Emulgatoren: Colitis zum Frühstück

1. Mai 2015
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Nachdem im letzten Jahr die Süßstoffe als mögliche Verursacher einer Glukoseintoleranz in Verdacht gerieten, häufen sich nun die Hinweise, dass auch Emulgatoren mitverantwortlich für den immensen Anstieg entzündlicher Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten sind.

Wissenschaftler konnten in einer aktuellen Studie an Mäusen zeigen, dass Emulgatoren das metabolische Syndrom, Übergewicht und chronische Entzündungen im Darm fördern können. Die Mediziner um Andrew Gewirtz und Benoit Chassaing von der Georgia State University vermuten, dass der steigende Einsatz von Emulgatoren in der Lebensmittelindustrie und die Zunahme von entzündlichen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten eng miteinander verknüpft sind, wie sie im Fachmagazin „Nature“ schreiben. Denn sowohl das metabolische Syndrom als auch chronische Darmentzündungen gehen mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmflora einher.

„Trotz des konstant bleibenden menschlichen Genoms haben diese Erkrankungen dramatisch zugenommen. Da liegt der Verdacht nahe, dass ein Umweltfaktor maßgeblich daran beteiligt ist“, so Chassaing, und weiter: „Was wir essen, hat einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Darmflora, daher haben wir geprüft, ob moderne Lebensmittelzusätze Darmbakterien so verändern, dass sie Entzündungen vermehrt fördern.”

In ihren Versuchen testeten die Wissenschaftler die Auswirkung zweier gängiger Emulgatoren, Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose (CMC) auf die Darmflora von Mäusen. Dabei setzten sie die Stoffe dem Trinkwasser von Mäusen in einer Konzentration zu, wie sie auch in Lebensmitteln auftritt (1 %).

Emulgatoren verändern Darmflora

12 Wochen lang nahmen die Mäuse die Emulgatoren zu sich, bevor die Wissenschaftler den Dickdarm der Tiere untersuchten. Wie auch beim Menschen besiedeln zahlreiche, unterschiedliche Mikroorganismen den Dickdarm von Mäusen. Normalerweise sind die Mikroorganismen durch eine Schleimschicht von den Epithelzellen der Darmwand getrennt.

Haben die Darmbakterien keinen Kontakt zu Emulgatoren, bleibt der Abstand zu den Epithelzellen stets gewahrt. Durchschnittlich nähern sich die Bakterien der Darmwand dann bis auf 25 Mikrometer, höchstens auf zehn Mikrometer, so die Forscher. Mit dem Kontakt zu Emulgatoren verringerte sich dieser Abstand auf die Hälfte, manche Bakterien hatten sogar direkten Kontakt zu den Epithelzellen. Die schützende Schleimschicht wurde dünner.

Doch die Bakteriengemeinschaft rückte nicht nur näher an die Darmwand heran, die Emulgatoren änderten auch die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms: Die Forscher fanden weniger der als gesundheitsfördernd geltende Bakteriengruppe der Bacteroidales. Schleimlösende Keime wie Ruminococcus gnavus oder entzündungsfördernde Proteobacteria schienen sich hingegen in Gegenwart der Emulgatoren deutlich zu vermehren. Die neue Bakterienflora produzierte vermehrt Flagellin und Lipopolysaccharide, die wiederum pro-inflammatorische Gene über das Immunsystem aktivieren können.

Entzündungsstärke je nach Vorbelastung

Mäuse mit einer genetischen Prädisposition für entzündliche Erkrankungen litten besonders unter dem emulgatorenreichen Wasser und reagierten mit Dickdarmentzündungen. Doch selbst bei Wildtyp-Mäusen konnten die Forscher stärkere, entzündliche Reaktionen nachweisen. Unter der Emulgatoren-Diät hatten die Tiere einen gesteigerten Appetit und nahmen auch stärker zu als Mäuse, die normales Wasser tranken.

Sterile Mäuse reagieren nicht auf Emulgatoren

„Es sieht so aus, als förderten Emulgatoren bei genetisch vorbelasteten Wirten eine ausgeprägte Colitis und führen bei Wildtyp-Wirten zu niedriggradigen Entzündungen“, schreiben die Forscher. Diese Entzündungen könnten das metabolische Syndrom begünstigen.

Sterile Mäuse – also Tiere mit unbesiedeltem Darm – zeigten keine Reaktion auf die Emulgatoren-reiche Ernährung. Transplantierten die Forscher jedoch die Darmflora von Mäusen, die mit Emulgatoren ernährt worden waren, in die zuvor sterilen Tiere, entwickelten diese Mäuse ebenfalls Darmentzündungen. Diesen Umstand sehen die Wissenschaftler als Hinweis darauf, dass es die Darmbakterien sind, die die Anfälligkeit für Entzündungen und den Stoffwechsel beeinflussen.

Das Forscherteam arbeitet nun daran, weitere Emulgatoren zu testen und herauszufinden, ob sich die Testergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Da sich Menschen und Mäuse im Aufbau und in der Funktionsweise des Darms jedoch sehr ähneln, liegt der Verdacht nahe, dass Emulgatoren im menschlichen Organismus ähnliche Reaktionen hervorrufen wie bei den Tieren. Auch die molekularbiologischen Mechanismen, die diesen Reaktionen zugrunde liegen, wollen die Wissenschaftler in naher Zukunft klären.

Ist doch nicht das übermäßige Essen schuld?

Die Studie widerlege keinesfalls die allgemeine Annahme, dass übermäßiges Essen die Entstehung von Übergewicht und des metabolischen Syndroms fördere, so Gewirtz. „Unsere Testergebnisse bestärken diese Annahme sogar. Denn frühere Arbeiten haben bereits gezeigt, dass niedriggradige Entzündungen, die von einer veränderten Darmflora herrühren, der Grund für eine exzessive Nahrungsaufnahme sein kann.“

Emulgatoren kommen in zahlreichen Lebensmitteln vor, die aus verarbeiteten Rohstoffen bestehen – so zum Beispiel in Wurst, Eiscreme und Schokolade. Sie sorgen für eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel und eine verbesserte Konsistenz, indem sie wässrige und fetthaltige Bestandteile miteinander verbinden.

Der Einsatz von Lebensmittelzusätzen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Diese Additive lediglich darauf zu prüfen, ob sie unmittelbar giftig oder krebserregend sind, reiche offenbar nicht aus, mahnen die Autoren.

 

301 Wertungen (4.85 ø)

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40 Kommentare:

Dr. Michael Wimmer
Dr. Michael Wimmer

Na da schau her, der eine genannte Emulgator ist E 433 …
Kvp

#40 |
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Gast
Gast

“Die Hygiene” ist allerdings auch Teil ärztlicher Tätigkeit, Robert Koch war Landarzt bevor er “reiner Hygieniker” wurde, die Chirurgie profitiere enorm davon,
und schon vor 1900 begann Paul Ehrlich mit Immunologie und entwickelte Seren
gegen Diphterie, Tetanus und Tuberkulose
die Chemotherapie begann mit Salvarsan 1909
und schließlich Penicillin 1940.

#39 |
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@26 Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch “…die Verdopplung oder so der Überlebenszeit in den letzten hundert Jahren ist nicht jener von Bingen zu verdanken, sondern der akribischen Forschungsarbeit in Medizin, Naturwissenschaft – und ja, auch der forschenden Pharmaindustrie. Hypothesen müssen überprüft und ggf. falsifiziert werden, nicht einfach nur geglaubt!”. Ihre hehren Forderungen sollten Sie zu allererst auf Ihre eigene Hypothese anwenden, denn der zweifellos wichtigste Faktor zur drastischen Senkung der Säuglingssterblichkeitsrate und zur Steigerung der allgemeinen Lebenserwartung ist schlicht und einfach die Hygiene: sauberes Trinkwasser, saubere Geburten sowie Toiletten und Abwassersysteme – statistisch belegbar. So ist auch erklärlich, warum die Lebenserwartung zB. der englischen Stadtbevölkerung lange Zeit deutlich geringer war als die der Landbevölkerung, da die Stadtbewohner (und natürlich wieder vor allem die Säuglinge) aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der sanitären Bedingungen dort anfälliger für tödliche Infektionskrankheiten waren.

#38 |
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Heilpraktiker

Danke!!
Werde nun schleunigst meine Eismaschine aus dem Keller holen. Freue mich schon jetzt auf mein Eis welches frei von Emulgatoren, Zucker, “natürlichen” Aromastoffen… sein wird. Bei bis zu 1 kg Eis an einem heissen Sommertag lohnt sich das so richtig.

#37 |
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Arzt
Arzt

JEDES Essen beeinflusst “die Darmflora”,
das wird ja heute fast wie eine Religion vorgetragen,
etwas banal.
Nahrung und Colitis ist ein uraltes Thema.
Sicher ist, ganz ohne Nahrung (Sondenkost, oder über die Vene) verschwindet jede Kolitis, auch der Morbus Crohn, das geht halt nicht auf Dauer.
“Verträglichkeiten” müssen individuell ausgetestet werden. Es gibt bis heute keine gültige Kolitis-Diät für alle.
Defizite ausgleichen (Änämie, Vitamine etc. ) ist besonders wichtig

#36 |
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Gast
Gast

Gemüsepfanne ist noch besser als Kochen im Wasser, gibt besseres Aroma, etwas Fett oder Öl dazu, damit das NICHT sofort das ganze Wasser verliert (auslaugt).
Am Anfang viel Rühren, damit es nicht anbrennt.
Und richtig, braucht viel mehr Zeit als das leichter verdauliche Fleisch.
Das kann man ja auch am Ende in die Gemüsepfanne reinschmeißen.

#35 |
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Arzt
Arzt

“Grün” sollte man besser gar nicht sein, lieber vernünftig, Dioxin gibt es leider auch in Bio-Eiern.
Gemüse darf man ruhig etwas länger kochen, dafür passt ja auch erheblich mehr rein, als in ein paar Blättchen frischen Salat.
Manches wird dabei nicht nur bekömmlicher sondern sogar gesünder wie die Tomate.
Lecker würzen nicht vergessen. Sollte man schon in der Schule lernen.
Für Fleisch braucht man einen Extra-Kurs, da besonders wichtig, auch wenns schneller geht.

#34 |
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Dr. FMH Ferdinand Grädel
Dr. FMH Ferdinand Grädel

Es gibt keine Ausreden, nicht selber zu kochen. Ein Salat ist in 15 Sekunden zubereitet und Gemüse in 10 Minuten gekocht. Von all den dargebotenen Lebensmittel sind die meisten gesundheitsschädigend (Zivilisationskrankheiten). Man muss kein Grüner sein um gesund zu essen und Bio ist nicht zwingend. Chronische Entzündungen sind deshalb sind deshalb chronisch, weil sie immer wieder durch falsche Ernährung entfacht werden. Mit der richtigen Ernährung verschwinden solche Entzündungen, unabhängig davon ob sie schon 50 Jahre oder erst einige Monate bestehen. [Kommentar aufgrund werblicher Inhalte gekürzt.]

#33 |
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Arzt
Arzt

Aber Herr @Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann,
Carboxymethylcellulose ist doch ein ein Derivat der Cellulose,
kommt die etwa aus dem Eigelb?
.. na also.
Auch die “Weizenkleie” ist nicht ganz ohne für den armen Darm.
Haben Sie denn noch nicht mitgekriegt, dass der ganze Vegetarier-Rummel industriegesteuert ist?
Pflanzenfett/Öl ist nun mal viel billiger als z.B. Butter und extrem ungesund ist der Härtungsprozess von Pflanzenöl, bei uns leider noch nicht verboten.
Kunstkäse (pflanzlich) auf Pitzas ist auch billiger in der Herstellung
und UNGESUND.
Deshalb muss man daraus eine Religion machen
und das klappt ja auch ganz gut,
wie mit der idiotischen sau-teuren Klimarettung.
Man braucht nur den Verstand abschalten.

#32 |
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Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann

“das gefährliche an den Emulgatoren ist ihre vegane Herkunft”

Carboxymethylcellulose als vegan zu verkaufen ist wohl etwas daneben.

#31 |
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Gast
Gast

Hallihallo, Ich leide seit vielen Jahren an einer (Prokto-)Colitis Ulcerosa. Und führe seit etwa 20 Jahren ein Krankheits-Tagebuch.

Mir ist aufgefallen, dass die Schübe auch mit den Heuschnupfenbeschwerden einhergehen. Habe ich starke Heuschnupfenbeschwerden, so ist auch die Colitis sehr viel aktiver. Ich nehme gegen die Heuschnupfensymptome konsequent KEINE Medikamente. So sind die möglichen Nebenwirkungen hierbei völlig ausgeschlossen.

Mich würde es interessieren, ob es auch hierzu medizinische Studien gibt.

Liebe Grüße,
Ralph Putzwiesel aus Facebook.

#30 |
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Mitarbeiterin Industrie

Sehr interessanter Artikel. Emulgatoren und deren Wirkung auf die Darmflora bzw. deren Selbstschutz Schleimhautbarriere. Alles was gegessen wird hat auch seine Wirkung auf den Organismus nur die wenigsten sehen was innerlich passiert. Erst wenn es wirklich sichtbar oder fuehlbar abweicht vom Normalzustand dann wird es bewusst erkannt. Danke fuer den Einblick. Schade das es wieder sofort um Schuss gegen Pharma und weiteres geht. In einer Gesellschaft wo die wenigsten noch in der Lage sind abwechslungsreiche Mahlzeiten zu kochen ohne Zugabe von Hilfsmitteln aus Tuete, Dose, Gefriere oder aus dem Kuenstlichen Programm der Geschmacksverstaerker/Aromen…ist sicher vorrangig die mangelnde Allgemeinbildung zum Thema Ernaehrung, Zubereitung und sicher auch wichtig wie jemand Sparsam dennoch vielfaeltig, reichhaltig, Vitaminreich kocht relevanter als auf Politik und Pharmaindustrie Gesellschaftliche Bildungsluecken abzuschieben. Klar muss sein Einseitige Ernaehrung muss auch dann nicht sein wenn wenig Geld zur Verfuegung steht aber Bildung muss darueber vermittelt werden.

#29 |
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Arzt
Arzt

Nun, wenigstens wurde ja auch klargestellt, dass das auch mit deutlichem Übergewicht einher geht (=zu viel Nahrungsaufnahme), was ja unvermeidlich auch diese kleinen Bakterien wahrnehmen müssen.
Das weis doch jeder, dass man diese emulgierten Konsumkunstwerke einfach besser runterschlucken kann. Die überraschende? Folge ist wohl, dass man dann mehr davon ist.
Das ist möglicherweise sogar beabsichtigt von den Herstellern,
was meinen Sie?
p.s.
“altes Wissen” kann ich allerdings nicht einmal mit der Lupe erkennen.

#28 |
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Gast
Gast

Kein überraschendes Ergebnis, das jedoch die Pharmahersteller wieder mal unterbinden zu suchen könnten, da diese doch daran verdienen, den Appetit anzuregen, Diäten zu “verkaufen” als auch dann noch Medikamente…von der Wiege bis zur Bahre also….Ein Gast

#27 |
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Das wichtigste Grundprinzip in der Pharmakologie ist wohl das der Dosis-Wirkungsbeziehung. Das gilt aber wohl nicht nur für Pharmaka (auch die ‘böse’ Pharmaindustrie etwa weiß, dass eine Überdosis – auch wenn mehr ‘verkauft’ würde – nicht gleich mehr Gewinn bedeutet). Es gilt wohl vielmehr für alle Stoffe, die wir unserem Körper zuführen, also auch Emulgatoren. Nur wie genau diese Beziehungen, die jeweiligen tolerablen Dosen im Einzelnen und in ihrer Wechselwirkung sind, muss in Studien wie dieser im Detail untersucht werden.
Da hilft es leider gar nichts, auf ‘altes’ “Wissen” (ich würd’s eher ‘Glauben’ nennen) zurück zu greifen, a la Hildegard oder Hahnemann, und zu behaupten, man hätt’s eh immer schon gewusst. Nichts wusste man damals (die Verdopplung oder so der Überlebenszeit in den letzten hundert Jahren ist nicht jener von Bingen zu verdanken, sondern der akribischen Forschungsarbeit in Medizin, Naturwissenschaft – und ja, auch der forschenden Pharmaindustrie)
Hypothesen müssen überprüft und ggf. falsifiziert werden, nicht einfach nur geglaubt!

#26 |
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Apotheker

Danke für den interessanten Artikel.
Für mich als Pharmazeut ist es deshalb bedeutsam, weil Emulgatoren ja sehr häufig nötig sind, um Arzneistoffe in eine technologisch verwendbare Form zu bringen.
Zwar war schon vorher klar, dass Emulgatoren nicht in jeder beliebigen Menge eingesetzt werden können, weil sie eben physiologisch nicht immer unbedenklich sind. Dass aber auch relativ geringe Gehalte evtl. bedenklich sind (und warum), ist neu.
Natürlich nehmen die meisten Personen Medikamente nicht in den Mengen zu sich wie Nahrung und auch nicht so lange. Bei chronisch Kranken sieht es anders aus, allerdings ist auch da die Menge nicht mit Nahrung zu vergleichen.
#21: Natürlich wollen Pharmaunternehmen Gewinn machen. Ich finde es auch nicht ideal, wie es läuft, aber wie ein Arbeitnehmer von seiner Arbeit leben können soll, so müssen auch Firmengründer von etwas leben.
Und zu sagen, dass es Pharmafirmen nicht auch um die Gesundheit ginge, ist zu hart. Viele Menschen würden immer noch an Krankheiten sterben, die mittlerweile gut heilbar sind, wenn es deren Medikamente nicht gäbe.

#25 |
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Arzt
Arzt

Karl-Heinz Licht man sollte bei medizinischen Fragen lieber von Krankheitsursachen sprechen, nicht von “Schuld” !

#24 |
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Arzt
Arzt

Dr. biol. hum. Claudia Arnold Danke für die notwendige Klarstellung! Mit Simplifizierungen ist keinem geholfen,
insbesondere wenn dann immer unqualifizierte Arztkritik reingepackt wird, für die hier unser “Medizinjournalist” bei jeder Gelegenheit sorgt.

#23 |
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Medizinjournalist

Schuld ist alles zusammen. Körper müssen evolutionsgerecht benutzt werden. Anstrengung derart, dass der Aufbauantritt regelmäßig gefordert wird. Die Regenerationsphasen schaltet der Körper dann selbsttätig. Ein Leben lang im Aufbaukorridor bleiben, das machen heutzutage nur wenige Menschen in unseren Massenzivilisationen. Unabdingbar muss die Ernährung den evolutionären Strukturen nahe bleiben. Davon sind wir kilometerweit entfernt. Gift überall, nicht nur in der Nahrung. Alle modernen Produktionsmethoden beinhalten doch gerade raffinierte Neuheiten, die in unserer Evolution nie vorhanden waren. Daher kommen wir mit nichts davon zu recht. Dazu kommt die Medizin auf der gegenüberliegenden Seite. Sie versucht die Nachteile mit ständigen Innovationen abzubauen und erhöht damit leider die Belastung durch nicht in der Evolution bekannte Substanzen und von diesen angestoßene Prozesse um ein Vielfaches.

#22 |
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Heilpraktikerin Marion Wolf
Heilpraktikerin Marion Wolf

Oh, ich denke schon, dass die Politik hier etwas tun könnte. Wir belegen die Lebensmittel und Agrarindustrie und am Besten auch gleich die Pharmaindustrie mit einer hohen Gesundheitsabgabe. Denn dass diese Industrien nur an Gewinnen interessiert sind und nicht an der Gesundheit des Verbrauchers ist doch so klar wie das Amen in der Kirche. Die Tierfutterindustrie gehört übrigens auch dazu. Diesen Gesundheitsfond nützen wir, um massiv in Kindergärten, Schulen und Uni’s aufzuklären. Solange aber Politiker von Lobbyisten abhängig sind, wird das wohl Zukunftsmusik sein. Und es bleibt nur den eigenen freien Willen zu stärken auf dass er seinen Erkenntnisse auch Taten folgen lässt. Mit tut es sehr leid um all die vielen Kinder, die noch keine Entscheidungsmöglichkeit haben und darauf angewiesen sind, den Dreck zu essen, den ihnen die Erwachsenen vorsetzten.

#21 |
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Ad #17,18 Politik könnte schon etwas machen: Vielfach entscheidend ist auch der Preis: Heutzutage braucht jeder Dummy jährlich das neueste smart Phone etc, da bleibt kein Geld für ‘gesunde’ Lebensmittel… Nur wenn Emulgatoren und Co mehr kosten als diese, entscheiden sich die Konsumenten vllt um. Wir das in einer freien Marktwirtschaft funktionieren soll? Z.B. mittels einer ‘Steuer’ auf diese Stoffe, analog einer Finanztransaktionssteuer… Nun, seit deren Erfindung diskutieren Politiker, nach 30 Jahren, erstmals darüber. Wir lange es bis zu solch einer Steuer dauern könnte, kann man sich ausmalen. Unsere Enkelkinder aber könnten vllt davon profitieren. Bis dahin ist weitere Forschungsarbeit notwendig, um irgendwann rechtsfähige Argumente zu liefern.

#20 |
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Als Chemikerin kann ich hinzufügen, dass ein Emulgator absolut nicht wie der andere ist, v. a. auch nicht in der Wirkung auf Zellwände. Also keine “Sippenhaft” und keine Schnellschüsse hier – es ist noch seeehr viel Forschungsarbeit nötig.

#19 |
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Gast
Gast

das gefährliche an den Emulgatoren ist ihre vegane Herkunft

#18 |
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…kleiner Nachtrag: Die ganzen derzeit grassierenden Ernährungsdogmen á la vegan, paläo, Rohkost. Frutarier und was da sonst noch mit misssionarischem Eifer erscheint, ist sicher keine Lösung. Der Komplettausschluss ganzer Nährungsmittelklassen geht am eigentlichen Problem vorbei und stellt nur eigentlich gesunde (sofern naturbelasen und in bedarfsgerechter Dosis) Lebensmittel unberechtigt in ein schlechtes Licht. Und die dahinterstehenden Industrie ist keinen Deut besser als die der “Allesfresser”. Die boomende, profitgierige Vegan-Industrie sei hier nur stellvertrentend genannt. Wer sich einmal in einem Veganmarkt umsieht, dem graut, was da mittlerweile zu Mondpreisen an Kunstprodukten feilgeboten und als “gesund” beworben wird – mit Namen wie Vegan-Käse, Vegan-Schnitzel usw. – contradictio in adiecto. Um der unsäglichen Massentierhaltung Einhalt zu gewähren, ist mit der Totalabkehr von allem Tierischen wenig geholfen. Der überbordende Massenkonsum (all you can eat, xxl) ist das Grundproblem.

#17 |
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Alle Kommentatoren inklusive meiner Person sind sich über die Bedeutung von Mikrobiom und das wachsende Problem der Nahrungsmittelzusatzstoffe einig. Was bislang “Bauchgefühl” und Erkenntnis erfahrener Ärzte und Naturheilkundiger war, erhält nun auch die wissenschaftliche Evidenzbasis. Das Entscheidenede ist doch aber, wie gelingt die Überzeuhungsarbeit, gerade jene Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die sich wahllos ohne Blick auf die Inhalstsstoffe an der explosionsartig wachsenden Fertig-/Convinienceprodukt-Palette bedienen und damit auch Ihren Nachwuchs gleich an unzählige Geschacksverstärker, Transfette, Emulgatoren etc. zu “gewöhnen”. Das eigentliche Problem ist der im Artikel genannte “steigende Einsatz von Emulgatoren” (u.a.) in der Lebensmittelindustrie”. Ein Großteil der Kunschaft kauft das, was schnelle, aufwandsarme Zubereitung ermöglicht. Der Gesundheitsaspekt steht leider auf der Priotätenliste unter “ferner liefen”.
Von gesetzlicher Seite wird das Problem kaum zu lösen sein. Verbietet man einen Zusatzstoff, findet die Industrie den nächsten – ein endloses Katz-und-Mausspiel. Der Verbraucher findet das postwendet (oft sogar als Fitmacher beworben) im Supermarkt-Regal. Solange es nicht gelingt, das “zurück zur Natur” kundenfreundlicher zu gestalten, solange die Regale überbersten vor Zusatzstoff-verseuchten Produkten, wird es kaum gelingen, den Schalter umzulegen. EIndeutige Forschungsergebnisse nutzen wenig, wenn sie keine praktischen Konsequenzen nach sich ziehen – sprich die Lebensmittelidustrie verpflichten und den Verbraucher umpolen.

#16 |
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Stephan Engelhardt
Stephan Engelhardt

na immerhin ist sie rein pflanzlich und nicht von bösen Hühnern :P

#15 |
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Daniel Petrak
Daniel Petrak

Ach, der natürliche Emulgator “Eigelb” wird schon ganz in Ordnung sein, oder? Solange wir die eklige und ungesunde Margarine weglassen, werden wir noch ein bisserl Spaß im Leben haben, nicht wahr?

#14 |
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Dr. Cornelia Schroeder
Dr. Cornelia Schroeder

Herr Wichelmann, die Hollandaise macht man selber aus Butter, Eigelb, Zitrone und einigen Gewürzen. Als natürlicher Emulgator fungiert das Lecithin im Eigelb. Die Frage ist, ob der natürliche Emulgator weniger schädlich ist als die künstlichen.

#13 |
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Gast
Gast

Mit normalem Menschenverstand ist gemeint, dass jedem Menschen klar sein sollte, dass natürlich und ursprünglich zubereitetes Essen gesünder und wertvoller ist, als industriell verarbeitetes, in Dosen und beschichtete Tüten abgepacktes Essen und unabhängig von der Kenntnis eines Mikrobioms auch Auswirkungen auf die (Darm-)gesundheit hat. Ich finde es gut, dass dieses Thema auch bis an die Universitäten, z.B. Freiburg, mit Prof. Dr. Karin Michels, einen Weg gefunden hat.

#12 |
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HP W. Scholz
HP W. Scholz

Emulgatoren stören nicht nur das Microbiom sondern bringen auch von der Leber ausgeschiedene Toxine wieder in die Blutbahn zurück. Also schön weiter die gesunde Margarine essen – so lecker, schmeckt fast wie Butter.

#11 |
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Diätassistent

Solche Emulgatoren können nicht isolierst betrachtet werden, es ist die Vielzahl der verschiedenen Zusatzstoffe die Probleme bereiten. Man sollte bei der Betrachtung seiner Patienten auch die Nahrungsgewohnheiten feststellen, besonders der Anteil an industriell hergestellter Nahrung kann dabei aufschlussreich sein.

#10 |
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Daniel Petrak
Daniel Petrak

Huch…..der letzte Kommentar ist von mir: Daniel Petrak….hier gibts wohl ein technisches Problem

#9 |
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Gast
Gast

@ Gast #6:
…man könnte z.B. mit gesundem Verstand sich an einen erfahrenen Therapeuten wenden, der dann eine naturheilkundliche Strategie empfehlen kann ;-)

#8 |
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Gast
Gast

selber kochen wäre eine Möglichkeit,
aber wohl zu “schwierig”.

#7 |
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Gast
Gast

wie kann man z.B. naturheilkundlich und mit gesundem Menschenverstand E. coli-536 aus dem Darm vertreiben?

#6 |
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Gast
Gast

“alte Naturheilkundler”,
ebenso auch “der gesunde Menschenverstand” wussten und wissen bis heute nicht,
was ein gutes Mikrobiom ist.
Bei Durchfall stimmt damit allerdings irgendwas nicht,
sagt dieser Menschenverstand.

#5 |
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Toller Artikel ! Bei dem sog. Reizdarmsyndrom dürften wohl die gleichen Ursachen eine Rolle spielen. Das Mikrobiom scheint mit vielen Krankheiten, auch Hautkrankheiten verbunden zu sein, jedoch dauert es wohl noch bis Zusammenhänge durch Studien belegt werden, was der normale Menschenverstand schon längst wissen müsste.

#4 |
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Heilpraktiker

Sehr guter Artikel!!
Wenn man bedenkt, wie viele Veröffentlichungen es über das Mikrobiom des Darmes in den letzten Jahren gab und welche Anstrengungen in der Forschung über dieses Thema geleistet wurden, so erscheint mir das alte (empirische) Wissen der Naturheilkundler geradezu visionär. Was hat man noch vor einigen wenigen Jahren über die Bedeutung der Darmflora gespottet!

#3 |
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Dr. Frank Wichelmann
Dr. Frank Wichelmann

“Interessant” ist ein umwerfender Kommentar.
Vor weiterer Prüfung empfehle ich, bei der kommenden Spargelsaison auf die Sauce Hollandaise beispielsweise mal erst zu verzichten.
Reine Butter schmeckt auch gut und hat keine Emulgatoren.

Dr.Frank Wchelmann

#2 |
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Interessant!

#1 |
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