendprodukt Kaiserschnitt

Erblickte vor 30 Jahren noch jedes zehnte Kind durch ein Skalpell das Licht der Welt, trifft das heute bereits auf jedes dritte Kind zu, berichtet das Statistische Bundesamt. Patientinnen entscheiden sich aus Angst vor Schmerzen oder langwierigen Geburten für den Eingriff, oftmals ohne medizinische Indikation. Weiterhin befürchten viele werdende Mütter, die Muskulatur des Beckenbodens werde bei Vaginalgeburten geschädigt – Inkontinenz inklusive. Extrem selten, speziell bei tiefen, meist vermeidbaren Dammrissen, können zudem Schließmuskeln des Enddarms betroffen sein. Auch die Angst vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr nach der natürlichen Entbindung ist weit verbreitet. Gründe für einen Kaiserschnitt sind jedoch nicht ausschließlich bei Schwangeren zu suchen. Etliche Patientinnen würden sich laut der GEK-Kaiserschnittstudie eine natürliche, komplikationslose Geburt wünschen, vor allem nach überstandener Sectio.

Sicherheit Schnitt für Schnitt

Auch aus Sicht von Gynäkologen spricht einiges für den planbaren Geburtstermin via Wunschkaiserschnitt: Das ganze Team steht während der normalen Dienstzeit zur Verfügung. Zudem gilt der Eingriff heute als sichere Geburtsmethode für Mutter und Kind. Das trifft aber nicht auf Notfall-Kaiserschnitte bei Komplikationen zu – deren Risiko ist immer noch doppelt so hoch wie bei der natürlichen Variante. Auch ein Punkt: die Sorge vor möglichen Regressen, sollte etwas schief laufen. Es geht um hohe Forderungen, haben die Neugeborenen ja buchstäblich noch das ganze Leben vor sich. Beiträge zur Berufshaftpflicht erhöhten sich dementsprechend auf bis zu 40.000 Euro pro Jahr. Dann doch lieber gleich ein Kaiserschnitt in kontrollierbarer Klinikumgebung, und sei es nur beim geringsten Anhaltspunkt für Schwierigkeiten. Nicht zu vernachlässigen sind ökonomische Aspekte – eine Sectio erbringt etwa das Doppelte einer vaginalen Geburt, und das bei teilweise geringerem Personal- und Zeiteinsatz im Vergleich zu langwierigen Niederkünften.

Kurzer Eingriff – lange Folgen

Aus ärztlicher Sicht spricht dennoch einiges gegen den medizinisch nicht notwendigen Kaiserschnitt zum Wunschtermin: Kommen Kinder zu früh auf die Welt, haben sie in ersten Lebensjahr eine deutlich erhöhte Mortalität – auch bei Geburten nach der 32. Schwangerschaftswoche (SSW). Werden Kinder etwa in der 38. statt der 40. SSW auf die Welt geholt, erhöht sich ihr Sterberisiko um 75 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe, und die Kleinen müssen öfter beatmet werden. Italienische Kollegen etwa beobachteten acht Mal häufiger einen Pneumothorax als bei den natürlich Geborenen. Auch sind wichtige Reifungsprozesse im Gehirn noch nicht abgeschlossen. Pädiater diagnostizierten mehr körperliche oder geistige Entwicklungsstörungen, und zwar noch Jahre nach der Geburt bis in die Schulzeit hinein.

Ganz ohne Folgen bleibt der Kaiserschnitt auch für die Patientin nicht. So wird kein Oxytocin ausgeschüttet, dieses wichtige Peptidhormon beeinflusst die Mutter-Kind-Bindung direkt nach der Entbindung. Und bei weiteren Schwangerschaften berichten Kollegen von Komplikationen, sollten Patientinnen nicht den natürlichen Geburtsweg wählen. Dazu gehören lebensbedrohliche Risse der Gebärmutter sowie ein Verschluss des Geburtskanals (Placenta praevia).

Übertriebene Überwachung

Das andere Extrem: Manche Mütter entscheiden sich für Geburten zu Hause, möglichst ohne Technik, ohne Ärzte, ohne Skalpell oder Analgesie. Sind die Gefahren kalkulierbar? Wie Privatdozent Dr. Karl Oliver Kagan von der Uni Düsseldorf auf dem Deutschen Kongress für Perinatalmedizin Anfang Dezember berichtete, stehen Risiken für Mutter und Kind meist schon nach drei Monaten fest. Das betrifft nicht nur erblich bedingte Fehlbildungen, sondern auch eine mögliche Frühgeburt. Vorsorgeuntersuchungen gegen Ende der Schwangerschaft ließen sich damit sogar reduzieren. Gynäkologen um Professor Kypros Nicolaides vom King´s College in London raten deshalb zu einer Umstellung der gängigen Praxis, die momentan umso engmaschigere Kontrollen vorsieht, je weiter die Schwangerschaft voran geschritten ist. Nicolaides empfiehlt gründliche Untersuchungen in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche (SSW), um mögliche Probleme einschätzen zu können. Ohne entsprechende Befunde würden Folgeuntersuchungen in der 22. und 37. SSW ausreichen. Beim letzten Termin ließe sich die Methode der Niederkunft auswählen, also gegebenenfalls auch außerhalb der Klinik.

