PKA und PTA: Nichts wie weg aus der Apo

13. März 2015
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Schließende Schulen, sinkender Bedarf, niedrige Gehälter – PKA haben scheinbar wenig Zukunft in öffentlichen Apotheken. PTA sind gefragter denn je. Viele von ihnen verschlägt es aber aufgrund fehlender Perspektiven zu Pharmafirmen. Für die Berufsgruppen sind neue Konzepte nötig.

Trübe Aussichten: Untersuchungen des Kölner Instituts für Handelsforschung hatten bereits im letzten Jahr ergeben, dass nur jeder vierte aller 284 befragten Apotheker Ausbildungsplätze für pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) anbietet. Sechs von zehn Inhabern gehen davon aus, dass der Bedarf weiter sinken wird. Und zwei von drei Kollegen kritisieren, Bewerber würden fachlich immer schlechter. Im gleichen Atemzug steigt der Bedarf an pharmazeutischem Personal. Nur hat der Beruf der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) viel von seiner Attraktivität eingebüßt – Perspektiven gibt es vor allem jenseits öffentlicher Apotheken. Über diese Problematik diskutieren auf der Hamburger Interpharm Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Barbara Neusetzer, erste Vorsitzende von ADEXA – Die Apothekengewerkschaft, und Sabine Pfeiffer van Rijswijk, Bundesvorsitzende des Bundesverbands Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta).

Unbekannte Wesen in der Offizin

Alles beginnt beim mangelnden Interesse vieler Jugendlicher. Barbara Neusetzer sieht als Problemfeld den geringen Bekanntheitsgrad von Apothekenberufen. Ihre Erfahrungen werden von Magdalene Linz bestätigt – die Kammerpräsidentin hält regionale Initiativen für besser geeignet als „nur Flyer auszuteilen“. Hamburgs Apothekerschaft profitiert schon bald von speziellen Materialien für Jugendliche, an verschiedene Zielgruppen angelehnt: eine Idee für alle Kammerbezirke. Schülerpraktika und Infotage reichen aber kaum aus, solange entsprechende Berufe nicht attraktiv sind.

PTA, bleib bei deinen Leisten?

Besonders deutlich zeigt sich das bei PTA. „Die Anforderungen haben sich geändert“, weiß Linz. Technische Aufgaben, ursprünglich ein Kernbereich von Assistentinnen und Assistenten, würden weniger, sollten aber nicht unterschätzt werden. Die Kammerpräsidentin verweist auf neue Herausforderungen rund um die Beratung von Patienten: Schätzungsweise acht von zehn Apothekenkunden haben primär Kontakt mit PTA. Zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Arzneimittel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie sind nötiger denn je. Zurück zur Realität: Eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, verfasst im Jahr 1968 und novelliert in 1997, gilt nach wie vor. Grund genug für Sabine Pfeifer, die Ausbildungsqualität mancher PTA-Fachschulen zu kritisieren und Novellierungen zu fordern. An Ideen mangelt es nicht: Mehrere Akteure haben Konzepte entwickelt, um die PTA-Fachausbildung auszuweiten – inhaltlich, aber auch zeitlich.

Niedersachsen unterstützte entsprechende Ideen, konnte sich aber nicht gegen andere Kammerbezirke durchsetzen. Die Bundesapothekerkammer (BAK) lehnt längere Ausbildungszeiten kategorisch ab. Ohne Konsens gibt es kaum Chancen, sich beim Bundesministerium für Gesundheit Gehör zu verschaffen. Was steckt dahinter? „Der PTA-Beruf ist attraktiv, weil die Ausbildung kurz, gut und knackig ist“, sagte BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer beim Apothekertag 2012. Standesvertreter fürchten, angehende Assistenten müssten länger Schulgeld bezahlen, und staatlich finanzierte Bildungseinrichtungen würden weniger Plätze anbieten. Es geht aber auch um erweiterte Kompetenzen wie eine Vertretungsberechtigung von PTA. Magdalene Linz verweist auf Erfahrungen aus Finnland. Deutschland könne auch den Weg gehen, dass ein Assistenzberuf nicht den akademischen Heilberuf ersetze. Ganz klar, PTA haben ihren festen Platz in öffentlichen Apotheken – mit Tendenz nach oben.

PKA ersatzlos gestrichen

Das sieht bei PKA schon anders aus: Inhaber kleinerer Apotheken verzichten teilweise auf diese Berufsgruppe. Schließlich können auch PTA Großhandelswannen auspacken, so argumentieren viele Apothekenleiter. Und Marketing beziehungsweise Einkauf sind doch sowieso Chefsache. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein grob fahrlässiges Unterfangen. Zwar unterscheiden sich die Tarifgehälter nur geringfügig. Barbara Neusetzer verweist noch auf einen anderen Aspekt: „Pro Stunde gehen 100 Euro Rohertrag verloren, falls eine PTA als PKA arbeitet“ – diesen Wert erwirtschaftet eine HV-Kraft im Schnitt. Andererseits entlasten PKA als Back-Office-Managerinnen das Team bei vielen Aspekten rund um Dokumentation, EDV, Marketing und Buchhaltung. So viel zur Theorie. In der Praxis kritisieren Inhaber fehlende Kompetenzen bei PKA, die ihren Abschluss frisch in der Tasche haben. Eine neue Ausbildungsordnung, gültig seit Mitte 2012, könnte das Problem mittelfristig lösen. Bleibt als weitere Option, selbst auszubilden – und kaufmännische Angestellte im besten Falle nach ihrem Abschluss zu übernehmen.

Ethik und Monetik

Damit wird es nicht getan sein. Die Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion waren sich einig, das Arbeitsumfeld selbst zu verbessern – für PKA und für PTA. Viele Firmen haben längst erkannt, wie wichtig Fortbildungsmöglichkeiten, mehr Mitbestimmung im Team und berufliche Perspektiven sind. Im Zukunftspapier „Apotheke 2030“ heißt es beispielsweise: „Die Apotheker sowie das nicht approbierte pharmazeutische Personal und alle Mitarbeiter halten ihr Fachwissen stets auf aktuellem Stand.“ Linz ergänzt: „Rahmenbedingungen sind wichtig, aber von schönen Rahmenbedingungen kann man nicht leben.“ Momentan suchen PKA ihr Heil in Drogeriemärkten, und PTA gehen teilweise zu pharmazeutischen Herstellern. Inhaber sollten für ihre eigene Apotheke beruflichen Nachwuchs ausbilden – und nicht vergessen, dass Tarifgehälter nur ein Minimum darstellen. Die Konkurrenz schläft nicht.

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23 Kommentare:

Ketzer – PTA
Ketzer – PTA

Semper in angaria…..

#23 |
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PTA zu Gast
PTA zu Gast

Zum weiter empfohlenen Link der Ketzer-PTA mit Thema “Beratung bei der Pille danach, Apotheker ihr könnt das”…
Also wenn diesen Text wirklich ein Apotheker/in geschrieben hat und auch bei manchem Kommentar dazu kann ich eigentlich nur sagen : “Schämt Euch ihr angestellten Apotheker, die ihr für jedes Wort einer so dummen PTA verantwortlich seid wenn der eigentliche “Chef” nicht anwesend ist. Nur gut, das ihr als Angestellte so wichtig und unersetzbar seid! Aber ich frage mich warum ihr dann hier für solch einen Unfug Zeit habt? Richtige Apotheker haben weitaus wichtigeres zu tun als sich Mut zur Beratung bei der “Pille danach” zusprechen zu müssen…übrigens ein Thema, bei dem so manche Kundin, die sich schon mal ausführlich mit ihrem eigenen Zyklus, LH-Anstieg und damit verbundener Eisprung, Fruchtbarkeit, Ovulationstest usw. befasst hat, so manchen Apotheker dumm da stehen lassen kann…das solltet ihr nicht vergessen. Was ist daran bitte so kompliziert, das ihr meint, es sollte nicht von einer PTA korrekt beraten werden können?!!!”
Und Frau Herbst, ich liebe auch meinen Beruf, sonst würde ich mich nicht so darüber ärgern und hier zu Wort melden. Es gibt natürlich viele schöne und auch angenehme Dinge, keine Frage. Aber ganz ehrlich, wenn es für sie völlig in Ordnung ist, das die Bezahlung ein Witz ist, ist das ja schön, aber ich gehe immer noch arbeiten um Geld zu Verdienen und nicht zum Zeitvertreib oder aus Langeweile!

#22 |
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Gast
Gast

zu #20: Zustimmung auf ganzer Linie!
Recht haben Sie!

#21 |
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Ketzer – PTA
Ketzer – PTA

Liebe Frau Herbst, ich freue mich sehr für Sie, dass Sie so einen tollen Job gefunden haben, wo Karamell und Honig aus den Wänden fließen, aber die normale Realität sieht leider anders aus.
Wenn Sie Mitglied der Adexa sind: Sprechen Sie mit den PTAs und schauen Sie mal, was dort so erzählt wird.
Außerdem, wenn Sie vor dreißig (!!) Jahren oder länger examiniert haben, kennen Sie noch die “richtige” Apotheke, wo wir als PTA noch einen guten Stand hatten, wo uns vertraut wurde und wir nicht nur als unglaublich teure, inkompetente, überflüssige Schmarotzer am Rockzipfel des Apothekers dargestellt wurden.
Bitte lesen Sie den Kommentar des folgenden Linkes, den eine der hocherlauchten Approbierten verfasst hat!
Bei solch einem Diarrhoe – Geschwafel vergeht mir echt die Lust am Beruf.
Aber glauben Sie mir, davon gibt es wahrlich genug, die genauso denken wie diese Dame.
PTA mit 10 Jahren Berufserfahrung

http://news.doccheck.com/de/blog/post/2278-ihr-koennt-das-die-pille-danach-in-deutschlands-apotheken/

#20 |
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Gast
Gast

Bitte nicht nur negativ. Ich arbeite seit 30 Jahren als PTA in Apotheken, hatte den ein oder anderen muffeligen Chef oder Chefin, aber die meisten waren okay. Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, ich gehe gern jeden Tag in die Apotheke, die Chefin ist super, das Team klasse und natürlich nerven die Kunden manches Mal, die neue Apo. Betriebsordnung , die neuen Rabattverträge und die Plausi. Kontrollen nerven auch öfter. Aber es gibt auch viele schöne Momente, es gibt auch nette Kunden und wir werden von Schokolade überhäuft und ja!!! wir haben auch Spaß. Natürlich ist die Bezahlung ein Witz, aber das wussten wir ja vorher, oder? Viele junge Kolleginnen informieren sich leider nicht vorher, was auf sie zukommt.
Vielleicht einfach mal die Apotheke wechseln, es gibt auch Nette !!!! Apotheken und Chefinnen und Chefs.
Sabine Herbst

#19 |
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Ich will hier kein Nestbeschmutzer sein, aber ein Gespräch mit einigen PTA während einer Interpharm werde ich nie vergessen. Sie sagten mir, dass sie Fortbildungsveranstaltungen und Fortbildungen selbst zahlen müssen und ihre Chefs sogar Angst haben, dass sie, die PTAs, dann mehr Gehalt fordern, weil sie ja Zusatzqualifikationen haben.
Es gibt aber auch andere Chefs(Chefinnen) – nur, die scheinen zu den zu schützenden Arten zu gehören = Seltenheitswert.
Also, liebe Kollegen: überprüft mal eure Einstellung.
Kompetente MitarbeiterInnen = Kundenbindung durch supergute Beratung!

Und ich verstehe den Frust der PTAs! Da muss sich etwas ändern !!!!!

#18 |
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Gast
Gast

Traurig aber war, ich kann der Überschrift nur zustimmen. Ich bin selbst PTA und froh aus der Apo raus zu sein. Nun habe ich viel bessere Arbeitsbedingungen – Gleitzeit, bessere Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, soviel Netto wie vorher in der Apo Brutto. In meiner jetzigen Firma arbeiten viele PTA und auch einige Apotheker – niemand will jemals wieder zurück in die Apo, eher würden sie noch etwas neues lernen. Schlimm eigentlich…vielleicht liegt es aber auch an dem Bundesland Sachsen, in welchem als einziges Bundesland kein Tarifvertrag gilt – hier verdient man sogar bei Kaufland an der Kasse mehr als in der Apo und hat flexiblere Arbeitszeiten!

#17 |
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Apotheker

Z.PTA zu Gast;

Ganz großer Lob für den intensiven ehrlichen total zustimmenden vom herzen- gesprochenen Schriftzug.
Auch die angehende 3 Apotheker in den Pausen wollen nichts anderes als eine
Anerkennung von anderen Menschen ohne weiter zu denken und dadurch unerfahren arrogant wirken oder derer Angst, nicht ernst genommen zu werden.
Man kann natürlich auch nett ,freundlich und kollegial unterhalten;diese menschliche Scwäche wird leider immer bleiben.Ich wundere mich manchmal,wie sich einige Kollegen/innen oder allgemein Menschen in Sekunden in fremden Umgebung so(Angst meine Vermutung) arrogant ändern
und anfangen ganz komisch zu benehmen?
Solange wir oben keine Kollege/innen als Politiker haben,die wirklich von unseren unerträglichen Praxisbedingungen Ahnung haben,wird wie Sie
schreiben alles diesen Beruf vernichtend auch für Apotheker/innen.

Barbaros Orhon
Löningen

#16 |
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Gudrun Carius
Gudrun Carius

Alle Apothekenberufe waren vor 20 Jahren schon nicht üppig bezahlt und haben sich im Vergleich mangels Lohnerhöhungen noch verschlechtert. Die Metallarbeitgeber bieten vor den Verhandlungen dieses Jahr so viel an, wie Adexa uns für die letzten 2 (bis drei) Jahre erstritten hat. Und mir als Akademikerin verhilft peinlicherweise der Mindestlohn zu einer größeren Gehaltserhöhung als die letzte Tarifrunde (ich arbeite Teilzeit 8 Stunden die Woche und mache 1 Nachtdienst pro Monat).

#15 |
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PTA zu Gast
PTA zu Gast

Leider klingt das alles nicht nur düster, es ist auch düster und hat mit Schwarzmalerei wenig zu tun. Auch ich muss der Ketzer-PTA in vielen Bereichen recht geben, auch wenn es sehr hart ist. Eine positive Tendenz für PTA ist aber auch eher Wunschdenken als Realität. Die neuen Gesetze bringen nicht das, für was sie entworfen worden sind, sondern sie machen alles noch schlimmer.
Ich stimme auch Herr Krüger zu, dass die Apothekenberufe dem heutigen Bedingungen dringend angepasst werden müssen, aber bestimmt nicht so, das der Apotheker das alleinige Maß aller Dinge sein muss. Auch muss ich sagen, das die PKA, außer in wirklich großen Apotheken, nicht wirklich notwendig ist (Sorry). Es gibt die Möglichkeit der Umschulung zur PTA, und das sollte gefördert werden. Ich selbst arbeite seit 15 Jahren als PTA und habe die Arbeiten von PKA immer mit gemacht, und das ging auch.
Als nächstes denke ich das die PTA-Ausbildung auf 3 Jahre verlängert werden sollte, und auch kaufmännische Bereiche mit hinein genommen werden sollten. In dieser Ausbildung muss extrem viel Wissen in sehr kurzer Zeit erlernt werden und das ist mit den Worten “gut und knackig” von Herrn Kiefer nicht gerade eine clever gewählte Formulierung. Als nächstes sollte es die Möglichkeit einer Zusatzqualifikation geben, in der man den Grad eines Pharmazieingenieurs erlangen kann und auch kurzfristig Vertretungsberechtigt ist, von mir aus auch mit einer “guten und knackigen” zusätzlichen Ausbildung, natürlich dann auch mit einer entsprechenden “gut und knackigen” Gehaltsvergütung, denn schließlich stirbt der Beruf Pharmazieingenieur bald aus. Aber ich denke das wird aus Sicht des Apothekerstandes nicht erwünscht sein, denn es stand ja schon öfters zur Debatte und wurde immer wieder totgeschwiegen.
Die nächste Frage ist wiederum warum und wofür? Warum sollte eine PTA dieses Wissen erlangen und stets aufrecht halten, wenn sie dann in der Apotheke überhaupt nichts mehr ohne Beaufsichtigung machen darf, plötzlich völlig unqualifiziert ist und eigentlich mehr oder weniger “gefühlt” zum Supermarktpersonal zurück gestuft wird. Bloß im Gegenzug zum Supermarkt verkaufen wir keine Brötchen. Wenn ich einen Fehler mache, kann im schlimmsten Fall ein Menschenleben auf dem Spiel stehen. Und ich denke grade heute ist es um so wichtiger das in der Apotheke jeder weiß worauf es ankommt, gerade jetzt, wo so oft die Patienten von den Krankenhäusern, den Ärzten und vielen Anderen im Regen stehen gelassen werden, müssen sie sich auf uns in der Apotheke verlassen können, egal wer vorn steht.
Ob ein Überangebot an Pharmazeutischen Personal vorhanden ist oder nicht hat denke ich keinen Einfluss auf die Höhe des Gehaltes, deshalb eine schlechtere
Bezahlung ist eher nur eine Ausrede! Es gibt einen Tarifvertrag. Wenn alle Stellen besetzt sind gibt es keine mehr! Keiner stellt 2 PTA ein, wenn er wirklich
nur 1 PTA braucht.
Richtig, die Beratung ist das wichtigste, und es ist auch wichtig, das ein Apotheker anwesend sein muss um zu Helfen, wenn benötigt, keine Frage.
