Intersexualität: F, M, X oder Nix?

11. März 2015
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Das binäre Geschlechtersystem gerät weltweit ins Wanken: Hierzulande wird mittlerweile bei uneindeutigem Geschlecht im Geburtenregister diese Angabe weggelassen. Nun hat die BÄK eine Stellungnahme zum Thema DSD/Intersexualität abgegeben – mit weitreichenden Folgen.

Männlich oder weiblich? Diese scheinbar offensichtliche Frage ist in vielen Fällen gar nicht so leicht zu beantworten. In Deutschland werden jährlich etwa 150 Kinder geboren, bei denen eine eindeutige Geschlechtszuweisung nicht möglich ist, die Zahl der Betroffenen wird auf bis zu 120.000 geschätzt. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat nun Ende Januar die Vorabversion einer Stellungnahme zum Thema DSD/Intersexualität veröffentlicht. Darin betont sie, dass „eine Gleichsetzung von DSD mit Fehlbildung oder Krankheit“ nicht angemessen sei. Allerdings gebe es Formen mit Funktionsstörungen, beispielsweise Salzverlust oder Nebenniereninsuffizienz beim Adrenogenitalen Syndrom (AGS, auch CAH für congenital adrenal hyperplasia), die eine Einstufung als behandlungsbedürftige Krankheit rechtfertige.

Trotzdem räumt die BÄK ein, dass in anderen Fällen „dieses Urteil auf stereotypen Vorstellungen von Geschlechtsidentität und -rollen beruhen“ kann, „die sich im Zuge einer unverkennbaren gesellschaftlichen Tendenz zur Flexibilisierung von Geschlechtsidentität und -rollen als rigide erweisen können“. Bricht die BÄK also mit dem binären Geschlechterbild? Mitnichten, denn schon im Folgesatz der Stellungnahme steht, dass „die Geschlechterdualität die Ordnung von Gesellschaften sowie die soziale Identität ihrer Mitglieder nachhaltig prägt und großen Einfluss auf das Wohlbefinden ihrer Mitglieder haben kann“. Dies gelte insbesondere für Kinder, für die der Begriff „Normalität“ eine andere Bedeutung als für Erwachsene annehmen könne.

Krank oder einfach nur anders?

Als klinisch auffällig gilt beispielsweise, wer ein uneindeutiges Genital besitzt, einen Penis kürzer als 2,5 cm hat oder eine Klitoris größer als 0,9 cm aufweist. Betroffene bezeichnen sich beispielsweise als Inter*, Zwitter, Herms (Abkürzung für Hermaphroditen) oder Zwischengeschlechtliche. Der Bezeichnung „Drittes Geschlecht“ steht entgegen, dass es sich bei DSD/Intersexualität um einen Sammelbegriff für Geschlechtsvariationen handelt, die unterschiedliche Ursachen und Konsequenzen haben – ein homogenes drittes Geschlecht als Ergänzung zum dualen Mann-Frau-Geschlechtersystem gibt es daher nicht.

Während DSD/Intersexualität in medizinischen Kreisen als Sammelbezeichnung für Störungen der vorgeburtlichen sexuellen Differenzierung (DSD, disorders of sex development, seltener differences of sex development) gilt, sehen sich viele Betroffene selbst nicht als krank oder gestört – und verweigern folglich auch eine medikamentöse oder operative Geschlechtszuweisung. Die Betroffenen halten eine Zwangsbehandlung für rechts- und menschenrechtswidrig und fordern daher einen grundsätzlichen Verzicht auf geschlechtsangleichende Operationen, außer in medizinischen Notfällen.

Therapieren oder Abwarten?

Eine pauschale Therapieempfehlung bei DSD gibt die BÄK in ihrer Stellungnahme nicht und begründet dies mit dem Fehlen entsprechender Studien. Hier bestehe großer Forschungsbedarf, bis eine evidenzbasierte Therapieempfehlung möglich sei. Um eine bessere Versorgung zu gewährleisten, sollen spezialisierte, interdisziplinär zusammengesetzte Kompetenzzentren gebildet werden. Immerhin stellt die BÄK zumindest fest, dass bei Neugeborenen „in der Regel keine chirurgische Therapie des Genitales indiziert“ sei. Zudem soll beim nicht-einwilligungsfähigen Kind „die Indikation zu operativen Maßnahmen äußerst restriktiv gestellt werden“. Lediglich bei Symptomen mit Krankheitswert, wie Harnverhalt oder Harnwegsinfekten durch Mündungsenge der Harnröhre bzw. des Sinus urogenitalis, sei eine sofortige Behandlung angezeigt.

Medizinische Fachgesellschaften waren da bisher anderer Meinung: Tatsächlich sieht zwar auch die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) in der Regel keine Indikation für eine chirurgische Therapie im Neugeborenenalter. Allerdings gab sie in ihrer jüngsten Leitlinie die Empfehlung von ESPE und LWPES wieder, bei einer Entscheidung für das weibliche Geschlecht eine frühzeitige Feminisierungsoperation im Alter von zwei bis sechs Monaten vorzunehmen. Bei einer Entscheidung für das männliche Geschlecht erfolge eine Maskulinisierungsoperation von Kindern mit AGS in der Regel vor dem zweiten Lebensjahr.

Ein wichtiger Punkt, der auch in der Stellungnahme der BÄK sowie der Leitlinie der DGKJ auftaucht, ist die Frage des Tumorrisikos. Manche Formen von DSD sind mit einem zum Teil deutlich erhöhten Tumorrisiko assoziiert, beispielsweise partielle Androgeninsensitivität (PAIS) mit nicht-skrotalen Gonaden sowie XY-Gonadendysgenesie mit intraabdominalen Gonaden. In diesen Fällen empfiehlt die BÄK eine regelmäßige Überwachung mit bildgebenden Verfahren – zu einer vorbeugenden Gonadektomie wird dagegen nicht pauschal geraten. Auch hier sind laut BÄK mehr Studien nötig, um für die verschiedenen DSD-Formen zuverlässige Aussagen zum Tumorrisiko und damit eine evidenzbasierte Therapieempfehlung treffen zu können.

F, M, X oder Nix – Streit um das neue Personenstandsgesetz

Seit dem 01.11.2013 werden Kinder, deren Geschlecht weder eindeutig weiblich noch eindeutig männlich ist, ohne Angabe eines Geschlechts in das Geburtenregister eingetragen. Im Reisepass eines solchen Kindes steht dann X – es steht für „unbestimmtes Geschlecht“. Die jetzige Änderung des Personenstandsgesetzes basiert auf einer Empfehlung des Ethikrats aus dem Jahr 2012. Ziel war es, Druck von Eltern und Ärzten zu nehmen, um nicht vorschnell die für das Wohl des Kindes so wichtige Entscheidung in der Geschlechterfrage zu treffen. „Für Intersexuelle bedeutet das eine große Erleichterung, für unsere Gesellschaft eine wichtige Modernisierung“, erklärte die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Während Politik und Medien die Änderung des Personenstandsgesetzes als faktische Anerkennung eines dritten Geschlechts feierten, zeigten sich DSD/Intersex-Verbände allerdings wenig begeistert.

„Der Druck auf Eltern, widerrechtlich in kosmetische Genitaloperationen für die betroffenen Kinder “einzuwilligen”, wird sich erhöhen“, meint Daniela Truffer, Gründungsmitglied der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org. Durch das neue Gesetz würden die oft überforderten Eltern von DSD/Intersex-Kindern laut Truffer „zusätzlich damit konfrontiert werden, dass sie bei einem “solchen Kind” nicht einmal mehr ein Geschlecht eintragen lassen dürften – es sei denn, sie willigten zuerst in eine kleine Operation ein, nachher sei eine “Zuordnung” ja problemlos möglich“. Ähnlich sieht das auch die bundesdeutsche Vertretung der Internationalen Vereinigung Intersexueller Menschen. Sie wünscht sich statt einer stigmatisierenden Sondervorschrift für DSD/Intersex-Kinder, dass der Geschlechtseintrag einfach für alle offen gelassen wird.

Das neue Gesetz wirft auch neue Probleme auf, denn bisher kennt die gesamte Rechtsordnung nur die Geschlechtskategorien Mann und Frau – Personen mit unbestimmtem Geschlecht sind vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. Eine Eheschließung oder das Eingehen einer Lebenspartnerschaft beispielsweise ist Personen mit unbestimmtem Geschlecht zurzeit nicht möglich. Eine Rechtsreform, insbesondere des Verfassungs- und Zivilrechts, ist daher dringend erforderlich.

Die vielen Ebenen der Geschlechterfrage

Betrachtet man DSD/Intersexualität als pathologischen Zustand, stellt sich die Frage, was denn das „richtige“ oder „wirkliche“ Geschlecht der erkrankten Person ist. Oberflächlich mag man dies mit dem Karyotyp beantworten, schließlich ist XY normalerweise männlich und XX weiblich. Genau genommen ist tatsächlich das weibliche Geschlecht der Entwicklungsstandard; wenn jedoch dank Y-Chromosom das SRY-Gen (sex-determining region on Y) exprimiert wird, bildet sich eine männliche Anatomie aus.

Diese Vorstellung von einem genetisch klar definierten binären Geschlechtssystem ist jedoch zu einfach gedacht: Das SRY-Gen kodiert für den Transkriptionsfaktor TDF (testis-determining factor), der nach Komplexierung mit einem weiteren Transkriptionsfaktor (SF1) die Expression von SOX9 hochreguliert. Hohe SOX9-Spiegel in den Gonaden initiieren dann die Hodenentwicklung – weitere Faktoren wie FGF9 und PDG2 scheinen dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. Ist aber beispielsweise das SRY-Gen oder die entsprechende regulatorische Sequenz des SOX9-Gens mutiert, bildet sich trotz Y-Chromosom das weibliche Geschlecht aus. Andererseits kann auch in Abwesenheit eines Y-Chromosoms und eines SRY-Gens das männliche Geschlecht ausgebildet werden, wenn die Expression des SOX9-Gens durch andere Mechanismen als die SRY-abhängige Transkriptionssteigerung hochreguliert wird.

Und selbst wenn der komplexe SRY-Signalweg normal funktioniert, lässt der Karyotyp nicht immer auf das „richtige“ Geschlecht schließen, denn durch homologe Rekombinationen können Teile des Y-Chromosoms während der paternalen Meiose auf das X-Chromosom gelangen. In der Folge können XX-Nachkommen männlich sein (De la Chapelle Syndrom), und XY-Nachkommen weiblich (Swyer-Syndrom). Ebenso gibt es zahlreiche Umstände, unter denen das genetische Geschlecht nicht ausgeprägt wird, beispielsweise weil Rezeptoren insensitiv sind (partielle oder komplette Androgeninsensitivität, Mutationen im LH-Rezeptor-Gen) oder bestimmte Enzyme defekt sind (Adrenogenitales Syndrom, 5-Alpha-Reduktase-Mangel). Genetisches und körperliches Geschlecht sind also mitnichten immer identisch – und beide auf ein binäres System zu reduzieren, könnte mehr schaden als nützen.

Das soziale Geschlecht

Um die Verwirrung um die Geschlechterfrage komplett zu machen, gibt es neben dem genetischen und körperlichen Geschlecht auch noch das soziale Geschlecht bzw. die Geschlechtsidentität (gender). Die Frage, wie genetisches und körperliches Geschlecht mit dem sozialen Geschlecht wechselwirken, sorgt weiterhin für Diskussionen. Eine in den Neurowissenschaften populäre Theorie besagt, dass pränatal ausgeschüttete Hormone die Gehirnchemie prägen – ein Kind mit weiblichem Hormonsystem wird sich demnach später selbst als Frau identifizieren, unabhängig vom genetischen und körperlichen Geschlecht.

Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Wenn die eigene Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt, spricht man von Transgender. Wenn Betroffene sich im falschen Körper gefangen fühlen und eine Anpassung des Körpers an ihre Geschlechtsidentität wünschen, spricht man von Transsexualität oder – um die Assoziation mit Sexualität und sexuellen Vorlieben zu vermeiden – von Transidentität. Wer sich dagegen nicht dem binären Geschlechtersystem unterwerfen will, bezeichnet sich beispielsweise als genderqueer, genderfluid, agender oder non-binary. Entscheidend dafür ist nicht, wie der Körper tatsächlich ausgestattet ist, sondern lediglich das Selbstempfinden. Das Grundrecht, selbst über den eigenen Körper zu bestimmen, darf niemandem genommen werden – erst recht nicht nur deshalb, weil dieser Körper nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht.

149 Wertungen (4.69 ø)

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48 Kommentare:

Ärztin

Ich bitte die Redaktion hier einzuschreiten. Das ist eine rufschädigende und böswillige Falschinterpretation! Danke in Voraus!

#48 |
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DocCheck News Redaktion
DocCheck News Redaktion

[Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht.]

#47 |
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Ärztin

Sehr geehrter Herr van Gol,
sehr geehrte Frau Urologin,
ich habe auch nach nochmaliger Suche keinen Beitrag von Ihnen beiden zum eigentlichen Thema finden können. Ich möchte mich nicht mit Ihnen am Thema vorbei streiten. Schönen Abend noch!

#46 |
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Urologin
Urologin

@Sonja Wichers, googeln Sie mal nach Godwin’s law

#45 |
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Huben van Gol
Huben van Gol

@Sonja Wichers, Sie werden ja schon wieder persönlich! Bleiben Sie bitte auf dem Teppich und stellen Sie keine Forderungen an andere. Es ist offensichtlich nicht jeder Ihrer Meinung.
Wer wörtlich “entsetzt” darüber ist (#17), dass man Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen fordert,
muss sich schon Feministin nennen lassen!

#44 |
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Ärztin

Sehr geehrter Gast #42,
erläutern Sie bitte Ihre Aussagen unter Ihrem vollständigen Namen.
Beantworten Sie bitte die Frage inwiefern meine Äußerungen unter der Gürtellinie sein sollen und was mein Beitrag, Ihrer Meinung nach, mit Feminismus zu tun hat.
Sind Sie auch Gast #35?
Es wäre schön wenn dieses Forum nicht weiter für den Geschlechterkonflikt zwischen Mann und Frau missbraucht würde, es geht um Menschen, die wegen der Uneindeutigkeit Ihres Geschlechtes bei Ihrer Geburt zum Teil viel Leid erfahren und um Menschen bei denen das körperliche und das psychische Geschlecht nicht zusammenpasst und welche oft ebenso großes Leid durchleben.
Und das völlig unabhängig davon ob sie später als Frau oder Mann leben möchten.Wir alle sollten uns lieber fragen wie wir mit Verständnis, Toleranz und Respekt all diesen Menschen Ihren Weg erträglicher machen können. Diskussionen über Normal oder Abnorm, Zircumzision oder Feminismus helfen da nicht weiter.

#43 |
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Gast
Gast

@Sonja Wichers, eindeutig unterhalb der Gürtellinie und ein Argument GEGEN Sie,
Sie sind bekennende Feministin?

#42 |
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Ärztin

Sehr geehrte Frau Urologin,
ich finde es überhaupt nicht verwunderlich, dass sich hier niemand klar gegen die rituelle Zirkumzision stellt. Wurden doch im dritten Reich Millionen rituell beschnittener Menschen auf bestialische Weise getötet. Verwunderlich finde ich allerdings, wenn jemand dies ausblendet, mal ganz davon abgesehen, dass es hier gar nicht Thema ist. Ihre Kritik an Frau Grigat kann ich nicht nachvollziehen.

#41 |
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Urologin
Urologin

@Michaela Grigat, ich finde Meinungsverbote, Tabus? haben hier nichts verloren, darum geht es doch gerade!
Und was hier überwiegt, sind sehr schlecht begründete “mainstream”- Angriffe auf “normal-geschlechtliche” Menschen, merkwürdigerweise hier im Forum überwiegend auf “Ärzte”, die nur im Auftrag von Patienten oder deren Angehörigen handeln!
Auffällig ist weiterhin, dass sich Frauen auch nicht zu einer klaren Verurteilung der mittelalterlichen rituellen Zirkumzision durchringen können, Männer trauen sich schon gar nicht
und dieses Thema ausgerechnet bei Sexualität immer ausklammern wollen.
Und ein “UroDoc hier löscht kritische Beiträge wenn er einen amerikanischen radikal beschnittenen Penis zur Schau stellt!!!

#40 |
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Michaela Grigat
Michaela Grigat

Ich finde einen Gastkommentar (#35), der Menschen in Normale und in Abnormale divergiert, hat in diesem Forum nichts verloren!

#39 |
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Arzt
Arzt

Mit pauschalen Schuldzuweisungen liegt man fast immer falsch,@Michaela Katzer Das fordern nicht nur “intersexuelle Menschen”,
auch viele Ärzte haben sich von Anfang an sehr eindeutig gegen die Entfernung von Keimdrüsen bei Kindern gewendet (Jungen!), die letztlich ein naturwidriger Eingriff der Genderideologie war, die ja heute keineswegs überwunden ist. Das wird hier offensichtlich immer noch tabuisiert und statt dessen von “den Ärzten” gesprochen.
Ebenso wie man die Zirkumzision hier überwiegend hinnimmt! Verstehe ich nicht,
da absolut kein “Nebenschauplatz” sondern wesentlich häufiger, als irgendwelche anatomischen Raritäten, die ein normaler Arzt sein ganzes Leben nicht zu Gesicht bekommt.
Seltene Fehlbildungen wie Cloake oä müssen selbstverständlich so früh wie möglich beseitigt werden, ebenso wie ein 6. Finger.
Richtige “Geschlechtsumwandlungen” sollten daher heute auf ausdrücklich Wunsch nur bei Volljährigen stattfinden.

#38 |
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Ärztin

Seit über zwanzig Jahren fordern intersexuelle Menschen in Deutschland und auch in Nordamerika zurecht den Stopp von “anpassenden” Operationen an intersexuellen Kindern. Diese Operationen erfolgen ohne aktuelle Notwendigkeit für die körperliche Gesundheit. Sie erfolgen leider weiterhin in nahezu uneingeschränktem Umfang, nur die Umschreibungen und Überredungen dafür klingen seitdem etwas “behutsamer”. Meine Erfahrung mit erwachsenen Betroffenen zeigt, dass diese Operationen an Kindern lebenslange Schäden körperliche Schäden und psychische Traumata hinterlassen, und daran änderten auch vermeintlich “bessere Operationsmethoden” und “einfühlsamerer Umgang” kaum etwas. Der Anschein “geschlechtlicher Eindeutigkeit” und die Bedürfnisse von anderen Leuten werden leider weiterhin von vielen Kollegen und auch anderen “Experten” als wichtiger betrachtet als die körperliche und seelische Unversehrtheit intersexueller Menschen. Die meisten Betroffenen haben kein Problem, von der Gesellschaft als Frauen oder als Männer angesehen zu werden, und für die wenigsten stellt die Auswahl der Toilette ein Problem dar. Aber sehr viele leiden unter dem, was ihnen von Ärzten mit den allerbesten Absichten angetan wurde.
Der vorliegende Artikel spricht ein wichtiges Thema an, berührt leider auch recht viele Nebenschauplätze, auf die sich leider viele der Kommentare konzentrieren, statt sich um das Wohl unserer gemeinsamen Patientinnen und Patienten zu sorgen – dabei sind diese grundsätzlich nicht anders als wir alle hier!

#37 |
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Ärztin
Ärztin

Herr Heilpraktiker, in meiner Stadt gibt es noch mehr als 30 verschiedene Geschlechter, ca. 150000 männliche und 150000 weibliche Einwohner.

#36 |
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Gast
Gast

Ja es ist leider üblich geworden, dass die Abnormalen, die Normalen noch beschimpfen, weil sie normal sind.

#35 |
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Gast
Gast

@Heilpraktiker Stefan Graf in ihrem moralischen Rundumschlag
haben Sie nur das Gesetz zur Legalisierung sexueller Verstümmelung von kleinen Jungs vergessen, was leider nur bei Mädchen verboten ist.
Das “TGS Gesetz” zwingt selbstverständlich keinen Mensch zu einer Operation!

#34 |
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Heilpraktiker Stefan Graf
Heilpraktiker Stefan Graf

Es ist schon recht beschämend wenn man die Kommentare hier sieht und man muss sich wirklich bei einigen Kommentaren fragen ob die betreffenden Personen tatsächlich zu einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft gehört oder nicht.

Ich denke jeder sollte so leben dürfen wie er sich fühlt, es ist doch völlig egal ob die Person als Mann oder Frau bei der Geburt eingestuft wurde oder nicht, es geht doch einzig und allein nur darum, dass diese Person als das Leben darf was sie möchte. Dazu gehören Anziehsachen, Frisur, Schminke und Verhalten.

Wenn ein Mann sich in Frauenkleider wohl fühlt weil er der Meinung ist dass es sich richtiger anfühlt, dann sollte er sie tragen dürfen. Genauso wie eine Frau sich in Hose und Jeans wohlfühlen darf.
Was ich in Deutschland unverschämt finde und was mich an ein totalitäres System erinnert, ist die Tatsache dass das TGS Gesetz sogar die Leute zu einer gefährlichen Operation zwingt.
Dabei geht es vielen nicht wirklich um eine körperliche Geschlechtsangleichung.
Es gibt über 30 verschiedene Geschlechter, der sogenannte normale Mensch kennt aber nur 2. Und der etwas aufgeklärtere kennt dann noch Schwul, Lesbisch und Transsexuell. Eventuell sogar noch Intersexuell, Drag Queen, Travestit.
Aber die meisten können nicht mal zwischen Travenstit und Transvestit unterscheiden.
Es gibt alleine bei der Transsexualität schon 8 Unterstufen die selbst von den sogenannten Verbänden nicht mal beachtet werden.
Also lasst die Leute selber entscheiden ob sie als Mann oder Frau oder Androgyn oder zwitschern leben möchten oder nicht.
Das System ist das Problem :-)

#33 |
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Ärztin

Sehr geehrter Gast/Arzt,
ich weiß zwar nicht ob ich da richtig liege, aber ich vermute, dass sich die 120 000 Betroffenen auf eine weltweite Schätzung bezieht, während die 150 Neugeborenen mit dieser Problematik ja klar auf Deutschland bezogen war. Aber vielleicht kann die Redaktion dies auflösen?

#32 |
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Huben van Gol
Huben van Gol

@Sonja Wichers, Ärztin, es geht nicht um meine Person sondern um meine Argumente, es mag ja sein, dass Sie anderer Meinung sind, aber Sie greifen meine Person an!!! Immer ein Zeichen fehlender Argumente!
Erstaunlich, dass das hier durchgeht!

#31 |
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Gast / Arzt
Gast / Arzt

Jährlich 150 Kinder bedeutet 15 000 in 100 Jahren. Wie ist es dann biologisch möglich, dass es angeblich 120 000 Betroffene gibt?
Nicht nur in diesem Fall ist es so, dass, wenn keiner mehr mitrechnet, interessengeleitete Behauptungen es leicht haben.
Ob dass auch in diesem Fall zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen, auch wenn eine auf Themen aus diesem Bereich stets begierige Presse nicht immer zu objektiven – und damit meist unspektakulären- Darstellungen neigt.

#30 |
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DocCheck News Redaktion
DocCheck News Redaktion

Liebe Leser,

vielen Dank für Ihre rege Diskussionsteilnahme. Bitte beachten Sie dabei jedoch stets die Netiquette. Wir möchten Sie zudem bitten, sachlich und vor allem themenbezogen zu kommentieren.

Ihre DocCheck News Redaktion

#29 |
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Ärztin

Sehr geehrter Herr van Gol,
ich teile Ihre Meinung nicht! Wenn Sie ausschließlich auf die Beschneidung hinauswollen mag Ihre Ansicht berechtigt sein aber beim Blick auf das gesamte sexuelle Spektrum (inklusive Vergewaltigungen) habe ich erhebliche Zweifel…
Wenn Sie für die Entscheidung wie mit Beschneidungen hier umgegangen wird den Feminismus und Amerika verantwortlich machen übersehen Sie die deutsche Geschichte. Das Sie meine Meinung für unwichtig halten sagt mehr über Sie aus als über mich. Im Übrigen habe ich nie Afrika erwähnt, oder?
Nur zur Erinnerung – eigentlich ging es um Intersexualität und die Menschen, denen ein angemessener Umgang mit ihrer individuellen Persönlichkeit bisher versagt bleibt! Diese Menschen leiden unter dem Schubladendenken das leider in unserer Gesellschaft vorherrscht. Haben Sie denn zum eigentlichen Thema auch etwas zu sagen?
Oder sind Sie auf einem Kreuzzug gegen den Feminismus? Dann sind Sie hier nämlich falsch.

#28 |
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Huben van Gol
Huben van Gol

Halten wir einfach fest, dass “Frauen” in sexueller Hinsicht in Deutschland gesetzlich wesentlich besser behandelt wurden und werden als “Männer”, o.k.?
Was Sie meinen, was in Afrika oder sonst wo passiert, ist hier eher unwichtig.

#27 |
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Ärztin

Sehr geehrter Herr van Gol,
ich möchte richtig stellen, die wehrte Frau anonyme Urologin hat mich offenbar nicht verstanden und mich angegriffen. Im Übrigen gibt es so etwas wie Meinungsfreiheit.

#26 |
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Ärztin

Sehr geehrte Frau anonyme Urologin,
offenbar haben Sie mich nicht richtig verstanden oder verstehen wollen.
Wie gesagt, auch ich sehe die männliche Beschneidung kritisch. Die von Ihnen genannten Sonderformen der Beschneidungen waren sicher auch nicht gemeint, sondern die, die man normalerweise darunter versteht und das sind nun einmal die Zircumcision und die Entfernung der Klitoris welche nicht miteinander vergleichbar sind.
Meine Kernaussage bleibt bestehen: Jeder muss für sich entscheiden wer er/sie ist! Ich wünsche jedem von Herzen, dass sie/er damit glücklich wird!
Kurzer Exkurs zum Thema Menschenrechte, Frauen stehen da nach wie vor in der zweiten Reihe, auch in Deutschland. Waren Sie schon einmal in einem Frauenhaus? Ich schon! Was ich Ihnen darüber berichten könnte würde Ihr Weltbild vermutlich aus den Angeln heben. Und ich bin trotzdem keine Männerhasserin geworden.
Im Übrigen sehe ich keinen Anlass mich mit unsachlicher “Schwanz ab” Literatur zu beschäftigen.
Da Sie mir hier offenbar Inkompetenz vorwerfen wollen fordere ich Sie auf, sich namentlich erkennen zu geben.

#25 |
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Huben van Gol
Huben van Gol

@Sonja Wichers Sie greifen Ihre Kollegin an mit welchem Argument?

#24 |
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Huben van Gol
Huben van Gol

Liebe Frau Frida Stern, die Urologin hat völlig recht, ich war selbst in Afrika, dort wundern sich Frauen selbst über Feministinnen in Westeuropa, die sich da einmischen. Ich vermute, dass Sie noch nie Ihrem Leben eine beschnittene Frau gesehen haben, sich aber offensichtlich trotzdem darüber echauffieren, obwohl es in Deutschland verboten ist. Das heist natürlich nicht, dass ich das als Europäer akzeptiere.
Es gibt noch andere “Gesundheitsriten” bei Urvölkern, ein interessantes psychologisches Thema.
Wie konnte also im Jahre 2012 in Deutschland ein Gesetz gemacht werden, dass Körperverletzung NUR bei Jungen erlaubt?
Das deckt auch die 2000 Jahre alte christliche Kirche bei uns nicht, es ist also eine ganz neue (grundgesetzwidrige) “Konzession” für bei uns eingewanderte Moslems. Wie konnte ein solches Gesetz bei uns 2012 “durchgehen”, wenn hier alle angeblich dagegen sind???
Die einzige Erklärung für die fehlende Empörung ist der hier verbreitete Feminismus, oder der Amerikanische Einfluss???
Es gibt eine MEDIZINISCHE Indikation und ich weis, dass aufgeklärte Mütter, die ihre Kinder lieben, schon vor über 20 Jahren Wert darauf gelegt haben, dass nichts “weggeschnitten” wird, sondern nur die Enge beseitigt wird, also KEINE Zirkumzision. Im übrigen wartet man heute wesentlich länger auf die “Spontanheilung” bis über das 10.Lbj. hinaus.
Nach dem klaren Urteil LG Köln vom 7. Mai 2012 gegen die medizinisch NICHT indizierte Zirkumzision gab es klare Stellungnahmen sowohl der Deutschen Kinderchirurgen am 04.07.2012 und der Kinderärzte vom 17.07.2012, die den Gesetzgeber abhalten sollten hier einzugreifen.
Er hat es trotzdem getan und Sie regen sich über eine Forderung nach Gleichbehandlung auf???
Da stimmt etwas nicht!

