Malaria-Erreger: Milchsäure-Transporter im Visier

17. Februar 2015
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Der Milchsäure-Transporter des Malaria-Erregers unterscheidet sich deutlich von dem des Menschen. Aufgrund seiner strukturellen Unterschiede könnten zukünftig Medikamente diesen selektiv blockieren und den Milchsäure-Transporter des Menschen verschonen.

Malaria-Erreger wachsen und vermehren sich besonders effizient, wenn ausreichende Mengen an Glukose im Blut vorhanden sind. Beim Abbau des Zuckers entsteht Milchsäure, die als Abfallprodukt im fortgeschrittenen Stadium der Malaria einen herabgesetzten pH-Wert verursacht. Der Bautyp des verantwortlichen Milchsäure-Transporters unterscheidet sich grundlegend von dem des Menschen.

Milchsäure-Transporter von zentraler Bedeutung

Daraus ergeben sich wichtige Möglichkeiten, so Janis Rambow, Pharmazeutisches Institut an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Erstautor der aktuellen Studie: „Der Milchsäure-Transporter nimmt im Energiestoffwechsel der Parasiten eine zentrale Stellung ein und könnte hervorragend als Angriffspunkt für die Entwicklung dringend benötigter, neuer Anti-Malaria-Wirkstoffe dienen.“ Diese könnten aufgrund der strukturellen Unterschiede den Milchsäure-Transporter der Malaria-Erreger blockieren, nicht aber den des Menschen.

Bereits seit den 1940er Jahren ist bekannt, dass Malaria-Erreger Glukose aus dem Blutstrom als primäre Energiequelle aufnehmen und dabei große Mengen an Milchsäure als toxisches Abfallprodukt ausscheiden. Der entsprechende Glukose-Transporter des Parasiten wurde schließlich 1999 beschrieben, der Milchsäure-Transporter blieb jedoch unentdeckt, möglicherweise durch seine unerwartete Struktur. Transporter sind Proteine, die Stoffe in Zellen beziehungsweise aus ihnen heraus transportieren.

Die Grundlage neuer Medikamente

Prof. Dr. Eric Beitz, Projektleiter der Studie, benennt die nächsten Schritte seiner Forschungsgruppe: „Der Milchsäure-Transporter im Malaria-Erreger ist ein lebenswichtiger Mechanismus für den Erreger. Wir wollen als nächstes Moleküle entwickeln, die das Ausscheiden der Milchsäure durch die Erreger stoppen können.“ Von dieser Entwicklung verspreche sich das Team um Beitz eine Grundlage für die Entwicklung neuer Anti-Malaria-Medikamente.

Originalpublikation:

Identity of a Plasmodium lactate/H+ symporter structurally unrelated to human transporters
Janis Rambow et al.; Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms7284; 2015

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1 Kommentar:

Keine schlechte Idee, dann werden die Plasmodien im wahrsten Sinne des Wortes versauern! :D

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