Nun mal zum finanziellen Gesichtspunkt. Es kann nicht sein, das eine Kaufland-Angestellte mich mit meinem Gehalt auslacht. Die Tarife worden jetzt zwar oft angehoben, was der richtige Weg ist, doch mal ehrlich, Papier ist geduldig. Was bringt es wenn Tarife beschlossen werden, die Apothekeninhaber zwar brav in den Apothekerverbänden Mitglieder sind, aber nur, um ihre Vorteile daraus zu ziehen. Warum gibt es hier keine Kontrollen! Und wie oft werden nur Teilzeitkräfte eingestellt, wodurch man auch wieder weniger verdient. Eine Vollzeitstelle ist da schon ein kleiner Hauptgewinn.
Auch beim Thema Fortbildungen spürt man die Veränderungen. Viele Seminare sind nur noch auf Apotheker ausgerichtet und man fällt schon auf, wenn man dann plötzlich auf der Teilnehmerliste als PTA erscheint. Es kann auch nicht sein das die Pharmaziestudenten, die noch nicht einmal ihr 1. und 2. Staatsexsamen in der Tasche haben sich fühlen und aufführen wie die Götter in weiß! Ich durfte mir beispielsweise bei einem Seminar über sinnvolle Therapieergänzungen in der Pause von drei solchen angehenden Apothekern anhören, das hier eine PTA nichts verstehen würde, weil es viel zu anspruchsvoll für “diese Leute” wäre. Sie waren wohl der Meinung unter Ihresgleichen zu sein. Hier sind doch eigentliche weiter Worte überflüssig. Und in der Tat, früher waren PTA zum Beispiel bei einer ZETA-Akademie erwünscht, heute fühlt man sich nur noch geduldet. Aber so funktioniert es nicht. Und die neue Generation der Apotheker kann man wohl
auch nicht mehr mit der alten Generation vergleichen.
Ich habe nichts gegen eine Fortbildungspflicht. Ich selbst habe sein vielen Jahren immer ein gültiges Fortbildungszertifikat von der Kammer und kann mich in dieser Hinsicht nicht beschweren, da mir das auch stets von meinem Chef ermöglicht wird. Leider bin ich wiederum auch hier eine Ausnahme und es ist nicht selbstverständlich, was es aber aus meiner Sicht sein sollte. Wir sollten immer auf dem neusten Stand bleiben und auch eine Auffrischung ist nie verkehrt, aber bitte kompetente Fortbildungen, die wirkliches Wissen vermitteln und keine endlosen firmenabhängigen Produktschulungen oder nur ständige Kosmetikseminare.
Ich kann von mir behaupten in jedem Bereich der Apotheke einsatzfähig zu sein, bin QMB, und wäre durchaus in der Lage die Apotheke zur Not sprichwörtlich allein zu schmeißen, worüber sich auch mein Chef im Klaren ist. Und selbst hier herrscht Kopfschütteln über die neue Apothekenbetriebsordnung.
Ich denke es ist der falsche Weg zu glauben das der Apotheker allein, und nur er den Apotheken Sicherheit im weiteren Bestehen und einen Qualitätsstempel verleiht. Apotheker sind teuer, und wenn alles nur noch der Apotheker machen darf/muss, dann müssen immer mehr Apotheker eingestellt werden. Und jeder Apothekeninhaber will verständlicherweise auch was verdienen, und irgendwoher muss ja das Geld für die ganzen neuen Apotheker kommen, die ja viel teurer sind als PTA oder Pharmazieingenieure. Also werden die Preise wieder teurer, womit der Konkurrenz aus dem Internet die Tür noch mehr offen steht als jetzt ohnehin schon, und die Tendenz wird dann wohl doch irgendwann in Richtung 2x2m Apothekenbereich im Supermarkt hinauslaufen. Und ich dachte, dass genau das eigentlich verhindert werden sollte. Aber nur auf den Apotheker zu schwören und den Alltag im Papierkrieg zu ersticken, weil alles bis ins aller kleinste Detail kommentiert werden muss, ist wohl mehr ein Schuss in den Ofen.
Die neue Apothekenbetriebsordnung ist wohl eher eine Katastrophe als eine Verbesserung geworden.

#14 |
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Gastapothekerin
Gastapothekerin

Arbeite seit 6 Jahren in der Schweiz als Apothekerin, hier ist die Ausbildung extrem stark auf KV und Kundenberatung ausgelegt und weniger als Labor/Crememischer. Mit 5-6 Pharmaassisteten auf 1 Apotheker im Durchschnitt ist es so dass die PA den Einkauf, das Lager, den Wareneingang und das Bedienen macht. Der Apo soll alles auch können, ist aber eher Ansprechperson als Ausführender. Allerdings müssen PA alle Rezepte mit Medikamenten vor Abgabe nocheinmal zur Unterschrift zeigen, denn schliesslich haften die Studierten für alle Vorgänge. Fortbildungen gibt es für beide Berufsgruppen, aber es gilt für alle: Gutes Wissen ist nur mit einem Chef zu erreichen, der hinter einem steht und auch die Zeit für eine Fortbildung ermöglicht. Die Bezahlung, naja, es reicht definitiv für einen, ein Paar kann gut leben, aber mit Kindern wird es schon schwierig.
ich respektiere Jede in ihrer Art, solange auch sie Respekt und Ineresse am Beruf hat, Kollegen die das nicht tun, bekommen das Leben schon schwergemacht (6 PA : 1 Apo….)

#13 |
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Selbstst. Apotheker

Hallo, ich bin Apotheken Inhaber und predige seit Jahren (Jahrzehnten!), dass die Berufsbilder in der Apotheke angepasst werden müssen. Wir benötigen PKA, PTA und Pharmazie-Ingenieure. Das könnte EIN Berufswerdegang sein mit verschiedenen Ausbildungsabschnitten. Bereits ausgebildete PKA und PTA sollten dort einsteigen können und der Beruf PhIng sollten wiederbelebt werden.

Ein Überangebot an PTA gibt es übrigens nicht. Das ist nur örtlich sehr unterschiedlich. Hier gibt es überhaupt kein pharmazeutischen Personal.
Zum Thema schlechte Arbeitszeiten: also da gibt es ganz andere Berufe mit deutlich schlechteren Arbeitszeiten. Die Öffnungszeiten sind nur mal so wie sie sind. DAS kann man sich vor der Berufwahl überlegen.
Frust mit Senioren: Wer das so empfindet ist wirklich fehl am Platz in diesem Beruf und auch das wusste man VOR der Ausbildung.
Ich finde das ist eins der schönsten Dinge an unserem Beruf: den Menschen helfen! Gesundheit ist das höchste Gut im Leben.
Zurürck zur Ausbildung und den Schulen. PTA Schulen verschwenden Geld ohne Ende. Das das mal gegen die Wand fährt ist klar.
PKA Ausbildung sollte max 2 Jahre dauern , dann eine Zusatzausbildung als PTA finanziert durch die Apotheke. Ebenso die Weiterbildung zum PhIng.

Aber es tut sich nix. Danke für den Artikel hier. Endlich sprich man wenigstens drüber, aber auf ein radikale Änderung werden wir noch lange warten.

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Anja Hermann
Anja Hermann

Ich lege sicher nicht die Hände in denSchoß, aber gegen ein System anzukämpfen was, von der Politik so und nicht anders gelöst wird erscheint mir sinnlos. Ich war damals bei der Demo der Standesvertreter der Apotheken in München dabei, 2004 war das, meine ich. Und was tun unsere Apothekerverbände denn seitdem? Nichts! Keine Gegenwehr gegen dieses irrwitzige Rabattsystem mit all ihren aberwitzigen Konsequenzen. Ich mag meinen Beruf, auch wenn ich es traurig finde, dass man eben eine idealistische Grundeinstellung braucht und man von hirnlosen Formalitäten vom wichtigsten abgehalten wird. Vom Menschen der vor einem steht und sich die bestmöglichste Beratung wünscht. Und das zu einem Gehalt wo man grad so über die Runden kommt.

#11 |
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Gast
Gast

Liebe Frau Hermann,
ich muss Ketzergast recht geben.
Es kann nicht immer nur Leute wie Sie geben, die die Hände in den Schoß legen und zusehen, wie unser Berufsstand in den Dreck und damit in den Abgrund gezogen wird.
Es muss Leute geben, die den (gewollten?) Niedergang bemerken und endlich mal etwas sagen.
Zu Herrn Trybus: Bravo, gut gemacht, ich freue mich für Sie!
In irgendeiner Apotheke bei Hungerlohn und einem womöglich menschlich inkompetenten Vorgesetzten (Sehr häufig bei Apothekern, habe ich mir sagen lassen) zu versauern, ist falsch.
Man sollte dahin gehen, wo man geschätzt und gemocht wird zu einer angemessenen Vergütung.

#10 |
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Apotheker

Sehr viele Approbierte wissen die Kompentenz der PTA zu schätzen. Leider aber ist noch ein Überangebot an Pharmazeutischen Personal vorhanden. Daher resultiert die schlechte Bezahlung. Jedem Berufsinteressenten sollte man auf die Tarife hinweisen. Es ist leider darüberhinaus für pharmazeutisches Personal nicht möglich eine Altersversorgung durch eine zusätzliche Versicherung zu finanzieren. Eine PTA hat ca 1300 -1400 € zum Leben zur Verfügung (Steuerklasse I). Approbierte dürften im Sonntagsdienst auch am unteren Ende der Lohnskala liegen. Ich wünsche allen, das der Personalüberhang abnimmt und jeder eine adäquate Vergütung erhält !

#9 |
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Eva Gonder
Eva Gonder

Bei solchen Kommentaren, wie man sie von Frau Neusetzer hört, geht mit die Hutschnur hoch. Liebe Frau Neusetzer, die Apothekenberufe sind nicht deshalb so unattraktiv, weil sie unter den Jugendlichen weitgehend unbekannt sind. – Nein! Haben Sie einmal einen Blick auf die gehaltszettel geworfen? Da könnte Ihnen ein Licht aufgehen!
Ich bin selbst PKA und PTA – und bin nach 10 Berufsjahren bei Hungerlohn aus der Apotheke geflüchtet. Nach einem Lehramts-Studium weiß ich jetzt, dass gute Arbeit anständig bezahlt werden muss. Und ich rate allen meinen Schülern von einem Beruf ab, der sie später in die Altersarmut stürzen wird. Hier liegt das Problem, liebe Leute!

Eva

#8 |
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Oliver Trybus
Oliver Trybus

Tja selber schuld.hab als Pta mit einser schnitt in der Apotheke für einen Hungerlohn geschuftet.die Apotheker wissen praktisch keine salbe oder Kapsel anzufertigen.bei der Beratung gab es auch keine Unterschiede.Kunden am laufenden Band.die Ausbildung bekommt man nicht vergütet im Gegenteil man bezahlt diese privat und muss zu sehen wie man klar kommt.Und der Lohn.haha Urlaubstage ein Witz.Bin auch entsprechend in eine pharnafirma gegangen und arbeite als Team Leiter.doppelt so viel Gehalt.mehr Urlaub und Freude.ich kenne so viele pta die ebenfalls wechseln wollen weil man nix verdient und die Apotheker bekommen das drei fache…für was bitte?selber schuld.ich habe drei mal so viel Umsatz gemacht.der Job mit den Menschen hat Spaß gemacht aber warum sollte man es machen?bei Lidl an der Kasse gibt es mehr.wenn man dann noch die Ausbildung abzieht oh oh.sind es die ersten Jahre viel viel weniger als Hartz 4

#7 |
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Tabea Ganz
Tabea Ganz

In der Schweiz heißt der analoge Beruf “Pharma-Assistentin” und ist PTA u. PKA in Einem. Mit Beraten, Verkaufen, Anfertigen von Rezepturen, Wareneingang usw. (also allem kaufmännischem), mit allem, was dazugehört. Da stellt sich diese Frage gar nicht und man hat sogar mehr Abwechslung. Es gibt zwar noch die Pharma-Betriebsassistentin, die wesentlich mehr administrative und kaufmännische Aufgaben hat, aber das hat dann mehr mit der Krankenkassenabrechnung usw. zu tun und bei vollem Laden darf sie genau wie die PA’s Kunden beraten und Arzneimittel verkaufen.
– Von einer Pharma-Assistentin die in Deutschland lebt

#6 |
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Gast
Gast

Hallo,
Die Apotheker werden sich noch umgucken.Das Ausbildungssystem ist dabei vor die Wand zu fahren, wenn die Apotheker nicht einsehen, dass Sie was tun müssen für guten Nachwuchs!
Jammern können alle Apotheker, das Sie gerne gutes und Kompetentes Personal haben wollen, aber bezahlen will keiner die Ausbildung!
Die Lehrlinge sowieso nicht, weil wer gut ist, sucht sich in einer anderen Branche was wo er Geld bekommt und nicht noch erst 9.000 € bezahlen muss! Oder man studiert gleich.
Es ist so gewollt und keinen kümmert es!
Schauen wir mal, wo wir am Ende landen.