#23 |
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Ärztin

Danke Frida Stern. Ich kann Ihnen nur zustimmen!

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Urologin
“Von der weiblichen Beschneidung haben Sie keine Ahnung, da gibt es noch “sanftere” Versionen (“überstehende Labien”) als die Zirkumzision beim Jungen, die interessanterweise manche Frauen noch gut finden auch nicht religiöse.”

Eine Ärztin, die solches äußert. Natürlich nicht namentlich. Da fehlen mir die Worte.

#21 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Gast
“@Frida Stern, dann sollte man als erstes die rituelle Bescheidung von kleinen unmündigen Jungen verbieten (Menschenrecht) oder wenigstens diesen “kleinen” eingriff auch bei Mädchen legalisieren.”

Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein. Informieren Sie sich erst einmal zum Thema der weiblichen Beschneidung, bevor Sie so eine Äußerung machen.

Selbstredend wäre ich auch für ein Verbot der Beschneidung kleiner Jungen. Aber man kann diese in keiner Weise mit der Beschneidung von Mädchen vergleichen, das hat eine völlig andere Dimension. Bei den kleinen Mädchen werden große Teile der Schamlippen und die Klitoris herausgeschnitten. Vagina und Harnausgang werden so vernäht, dass nur noch eine winzig kleine Öffnung bleibt. Viele Mädchen sterben nach dieser Prozedur, verbluten oder sterben auch noch nach Jahren durch Infektionen. Diejenigen, die überleben, sind für Ihr Leben körperlich und seelisch versehrt, leiden unsagbare Schmerzen. In der Hochzeitsnacht werden die Frauen dann mit einem Messer wieder aufgeschnitten, damit die Vagina wieder zugänglich wird.

Und jetzt sagen Sie mir, kann man das mit der Entfernung der Vorhaut bei Jungen auch nur annähernd vergleichen?

#20 |
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Urologin
Urologin

@Sonja Wichers ich hoffe keine Kinderärztin:
“Was mich entsetzt, ist die Forderung die weibliche Beschneidung ggf. genauso zu legalisieren wie die männliche.”
Die Forderung lautete, die männlich Beschneidung zu verbieten aus Menschenrechtsgründen und nicht noch den ganzen Penis abzuschneiden, viele Feministen wünschen ja auch gleich die Kastrierung. Lesen Sie einfach mal deren Bücher.
Von der weiblichen Beschneidung haben Sie keine Ahnung, da gibt es noch “sanftere” Versionen (“überstehende Labien”) als die Zirkumzision beim Jungen, die interessanterweise manche Frauen noch gut finden auch nicht religiöse.
Frauen sind menschenrechtlich nicht höher zu bewerten als Männer lautete die Botschaft.
aktueller Feminismus z.B. Laura Levites:
“kastriert alle männlichen konservativen Christen”
allerdings ist sie mit dem “Kinderkriegen” auch nicht einverstanden und deshalb für die Entfernung des Uterus, was ja auch ein sehr häufiger Routineeingriff ist.

#19 |
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ein Transmann
ein Transmann

Das ist eine weise Betrachtung dessen was wir für uns als Realität konstruieren!

Ergänzend möchte ich noch sagen, dass die Zuordnung zu einem der beiden Geschlechter derzeit in unserer Gesellschaft sehr wichtig ist. Wäre es egal, gäbe es bei Transsexuellen nur noch ein rein körperliches Bestreben das Geschlecht zu wechseln/anzugleichen.
Das Bedürfnis eines Transsexuellen geht in der Regel aber weit darüber hinaus.
Jeder Mensch will doch dazu gehören und anerkannt werden. Und das Geschlecht ist die grösste und in unserer Kultur wichtigste Gruppe in die wir uns einteilen.
Sie wären erstaunt, wie tiefgreifend das ihren Alltag bestimmt! Mir wurde das erst bewusst, als ich meine Geschlechtszugehörigkeit im Alltag geändert habe. Alleine die deutsche Sprache zwingt einen permanent dazu sich zu einer Seite zu bekennen!
Eine neutrales pronomen gibt es für Menschen einfach nicht.
Es geht also nicht nur um die Eintragung im Pass, auf allen Formularen etc.
Es geht auch nicht darum was ich dem Anderen sage was ich bin.
Es geht bereits um die Sprache.
Er oder Sie?
Achten Sie einmal bewusst darauf. Oder versuchen Sie nur eine Woche ohne Geschlechtszuordnung von sich zu erzählen. Es geht, aber es ist verdammt schwer!

Und wer sich den beiden grössten Gruppen der Gesellschaft nicht zuordnen kann ist automatisch ein Sonderling. Egal wie angepasst und spießig er sich sonst verhalten mag.

#18 |
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Ärztin

Also, ich denke jeder sollte selbst wissen bzw. entscheiden wer er ist.
Was mich entsetzt ist die Forderung die weibliche Beschneidung ggf. genauso zu legalisieren wie die männliche. Ist Ihnen “Gast” überhaupt bewußt, was das jeweils für Eingriffe sind? Bei der männlichen Beschneidung, wird lediglich die Vorhaut entfernt – bei der weiblichen die Klitoris. Also im Prinzip das weibliche Pendant zum Penis. Das kann man nicht ansatzweise vergleichen. Ich sehe die männliche Beschneidung zwar auch kritisch aber die weibliche ist schlicht barbarisch.

#17 |
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Medizinjournalist

Die Aufsplitterung des Wissens gegenüber der überkommenen Ansichten ist in allen Gebieten zu beobachten. Die Wissensanhäufung durch ungebremste Forschung bringt uns in massive Schwierigkeiten. Wenn kein Menschengehirn mehr den Überblick auch nur annähernd hinkriegt – (wie denn auch, lesen Sie täglich doc-check!) – was bedeutet dann Regierung und Verwaltung? Was sollte man wissen, wenn nur kleine Teile der weltweit verfügbaren Weisheit in einen Menschenkopf hineinpassen und welchen Sinn macht das noch, wenn es 25 Jahre dauert bis das bisschen drin ist und bis dahin die Wissensmenge unaufhaltsam weitergewachsen ist? Wer weiß denn dann noch was genaues? Welchen Weg von den Tausenden sollten wir einschlagen? Die Realität ist sehr umfassend. Unser Gehirn verkürzt sie brutal, damit es was damit machen kann. Das Babylonische Sprachengewirr hat das Problem schon früh vorweggenommen.

Frei herumschwirrendes Wissen unterliegt keinerlei Kontrolle. Wenn wir nicht mehr wissen, wer oder was oder warum wir was sind, ist die Identität weg. Welche Orientierung könnten wir denn dann noch nutzen? Wenn wir im Innern keine haben, wird man uns sehr wahrscheinlich eine von außen verordnen.

#16 |
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Gast
Gast

[Kommentar wurde von der Redaktion entfernt.]

#15 |
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Gast
Gast

@Frida Stern, dann sollte man als erstes die rituelle Bescheidung von kleinen unmündigen Jungen verbieten (Menschenrecht) oder wenigstens diesen “kleinen” eingriff auch bei Mädchen legalisieren.

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Transmann

“Ich bezweifel, dass Toleranz hier mehr Menschen hervorbringt, die sich “plötzlich” uneindeutig fühlen.”

Da gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Homophobie vieler männlicher Zeitgenossen. Wem im stillen Kämmerlein Zweifen an der eigenen sexuellen Identität oder Ausrichtung kommen, der wird nach außen ganz lautstark – oft unbewusst – gegen alles Uneindeutige lärmen.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Diese ganze ideologische Haarspalterei sollte vermieden werden. Wichtig ist, dass Säuglingen und Kindern, bei denen aus irgendwelchen Gründen (chromosomal, sekundäre Geschlechtsmerkmale etc.) Zweifel am Geschlecht besteht, nicht vorschnell operiert werden und möglicherweise in eine Geschlechterrolle gedrängt werden, die der wirklichen Geschlechtsidentität nicht entspricht. Im Idealfall sollte die betreffende Person ab einem festzulegenden Alter selbst bestimmen, ob sie eine Operation möchte, und wenn ja, welche. Kritisch ist es nur dann, wenn dringende gesundheitliche Risiken bestehen, die behoben werden müssen. Aber auch dann sollte man so minimal invasiv wie möglich vorgehen. Die körperliche Unversehrtheit des Kindes steht an oberster Stelle.

#12 |
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ein Transmann
ein Transmann

Ich finde es erstaunlich wie viele selbst nicht betroffene hier teilweise mit falschen Fakten um sich werfen.
Wenn man selbst eindeutig männlich oder weiblich ist und das Glück hat, dass das Gehirn damit auch noch einverstanden ist..und am Schluss auch noch die Psyche zulässt, dass man sich mit diesem Geschlecht nicht nur identifiziert, sondern auch noch wohl fühlt, dann hat man einfach Glück gehabt!
Und dass solche Menschen sich null in die Problematik einfühlen können kann ich fast schon verstehen.
Nur ist es leider wie es in dem Artikel steht.
Und auch ein psychisches Problem ist am Ende ein medizinisches meine lieben Vorredner!
Ich bezweifel, dass Toleranz hier mehr Menschen hervorbringt, die sich “plötzlich” uneindeutig fühlen.
Toleranz führt lediglich dazu, dass diese Menschen sich trauen diese Themen an zu gehen und öffentlich zu machen!
Natürlich kann man nach einer Kastration die Hormone nie mehr weg lassen! Das passiert aber auch aus anderen medizinischen Gründen. Zum Beispiel wenn nicht genügend eigene Hormone gebildet werden, oder nach einer Kastration die nach einem Tumor erfolgte.
Letzten Endes könnte man theoretisch aber auch die gegengeschlechtlichen (oder geburtsgeschlechtlichen) Hormone geben.

Aber ich freue mich immer über die einfachen Lösungen und Urteile aus der binären Gesellschaft!

#11 |
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Arzt
Arzt

Hallo Herr @Matthigack leider ist ja heute schon die Diagnose mehr oder wenig “politisch” entschieden und damit vorgeschrieben,
ich meine, den USAmerikanischen ICD-Schlüssel, den wir ja auch nutzen.
Das wissenschaftliche und auch letztlich menschenrechtlich Problem beginnt daher schon mit der Namengebung. Denn nicht jeder ist mit der Diagnose einverstanden, die man ihm verpasst.

#10 |
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Rettungsassistent

Aha. Der Gendergaga hat jetzt also auch die BÄK erfasst. Oh je.

