Ohrloch-Stechen in der Apotheke: Ja oder nein?

17. März 2015
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Das Anbieten von apothekenunüblichen Waren und Dienstleistungen hat in letzter Zeit Bewegung in den Markt gebracht. Ob hierzu auch das Stechen von Ohrlöchern gehört, hatte jüngst das Landgericht Wuppertal zu entscheiden.

Ein Wettbewerbsverband hatte eine Apotheke abgemahnt, da diese das Piercen von Ohren in ihrer Apotheke beworben hatte. Der Wettbewerbsverband hielt dies für wettbewerbswidrig. Laut der Apothekenbetriebsordnung dürfen nur apothekenübliche Waren und Dienstleistungen angeboten werden, wozu das Stechen von Ohrlöchern aber nicht gehöre.

Apothekenübliche Waren und Dienstleistungen genauer definiert

Das Landgericht Wuppertal hat sich dieser Sichtweise angeschlossen und dabei den Begriff der apothekenüblichen Waren und Dienstleistungen genauer definiert. Solche lägen dann vor, wenn sie „der Gesundheit oder Tieren unmittelbar dienen oder diese fördern.“ Gesundheitsdienlich oder – förderlich sei das Stechen von Ohrlöchern aber nicht.

Das Gericht hat dabei klargestellt, dass es nicht darum gehe, die Entscheidung einer Person zu bewerten, ob sie sich ein Ohrloch stechen lassen möchte, sondern (bloß) um die Frage, ob Solches in der Apotheke durchgeführt werden dürfe. Auch werde das Ohrloch-Stechen nicht von dem Auftrag von Apotheken zur „Beratung in Gesundheits- und Ernährungsfragen, im Bereich Gesundheitserziehung und -aufklärung, zu Vorsorgemaßnahmen und über Medizinprodukte, die Durchführung von einfachen Gesundheitstests, das patientenindividuelle Anpassen von Medizinprodukten sowie die Vermittlung von gesundheitsbezogenen Informationen“ umfasst.

Ohrloch-Stechen in einer Apotheke als wettbewerbswidrig eingestuft

Letztlich wäre nicht ersichtlich, dass die Mitarbeiter in der Apotheke die konkrete Leistung besser erbringen könnten als andere Dienstleister, etwa in einem Juweliergeschäft. Demnach hat das Landgericht Wuppertal das Angebot des Ohrloch-Stechens in einer Apotheke als wettbewerbswidrig angesehen.

12 Wertungen (4.25 ø)

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3 Kommentare:

Selbstst. Apothekerin

Die Apotheke als Piercingstudio , warum nicht?!

#3 |
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Arzt
Arzt

Na ja, was ein Juwelier kann, müsste ein Apotheker besser können (Hügejene).
Ich hab bei meinen eigenen Kindern immer über den Unsinn geschimpft,
ja ich bin ein gemeiner Vater (Chirurg).
Und siehe da, eine bekam mehrfache Infektionen,
wahrscheinlich auch Nickelallergie bis sie es endlich aufgegeben hat.

#2 |
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Apotheker

Damit kann ich leben.

#1 |
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