Betäubungsmittelrecht: Weg mit alten Zöpfen

13. März 2015
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Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) fordert einschneidende Änderungen am Betäubungsmittelgesetz – etwa Schadensminimierung statt Abstinenz. Politiker halten einen Paradigmenwechsel auch für überfällig. Sie denken laut über den medizinischen Einsatz von Cannabis nach.

Zeitreise in das Jahr 1971: Als das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verabschiedet wurde, hatten Politiker ein erklärtes Ziel. Sie wollten mit strafrechtlichen Maßnahmen gegen die überbordende Drogenwelle angehen. Erfolge blieben aus. „Im folgenden Jahrzehnt verhinderte eben dieses BtMG eine rasche und pragmatische Antwort auf die rasante Ausbreitung des AIDS-Virus unter den Heroinabhängigen, weil Substitution verboten war und das Prinzip der Schadensminderung in Deutschland offiziell nicht anerkannt war“, schreibt die DGS.

Mehrere Anpassungen

Die Kritik blieb nicht aus. Und so entschlossen sich Politiker, 1982 einen Passus über „Therapie statt Strafe“ einzubringen. Im Jahr 2014 folgte mit der Bundestagsdrucksache 18/2937 ein Überblick zu Novellierungen. Defizite sieht die DGS unter anderem bei der Einrichtung von Drogenkonsumräumen, bei der unsicheren Rechtslage für Substitutionsärzte, bei der Abgabe von Heroin zur Substitutionsbehandlung und bei der Abgabe von Einmalspritzen in Haftanstalten. Damit nicht genug: Seit 1994 hätten es Bund und Länder nicht geschafft, das Prinzip „Hilfe statt Strafe“ im Auftrag des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen, heißt es weiter. Einheitliche Obergrenzen für den Besitz von Cannabis fehlen bislang.

Neue Strategien gegen alte Probleme

Jetzt fordern DGS-Mitglieder, BtMG-Inhalte auf den Prüfstand zu stellen. „Das Abstinenzdogma war die suchtmedizinisch-wissenschaftliche Grundlage für die kompromisslose Ausrichtung des Gesetzes – deshalb ist der Gesetzgeber gut beraten, das BtMG zu überprüfen.“ Experten sehen hier die Schadensminimierung im Mittelpunkt, analog zum kontrollierten Trinken bei Alkoholabusus. Bei neuen psychoaktiven Substanzen gäbe es bislang nur Verbote. Sinnvoll wäre, Drogen straffrei auf ihre Zusammensetzung zu überprüfen, wie heute schon in der Schweiz, in Österreich oder in den Niederlanden. Und nicht zuletzt ist Cannabis ein Thema. „Das BtMG hat die Erforschung medizinischer Eigenschaften des Hanfs mehrere Jahrzehnte lang behindert“, heißt es in der Resolution. Stattdessen seien Patienten „zu Kriminellen erklärt worden“. Das könnte sich bald ändern: Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat erklärt, den Cannabis-Gebrauch für medizinische Indikationen zu erleichtern.

15 Wertungen (4.53 ø)

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25 Kommentare:

Leser
Leser

Sorry für das Vertauschen von “suchtfreier Allgemeinheit” durch “drogenfreie Gesellschaft” – schwierig und für mich noch ungewohnt, mit einem Smartphone solche Texte zu verfassen und das Original im Kopf zu behalten, zudem vorne noch ein Vortrag zu einem anderen Thema lief – aber ich habe Ihnen meine Gründe genannt, #1 stellen Sie so halb “nicht immer verhindert” ins Abseits, aber was ist das für ein Verbot, das in der Summe GAR NICHTS bei den Konsummengen bewirkt (EMCDDA, Dr. Gaßmann)? Bleiben außerdem noch #2…#5.

#25 |
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Arzt
Arzt

Herr @Leser, sie müssen nicht Dinge attackieren die keiner fordert, das nennt man die ignoratio elenchi- oder moderner Red Herring-Fehlargumentation, die sich durch alle Ihre Beiträge verfolgen lässt.
Eine “drogenfreie Gesellschaft” ist so unwahrscheinlich, wie eine Gesellschaft ohne Kriminalität, man unterscheidet Länder auch kriminalistisch z.B. in der Mord-Rate, hoch interessant, auch hier ist die USA KEIN Vorbild. Die Tatsache also, dass auch ein Verbot eine Handlung nicht (immer) verhindert, ist noch kein Argument gegen ein Verbot. Und dass Sie das mit der Unfallversicherung nicht verstehen und der Selbstverantwortung für Schäden, auch für die, die daran verdienen, spricht wirklich Bände für Ihre Motivation.
Mit der Antiraucher-Kampagne ist man doch in der “westlichen Welt” schon einen großen Schritt weiter gekommen trotz heftigster Gegenwehr der Tabak-Lobby, man muss nur einen Blick in entsprechende Foren werfen, denen der deutliche Rückgang des Lungenkrebses (bei Männern) offenbar völlig gleichgültig ist. Hier ist die USA ausnahmsweise mal eher Vorbild, aber auch z.B. Irland mit seiner traditionellen Kneipenkultur, wo nicht mehr geraucht wird.
Es gibt nicht den geringsten Grund hier einen Strategiewechsel vorzunehmen,
jedenfalls sind sie da in einem angeblichen Ärzte-Forum total an der falschen Adresse. Ausnahmen bestätigen die Regel.

#24 |
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Leser
Leser

@Arzt#21 kurz zu Ihren Behauptungen: Welche Interessen in Amerika mit dem Colorado Amentment 64 verbunden sind hat mit den Interessen in Deutschland erst einmal gar nichts zu tun. Da kann jeder sein eigenes Ding fahren. Sicher werden die Initiatoren letzten Freitag im Bundestag auch hierauf geschaut haben. Und: Der CA 64 war eine VOLKSInitiative! Bürgerinitiativen wären Deutscher HanfVerband, Hanfparade, die Petition Cannabis als Medizin, die morgen im Bundestag behandelt wird, Global Marijuna March Anfang Mai in vielen Städten Deutschlands.
Was ist den “suchtfreie Gesellschaft” für ein Euphemismus?
Zu den verworrenen Dingen zu Unfallschutz verstehe ich den Zusammenhang zum Thema nicht.

#23 |
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Leser
Leser

Meine Gründe wollen Sie wissen? Können Sie haben, hier die Gründe für eine Legalisierung:

1) Mit einem Drogenverbot lässt sich der Konsum nicht merkbar beeinflussen – kurz, das DrogenVERBOT greift nicht – Quelle: EMCDDA Report 2011, Dr. Gaßmann, Leiter der DHS

2) Warum ist Hanf illegal, während die gefährlichste aller Drogen, Alkohol, legal ist? – Quelle: Prof. Nutt, The Lancet 2007 u. 2010, Prof. Roques, Prof. Wayne Hall 1997, Prof. Lachenmeier und Rehm, Karlsruhe und Dresden 2015

3) “Cannabis ist ein gutes Mittel zur Bekämpfung der Entzugssymptomatik bei Benzodiazepin-, Opiat- und Alkoholabhängigkeit. Es wird daher auch gern als Ausstiegsdroge bezeichnet. ” Quelle: IACM (cannabis-med.org)

4) Drogenkonsum ist selbstschädigend*, wenn überhaupt – Warum verstößt dann das Strafrecht im BtmG gegen Grundrechte (Artikel 2, (1) Grundgesetz)? – Quelle: Resolution der Strafrechtsprofessoren an den Bundestag, Prof. Böllinger, Dr. Krumdiek, Manifest des Schildower Kreises.
*) Ausnahme Alkohol: Jede dritte Gewalttat geschieht unter Alkoholeinfluss – Quelle: u.a. kenn-dein-limit

5) Die Prohibition schadet den Konsumenten: kein Verbraucher- und kein Jugendschutz, Kriminalisierung der Konsumenten, Förderung riskanter Konsumformen, sie schadet der Gesellschaft, sie fördert kriminelle Strukturen und den Schwarzmarkt, sie ist teuer: Kosten für die Strafverfolgung, Verzicht auf Steuereinnahmen, Quelle: Manifest des Schildower Kreis, Resolution der Strafrechtsprofessoren, “Rauschgiftlage 2013” v. Mortler & Ziercke, Alternativer Drogenbericht 2014

Bitteschön

#22 |
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Arzt
Arzt

Es wird immer verworrener Herr @Leser, das einzige was man aus ihrem Beitrag entnehmen kann ist, dass Sie das BtmG unbedingt lockern wollen, ohne es begründen zu können. Was irgendwelche wie üblich größenwahnsinnigen USA-Experten für die ganze Welt
“an electoral first not only for America but for the world,”
vorschreiben wollen, ist keine ernstzunehmende Begründung für Deutschland.
Die töten auch Menschen in aller Welt mit ihren Drohnen.
Und von der erheblichen Einschränkung der Leistungen gesetzlicher Krankenkassen PRIVATER Unfall- Verletzungen scheinen Sie noch nichts gehört zu haben.
Da bleibt im Extremfall nur Harz IV aber keine Krankenkasse!
Es bleibt also völlig logisch, wenn überhaupt Legalisierung von Drogenkonsum EINSCHLIEßLICH Marihuana, dann nur, wenn die Gesundheitsschäden NICHT von der suchtfreien Allgemeinheit übernommen werden müssen.
Auch für jeden Autofahrer gibt es bei uns eine gesetzliche Haftpflichtversicherung.
Konsequenterweise sollte das natürlich auf Nikotin und Alkohol ausgedehnt werden,
der Anfang ist ja schon mit der hohen Besteuerung gemacht.
Man sollte hier eine Bürgerinitiative starten!

#21 |
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Leser
Leser

Zunächst, Lockerung des BtmG und Alkoholabhängigkeit: Im BtmG und seinen Anlagen findet sich nichts zu Alkohol, das mag ein Anachronismus sein, mag sein, heißt beide haben nichts miteinander zu tun. Eine Lockerung des BtmG kann somit zusätzlichen Konsum von Substanzen aus dem BtmG bedeuten oder aber auch einen Wechsel vom Alkohol weg zu diesen. Was wirklich passiert, ist schwer vorherzusage, aber vielleicht hilft der Blick in Länder mit ähnlicher Praxis.
@Dr. Bayerl#17 Wollen wir Gesetze machen? Gerne, ich bin dabei! BtmG lockern und Alkohol und Tabak mit rein. Zertifizierte Herstellung und kontrollierte Abgabe an Volljährige, Steuern drauf mit festen Anteil für Aufklärung, Prävention und Nachsorge, Keine Werbung im öffentlichen Raum oder TV.
Beispiele wären Colorado Commentment 64 oder der gestrige Vorschlag der Grünen im Bundestag.
#18 #19 Kosten durch Selbstschädigung nicht solidarisch aufbringen? Ja, dann aber auch bei Extremsportlern, Couch Potatoes,Worcaholics und anderen riskanten Lebensformen.
Aktuell ist die Tabaksteuer ein mehrschneidiges Schwert: Sie soll Einnahmen generieren, aber gleichzeitig Konsum eindämmen. Zu hohe Steuern führt zum Ausweichen, wie Schmuggel aus Ländern mit niedrigerer Steuer.
Bei Alkohol ist es noch verworrener und doppelmoralischer.

#20 |
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Gast
Gast

Alkohol- und Drogenabhängige schädigen bekanntlich nicht nur ihre eigene Gesundheit!

#19 |
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Gast
Gast

Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag! Dank an Gast#10 und Dr.Bayerl.
Die Krankenkassenpflicht für die Hersteller und Händler muss natürlich auch auf die Tabakindurstrie und diese eZigaretten ausgedehnt werden, da hier auch die passiven Mitraucher geschädigt werden.
Weshalb sollen das alles die Nichtraucher bezahlen!
Auch hier sollte das Ursacherprinzip angewendet werden.

#18 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Bei Alkohol gibt es durchaus “staatliche” Kontrollen,
die Frage ist allerdings berechtigt, ob sie (nur) der Gesundheit dienen.
Versuchen sie mal Alkohol schwarz zu brennen, zu importieren, oder damit zu handeln.
Die erste Maßnahme jeder Lockerung der Drogenpolitik wäre daher die strenge Registrierung aller Händler und Hersteller und konsequenterweise auch der geniale Vorschlag von #10 einer Pflichtfinanzierung einer Drogenkrankenkasse durch diese Händler, natürlich einschließlich aller Entziehungskuren.

#17 |
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Gast
Gast

aber aber, Herr@Leser, jetzt kommen Sie völlig vom logischen Denken ab:

“Ich weiß jetzt nicht, was “die erschreckend große Zahl von Alkoholabhängigen” als “Gegenargument zur Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes” dienen soll, denn die und deren Drogen kommen im BtmG oder einer dessen Anlagen gar nicht vor.”

Sie wissen nicht?
Antwort:
“die erschreckend große Zahl von Alkoholabhängigen”

#16 |
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Leser
Leser

@Dr. Bayerl, Nö. Genau deswegen. Ich weiß jetzt nicht, was “die erschreckend große Zahl von Alkoholabhängigen” als “Gegenargument zur Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes” dienen soll, denn die und deren Drogen kommen im BtmG oder einer dessen Anlagen gar nicht vor. Wenn es so wäre, müssten einige §§ des BtmG gründlich überdacht werden. Erfahrungen mit einer Alkohol-Prohibition gab und gibt es in einigen Ländern bereits.

#15 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Herr @Leser, Sie geben wohl nie auf. Ein Glas Bier oder ein Gläschen Wein ist wirklich noch kein medizinisches Problem, selbst wenn man wie ich an eine (behauptete) positive Stoffwechselwirkung nicht glaubt, die liegt eher im “gesellschaftlichen” Bereich, in dem aber “Kontrollverlust” NICHT akzeptiert wird.
Insofern ist #10 zuzustimmen,
dass die erschreckend große Zahl von Alkoholabhängigen eher ein Gegenargument zur Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes darstellt.
Im Gegenteil, hier gibt es noch bekannte Lücken, die der Gesetzgeber beschämenderweise immer noch nicht geschlossen hat.

freundliche Grüße

#14 |
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Leser
Leser

zu “Alkohol keineswegs gefährlichste Droge”

DJ Nutt and others. Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis. Lancet 2010; 376: 1558 http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2810%2961462-6/abstract
MCDA modelling showed that heroin, crack cocaine, and metamfetamine were the most harmful drugs to individuals (part scores 34, 37, and 32, respectively), whereas alcohol, heroin, and crack cocaine were the most harmful to others (46, 21, and 17, respectively). Overall, alcohol was the most harmful drug (overall harm score 72), with heroin (55) and crack cocaine (54) in second and third places.

Comparative risk assessment of alcohol, tobacco, cannabis and other illicit drugs using the margin of exposure approach (MOE),
Dirk W. Lachenmeier & Jürgen Rehm, nature, 2015
http://www.nature.com/srep/2015/150130/srep08126/full/srep08126.html

Letzteres (MOE) entspricht dem “Therapeutischen Index” und der liegt bei Cannabinoiden wesentlich höher als bei Alkohol und bestimmten Opiaten: For individual exposure the four substances alcohol, nicotine, cocaine and heroin fall into the “high risk” category with MOE < 10, the rest of the compounds except THC fall into the “risk” category with MOE < 100. THC liegt darüber (sicherer). Bezieht man das auf die Bevölkerung und die aktuellen Prävalenzzahlen mit ein, liegen Größenordnungen zwischen den Risiken von Alkohol und Cannabis bzw. Ecstasy.
Soviel zur aktuellen Studienlage von wegen "Alkohol ist KEINESWEGS die gefährlichste Droge" und so gesehen müssten die Krankenkassen allein schon bei Vorhandensein von Alkohol (von Mundwasser oder vergälltem abgesehen) im Haushalt ihren Kunden fristlos kündigen.

Haben Sie was aktuelleres evidenzbasiertes? Dann her damit!

#13 |
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Leser
Leser

Die Begriffsbildung Abstinenztaliban stammt nicht von mir; ich halte die Abstinenztherapie als wichtigste, aber nicht die ausschließliche Therapie auf diesem Gebiet.

Zu “neuroprotektiv” und Cannabis, ich beschränke mich mal auf Cannabinoide – aha, vermutlich zweifeln Sie auch die Existenz von THC, CBD, CBG, Anandamid etc. als solche an, denn in der Entdeckung und Synthese der Cannabinoide war Raphael Mechoulam der Pionier und Altmeister. Von demselben stammen aber auch Forschungsergebnisse vom Jahre 1996! an zur neuroprotektiven Wirkung der Cannabinoide HU-210, HU-211 als auch zu weiteren Cannabinoiden einschließlich CBD und THC!

Endocannabinoid signaling in neurotoxicity and neuroprotection.
Pope C, Mechoulam R, Parsons L., 2010

Cannabinoids: between neuroprotection and neurotoxicity.
Sarne Y, Mechoulam R., 2005, Abstract:
Cannabinoids, such as THC, present in the cannabis plant, as well as anandamide and 2-arachidonoyl glycerol, produced by the mammalian body, have been shown to protect the brain from various insults and to improve several neurodegenerative diseases. … In many experimental set-ups, cannabinoid neurotoxicity, particularly by THC, resides side by side with neuroprotection. (BTW: The dose makes the poison).

Und weitere Studien ohne ihn:

Effect of marijuana use on outcomes in traumatic brain injury.
Nguyen BM, Kim D, Bricker S, Bongard F, Neville A, Putnam B, Smith J, Plurad D.
2014.

Cannabidiol: pharmacology and potential therapeutic role in epilepsy and other neuropsychiatric disorders.
Devinsky O, Cilio MR, Cross H, Fernandez-Ruiz J, … Epilepsia. 2014

Δ9-THC prevents methamphetamine-induced neurotoxicity.
Castelli MP, Madeddu C, Casti A, PLoS One. 2014

Sorry, Sie müssten mir schon den Zugang zu med. Wissensdatenbanken wie Pubmed sperren :-)

#12 |
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Gast
Gast

Ich hab auch den Eindruck,
dass “der Staat” gar nicht so abgeneigt ist,
der Ruf nach einer neuen Steuer ist ja auch schon ertönt,
die grünen und linken sind da Weltmeister.
Es gibt ja immer noch genug Gesunde, die bezahlen können.

#11 |
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Gast
Gast

Alkohol ist KEINESWEGS die “gefährlichste” Droge, sondern nur die häufigste,
schlicht weil sie NICHT verboten ist.
Es gehört ja nun wirklich nicht all zu viel Intelligenz dazu, das zu erkennen.
Man sollte eine eigene “Krankenkasse” bilden, die die Alkoholhersteller zwangsfinanzieren müssten.
Schließlich war die Feststellung, dass Alkoholabhängigkeit plötzlich eine bedauernswerte “Krankheit” sein soll, die die “Gesunden” zu zahlen hätten, letztlich eine politische bzw. juristische (Sozialgericht), nicht eine medizinische.
Das gleiche für Tabak- und Nikotin-Produkte. Beide zusammen machen ja angeblich um die 100 Milliarden Steuereinnahmen, die der Staat zwar kassiert, aber nicht in die Krankenkassen steckt!

Und wenn weiter Drogen zugelassen werden, müssten alle Hersteller und Händler selbstverständlich ebenso zwangsregistriert und zur Kasse gebeten werde.

#10 |
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Gast
Gast

@Herr/Frau Leser, Sie würden wesentlich glaubwürdiger wirken, wenn Sie Cannabis nicht “neuroprotektiv” nennen würden obwohl es zweifellos neurotoxisch ist.
Gerade, wenn einer sehr sachkundig ist, muss eine solche Unwahrheit wohl Vorsatz sein, ebenso wie die Bezeichnung “Abstinenztaliban”.

#9 |
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Leser
Leser

@Ärztin: Andere mit “Drogenmaf-fia” zu beschimpfen ist schon abartig. Ich weiß ja nicht, wer “wir” ist. Ich weiß nur, dass es Regierungspolitikern, gerade in Deutschland, nicht um die Gesundheit der Bürger geht, sondern dass das ein vorgeschobenes Argument ist. Wie anders erklären Sie sich, dass Frau Drogenbeauftragte Mortler (CSU) und ihre Parteikollegen sich mit einer der gefährlichsten Drogen, dem Alkohol *, sich auf verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen feiern lassen (* Roques 1997, Nutt in The Lancet 2007 u. 2010, Lachenmeier und Rehm 2015), ähnlich auch die Ex-Minister Beckstein und Wiesheu. @Malcolm Kyle, danke für die Hinweise zur Verlogenheit der Drogenpolitik der USA in den letzten 40 Jahren! Der offiziell geführte “Krieg gegen die Drogen” hat nicht zu einer Verringerung des Konsums sondern nur zur Destabilisierung der Gesellschaften der erzeugenden Ländern geführt (Kolumbien, Bolivien, Mexiko, ähnlich auch Afghanistan).

In http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-04/drogenpolitik-deutschland-cannabis/seite-2 hat die Autorin dort meine Vorstellung der Probleme der Prohibition sehr gut wiedergegeben.

Im Moment haben wir zwei Extremsituationen vorliegen: Den nicht kontrollierbaren Schwarzmarkt der illegalen Drogen und den ebenfalls nur schwach mit Auflagen belegten Alkohol-Markt mit Werbung im öffentlichen Raum und TV und Kaufmöglichkeiten zu kaum bremsenden Preisen 24/7 die Woche in allen Supermärkten, Tankstellen usw.
Dagegen haben die Beschränkungen und die Besteuerung von Tabakwaren zu einen spürbaren Rückgang bei den Erstkonsumenten geführt, ohne dass deswegen auch nur ein Konsument (Raucher) mit Haftstrafen belegt oder zwangstherapiert (Therapie statt Strafe) wurde, wobei da weiterhin Reserven bestehen (z.B. Werbung im öffentlichen Raum).

Wenn Sie mehr von meinem Standpunkt wissen wollen: Die Reports der Global Commsission on Drug Policy, die Artikelserie “High Time” der New York Times, beginnend vom 26.7. letzten Jahres an: “Repeal Prohibition, Again”, die Resolution der Strafrechtsprofessoren an den Deutschen Bundestag vom vorletzten Jahr, das Manifest des Schildower Kreises. Fakten liefern u.a. die Berichte der EMCDDA, Reitox, DBDD, auch die Rauschgiftlage 2013 von Mortler und Ziercke und der Alternative Drogenbericht dazu.

Apropos Abstinenz: Abstinenz KANN eine Option sein und ich werde mich hüten, einen Abstinzler ob seines Umgangs mit Drogen oder Süchten zu belächeln, beschimpfen, überrumpeln oder was auch immer, sondern werde seinen Lebensstil achten und bestärken. Aber genau so lehne ich die Abstinenz als DIE (einzige!) Therapie aus Abhängigkeiten heraus ab.

#8 |
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Ärztin
Ärztin

@Leser und @ Anslinger sehr passend zur globalen Drogenmaffia.
Wir wissen inzwischen, dass ihr mit falschen Argumenten den Drogenkonsum ankurbeln wollt. Normale Menschen müssen sich schon mit “Abstinenztaliban” beschimpfen lassen!
Da Alkoholmissbrauch ja nicht verboten ist,
gibt es ganz sicher WENIGER oder MEHR Alkoholkranke als andere Drogensüchtige???
Deutschland soll auch ein Drogenparadies werden?
Doccheck gibt sich ja auch die größte Mühe.
Auch von mir Dank an
Malcolm Kyle
seine Links sagen was wirklich gespielt wird,
sie sagen, dass Regierungen schon unterwandert sind durch Kriminelle.

#7 |
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Leser
Leser

Die Prohibition bringt die Probleme hervor, die sie zu bekämpfen vorgibt. Die Prohibition ist kontraproduktiv.

#6 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Malcolm Kyle Danke für die Quellen!

#5 |
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Malcolm Kyle
Malcolm Kyle

“Der größten Drogenhändler soll ja der US-Geheimdienst selbst sein.
Seit Einmarsch der Amerikaner in Afganistan soll sich dort der Opiumanbau ver-vierzig-facht haben.”

For far more detailed information kindly google any of the following:

* The Big White Lie: The CIA and the Cocaine/Crack Epidemic by former DEA agent Michael Levine
* Dark Alliance: The CIA, the Contras, and the Crack Cocaine Explosion by Pulitzer Prize–winning journalist Gary Webb
* Whiteout: The CIA, Drugs and the Press by Alexander Cockburn and Jeffrey St. Clair
* The Politics of Heroin: CIA Complicity in the Global Drug Trade by Alfred W. McCoy
* The Underground Empire: Where Crime and Governments Embrace by James Mills
* Compromised: Clinton, Bush and the CIA by Terry Reed, (a former Air Force Intelligence operative) and John Cummings (a former prize-winning investigative reporter at N.Y Newsday)

#4 |
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Gast
Gast

Na klar ist das eine Utopie, ebenso wie eine Gesellschaft ohne Kranke.
Das muss aber nicht heißen, dass man Ärzte abschaffen sollte.
Der größten Drogenhändler soll ja der US-Geheimdienst selbst sein.
Seit Einmarsch der Amerikaner in Afganistan soll sich dort der Opiumanbau ver-vierzig-facht haben.

#3 |
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Anslinger
Anslinger

Mensch und Rausch gehören zusammen, schon immer.
Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Utopie und die Abstinenztaliban hat den von ihr angezettelten “War on Drugs” verloren, kann es nicht wahrhaben und glaubt sie wären moralisch die besseren Menschen, obwohl mehr Menschen durch den Krieg gegen die Drogen sterben als durch Drogenkonsum.
Das ist bösartig !

#2 |
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Gast
Gast

Der goldene Weg (Abstinenz) ist kein alter Zopf!
Wie kann man nur so bösartig sein?
Ein Volk von Abhängigen?

#1 |
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