Tumoren: Elektromagnetische Felder als Dünger?

10. März 2015
Teilen

Elektromagnetische Strahlung fördert das Tumorwachstum in Mäusen. Biologen deuten diese Befunde allerdings nicht als Beleg dafür, dass durch Handynutzung Krebs verursacht wird, sondern, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken.

In einer Studie an Mäusen konnten der Biologe Prof. Dr. Alexander Lerchl und sein Team nachweisen, dass durch krebserregende Substanzen verursachte Tumorraten deutlich erhöht sind, wenn die Tiere lebenslang elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wurden, wie sie etwa Mobiltelefone erzeugen. „Die vom Fraunhofer-Institut 2010 entdeckten Effekte auf Tumore der Leber und der Lunge wurden vollauf bestätigt“, sagt Lerchl, der die Untersuchung gemeinsam mit Kollegen der Jacobs University und der Universität Wuppertal durchgeführt hat. „Außerdem haben wir eine signifikant höhere Rate von Lymphomen festgestellt“, erläutert der Wissenschaftler die neuen Ergebnisse. Zudem seien einige der Effekte auch bei Feldstärken unterhalb der bestehenden Grenzwerte gefunden worden.

Alexander Lerchl deutet die aktuellen Befunde allerdings nicht als Beleg dafür, dass durch Handynutzung Krebs verursacht wird. „Unsere Studie zeigt, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung bereits vorhandener Tumore verstärken. Für die Annahme, dass sie Krebs verursachen können, gibt es hingegen bislang keine Hinweise“, betont der Biologe. Zusätzliche Forschungsprojekte seien notwendig, um die Ursachen der neuen Befunde abzuklären. „Wir können die beschriebenen Effekte eindeutig nachweisen. Nun müssen weitere Untersuchungen die Wirkmechanismen aufklären“, so Lerchl.

Originalpublikation:

Tumor promotion by exposure to radiofrequency electromagnetic fields below exposure limits for humans
Prof. Dr. Alexander Lerchl et al., ScienceDirect, doi:10.1016/j.bbrc.2015.02.151; 2015

25 Wertungen (4.44 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

14 Kommentare:

Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Vielleicht sollte die Redaktion etwas über die karzinogenen Stoffe schreiben, die die Mäuse erhalten haben.
Immer hin hat es bereits solche Experimente mit Mäusen gegeben, die auch nach kazinogenen Medikamenten KEINEN Unterschied durchn zusätzliche Bestrahlung ergeben haben.
Soll wohl ein Dauerbrenner mit Forschungsgeldern werden.
Wie die Klimarettung.

#14 |
  0

Leider stimmt das! Aber mir selbst hat noch niemand vorgeschrieben, was bei den Experimenten herauskommen soll. Und bei den Tausenden von Untersuchungen, die in den letzten Jahrzehnten von vielen Gruppen in der Welt durchgeführt wurden, hätte es wohl längst einen Durchbruch gegeben. Irgendwann kommt jeder Betrug einmal heraus!

#13 |
  0
Arzt
Arzt

@Dr. Bertram Staudenmaier, gelenkte Forschung ist heute eher die Regel als die Ausnahme!
Siehe Klimarettung,
siehe Strahlungshysterie,
siehe Gentechnik (mit Einschränkung),
Oberbegriff: Technikfeindlichkeit.

#12 |
  0
Medizinphysiker

@Herrn Prof. Dr. Glaser:
Die Vergangenheit zeigt: gelenkte Forschung gibt es gottseidank nicht! Die Interessen fehlen und die Korruptionsbereitschaft.

#11 |
  0
Medizinphysiker

Ob ich Trinker werde oder Kaffeesüchtler kann ich mir ja halbwegs aussuchen! Aber ob mein Nachbar sein WLAN immer anhat, entzieht sich meiner Einflussnahme.
Ich glaub auch, dass die Trassen Gleichstrom führen, also weniger problematisch sind.

#10 |
  0

Bitte wenigstens warten, bis sich der Widerspruch aufgeklärt hat (Keine Dosisabhängigkeit des Effektes, und dann der Versuch der Autoren, den Effekt thermisch zu erklären!). Bitte nicht alles in einen Topf werfen (Radiofrequenz und Wechselstrom!). Bitte nicht gleich polemisch werden und die vergeblichen Versuche von mehr als 30 Jahren intensiver internationaler Forschung eine mögliche Kanzerogenität von Hochfrequenzfeldern zu finden als politisch motiviert bezeichnen!

#9 |
  0
Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann
Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann

@ Herr Dr. Staudenmaier:
Das ist wie mit dem Alkohol oder Coffein. Es verdienen zu viele dran, deswegen gibts das Zeug überall und billig noch dazu.
Ich kann mir deswegen nicht vorstellen, daß es ein Forschungsinstitut wird geben dürfen, das cancerogene Effekte solcher Strahlungen nachweist und das auch noch veröffentlicht…

#8 |
  0
Medizinphysiker

Nur mal als Gedankenexperiment, was wäre wenn nachweislich elektromagnetische Strahlung Krebs verursachen würde?
Da wäre doch dann eine Revolution im Gange? Die Wirtschaft würde doch abschmieren? Kann nicht sein, weil darf nicht sein?

#7 |
  0

Es wäre schon interessant, zu erfahren, wie die Autoren die fehlende Dosisabhängigkeit diskutieren – dass eine SAR von 0,04 W/kg den gleichen Schaden macht, wie 2 W/kg ist ja schon verwunderlich. Letztlich erscheint hier auch eine Überprüfung des Versuchsaufbaus notwendig.

#6 |
  0

Angesichts der noch völlig unklaren biologischen Wirkung elektromagnetischer Felder sollte auch von wissenschaftlicher Seite zunehmender Druck gemacht werden auf politische Kräfte, die leichtsinnig einzelne Regionen in Form von Stromtrassen zu als Stromlieferanten für bayrische Regionen machen wollen. Hier wird die Gesundheit und letztlich auch ein finanzieller Ruin Einzelner billigend in Kauf genommen für die Interessen des Mega-Kapitals der Strom-Industrie. Hier müssen andere Lösungen geschaffen werden.

#5 |
  0
Dr. Matthias Warzecha
Dr. Matthias Warzecha

Das Umweltinstitut München u.v.a. warnen schon seit vielen Jahren. Es existieren schon seit langem eine Fülle von Veröffentlichungen zur Wirkung von Mikrowellen auf Organismen. Das obengenannte Institut gibt sicher gerne Daten heraus…

#4 |
  0
Gast
Gast

Und wie lässt sich die Tumorentstehung bei Mäuse-Embrionen im Labor (TU M) bei der Versuchsanordnung entsprechender Strahleneinwirkung herunter”hängen” ?

#3 |
  1
Gast
Gast

WLan, DECT, IoT, Hochspannungsleitungen? EMF erzeugt die Menschheit heute in vielen Versionen.

#2 |
  0

Dieser Artikel mahnt zur Vorsicht mit dem Umgang der modernen Kommunikationstechnologie. Smartphones ständig zu benutzen – wie oft beobachtet – könnte also doch eine erhöhte Tumorrate bewirken. Wehret den Anfängen!

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: