Varizen: Valvuloplastie mit Langzeiteffekt

26. Februar 2015
Teilen

Eine Langzeitauswertung unter Patienten mit Varizen hat gezeigt, dass die extraluminale Valvuloplastie nachhaltig wirksam ist. Bei diesem Verfahren werden die Venenklappen mithilfe einer Kunststoffhaut repariert. Selbst nach 10 Jahren waren die Venen noch überwiegend erhalten.

Die Standardtherapien bei Varizen sind die operative Entfernung oder die Verödung der Stammvene mittels Laser oder Radiowellen. Zwar ist die Krampfader damit beseitigt, jedoch verliert der Patient auch wertvolle Gefäßsubstanz, das mitunter für Bypassoperationen am Herzen oder an den Beinarterien dringend benötigt wird. Seit einigen Jahren gibt es als Alternative zur Entfernung oder Zerstörung der Krampfadern die Möglichkeit, die Venenklappen zu reparieren.

„Innerer Stützstrumpf“ macht Klappen dicht

In einer Auswertung von Langzeitdaten konnten Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Prof. Dr. Achim Mumme nun zeigen, dass diese Therapie langfristig wirksam ist. Sie empfehlen, die unterschiedlichen Therapieoptionen zunächst gründlich zu prüfen, bevor wertvolle Venen zerstört oder entfernt werden.

Als Alternative zu Entfernung oder Zerstörung der großen Stammvene wurde eine venenerhaltende Therapie entwickelt, die seit einigen Jahren auch im deutschsprachigen Raum zunehmend Anwendung findet. Dabei legen Gefäßchirurgen eine enge Kunststoffhaut an kritischen Stellen um die Vene und verengen sie so wieder. Dadurch können die Venenklappen wieder schließen, das Blut nicht mehr nach unten fließen. Die Vene kann sich erholen. Die langfristige Wirksamkeit der sogenannten extraluminalen Valvuloplastie war allerdings bisher ungeklärt.

Therapieoptionen genau abwägen

Phlebologen der Ruhr Universität Bochum haben nun die vorhandene Literatur ausgewertet und konnten zeigen, dass in Nachuntersuchungszeiträumen von bis zu zehn Jahren das Ziel der Venenerhaltung überwiegend erreicht wird. „Damit ist die extraluminale Valvuloplastie eine echte Alternative zur sonst üblichen Therapie, welche die Venen zerstört“, sagt Mumme.

Er plädiert dafür, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung arteriosklerotischer Erkrankungen wie Rauchen, Diabetes mellitus und Hypertonie kritisch zu prüfen, ob Krampfadern wirklich operativ entfernt oder per Laser, Radiowellen oder Schaum verödet werden müssen. „Die extraluminale Valvuloplastie ermöglicht es, das Organ Vene langfristig zu erhalten und sorgt dafür, dass im Bedarfsfall Gefäßsubstanz, etwa für einen Bypass zur Verfügung steht.“

Originalpublikation:

Die extraluminale Valvuloplastie der Vena saphena magna
Achim Mumme et al.; Gefäßchirurgie, doi: 10.1007/s00772-014-1353-7; 2014

68 Wertungen (3.34 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.



Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: