Die Pflegekraftlosen

19. Januar 2012
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Spät-, Nacht- und Wochenendschichten sind der Alltag für einen Großteil der Pflegekräfte. Entlastung ist nicht in Sicht. Mit den wachsenden Zahlen der Pflegebedürftigen nimmt ihre Arbeitsbelastung stetig zu. Fürsorgliche Pflege ist ist oft kaum noch möglich.

Ende Dezember 2010 arbeiteten nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts rund 4,8 Millionen Menschen in Deutschland im Gesundheitswesen. Davon waren mehr als eine Million als Krankenpfleger oder Krankenpflegehelfer angestellt. Das sind zwar fast 150.000 mehr Menschen als noch zehn Jahre zuvor, doch die Pfleger arbeiten häufig weniger Stunden. Während die Vollzeitbeschäftigung zwischen 1997 und 2006 zurückgegangen ist, haben Teilzeit und geringfügige Beschäftigung zugenommen.

Sparen, sparen, sparen

Vor allem in der Krankenhauspflege wurde an Personal gespart. Insgesamt wurde dort von 1996 bis 2008 rund 50.000 Vollkraftstellen abgebaut – jede siebte Stelle. Der Anteil der Teilzeitstellen ist in acht Jahren um etwa zehn Prozent gestiegen. Viele Pfleger gehen freiwillig den Schritt in die Stundenreduktion, weil sie sich überfordert fühlen, ausgebrannt, kaputt. Ihre Arbeitsbelastung steigt stetig mit den größer werdenden Patientenzahlen. Im Jahr 1995 wurden rund 15.6 Millionen Menschen in Krankenhäusern behandelt, 2008 waren es bereits 17.5 Millionen. Der Grund: Es gibt immer mehr ältere Menschen. Waren 1997 etwa ein Drittel der Patienten im Krankenhaus 65 Jahre und älter, kletterte der Anteil innerhalb von zehn Jahren auf 43 Prozent. Da sich ältere Menschen schlechter selbst versorgen können und sie mit größerer Wahrscheinlichkeit an mehreren Krankheiten leiden, steigt der Anspruch an das Pflegepersonal dem Bericht zufolge doppelt an. Zudem werden die Patienten heute eher nach Hause geschickt und benötigen während ihres Aufenthalts damit intensivere Pflege.

Auch Pflegeheime spüren die Folgen des Demografischen Wandels. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat laut dem Barmer GEK Pflegereport von 1999 bis 2009 um 16 Prozent zugenommen. Schon um der wachsenden Zahl der Demenzkranken gerecht zu werden, seien Mehrausgaben von rund drei Milliarden Euro erforderlich, sagt Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen.

Verschärfter Fachkräftemangel

Doch schon jetzt fehlen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes rund 39.000 qualifizierte Fachkräfte. Und der Fachkräftemangel könnte sich künftig noch verschärfen. Nach den Berechnungen der Statistiker sollen 2025 mindestens 152.000 Beschäftigte in der Pflege fehlen. Der Nachschub aus der nächsten Generation bleibt jedoch aus. Denn auch wenn die Zahlen leicht erholt haben, sind zehn Prozent der Ausbildungsstellen zwischen 2000 und 2008 weggefallen. Eine neue EU-Richtlinie zur Berufsqualifikation könnte die Lage derweil noch verschärfen: Zurzeit wird darüber diskutiert, die Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung heraufzusetzen. Eine Ausbildung zum Krankenpfleger wäre dann erst nach 12 Schuljahren möglich und nicht wie bislang nach zehn Jahren.

Für viele junge Menschen ist der Pflegeberuf zudem keine reizvolle Aussicht. Denn da Kranke häufig rund um die Uhr betreut werden müssen, wird von Pflegenden eine hohe Flexibilität verlangt. Rund mehr als zwei Drittel von ihnen arbeiten im Schichtdienst. In der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil bei gerade 14 Prozent. Arbeit an Wochenenden und Feiertagen leisten regelmäßig etwa 85 Prozent von ihnen. Mehr als die Hälfte muss auch nachts arbeiten. Regelmäßig schwer heben, tragen, betten – und das auch nachts: Pfleger und Pflegerinnen gaben nach dem Pflegereport mehr als doppelt so häufig an, unter einem ein Gesundheitsproblem zu leiden, als Menschen anderer Wirtschaftszweige. Gelenk-, Knochen- oder Muskelbeschwerden. Vor allem der Rücken scheint die größten Probleme zu machen.

Die Bezahlung der Pflegekräfte variiert je nach Stundenzahl, Ausbildung und Erfahrung. Das Einstiegsgehalt einer Krankenschwester als Vollzeitkraft nach Tarif beginnt etwa bei 2.000 Euro brutto. Hinzu kommen jedoch noch verschiedene Zuschläge etwa für Nachtschichten. Für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung gilt seit August 2010 ein Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde im Westen und 7,50 Euro im Osten.

Chaos im Pflegeheim

Belastung und Personalmangel bekommen auf Dauer auch die Patienten zu spüren. Immer wieder kann man von chaotischen Verhältnisse in Pflegeheimen lesen, von Senioren die mit Medikamenten ruhig gestellt werden, sich wund liegen, weil ihnen keiner hilft, sich zu bewegen. In Krankenhäusern mit einer ausgedünnten Personaldecke zeigen sich vermehrt Probleme in der Patientenversorgung und -sicherheit. In der Notaufnahme müssen Patienten oft stundenlang sitzen bevor sie medizinisch betreut werden. Häufig fehlt die Zeit, etwa Demenzkranken beim Essen zu helfen. Hinzu kommen Krankenhauskeime, die wegen mangelnder Hygiene jedes Jahr viele Leben kosten.

Das hat vor allem zwei Gründe: Die Hygienevorschriften sind zwar klar formuliert, doch längst nicht jedes Krankenhaus oder Pflegeheim hat gut ausgebildete Hygieneärzte, die sich um die Schulung und das Hygienebewusstsein der Angestellten kümmern. Vier von fünf Pflegekräften gaben im Pflegebarometer von 2009 so zu, dass sie Mängel in den letzten sieben Tagen nicht ausschließen können. Müssen sich immer weniger Pflegende um immer Patienten kümmern, fehlt in Notsituationen und bei Unterbesetzung zudem schlichtweg die Zeit, sich die Handflächen, Finger und Nägel ausreichend gründlich zu desinfizieren und das Mittel einwirken zu lassen – wie vom Robert Koch Institut empfohlen.

Dabei ist die Zufriedenheit der Menschen mit dem Gesundheitssystem in den letzten Jahren sogar gestiegen: 2011 machten sich weniger Menschen Sorgen im Krankheitsfall als noch vor drei Jahren.

108 Wertungen (4.39 ø)
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32 Kommentare:

Student der Humanmedizin

Bitte!! Schlecht recherchierter Artikel, der nur verallgemeinert und pauschalisiert. Das Problem wird leider nicht ganzheitlich betrachtet und jeder fühlt sich ungerecht behandelt- an den einzelnen Kommentaren kann man dies nur zu gut erkennen. Wenn ich mich recht erinnere war doch mal eine gemeinsame Interessenvertretung für Plegende und Ärzte vor Jahren im Gespräch, womit auch Tariferhöhungen für beide Berufsgruppen angepasst worden wären. Es sollten sich mal alle an einen Tisch setzen und nicht nur gegeneinander arbeiten. Das System ist das Problem!!! Und sehr geehrte Frau Schlomann- Schmitter, da ich eine Ausbildung zum Gesundheits- und krankenpfleger abgeschlossen habe und nun im Anschluss im ersten klinischen Jahr des Medizinstudiums stecke, kann ich Ihre Aussagen in keinster Weise nach voll ziehen. Die Ausbildung ist nicht zu hoch gestochen, ob Abiturienten oder nicht, alle in meiner Klasse haben gut abgeschlossen und die Leute ohne Abitur, haben ja einfach auch mal 3 Jahre mehr Berufserfahrung als gleichaltrige mit Abitur!!! Die Theorie muss nicht nebenher absolviert werden sondern halt zwischen den praktischen Anteilen, wie in jeder anderen Ausbildung auch. Es ist ein angenehmes Lernen in kleinen Gruppen, mit einem relativ geringen Stoffumfang, der sich fast allen schon im Rahmen des Unterrichts erschließt. Zudem wird ja die Ausbildung auch gut vergütet. Im Studium hab ich weit mehr Pflichtveranstaltungen komme Abends nach Hause und fange dann mit dem Lernen an. Nebenbei jobbe ich noch auf der Intensivstation und belege in der Freizeit Kurse, um mich stets weiterzuentwickeln. Die Stoffmenge die in den 3 Jahren in der Ausbildung bewältigt werden muss, hab ich teilweise in einem Semester. Von in Ruhe studieren, kann hierbei also bei teilweise 60- 70h die Woche nicht die rede sein.

#32 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Nachtrag zur Forderung von Gewerkschaften.
Es gab die Gewerkschaft Pflege, angagierte Pflegekräfte in ganz Deutschland hatten versucht etwas auf die Beine zu stellen, gescheitert an den Mitgliedern = Pflegekräften denen 1% ihres Einkommens zu teuer erschien. Mittlerweile gibt es BIG,Berufe im Gesundheitswesen als Nachfolgeorgamisation, hieran sieht man leider woran wir kranken eine eigenen Interessenvertretung auf die Beine zu stellen.
Und ein Gruß von hier aus an die ehemaligen Basiskämpfer, in einigen Köpfen haben wir etwas verändert!

#31 |
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Bernd Lenigk
Bernd Lenigk

Herr Roy E. Ottens hat nach meiner persönlichen Erfahrung in alen Punkten absolut recht!
Wir brauchen aber keine verdi sondern eine reine Krankenpflegegewerkschaft mit Krankenpflegern/innen an der Spitze.
Die Trägheit hängt sicherlich aber auch mit der allenortens spürbaren Überlastung zusammen (Stichwort Zeitmangel durch Dokumentation). Dazu kommt mangelndes Interesse am eigenen Beruf durch mangelhafte Schul- und Allgemeinbildung.
Der Fachkräftemangel hat daher etwas positives: endlich kann Pflege zeigen, was sie Wert ist und Zugeständnisse aushandeln!
Bernd Lenigk, Krnakenpfleger/Heilpraktiker

P.S.: Wenn die Legende mit den 800 (?) Überstunden tatsächlich stimmen sollte ist das ein Organisationsverschulden. Die PDL ist sicher längst entlassen? Die betreffende Pflegekraft sollte auch durchaus einmal die eigene Arbeitsorganisation überdenken. Viele Überstunden kommen durch Planlosigkeit im Dienst zusammen!

