Krebs: Die 8 Todeszeichen

1. Mai 2015
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Den genauen Todeszeitpunkt von terminal erkrankten Menschen vorhersagen, das kann bisher niemand. Doch eine aktuelle Studie hat nun für Krebspatienten acht neue Merkmale ermittelt, die auf einen baldigen Tod innerhalb der nächsten drei Tage hinweisen.

Die Studie wurde an zwei medizinischen Zentren durchgeführt: Der universitären Krebsklinik in Houston, Texas und der Krebsklinik in Barretos, Brasilien. Ziel war es festzustellen, welche klinischen Signale gut zur Vorhersage des nahen Todes geeignet sind. An der Studie nahmen 357 konsekutiv eingelieferte erwachsene Patienten mit Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium teil. Speziell geschulte Krankenschwestern protokollierten systematisch von der Einlieferung in eine Palliativstation bis zur Entlassung oder bis zum Tod alle 12 Stunden 52 klinische Merkmale. Die Patienten waren im Durchschnitt 58 Jahre alt. 57 % der Studienteilnehmer verstarben nach der Einlieferung.

Von den 52 untersuchten Merkmalen zeigten 8 eine hohe Spezifität von über 95 % und einen positiven Likelihood-Quotienten (positive likelihood ratio, LR+) über 5 für einen Tod innerhalb von drei Tagen. Dies bedeutet, dass bei Patienten mit dem Merkmal die Drei-Tages-Sterberate fünfmal höher ist als bei Patienten ohne das Merkmal. Bei den identifizierten Merkmalen handelt es sich überwiegend um neurokognitive oder neuromuskuläre Verschlechterungen:

MerkmalLR+95 % Konfidenzintervall
Nichtreaktive Pupillen16,714,9-18,6
Unvermögen die Augen zu schließen13,611,7-15,5
Grunzende Laute durch Stimmbandvibrationen11,810,3-13,4
Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt10,39,5-11,1
Vermindertes Ansprechen auf verbale Stimulation8,37,7-9,0
Erschlaffung der Nasolabialfalte8,37,7-8,9
Halsüberstreckung7,36,7-8,0
Vermindertes Ansprechen auf visuelle Stimulation6,76,3-7,1

Entscheidungshilfe für Ärzte und Angehörige

Die Ergebnisse der Studie sind gleich in mehrfacher Hinsicht hilfreich: Einerseits für Ärzte, die aufgrund der Merkmale besser einschätzen können, ab wann auf unnötige Blutabnahmen, Untersuchungen und Behandlungen verzichtet werden kann und der Fokus auf der Linderung des Leids und der Maximierung der Lebens- bzw. Sterbequalität liegen sollte. Zudem können die Studienergebnisse dabei helfen zu entscheiden, welche Patienten unmittelbar vom Tod bedroht sind und im Krankenhaus bleiben müssen, anstatt entlassen zu werden.

Auch Angehörige und Betroffene profitieren von der Vorhersage, da sie ihnen ein Gefühl von Sicherheit in dieser unsicheren Zeit geben kann. Sie können sich auf den unmittelbar bevorstehenden Tod vorbereiten und Abschied nehmen. Wichtige Entscheidungen und Vorbereitungen können informierter getroffen werden, beispielsweise bezüglich letzter Besuche durch Familienmitglieder, Übernachtungen im Krankenhaus und der Beantragung von Urlaub.

Keine Garantie für Tod oder Leben

„Das Vorhandensein eines dieser Merkmale deutet stark darauf hin, dass der Tod in den nächsten drei Tagen eintreten wird“, erklärt Dr. David Hui, Leiter der Studie und Palliativmediziner an der universitären AD Anderson Krebsklinik in Houston. „Die Abwesenheit dieser Merkmale bedeutet jedoch nicht, dass der Tod nicht bald eintritt. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der Patienten jedes dieser Merkmale zu einem beliebigen Zeitpunkt vor dem Tod aufweist. Allerdings wurde bei einer Mehrheit der Patienten mindestens eines dieser Merkmale während der letzten drei Lebenstage beobachtet.“

Da diese Merkmale spezifisch für Krebspatienten sein könnten, wollen Dr. Hui und seine Kollegen die Studie an anderen Patientengruppen und in anderen Umgebungen, beispielsweise Hospizen, wiederholen. Die Ergebnisse der nun veröffentlichten Studie ergänzen die Daten, die das Team bereits 2014 veröffentlicht hatte. Damals war das Team bereits fünf anderen Merkmalen auf die Spur gekommen, die sich ebenfalls durch hohe Spezifität und einen positiven LR auszeichneten:

MerkmalLR+95 % Konfidenzintervall
Pulslosigkeit der Radialarterie15,613,7-17,4
Verminderte Urin-Ausscheidung15,213,4-17,1
Cheyne-Stokes-Atmung12,410,8-13,9
Atmung mit Mandibularbewegung10,09,1-10,9
Rasselatmung9,08,1-9,8

Deutschland: Nachsitzen

Während die Ergebnisse der amerikanisch-brasilianischen Studie zur Entwicklung eines klinischen Scores führen könnten, der Ärzte bei der Entscheidungsfindung unterstützen kann, bleibt die Lage der Palliativmedizin in Deutschland insgesamt weiter unerfreulich. In einer gemeinsamen Stellungnahme bemängelten die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften jüngst, dass Deutschland auf dem Gebiet der Palliativversorgung im internationalen Vergleich nur auf Platz acht liegt – hinter Ländern wie Großbritannien, Australien, Irland, Belgien, Österreich und den Niederlanden.

„Derzeit bestehen Unsicherheiten bezüglich der Effizienz der Palliativversorgung, da die Versorgungsforschung im Aufbau ist und in der Palliativmedizin erheblicher Forschungsbedarf besteht. Zudem gibt es innerhalb von Deutschland Unterschiede beim Zugang zur Palliativversorgung“, meint Professor Hans-Peter Zenner, Direktor der HNO-Klinik der Universität Tübingen. Während mancherorts ausreichend Angebote vorhanden seien, gäbe es andernorts überhaupt keine spezialisierten Teams oder Zentren. Schätzungsweise mehr als 50 % der etwa 80.000 betroffenen Patienten erhielten keine adäquate palliative Betreuung.

Einheitliche Standards und mehr Forschung

Auf dem Weg zu einer qualitativ hochwertigen, flächendeckenden und evidenzbasierten Palliativversorgung seien daher einheitliche Regelungen zur Finanzierung und eine bundesweit einheitliche Qualitätssicherung notwendig. Außerdem fordern die Akademien eine Förderung der interdisziplinären Palliativversorgungsforschung, die neben medizinischen und pflegewissenschaftlichen Fragen auch Ergebnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften berücksichtigt. Weiterhin seien Interventionsstudien in der Palliativmedizin nötig, um für alle Patientengruppen Leitlinien zur Palliativversorgung weiterzuentwickeln. Ebenso drängen die Akademien auf mehr Studien zum Einsatz von Medizintechnik, die die Selbstständigkeit von Patienten fördern kann.

Eine weitere Empfehlung der Akademien betrifft die Einbindung von Betroffenen sowie deren Angehörigen in die Entscheidungsfindung zur Gestaltung einer Forschungsagenda: Die Akademien sind der Meinung, dass es dringend notwendig ist, diese Personen einzubeziehen – nur so könne sichergestellt werden, dass die Versorgung auch an den Bedürfnissen der Empfänger ausgerichtet ist.

283 Wertungen (3.93 ø)

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49 Kommentare:

Gast
Gast

@Gast1 “Ganz schön überheblich”, hast wahrscheinlich Statisiken gemacht

#49 |
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Gast1
Gast1

Hier tun ziemlich viele so, als wären sie allwissend. Ganz schön überheblich so mancher Kommentar.
Dafür, dass angeblich jeder Mediziner und auch schon jede Auszubildende sowieso solche Zeichen erkennt habe ich schon ganz schön viele Ärzte erlebt die solche Zeichen eben doch übersehen. In der Theorie mögen sie die Zeichen wohl alle kennen, stehen dann aber viele Ärzte im Patientenzimmer, dann werden oft elementare Zeichen übersehen solange die üblichen “Parameter” alle im Normbereich sind.
Ein nicht gerade geringer Teil der Ärzte schaut sich die Patienten, abgesehen von der Aufnahmeuntersuchung, im Verlauf doch überhaupt nicht richtig an.
In der Theorie sind alle fit in der Krankenbeobachtung…in der tatsächlichen Beobachtung verlassen sich leider zu viele einfach nur auf die reinen Zahlenwerte/Parameter.

Aber hey….das sind wie immer nur die Anderen, man selbst macht immer alles richtig und erkennt sofort alles.

#48 |
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Dr. h.c. Ingo Richter
Dr. h.c. Ingo Richter

Die Studie ist vollkommen sinnlos, denn wenn Mediziner Krankenbeobachtung beherrschen verstehen diese das Stadium des sterbenden Patienten.

Ich halte es für absolut unmenschlich Sterbeprognosen abzugeben und damit quasi eine Nichttherapie der sterbenden Patienten zu veranlassen.

Wir sollten alle daran denken: WIR sind NICHT Gott!

Solche das Ende und die Würde verachtende Studien kann man wirklich nir aus Amerika erwarten.

#47 |
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I. Peikert
I. Peikert

Jedem Arzt müsste man ein ” Armutszeugnis ” ausstellen der die Zeichen eines Sterbenden nicht erkennt . Habe mich mit den Phasen eines Sterbenden befasst . Es ist nicht schwer diese auch als Laie zu erkennen . Diese sog. Studie sollte auf diesem Portal eigentlich keinen Platz finden .

#46 |
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Wer hätte das gedacht?
Und was soll das Ganze?

#45 |
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Gast
Gast

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#44 |
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Arzt
Arzt

Ein “Entscheidungskriterium” für Ärzte ist diese obskure Liste ganz sicher NICHT.
Entscheidung wofür bitte?
Ein Entscheidungskriterium ist vielmehr die Grunderkrankung und die sichere Inkurabilität.
Eine “Blutung” z.B. ist in der Regel KEIN Todeszeichen, sondern eher eine Todesursache (kleiner aber feiner Unterschied), die ein Arzt zu behandeln hat, wenn es sein Patient ist und er nicht vor den Kadi kommen will. Es gibt da ganz merkwürdige Urteile gegen Ärzte auch bei infauster Prognose.
Für mich ist also ein solches “Forschungsobjekt” ohne jede therapeutische Relevanz eher ein Ignorieren menschlicher Würde, auf die er auch im Sterben ein Recht hat.

#43 |
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Danke für die Info. Sehr hilfreich. Danke

#42 |
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Student der Humanmedizin

Kommentar #17 hat einen wichtigen Punkt angesprochen.

Die Facies hippocratica und andere inspektorische Zeichen sind seit Jahrhunderten bekannt. Sie sind jedoch in Lehrbüchern der heutigen Zeit nur noch selten zu finden, da sie nicht evidenzbasiert sind.

Jedoch hat eine solche Evidenz für den Patienten keine therapeutischen Konsequenzen.
Palliativmedizin ist der Natur der Sache nach nicht auf Prognosen angewiesen, da diese ja bereits feststeht.

Daher ist sicherlich fraglich, welchem Zweck diese Untersuchung dienen soll.

Im Zweifelsfalle reicht ein Blick in ein Untersuchungsbuch etwa von vor den 1980er Jahren, dort finden sich zur Thematik ausreichend Informationen die auf Beobachtungen von Ärzten basieren, die noch deutlich mehr Zeit für die Patienten hatten.

#41 |
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Heilpraktikerin

Ich arbeite seit 30 Jahren als mit sterbenden Menschen, sowohl in der Akutmedizin (Anästhesiologie) als auch ehrenamtlich in der Palliativpflege. Am Anfang habe ich mich genau wie viele andere über diesen Artikel aufgeregt. Da auch für mich die Erkenntnisse kein Neuland sind. Vor 30 Jahren hatten wir die Zeit uns um die Patienten zu kümmern, wurden aber wenig unterstützt. Ein wenig Theorie in der Schule, in der Praxis wurde das Thema Tod totgeschwiegen. Ich erinnere mich an das Buch von Frau Kübler-Ross, die auch “Studien” an und mit Sterbenden durchgeführt hatte. Dieses Buch war für mich damals eine große Hilfe. Heute erlebe ich immer häufiger (auch auf nicht Palliativstationen), dass Ärzte und Pflegekräfte sich sehr stark in dieser Thematik weiterbilden und auch Auszubildende sehr gut vorbereitet werden. Leider ist im Alltag Krankenhaus fast keine Zeit mehr dieses Wisssen anzuwenden. Ich sehe an den Kommentaren, dass der Tod doch die Emotionen hochschlagen lässt. Ein Zeichen, dass wir das Sterben doch noch nicht als gegeben sehen? Wie oft stand ich auf der Intensivstation am Bett und trug alle Stunde zig Werte ein, musste jede Kleinigkeit dokumentieren, obwohl ich mich lieber um den Patienten gekümmert hätte. Sterbende werden isoliert, damit die Angehörigen in Ruhe Abschied nehmen können oder gibt es da doch noch Berührungsänste. Wer regt sich auf, dass Prosekturen immer noch im letzten Winkel der Keller sind, dass Tote aus dem Hinterausgang “fast ungesehen” vom Bestatter abgeholt werden? Wennwir alle so moralisch sind, wie würden wir reagieren, wenn ein Sarg zur Vordertür im Krankenhaus hinausgetragen würde? Was ist ünwürdig?

#40 |
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Monika Przybylski
Monika Przybylski

Wie wäre es mal mit “Likes” für Kommentare? Das wäre eine Möglichkeit nicht zu wiederholen zu müssen wenn die Meinungen übereinstimmen.
Ansonsten… es gibt noch viele Stufen vor dieser Studie. Leider beschäftigt sich damit kaum jemand.
“Hopp oder dopp” gibt es nicht wirklich.
Liebe Grüße

#39 |
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Leider ist die Darstellung einseitig und die prognostische Aussage der klinischen Zeichen wird nur dargestellt, wenn sie vorhanden sind. Der Fehler, der gemacht wird, wenn sie fehlen, wird nicht beziffert. Methodisch kann der Stellenwert der Parameter nicht beurteilt werden. Wenn die Spezifität angegeben wird, muss auch die Sensitivität genannt werden: Wie sicher ist die Prognose Versterben, wenn das Zeichen pos. ist (Spezifität 95%) und: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit zu überleben, wenn das Zeichen neg. ist. Die Likelihood Ratio ist nur ein Verhältnismaß und hilft hier nicht weiter. Wenn schon, dann müsste auch die LR- angegeben werden.

#38 |
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Ralf Schambach
Ralf Schambach

Es ist immer wieder “schön” zu sehen, für welchen Mist Geld verschwendet wird. Ärzte und Krankenpflegepersonal werden als unfähig dargestellt.
Und ein Gast nimmt dieses Thema auch noch für unseriöse Werbung für ein schwachsinniges Produkt @ Nr. 16.
Vielen Dank!

#37 |
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Gast
Gast

Liebe Leser dieses “wissenschaftlichen Artikels”, ich möchte auf einen Aspekt hinweisen, worum es hier geht.
Es geht darum, allen “Nicht” Palliativmedizinern die Fähigkeit abzusprechen den nahen Tod zu erkennen und mit den Angehörigen “richtig” umzugehen.
Denn unsere Gesellschaft will auch den Tod planen können. Das die Natur hier noch die Abläufe regelt, wollen manche nicht wahrhaben. Deutschland hat zu wenig gut ausgebildete Palliativmediziner und die werden gebraucht, weil nur diese Kollegen, die Zeichen des Todes erkennen. Mediziner und Pflegepersonal, die am Krankenbett Tage und Wochen vorher um das Weiterleben gekämpft haben, sind zwar auch knapp und haben einfach keine Zeit mehr, eine ordentliche Sterbebegleitung zu machen, aber wir schreien nach Palliativmedizinern. Wir brauchen mehr Personal in der Akutmedizin, dann kann man sich auch mehr in der Sterbephase einbringen. Akademien schreien nach Studien um ihre Daseinsberechtigung zu untermauern; helfen tun sie nicht wirklich.

#36 |
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HP Monika Kielmann
HP Monika Kielmann

Das Bild ist geschmacklos. Der Inhalt ist auch bei Krankenpflegeschülern bekannt.
Der Mensch wird zum Objekt, den man alle 12 Stunden auf neue Symptome untersucht.
Zeit und Geld sollten lieber an die Hospize gehen.

#35 |
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Patricia Ex
Patricia Ex

Es scheint ein Fehler beim Merkmal “Unvermögen, die Augen zu schließen” (Tabelle 1) vorzuliegen: der LR+ Wert liegt nicht im 95%-Intervall.

#34 |
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Dr. med. Monika Puskeppeleit
Dr. med. Monika Puskeppeleit

Bin seit 30 Jahren Medizinerin und habe selbst eine krebskranke Schwester.
Bewusste palliative Begleitung des Erkrankten mit allen up and downs , das ist der wesentliche Aspekt um den hierbei es gehen sollte.
Dieser Artikel ist die Diskussion nicht wert.
Dr.med. Monika Puskeppeleit MPH

#33 |
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Diplom-Psychologin Doris Decrouppe
Diplom-Psychologin Doris Decrouppe

Das als Aufmacher des Artikels gewählte Bild ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

#32 |
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Dr. Rene Reißmann
Dr. Rene Reißmann

….Dr. René Reißmann….ich bin nun schon seit mehr als 3 Jahrzehnten Mediziner, doch finde ich es sehr ” bemerkenswert” dass man viel Geld und Zeit dafür verschwendet wie lange es nun dauert bis ein Patient verstirbt.
Es sollte jedem Mediziner ein Bedürfnis sein sich intensiv um Patienten im Leben zu kümmern, mehr zeit dafür aufwenden sich den Bedürfnissen während der Krankheitsphase zu widmen.
Jeder Mediziner hat in seiner Universitären und Klinischen Ausbildung zeit genug gehabt sich mit der Sterbephase und deren Merkmale auseinander zu setzen, eine Studie darüber, wie lange es dauert und welche Symptome sich vor dem Tode zeigen finde ich verschwendete Zeit.

#31 |
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Gast
Gast

Halte Forschung, auch auf diesem sensiblen Gebiet, für interessant.
Als Entscheidungshilfe für Ärzte und Angehörige…
Aber wie reagieren manche Mediziner: Wissen natürlich alles. Brauchen auch keine Infos.

#30 |
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Ich verstehe eigentlich nicht wieso bei vielen Kommentaren eine vielleicht “unnötige” Studie bei 357 Patienten mit einem generell unwürdigen Umgehen mit Krebspatienten im terminalen Stadium gleichgesetzt wird…

#29 |
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marina geyer
marina geyer

Schlimm, dass ein baldiger Tod vor Entlassung aus dem Krankenhaus bewahren soll!!! Lasst die Menschen doch bitte friedlich in ihrer privaten Umgebung den letzten Schritt gehen und gebt ihnen so viele Schmerzmittel wie sie brauchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!!

#28 |
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Gast
Gast

Diese Untersuchung ist unethisch und abstoßend. Müssen und wollen wir wirklich alles messen?

#27 |
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Gast
Gast

Wesentlich erschrockener als über den Artikel bin ich über die vielen Reaktionen hier.
Natürlich sind hier nur Sachen die jeder Mediziner wissen sollte – aber so ist das nunmal manchmal bei Studien…. da kommt nun mal eben das raus was man eben schon immer beobachtet hat – manchmal aber eben auch etwas anderes – in diesem Fall nunmal nicht.
Soll man deswegen jetzt die Studie nicht veröffentlichen? Zugegeben es wirkt im Artikel etwas aufgebauscht, aber doch ist es wichtig immer wieder mal alles zu Hinterfragen was man eigentlich so tagtäglich tut.
Nur weil man etwas einmal im Leben gerlent hat heißt es nicht, dass es sich nicht im Laufe der Jahre ändern kann – diesmal eben nicht – so ist das eben.

Es ist wirklich erschreckend wie viele sich hier scheinbar persönlich von dieser Studie angegriffen fühlen….

#26 |
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Gast
Gast

Hallo,
also das ist der Gipfel an Frechheit.
Das lernt jede Azubi zur Schwester schon sehr frueh in der Ausbildung.
Und als logisch denkende Fachkraft und Arzt weiß man damit umzugehen.

#25 |
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Stefan Kelter
Stefan Kelter

Meine jüngste Schwester – “nur” eine Bankangestellte – hat sowohl bei meiner Mutter als auch bei einer Tante gewusst, als es so weit war. Im Gegensatz zum medizinischen Personal. Bei der Tante musste sie sogar gegenüber der Schwester im Krankenhaus energisch werden, damit die Tante separiert wurde, um den Todesprozess und Abschied vom Ehemann in Ruhe zu erleben.
Bei mir wurde kürzlich Krebs in Lunge und Lymphknoten diagnostiziert.
Ich hoffe zwar, dass ich mit dem Richard-Simpson-Cannabisöl dem Tod von Schippe springen werde oder wenigstens genügend Zeit habe, alles zu erledigen, was noch offen ist.
Aber wenn ich sterben werde, wünsche ich mir auf keinen Fall Ärzte oder Schwestern, die mich mit diesem Blick, wie er hier dargestellt wird, beobachten. Da wünsche ich mir ein Mitgefühl, wie ihn meine Schwester besitzt.

#24 |
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Jana Stolz
Jana Stolz

Ich schließe mich dem Beitrag 9 vollkommen an, es ist hauptsächlich für die noch nicht erfahrene in diesem “Gebiet” hilfreich.

#23 |
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Gast
Gast

Der Artikel erweckt auch den Eindruck, dass Krebs-Kranke anders sterben. Das war die erste Frage, die in mir hochkam. Dann hab ich in den Tabellen nach Unterschieden gesucht -> nichts – also nette Wiederholung bekannter Fakten.
zu #9: Krankenschwestern, Altenpfleger lernen das auch. Von Ärzten ist es zu erwarten und beruhigend (wenn man in der Hinsicht noch nicht persönlich mit Sterben zu tun hatte), dass es laut der Kommentare völlig selbstverständliches Arztwissen ist. Wunderbare Ärztebeiträge kann man hier lesen, denen ich gerne beipflichte. Ich finde es aber auch schade, dass ein solcher Artikel veröffentlicht wird, der der Ärzteschaft Unkenntnis vorwirft. Diese Unkenntnis scheint jedoch auf Heilpraktiker-Seite vorhanden zu sein. Erschreckend finde ich, das zumal ich hoffentlich auch bald Heilpraktiker bin.
Ein Hoch auf die Ärzte, das Fordern von Nachsitzen für manche Heilpraktiker, die Sterbende begleiten und oben Neues entdeckten, und Kritik an die Autorin, denn Bildzeitungsniveau habe ich hier nicht erwartet

#22 |
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Gast
Gast

Wissenschaft auf höchstem Niveau, als Anästhesist kann ich mich nur noch vor solchen Studien verbeugen. Das sind Erkenntnisse unglaublich da wär ich nach 20 Jahren klinischer Tätigkeit nie drauf gekommen und an der Uni kriegt man ja solches auch nicht vermittelt. Wie peinlich wird es noch, unglaublich.

#21 |
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Heilpraktiker

Ich glaube eine Studie darüber, wie man als Therapeut und Angehöriger die letzten Stunden angenehmer und würdevoller gestalten kann hätte mehr Sinn. Es ist peinlich, erfahrenen Pflegern und Ärzten so wenig Erfahrung zuzutrauen.

#20 |
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Gast
Gast

Wenn es eines solcher Scores bedürfte um Patienten am Lebensende vor unnötigen und belastenden Proceduren zu schützen wäre das in der Tat ein Armutszeugnis. Zum Glück sieht die Realität in Hospizen und auf Palliativstationen inzwischen anders aus. Und im ambulanten Bereich wird zunehmend gut betreut und in Frieden gestorben. (Stichwort “Palliativnetze”)
Dazu passt ganz sicher nicht der Ansatz zu “mehr Medizintechnik”, Leitlinien und Interventionsstudien denn nichts ist so individuell und persönlich wie der Tod.

#19 |
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Gerd Donald Raemsch
Gerd Donald Raemsch

Ich finde diesen Artikel einfach peinlich! Soll ich dem Patienten dann sagen: “In 3 Tagen bist Du tot?”….
Als langjähriger Hausarzt brauche ich Mitgefühl, Menschlichkeit und Zuwendung bei meinen Patienten, -grade auch bei einem Sterbenden. ” Diese Art von kalter “Pseudowissenschaft” brauchen wir nicht – verschonen Sie uns vor solchem Mist!

#18 |
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Gast
Gast

Hat die Autorin schon mal den Begriff Facies Hippocratica zur Kenntnis genommen? Es ist unglaublich, was an Studien vorgenooem und veröffentlicht wird, aber diese hier schlägt dem Faß den Boden aus! Liebes docCheck-Team, schaut nach, was veröffentlicht wird!

#17 |
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Emin Arpaci
Emin Arpaci

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#16 |
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Dr. med. Peter Reutter
Dr. med. Peter Reutter

Als “ganz normaler” klinisch tätiger Arzt finde ich den Artikel erschreckend banal. Weder steht etwas Neues drin, noch bringen diese “Erkenntnisse” eine echte Verbesserung der Palliativmedizin in Deutschland. Solche Banalitäten dann auch noch mit dem Unterton des Vorwurfs zu verkünden ist mir völlig unverständlich. Platte Schlagworte wie “Deutschland: Nachsitzen” oder “Nur auf Platz 8” (von wie vielen eigentlich?) oder “hinter Ländern wie Niederlande” (sind die denn ein palliativ-medizinisches Entwicklungsland?) haben das Niveau der Bildzeitung – ein lehrreicher Fachartikel sieht einfach ganz anders aus.

#15 |
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Mir graut vor dieser Statistik. Mein Diplomvater, Prof. Heinzwerner Preuß von der Uni Stuttgart, pflegte immer folgendes zu sagen: “Irgendwann wurde den Psychologen klar, daß die Psychologie ja gar keine Wissenschaft ist. Panik! Was tun? Die Antwort ist simpel: Man macht einfach ein wenig Statistik, und schon ist wieder alles gut.” Die in dem Artikel kommentierte Arbeit zeigt, daß solch ein Verhalten auch im Bereich der Medizin vorkommt. Kommentator #7 hat völlig recht, wenn er betont, daß bereits ein Student im 2. Semester diese Anzeichen des in Kürze bevorstehenden Todes kennen müßte. Was also soll die ganze Analyse? Wollen wir uns hier mit maximum-likelihood um 2 Tage hin oder her streiten? Das ist unwürdig. Viel wichtiger wäre es, Mittel und Wege zu finden, den Anteil der von wirklicher Palliativmedizin nicht erreichten/erreichbaren Menschen endlich drastisch zu senken. Planbar ist der Tod von Natur aus nicht. Warum will man da seinen Zeitpunkt vorhersagen? Warum kann man das Ende nicht einfach geschehen lassen?

#14 |
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Claus Keidel
Claus Keidel

Als Krebspatient beschleicht mich schon Unbehagen, wenn ich daran denke, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, irgendwann in den Kreis von Patienten zu gelangen, um die es in diesem Artikel geht. Bisher hatte ich das Glück von kompetenten Ärzten behandelt und operiert worden zu sein, was nicht heißt, dass ich diese Situationen erleben werde, über die hier berichtet wird. Ohne Frage, Forschung ist wichtig, ich könnte diese Zeilen nicht mehr schreiben, wenn es sie nicht gäbe, aber ich denke, es geht in der Pallativmedizin in erster Linie um das menschliche, in welcher Würde gehe ich von hier weg und das möchte ich im Beisein der Menschen tun, die mir etwas bedeuten. Von einem Arzt erwarte ich dann nur, dass er, sofern möglich, mir eine gewisse Schmerzfreiheit gewährt. Wenn ich gehen muss, ist es mir wohl vollkommen egal, welche Todeszeichen sich im Vorfeld abspielen. Ich denke auch, hier sollte es in der Forschung Grenzen geben, denn damit ist, so glaube ich als Nichtfachmann, keinem anderen “Leidensgenossen” geholfen. Oder liege ich falsch, kann es anderen in gleicher Lage noch helfen, wenn ich bis kurz vor meinem Tod alle 12 Stunden, wie oben berichtet, unter Beobachtung und Kontrolle bin???

#13 |
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leider gut, Herr Schierer #11

#12 |
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Na ja, das tragen der Eulen nach Athen in der jetztigen Wirtschaftskrise der Griechen kann schon beschwerlich sein!!

#11 |
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Arzt
Arzt

Da ich als Arzt viel mit Tumorpatienten zu tun hatte,
finde ich solche Pseudowissenschaft völlig unbrauchbar.
Dass Kreislauf- und Atemstillstand mit dem Leben nicht vereinbar sind, bedarf nun wirklich keiner Forschung, so trivial ist das.
Ich habe manchen Angehörigen bei infauster Prognose angeboten, den sterbenden stationär aufzunehmen. Dabei wird auch (auf häufigen Wunsch) ein Priester beteiligt.
Überwiegend ist und sollte das allerdings nicht wirklich notwendig sein,
weil es sich NICHT um eine medizinisches,
sondern um ein menschliches Problem der Sterbebegleitung handelt.
Der Arzt soll hier nur für Schmerzfreiheit sorgen.
Deshalb stimme ich #2 und #4 voll zu!
Präfinale Menschen sind kein seriöses Objekt für wissenschaftliche Forschung.

#10 |
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Heilpraktikerin

Auch wenn sich diese Forschung sehr markaber liest, so ist sie doch in der Sterbebegleitung sehr wertvoll. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass ein sterbender Mensch unbedingt im Krankenhaus verbleiben sollte wie es im Artikel anklingt, aber diese Symptome können mir in meiner Arbeit der Trauer und Sterbebegleitung einen großen Dienst erweisen.

Die Ungewissheit wie lange es noch dauern wird ist ein sehr zermürbender Zustand für viele Familien. Mit der Zeit und den Fällen, die man betreut bekommt man als Begleiter zwar eine gewisse Routine und damit ein Gespür, wann es in etwa soweit ist, aber solche “technischen” Informationen sichern dieses Gespür und man kann besser die Familien in diesem Prozess betreuen.

Diese Forschung erhebt auch nicht den Anspruch auf 100%tige Richtigkeit der Aussagen, denn es wird immer abweichende Einzelfälle geben, aber das ist halt das Überraschungspaket Mensch/Lebewesen. Respektlos, wie der Kommentar #2 es behauptet finde ich es hingegen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Ich bin für solche Forschung dankbar und bin vor allem den Probanten dankbar, dass sie diesen Dienst für andere Sterbende und deren Familien geleistet haben, die davon in Zukunft pofitieren können.

#9 |
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An diesen Merkmalen ist nun aber wirklich gar nichts “neu” …

#8 |
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Ohhh, da wären wir aber alleine gar nicht darauf gekommen, daß Cheyne Stokes Atmung und reaktionslose Pupillen den Tod anzeigen. Weia. Entschuldigung, das ist Propädeutik 2. klinisches Semester. Eigentlich eine Unverschämtheit uns für so doof zu halten. Oder es zeugt davon, wieweit sich die klinische Medizin vom Menschen weg entwickelt hat. Für mich als Allgemeinarzt gehört die Sterbe-Begleitung, so möglich, zu den wichtigen und vornehmsten Aufgaben. Aber vielleicht bin ich da (59J) hoffnungslos altmodisch, denn heute delegiert man ja alles an Spezialisten.

#7 |
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Dr Sibylle Neumann-Mross
Dr Sibylle Neumann-Mross

Als ich vor 30 Jahren Krankenpflegepraktikum machte, wiesen mich Krankenschwestern schon auf diese Zeichen hin, die immer wieder zu beobachten sind. Den Sinn einer womöglich noch hohe Kosten verschlingenden Studie kann ich wirklich nicht erkennen, sie schafft nur Distanz zum Sterbenden, der einfühlsame Begleitung braucht auf dem Weg des Rückzuges…

#6 |
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Diese Zeichen sind interessant ,
aber nur für den Arzt.
Im Einzelfall und das ist jeder Patient hilft es uns nicht weiter.
Entscheidend sind die Zeichen des Todes, nicht die des nahenden Todes für weitere Entscheidungen.

#5 |
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Gast
Gast

Der Beitrag erweckt den Eindruck, auch noch mit erhobenem Finger!!!!
als ob das Sterben eine Angelegenheit hoch spezialisierter “Wissenschaftler” sei, was dem Normalmensch offensichtlich signalisieren soll,
dass er nun überhaupt nichts mehr damit zu tun hat.
Eine menschliche Katastrophe!
Der Trend geht ja auch zum schleichenden Abschaffen der Friedhöfe.
Das Geld dafür soll man doch besser zu McDonald und Co tragen.

#4 |
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Danke sehr guter Artikel über ein sehr problematisches Thema

#3 |
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Gast
Gast

Makaber, respektlos un im Einzelfall immer falsch.

#2 |
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Frank Jakobi Frank Jakobi
Frank Jakobi Frank Jakobi

Vielen Dank für diesen Artikel

#1 |
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