RASopathien: Krebsrisiko bei Kindern quantifiziert

11. März 2015
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Kinder mit RASopathien haben ein etwa zehnfach erhöhtes Krebsrisiko. Von den 735 untersuchten Kindern erkrankten 12 an Krebs. Die Ergebnisse der Studie könnten helfen, die Entstehung von Krebs bei Kindern besser zu verstehen.

Obwohl in der Behandlung von Kindern mit Krebserkrankungen große Fortschritte gemacht wurden, ist erst wenig über die Ursachen von Krebs im Kindesalter bekannt. Eine Ausnahme sind einige Erberkrankungen, die das Krebsrisiko bereits bei Kindern erhöhen. Nun haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bewiesen, dass Kinder mit sogenannten RASopathien, einer Gruppe von erblichen Erkrankungen, ein zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben. Das renommierte British Journal of Cancer veröffentlichte die Ergebnisse der Forschergruppe um Prof. Dr. Christian Kratz, Leiter der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

RASopathien mit Krebs-Tendenz

Die Wissenschaftler haben erstmals das mit RASopathien verbundene Krebsrisiko im Kindesalter quantitativ nachweisen können: Sie haben festgestellt, dass von insgesamt 735 Kindern und Jugendlichen mit RASopathien zwölf an Krebs erkrankten. Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung tritt in einer Gruppe einer solchen Größe im Schnitt nur eine Krebserkrankung auf. Die Daten stammen aus den 25 Laboren, in denen in Deutschland die Erkrankung diagnostiziert werden kann.

Zu den untersuchten Erkrankungen gehört das „Noonan-Syndrom“. Einer von 3.000 Menschen wird damit geboren. Es umfasst Entwicklungsstörungen, aus denen auch Fehlbildungen wie Kleinwuchs und angeborene Herzfehler hervorgehen können. „Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Entwicklung von Krebserkrankungen besser zu verstehen – eine Grundvoraussetzung für eine bessere Therapie“, sagt Kratz.

Originalpublikation:

Cancer spectrum and frequency among children with Noonan, Costello, and cardio-facio-cutaneous syndromes
Christian Kratz et al.; British Journal of Cancer, doi: 10.1038/bjc.2015.75; 2015

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