#30 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Den Berufsverbände, Pflegewissenschaftlern, Gewerkschaften ist auch deren eigenes Hemd am nächsten, wirklich einsetzen werden auch die sich nicht wirklich.

Herr Hennig, ich habe dies auch nicht geglaubt, bis ich es schriftlich unter die Nase gehalten bekommen habe :) Die Kollegin arbeitet seit 15 Jahren in einem kleinen Haus und lässt sich jedes Jahr bestätigen, dass ihre Überstunden aus den Vorjahren nicht verfallen. Die Stunden beinhalten Arbeitszeiten und Bereitschaftszeiten.

#29 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Es ist schon erstaunlich, was man alles an Weisheiten und Einschätzungen hier lesen kann. Und es ist immer das gleiche Spiel: ein/e Nicht-Pflegeexperte/in veröffentlicht einen Artikel und stellt damit unter Beweis, dass er/sie keine Kenntnisse von der Gesundheits- und Krankenpflege und deren Arbeitsbedingungen hat. Eigentlich kein Wunder und vermeidbar, wenn ein/e Pflegeexperte/in sich mit einer entsprechenden Veröffentlichung eingebracht hätte. Leider gab es diese/n Experten/in nicht, Fachkräftemangel. Anschließend findet sich eine entsprechende Anzahl von mehr oder weinger sinnvollen Kommentaren, verfasst von Fachleuten, aber auch von einigen Schlauschnackern und Dummzwätzern, die verschiedene Ursachen anführen, warum dieses Elend in der Pflege so vorhanden ist. Und von denen einige froh sind, nicht mehr an der Pflegefront arbeiten zu müssen. Wer die Geschichte der Krankenpflege in Deutschland kennt, entdeckt zu den heutigen Sprüchen und Kommentaren sicherlich viele Parallen zu den vergangenen Zeiten. Wer die Krankenpflegegesetze seit 1965 und auch die nachfolgenden Altenpfelgegesetze kennt, der weiss, dass eine Absenkung der schulischen Zugangsvorasusetzungen zu den Pflegeberufen langfristig nicht zu mehr qualifizierten Pflegefachkräften geführt hat. Ein Arzt (Akademiker) wurde Gesundheitsminister und machte sich an die Pflegereform, danach wird ein Banker (Akademiker, Dipl. Volkswirt) Gesundheitsminister. Warum kein/e Pflegeexperte/in – Fachkräftemangel. Und wieder einmal wollen uns Akademiker einreden, unsere Akademisierung sei überflüssig, wieder einmal sabbeln einige Pflegekräfte diesen nach dem Mund, wieder einmal lassen sich die Pflegenden in Deutschland sagen, was sie zu tun und zu sein haben. Fazit: das größte Problem der Pflegeberufe in Deutschland sind die teilnahmslosen und passiven Pflegenden. Würden sich alle Pflegende in Deutschland auch gewerkschaftlich organisieren – Berufsverbände haben leider ncht die arbeitsrechtlichen Möglichkeiten – würden wir ganz anders dastehen. Andere Berufgsgruppen machen es uns ständig vor (Stichwort: Ärztestreik gerade noch abgewendet). Allerdings hilft es nicht auf diese Leidensgenossen im Gesundheitssystem einzudreschen, nur weil man selbst zu träge ist, es ihnen gleich zu tun und sich zu organiseren. Im Jammertal zu verweilen und Zustände zu beklagen hilft uns nicht. Aktiv werden und die Gestaltung der Bedingungen der Pflege in Deutschland selber in die Hand nehmen, das hilft uns. Und mit Abitur und Studium stehen dann auch die oberstsn Positionen in der Gestaltungswelt offen.

#28 |
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Altenpfleger

@ doccheck.de

… und bitte bitte eine Editierfunktion. Wer präsentiert sich schon gern als “Pisaheld”? ;-)

#27 |
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Altenpfleger

Ich möchte mich an dieser Stelle mal für die interessanten Beiträge bedanken, die meinen persönlichen Eindruck im Wesentlichen bestätigen, wenngleich aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet.

Wie man 800 Überstunden ansammeln kann, Frau Schlomann-Schmitter, überschreitet allerdings meine Vorstellungskraft. In meiner immerhin 13- jährigen Bewrufstätigkeit in der Altenpflege (bin da vergleichsweise spät eingestiegen) ist mir kein derartiger Fall gegegnet. Ein dreistelliges Pluskonto schon, aber 800 ??? !!!

Wie dem auch sei: Ob uns eine künftige Pflegekammer aus der Misere helfen wird, wage sich zu bezweifeln. Wenngleich ich deren Existenz für eine gute Sache halte. Hier halte ich den guten alten Spruch: “Man muss den Stier bei den Hörnern packen” für wegweisend. Will damit sagen: Wir (die Basis / die Ausführenden in der Pflege) müssen ein wachsames Auge darauf halten, dass sich dort, wo wir uns Hilfe erhoffen, nicht wieder ein neuer überflüssiger Wasserkopf entsteht, der uns außer Reglementierungen und Zusatzkosten nichts einbringt. Wie die Geschichte uns lehrt, ist diese mögliche “Gefahr” kein bloßes Hirngespinst. Also Obacht!

Inwieweit uns die Pflegeverbände (bin selbst Mitglied eines solchen) bei der Wahrung unserer Interessen genügend Rückendeckung bieten, lässt sich ebenfalls nicht sicher sagen. Ohne entsprechenden Druck “von unten” wird da weniger passieren als wünschenswert.

Nur eins lässt sich mit Sicherheit sagen: Flächendeckende Organisation nimmt zeitgemäß seinen Anfang im www. Beginnend mit Meinungs- und Erfahrungsaustauscht aller Beteiligten. Es gibt da meiner Meinung nach noch ungenützte Ressourcen.

#26 |
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Michael Gierse
Michael Gierse

Hallo erstmal..

zu diesem Thema wurde ja bereits viel geschrieben. Die Probleme sind nun wirklich “Allen” bekannt. Leider scheint es niemand in verantwortlicher Position zu geben der so viel “?” in der Hose hat um eine wirkliche Reform auf den Weg zu bringen, die würdige Rahmenbedingungen für Pflegekräfte und Pflegebedürftige schafft. Qualität und Sicherheit kostet überall auf der Welt in allen Branchen Geld, das gilt eben auch für die Pflege. Also Ihr Macher im Zentrum der Macht….bewegt Euch bevor Ihr selber auf unsere Hilfe angewiesen seit. Nice Greetings und viel Mut!!!

#25 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Der meiner Meinung nach unterschätzten ambulanten Pflegebereich leidet ganz besonders unter den aktuellen Fachkräftemangel. Pausen werden nicht eingehalten, Verkehrsunfälle nehmen zu etc…die ausgefeilste Planungssoftware hilft nicht weiter…
Ich habe die schleichende Umwandlung meines Berufsstandes seit längerem beobachtet. Die Pflegekraft wird zum Administrator, die Einhaltungspflicht der geltenden Standards und die Jagd nach dem ultimativen Qualitätsbeweis hat jede Freude am Job im Keim erstickt. Als PDL fühle ich mich zum Erfüllungsgehilfen einer inhumanen Pflegeindustrie verkommen, die mich ungefragt zum Handlanger degradiert hat. Wie sehr ich neue Mitarbeiter auf ihr Dasein im Beruf vorbereiten möchte, es gelingt mir nur selten. Und wenn doch, dann nur unzureichend…DAS macht mich irgendwie fertig…

#24 |
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Eberhard Nickel
Eberhard Nickel

Alte – und kranke Menschen haben in unserer gesellschaft keine Lobby! Die verantwortlichen Politiker und Ihre Angehörigen lassen sich auf Privatstationen, die besser personell ausgestattet sind, versorgen. Die sollten mal auf Regelstationen gehen um kontakt mit der Realität zu bekommen. Es werden Milliarden für fremde Länder ausgegeben und die deutsche Gesundheitslandschaft wird immer kränker!

#23 |
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Rainer Beikirch
Rainer Beikirch

Das ist erst die Spitze des Eisberges! Es wird in den nächsten Jahren noch schlimmer werden. Die politisch gewollte
Kapitalisierung des Gesundheitswesens und die teilweise
völlig überflüssige EU-Gesetzgebung werden der Pflege den Rest geben. Ich weiß, wovon ich hier schreibe, da ich fast
40 Jahre in der allg. Pflege gearbeitet habe.

#22 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

Das erste, was ich als studierter Pflegewirt (B.A.) dachte: warum schreibt diesen eher oberflächlichen Artikel eine “Medizinjournalistin” und Biologin und KEINE Pflegewissenschaftlerin / Expertin / Fachperson?! Obwohl: Banker “können” ja jetzt auch Gesundheit…

So lobenswert also der Ansatz des Artikels ist, aber welche Fachexpertise hat Frau Simon bezüglich professionelle Pflege?

Wo bleiben die Berufsverbände, wo die Pflegewissenschaftler, wo die Anerkennung des hohen professionellen Niveaus dieser unseren bedeutsamen Berufsgruppe?
Das fängt beim Artikel an & hört bei DocCheck nicht auf, wo es bis zum heutigen Tage nicht möglich zu sein scheint zu akzeptieren, dass es studierte Pflegemenschen – wie mich – gibt, deren Abschlüsse sich hier nicht “offiziell” in der Adressleiste wiedergeben lassen.
Es gibt mittlerweile mehr als GUKP und Pflegewissenschaftler/-in, und der Dipl.-Pflegewirt wird – wg. Bologna – seit Jahren schon nicht mehr ausgebildet.

Ach so: letztes Jahr war übrigens Jahr der Pflege, ausgerufen von einem liberalen FDP-Arzt(!), welcher mittlerweile Wirtschafts(!)minister ist und von einem Gesundheitsmanager aus dem Bankbereich abgelöst wurde. Noch Fragen?! Wundert sich noch IRGENDjemand?

Der Einzelne stemmt das nicht, und die Berufsverbände… naja… da “reißen” die Gewerkschaften (insbesondere ver.di) schon deutlich mehr…

Ich habe jedenfalls derzeit dem Krankenbett den Rücken gekehrt nach über 15 Gesamtjahren professioneller Pflege (inkl. Hilfs- und Ausbildungstätigkeit)… und bedaure es, weil dieser Beruf so schön sein könnte. Könnte.

So wird er zerstört. Und es tut sich nichts. Nichts!
Wann wacht unsere Gesellschaft nur endlich auf?!

@Kollege Spettmann noch: dazu muss ich verspätet sagen “Hauptsache als erster geschrieben”, denn Ihre mutmaßlich rhetorischen Fragen können nicht wirklich ernst gemeint sein :)
Hierzu schließe ich mich Frau Apothekerin Knobloch und z.B. auch der einen oder dem anderen Ärztin/Arzt an, der sich ähnlich kapuutschuftet (nur immerhin ungleich besser bezahlt als die Pflegenden, welche teilweise auch über einen akademischen Abschluss verfügen, welcher in keinster Weise honoriert wird :)

#21 |
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Angelika Stiegler
Angelika Stiegler

Ich bin sehr froh, dass ich noch rechtzeitig den Ausstieg aus dem Krankenhaus -Leben geschafft habe. Ich arbeitete in einem Kinderkrankenhaus und es war nicht mehr möglich, sich mit den kleinen Patienten liebevoll zu beschäftigen, denn Zeit ist Geld!! Auch mit den Eltern ein vernünftiges Gespräch zu führen bzw. sich den Sorgen derer anzuhören ist (und war) leider nicht mehr möglich!Es braucht niemanden zu wundern,dass die Eltern mit der neuen Situation(Krankenhaus -krankes Kind- überlastetes Personal)überfordert sind und sich dann aggressiv Verhalten!
Hauptsache es wird an allen Ecken und Enden gespart und alles wird ausgelagert, (Wäsche, Essen, Reinigung der Op Bestecke etc.) Aber bald wird ja alles besser, denn es wird ja nur noch Personal mit Abitur eingestellt bzw. ausgebildet! Also alles gut durchgerechnet!

#20 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Wie nicht anders zu erwarten wird alles was mit Pflege zu tun hat in diesem Artikel durcheinandergewürfelt und dann zu einem Einheitsbrei zusammengefaßt. Daß die Bedingungen zum Kotzen sind, steht außer Frage, schuld hat aber leider auch die ” Pflege”. Sie hat es zugelassen daß unfähige berufsfremde Politiker Gesetze vorbereiten die Praxisnähe vergessen lassen. Sie läßt weiterhin zu daß der Bürokratitis Tür und Tor geöffnet werden, denn ein nutzloses Zertifikat an der Eingangstür ist wichtiger geworden als die eigentliche Arbeit, vorausgesetzt wir können ” Pflege” einmal wirklich definieren. Hinzu kommen noch verschiedene Bezahlsysteme, Das SGB V, SGB XI und selbstverständlich neben den Eigenleistungen auch naoch unsere lokalen Sozialhilfeträger. Wenn wir dann dazu übergehen zufriedene Arbeitsbedingungen schaffen zu wollen, benötigen wir Kolleginnen und Kollegen, die wie Lisa Fitz einmal sagte, genügend Eier in der Hose haben, damit der Kassenwillkür, den Politikern und den anderen Dummschwätzern in unserem Beruf ein Riegel vorgeschoben wird. Ich würde meinen Mitarbeitern die täglich großartiges leisten gerne mehr Gehalt bezahlen, das System läßt es aber nicht zu, allein die jährliche Steigerung der Kosten für Energieaufwendungen fressen die sogenannten Vergütungserhöhungen, die im SGB XI eh über das Gesamtvolumen gedeckelt sind. Zudem sollte sich jeder der sich mit diesem Thema beschäftigt darüber im klaren sein, das die Gesamtausgaben der gestzlichen Krankenkasse für die Pflege ” peanuts” sind im Vergleich zu den Verwaltungsausgaben. So, jetzt habe auch ich mich dazu hinreißen lassen kollektiv meinen Frust loszuwerden, Bedanken möchte ich mich aber ausdrücklich noch bei unserem Gesundheitsminister Herrn Bahr, seinem Vorgänger Dr. Rössler die im Jahr der Pflege ( reform) 2011 es geschickt vermieden haben etwas für sinnvolles für die Pflege zu tun.

#19 |
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Edeltraud Scharinger
Edeltraud Scharinger

Drei Aspekte:
1. in Österreich in die Pflege einzusteigen ist nur regional, wo noch in eine gute Versorgungslage eingestiegen werden kann, ratsam. In den Ballungszentren herrschen z. Teil mindestens genauso Verschärfungen unter dem Diktat der Ökonomie und der gleichzeitig auftretenden Veränderung der zu Betreuenden . Also d.h. es muß eine Insider-Insider-view vorhanden sein, damit eine Stelle rekrutiert werden kann, an der Frau oder Mann es aushält in der Pflege längerfristig seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zudem kommt dazu, dass Erfahrungen aus der Praxis über Pflegepersonal aus dem Osten berichten, die der deutschen Sprache und der Schrift nicht immer im genügenden Ausmaß um den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, mächtig sind. Dies verschärft die Situation für deutschsprechendes Personal und AZUBIS die sich in Wort und Schrift gut verständigen können, weil diese sehr frühzeitig ein Mehr an Verantwortlichkeit sublim übertragen bekommen, die dieser aus anderen Gründen nicht gerecht werden können. In Wien sagt man, dass man damit mehr als mit einem Fuß im “Häfn” (Gefängnis) steht.
2. Die Pflegewissenschaft bemüht sich zunehmend, die Bedingungen von Krankheit und Gebrechlichkeit von Betroffenen in unterschiedlichen Settings über saubere qualitative und quantitative Forschung aufzuzeigen, mit der Erwartung,dass über diese Schiene valide Daten zur Verfügung stehen, die den betriebspolitischen Input sichern helfen sollen und sehr wohl der Berufsbasis dienen (siehe Studie von Dr. Simon).
3. Ist der Artikel nicht gendergerecht geschrieben. Noch immer sind ca. 2/3 der Beschäftigten in der Pflege Frauen und der Artikel ist offenbar nur für Männer geschrieben??

#18 |
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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Mundus vult decipi. Das gesamte Gesundheitswesen ist an der Gewinnmaximierung orientiert. Der Patient ist ein Mittel zum Zwecke geworden. Zertifizierungen, DRG´s, Komplexbehandlungen, Nachweise u.v.a.m. sind gewinnmaximierende Massnahmen geworden. Bei dem teuren Personal,das die Pflege durchführen soll, muss gespart werden. Entsprechende Konzepte gibt es. Weniger Ärzte mit mehr Geld,Verantwortung an Pflege, mehr Hilfspersonal in der Pflege = Geld gespart. Facit: Den letzten beißen die Hunde…., das ist der Patient, der dies alles bezahlt.

#17 |
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PDL Antonius Schneider
PDL Antonius Schneider

Ihr Bericht und die der KollegenInnen treffen den Nagel auf den Kopf!
Desweiteren tuen wir alles durch QM und Zertifizierungen um unser aller Leitbild: Der Patient steht im Mittelpunkt, nicht mehr gerecht zu werden. Hoch lebe die Bürokratie, die immer weniger zielorientiert unsere Arbeit am Patienten tuen lässt! Die Patientenversorgung ist letztlich zweitrangig, solange alle bürokratischen Auflagen erfüllt und per Nachweise dokumentiert werden – jährliche Belehrungen, x ungezählte Nachweisformulare mit ständig wachsender Tendenz, etc. – . Verwalten statt versorgen ist das Politische-Leitbild unserer Politiker, die keine Ahnung von unserer Arbeit an der Basis haben. Treu dem Motto: Der Satte kann den Hungernden nicht verstehen!
Machen wir weiter treu dem EU Vorschlag: Die Abiturienten werden es schon richten!!

#16 |
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Ergotherapeut

Und wieder treffen wir uns zum gemeinsamen “Frusten”.Herr/Frau Lubin Frau Oetken bringen es auf den Punkt wie ich es selbst erlebe. Trotz vieler Ansätze dass Unternehmensleitungen wieder einmal das Personal als wertvolles “Kapital” schätzen lernen sollten, gibt es Schokoriegel. Und jeh größer das Unternehmen, sie verstehen das ich meiniges nicht nennen kann, jeh mehr wird gefeilcht und der Personalschlüssel nach Computerberechnung geführt. Das aber der Personalschlüssel nach oben offen ist, erwähnt leider die Berechnung nicht und so wird die irgend wie immer “übersehen” (Sarkasmus darf auch sein)

#15 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Es ist das reine Chaos, was momentan vorherrscht. Pflegekräften wird einfach zuviel abverlangt, ich kenne KollegInnen die mehr als 800 Überstunden angesammelt haben. Ausbezahlt werden sie nicht, Frei gibt es nicht wegen akuter Personalnot. Können sie nicht mehr und bitten um Frei, werden sie kurzerhand dienstverpflichtet. Kein Wunder, dass sich der Nachwuchs schwer tut, diese Ausbildung zu absolvieren.

Kaum jemand ist in diesem Beruf älter als 50 Jahre, denn jenseits dieses Alters sind die KollegInnen dauerhaft krank: körperlich “abgewrackt” psychisch fertig, in Frührente, schwerst krank oder tot.

Wenn man dann die Gehälter sieht, die bezahlt werden können(nicht jeder ambulante Pflegedienst kann von 8,00 ¿ Behandlungspflegevergütung ein Traumgehalt zahlen), wird einem ganz anders. Welcher Abiturient hat schon Lust, sich einen solchen Beruf anzutun, wenn er in der freien Wirtschaft als BWLer, Ingenieur oder kaufmännisch ungleich mehr verdienen könnte.

Die Ausbildung selbst ist heutzutage derartig hochgestochen, dass es in der Tat einem Hauptschulabgänger sicher schwer fällt, dem zu folgen, vor allem, wenn diese Azubis in den Krankenhäusern und Altenheimen von Beginn an “verschlissen” werden, denn diese Azubis haben auch schon Überstunden satt und lang. Diese Azubis müssen den theoretischen Teil der Ausbildung nebenher machen, denn sie werden bis zu 40 Stunden pro Woche arbeitsmässig voll eingesetzt, dürfen eine Woche im Monat in die Krankenpflegeschule gehen und können nicht in Ruhe – wie die Ärzte – studieren.

Mir ist nach wie vor unverständlich, warum man die Ausbildung nicht in Grundausbildung und Fachausbildung splittet.

#14 |
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Anuschka Dolezalek-Frese
Anuschka Dolezalek-Frese

Die Fakten sind erschreckend und nicht neu! Und trotzdem wird immer wieder gejammert anstatt gehandelt. Von den im Jahr 2007 (zugegeben etwas veraltet) 490.000 Beschäftigten in der Krankenhauspflege haben sich in diesem Jahr nicht einmal 11 KollegInnen für die BAG Krankenhauspflege des DBfK aufstellen lassen, um auf berufspolitischer Ebene FÜR die Pflege tätig zu werden!
(zum Vergleich: in der ambulanten Pflege waren es 2007 98.000 Beschäftigte, von denen sich immerhin 13 Kandidaten haben aufstellen lassen!
Ich stimme zu, dass die Pflege hoffnungslos unterbezahlt ist! Ich stimme nicht zu, dass es keine Arbeits- und Erfolgsqualität in der Arbeit mehr gibt. Nach 11 Jahren ambulanter Pflege arbeite ich seit 09/2010 wieder im Krankenhaus und schätze beide Arbeitsformen und bin immer noch von meinem Beruf überzeugt! Aber wir müssen selbst aktiv werden. Weder unsere Pflegewissenschaftler arbeiten für die Basis, noch kann Verd.i sich für alle unsere Anliegen einsetzen!
Leute – wir haben sicher keine große Lobby, aber wir nutzen unser Potential immer noch viel zu wenig!

