Autoimmunerkrankungen: Heavy Metal im Körper

6. März 2015
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Quecksilber – das umstrittene Schwermetall steht erneut im Mittelpunkt wissenschaftlicher Studien. Bereits geringe Dosen organischer Quecksilberverbindungen triggern Autoimmunprozesse im Körper. Zeit, Ernährungsempfehlungen kritisch zu überdenken.

Nach wie vor hat Quecksilber eine große Bedeutung in der Medizin, der Chemie und der Technik. Aus unsachgemäß entsorgten Resten entstehen in der Nahrungskette durch Biomethylierung toxikologisch besonders relevante, organische Verbindungen. Über belasteten Seefisch nehmen wir derartige Derivate auf. Mögliche Folgen: Schäden am Nervensystem, an inneren Organen und am ungeborenen Leben. Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass diese Stoffe auch unser Immunsystem negativ beeinflussen.

ANA in Angriffsposition

Sie werteten Daten von 1.352 Frauen aus. Bei allen Probandinnen wurden im Zeitraum von 1999 bis 2004 Daten erhoben. Toxikologen untersuchten Haare, Blut und Urin auf  Quecksilberspuren. Die Belastung wurde quantifiziert und mit dem Titer antinukleärer Antikörper (ANA) in Korrelation gesetzt. Zum Hintergrund: ANA-Werte erhöhen sich bei vielen Autoimmunerkrankungen. Diese Proteine richten sich gegen Kernbestandteile eigener Körperzellen. Etwa 16 Prozent aller Probandinnen waren ANA-positiv.

Riskante Werte

Hohe Quecksilberwerte im Urin standen in keiner Korrelation zum ANA-Titer – über diesen Weg scheidet unser Körper vor allem anorganische Quecksilbersalze aus. Bei organischen Quecksilberverbindungen gingen ANA-Werte jedoch um das Vierfache nach oben. Selbst geringe Konzentrationen des Schwermetalls, die Autoren sprechen von weniger als 0,37 ppm, entpuppten sich bei der Studie als Risiko hinsichtlich antinukleärer Antikörper. Schlussendlich lag eine Dosis-Wirkungs-Beziehung vor.

Gesund oder giftig

Zum Erkenntnisgewinn selbst: Momentan rät die US Food and Drug Administration (FDA) schwangeren Frauen zu zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche. Im Mittelpunkt stehen Lachs oder Thunfisch mit vergleichsweise niedriger Quecksilberbelastung. Da auch kleine Mengen schon biologische Effekte zeigen, muss der Ratschlag jetzt kritisch überprüft werden.

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1 Kommentar:

Uwe Dietze
Uwe Dietze

In diesem Zusammenhang frage ich mich, wieso ein Erzeugnis wie Meditonsin noch nicht verboten wurde, da es eine Quecksilberbverbindung enthält. Oder will der Hersteller uns weismachen, dass ein homöopathisch verdünntes Quecksilber anders zu bewerten ist? Das Gleiche gilt auch für andere Homöopathika die Mercurius oxycyanatus und andere Quecksilberverbindungen enthalten. Eine unbedenkliche schwache Dosierung sollte es hier nicht geben, auch wenn die Globuli-Lobby eine andere Meinung hat.

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