Horror Hausgeburt

Hausgeburten sind aber dennoch nicht ohne Tücke, das zeigt eine prospektive Kohortenstudie aus Großbritannien. Die Autoren um Professor Peter Brocklehurst von der University of Oxford werteten jetzt Daten von nahezu 65.000 Schwangeren aus. Eigentlich wollten sie zeigen, dass unter heutigen Standards eine Niederkunft außerhalb der Klinik unkritisch ist. Es kam anders: Bei 45 Prozent der Erstgebärenden traten Komplikationen auf, so dass ein Transport in das nächste Krankenhaus erforderlich wurde. Der Wert lag bei Mehrgebärenden immer noch bei zwölf Prozent. Hebammen, so die Studie, sahen sich in diesen Fällen außer Stande, die Niederkunft noch mit konventionellen Methoden unter Kontrolle zu bringen. Auch traten statistisch gesehen bei 9,3 von 1000 Hausgeburten schwere Komplikationen wie Gehirnschäden, Probleme mit der Atmung, Knochenbrüche oder Lähmungen auf – bei stationären Entbindungen waren es nur 5,3 pro 1.000. Die Publikation bestätigt ältere Daten aus den Niederlanden, hier ist die Sterblichkeit bei Geburten außerhalb der Klinik sogar um den Faktor 2,3 höher.

Ganz so drastisch sind die Zahlen für Deutschland zwar nicht, dennoch muss auch bei uns jede zehnte Frau während der Geburt zur stationären Behandlung. Als Gründe werden starke Blutungen, ein Stillstand des Geburtsvorgangs oder Sauerstoffmangel des Kindes genannt. Das zeigt sich auch bei der Sterblichkeit: Pro 1000 Geburten nach der 37. SSW starben außerklinisch 2,1 und im Krankenhaus 1,3 Kinder.

Verantwortung: nicht nur bei Ärzten

Auf entsprechende Daten reagierte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Hinweis, die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind könne während der Entbindung nur in einer Geburtsklinik gewährleistet werden. Unter stationären Bedingungen ist und bleibt eine Vaginalgeburt aber der beste Weg, sollten keine Komplikationen zu erwarten sein. Kaiserschnitte hingegen wären nur bei begründeten medizinischen Indikationen sinnvoll. Haben Schwangere Angst vor Schmerzen oder bereits eine traumatische Geburt hinter sich, sind Kollegen gefragt, um gemeinsam mit ihren Patientinnen den besten Weg finden. Dazu gehören auch Empfehlungen wie beispielsweise die Periduralanästhesie.

180 Wertungen (3.63 ø)

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31 Kommentare:

Also, zunächst mal herzlichen Dank an Frau Fahrni, die es auf den Punkt bringt: das Interesse aller an der Schwangerschaft, Entbindung und Nachsorge Beteiligter sollte das Wohl von Mutter und Kind sein! Wie dies bestmöglich zu erreichen ist, darüber lässt sich sicher diskutieren. Wenn die Emotionen mal aussen vor bleiben, dann kann man einige Dinge vielleicht so auf den Punkt bringen (ich spreche dabei aus 12-jähriger Erfahrung als Kinderärztin, die seit 4 Jahren verantwortlich den Neugeborenenbereich einer regionalen Klinik mit 600 Geburten im Jahr betreut – und zwar nicht nur die kranken, sondern alle Neugeborenen):
1) Kein verantwortungsbewußter Arzt (weder Gynäkologe noch Kinderarzt) wird einer Schwangeren zum Wunschkaiserschnitt raten, da auch bei der geplanten Sectio neben den OP-Risiken für die Mutter einige deutlich bedrohliche Risiken für das Kind auftreten können – ich nenne hier nur mal als Beispiel die sogenannte “nasse Lunge” (entsteht, weil das Fruchtwasser nicht wie bei einer vaginalen Geburt aus der Lunge herausgepreßt wird) mit einer teilweise sich entwickelnden Beatmungsnotwendigkeit und allen daraus resultierenden möglichen Folgeproblemen für das Neugeborene. Schwarze Schafe auch unter den Ärzten gibt es natürlich, aber hier wäre meines Erachtens auch ein möglicher Ansatzpunkt für eine gute Vorbeugung seitens der Hebammen: ich glaube nämlich, dass man den Schwangeren durch eine gute vorgeburtliche Aufklärung und Betreuung einen großen Teil ihrer Ängste nehmen kann, und wenn ich als Frau weiß, was während der Entbindung auch an ganz normalen physiologischen Vorgängen auf mich zukommt, dann kann ich doch viel (selbst-)bewußter in diese Situation gehen und mich darauf einlassen.
2) Prinzipiell bin ich der Meinung, dass jede schwangere Frau selbst entscheiden sollte, wie und wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Aber: aus meinen bisherigen Erfahrungen mit dem örtlichen Geburtshaus und Hausgeburten würde ich davon eher abraten. Leider gibt es Situationen unter der Geburt, die auch eine noch so erfahrene und engagierte Hebamme nicht vorhersehen kann (Beispiel: Uterusatonie, vorzeitige Plazentalösung, Nabelschnurumschlingung, Atemprobleme unterschiedlicher Ursache und schwere Hypoglykämien beim Neugeborenen – alles schon erlebt) und die absolute Notfälle darstellen. Und auch der Rettungsdienst braucht selbst bei guter Zusammenarbeit einige Minuten, bis er vor Ort ist (und dann ist nicht mal sicher, dass die Kollegen auch mit solchen Notfällen wirklich Erfahrung haben) – diese Zeit kann schon zulange sein. Vor allem vermisse ich hier eine schonungslose Aufklärung der werdenden Mütter und Väter über solche möglichen Probleme – dies ist meiner Meinung nach unabdingbar, damit die werdenden Eltern überhaupt eine fundierte Entscheidung zu Geburtsort und -modus treffen können! Häufig erlebe ich diese Eltern als sehr naiv, es wird im Geburtshaus oder zuhause entbunden, weil das Ambiente schöner ist. Ich habe leider schon mehrfach Neugeborene aus dem Geburtshaus mit B-Streptokokken-Infektion behandeln müssen, wiel die Mütter weder getestet noch aufgeklärt wurden, da die in der Leitlinie vorgschriebene Prophylaxe bzw. Behandlung mit Ampicillin i.v. erfolgen muß und die Hebamme keinen i.v.-Zugang legen darf. Das kann tödliche Folgen haben!!! Als eine gute Möglichkeit, um die vertrauensvolle Entbindung mit einer der Schwangeren schon bekannten Hebamme genießen zu können und gleichzeitig medizinische Sicherheit unmittelbar vor Ort zu haben (für den Notfall), empfinde ich das System der Beleghebammen. Hier wird der Arzt nur bei Bedarf (z.B. Komplikationen) hinzugezogen und wenn man möchte, kann man die Klinik einige Stunden nach der Geburt schon wieder verlassen. Vertrauen und Sicherheit in einem – damit wird es sicher Mutter und Kind hervorragend gehen.

#31 |
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Rettungsassistent

Überlasst die Geburt den Gebärenden und denen,die sich damit auskennen, den Hebammen.
Überlasst die Notfälle (für Mutter und Kind) denen, die sich damit auskennen, den Ärzten.
Notfälle sind nicht plan- oder vorhersehbar, deshalb nennt man Sie Notfälle.
Deshalb mal schön die Hebamme Ihren Job im Krankenhaus oder im Geburtshaus machen lassen und wissen, wenn Probleme auftreten, sind Ärzte nicht weit weg.
Wenn Zuhause etwas passiert und ich dringend Hilfe brauche, kommt nun einmal der reguläre Rettungsdienst.
Und da ich schon lange genug im Rettungsdienst tätig bin, weiß ich, wie viel die Hilfe des Rettungsdienstes wert ist im Vergleich zu den Profis aus der Klinik.
Und ganz ehrlich, was dieses Problem angeht, ist der deutsche Rettungsdienst mit Sicherheit nicht die größte Hilfe.

#30 |
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Ärztin

Je länger (36 Jahre) ich in der Geburtshilfe arbeite, desto erstaunlicher finde ich die Idee, die sexuelle Kraft der Frau und das komplexe Geschehen des Gebärens von außen bewerten, steuern und standardisieren zu wollen.
Zudem mache ich die Erfahrung, dass je mehr wir über die erstaunliche Überlebenskompetenz des Ungeborenen wissen, die Möglichkeiten sich erweitern, über Geburtsort und Modus nachzudenken.
Ich freue mich daher, wenn auch in Deutschland eine wissenschaftliche Kultur der Diversität erhalten bleibt.

#29 |
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Silke Koerber-behkalam
Silke Koerber-behkalam

Ich habe als Medizinstudentin lange im Kreissaal gearbeitet und
fand deshalb die Umgebung für meine eigenen geburten nicht so abschreckend,habe also keine Hausgeburt gewählt.Ich durfte aber als erste(!) mich bei der geburt hinsetzen(1978),da mir keiner reinreden mochte.Habe durch meine eigenen Erfahrungen erst gemerkt ,wie idiotisch die ganzen Einmischungen waren in die ja primäre Arbeit der Frau ,die sie leistet bei der Geburt,bzw ihr Körper,da ja nicht alles willkürlich beherrschbar ist.
Bei meinem zweiten Sohn 1985 habe ich ebenfalls eine normale Geburt ohne analgetica absolviert( mit 4900g) in “meiner Klinik”
in der ich arbeitete in anderem Fachgebiet(universitätsklinik).Nach 12 stunden
hatte mein gesundes Kind einen Atemstillstand im Babyzimmer,
da es keine durchgehende Überwachung gab und man es auf den Bauch gelegt hatte.Er ist bis heute behindert durch Sauerstoffmangel postnatal.Zuhause hätte er mehr Chancen gehabt
da er besser überwacht worden wäre unter liebevoller aufsicht durch die Familie.

#28 |
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Weitere medizinische Berufe

Es ging nicht anders – ich mußte die meisten Hebammenkommentare Daumen Hoch bewerten. Mein gesunder Menschenverstand so wie meine Erfahrungen, auch als Vater von drei Kindern (zwei Hausgeburten eine KH-Geburt), sprechen eindeutig dafür, daß bei einem guten Hebammen/Mutter/Kind-Verhältnis bei einer gut betreuten und gesunden Mutter, die natürliche Hausgeburt vorzuziehen ist. Einen ganz besonderen “Daumen hoch” für den erst Kommentar von Frau Katrin Michel. Übrigens den zu grunde liegenden Artikel bewerte ich als nicht fundiert und wegen nicht vergleichbarer Verhältnisse im Ausland einfach nicht aussagekräftig.Schade Herr Michael van den Heuvel

#27 |
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Kristina Walker
Kristina Walker

Es gibt gute und schlechte, unter den Hebammen wie auch den Ärzten. Tatsache ist, dass die Hebammen die Kenntnisse und Fähgkeiten zur Leitung einer Geburt unendlich vielhäufiger vorweisen können. Ich hatte im Staatsexamen einen geburtshilflichen Fall, Gyn/Geb war mein Wahlfach, ich hatte auch vor, hier den Facharzt anzustreben, habe also viele Entbindungen ärztlich begleitet. Das Wesentliche über die normale Geburt habe ich von Hebammen gelernt, auch während meiner eigenen zwei Entbindugen (die erste dauerte 23 h)waren die Hebammen die entscheidenden Begleiter. Trotzdem bin ich bei Hausgeburten zögerlich, die hohe Säuglings- und Neugeborenensterblichkeit aus vorigen Jahrhunderten ist schließlich durch gute klinische Diagnostik und Eingriffsmöglichkeit bei Komplikationen gesenkt worden. Dem Arzt bleibt der Notfall mit Recht vorbehalten.
Wunschsectiones halte ich übrigens für eine Pest, da sollte die klare medizinische Indikationsstellung Voraussetzung sein.

Freundliche Grüße

#26 |
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Ute Weber
Ute Weber

Bei gesunder Risikoeinschätzung bin auch ich für eine selbstbestimmte Geburt möglichst nicht im hektischen Klinikalltag. Für sehr wichtig, in diesem Zusammenhang, halte ich die innere Einstellung der werdenden Mutter schon vor der Geburt. Eine Geburt ist etwas natürliches und in der Regel nichts krankhaftes. Wenn bereits im Vorfeld klar ist, dass vorraussichtlich Physiologie und Anatomie der “Norm” entsprechen, dann kann man doch der Natur seinen Lauf lassen, ohne Medikamente die dem Kind aufgenötigt werden, eben mit der nötigen Ruhe und vor allem der Zeit die die Mutter und das Kind dazu benötigen. Wir hier in der westlichen Welt haben doch die wunderbare Möglichkeit, dass wir soviel Klinik im Hintergrund wählen können, wie wir für nötig halten.

#25 |
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Ich htte mich für eine ambulante Geburt mit freiberufl.Hebamme entschieden. Diese hatte eine langjährige Erfahrung und mir vorher noch zu einer Hausgeburt geraten. Doch Gott-sei-Dank habe ich nicht auf sie gehört! Ihr fiel nicht auf, dass unter den Wehen die Herztöne des Kindes “weggingen”, dazu muste erst der “herrische” Chefarzt genau hinschauen, der dann bei Geburtsstillstand den Kaiserschnitt machte und ein völlig blaues Kind, dass die Nabelschnur mehrfach um Hals und Brust gewickelt hatte, aus meinem Bauch holte. Niemals würde ich eine Wunschsectio machen, aber nach dieser Erfahrung auch niemals eine Hausgeburt, denn nicht der Raum entscheidet sondern die Menschen, die dabei sind.
Und das normale Ehebett, indem ich anfangs im “ambulanten” Kreissaal mit vielen Kissen zur Unterstützung gelegen/gesessen/gekniet habe war für hundertmal unbequemer als das Hightech-Gebärbett in das ich dann später verlegt wurde.

#24 |
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Es sollte der persönliche Wunsch der jeweiligen Patientin berücksichtigt werden gekoppelt mit einer entsprechenden Risikoberatung.

#23 |
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Dr.med Roland Grün
Dr.med Roland Grün

Betreue seit 1995 ein Geburtshaus,durch Selektion und Ausschluß von Risiken,bis dato keine schwerwiegenden Komlikationen erlebt.Die Zusammenarbei mit den Hebammen ist außerordentlich harmonisch.Wir weisen damit eine bessere Statistik auf als jede Klinik!Fazit:wer ins Geburtshaus darf ist hier besser aufgehoben als in einer Klinik,wo durch Aktionismus manchmal mehr Schaden angerichtet werden kann als in einem Geburtshaus,wo eine kontinuierliche Betreuung stattfindet.

#22 |
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Stephanie Larisch
Stephanie Larisch

Auch ich als Hebamme habe erlebt, das mein Kind seine Geburt gerade so überlebt hat, dies war aber kein Versagen der Hebamme oder des Geburtsortes sondern eher eine Summierung von vielen Dingen… Aber mal ganz ehrlich, mein Kolleginnen sind nicht blöd, es findet vor einer Hausgeburt eine ganz andere Betreuung statt. Hebamme und Frau kennen sich sehr viel intensiver, als es im Krankenhaus auch nur annähernd möglich ist. Es findet eine Risikoabwägung statt und das zu Recht. Keine Hausgeburtshebamme hätte sich darauf eingelassen, mich zuhause zu betreuen (riesiger Bauch, Erstgebärende, großer Vater zu dem Kind und noch Adipositas dazu, da war das Riesenbaby mit 5850g und 56cm Länge gut in einer Level 1 Klinik aufgehoben! Ich bin dem Pädiaterteam noch heute dankbar, man kann erfolgreiche Reanimation ins Kinderheft schreiben.

Aber dennoch würde ich mich immer wieder für eine Spontangeburt entscheiden und dies auch einer gesunden Schwangeren ohne effektive Risiken raten!!!

#21 |
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Gabriele Leonhardt-Marin
Gabriele Leonhardt-Marin

Eine Hebamme leitet die regelrechte Geburt ab Wehenbeginn völlig selbstständig ohne Arzt (nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Hebammengesetz (HebG/D) und nach §3 Abs. 1-2 Hebammengesetz (HebG/Ö). Nach diesen Gesetzen besteht die Hinzuziehungspflicht einer Hebamme, das heißt, ein Arzt darf nur im Notfall eine Geburt ohne Hebamme durchführen.

P.S. Egal ob Hebamme oder Arzt, wir wollen gesunde Mütter und Kinder, oder??

#20 |
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Kerstin Hansen
Kerstin Hansen

Unglaublich…immer mehr Tiere kommen in Kliniken zur Welt, eben um Risiken zu minimieren.
Ich hatte 3 absolut selbstbestimmte Geburten,ohne PDA,jeweils mit hervorragenden Ärzten, die sich alle Zeit der Welt nahmen an meiner Seite. Meine Hebamme war gut für die Nachsorge – während den Geburten brauchte ich nur den Gyn, denn er hätte im Notfall eingreifen können.Auch legte ich immer viel wert darauf, daß ein Kinderarzt anwesend war – eben um auch sofort handeln zu können.
Entspannte Mütter gibts eben und gerade auch dann, wenn sie sich keine Sorgen um eventuelle Komplikationen machen müseen.Diese können während der Geburt leider auch bei völlig gesunden Frauen auftreten.

#19 |
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Dipl.-Psych. Anja Berndt-Hentschke
Dipl.-Psych. Anja Berndt-Hentschke

Ich bin erschrocken über die Aussage des Artikels. Ich habe selbst zwei Kinder im Geburtshaus entbunden und bin von der hohen Professionalität und Verantwortungsbereitschaft der dort arbeitenden Hebammen zu tiefst beeindruckt. Zudem finde ich es unzutreffend, Krankenhaushebammen und – in meinen Augen – “echte Hebammen”, die noch eigenverantwortlich Geburtshilfe leisten können – auf eine Stufe zu stellen. Letztere verfügen meines Erachtens über deutlich höhere Kompetenz, da sie den Prozess ohne Einmischung und Übergriffe durch Ärzte begleiten und großes Vertrauen in die natürliche Geburt haben.

Ich bedauere alle Frauen, die keine Möglichkeit haben, in einem guten Geburtshaus zu entbinden und bin immer wieder traurig, wenn ich von den (leider durchweg) negativen Geburtserfahrungen höre(Tenor: “nie wieder ein Kind – oder dann gleich eine Sectio”).

Ich habe bei einer Vielzahl von Gebärenden verfolgen können, wie schlecht die Geburtshilfe im KH ist. Die Räume sind schöner geworden – keine Frage. Doch meine Entscheidung für ein Geburtshaus wurde nicht davon geprägt, wo Kerzen und spährische Klänge im Angebot sind. Und ich halte mich auch nicht für alternativ oder “grün” – wie der Autor anmerkt.

Ausschlaggebend ist letztlich, wie gut eine gesunde Gebärende betreuut und unterstützt wird. Das ist bei einem üblichen Verhältnis von 3-4 Gebärenden auf eine Hebamme schlicht unmöglich. Da werden (auch und gerade in renommierten Kliniken) Wehenhemmer gegeben (weil grad keiner Zeit hat), dann werden die Wehen wieder künstlich forciert. Die Schwangere und ihr hilfloser Partner sind meist auf sich allein gestellt und schnell überfordert.

Und in letzter Konsequenz rettet dann ein “Notkaiserschnitt”. Dann wird noch resümiert: “Was für eine schreckliche Geburt – aber: wie gut, dass wir im Krankenhaus waren!”

Es ist an der Zeit, dass deutlich gemacht wird, dass nicht das CTG oder der nahe OP eine sichere Geburt gewährleistet, sondern die intensive 1:1 Betreuung durch eine erfahrene Geburtshebamme. Wenn jemand mit der Schwangeren atmet, sie begleitet und anleitet, dann sind Wehen gut auszuhalten und dann braucht man im Allgemeinen weder Wehenhemmer noch Schmerzmittel.
Die zitierten Verlegungsraten sprechen im Übrigen nicht immer für einen Notfall. Oft sind es ganz undramatische Verlegungen – eben weil die Hebammen sehr verantwortungsvoll handeln und lieber zu früh verlegen, als zu spät. Das wird der außerklinischen Geburt dann auch noch negativ ausgelegt. Schade. Wer sich wirklich informieren möchte, dem sei die Studie der QUAG ans Herz gelegt: Hier finden sich Zahlen für Deutschland: http://www.quag.de/content/publikationen2.htm

Meine Wahl für ein Geburtshaus wurde von ärztlichen Freunden heftig kritisiert – leider hatte von ihnen niemand eine natürliche Geburt (sondern “Notkaiseschnitte) und konnten ihre eigenen Bedenken belegen.

Ich wünsche allen Frauen, dass sie die Möglichkeit haben, zu erfahren, dass man auch ohne ständige CTG-Kontrolle und ärztliche Überwachung sicher und selbstbestimmt entbinden kann.

#18 |
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In dem Sinne des anderen Beitrages eine sgruß in die Schweit an Frau Fahri. Bin ganz Ihrer Meinung.
ps. Die Schweizer sind doch die besseren!

#17 |
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Hallo an alle Leser,
zu diesem Thema wollte ich mich doch mal melden. Als dreifacher Vater (war bei 2 Geburten dabei) und langjähriger klinischer erfahrung als Schulmediziner (Chirurg) finde ich den Artikel so schlecht nicht.
Natürlich werden die Hebammen nicht erwähnt, was bei einem solchen Thema schon einen deutlichen Lapsus darstellt, natürlich werden englische Studien herangezogen wobei mit Sicherheit bei uns ein anders organisertes Gesundheitswesen besthet und manche Probleme der Briten nicht vorhanden sind. Allerdings haben wir das DRG System die Englände rnicht, was wieder andere Anreize setzt.
Nachdem ich zwei Geburten (beide >12 h: 1xZangengeburt, 1x nur unter PDA möglich kurz vor der Notfallsectio, aber dann doch vias naturalis) miterlebt- im wahrsten Sinne des Wortes- habe, bin ich der Meinung, dass dies außerhalb der klinik nicht so gut gelaufen wäre.
Eine rationale Entscheidung eienr Frau nach mehrern Stunden Wehen kann nach meiner Erfahrung nicht erwartet werden, ob Analgetika etc; diese Frau will nur noch alles hinter sich haben.

Mein Statement eindeutig für die natürliche Geburt, die NAtur hat sich was dabei “gedacht”, wenn möglich. Sind Komplikationen zu erwarten, dann die geplante Sectio um die notfallmäßige zu vermeiden.
Bei zu erwartenden unkomplizierter Geburt habe ich nichts gegen eine Hausgeburt für die Paare/Frauen, die dies wollen und sich bei Ihrer Hebamme gut betreut fühlen. Aber den Hintergrund des erreichbaren Krankenhauses bzw. die vorherige sachliche und fundierte Abklärung der Risiken durch betreuende Hebamme und Geburtshelfenden Arzt halte ich für absolut wichtig.

#16 |
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peer counselorin ISL Kerstin Weiß
peer counselorin ISL Kerstin Weiß

fehlende Quellenangaben – von einem Mann geschrieben und die, die es Wissen DIE HEBAMMEN werden nicht erwähnt – schlechter gehts wohl kaum

#15 |
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Birgit Roth
Birgit Roth

Eine selbstbestimmte Geburt aus eigener Kraft sollte doch jeder Frau ermöglicht werden – in den meisten Kliniken in Deutschland halte ich dies nicht mehr für möglich – es fehlt Personal – es fehlt ZEIT, GEDULD und RUHE. Gebärende werden mit PDA und Co. ruhig gestellt, statt durch eine entsprechende Begleitung und Zuwendung aus eigener Kraft zu gebären. Viele Frauen werden einer einzigartigen Erfahrung beraubt. Man wird es auch in der Klinik nicht schaffen – egal wie schick die Kreißsääle mitlerweile eingerichtet sind – die ungestörte, intime Atmosphäre der eigenen vier Wände zu schaffen, in der man unter der Geburt selbstbewusst auf sein Körpergefühl vertraut und kraftvoll gebären kann. Ich fände es sehr traurig, wenn die Entwicklung der Geburtshilfe weiterhin dahin getrieben wird, dass es bald in Deutschland nur noch Klinikgeburten in großen Kliniken gibt – Geburten am Fließband – und keine außerklinische liebevolle und würdige Geburtshilfe mehr (und wenn dann nur ohne jegliche fachliche Begleitung, weil sich keine Hebamme mehr die Haftpflichtversicherung leisten kann). Es ist nicht egal wie wir gebären oder geboren werden!!!

#14 |
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Lena Katharina Kinzenbach
Lena Katharina Kinzenbach

Natürlich ist es für Ärzte super, wenn alle Geburten während der Regeldienstzeiten über die Bühne gehen. Ich als nun zweitgebärende, nach einer super komplikationslosen ersten Vaginalgeburt bekomme dann von meinem Gyn gesagt, dass die Sectio die sicherste Geburtsmethode sei. Es ist egal wie immer noch eine OP, die weder für Mutter noch für Kind ungefährlich und somit in keinem normalen Fall eine gute Entscheidung ist.
Traurig traurig, vertraut doch bitte den Hebammen, und nimm die Ärzte nur dann dazu, wenn man sie wirklich braucht. Ich würde behaupten eine Menge Kaiserschnitte wären überflüssig, wenn man die Hebamme mit der Gebärenden einfach mal alleine lassen würde!

#13 |
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Hebamme

Bei meinen eigenen spontanen Geburten habe ich erfahren, daß Komplikationen oft erst entstehen, wenn zuviel eingegriffen wird.Gerade bei Erstgebärenden! Warum den Frauen den Schmerz nicht zutrauen, warum immer alles beschleunigen wollen? Warum Schmerzmittel anbieten? Wenn die Frauen welche brauchen, werden sie es sagen!Warum müssen Geburten schnell gehen? Wer sagt, daß das schöner ist? Warum der Frau die Selbstbestimmtheit über ihren Körper, ihre Empfindungen, ihre Positionen und Entscheidungen nehmen – und das muß nicht in Frage gestellt werden – das ist gängige und traurige Praxis!Ich durfte den deutlichen Unterschied miterleben! Auch wenn mir sicher nur Gutes getan werden wollte – weniger ist oft mehr!Schließlich liefern wir kein Produkt, sondern bekommen ein Kind!!! Und auch diese Kinder wollen bereit und vorbereitet sein und nicht nur “fertig”! Soviel zum Thema Wunschkaiserschnitt! Und übrigens: Viele Hebammen stehen bereits vor dem Ruin – die muß man nicht mehr dahin bringen!

#12 |
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Anne Lena Sacher
Anne Lena Sacher

Grober Unfug- und dann auch noch ohne Literaturangaben!

Besonders “schön” die Formulierung: >die Niederkunft noch mit konventionellen Methoden unter Kontrolle zu bringen< Ach Du Schreck, eine außer Kontrolle geratene Geburt... Da paßt dann die befremdlich polemisierende Überschrift >Horror Hausgeburt< Bitte demnächst wieder fundierte Artikel!!

#11 |
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Eveline Fahrni
Eveline Fahrni

Ich bedaure die unglaubliche Polemik und Polarisierung rund um Haus-und Klinikgeburt. Wir haben hier in Thun ( Schweiz) eine ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Klinik und freiberuflichen Hebammen. Als Freipraktizierende kann ich mich jederzeit in der KLinik melden um mit ÄrztInnen Rücksprache halten zu können oder auch Frauen und Babies zur Kontrolle überweisen.
Das Wohl der Familien sollte unser höchstes Ziel sein, an dem wir gemeinsam arbeiten-Feindbilder behindern das Erreichen dieses Zieles.
Mit den besten Wünschen an alle, die sich täglich bemühen, Familien adäquat zu begleiten
Eveline Fahrni

#10 |
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Stephanie Larisch
Stephanie Larisch

Tut mir Leid, es so zu sagen, aber Pädiater sehen in der Realität doch nur die Kinder, die wirklich schlecht ihre Geburt (wie auch immer geartet) überstanden haben!

Ich habe seit 15 Jahren mein Examen, ich kann also durchaus von Erfahrung reden, denn ich bin direkt nach der Ausbildung ohne Pause in den Klinikalltag gewechselt.

Wenn wir mal einen Pädiater bei einer “harmlosen” Geburt mit einem unauffälligen Kind dabei hatten, dann war es zu 80-90% so, dass das arme Kind schlechter bewertet wurde, als Hebamme und anwesender Gynäkologe es gemacht hätten… Und das in Ausmaßen, dass solche Kinder so schlecht bewertet wurden, dass sie auch verlegt werden mußten.

Ich bin versucht, zu denken, dass Pädiater bei dieser Diskussion immer eine sehr einseitige Sichtweise haben!

#9 |
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Stephanie Larisch
Stephanie Larisch

Ich schließe mich voll und ganz den Kommentaren meiner Kolleginnen an, ein sehr einseitig geschriebener Artikel, der bei mir gerade Kopfschütteln auslöst…

Wer schaut denn auf die Spätfolgen der verschienen Geburten? Wir haben hier in Deutschland die Perinatalstatistik (wenn wir schon mit Zahlen arbeiten) und auch noch ganz andere Untersuchungen… Warum wird zum Beispiel von erhöhten Diabetes- und Allergieraten nach einem Wunschkaiserschnitt nichts erwähnt?

Wir brauchen keine Werbung für Krankenhäuser als Geburtsort! Das die Herren Doktoren die Geburtshilfe an sich reissen, das hatten wir schonmal und es ist gründlich schief gegangen… Nicht umsonst gibt es das Gesetz in Deutschland, dass eine Hebamme bei einer Geburt anwesend sein muß!!! Wir wissen immernoch, was wir tun… Wir ermöglichen eine ganz andere Betreuungssituation!

Und die gesunde Schwangere gehört (wie schon genannt) nicht in ein KRANKENhaus!

#8 |
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Seit den 70-ern blies den Klinikärzten/ Schulmedizinern in Geburtshilfe und Kinderheilkunde der Wind ins Gesicht im Rahmen der “trendigen” grünen und alternativen Lebensweise, massiv unterstützt von den entsprechenden politischen Parteien und den Kostenträgern ( die Krankenhäuser wohl ausschließlich als Kostenverursacher sahen ). Nun scheint es seit wenigen Jahren eine Trendwende zu geben, weil viele aus grünen Träumen aufgewacht sind und die Kliniken sich in den letzten 20-30 Jahren erheblich modernisiert haben. Dem Beitrag 3 von Dr. B. Staudt stimme ich voll zu ( war 38 Jahre Klinik- Pädiater plus KV- Ambulanz und kenne die Lage ).— Zu Beitrag 1 von Hebamme Kathrin Michel : Ihr “Feindbild” von den ach so profitgierigen und gegen Gebärende verständnis- und herzlosen Kliniken muß vor mindestens 3-4 Jahrzehnten entstanden sein und ist nicht mehr zutreffend. Kliniken bieten alles, von den verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten ( im Liegen, Stehen, Hocken, Unterwasser )bis zu ambulanter Geburt. Auch in Kliniken werden die Geburten von H e b a m m e n geleitet, das scheint Ihnen nicht klar zu sein. Aber in der Klinik mit der S i c h e r h e i t , daß für den Notfall ( Gefahr für Mutter und/oder Kind ) Notsectio und anschließende neonatologisch- kinderärztliche Versorgung innerhalb kürzester Zeit verfügbar sind. Der Berufsstand Hebamme wird sicher nicht als solcher “verfolgt”, aber die Entbindung in Geburtshäusern oder gar als Hausgeburt in ländlicher Region ist mit hohen Risiken für Mutter und Kind behaftet und ich habe leider mehrfach fatale entsprechende Situationen miterlebt.Haben Sie sich eigentlich nicht gefragt, warum in den letzten Jahren die Prämien Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen so stark angestiegen sind ? Eben w e g e n der vielen Pannen bei Hausgeburt und Entbindung Hebammenhaus. MfG, GB, Kinderarzt i.R.

#7 |
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Timotheus Schmid
Timotheus Schmid

Was soll denn eine gesunde, kräftige hochschwangere Frau in einem KRANKenhaus? Da lauern nur viele unnötige Keime und Komplikationen. Besser früh aussieben, wer wirklich die Ressourcen des Krankenhauses braucht, und der Rest darf gern zu Hause oder im Geburtshaus entbinden.

#6 |
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Christina Baldy
Christina Baldy

Liebe Frau Michel, ich habe vollstes Verständnis für Ihr Engagement, denn auch ich bin überzeugt davon, dass eine natürliche, harmonische Geburt mit möglichst wenig medizinischer Intervention erstrebenswert ist. Als Kinderärztin muss ich aber anfügen, dass eine ärztliche Hilfe schnellstschnellstschnellstmöglich erreichbar sein sollte.
Leider habe ich zu oft traurige Ausgänge von Hausgeburten und auch von Geburten in “peripheren” Krankenhäusern, in denen es keinen Kinderarzt in brenzligen Situationen direkt nach der Geburt gab, erlebt. Dies soll nicht überheblich klingen. Ich möchte vielmehr meine eigenen bedrückenden Erfahrungen mitteilen und anregen, darüber nachzudenken, wie viele traurige Familienschicksale hätten abgewendet werden können, wenn Babys nach komplikationsreicher Geburt schneller und medizinisch ausreichend hätten versorgt werden können.
Es grüßt herzlich,
Christina Baldy

#5 |
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Hebamme

Schade, daß Herr van den Heuvel keinerlei Quellen nennt. Ich stelle gar nicht in Frage, daß eine englische Studie für England solche Ergebnisse bringt. Ich habe mit mehreren Kolleginnen Kontakt, die in Großbritannien gearbeitet haben und dort u.a. feststellten, daß z.B. der Vierfüßlerstand als Geburtsposition schlichtweg unbekannt ist. In einer Klinik heißt das nun auch “german position”.

Aber in Deutschland haben die Hebammen die “Qualitätssicherung in der außerklinischen Geburtshilfe” eingeführt (siehe http://www.quag.de) und über Jahre hinweg bewiesen, daß hier Geburten außerhalb von Krankenhäusern NICHT unsicherer sind.
Die Angabe “Pro 1000 Geburten nach der 37. SSW starben außerklinisch 2,1 und im Krankenhaus 1,3 Kinder.” steht unerklärt frei im Raum. In welchem Zeitraum und mit welcher Ursache starben in welchem Jahr Kinder, wer hat warum diese Zahlen gesammelt?

Schade, daß ausgerechnet zu einem Thema, zu dem es sehr viele fachlich fundierte Erhebungen in und aus Deutschland gibt, Englische Verhältnisse dargestellt werden. In Hebammenkreisen gelten die dortigen Umstände eher als abschreckend: da die Geburtshilfe auf Fachzentren konzentriert werden sollte, haben viele Schwangere unglaublich weite Wege in Geburtskliniken und entscheiden sich dann lieber für “unassisted birth”. Und das ist mit Abstand die schlechteste Geburtsumgebung für Mutter und Kind!
In Schleswig-Holstein gab es im Herbst ebenfalls zwei geplant unbegleitete Geburten, weil aufgrund der Deutschen Gesundheitspolitik viele Hebammen ihre Freiberuflichkeit einstellen mußten und zwei Familien beschlossen, lieber ohne fachliche Unterstützung zum kinde zu kommen, als sich einer Klinikroutine auszusetzen …

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Laura Haps
Laura Haps

Ich bin voll deiner Meinun Heb. Kathrin. Leider wird bei solchen Artikeln nie ein Wort darüber verloren, wie viele Frauen auf dem OP- Tisch bei einer Sectio sterben und oder Verletzungen davon tragen. Denn auch eine Sectio hat Ihre Nebenwirkungen und Risiken.
So böse wie es auch klingt aber es muss wahrscheinlich erst eine prominente Frau auf einem OP Tisch bei einer Wunschsectio sterben, bevor die Allgemeinheit mal aufwacht und darüber nachdenkt, dass man eine Bauch-OP in kauf nimmt nur damit der Lovechanel geschtzt bleibt.

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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Bravo Frau Michel !!!

#2 |
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Hebamme

In diesem Artikel wird ausführlich über die gute Geburtsmedizin der Ärzte berichtet und die schlechte Geburtshilfe der (freiberuflichen) Hebammen in Zahlen genannt. Dazu werden statistische Beweise aufgeführt. Die Entbindung (ein Wort aus Zeiten der Inquisition) wird durchgeführt zur größtmöglichen Sicherheit von Mutter und Kind, natürlich in einer Geburtsklinik (wieso dann nicht in einer Entbindungsklinik?)…Geburtshilfe, mit deren Hilfe Frauen ihr Kind aus eigenener Kraft gebären können, die vorbereitet, unterstützt und begleitet, gibt es in Deutschland noch immer (für wenig Geldv on den Kassen) von Hebammen. Diese arbeiten mit Liebe und Wissen und Engagement – mit dem Hirn, den Herzen und ihren Händen….Leider lese ich in dem Artikel nicht einen Hinweis darauf und auch nicht, wie aggressiv derzeit politisch dafür gesorgt wird, freiberufliche Hebammen an den Rand des wirtschaftlichen Ruins zu bringen, damit die Statistik wieder stimmt. In diesem Sinne: es lebe der geplante Kaiserschnitt, der den Ärzten ihre verdiente Nachtruhe beschehrt, der Klinik volle Kassen und weniger Gehalt für Personal, den Gynäkologen die nötige Routine im OP-Saal und Müttern und Kindern den Wunschtermin zum Eventgeburtstag! Mögen die Kinder die “OP-Lampe der Welt” mit Freuden begrüßen – ich finde es einfach nur traurig!

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