#13 |
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Michael Albert
Michael Albert

Sehr geehrte Damen und Herren,

der “demografische Wandel” fand in der Vergangenheit schon häufiger statt und wurde jedesmal bewältigt. Ich will damit das auf uns zukommende Problem nicht kleinreden, möchte jedoch sagen, dass es keine unüberwindbare Hürde geben wird. Ich vertraue hier auf das Phänomen des “schwarzen Schwans”, keiner glaubte, dass es ihn gibt, bis er dann doch da war.
Bezüglich der schlechten Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte ist zu sagen, dass in diesem Sektor auch gerne “gejammert” wird. Wenn man dann in die Runde fragt wer denn etwas gegen die schlechten Bedingungen unternimmt, herrscht großes Schweigen. Das Aufbegehren der Pflege lässt zu Wünschen übrig. Hier ist stärkere Lobbyarbeit nötig, damit der Pflegeberuf den Stellenwert erhält, den er verdient.
Oftmals soll man ebenmal einspringen wenn Not am Mann ist, obwohl man schon einen Schichtmarathon hinter sich hat. Hier sollte der Führungsebene klares Organisationsversagen vorgeworfen werden. Es gehört nur eben ein bisschen Mut dazu. Nur wenn es viele tun, bewegt sich etwas.

#12 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich frage mich, was tun eigentlich unsere Berufsverbände–man hört wenig und sieht Taten noch weniger zu diesen Fakten von ihnen. Stattdessen wollen sie eine Zwangsregistrierung einführen. Auch das Pflegekräfte in Zukunft mindestens Abitur haben soll–völliger Unsinn bei dem Personalmangel und ein Abitur sagt nichts darüber aus ob jemand mit Menschen umgehen kann. Dabei geht es doch auch anders, siehe Holland, Skandinavischen Länder.Pflegekräfte müssen adäquat bezahlt werden, ihr Status muß mehr Anerkennung bekommen. Das Problem muß an der Basis bekämpft werden.

#11 |
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Angelika Oetken
Angelika Oetken

Wer wissen will, wo das Geld steckt, was woanders dringend benötigt wird – http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48585

Von vier Euro, die die gesetzlichen Krankenkassen einnehmen, geben sie einen wieder für Verwaltung aus.

“Für-sich-sorgen” im negativsten Sinne. Und das gleiche Spiel bei den Pharmadealern und den Geräteverkloppern. Die liefern den Unternehmensberater gleich mit. Die Sachen sollen sich ja schließlich amortisieren.

Für Karrieristen im Gesundheitssektor gibt es drei Stationen zu absolvieren: Vorstand Sozialversicherung, Medizinkonzern, Politik. Reihenfolge nach Geschmack und Bedarf.

Drei Prinzipien gelten:

“MKS” Man kennt sich
“BAT” Bar auf Tatze
“OBUN” Oben buckeln, unten nachtreten

Deren größte Angst übrigens: dass all die anderen Dienstleister im Gesundheitswesen solidarisch handeln, anstatt weiter aufeinander rumzuhacken.

Angelika Oetken,Berlin-Köpenick, Ergotherapeutin, Praxisinhaberin, Selbstausbeuterin

#10 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Hallo
Ich bin Intensiv und Anaesthesiepfleger und finde die ganze Diskussion zum Kotzen.Es wurden 50000 Stellen in den KH abgebaut und dafür 20000 Mediziner eingestellt.Die nächste Gehaltsrunde der Ärzte ist eingeleitet und es werden widermal Pflegekräfte abgebaut.Das geht so lang,bis diese Mediziner auch die Plegerischen Aufgaben übernehmen müssen.Es sind ja nicht nur die pflegerischen Aufgaben die wir haben,nein der Aufwand der Administration bläht sich immer mehr auf und welcher Patient will immer nur Polnisch,Rumänisch oder Russisch hören.Nach meiner Krankenhausarbeit habe ich mich aufs Private Pflegen zurück gezogen und bin sehr gut damit gefahren.Keinen Stress mehr mit stundenlangen OPs oder dauernten Reanimationen auf Intensiv.So lässt s sich Leben.
Gruß
Heiner Vogel

#9 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Es ist doch schon seit meheren Jahren bekannt, dass der Pflegenotstanf kommt bzw. schon längst da ist. Der obige Artikel ist nur einer von vielen in einer langen Reihe.
Das Pflegepersonal, besonders spezialisiertere, wird schon via Headhunter gesucht. Vielleicht sollten die Einrichtungen lieber mal zusehen, dass sich die Arbeitsbedingungen zum positiveren ändern, denn mittlerweile muss ich, wenn ich ehemalige Arbeitskollegen sehen will, nach DK,S,N,CH und A fahren.

Ändern wird sich erst was, wenn die Entscheidungsträger selbst nicht mehr adäquat versorgt werden können, aber das wird erst der Fall werden, wenn wirklich niemand mehr in der Pflege da ist. Bis dahin wird der Controler vom Controler vom Controler kontrolliert und die Verwaltungschefs für Patienten- und Personalunwürdige Einsparungen mit Extraboni belohnt.
Und das Personal bekommt wohlwollend für ihre Arbeit einen Adventskalender mit billiger Schoki und Firmenlogo zum Einkaufspreis von ca. 0,50 ¿ und soll sich darüber freuen und Dankbarkeit zeigen :-(

#8 |
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Ich bin Arzt udn ich liebe meinen Beruf auch. Aber auch ich sehe einfach nicht länger ein, mich ausbeuten zu lassen. Die Verantwortung und die seelische BElastung ist enorm, wenn man täglich auf Neue merkt, dass es überall nur Mangel zu verwalten gibt und man nicht mal im Ansatz so arbeiten kann, wie man sich das mal vorgestellt hat. Helfen ist eine schöne Sache. Aber nicht unter diesem Druck und diesen Bedingungen. Im altenheim gibt es wirklich oft katastrophale Bedingungen. Nur Teilzeitkräfte, keiner ist gut informiert, überall Chaos. Und der Hausarzt soll dann nach dubiosen Information in diesem Durcheinander stets die VErantwortung übernehmen, wenn man sich “nur mal wieder absichern” will. Alle Pflegenden im Heim haben meinen vollen Respekt und tun was sie können. Das Chaos liegt darin, dass die Mittel nicht mehr reichen und eine “billige” 400 Euro Kraft 20% ihrer Zeit mit Übergaben verbringen müsste, um informiert zu sein. Es gint zu wenig Personal. Wenn unsere Gesellschaft nicht bald merkt, dass wir durch den Aufbau der Alterspyramide auf eine Katastrophe zusteuern und dieses Problem (juristisch, Medizinisch, Patientenansprüche, Patientenrechte …) nur auf dem Rücken der in der Medizin tätigen ausgetragen wird, steuern wir auf eine Katastrophe zu. Wann wird endlich anerkannt, dass wir alle tun, was wir können und es immer weniger von uns gibt, da wir uns nicht an der Nase herumführen lassen. Wann wird anerkannt, dass mehr Mittel ins System fließen müssen udn gleichzeitig (auch juristische) Ansprüche zurückgefahren werden müssen. Es geht darum, dass System aufrechtzuhalten. Es steht vor dem Zusammenbruch !! Es geht nicht darum irgendwas zu “verbessern” Wir müssen das ehrlich zugeben ! Wir brauchen kein neues Patientenrecht, was uns alle noch mehr unter Druck setzt. Der letzte wird bald das Licht ausmachen !

#7 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Auch wenn meine jetztige Arbeit mit chronischen Patienten in der Dialyse oft belastend ist, werde ich nicht mehr ins KH zurückkehren.
Mich ärgert allerdings, dass über bestehenden und zukünftigen Mangel der Pflege- KRÄFTE zwar diskutiert wird, defacto aber in der Gesellschaft der Pflegeberuf wenig geachtet und gewürdigt wird,damit meine ich zuerst den knappen Lohn, und dann als aktuelles Beispiel -banale Sache, das ich für Physiotherapie VO wg. Rückenschmerzen mit dem Orthopäden diskutieren muß.

#6 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Für mich wäre es eine Katastrophe wieder in der Pflege arbeiten zu müssen. Nach 30 Jahren bin ich ausgestiegen. Ich bin nicht mehr bereit zu tolerieren, dass der “Wasserkopf” im Management der Krankenhäuser immer größer und umfangreicher wird und die Basis, also der Anteil Pflegepersonal immer kleiner. NICHT mit mir! Ich liebe meinen Beruf, lasse mich aber nicht ausbeuten! Schade, dass Krankenhaus offenbar nur noch Business ist……

#5 |
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Apothekerin

@ Nr 1
sehr geehrte Herr Spettmann
Im Gesundheitswesen beschäftigt sind nicht nur Pflegekräfte sondern auch Ärzte, Apotheker, Fach-Assistenten ( CTA, PTA, Röntgen- Assistenten, …) Podologen, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten u.v.andere mehr, die ebenfalls Arbeit ” am Patienten” leisten oder deren Arbeit hinter den Kulissen stattfindet und keineswegs nur administrieren u. kontrollieren; darüber mal nachgedacht?

#4 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wenn ich diesen Bericht lese, bin ich froh , nicht mehr im Krankenhaus tätig zu sein !

#3 |
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Altenpfleger

@ Nr. 1

Siehe: Obenstehnder Link “Berechnungendes Statistischen Bundesamts” (rote Schrift anklicken)

Dann: “Tabelle vollständig anzeigen”

#2 |
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Josef M. Spettmann
Josef M. Spettmann

Wenn 4,8 Millionen im Gesundheitswesen beschäftigt sind davon 1,5 Millionen Pflegekräfte sind, dann sind
3,3 Millionen (mehr als das Doppelte)nicht mit der Pflege beschäftigt. Was machen die dann? administrieren, kontrollieren. Würde mich hier einmal interessieren, wieviele kontrollieren oder sind mit nicht pflegerischen Tätigkeiten im teuren Gesundheitswesen beschäftigt.

#1 |
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