Universitätsmedizin: Halle im Abseits

2. Mai 2013
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In den letzten Tagen wurde leidenschaftlich über die Schließung des Uniklinikums der Universität Halle diskutiert. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. spricht sich nun ausdrücklich für den Erhalt beider Universitätskliniken in Sachsen-Anhalt aus.

Die bvmd betont, dass diese Schließung im Hinblick auf den vorherrschenden Ärztemangel und die Diskussionen in der Politik um die Erweiterung der Studienplätze für Medizin ein verheerender Fehler sei, welcher sich langfristig nicht nur negativ auf das Land Sachsen-Anhalt auswirken würde, sondern auch auf die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Im Bereich der Bildung und Gesundheitsversorgung derartige Streichungen vorzunehmen sei somit gesellschaftspolitisch verantwortungslos und nicht tragbar.

“Eine Schließung der medizinischen Fakultät in Halle wäre ein herber Rückschlag für die Medizinerausbildung in Sachsen-Anhalt und ein schlechtes Signal für den Rest der Republik. Es ist ein Skandal, was da geschehen soll”, sagte Martin Schmidt, Bundeskoordinator für Medizinische Ausbildung.

Aufforderung zum Kurswechsel

“Eine derartige Streichung von Medizinstudienplätzen ist grundsätzlich abzulehnen”, kommentiert Johathan Schütze, Präsident der bvmd. “Selbst bei kurzfristigen Einsparungen ist ein solcher Entschluss alles andere als rational und ein Schritt in die falsche Richtung, denn die hochwertige Ausbildung von Ärzten sollte langfristig finanziell gesichert und in Zukunft vermehrt gefördert werden, um eine adäquate medizinische Versorgung in ganz Deutschland weiterhin garantieren zu können.”

Die bvmd fordert daher die Landesregierung in Sachsen-Anhalt auf, ihren derzeitigen Kurs zu verlassen und von der Schließung eines Universitätsklinikums abzusehen.

Breiter Protest

Auch vor Ort und in einer Online-Petition regt sich mittlerweile breiter Widerspruch gegen die Pläne der sachsen-anhaltinischen Landesregierung. Am 30. Mai protestierten über 7.000 Teilnehmer bei einer Kundgebung in Halle (Saale). Zudem hat eine Online-Petition auf Initiative des Aktionsbündnisses “Halle bleibt!” mittlerweile bereits über 34.000 Unterstützer.

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