#9 |
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Arzt
Arzt

Frau @ Prof. Dr. Beate Blättner, wissen Sie denn, was Medizin bedeutet?
“Das soziale Geschlecht (gender) wird durch Sozialisationsprozesse erzeugt”

“Gender” ist ein nicht existierendes Kunstgebilde von politisch aggressivem Feminismus,
das in einer “Natur-Wissenschaft” wirklich nichts verloren hat.
Das “Geschlecht” können Sie in jedem einzelnen Zellkern erkennen an x- und y-Chromosom, also nicht nur an äußeren Geschlechtsmerkmalen, so wichtig Sie auch sein mögen. Und ein Radiologe erkennt es auch am Gehirn mit modernen nicht invasiven “bildgebenden” Verfahren. Die somatischen Unterschiede sind also erheblich und können nicht “durch Sozialisationsprozesse erzeugt” werden.
Im übrigen wird auch Sigmund Freud überwiegend NICHT als wissenschaftlich angesehen,
denn dazu gehört nicht nur eine Theorie, sondern anerkannte (reproduzierbare) empirische Beweise.

#8 |
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Prof. Dr. Beate Blättner
Prof. Dr. Beate Blättner

“Die Frage, wie genetisches und körperliches Geschlecht mit dem sozialen Geschlecht wechselwirken, sorgt weiterhin für Diskussionen. Eine in den Neurowissenschaften populäre Theorie besagt, dass pränatal ausgeschüttete Hormone die Gehirnchemie prägen – ein Kind mit weiblichem Hormonsystem wird sich demnach später selbst als Frau identifizieren, unabhängig vom genetischen und körperlichen Geschlecht.”

Das ist leider nicht korrekt. Das soziale Geschlecht (gender) wird durch Sozialisationsprozesse erzeugt; was Sie meinen ist die Geschlechtsidentität, also das Geschlecht, dem sich ein Individuum zugehörig fühlt. Das ist nicht das Gleiche.

#7 |
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Gast
Gast

Ich finde die Fälle von Transsexualität haben mit der Toleranz der Umwelt zu genommen.
Inwieweit pathologische Störungen ein Rolle spielen, kann heute nicht mehr genau beurteilt werden.
Zunehmend sind gleichgeschlechtliche Handlungen und Zuneigungen nur durch die heutige Toleranz möglich. Während sich früher nach ihrer Selbstfindung höchstens bi – polare Paare vergnügten.

Das war noch lange kein Grund zum Wechsel der Identität, sondern meine ich mehr Hobby und prüfen der Toleranzen.
Mir hat in der gemischten Sauna auch schon ein Man an den Schwanz gegriffen. Das Empfinden war schwer und wurde besser. aber deshalb eine Umwandlung???? Nein .

#6 |
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Gast
Gast

“Wenn Betroffene sich im falschen Körper gefangen fühlen und eine Anpassung des Körpers an ihre Geschlechtsidentität wünschen, spricht man von Transsexualität oder – um die Assoziation mit Sexualität und sexuellen Vorlieben zu vermeiden – von Transidentität.”

Nein, dann spricht man nur von Transidentität, denn Transsexualität ist es, wenn Mädchen z.B. mit ‘nem Penis geboren werden. Das eine hat was mit Identität zu tun, das andere mit den Körpermerkmalen.

#5 |
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Matthigack
Matthigack

Es gilt auch bei Menschen , die eine CAH/AGS Diagnose haben, das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Vermischung von tatsächlichen Gesundheitsbedürfnissen mit geschlechtsverändernden Operationen werden zu Recht insbesondere bei CAH als Verstümmlung und Folter angesehen. Menschenerechtsorgane unterscheiden nicht zwischen Diagnosen. Im deutschsprachhigen Raum prangerte zuerst Michel Reiter Ende der 1990er Jahre diese Menschenrechtsverletzungen an Inter* Personen an mit dieser Diagnose. Tatsächliche Gesundheitsprobleme wie ein SV oder Elekrolytmangel werden flächendeckend seit 2005 im Neugeborenenscreening getestet. 21-Hydroxylasemangel betrifft ebenso Menschen mit einem XY-Karyotyp. Ein Subsumieren unter DSD ist zu unterlassen und trifft auch nicht die Realität des ICD-10.

#4 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Das fällt mir noch eine populäre Gender-Familie in USA ein,
woher auch dieser Quatsch vor allem stammt, die ihren Sohn zur Demonstration für die Umwelt als Kleinkind kastriert haben und als Mädchen erzogen haben.
Der ist nicht sehr alt geworden weil er Selbstmord gemacht hat.

#3 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

ich stimme#1 zu, denn vor kurzem wurde im Fernsehen eine “hübsche blonde Frau” regelrecht als Star präsentiert, die vorher ein Mann war.
Ist nicht ganz unproblematisch, rein “medizinisch” , denn die müssen wirklich “kastriert” werden, natürlich beide Geschlechter und,
das ist wichtig,
danach ein Leben lang die anderen Hormone erhalten,
wobei das dann eben NICHT “die Natur” macht, sondern der Dr. wobei ein letzter Zweifel angebracht ist, wie “richtig” das wirklich dosiert ist.
Jedenfalls ist danach ein Absetzen der “falschen” Hormone wider sehr schädlich,
gesundheitsschädlich mit eindeutiger VERKÜRZUNG der Lebenserwartung,
das sollte man wissen.
Rückgängig kann man so eine Kastration nicht mehr machen.

Korrektur einer angeborenen Fehlbildung ist ein ganz anderes Thema.

#2 |
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Arzt
Arzt

“Moderne Medizin” und Mittelalter:
der Sündenfall des Staates ist ja das spezielle Legalisierungsgesetz für die rituelle Verstümmelung des Penis von 2012!!!
Auch wenn Ärzte daran verdienen können, gegen den Widerstand der der Ärzteschaft und von Menschenrechtlern.

Und was an Kastrationen im Rahmen der “Transsexualisierung” heute so läuft mit öffentlicher Begeisterung von Medien, ist schon erstaunlich.
Hier darf man wirklich ausnahmsweise mal Sigmund Freud zitieren,
dass eine ganze Nation sexuell verklemmt ist.
mfG

#1 |
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