#5 |
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Anja Hermann
Anja Hermann

Das klingt ja alles sehr düster?
Bin seit über 20 Jahren als PTA in einer öffentlichen Apotheke tätig, und hab auch schon das ein oder andere mal den Arbeitgeber gewechselt, aus unterschiedlichen Gründen. Bin gegen solch eine strikte Schwarzmalerei ein wenig allergisch.
Vielleicht sollten Sie einfach mal den Arbeitsplatz wechseln?
Natürlich wird es einem nicht immer gerade einfach gemacht, und die Kunden sind auch nicht immer leicht zufriedenzustellen. Aber deswegen ist der Beruf der PTA in der Apotheke nicht per se immer schlecht!
Vlt haben Sie sich einfach für den falschen Beruf entschieden?

Und haben vlt die Gelegenheit verpasst zu wechseln? Keine Ahnung, aber mit der Einstellung werden sie sicher keine Freude mehr in ihrem Beruf empfinden.
Ich schätze meine Arbeit und mein Chef tut das auch. Vlt sollten sie für sich entscheiden, wie es für sie weitergehen soll. Ohne es für alle madig zu machen.
Jeder Beruf hat seine Schattenseiten!
Alles Gute für Sie !
PS : Die Rabattverträge sind für alle ein Greuel, aber wir können es nun mal nicht ändern, und die Politik bewegt sich eben nicht. Soll ich mir deswegen jeden Tag versauen?

#4 |
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Ketzer – PTA
Ketzer – PTA

Es ist überhaupt kein Wunder, dass die PTAs aus den öffentlichen Apotheken flüchten.
Den Beruf, den ich gelernt habe, darf ich mittlerweile nicht mehr ausüben!
Nur ein paar Stichworte: Schlechte Bezahlung, unmögliche Arbeitszeiten jenseits von Gut und Böse, teilweise menschlich total inkompetente Approbierte, die meinen PTAs seien nur Fussvolk, täglicher Kontakt mit bösartigen Senioren, Diskussionen über die Rabattverträge und zum kröhnenden Abschluss, der Kernkompetenz, die Anfertigung von Rezepturen beraubt.
Warum?
Ganz einfach: Die neue Apothekenbetriebsordnung stellt den Beruf von PTAs als unfähig, überwachungsnötig und inkompetent dar.
Ein Beispiel?
Mittlerweile muss ein Apotheker, der, wie in meinem Falle, seit 25 Jahren weder eine Fantaschale noch einen Pistill in der Hand hatte (Topitec, das fremde Wesen), meine Plausibilität machen (weil PTAs das ja nicht können….muss man nicht verstehen)
Heraus kommen Sachen wie 20% Aqua in Ung. Basalis sind drei Monate haltbar, ungepufferte Ery – Creme ohne Standatisierung sechs Monate und derartige Scherze.
Sagen darf man nichts, denn die Erlauchten Herrschaften haben ja studiert und sind uns damit vorgesetzt…
Ich bereue es zutiefst, diesen Beruf ergriffen zu haben und würde es niemanden jemals wieder empfehlen.
Unterdrückt von den eigenen Vorgesetzten, betrogen und erniedrigt vom Gesetz und dazu noch überfordert (Arbeit von PTA und PKA zusammen, plus Kundenaufkommen plus Rezeptur plus QMS plus Dokumentation plus Labor plus plus plus……) und unterbezahlt.
Eine wundervolle Kombination!

Jeder und jedem PTA, der das hier liest, sei empfohlen: Packt eure Sachen, wenn ihr zustimmen könnt und sucht euch einen anderen Job.
Wir müssen uns nicht kleiner darstellen, als wir sind.
Geht dahin, wo man euch schätzt und nicht nur duldet, sucht euch einen netten Vorgesetzten, der euch nicht wie Abfall behandelt und bezahlt (Originalzitat: “PTA=Phantastisch-teure Abgestellte”).

Solange unsere Chefs nicht sehen, wie wertvoll wir sind, solange werden wir so klein bleiben, wie uns das Gesetz und die Apotheker halten wollen, solange wird sich überhaupt nichts ändern.
Wehrt euch!

#3 |
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Apotheker

oh sorry. war gendermässig ein faux pas.
Trauere natürlich DER Vorexaminierten nach. hoffe, ich werde nicht gesteinigt

#2 |
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Apotheker

in kleinen Apotheken kann auch der Chef den Wareneingang managen. Und die PTA darf zu wenig, um den Chef wirklich zu entlasten. Traure immer noch dem Vorexaminierten nach. Das war eine Fehlentscheidung, die wir noch heut büssen.
Aber die da oben wissen es ja immer besser.

#1 |
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